Titel: Die letzte Sühne

Autorin: XiaoGui

Inhalt: Die letzte Schlacht ist geschlagen, Voldemort ist besiegt. Severus Snape jedoch hat einen hohen Preis bezahlt und der Weg zur Heilung ist lang und steinig. Sein Freund Kingsley Shacklebolt steht ihm hierbei zur Seite; hurt/comfort(!), wobei ich das Hauptaugenmerk darauf legen möchte, wie Snape mit seiner ..ähm.. Problematik umgeht...

Protagonisten: Severus Snape; Kingsley Shacklebolt (kein Slash!), Madam Pomfrey (irgendwie klar, wenn's hurt/comfort ist ;-)), Dumbledore und hin und wieder andere wichtige Figuren in Hogwarts... ;-)

Kategorie: Drama/Angst (Äktschn gibt's nur im folgenden Prolog ein bisserl, sorry)

Rating: PG-13

Warnungen: Sevvie hat es definitiv nicht leicht in dieser Fic und er wird gelegentlich OOC sein. Desweiteren bin ich mir dessen bewusst, dass der Inhalt dieser Fic weder neu noch originell ist - dies ist hurt/comfort, wie es im Buche steht. Ihr wurdet gewarnt… ;-)

Beta, Korrekturen und hilfreiche Tipps: Persephone Lupin

Anmerkungen: Ich bin Österreicherin und bitte gleich im Voraus um Verzeihung - eventuell schleicht sich hin und wieder die eine oder andere in meinem Heimatland gebräuchliche Wendung ein. ;-)

Nachdem dies hier meine erste längere Fanfic ist, bitte ich inständig um Reviews – ich will ja wissen, was ihr davon haltet, damit ich lernen kann - auch wenn ihr nur ein „So ein Scheiß!"- Kommentar abgebt, ich freu mich trotzdem darüber... Außerdem interessiert es mich natürlich, ob überhaupt irgendjemand dieses Machwerk liest… ;-)


Prolog

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„Severus!" schrie Minerva McGonagall und bemühte sich, den Lärm des Kampfgetümmels zu übertönen. „Halte deine Position! Kannst du sie hier in Schach halten und uns Rückendeckung geben? Ich muss Albus helfen, Harry zu unterstützen!"

Ohne auf Snapes Antwort zu warten, eilte sie den Hügel hinauf und war hinter den Bäumen verschwunden.

Noch bevor sich Snape darüber wundern konnte, wie Minerva in ihrem fortgeschrittenen Alter noch dermaßen sprinten konnte, sauste schon der nächste Lichtblitz mit einem lauten Zischen gefährlich nahe an seinem Kopf vorüber.

Blitzschnell drehte er sich um und sah, wie Kingsley Shacklebolt verzweifelt versuchte, sich gegen Bellatrix Lestrange zu wehren. Er zielte und schickte der Cousine Sirius Blacks einen Fluch entgegen, der diese zumindest einmal von Kingsley ablenkte.

„Der Verräter!" schrie sie mit schriller Stimme und richtete ihren Zauberstab Snape entgegen. Der Tränkemeister jedoch war schneller, und sein Schockzauber verschaffte ihm und Kingsley erst einmal ein wenig Zeit zum Verschnaufen.

Schon seit einiger Zeit hatte sich zwischen Snape und dem hochgewachsenen Auror etwas entwickelt, das man fast schon Freundschaft nennen konnte. Kingsley hatte einige Male bei Streitigkeiten innerhalb des Ordens die Partei des Tränkemeisters ergriffen und sich dadurch zumindest einmal Snapes erhöhte Aufmerksamkeit verdient. Und nachdem sein Cover als Spion innerhalb der Kreise des Dunklen Lords aufgeflogen und Severus von Kingsley unter Einsatz dessen Lebens aus den Fängen der Todesser gerettet worden war, war Snapes Respekt dem dunkelhäutigen Auror gegenüber nicht unwesentlich gestiegen.

Incarcerus", murmelte Snape, und dünne Seile wanden sich wie Schlangen um die bewusstlose Todesserin.

„Danke Severus", sagte Kingsley nach Atem ringend. „Das war jetzt wirklich knapp, diese Furie hätte mich fast erledigt."

Snape nickte kurz und befühlte eine tiefe Wunde an seiner Stirn, aus der ihm Blut in die Augen lief. „Minerva ist zu Albus auf den Hügel", erklärte er. „Sie sagte, um Potter zu helfen. Offensichtlich scheint es da oben gerade erst richtig heiß zu werden. Sie hat uns angewiesen, hier die Stellung zu halten. Wo ist Moody?"

„Ich habe ihn an der Brücke aus den Augen verloren. Er schien allerdings keine schwerwiegenderen Probleme zu haben – aber du kennst ihn ja, dem passiert so schnell nichts. Ganz im Gegensatz zu Filius..." Kingsley senkte betrübt den Kopf.

Snape hörte nicht auf, stetig die sanften Abhänge des Hügels rund um sie im Auge zu behalten, auf denen jede Sekunde weitere Todesser apparieren konnten. „Was ist passiert?" fragte er kurz.

„Es war eine Falle", erzählte Kingsley mit noch immer gesenktem Kopf. Offenbar versuchte er, das Glitzern der Tränen in seinen Augen zu verbergen. „Er und Dung waren am Brückenkopf, als rund um sie fünf Todesser apparierten. Merlin Severus, sie hatten keine Chance!" stieß er hervor. „Dung konnte rechtzeitig disapparieren, aber Filius..." Nun lief endgültig eine Träne über Kingsleys Wange und er stockte. Severus' Gesichtszüge blieben ausdruckslos, aber sein Herz gab ihm einen Stich. Es gab kaum jemanden, der den kleinen Professor für Zauberkunst nicht gemocht hatte, und auch Snape war mit dem stets gut gelaunten Flitwick immer relativ gut ausgekommen. Er fühlte fast das für ihn sehr ungewöhnliche Bedürfnis, seinen Freund Kingsley in die Arme zu nehmen. Dennoch... Flitwick würde nicht der einzige Verlust bleiben, das war gewiss.

Plopp!"... „Plopp!".. „Plopp!".... .... „Plopp!"... „Plopp!"

Das Geräusch apparierender Magier riss Snape grob aus den Gedanken. Er wirbelte herum und realisierte, dass Kingsley sich schon gegen Avery und Rookwood wehrte, während Nott einen Fluch in seine Richtung schickte, den er in letzter Sekunde noch abwehren konnte. Er bedachte den Todesser gerade mit einem wohlplatzierten Impedimenta, als ein grüner Lichtblitz seineSchulter streifte und eine klaffende Wunde riss. Ein kurzer Schmerzensschrei entfuhr ihm, aber er war geistesgegenwärtig genug, seinen Zauberstab hochzureißen um einen Schildzauber auszusprechen – gerade noch rechtzeitig, denn zwei weitere grüne Blitze prallten direkt vor seinem Gesicht wie von einer unsichtbaren Mauer ab. Snape fasste sich an die verletzte Schulter und während Blut zwischen seinen schlanken Fingern hindurch in die Ränder seiner zerrissenen Robe sickerte, sah er aus dem Augenwinkel, wie Kingsley Shacklebolt von einem Fluch getroffen zu Boden sank.

„Schau an... der Verräter", grinste Macnair hämisch, während Nott neben ihm gerade die letzten Reste von Snapes Fluch abschüttelte und langsam aufstand. Antonin Dolohow richtete seinen Zauberstab auf den verwundeten Tränkemeister und auch Avery und Rookwood ließen von Kingsley ab, um zu ihnen aufzuschließen. Sie begannen Snape langsam zu umkreisen.

„Ihr habt keine Chance, ihr Narren", brachte Snape zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. „In dieser Minute vermutlich muss sich Voldemort gerade Albus Dumbledore, Potter und seinem prophezeiten Schicksal stellen."

Die Todesser zuckten sichtlich zusammen ob der Nennung des Namens ihres Herrn, wie Snape fast mit Genugtuung feststellte. Während er eventuelle Fluchtmöglichkeiten gegeneinander abwägte, zog sich der Kreis der ihn umzingelnden Todesser immer enger. Disapparieren kam jedenfalls nicht in Frage, seine Feinde hatten alle ihre Zauberstäbe auf ihn gerichtet, um bei der kleinsten Bewegung seinerseits zuzuschlagen.

Avery weckte Bellatrix mit einem kurzen Enervate und befreite sie von ihren Fesseln. Snape umklammerte seine Schulter, aus der ein unnatürlich starkes Rinnsal Blut floss. Verdammt, das war kein Fluch gewesen, der ihm bekannt gewesen wäre, Voldemort hatte für seine Todesser offenbar wieder einmal einen neuen dunklen Fluch erfunden. Er dachte an Albus, Minerva und Potter – hoffentlich konnte er ihnen hier ein wenig Zeit erkaufen.

Plötzlich schrie Macnair auf und fiel zu Boden. Der unbewachte und offenbar wieder erwachte Kingsley hatte ihn von hinten mit einem Fluch bedacht und schickte noch einen weiteren in Richtung Nott, während Snape das allgemeine Durcheinander ausnutzte und mit einem schnell gesprochenen Fluch Rookwood lähmte.

Er sah gerade noch, wie Dolohow und Bellatrix gleichzeitig Flüche aussprachen, als ihn schon die Blitze trafen und ein heftiger Schmerz seinen Körper durchzuckte. Mit einem Schmerzensschrei sank Severus zu Boden, und noch im Fallen traf ihn ein weiterer Fluch. Aus den Augenwinkeln erkannte er wie in Zeitlupe, wie Dolohow und Avery ebenfalls in die Knie gingen, und der Zauberstab entglitt seinen kraftlosen Fingern.

Blut sickerte in das grüne Gras, das den Boden des Hügels bedeckte, während er scheinbar in weiter Ferne Stimmen hörte, die seinen Namen riefen. Er versuchte vergeblich, die Augen offen zu halten und schließlich umfing ihn tiefste Schwärze.