Disclaimer: Mir gehört hier eigentlich gar nichts. Die Charaktere habe ich mir bei J.K.Rowling "ausgeborgt" und alle Charaktere, die ihr nicht aus den Harry Potter Büchern kennt, habe ich frei erfunden. Zu der Geschichte habe ich mich durch die FanFic meiner neuen Internetbekanntschaft Eva Nightingale ( fühl dich mal gedrückt ) inspirieren lassen (klingt besser als "hab ich der Eva geklaut" oder? ;)) Die gesamte Geschichte basiert natürlich in keinster Weise auf reelen Begebenheiten und ich bitte darum mir meinen zuweilen respektlosen Ton zu verzeihen...

Vorwort:

Eins mal vorweg - was mir da passiert ist geht echt auf keine Kuhaut und auch wenn ihr mir kein Wort glauben werdet muß es einfach raus....

Kapitel 1 - Here goes Nothing...

Ich hatte mich also gerade nach einem Tränenreichen Streit von meinem festen Freund getrennt ( der meinte mir mitteilen zu müssen, daß er seit über einem Jahr zweigleisig gefahren ist ) als mir spontan auffiel, daß diese scheiß Stadt viel zu klein war. Irgendwo würde ich sowieso zwangsläufig auf einen unserer gemeinsamenFreunde treffen und auf diese mitleidigen Blicke hatte ich so gar keinen Bock. Also ab ins nächste Reisebüro, Flug gebucht, Telefon an die Backe, Cheff angerufen, ihm gesagt, was er mich kann und Koffer gepackt. Einen halben Tag ( und endlose Streitgespräche mit meinen Eltern ) später saß ich im Flieger nach London. Zwar wollte ich eigentlich irgendwohin wo der Alkohol billig und die Männer willig sind, aber auf die Schnelle war London das Beste, was das Reisebüro zu bieten hatte. Also nicht daß ihr das in den falschen Hals kriegt oder so, England ist schon geil und London eine absolute Killerstadt, aber wie gesagt Alkohol und Kerle...

Naja, egal. Mit einem ( !!! ) Koffer und meiner Handtasche bewaffnet angelte ich mir erst mal ein Taxi und ließ mich ins nächstbeste bezahlbare Hotel kutschieren. Wer schon mal in die Verlegenheit gekommen ist in einem "bezahlbaren" Londoner Hotel abzusteigen, sollte sich dunkel erinnern können, daß das nicht unbedingt die 3-Sterne Absteige ist. hüstel Als ich erst mal den Taxifahrer losgeworden war und meinen Koffer ins Voyer dieser Bruchbude geschleppt hatte ( habe ich erwähnt, daß ich nicht besonders stark bin? Nein? Bin ich auf jeden Fall nicht... ), dem Heini hinter dem Empfangsschalter klargemacht hatte, daß ich mich fürs Erste mal auf unbefrißtete Zeit dort einnisten würde, eine Woche im Vorraus fürs Zimmer blechen mußte (auf die Verpflegung konnte ich dank einer denkwürdigen Schulfreizeit dankend verzichten ), mit dem Portier ( "Kevin, call me Kev zwinker, zwinker" ) vier marode, äußerst schmale Treppenstiegen à 22 Stufen raufgekraxelt, mein Zimmer bezogen ( d.h. Koffer in die Ecke, Portmonnaie gezückt, Schlüssel eingesteckt und ab dafür), die vier abrißreifen Treppenstiegen runtergepoltert und in Richtung nächste Tube-station unterwegs war, fiel mir spontan auf, daß meine Garderobe zu wünschen übrig ließ. Und was meine Frisur angeht... na ja, lassen wir das. Drei einhalb Stunden später hatte ich auf jeden Fall meine lange rote Powermähne gegen einen schicken, raspelkurzen, leuchtend roten Struwelkopf eingetauscht, viele Britische Pfund in ettlichen Boutiquen gelassen und war mit dermaßen vielen Einkaufstüten behängt, daß ich erst mal bei Starbucks ( die Dinger schießen aber auch wie die Pilze aus dem Boden ) Halt machen und mir einen Frappucino reinziehen mußte.

Nachdem ich meine Einkaufstüten noch einmal inspiziert und geistig katalogisiert hatte war ich mir sicher fürs Erste einen soliden Vorrat an diversen Stiefeln, Miniröcken, Jeans, Pullis und knappen Oberteilen zu haben. Auf dem Weg zurück ins Hotel ging ich im Kopf erst mal durch, was ich denn heute abend anziehen und in welchem Club ich mein neu gewonnenes Singleleben feiern würde als ich unvermittelt gegen etwas ziemlich hartes prallte. Wie sich bald herrausstellte war das harte Teil ein alter Mann mit Rauschebart, der sich nicht im Mindesten daran störte, daß meine Einkauftüten in den umliegenden Pfützen gelandet waren. So viel also zur sprichwörtlichen Höflichkeit der Engländer. Ich murmelte also ein Zähneknirschendes "Sorry", pflückte meine Tragetaschen aus den Sifflöchern auf der Straße und wollte mich gerade wieder aufmachen, als mein Blick unvermittelt auf die Schuhe des Alten trafen. Scheiße, ich hatte ja schon viele exzentrische Menschen gesehen, aber der hier hat definitiv einen Hau weg. Nicht nur, daß seine Schuhe leuchtend blau und mit goldenen Sternchen verziert waren, nein, sie waren an der Spitze auch so komisch spitz und gebogen. So wie diese komischen Schnabeltreter, die der kleine Muck getragen hat. Und als ich schon dachte das wärs gewesen, glotz ich an Opa hoch und was seh ich? Nen Umhang! Auch blau mit diesen blöden goldenen Sternchen! Echt mal, wer trägt denn heute noch einen Umhang? Und dazu noch so einen häßlichen! Zusammen mit der komischen Brille und dem überspitzen Hut hätte der Sarganwärter glatt jeden Dumbledore-look-alike-Wettbewerb gewonnen.

Ich muß wohl ziemlich dämlich geglotzt haben, denn der alte Sack grinste mich auf diese saublöde Art an, also die, wo du dir denkst "der hat nicht mehr alle Murmeln im Beutel" du dir aber nicht sicher bist, ob da nicht doch irgendwas mehr dahinter steckt. Nach circa einer halben Minute gegenseitigem Beglotzen war ich mir dann mehr oder weniger sicher, daß der komische Kauz einfach nur seinen Pfleger verlohren hat und eigentlich schon lange wieder in seiner Gummizelle hocken und die Wände ankauen sollte. Ich sagte mir also "Scheiß drauf! Du bist schließlich nicht in London um alte Sabbergreise anzuglotzen!" und wollte gerade meinen faulen Hintern in Bewegung setzen als dem ollen Sargnagel endlich einfiel, daß er der englischen Sprache mächtig ist. "Miss Gordok?" Betretene Stille bis mir klar wird, daß das ja tatsächlich mein Name ist. Ich ließ mein obligatorisches "...öhm, yeah?" ( optional auch "Uhm...yeah?", "Err...yeah" oder "Höh?" ) verlauten. "Sally-Anne Gordok?" Tatsache! Der strange Kerl kannte tatsächlich meinen vollen Namen. Da fragt man sich doch ganz spontan woher die lebende Organspende das nun wieder weiß. Den saudämlichen Gesichtsausdruck hat er jedenfalls mal als Zustimmung angesehen und munter drauf los gequasselt. Sein Name wäre Albus Dumbledore und er wäre ja so was von aussergewöhnlich froh mich endlich gefunden zu haben. Blah, blah. Ich hab nicht so richtig zugehört, weil ich mich immer noch gefragt hab, welcher meiner Freunde so bescheurt gewesen sein könnte den alten Tattergreis auf mich anzusetzen. Ob ich ihm überhaupt zuhören würde, wollte er ganz unvermittelt wissen. Wieder ein für mich typisches "Häh? oh, yeah..." Das hat er mir wohl nicht abgenommen, denn seine eh schon faltige Stirn wird um ein paar tiefe Furchen reicher. Scheinbar war er wohl nicht allzusehr davon angetan, daß ich seinem enorm wichtig klingenden Gefasel nicht andächtig gelauscht habe. Wie dem auch sei, ich hab ihm kurz, aber verständlich klargemacht, daß ich von derartigen Scherzen nicht das geringste halten würde und daß er Kathy, Joe und Barber ( kein Scheiß, so heißt mein Kumpel wirklich.... okay, ich hab ihn so kennen gelernt und nie rausgefunden wie er wirklich heißt... ) oder wer auch immer ihn zu dem Bullshit überredet hat ausrichten könnte was genau sie mich mal können. Und schon war ich wieder im Begriff den alten Mann einen alten Mann sein zu lassen und endlich meine arg in Mitleidenschaft gezogenen Tüten auspacken zu gehen.

Hätte ich auch gemacht, wenn da nicht so ein Typ aufgekreuzt wäre, der verdächtig danach aussah als könne er mich ein, zwei Nächte wachhalten. Okay, er war nicht gerade Vin Diesel, aber auf Muskelprotze stand ich eh noch nie. Er war auch nicht unbedingt Brad Pitt, aber mit Zahnpastalächeln konnte ich auch noch nie was anfangen. Bevor ich mir hier den Mund fusslig rede, er hatte das gewisse Etwas. Wenn ich nicht vorher die Harry Potter Filme gesehen hätte ( und Alan Rickman als einzig wahren sabber Snape akzeptiert hätte), wäre der Kerl genau meine Vorstellung von Severus "dem Mysteriösen" Snape gewesen. Es passte einfach alles, von der Hakennase über die hüstel "vornehme Blässe," von den langen, fettigen Haaren über die schwarzen Augen, die mich sofort in ihren Bann schlugen. Da stand er also ein Traum in Schwarz, Fleisch gewordenes Mysterium, absolut unnahbar, mit anschätzigem Blick mir gegenüber murmelte er irgendwas ins Ohr vom Sabberlappen mit dem scharfen Sternen-Überwurf. Meine Güte! Meine Hormone fuhren nicht nur Achterbahn, sie waren kurz davor sich im Breakdancer mächtig vollzukotzen!! Doch so schnell er aufgekreuzt war, so fix war er auch wieder in der Menschenmenge abgetaucht und so sehr ich auch versuchte mir den Hals nach ihm auszurenken, der Mistkerl war einfach weg. Verdammt! Ich ließ geistig ein paar Kraftausdrücke ab während sich der alte Sack gegenüber offensichtlich königlich amüsierte. Da sich die altersschwache Vogelscheuche meiner Aufmerksamkeit zumindest für den Augenblick sicher sein konnte wurde ich wieder mal aufs Übelste vollgetextet und ehe ich michs versah saß ich dem Opa gegenüber in einer der übelsten Speelunken die ich in meinem gesamten Leben gesehen hatte ( und das waren nicht unbedingt wenige gewesen ).

Das Volk das sich da versammelt hatte sah ausnahmslos aus, als hätte es die Kelly Family überfallen und ihre Altkleidersäcke geplündert. Nichts gegen einen alternativen Klamottenstil, aber mir gefiel sogar meine verwaschene Jeans und mein türkises Poloshirt besser als das. Dunkle Umhänge, Hüte, Schnabelschuhe und mittendrin ich in blue Jeans und 7cm Hochhackigen. Ein allgemeines Rumgeglotze war das. Nicht auszuhalten! Der Aushilfs-Dumbledore orderte auf jeden Fall "zum Auftauen" wie er beteuerte erst mal zwei Butterbier. Da weder Butter noch Bier zu meinen Grundnahrungsmitteln gehören und unter normalen Umständen auch nicht den Weg in meinen Kühlschrank finden, war ich erst mal skeptisch. Nach einer Geruchsprobe, vorsichtigem Antippen der Schaumkrone, noch einer Schnüffelprobe und einem zaghaften Nippen ( mein Gegenüber hatte sich mitlerweile den halben Krug reingedreht, die andere Hälfte hing in seinem Bart ) war ich allerdings mehr als überzeugt davon, daß die Plörre gar nicht mal so übel war. Beschreiben könnte ich das jetzt gar nicht mehr so genau, aber eins sei gesagt, weder Butter noch Bier haben jemals diesen Reiz auf mich ausgeübt. Irgendwann während meiner Mini-Versuchsreihe mit dem Butterbier mußte Silberlocke wohl wieder angefangen haben zu reden. Jedenfalls bekam ich mit halbem Ohr so was mit wie "Hexe" und "Amnesie." Spätestens jetzt hätten wohl eigentlich meine Spider-Sensoren anfangen sollen ordentlich Radau zu schlagen, aber aus mir völlig unerfindlichen Gründen fiel es mir schwer Weißbart das ganze krumm zu nehmen. "Also hör mal, Opa. Ich weiß ja nicht wer von meinen beknackten Freunden meint das wär ne prima Sache mich so zu verarschen, aber du kannst langsam die "Versteckte-Kamera-Nummer" sein lassen. Darauf fall ich echt nicht rein." Grinsebart fiel die Kinnlade runter. Das hätte nichts mit meinen Freunden zu tun, ich sollte doch endlich mal aufhören so verdammt stur zu sein und statt dessen zuhören. Mein dümmliches Grinsen genügte ihm wohl nicht als Antwort, denn er rasselte noch einmal brav seinen Text runter.

In Kurzform hieß das ganze für mich, daß ich eine bedeutende Hexe der Zaubererwelt gewesen sein sollte lach die man mit irgendeinem Zauberbann belegt hatte, damit sie zeitweise alles vergisst. Nee, ist klar. Und der Hempel wegen dem man dieses ganze Brimborium veranstaltet hatte ( Voldemort - wie sollte es auch anders sein? ) würde jetzt gerade wieder zu neuer Macht aufsteigen und ich wäre ja schließlich so was von wichtig, daß meine Sicherheit ( wegen der man den Bann gesprochen hatte ) weniger wichtig wäre als meine Mithilfe im Kampf gegen eben diesen Fuzzie. Auf die Frage wieso ich dann bitte genau wüßte, daß ich bei meinen Eltern aufgewachsen sei, erklärte er mir, daß ich vor sechs Jahren erst bei den Menschen untergekommen war, bei denen ich bisher gelebt hatte. Vorher hätte man mich irgendwo in Brighton am Strand aufgelesen, wo ich, nur mit einem übergroßen Woody Woodpecker T-shirt bekleidet, aufgefunden worden war. Verdammt! Der Kerl hatte seine Hausaufgaben gemacht. Tatsächlich war ich vor sechs Jahren am Strand von Brighton aufgewacht und hatte mich an nichts erinnern können. Nachdem man mich zunächst in ein Waisenhaus abgeschoben hatte, war ich bei der Familie Gordok untergekommen. Mein immer noch recht skeptischer Blick veranlaßte den Schnabeltassentrinker immerhin dazu abrupt aufzustehen und mich in die hinterletzte Ecke der Kaschemme zu schleifen. Dort riß ihm wohl endgültig der Gedultsfaden. Er hantierte mit dem Türknauf und ich fragte mich, ob er wohl dringend zum Klo mußte. Warum sonst sollte man schon wie ein Irrer an irgendner Tür rappeln? Die Tür führte jedoch keineswegs zur Toilette. Vielmehr endete sie vor einer Backsteinmauer.

Genervt hämmerte Grauhaupt auf ein paar Steine und ich sprang drei Meter zurück. Scheiße! Die verdammte Mauer bewegt sich! Die Mauersteine knirschten und knackten und in affenartiger Geschwindigkeit hatte ich freien Blick auf eine kleine Straße in der sich die unterschiedlichsten Umhangträger die Klinke in die Hand gaben. Jetzt war es an mir die Kinnlade mit den Füßen aufzufangen. Was für eine kranke Scheiße war das denn jetzt?! Und was macht Opa? Schnalzt mit der Zunge als ob er mich für meine Ausdrucksweise tadeln will. Boah, Opi, ich hab ja nicht mal angefangen! In aller Seelenruhe hat er dann wenigstens meine Einkaufstüten aufgesammelt, mir einen Schubs durch die Tür gegeben und mich mitten in einen Pulk Menschen befördert. Im Nachhinein wundert es mich echt nicht, daß die Fritzen in der Kneipe sich nicht im Mindesten daran gestört haben, daß da plötzlich ne Wand weggeht. Mich allerdings schon. Da stand ich mitten auf der Straße und guckte wie mein Arbeitskollege als ihm meine beste Freundin an die Klöten gepackt hat ( ziemlich blöd also ) auf die Wand die da eigentlich nicht hätte sein sollen. Da wo ich grad durchgelatscht worden war stand jetzt eine solide Backsteinmauer. Nee, das war echt zu viel für mich. Ich dachte kurz darüber nach, mir ein Gummihühnchen auf den Kopf zu schnallen, barfuß durch die Straßen von London zu laufen und lauthals Wolfgang Petry Lieder zu schmettern. Wer denn Wolfgang Petry wäre? Ey hallo? Wieso liest der Penner eigentlich meine Gedanken!??! Das fand ich nicht nur ziemlich schockierend, sondern auch noch Mörder-unhöflich. Allerdings holte mich das Ganze ziemlich schnell aus meiner geistigen Verwirrung. Der Tattergreis erklärte mir auf meine unwirsche Frage was zur Hölle grad passiert wäre, daß wir uns in der Winkelgasse befänden, er mit mir nach Hogwarts aufbrechen würde und ich endlich mal kapieren sollte, daß er keine Witze machen würde.

Nachdem ich mit der "benutz den Holzhammer durch die Blume" - Taktik konfrontiert worden war ergab ich mich erstmal in mein Schicksal. So richtig gepeilt hab ich das damals natürlich nicht, aber was blieb mir großartig anderes übrig als hinter Dumbledore ( denn er war es tatsächlich und ich war mir nicht sicher was er von meinen nicht gerade freundlichen Betitulierungen hielt ) herzustapfen. Nachdem er mich durch den schlimmsten Menschenauflauf durchgeboxt hatte, standen wir plötzlich in einem kleinen Laden der aussah als sollte dort eigentlich meterweise Staub liegen. Aber Pustekuchen. Zwar sah es in dem Geschäft in etwa aus wie in meiner Wohnung ( also in etwa so, als wäre eine zwei Zentner schwere Bombe mitten im Wohnzimmer explodiert ), aber nicht ein einziges Staubkorn war zu sehen. Allerdings auch kein Verkäufer. Dumbledore räusperte sich geräuschvoll und eine Schrecksekunde später glotzte mich ein hageres Strichmännchen von Ladenbesitzer aus grauen Augen an. Kaum zu glauben, aber vor Schreck hab ich gleich mal losgekreischt. "Missss Gordok!" zischelte die Bohnenstange in feinstem Zwirn. "Es ist mir eine Freude zu sehen, daß Sie erneut den Weg in meinen bescheidenen Laden gefunden haben. Mit Sicherheit wird es Sie mit großer Freude erfüllen zu wissen, daß wir uns Ihres Zauberstabes angenommen und ihn für Sie in Verwahrung genommen haben." Damit drückte er mir höchst feierlich ein Stück Holz in die Hand, daß ich wahrscheinlich irgendwie nur mit allergrößter Ehrfurcht in die Hände hätte nehmen sollen. Ich fragte mich langsam ob alle Zauberer so langathmig waren. Ein einfaches "Hier! Hab drauf aufgepaßt!" hätte es doch auch getan, oder? "Und was mach ich jetzt mit dem Ding?" Vielleicht hätte ich das Teil nicht so schwungvoll in Dumbles Richtung halten sollen, denn der zuckte zusammen und drückte den Stab schleunigst nach unten. Hinter mir war geräuschvolles Einatmen zu hören. "Was'n?"

Mr. Olivander, wie der knochige alte Verkäuferfriese hieß, gab mir einen fachmännischen Abriß darüber wohin genau ich mit meinem Piekestöckchen tunlichst nicht zu fuchteln hatte. Besonders kurz war seine Moralpredigt im Übrigen nicht. Und auch nicht besonders nett... Da sich Dumbledore nicht die Mühe machte ihn darüber aufzuklären, daß ich von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, tat ich das ganze mit einem fachmännischen "Mmkay" ab und sah zu, daß ich aus Silberauges Wirkungskreis rauskam. Man sollte meinen das wäre jetzt genug für einen Tag gewesen und daß Dumbledore mich einfach an meinem Hotel abgesetzt hätte, aber weit gefehlt! Zuerst latschten wir ( vielleicht auch nur ich ) uns die Füße platt, besuchten Gringotts ( die Kobolde waren wieder ein Schock, den ich am Liebsten mit einem Wodka Red Bull erledigt hätte ) um Britische Pfund gegen Knuts, Sickel und Galleonen umzutauschen, kauften "schickliche Kleidung" ( wobei ich nicht genau weiß was Dumbledore gegen tiefen Ausschnitte und Miniröcke einzuwenden hatte ), Kessel, Besen etc. und machten uns schließlich auf einen Kamin zu finden. Mir schwante schon Übles als Dumble mir einen von Flohpuder erzählte und ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, daß der praktische Nutzen die Asche an diversen Körperstellen rechtfertigt an denen man lieber keine unerwünschten Substanzen hätte. Aber da ich meine erste Reise mit dem Flohpuder überlebte und mehr oder weniger in einem Stück ( ich hatte diverse Fingernägel eingebüßt als ich gegen eine Kaminwand titschte ) in Hogwarts ankam, war es wohl akzeptabel. Während ich ziemlich inkorrekt aus dem Kamin ausstieg und mich gleich lang legte, stieg Dumbledore ( der wohl zugegebenermaßen etwas mehr Erfahrung mit dieser Art sich fortzubewegen hatte ) seelenruhig und einigermaßen elegant über mich hinweg.

Ziemlich verdutzt lag ich für einen Moment auf dem Boden und sah mir die Fliesen genauer an. Der Zusammenstoß mit dem Kamin mußte heftiger gewesen sein als ich dachte. In meinem Kopf tanzten gerade drei lila Elefanten den Boogie-Woogie zu den Klängen von AC/DC. Dumbledore, der sich gerade angeregt mit einer Kreuzung aus Warzenschwein und Tennisballwurfmaschine unterhielt ( Ich schätze mal es war ein Hauself ), teilte mir, netterweise nachdem er mir aufgeholfen hatte, mit, daß der Hauself ( Ha! Es war ein Hauself! ) mich auf mein Zimmer bringen würde. Der Hauself, diese Absurdität der Natur, machte sich derweil schon an meinen Tüten zu schaffen, die ich ihm nur unter Androhung körperlicher Schmerzen aus den Wichsgriffeln winden konnte. Tja, Dumbledore verabschiedete sich höflich und versicherte mir, er werde sich darum kümmern, daß ich, sollte ich mich ausgeruht haben, morgen einen bedeutenden Zauberer treffen würde. Besagter Zauberer solle dann mein Gedächtnis wiederherstellen. Soweit zumindest die Theorie!