Ansagen:

1. Hi!

2. zoomzoom-pig bekommt einen roten Partyhut mit schwarzen Hörnern, da sie die 666ste review gesponsert hat

3. Beta gesucht (ernsthaft Interessierte mit profunden Kenntnissen der deutschen Sprache, Rechtschreibung, Grammatik, idealerweise aber nicht zwingend mit Vorkenntnissen als Beta und mit jeder Menge Geduld bitte per email melden)

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Geißel von Hogwarts

Kapitel 24 – The best laid plans

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„Au, verdammt noch mal."

Der Morgen im Baderaum der Slytherin Siebtklässler gestaltete sich ein wenig anders, als in den vergangenen Jahren und das war nicht nur der Anwesenheit der beiden Königinnen von Slytherin zuzuschreiben.

Crabbe brachte keinerlei Verständnis für die verschiedenen Zauber auf, die seine langen Haare nach dem Waschen glätten sollten, Goyle war bereits beim Konzept von Conditioner ausgestiegen und Theodore war sich nicht wirklich sicher, ob sein Pferdeschwanz in solch obszöner Weise schwingen sollte.

Shampoos, Pflegespülungen, Cremes und Make-up, Kämme, Bürsten, Haartrocknungszauber, Pinzetten, Nagelfeilen, Puder und derlei mehr Kram überspülte und entmachtete selbst den hartgesottensten Slytherinmann und warf in jeden von ihnen in einen embryonalen Zustand zurück, in welchem sie mit angezogenen Knien und um sich geschlungenen Armen unter der Dusche hockten.

Doch nach dem Duschen eröffnete sich mit dem Ankleiden eine weitere Pforte der Hölle. Die Unterwäsche war Anlass für diverse Todesdrohungen in Richtung der Gryffindors, was man durchaus verstehen konnte, wenn man die Mühen beachtete, die sie darauf verwandten, ihre neu erworbenen Oberweiten in die teuflische Erfindung namens BH's zu zwängen. Beim etwa siebzehnten Versuch diese Folterkonstruktion aus Spitze zu schließen – nicht das er zählen würde – kratzte der Verschluss in tiefen Furchen über Goyles Haut. Theodore sog zischend den Atem ein.

„Oh, man. Das muss doch wehtun."

Goyle sah ihn mit schmerzverzerrtem Gesicht vorwurfsvoll an.

„Weiß nicht. Versuchs doch auch mal."

Blaise hingegen, der bereits seit längerer Zeit mit der Funktionsweise diverser Arten von BH's bekannt war, diese im Schlaf und auf Wunsch auch einhändig öffnen konnte, jeglicher Wissenserweiterung im Hinblick auf Haarpflege gegenüber dankbar war und den normalen Strumpfhosen halterlose Seidenstrümpfe vorzog – nur das Beste für seine Haut, vielen Dank auch – machte sich kämmend auf dem Sofa breit. Draco schlich, bereits mit einer Bluse bestückt aber ohne Rock zu ihm herüber.

„Mach mal ein bisschen Platz."

„Setz dich auf den Boden."

„Das ist MEINE Couch."

„Es ist auch DEIN Boden."

Zwei Tritte später war Blaise bereit zu verhandeln, rächte sich aber, indem er Draco über die Mysterien des weiblichen Monatszyklus aufzuklären begann.

Draco nickte wiederholt, doch es war weniger eine Geste des Verstehens, als mehr eine Reaktion auf das Gefühl mehrfach mit einem Brett auf den Hinterkopf geschlagen zu werden.

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Wie Snape es angeordnet hatte, trat die vereinigte Front unzufriedener Slytherins in „jungen Damen angemessener Kleidung" in der Großen Halle zum Frühstück an. Pansy und Millicent hatten sich alle Mühe mit der Ausstaffierung gegeben und hatten interessante Effekte erzielt, auch wenn sich ihre undankbaren Mündel gegen die Aufmerksamkeit gesträubt hatten.

Theodore, dessen vormals kurzes Haar vorher die französische Farbe „Straßenköter" gehabt hatte, erfreute sich jetzt eines karamellbraunen geflochtenen Zopfes und seine mit Mascara und Eyeliner umrandeten braunen Augen funkelten ausdrucksstark, wenngleich etwas verstört. Die ein wenig eng anliegende Schuluniform umschlang ein nettes B-Körbchen, die ihm jedes Mal, wenn er an sich herabsah eine verlegende Röte ins Gesicht schießen ließ und der Rock, von Pansys hinterhältiger Meisterhand gekürzt, zeigte gut zehn Zentimeter gebräunter Haut, bevor die Strümpfe anfingen.

Crabbe und Goyle hatten die Verwandlung ebenfalls recht gut überstanden, wenn man von den Kotletten und einer leichten Oberlippenbehaarung absah. Sie waren vollschlanke, stämmige junge Frauen mit schönen großen Augen, vollen Lippen und dunklem langem Haar, das sich bei Crabbe glatt, bei Goyle in großen Locken über ihre Rücken ergoss. Sie bewegten sich etwas langsamer als der Rest, da sie mit einer ansehnlichen Oberweite zu kämpfen hatten und mit der plötzlichen Beinfreiheit, die ihre Röcke ihnen verschafften, noch etwas überfordert waren.

Hinter ihnen versteckt trottete Draco, der, ebenso wie Blaise auch in Sackleinen und Asche noch als modischer Trendsetter gefeiert worden wäre, es aber vorzog die Peinlichkeiten auf ein Minimum zu beschränken.

Ganz anders verhielt sich die Angelegenheit für Blaise. Er marschierte wohlgemut an seinen Freunden vorbei in die Halle, warf aufreizend die Haare zurück und zwinkerte lasziv in die Runde.

Die Reaktionen auf die optische Änderung waren unterschiedlichster Natur.

Auf der rechten äußeren Seite des Lehrertisches steckten Flitwick und Sinistra die Köpfe zusammen und man konnte unterdrücktes Kichern vernehmen. Neben ihnen versuchten sich Hagrid und Lupin gegenseitig im verwirrt schauen und nichts verstehen zu überbieten, während Trelawney laut und deutlich zu bedenken gab, dass sie schon vor Monaten auf die heute eintreffenden Austauschschülerinnen aufmerksam gemacht hatte. Dumbledore, der in der Mitte saß, zwinkerte fröhlich vor sich hin, währenddessen Minerva und Rolanda – praktisch denkend wie immer – eifrig Fotos zur späteren Verwendung schossen. Spätestens hier wurde auch klar, woher das anerkennende Schnurren kam. Rolandas Augen machten eindeutige Überstunden. Snape hatte die Arme über der Brust verschränkt und rang mit sich, ob er den patentierten Snape-Todesblick™ oder das patentierte Grinsen-hähmischer-Schadenfreude™ einsetzen sollte.

Dem Gryffindortisch fiel gemeinschaftlich die Kinnlade zu Boden – bis auf Ginny und Harry – und selbst Hermione fiel nichts zu diesem Thema ein. Rons Augen waren Untertellergroß und nur ein gezielter Tritt von Lavender brachte ihn wieder zu sich. Er wurde knallrot, murmelte etwas von ‚Hüften' und starrte für den Rest des Frühstücks auf seinen Teller. Man sollte hinzufügen, das Crabbe dieser Moment auch nicht viel angenehmer war.

Blaise probierte das ganze Frühstück hindurch seine neu erworbenen Reize an jedem unvorbereiteten Opfer aus, dass dummerweise in seine Richtung schaute und brachte durch sein schamloses Flirten mehrere der männlichen Hufflepuffs und Ravenclaws zum Erröteten, was Anlass zu Verwunderung und hemmungslosen Spekulationen gab. Das Zabini-Romanzen-Roulette rollte wieder. Ginny war darüber nicht erfreut und bereits mit den Augen auf der Suche nach potentiellen Wurfgeschossen

An den anderen Tischen herrschte nervöser Gekicher, gepaart mit schnellen Blicken in Richtung der fünf ‚Mädchen' und ganz insgesamt konnte man die Spannung im Saal mit einem Messer schneiden. Für junge Erwachsene, die sich noch nicht oder gerade erst über ihre Sexualität und deren Richtung und Neigung im Klaren waren, war dieser Morgen recht verheerend.

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„Quidditch, Quidditch, Quidditch, Quidditch, Quidditch…"

Draco murmelte das Einzige vor sich hin, das seinen Verstand noch ein wenig zusammenhielt. Nach einem ganzen Tag Unterricht, war sein Nervenkostüm ziemlich am Boden und nur das Training mit seiner Mannschaft konnte ihn noch etwas aufbauen.

„Quidditch, Quidditch, Quidditch, halt einfach durch, nur noch zwei Tage, du kannst es, du bist stark…"

Ein Arm legte sich um seine Schultern und eine Hand grabschte seine Brust. Mit einem schrillen Kreischen sprang Draco in die Höhe und starrte seinen Angreifer an, der sich bequem auf die Bank neben ihm fallen gelassen hatte.

„Blaise!"

„Honigkuchen."

„Was soll das? Fass mich nicht an. Du… du… perverser…perverser…" Er atmete schnell und aufgeregt.

„Perverser was?"

„Du genießt das richtig, oder?"

„Kann es nicht leugnen. Es hat was, findest du nicht?" Er grinste unverschämt und schwang ein langes Bein über das andere. „Diese Körper und die Wirkung, die sie auf die anderen haben?" Er strich in Anerkennung seiner Schönheit über seinen Körper und räkelte sich. „Ich meine – ich komme überall hin und niemand hält mich auf. Selbst die Gryffindors wissen nicht wohin sie mit ihren Augen sollen. Früher wäre ich nicht in ihrem Turm gekommen, Potter oder Weasley hätten mir schneller eine reingehauen, als ich sie hätte beleidigen können, aber jetzt? Ich spaziere rein und wenn mich einer aufhalten will, mache ich einfach die Bluse auf und sie rennen mit rotem Kopf weg. Ah… die Macht der Frauen, es ist faszinierend. Beneidenswert, wirklich."

„Wie kannst du nur? Wir sind das Gespött der Schule. Nein, schlimmer. Wir sind die Attraktion der Schule. Sie starren uns an, als ob wir ein Stück Fleisch wären. Terry Boot hat mir zugezwinkert. ZUGEZWINKERT! MIR!"

„Ich glaub ich spiel ein wenig mit Finnegans Verstand. Er ist der Einzige, den ich heut noch nicht zum Schreien gebracht habe."

„Oh mein Gott, was redest du denn da? Hast du mir denn gar nicht zugehört?"

„Natürlich hab ich zugehört, aber als ich aufhörte zu reden wurde es plötzlich furchtbar langweilig."

Bevor Draco zuschlagen konnte, kam der Rest seiner Mannschaft angerannt und im Schlepptau…

„Oh nein, da kommt Hooch. Und sie lächelt."

Seinem Instinkt und einem gewissen Grad an Selbsterhaltungstrieb folgend rannte Draco mit seinen Hausgenossen mit, die sich auch gleich hinter einem der Pfeiler des Quidditchfeldes versteckten. Und Hooch kam näher. Draco packte einen seiner Jäger, ein Sechstklässler namens Craig, am Arm und zerrte an ihm, ohne viel Erfolg, wie man erwähnen sollte, da seine Kraft bei der Verwandlung etwas abgenommen hatte.

„Jetzt seid doch mal ein bisschen mutiger und lasst mich hinter den Pfeiler."

„Draaaco!"

Mist.

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Naja, wenigstens ein Gutes hat die Sache, dachte Draco, als er sich in den Umkleideraum begab. Als Mädchen war er ein ganzes Stück kleiner und leichter und war daher ein wesentlich schnellerer Sucher. Es war zwar nur Training gewesen, aber in einem Spiel hätte seine Mannschaft heute so überragend gesiegt, dass jedem Zuschauer die Tränen gekommen wären.

Er zog die zu große Quidditchuniform aus und war gerade dabei sein Hemd auszuziehen, als ihm die Stille um sich herum auffiel. Er sah sich um und wurde sich bewusst, dass er wie selbstverständlich in den Umkleideraum der Jungen gegangen war. Craig und ein paar andere standen wie angewurzelt da und starrten ihn an. Nicht ins Gesicht. Etwas tiefer. Und grinsten.

Eine Millisekunde später hatte Draco seinen Zauberstab in der Hand und verdeutlichte mit Nachdruck seine Unzufriedenheit.

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Am letzten Tag der unfreiwilligen Verwandlung der Slytherins, begann Harry an der Weisheit seiner Idee zu zweifeln. Nachdem er Draco am ersten Tag der Verwandlung allein erwischt hatte, war ihm dieser in den folgenden zwei Tagen ausgewichen und das einzige Mal, dass er näher als fünf Meter an ihn herangekommen war, hatte Draco ihm einen Blick zugeworfen, der nach „Ich bin wütend. Geh raus in den Garten, buddle ein tiefes Loch und WARTE AUF MICH!" geklungen hatte.

Aber auch andere hatten Schwierigkeiten mit der Situation.

Ron beispielsweise lief jedes Mal tiefrot an, wenn er Crabbe oder Goyle sah, was diesen so unangenehm war, dass sie außerhalb des Unterrichts den Slytheringemeinschaftsraum nicht mehr verließen und Harry vermutete – zu Recht – dass sie blutige Rache an Ron planten. Lavender hatte ihre Rohkost und Wasser-Diät zum Teufel geschickt und sich genussvoll Pudding und Steak zugewandt, um die Hüften zu entwickeln, die Ron offensichtlich so ansprachen. Aus Harry unerfindlichen Gründen hing Terry Boot seit neuestem beim Quidditchfeld herum, während Ginny mit Tomaten in den Händen die Kerker patrouillierte. Blaise hatte derweil ein neues Lieblingsspiel entwickelt, auf das nach dem ersten Tag niemand mehr – zu seinem Ärger vorgewarnt durch das Glitzern in seinen Augen – eingestiegen war. Nur Lupin hatte nichts mitbekommen und war daher am zweiten Tag voll in die Falle getappt.

Blaise schwebte aus dem Zaubertränkeunterricht, misstrauisch beäugt von Snape und sämtlichen Gryffindors. Im Eingangsbereich traf er auf Professor Lupin, der angesichts von Blaise' Uniform zusammenzuckte.

Ms… ich meine Mr. Zabini, Sie werden diesen Rock augenblicklich verlängern. Das ist keine Art der Kleidung für eine achtbare Hexe… Zauberer… Sie wissen was ich meine."

Naja, ich war mit dem Outfit nicht gerade auf achtbar aus, Professor, aber wenn Sie darauf bestehen…"

Er drehte sich und zog seinen Zauberstab hervor, der ihm, wie zufällig, aus den Händen glitt.

Whoops", meinte Blaise in einer falschen süßlichen Stimme. „Hab ich doch glatt meinen Zauberstab fallen lassen."

Er bückte sich grazil vorn über und blinzelte Harry, der gerade vorbeiging, zu. Lupin zog zischend die Luft ein. Schwarze Unterwäsche stand ihr wirklich… Moment… IHM….

MS… MR ZABINI!"

Jahaaa?"

Lupin mied seitdem die Gänge, die Kerker und blieb nach dem Unterricht an seinem Tisch sitzen.

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Die Rückverwandlung war wesentlich unspektakulärer, als man vielleicht vermutet hätte. Es begann mit einem leichten Ziehen in Brust- und Unterleibsbereich, was nicht weiter verwunderlich war, da sich dort die wesentlichsten Änderungen vollzogen. Da diese aber erwartet waren, ließen sich die fünf Betroffenen diesmal nicht weiter davon stören. Theodore und Draco hatten genug Geistesgegenwart, um die beiden interessiert zuschauenden Slytherindamen des Raumes zu verweisen (nicht ohne murrende Einwände) und die Tür zu schließen, bevor Röcke, Blusen, BH's und Strümpfe einen schnellen Tod starben und in verschiedene Ecken des Zimmers geworfen wurden. Anschließend unterzogen die fünf – nun wieder junge Männer – ihre Körper intensiven Untersuchungen – nur für den Fall, dass etwas nicht oder nur unvollständig wiederhergestellt sein sollte. Nach einigen Minuten kam man zu dem Schluss, dass alles so war, wie es sein sollte und kleidete sich in die altbekannten und plötzlich sehr willkommenen Hosen und Hemden.

„Okay…", meinte Theodore schließlich.

„Das war interessant", grinste Blaise.

„Und erniedrigend", fügten Crabbe und Goyle hinzu.

Draco sah von einem zum anderen, dann hob sich eine Braue, sein Mund verdünnte sich zu einer Linie und man konnte praktisch eine Welle von Rachelust von ihm ausgehen spüren. Bevor jemand etwas sagen konnte, hatte er sich umgedreht und war aus dem Raum verschwunden.

Crabbe und Goyle schienen seinen Abgang als Startsignal zu betrachten, denn auch in sie kam mit einem Mal Bewegung. Goyles Nacken krachte, als er den Kopf von einer auf die andere Seite warf und Crabbe ließ die Fingerknochen knacken.

„Äh", murmelte Blaise, „denkt bitte dran, dass seine Schwester Zugang zu meinen empfindlichsten Stellen hat. Also… lasst ihn leben, ja?"

Crabbe schnaufte, während Goyle überhaupt nichts sagte. Mit erstaunlicher Schnelligkeit waren auch sie weg.

„Tja, ich würde sagen, ich lenke Ginny ab, bevor wirklich noch jemand draufgeht", verkündete Blaise fröhlich. „Ich will ja nicht, dass mein kleiner Rotschopf zum Mörder wird. Und ihr Bruder würde es wohl auch nicht schätzen von ihr gerettet zu werden. Wahrscheinlich kriegen sie ihn gar nicht. Gryffindors können ja so schnell laufen."

„Red es dir nur ein", meinte Theodore gleichgültig, merkte aber gleich darauf, dass er mit dem leeren Raum geredet hatte. „Na super. Und was mach ich jetzt?"

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Pansy lief ziellos durch die spätabendlichen Gänge von Hogwarts. Sie war nicht zufrieden. Damit war sie nicht zwingend die Einzige im Schloss, doch das war ihr relativ egal, denn hier ging es um sie, Ende der Diskussion, vielen Dank auch.

Der erste Punkt war, dass Draco auf der anderen Seite des Quidditchfeldes spielte. Das war nichts Neues und damit auch nicht das Schlimmste, aber es stand doch trotzdem mit auf der, seit ihrer Kindheitstagen geführten, Liste der „Dinge, die ich Scheisse finde", etwas über „Papa will mir kein Einhorn kaufen" und etwas unter „Ich glaube, Voldemort denkt ernsthaft ich würde bei ihm einsteigen". Der heutige Punkt der drohte ihr den Tag zu versauten, war Blaise.

Blaise. Arschloch.

Dass der Mann sich durch 85 der volljährigen weiblichen Schulbevölkerung geschlafen hatte, wobei Lehrerinnen eingeschlossen waren – und nein, diesen Gedanken wollte sie nicht weiterführen – machte zugegebenermaßen einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Anziehungskraft aus, wobei man das Aussehen eines Gottes und die Fähigkeit multiple Orgasmen zu verschaffen nicht außer Acht lassen sollte, und normalerweise fühlte frau sich durchaus veranlasst ihm alle möglichen dummen Angewohnheiten nachzusehen, doch jetzt war das Maß voll!

Da hatte sie sich doch tatsächlich bereit gefunden ihn nach der Zeit, die er als Frau hatte verbringen müssen, wieder auf den Pfad der Vergnügungen zurückzubringen, die er als Mann mit ihr haben konnte und dann so was.

Sie hatte extra ihr verführerischstes Outfit angezogen – nämlich gar nichts – und ihn in seinem Bett erwartet, doch er war mit kaum mehr als einem Blick an ihr vorbei zu seinem Schrank gerauscht, hatte etwas herausgeholt und war wieder abgezogen.

Seit diese rothaarige Plage ihn in die Finger bekommen hatte, hatte er sich eine wirklich unerträgliche Angewohnheit zugelegt.

Monogamie.

Wo sollte das denn noch hinführen?

Mit diesen düsteren Gedanken war es, dass sie kopfüber in Professor Lupin hineinlief.

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Harry drehte ein paar Runden auf seinem Besen über dem Quidditchfeld. Es war bereits dunkel und er verstieß gegen etwa ein Dutzend Schulregeln, aber das war ihm nur recht. Er war ein Rebell. Nichts konnte ihn aufhalten. Er war der Mann, der Voldemort umgelegt hatte. Er trotzte allem Unheil. Er lachte im Angesicht der Gefahr. Er…

Potterrr…"

… schwebte 30 Meter über dem Boden, von Angesicht zu Angesicht mit Draco Malfoy. Einem männlichen Draco Malfoy. Einem männlichen, angepissten Draco Malfoy.

Harry würgte. Er war Harry Potter. Er lachte im Angesicht der Gefahr.

„Hah", piepste er schwach.

„Du hältst dich wohl für ganz besonders clever, was?", knurrte Draco und ohne eine Antwort abzuwarten flog er näher an Harry heran und packte ihn am Arm. „Du spielst also gern starker Mann und hilflose Frau, ja? Nun, den Gefallen kann ich dir tun. Wollen mal sehen, ob du dir in der Rolle gefällst." Und damit zerrte er Harry von seinem Besen und packte ihn vor sich bäuchlings über den Besenstiel. „Stell dir doch einfach vor, du wurdest gekidnappt und ich reite mit dir auf meinem Pferd davon." Er beugte sich über Harry und flüsterte drohend: „Und glaub mir, wenn ich dir sage, dass das heute nicht der einzige Ritt für dich sein wird."

Trotz seines äußeren Empörens über die raue Behandlung, konnte sich Harry bei dem dunklen Versprechens Dracos eines wohligen Schauers nicht erwehren.

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„Das verstehe ich nicht", erklärte Madame Pomfrey mit gerunzelter Stirn. Vor ihr auf dem Krankenbett lag ein Ravenclaw-Sechstklässler mit leichenblassem Gesicht. Neben ihm, seine Hand haltend, stand seine Freundin, ebenfalls eine Ravenclaw.

Madame Pomfrey untersuchte ihn ein zweites Mal, ihr Zauberstab schwebte über ihm, und sie murmelte verschiedene Zaubersprüche. Schließlich glühte die Spitze des Stabes ein weiteres Mal blau auf.

„Und Sie haben beide den Verhütungstrank genommen, den ich Ihnen gegeben habe?", fragte sie mit zweifelnder Miene.

„Ja, ma'am", antworteten beide wahrheitsgemäß.

Madame Pomfrey atmete tief ein. Es machte keinen Sinn. Die Tränke kamen direkt von Professor Snape, der sie in seinem Labor braute. Es war bisher noch nie vorgekommen, dass Snape einen Fehler machte und schon gar nicht einen, der solche Auswirkungen hatte. Dennoch hatte sie diese beiden jungen Leute vor sich und ihre Untersuchungen ließen keinen Zweifel an dem Ergebnis aufkommen.

Was auch immer hier vorging war mehr als seltsam.

Der junge Mann wies jedes Anzeichen einer Schwangerschaft auf.

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Ohne zu ahnen, welche Katastrophen sich nun schon wieder anbahnten, ließ sich Snape am Abend der Rückverwandlung mit einem tiefen Seufzer in seinen Lieblingssessel vor dem Kamin sinken. Er schob seine Schuhe von den Füßen und streckte die Fußsohlen behaglich dem Feuer entgegen.

Verdammte Jugendliche. Diese Schule ist das reinste Irrenhaus.

Er holte mit einem Wedeln des Zauberstabs eine Flasche Feuerwhiskey heran und goss sich einen großzügigen Teil der amberfarbenen Flüssigkeit in ein Glas. Die letzten drei Tage waren eine wahrhaftige Hölle gewesen. Selbst ohne die Faszination, die die Verwandlung ganz offensichtlich auf Zabini ausgewirkt hatte, hatte er auch so genug zu tun gehabt, seine Schlangen im Auge zu behalten, so dass kein noch größerer Schaden hatte entstehen können.

Bedauerlicherweise hatte dies auch zu bedeuten, dass er keine Zeit gehabt hatte, Minerva wegen der Pfuscherei mit seinen Tränken auf den Zahn zu fühlen, aber dies stand mit höchster Priorität auf seiner Liste. Nun gut, vielleicht mit zweithöchster Priorität.

Er lehnte den Kopf gegen die Rückenlehne und wie von selbst erschien vor seinem geistigen Auge das Gesicht von Hermione Granger. Dinge mussten getan werden. Es konnte unmöglich so weitergehen, wie bisher. Drei Tage lang nur hatte er sie nicht verfolgen können, sie nur im Unterricht gesehen und schon machte sich ein Unbehagen in im breit, dass er nur widerwillig in Verbindung mit seinem Herzen brachte, auch wenn es dort seinen Ursprung hatte. Er konnte sich selbst nicht länger vormachen, dass er sie nicht wollte, möglicherweise… nur möglicherweise… auch ein wenig Zuneigung empfand.

Trotzdem - sie hatte ihn verraten, verlacht, hintergangen.

Es gab nur einen Ausweg.

Er würde sie in dem Duell gnadenlos fertigmachen, ihr ihre nur allzu engen Grenzen aufweisen und ihr klarmachen, wie wenig sie wirklich von der Welt wusste und dann… dann würde er seine edle Natur offenbaren und ihr großzügig verzeihen.

Snape reckte sich ein wenig, ergriffen von seiner selbstlosen Güte.

Und nicht nur das. Er würde ihr anbieten, die von Dumbledore angewiesenen Extra-Stunden wieder aufzunehmen und sie zu größerem Wissen und Macht zu führen. Dem würde sie unmöglich widerstehen können.

Sie dann zu verführen, wäre nur eine Frage von Zeit und Finesse. Und von beidem hatte er jede Menge.

Oh ja, Hermione Granger war fällig.

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