Der Haftungsausschluss:
Alles, was J. K. Rowling erfunden hat, gehört ihr auch. Ich hab's mir nur geborgt und ein bisschen erweitert, wie ich es brauchte.


Harry Potter und das Leben mit der Prophezeiung

1. Kapitel: Veränderungen im Ligusterweg

Harry setze sich bei seine „lieben" Verwandten ins Auto….Er musste immer noch über das Verhalten seiner Freunde eben im Bahnhof lächeln. Er konnte es ihnen nicht sagen, aber es hatte ihm sehr viel bedeutet, dass sie Onkel Vernon daran erinnert hatten, freundlich zu Harry zu sein.

Jetzt fuhren sie Richtung Surrey, wo die Dursleys in Little Whinging im Ligusterweg vier lebten. Harry war dort nur über die Sommerferien zu Gast und als sein Heim hatte er diesen Ort nie empfunden. Seine Heimat war Hogwarts, die größte und beste Schule für Hexerei und Zauberei in ganz England.

Dennoch war er in den letzten Tagen dort auch nicht glücklich – dies lag aber daran, dass er seinen Paten hatte sterben sehen und vieles ihn dort einfach an Sirius erinnerte. Er machte sich Vorwürfe, weil er schuld daran war, dass er gestorben war. Nicht, dass Harry das je gewollt hätte, im Gegenteil: Er wollte ihm zur Hilfe kommen, aber der dunkelste lebende Magier, Lord Voldemort, hatte ihm eine Falle gestellt, in die erst Harry und anschließend Sirius, der seinem Patensohn helfen wollte, getappt war. Im Duell mit seiner eigenen Cousine wurde Sirius getötet.

Harry sah es in seinen Träumen – immer wieder: Sirius, der lachend seine Cousine anstachelte; Sirius mit weitaufgerissen, erschrocken Augen; Sirius, der durch den Torbogen fiel und verschwand.

Harry wollte erst nicht glauben, dass Sirius tot war, doch mit der Zeit setzte sich der Gedanken immer fester in sein Hirn, bis er es sich irgendwann innerhalb der letzen zwei Wochen eingestehen musste, dass Sirius ihn für immer verlassen hatte und er die Schuld an seinem Tod trug.

Harry durchwühlte seine Tasche, um sich irgendwie von diesen Gedanken abzulenken. Er zog den Brief aus seiner Tasche, den er wie jedes Jahr zum Ende des Schuljahres überreicht bekommen hatte. Es stand wohl ohnehin wieder drin, dass er außerhalb der Schule als minderjähriger Zauberer nicht zaubern durfte, aber er öffnet ihn trotzdem und begann, ihn zu lesen – zuerst mehr aus Langeweile, als aus Interesse, bis sich ein teuflisches Grinsen auf seinem Gesicht breitmachte.

Dieses Grinsen musste wohl auch sein Onkel gesehen haben, der ihn jetzt in seiner gewohnt gehässigen Art ansprach: „Was ist los, du Freak, warum grinst du so?" Harry überreichte seinem Cousin Dudley den Zettel mit der Bitte, ihn laut vorzulesen. Dieser wollte erst etwas sagen, fing dann aber doch an, als er sah, dass Harry angefangen hatte, mit seinem Zauberstab zu spielen.

Sehr geehrter Mister Potter,

angesichts des Wiedererstärkens des Dunkeln Lords wird der Erlass für die Vernunftgemäße Beschränkung der Zauberei Minderjähriger von 1875 für Ihre Person aufgehoben. Bitte seien Sie vorsichtig, das Geheimhaltungsabkommen der Internationalen Zauberervereinigung besteht weiterhin und Verstöße werden mit Strafen in Askaban geahndet.

Hochachtungsvoll,

A. Bones,

Leiterin der Abteilung für Magische Strafverfolgung und stellvertretende Zaubereiministerin.

Onkel Vernon wurde rot, Tante Petunia zog scharf die Luft ein und Dudley rutschte in die letzte Ecke der Autos, wo er versuchte, so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten, was bei seiner Figur (er stellte damit locker Crabbe und Goyle in den Schatten) lächerlich wirkte.

Onkel Vernon fing sich als erstes wieder und begann, mit Harry zu sprechen: „Was bedeutet das mit dem Geheimhaltungsabkommen?"

„Das bedeutet", und Harry Grinsen wurde breiter, sofern das möglich war, „dass ich nur zaubern darf, wenn ich in Gefahr bin oder nur Muggel anwesend sind, die eh wissen, dass ich zaubern kann, so wie ihr."

Onkel Vernon Gesichtsfarbe änderte sich von Dunkelrot in kreideweiß und hätte Tante Petunia nicht aufgeschrieen, wäre er das vorausfahrende Auto gerast.

Für die nächsten Kilometer herrschte im Auto eine gespenstische Ruhe. Harry hing wieder seinen Gedanken über die letzten Wochen nach. Er dachte über sein Verhalten gegenüber seinen Freunden und den anderen Schüler nach. Er war zwar wieder beliebt und man glaubte ihm, aber Harry würde das alles gegen seine Paten eintauschen, wenn er nur könnte.

Onkel Vernon stellte das Radio lauter, in dem der Kommentator gerade ein Lied eines gewissen Freddy ankündigte, welches er selbst noch vor seinen eigenen Tod geschrieben hatte, und das so besonders war, da er in ihm seinen eigenen kommenden Tod verarbeitet hatte. Es hieß ‚The Show must go on'.

Harry schluckte schwer, er hatte gerade überlegt, wie er mit der Prophezeiung, die er gehört hatte, weitermachen sollen und nun hörte er ein Lied von diesem Muggel, der anscheinend ein ähnliches Problem gehabt hatte. Und dieses Lied strahlte soviel Kraft aus, soviel Mut trotz des Wissens um sein baldiges Lebensende. Angestachelt von der Musik, fasste Harry den Entschluss, wenn nicht für sich, dann aber für seine Freunde.

Kämpfen.

Sie hatten die Grafschaft Surrey fast erreicht, als Onkel Vernon Harry mit ungewohnt ruhiger und leiser Stimme aus seinen Gedanken riss. „Harry, wir haben zurzeit einen Gast bei uns, eine Praktikantin, um genau zu sein, die Tochter eines Geschäftspartner und, nun ja…Sie hat dein Zimmer bekommen und wir…haben denn Keller für dich vorbereitet."

„Was soll das heißen, ‚den Keller vorbereitet'?", fragte Harry scharf.

„Nun jaäh.….wir haben die Sachen von oben in den leeren Raum im Keller gestellt, du weißt, wo der Aufgang zum Garten istäh.….er wurden natürlich vorher renoviert."

Harry überlegte kurz, der Raum war größer, als der oben und mit dem Kelleraufgang hatte er so was wie einen eigenen Eingang, nicht schlecht, aber das wichtigste war, er hatte Ruhe vor den Dursleys. „Was heißt renoviert?", fragte Harry nun etwas ruhiger.

Onkel Vernon, der dies bemerkt hatte, antwortete etwas fester: „Nun, Dud hat unten einen Fitnessbereich bekommen und dabei haben wir dann natürlich das Zimmer gesäubert und neu gestrichen."

„In Ordnung, das wird kein Problem für mich sein, was habt ihr erzählt, wo ich war und wer ich bin?", fragte Harry nun betont leise und aggressiv.

„Wir haben ihr erzählt, du wärst unser Neffe, ein, nun jaäh.….ein etwas schwieriger Junge und würdest auf ein Internat gehenähm.…"

„St. Brutus?", fragte Harry nun laut.

„Nein, nein, wir haben gar nicht den Namen genannt", verteidigte sich Onkel Vernon. „Nur ein Internat, Madam DeGrandes hat auch nicht weiter gefragt."

„Gut, und wie soll ich mich nun verhalten?", fragte Harry wieder etwas ruhiger.

„Am liebsten wäre es uns, du gehst ihr aus dem Weg und bleibst, nun ja.….in deinem schönen neuen Zimmer, wenn sie da ist. Sie arbeitet viel und zum Essen darfst du natürlich gerne erscheinen", sagte Onkel Vernon in einem Ton, bei dem Harry an liebsten laut losgelacht hätte.

„Sollte kein Problem sein, was ist das für ein Fitnessbereich?"

„Dort gibt es einige Geräte, die ich für mein Training benötige und ein Badezimmer mit Dusche", antwortete Dudley.

Onkel Vernon atmete aus und fuhr nun, ohne weitere Worte zu machen, zum Ligusterweg vier. Dort angekommen stiegen sie aus und Harry holte seinen Koffer und Hedwigs Käfig aus dem Kofferraum. Hedwig hatte er an Bahnhof King's Cross fliegen lassen, damit sie nicht mit ins Auto musste – seit seinem zweiten Schuljahr gefiel ihr das Autofahren nicht mehr sonderlich.…

Harry, der sich seinen Schrankkoffer über die Schulter geworfen hatte (vorher hatte er ihn natürlich magisch leichter gemacht) und den Käfig in der anderen Hand hielt, ging ums Haus zum Kellereingang und sagte seinen Verwandten nur, sie sollten ihn dann zum Essen rufen.

Er ging Richtung Kellereingang und sah nur kurz zur Hecke, wo er eine Liege sah, auf der die Praktikantin gerade ein Sonnenbad nahm. Harry murmelt kurz „Moin" und verschwand, ohne auf eine Reaktion zu warten oder sie genauer in Augenschein zu nehmen. Im Kellereingang musste er mit einem „Alohomora" die Tür öffnen, da sie noch verriegelt war.

Er betrat sein neues Reich. Die Dursleys hatten nicht gelogen: Das Zimmer war sauber und frisch gestrichen. Bis auf den Schrank gleich rechts neben der Tür, einen Schreibtisch, ein kleines Regal an der gegenüberliegenden Wand und das Bett mit Nachttisch an der linken Wand unter dem Fenster, durch das Hedwig fliegen konnte, war der Raum vollkommen leer und kahl. Harry grinste, denn er war für die Verhältnisse, die er sonst hier kannte, geradezu ideal.

Er packte gerade seine Sachen aus, stellte seine Bücher auf den Schreibtisch oder in das Regal, als auch schon Hedwig durch das Kellerfenster flog, gefolgt von zwei weiteren Eulen, die Harry nicht kannte. „Hallo Hedwig, wie findest du unser neues Zuhause?" Die Eule, die auf Harrys Schulter geflogen war, knabberte kurz an seinem Ohr und schuhute. „Genau, ich find's auch klasse", sagte Harry.

Harry ging zu den beiden anderen Eulen und befreite die erste von ihrer Last, woraufhin diese sofort wieder verschwand. Er begann, das Packet, das er ihr abgenommen hatte, auszupacken. Es enthielt zwei Bücher, ‚Höchst potente Zaubertränke' und ‚Dunkle Duelle', sowie ein Schreiben:

Sehr geehrter Herr Potter,

anbei für Sie die bei uns bestellten Bücher.

Mit freundlichen Grüßen,

Mr. Borgin,

Borgin und Burkes.

Harry war etwas verwirrt – nicht nur, dass diese Bücher in Hogwarts in der Verbotenen Abteilung der Bibliothek standen und damit der Schwarzen Magie schon sehr nah waren, nein, er hatte diese Bücher nie bestellt. Er überlegte, wer ihm solche Bücher zukommen lassen würde – das ist schon mehr als sonderbar.…

Harry wurde von der zweiten Eule aus seinen Gedanken gerissen, sie hackte auf seine Hand, damit er sie endlich von ihrer Fracht befreite. Er löste den Knoten am Bein und die Eule flog vom Bett rüber zu Hedwig auf den Käfig, um etwas zu trinken. Harry gab ihr und Hedwig gleich noch einige Eulenkekse, bevor er das zweite Parket öffnete, das wieder Bücher enthielt: ‚Die Kunst des Krieges', ‚Okklumentik und Legilimentik' und ‚Meditation – wie finde ich meine innere Ruhe?'.

Die Handschrift in diesem Brief kam Harry aber bekannt vor:

Hallo Harry,

ich schicke dir die Bücher, damit du auch in den Ferien an dir arbeiten kannst, sofern du nach den ganzen Prüfungen schon wieder Lust hast. Ich konnte sie dir nicht am Bahnhof geben – da war zuviel los und deine Verwandten hätten uns dort nur wenig Zeit gelassen.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich mache dir keine Vorwürfe bezüglich Sirius, er wollte dir helfen und ist deswegen mit uns ins Ministerium gekommen, keiner – weder du noch ich – hätte ihn davon abhalten können.

Sirius sagte mir mal vor vielen Jahren, dass, wenn er jemals sterben müsste, er das lieber im Kampf für eine gerechte Sachen tun würde als im Schlaf als alter Mann. Und das ist auch der einzige Gedanke, der mich meine Trauer ertragen lässt. Bitte reden dir keine Schuld an seinem Tod ein, das hilft weder dir noch irgendjemandem. Der einzige, der schuld ist, ist und bleibt Voldemort.

(Ich hoffe) dein guter Freund,

Remus.

PS: Lese diese Bücher nicht für mich, nicht für den Orden, sondern für dein Überleben. Ich hoffe, du kannst mit allen drei Büchern etwas anfangen.

Harry, der jetzt aufsah, bemerkte, dass er während des Lesens angefangen hatte, zu weinen und wischte sich die Tränen weg. Er dachte über den Brief nach – Remus hatte recht, zwar war er der Meinung, dass er eine Schuld an der Sache hatte, aber ohne Voldemort wäre es nie passiert. Voldemort, immer wieder Voldemort … in Harry kochten die Wut und der Zorn auf, Voldemort … immer höher … ohne es recht wahrzunehmen, begann er schon zu zittern, er dachte an seine Eltern, an Cedric, an Sirius, an die anderen Opfer wie die Longbottoms und an das, was Voldemort ihm persönlich angetan hatte.

SCHEPPER!

Er blickte auf das Fenster über seinem Bett – es war zerbrochen und die Scherben flogen auf den Fußboden. Schnell hob er seine Hände über den Kopf und sagte „Reparo!", als auch schon die Scherben wieder zurück in den Rahmen flogen und die Scheibe komplett und heil im Rahmen saß.

Er hörte schnelle Schritte die Treppe herunterkommen und das Geräusch der sich öffnenden Zimmertür. Ein vor Wut glühender Vernon stand in der Tür und frage mit bebender Stimme: „Was ist das hier für ein Krach?" Harry dreht sich langsam um und seine Augen spiegelten immer nach seine Wut und seinen Zorn auf Lord Voldemort wider, als er seinem Onkel ruhig antwortete: „Nichts, ich habe mich auch schon gewundert, wo der Krach hergekommen ist." Vernon, der das zwar nicht glaubte, so wie Harry ihn einschätzte, aber durch den Blick etwas eingeschüchtert war, erwiderte nur: „Das Essen ist fertig, kommst du hoch?", drehte sich um und war aus seinen Zimmer verschwunden.

Harry, der jetzt erst feststelle, dass er hungrig war, stand auf und wollte gerade hochgehen, als ihm einfiel, dass er sein Äußeres noch dem Besuch anpassen musste. Er fuhr mit seinem Zauberstab über seine Klamotten und hatte nun ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck „Wo ich bin, ist Chaos, aber ich kann nicht überall sein", eine gut sitzende Jeans und schwarze Halbschuhe von Docks an.

Er ging in die Küche, wo die Dursley und der Besuch bereits bei Tisch saßen. Er trat ein, ging auf den Besuch zu und sagte höflich: „Guten Tag. Mein Name ist Potter, Harry James Potter, erfreut, Sie kennenzulernen." Er kannte den dämlichen Spruch aus irgendeinem Muggelfilm. Die Angesprochene antwortet in gelangweiltem und distanziertem Ton: „Angenehm, Sophie Mercedes DeGrandes", schaute kurz hoch und blickte dann wieder zu ihrem Essen.

Harry setze sich und schaute in die Gesichter der etwas verdutzt, aber doch erfreut dreinblickenden Dursleys, die wohl froh waren, dass Harry sich vernünftig benahm.

Harry schaute Mercedes nun etwas genauer an. Er schätzte sie auf Anfang oder Mitte zwanzig. Sie hatte einen südländisches Aussehen, braunere Haut als die Dursley oder Harry (allesamt hatten sie die gesunde Bräune eines Mehlwurms), dunkelbraune aber etwas übermüdet wirkende Augen und schwarze, lange Haare, die sie hochgesteckt hatte. Ihre Figur war unter einem eleganten Hosenanzug nicht genau zu erkennen, aber ihre Haltung wirkte abweisend und kühl und das nicht erst, seitdem Harry den Raum betreten hatte.

Harry, der nichts zu trinken bekommen hatte, stand auf und holte sich etwas aus dem Kühlschrank sowie ein Glas aus dem Regal. Als er sich wieder an den Tisch setze, schaute ihn seine Tante stirnrunzelnd an. Er lächelte in sich hinein, sein T-Shirt zeigte wohl Wirkung, hätte er in diesen Moment auch zu Mercedes geschaut, hätte er ein kurzes Lächeln und ein Funkeln in ihren Augen wahrgenommen. Er aß gemütlich sein Essen, war die ganze Zeit aber in Gedanken bei seinen neuen Büchern. Als er satt war, verabschiedete er sich höflich und ging in den Keller.

Er setzte sich an seinen Schreibtisch und fing, seine neuen Bücher zu überfliegen. Als erstes hatte er sich die Okklumentik vorgenommen, weil er derselben Meinung wie Remus war – Voldemort durfte nicht wieder in seinen Kopf eindringen, das Gefühl im Ministerium hatte ihm mehr als gereicht. Harry hatte schon die ersten drei Kapitel durchgearbeitet, in denen Okklumentik allgemein erklärt und beschreiben wurde, welche Methoden man benutzen konnte, um sie zu erlernen.

Eine dieser Methoden war die so genannte ‚Käseglocke', man schirmt sein Geist komplett mit einer Glocke ab, sodass jeder Angriff sofort abgeblockt werden würde, der Nachteil war allerdings, dass diese Methode sehr viel Kraft kostete, weil sie ständig aktiviert sein musste.

Eine weiterentwickelte Methode war eine Art ‚Ablagesystem' – man legte täglich seine Erfahrungen (meistens vor dem Schlafengehen) in die entsprechenden Ablage – die wichtigsten nach unten –, und wenn man das gemacht hatte, baute man zusätzliche Schutztüren an die Stellen, die keiner erreichen sollte. Falls dann ein Angriff von außen erfolgen sollte, würden zuerst die unwichtigen Informationen freigegeben werden, und man hatte die Chance, nun die ‚Käseglocke' aufzubauen, um die wichtigen Informationen zu schützen.

Harry entschied sich dafür diese Methode anzuwenden – sie war zwar im Erlernen schwieriger, weil man nun alle Erlebnisse nochmals erleben und ablegen musste, aber er war der Meinung, dass es die wirkungsvollere Methode war, da ein potentieller Eindringling erst durch die ‚Käseglocke' musste und anschließend, falls das gelingen würde, immer noch die einzelnen ‚Türen' dawaren.

Also legte er sich auf sein Bett und begann, sein ‚Ablagesystem' aufzubauen – im Buch stand, man können sich das einfach bildlich vorstellen. Er entschied sich dazu, sich mehrere Räume vorzustellen, die hintereinander lagen, und durch Türen voneinander getrennt waren – die unwichtigen nach vorne und die, die niemand finden sollte, in den letzten Raum. Allein schon diese Vorstellung kostete ihn aber eine Menge Kraft. Doch er versuchte trotzdem, alle seine Erinnerungen abzulegen, die in den sichersten Raum sollten, damit er sie so schnell und so gut wie möglich schützen konnte.

Im Buch stand allerdings auch, das man diese ‚Räume' immer wieder ‚lüften', müsse damit die Erinnerungen nicht eines Tages über einen hereinbrechen würden. Harry, der gehofft hatte, einen Raum mit dem schlimmsten Erinnerungen zu bauen und den Schlüssel der Tür dann wegzuwerfen, war sich noch nicht ganz im klaren darüber, wie er das mit dem ‚Lüften' anstellen sollte.

Harry, der nun auf die Uhr schaute – es war kurz vor Mitternacht –, war durch ein Geräusch oben im Haus von seiner Arbeit abgelenkt worden. Er hörte, wie nun jemand die oberer Treppe heruntergeschlichen kam – es konnte keiner der Dursley sein, diese Geräusche waren geschmeidiger, sanfter – und zur Gartentür ging.

Harry hatte seine Fenster mit einem Zauber so verändert, dass sein Raum dunkel erschien, obwohl er Licht anhatte, so konnte er ohne Probleme zur Kellertür gehen und schauen, wer sich dort aus dem Haus schlich. Leider war es so dunkel, dass man rein gar nichts erkennen konnte, das einzige, was er mitbekam, war, dass sich nach kurzer Zeit ein Motorrad vom Ligusterweg entfernte.

Er war neugierig, warum sich wohl Mercedes aus den Haus schlich, denn keinem der Dursleys traute er es zu, sich auf ein Motorrad zu setzten. Trotzdem wollte er sichergehen, dass sie es auch war, er holte seine Zauberstab und sagte: „Serpensortia." Der Schlange, die aus seinem Zauberstab hervorkroch, sagte er, sie solle nach oben gleiten und schauen, ob in dem Raum mit der Klappe in der Tür noch ein Mensch wäre, dürfe aber auf keinen Fall irgendjemanden angreifen (obwohl, die Dursleys…?). Es dauerte einige Zeit, bis die Schlange zurückkam und ihm erzählte, dass im besagtem Zimmer kein einziger Mensch sei. Harry bedankte sich, ließ die Schlange mit einem „Finite Incantatem" verschwinden und legte sich wieder hin.

Die nächste Zeit beschäftigte sich Harry mit Okklumentik und Meditation und war nur zum den Essen oben bei den Dursleys. Das Ablegen der Erinnerungen in die einzelnen Räume war eine schmerzhafte Angelegenheit für Harry, da er alle Erinnerungen nochmals durchleben musste. Er erinnerte sich an Sirius an letztem Weihnachten und an ihr letztes Gespräch im Feuer. Er durchlebte zwar die lustigen und schönen Erlebisse mit Ron und Hermine, aber auch die mit Voldemort, Cedric und die Geschehnisse im Ministerium sowie das Ereignis, das Harry immer in sein Bewusstsein bekam, wenn die Dementoren in seiner Nähe waren – die Ermordung seiner Eltern.

Wenn Harry nicht durch seine Erinnerungen kramte, las er immer in seinen anderen neuen Büchern. ‚Höchst potente Zaubertränke' hatte es ihm besonders angetan. Nicht, dass er jetzt Zaubertränke zu seinem Lieblingsfach gemacht hätte, aber bei manchen der Tränke, die dort aufgeführt waren, gab es auch einen entsprechenden Zauberspruch, der zwar eine schwächere Wirkung hatte, jedoch auch seinen Dienst erfüllte.

Zum Beispiel gab es nicht nur Veritaserum sondern auch einen entsprechenden Fluch. Es gab Muggelabwehrtränke, mit denen Pflanzen gedüngt wurden, mit der Folge, dass jeder, der in ihre Nähe kam, vergaß, was er dort wollte und sofort was anders erledigen zu müssen glaubte, der entsprechende Fluch bewirkte, dass die Leute in der Nähe für die nächsten zwei Minuten etwas verwirrt wurden und nicht mehr wussten, was sie gerade machen wollten.

Es gab Verwandlungssprüche für die eigene Person – nicht so effektiv wie der Vielsafttrank, aber erheblich schneller –, man konnte damit sein Gesicht oder die Haare, sowie seine Figur etwas verändern. Allerdings genauso wie beim Vielsafttrank nur für eine gewisse Zeit, und diese Zeit war abhängig davon, wie stark der Zauberer war. Der andere Nachteil war, dass man mit einem leichten Gegenzauber herausfinden konnte, dass sein Gegenüber seine Optik verändert hatte.

Es gab dort aber auch einen Trank, den er gerne testen würde – einen Krafttrunk –, jeder, der diesen einnahm, würden erheblich schneller Muskeln aufbauen können und seine Reflexe verbessern, allerdings nur, wenn er diese parallel dazu auch trainieren würde, er musste innerhalb eines Jahres dreimal genommen werden, da er sonst seine Wirkung verlieren würde.

Der Nachteil war, dass der Trank über einen Monat täglich genommen werden musste und dass er während der Vollmondnächte gewisse Veränderungen bewirkte; das lag daran, dass eine Zutat für den Trank die Haare eines verwandelten Werwolfs waren. Man würde sich zwar nicht in einen Werwolf verwandeln, aber die Sinne würden verrücktspielen und man würde einer Art Phantomschmerz ausgesetzt werden, der sich so anfühlen sollte wie die Schmerzen, denen jeder Werwolf ausgesetzt ist, wenn er sich verwandelt.

Da er schon die ganze Zeit überlegt hatte, was für seine Fitness zu tun und so etwas mehr Erfolg haben würde, dachte Harry darüber nach, den Trank zu testen. Das Problem war allerdings: Wie konnte er den Trank in diesem Jahr dreimal einnehmen?

Er nahm seine Mondtabellen und den Ferienplan fürs nächste Jahr und schaute nach. Es würde gehen: In den Weihnachtsferien würde Vollmond auf Neujahr fallenähnlich war es in den anderen Ferien im Frühjahr. Also musste er es entweder nur schaffen, dass sich keiner im Gryffindorturm oder im Jungenschlafsaal der sechsten Klasse aufhielt, oder er musste in den Ferien Hogwarts verlassen. Er entschied sich, dieses Problem dann anzugehen, wenn es Zeit dafür sein würde.

Nun griff er sich ein Pergament und schrieb die Zutaten auf, die er für den Trank für das Jahr brauchte. Doch wer konnte ihm die Zutaten besorgen? Das Werwolfshaar würde er sicher nicht ohne Probleme bekommen….Er überlegte kurz, wer ihm helfen könnte, nicht ganz legale Zutaten zu besorgen.

Na klar – Fred und George kriegen so was hin, vielleicht mit etwas Hilfe von Mundungus. Er schrieb kurz einen Brief für die Zwillinge und legte das Pergament mit den Zutaten bei, sie würden nicht nachfragen und wenn es möglich war, die Zutaten zu beschaffen, würden sie ihm diese sicher zukommen lassen.

Er band beides Hedwig an und sagte ihr, dass sie den Brief Fred oder George nur überbringen sollte, wenn diese alleine und nicht bei den anderen Weasley wären, damit sie nicht erklären mussten, warum Harry den beiden einen Brief zukommen ließ.

Nachdem er Hedwig losgeschickt hatte legte er sich auf sein Bett und begann, seinen Geist zu leeren, wie er es im Buch gelesen hatte. Dann legte er sich schlafen.

Harry der wohl eingeschlafen war, blicke auf – er sah im der Dunkelheit seines Zimmers zwei Personen, die sich auf ihn zu bewegten. Reflexartig wollte er nach seinen Zauberstab greifen, der auf dem Nachtischchen neben im lag, aber einer der beiden war schneller. Harry wurde nun etwas panisch – waren es Todesser? Aber wie kamen sie ins Haus? Und was war mit Mitgliedern des Ordens, sollten die ihn nicht schützen?

Harry wollte sich gerade auf einen der beiden stürzen, denn eine andere Möglichkeit hatte er ja nicht mehr, als er die Stimme von Onkel Vernon vernahm:

„Ich habe ihn, du kannst das Licht anmachen, Dudley."

„Was macht ihr denn hier? ", wollte Harry wissen.

„Wir wollen sichergehen, dass du uns nicht im Schlaf verhext, vor allem, da morgen Tante Magda zu Besuch kommt", sagte Vernon mit triumphierender Stimme, „und deshalb haben wir uns das hier ausgeliehen." Er winkte kurz mit dem Zauberstab. „Morgen läuft hier wieder alles ganz normal, Bürschchen, Petunia werde ich noch einen Zettel mit Aufgaben geben, um die du dich zu kümmern hast!"

Harry, der schon angefangen hatte, vor Wut zu zittern, strecke seinen rechten Arm aus und rief mehr aus Verzweiflung als in der Erwartung, das es klappen würde: „Accio Zauberstab!", doch zu Harrys, Dudleys und vor allem Vernons Überraschung flog der Zauberstab in seine ausgestreckte Hand.

Dudley, der das ganze Geschehen von der Tür aus beobachtet hatte, machte einige schneller Schritte auf Harry zu, doch bevor er auch nur in seiner Nähe war, rief Harry: „Stupor!", der rote Blitz aus der Zauberstabspitze traf Dudley mitten in die Brust und er flog gegen die geschlossene Tür, rutsche langsam daran herunter und blieb reglos liegen. Vernon wollte sich nun auf Harry stürzen, doch er bewegte nur den Zauberstab in dessen Richtung und Vernon blieb dort, wo er war, stehen.

Kreideweiß fing sein Onkel an zu sprechen „W-w-was hast du Dud angetan, du Freak?"

Harry antwortetet immer noch vor Wut zitternd: „Nichts, ich habe ihn nur betäubt."

„Weck ihn wieder auf!", schrie nun Vernon.

„Einen Scheiß werde ich tun und du setzt dich dorthin, sonst muss ich dich auch noch verhexen", antwortet Harry kalt. Onkel Vernon öffnete den Mund, um Harry zu antwortenüberlegte es sich aber anscheinend anders und setze sich an den Schreibtisch.

Harry, der immer noch vor Wut kochte, versuchte sich an das zu erinnern, was im Buch über die Meditation stand, aber es wollte ihm nichts einfallen. Mehr um sich etwas Zeit zu verschaffen als um seinem Onkel etwas anzutun, sprach er nun: „Petrificus Totalus". Sein Onkel erstarrte auf dem Stuhl und er stieg langsam aus dem Bett.

Es war einfach zuviel – sein Onkel griff ihn an, Tante Magda würde kommen. Harry, dem nun wieder einfiel, dass Tante Petunia ja auch noch irgendwo sein musste, entschied sich erstmal, zu prüfen, wo sie war. Er schlich nach oben und hörte schon auf der Treppe zum Obergeschoss, dass seine Tante schlief. Er ging in die Küche, um sich etwas zu Trinken zu holen und sah dort auf dem Tisch eine Flasche Whisky und ein Glas. Er lächelte – Onkel Vernon musste sich Mut antrinken, immerhin etwas. Er nahm die Flasche und das Glas von Onkel Vernon sowie ein zweites Glas für sich und ging wieder in sein Zimmer. Ihm war eingefallen, dass sein Onkel früher zu ihm gesagt hatte, dass er jetzt einen bräuchte um sich zu beruhigen und er wollte das jetzt mal ausprobieren – Vielleicht hilft es ja wirklich.

Er stellte ein Glas vor Onkel Vernon, nahm die Flasche und das zweite Glas mit zu sich ans Bett, setzte sich mit dem Rücken zur Wand, damit er das ganze Zimmer in seinen Blickfeld hatte und sprach: „Finite Incantatem."

Harry, dem immer noch nicht ganz klar war, was er seinen Onkel sagen sollte, nippte erstmal an den Glas und hustete kurz auf. Sein Onkel lächelte ängstlich. Nun begann Harry, zu reden, er sprach zu seiner eigenen Überraschung ruhig und gefasst, obwohl er eigentlich aufgebracht und wütend war: „Was sollte das hier? Hättet ihr mir nicht einfach sagen könne, was los ist? Wieso glaubst du, dass ich für euch ein Problem bin, wenn Magda kommt?"

Vernon nahm einen großen Schluck und antwortete mit zittriger Stimme: „Es ist mir noch gut in Erinnerung, was du letztes Mal mit Magda gemacht hast und ich wollte sichergehen, dass uns nicht passiert, wenn du mal wieder ausra—von Magda so gereizt wirst."

„Und deshalb kommt ihr nachts in mein Zimmer geschlichen und beklaut mich?"

„Es war die einzige Möglichkeit, es vor Magda geheimzuhalten, was für einer du bist."

„Wie wäre es gewesen, wenn ihr mit mir geredet oder mich gefragt hättet, wie wir dieses Problem lösen? Aber nein, der Freak kann ja nichts, er muss eingesperrt werden!" Harry, der gerade wieder merkte, wie er zornig wurde, nahm noch einen Schluck und sprach dann ruhiger, aber in einem Ton, der selbst ihm die Nackenhaare sträubte, weiter: „Wann kommt Magda morgen?"

„Ich hole sie nach der Arbeit vom Bahnhof ab."

„Gut, wie lange bleibt sie?"

„Ein bis zwei Wochen, sie wusste es noch nicht genau – seitdem Ripper tot ist, ist sie etwas unentschlossener."

Harry lächelte – Schön, ein Problem weniger. „Gut, sagt ihr, ich wäre arbeiten – Ferienarbeit im Großmarkt oder sonst wo – und würde immer nur abends nach Hause kommen, ich halte mich dann irgendwo bis um vier oder um fünf auf, sorgt ihr dafür das sie nicht in mein Zimmer oder besser den Keller kommt, dann wird es wenige Berührungspunkte beim Abendessen geben und ich sollte das Ekel nicht wieder aufblasen."

Vernon, der bei den letzen Worten wieder Farbe im Gesicht bekommen hatte, leerte sein Glas mit einem Schluck und sagte dann mit einer Stimme, die wohl kraftvoll und mutig klingen sollte: „So sprichst du nicht über meine Schwester oder.…"

Harry, der nun ganz ruhig und leise sprach, fragte: „Oder was? Willst du mich angreifen? Bitte, komm, willst du mich bedrohen? Falls du mich überwältigst, denke immer an meine Freund aus dem Bahnhof."

Vernon, dem wieder die Farbe aus dem Gesicht gewichen war, sagte nun nicht mehr so mutig: „In Ordnung, das mit der Arbeit hört sich gut an, aber komm dann ja nicht zu früh nach Hause oder lauf hier in der Gegend herum – wenn Magda dich sieht, gibt es Probleme – ,und was ist jetzt mit Dudley?"

„Keine Angst, ich werde spät nach Hause kommen und werde auch nur den Kellereingang benutzen. Ich bin wie ein Untermieter, den ihr selten sehen werdet und mit Dudley musste ich kurz mal reden, wenn du weg bist."

Vernon, der gerade losbrausen wollte – wohl, um Dudley zu schützen – sagte nur: „Gut", nachdem er den Ausdruck in Harrys Augen gesehen hatte, stand auf, nicht ohne noch mal ängstlich auf Dudley zu schauen, und ging zur Tür.

„Ich werde die Türen so verzaubern, dass weder du noch Dudley sie öffnen könnt wenn ich schlafe oder nicht da bin und ich werde meinen Zauberstab immer dabei haben, falls ihr mich oben mal überraschen wollt", rief Harry seinem Onkel eindringlich hinterher.

Onkel Vernon stockte, drehte sich um und öffnete den Mund, sein Schnurbart zittere vor unterdrückter Wut: „Sag diese Wörter nicht in meinem Haus!", bellte er, drehte sich aber um und verließ den Raum. Harry wartet, bis Onkel Vernon die Tür geschlossen hatte, richtete den Zauberstab auf Dudley und sagte: „Ennervate." Dudley schreckte auf, schaute sich verwirrt um und guckte jetzt mit seinen Schweinsaugen zu Harry. „Wo ist mein Dad, was hast du mit ihm gemacht?"

„Ich habe ihn gebeten, schonmal zu gehen, weil ich mit dir noch kurz was besprechen möchte."

Harry, der sah, dass Dud nicht glaubte, dass sein Vater ihn im Stich gelassen hatte, meinte: „Dein Vater und ich haben einen Weg gefunden, die Zeit mit Tante Magda zu überbrücken und ich bräuchte nur mal kurz deine Hilfe mit den Fitnessgeräten nebenan. Du sollst mir erklären, welches Gerät für was ist, wie man es benutzt und dergleichen."

„Willst du etwa Krafttraining machen? Wofür, du hast doch deinen Zauberstab?"

„Sagen wir einfach Langeweile und es ist besser als die ganze Zeit den Rasen zu mähen", sagte Harry, denn er würde Dudley kaum sagen, dass er es machen wollte, weil er die Erfahrung gemacht hatte, dass er, wenn er erschöpft und müde war, weniger Alpträume hatte. Und Alpträume hatte er immer noch jede Nacht.

„Wann soll ich dir alles zeigen?"

„Morgen Abend so gegen um acht."

„Jepp, noch was?"

„Nein, danke Dudley, das war alles." Harry grinste, als er das erleichterte Gesicht von Dudley sah, als dieser das Zimmer verließ.

Harry, der immer noch viel zu aufgebracht war, um zu schlafen, schnappte sich das Glas und die Flasche und ging in den Garten der Dursley. Es war immer noch angenehm warm draußen, und als Harry sich auf die Gartenbank legte, schaute er zurück zum Haus, wo er sah, dass Dudley und Onkel Vernon die Lichter ihrer Zimmer gerade ausgeschaltet hatten. Jetzt drehte er sich auf den Rücken und betrachtete den Sternenhimmel.

Er hing immer noch seinen Gedanken über das eben Erlebte nach – besonders stolz war er darauf, dass er es irgendwie geschafft hatte, ruhig zu bleiben –, als ihm auf einmal richtig bewusst wurde, was er getan hatte: Er hatte es geschafft, seinem Onkel den Zauberstab zu entreißen, ohne selber einen zu haben und nun erinnerte er sich auch an die Fensterscheibe, die er ohne Stab hatte reparieren können.

Er hatte stablose Magie ausgeführt, aber wie? Er nahm sich vor, mehr über diesen Zweig der Magie zu erfahren. Denn, wie er gerade gezeigt hatte, konnte es ihm helfen, wenn er in Not war. Und vielleicht würde es auch gegen Lord Voldemort hilfreich sein.

Das Geräusch eines näherkommenden Motorrades holte ihn aus seinen Gedanken zurück in den Garten der Dursleys. Er schenkte sein Glas neu ein und beschwor ein zweites Glas auf den vor ihm stehenden Tisch herauf. Er hatte heute garnicht mitbekommen, dass sie sich wieder rausgeschlichen hatte.