An den von mir verwendeten Personen und Handlungsorten des Harry Potter Universums besitze ich keinerlei Rechte.

Die Geschichte selbst ist jedoch mein Eigentum und darf ohne meine Zustimmung weder verwendet, kopiert, noch übersetzt werden!

Aus gegebenem Anlass weise ich ausdrücklich darauf hin, dass Zuwiderhandlung eine Straftat darstellt!


Bei Nacht sind alle Katzen grau

Kapitel 1

Erst denken – dann reden

Es war ein heißer Sommertag. Die Temperatur war auf nahezu 30 °C gestiegen, dabei war es gerade einmal Anfang Juni.

Für die Schüler von Hogwarts war dies ein qualvoller Schultag, denn die Ferien waren noch lange nicht in Sicht und Hitzefrei kannte die Zauberschule Großbritanniens nicht.

Harry und Ron hatten eine Freistunde und suchten sich einen Platz am See, um ihre Füße in das kalte Wasser tauchen zu können.

Ron seufzte kurz, als seine Füße das kühle Nass berührten und grinste dann zu seinem Freund Harry Potter hinüber.

„Hermine ist selber schuld, dass sie immer noch schwitzend im Klassenraum sitzt. Sie hätte ja nicht all diese Extra-Kurse belegen müssen."

Harry schien einen Moment zu überlegen was er darauf antworten sollte, schließlich sagte er:

„Ach, ich weiß nicht. Vielleicht hätten wir auch ein paar Extra-Kurse belegen sollen. Ich muss zugeben, dass wir es bestimmt nötiger hätten als Hermine. Und schließlich wollen wir ja auch einen guten Abschluß erzielen. Ich kann gar nicht fassen, dass wir nach dem Sommer schon in der Abschlußklasse sind."

„Hm..." machte Ron daraufhin. Es passte ihm ganz und gar nicht, dass sein Freund ihm nun noch ein schlechtes Gewissen machte, denn wenn er ehrlich war, hatte er dieses schlechte Gewissen bereits von selber.

„Egal," versuchte er sich zu beruhigen, „ wir haben ja noch das ganze nächste Jahr um uns mächtig ins Zeug zu legen. Heute bin ich froh, dass ich hier am See sitzen kann und vergiß nicht...nur ein entspannter Geist ist auch lernfähig!"

Harry grinste nun.

„Aha. Na dann..." sagte er und ließ sich dabei rückwärts ins Gras fallen.

Einige Zeit lagen die Freunde einfach nur nebeneinander und schwiegen. Jeder hing seinen Gedanken nach.

Dann fragte Ron plötzlich:"Sag mal Harry, glaubst du dass Emilie sich nur für erfolgreiche Quidditchspieler interessiert?"

Harry schmunzelte, aber er wollte seinen besten Freund nicht aufziehen. Inzwischen hatte selbst ein Harry Potter erfahren müssen, wie schlimm es war unglücklich verliebt zu sein.

Vorsichtig antwortete er: „Ich denke sie hat im Moment einfach ein Faible für berühmte Personen. Aber das wird sich sicher geben. Sie sieht nun mal super aus und vielleicht hat sie das Gefühl sich unter Wert zu verkaufen wenn sie nicht einen tollen, angesagten Typen abschleppt. Aber was wirklich zählt sind doch schließlich die inneren Werte, oder?"

Ron sah ihm plötzlich direkt in die Augen und zog die Mundwinkel nach unten.

„Jaja, die inneren Werte! Weißt du was, ich war einmal bei einem Muggelarzt, in dessen Wartezimmer lagen so merkwürdige Zeitschriften rum. Da ging es in fast allen um das Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Da war auch immer von inneren Werten die Rede. Aber auf den Werbebildern waren immer diese Supertypen drauf und bei den Leserbriefen ging es den Weibern um Typen mit Muskeln und Knackarsch. Ist doch alles gelogen. Genau wie die Aussage auf die Größe von...naja, Du weißt schon... kommt es nicht an. Ist doch echt Schwachsinn was so geredet wird. Ich glaube Emilie ist scharf auf dich,wenn du es genau wissen willst!"

Nun drehte Ron sich mit erboster Miene weg und Harry war unsicher ob er auf diese Provokation überhaupt reagieren sollte.

Das Schlimmste war, dass Emilie sich erst vor zwei Tagen an ihn herangemacht hatte. Sie war nach einem Spiel in die Umkleidekabine der Jungen geschlichen, nachdem sie gesehen hatte dass alle anderen den Raum schon verlassen hatten und Harry sich noch als letzter dort aufhielt. Er war sehr überrascht gewesen sie dort anzutreffen und unendlich froh, dass er inzwischen wieder angezogen war.

Aber als sie dann auf ihn zugekommen war und versuchte ihn zu küssen war er völlig hilflos gewesen.

Er wusste, dass Ron bis über beide Ohren in sie verliebt war. Nicht dass er sie nicht attraktiv fand, aber er wusste, dass sie sich ihn nur wegen seines Ruhms ausgesucht hatte. Schließlich hatte er das letzte Spiel aufgrund seines Einsatzes zugunsten von Gryffindor entschieden und war wie schon öfters lauthals bejubelt worden.

Aber er hatte schon lange den Gedanken, dass Emilie und Ron wirklich ein perfektes Paar abgeben würden und so hatte er sie leicht von sich geschoben und ihr den Rat erteilt in ihr Herz zu schauen.

Oh Gott. Was für Worte aus dem Mund eines Sechzehnjährigen.

Aber eigenartigerweise hatte sie nach einigen Sekunden gesagt:

„Ich denke du hast recht. Danke für den Tipp."

Ob sich ihre Gedanken nun allerdings auf Ron richteten, konnte er beim besten Willen nicht sagen und so versuchte er sich aus der Geschichte soweit wie möglich rauszuhalten.

„Nein, ich glaube nicht, dass sie scharf auf mich ist Ron. Aber wenn dir soviel an ihr liegt, wie wäre es dann wenn du sie einfach mal ansprichst?"

Jetzt lachte Ron gespielt auf.

„Ja klar. Ich geh einfach hin und sage: hey, ich weiß du kannst mich nicht ausstehen aber willst du mit mir gehen?"

„Super Ron, das reimt sich sogar," entfuhr es Harry, der nun ein wenig genervt war.

Die Liebe war eben schrecklich. Sie erwischte einen völlig unverhofft und manchmal sogar unerwünscht. Dann ließ sich kaum noch etwas dagegen unternehmen und die Welt um einen herum stürzte ein wenn sie nicht erwidert wurde.

Das Schlimmste daran war jedoch, dass kein anderer es wahrnahm, wie schlecht es einem deswegen ging, wenn man es nur gut genug verbarg.

Harry sah auf seine Uhr.

„Mensch Ron, wir müssen los! Zaubertränke fängt in fünf Minuten an. Snape reisst uns den Kopf ab wenn wir zu spät kommen."

Ron riss sich aus seinem Selbstmitleid und sprang auf die Füße. „Mist," fluchte er, „Snape hat mir gerade noch gefehlt."

Die beiden zogen schnell ihre Strümpfe und Schuhe wieder an und rannten dann zum Schloß um nicht zu spät zum Unterricht zu erscheinen.

Vor der Kerkertür trafen sie auf Hermine, die es offensichtlich auch nur auf den letzten Drücker in den Keller geschafft hatte.

„Treppe...Richtung...geändert..." japste sie, während sie die Tür zum Kerker aufstieß und den beiden Jungen den Vortritt überließ.

Schnell hechteten die drei Jugendlichen an ihren Platz.

Snape, der schon ein Experiment vorbereitet hatte, blickte auf seine Uhr und wirkte zerknirscht als er feststellen musste, dass die drei es noch in der letzten Sekunde geschafft hatten auf ihren Plätzen zu sitzen.

„Schön dass die drei Gryffindors es noch geschafft haben sich zu uns zu gesellen," sagte er in lieblichem Tonfall, der bedeutete dass er es ganz und gar nicht erfreulich fand.

Die drei erwiderten natürlich nichts darauf, denn sie hingen an ihrem Leben.

Snape blitzte sie noch einmal mit seinen Augen an, dann begann er mit dem Unterricht.

Es handelte sich um eine Doppelstunde und so hatte er einen Versuch ausgewählt, der insgesamt etwas länger dauerte.

Da die komplette Zubereitung des Trankes trotzdem den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte, hatte Snape die Zutaten schon an die einzelnen Tische verteilt, so dass sie nur noch der Reihe nach den jeweiligen Gebräuen zugefügt werden mussten.

In seiner gewohnt gelangweilten und sehr leisen Art sagte Snape gerade:

„Nun mischen Sie die Hufeisen-Azurjungferflügel in den Trank und danach erst den Strandflieder."

Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als eine ausgesprochen übelriechende Wolke im Raum entstand und augenblicklich alle Schüler anfingen zu würgen.

„Verdammt, Granger!" brüllte Snape zornig, bevor er die Tür aufriss und einen Einbannungszauber über den Qualm sprach. Er konnte nun den Rauch anfassen und schob ihn zur Tür hinaus. Auf dem Gang öffnete er ein Fenster und schob ihn hindurch ins Freie.

Als er den Kerker wieder betrat sah man gleich, dass es in ihm kochte.

„Miss Granger, habe ich nicht gerade vor einer Minute noch die Reihenfolge der Beigabe erklärt?"

Hermine war sehr bleich, und stammelte:

„Nun, ich habe gedacht, man könne den Prozess ein wenig beschleunigen wenn..."

„Ruhe!" brüllte Snape.

Er taxierte seine Schülerin mit einem stechenden Blick, während er langsam auf sie zu schritt.

Hermine fühlte eine Beklemmung hochsteigen, doch plötzlich wandte Snape sich um und ging zurück zu seinem Pult.

„Nun gut. Wenigstens hat sich der Schaden in Grenzen gehalten und wir können fortfahren...Miss Granger, Sie holen sich die Zutaten, die Ihnen nun fehlen selber aus dem Nebenraum. Das dürfte Sie einen Großteil ihrer Zeit kosten, aber vielleicht schaffen Sie es ja dennoch den Trank in der angegebenen Zeit fertigzustellen..."

Harry und Ron sahen sich kurz an und beide schauten dann mitleidig zu Hermine. Ihnen war völlig klar, dass Hermine, da sie nun von vorne anfangen musste, es nicht rechtzeitig schaffen konnte den Trank fertigzustellen und Snape ihr am Ende der Stunde eine schlechte Note aufbrummen würde.

Hermine erhob sich schwerfällig und schlich in den Nebenraum.

Sie ging langsam an den Regalen vorbei und suchte den Strandflieder. Die Regale waren alle ordentlich aufgeräumt und jedes Fläschen und jeder Tiegel war beschriftet. Dennoch hatte Hermine Probleme, das Gewünschte zu finden.

Immer wieder verschwamm die Schrift vor ihren Augen.

Da, endlich hatte sie auch die letzte Zutat gefunden und konnte wieder ins Klassenzimmer zurückkehren um endlich von vorne anzufangen.

Die anderen Mitschüler rührten schon fleissig in ihren Kesseln und allen schien der Trank einigermassen gelungen zu sein.

Hermine seufzte und griff nach dem Messer um ihre Zutaten zu zerkleinern.

Sie hatte ungefähr die Hälfte zerschnitten, als ihr für einen Moment die Augen zufielen und das Messer abrutschte.

Statt einem Stengel des Strandflieders hatte sie ihren Finger erwischt und der kurze Schmerz riss sie wieder ins Hier und Jetzt.

Ihr Aufschrei hatte sie in den Mittelpunkt von Snapes Aufmerksamkeit gebracht.

Mit schnellen Schritten war er an ihrem Pult und griff nach ihrer Hand.

Ihr war seltsam unbehaglich zumute und sie wollte ihm ihre Hand schnell entziehen.

Snape hielt sie mit eisernem Griff fest und zog mit seiner anderen Hand, wie aus dem Nichts, ein Taschentuch hervor.

Mit drei kurzen Handgriffen hatte er es ihr um den Finger gewickelt und ließ sie nun endlich los.

„Miss Granger," sagte er gefährlich leise,

„könnten Sie Ihre Selbstmordversuche auf Ihre Freizeit verschieben?"

Hermine konnte nichts sagen. Es war ihr unendlich peinlich ausgerechnet von Snape verarztet worden zu sein.

Er wartete offensichtlich noch auf eine Erwiderung von ihr, denn er hatte sie immer noch im Visir.

Seine Augen waren etwas zusammengekniffen als er sie genau beobachtete.

„Machen sie weiter..." sagte er schließlich nur und die Schüler sahen sich fragend an, als er Hermine wieder so ungeschoren davon kommen ließ und sich zu seinem Pult zurückbegab.

Die erste der Doppelstunden war inzwischen vergangen und Hermine hatte ihren Trank nun endlich soweit, dass er erst ein wenig vor sich hinköcheln musste, bevor sie die nächsten Zutaten hinzufügen konnte.

Sie sah auf die Uhr. Verdammt - das würde mehr als knapp werden. Sie durfte nicht riskieren die Zutaten zu früh dazu zu geben, auch wenn sie unter Zeitdruck stand. Nicht dass hier noch etwas explodierte.

Sie merkte wie schläfrig sie während des Wartens wurde. 'Reiss dich zusammen,' dachte sie.

Wieviel Zeit war jetzt eigentlich vergangen? Waren die zehn Minuten schon rum? Ach nein, erst die Hälfte, also noch etwas warten, nein, nicht einschlafen...war ihr letzter Gedanke.

Das nächste was sie hörte war wiederum Snapes Stimme.

Er brüllte. Es hörte sich an wie in einem Albtraum.

Nur dass sie nicht träumte - nicht mehr jedenfalls.

Sie war wohl doch eingenickt und als sie nun so unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde, musste sie feststellen, dass ihr Kessel dabei war überzukochen.

Instinktiv griff sie mit den Händen danach, um ihn von der Feuerstelle zu ziehen.

Das erste mal in ihrem Leben wünschte sie sich, dass Neville mit ihr zusammen an diesem Versuch gearbeitet hätte, dann wäre es sicher gar nicht soweit gekommen.

Aber Neville war zu seiner kranken Großmutter gefahren und so saß sie allein vor ihrem Kessel als das Unglück geschah.

Sie hörte Snape etwas rufen, aber zu spät. Der Inhalt des Kessels ergoss sich über ihre Hände, die sich sofort so anfühlten, als stünden sie in Flammen.

Zum wiederholten Male stand ihr Lehrer neben ihr und versuchte den Schaden einzugrenzen.

Er hatte sich um den überkochenden Kessel gekümmert und das Feuer gelöscht.

Nun sah er durch seine wirren Haare, die ihm ins Gesicht gefallen waren, auf ihre verbrühten Hände und eine Zornesfalte bildete sich auf seiner Stirn.

„Verdammt Granger! Was ist nur los mit Ihnen?" schrie er aus Leibeskräften.

„Sie kleine Streberin machen doch sonst immer alles richtig. Wie kann man nur so blöd sein, an einem einzigen Tag alles falsch zu machen? Gryffindor bekommt wegen Ihnen 50 Punkte abgezogen, lassen Sie sich das gesagt sein. Ich will sofort eine Erklärung wieso ihr Trank übergekocht ist!"

Bevor Hermine richtig nachdenken konnte, was ihr durch ihre schmerzenden Hände ohnehin ungemein schwer fiel, hatte sie schon die Worte gesprochen, die sie unbedingt vermeiden wollte.

„Ich bin eingeschlafen," murmelte sie.

Jetzt schien Snape tatsächlich zu explodieren.

„Sie sind eingeschlafen?" donnerte er.

„Ich werde Sie lehren in meinem Unterricht einzuschlafen. Sie sind wohl unterfordert. Gut, ich kann auch anders. Sie werden von mir nach der Stunde ein paar Extraaufgaben zugeteilt bekommen. Die werden Sie mit Sicherheit nicht mehr unterfordern, das kann ich Ihnen sagen."

Hermine versuchte die Situation wenigsten ein bißchen zu entschärfen und sagte leise:

„Sir, ich bin nicht unterfordert. Nun ich, ich ..."

„Was?" knurrte Snape.

„Nun, ich bin einfach nur müde..." gab Hermine schwach zu.

„Dann sollten Sie Nachts vielleicht schlafen, statt mit ihren Freunden unerlaubt durch das Schloß zu schleichen," sagte Snape gedehnt, während er einen kurzen Blick zu Harry und Ron schickte.

„Dafür werde ich Gryffindor wohl noch einmal 50 Punkte abziehen müssen," sagte er gespielt bedauernd.

„Wir sind nicht durch das Schloß geschlichen. Ich hatte etwas zu erledigen." sagte Hermine und hörte selbst, wie dumm das klang.

Auch Snape war das natürlich nicht entgangen. Er zeigte nun falsches Interessse.

„Oh, Sie hatten noch was zu erledigen. Wie soll ich bitte das verstehen? Lassen Sie mich überlegen. Was könnte wohl eine Schülerin im Alter von 16 Jahren nachts zu erledigen haben, dass sie morgens offensichtlich zu müde und erschöpft ist um am Unterricht teilzunehmen..." und dann fügte er noch an: „ ich hoffe Sie werden wenigstens gut dafür bezahlt!"

Hermine wurde mit einem mal klar, dass er ihr unterstellte, ihren Körper für Geld an Männer anzubieten. Nur ein widerwärtiges Ekel wie Snape konnte auf so einen fürchterlichen Gedanken kommen.

Hermine spürte nun unbändigen Zorn in sich, während sie die Slytherins an ihren Tischen einige Bemerkungen wie: „die will doch eh keiner," oder „was kostest du denn, du Schlammblut" machen hörte.

Ehe sie darüber nachdenken konnte, war sie aufgesprungen, hatte sich vor ihrem Lehrer aufgebaut, stemmte die Hände in die Hüften und schrie ihn an:

„Sie sind das Allerletzte, wissen Sie das? Ich könnte Ihnen genau erzählen was ich heute nacht gemacht habe. Aber ich bin ja nicht so ein egoistisches Schwein wie Sie! Aber das ist das letzte Mal, dass ich Babysitter gespielt habe. Das sag ich Ihnen!"

Snape stand der Schülerin, die ihm gerade mal bis zur Brust reichte, gegenüber und hatte den Mund geöffnet um sie aufs Schärfste zurechtzuweisen. Plötzlich hatten ihm jedoch die Worte gefehlt und er stand da mit offenem Mund.

Hermine konnte förmlich sehen, wie es in seinem Hirn ratterte.

In der Klasse war es erstaunlich still. Selbst die Slytherins wagten keinen blöden Kommentar mehr. Nur Harry hörte man leise murmeln: „Das gibt Ärger..."

Hermine schlug sich mit einem Mal die Hand vor den Mund, 'Oh mein Gott,' dachte sie. 'Was hab ich jetzt alles gesagt? Ich hab ihn grade ein egoistisches Schwein genannt. Der bringt mich um.'

Jetzt war eh alles zu spät. Sie konnte seinen Anblick nicht mehr ertragen und sah statt dessen auf ihre geschundenen Hände, die mit einem mal wieder unsagbar weh taten.

Snape schien sich gefangen zu haben und sie hörte wie er sich der Klasse zuwandte.

„Der Unterricht ist beendet," sagte er gefährlich leise.

„Sie alle werden eine schriftliche Arbeit über den Trank schreiben, die nicht weniger als zehn Seiten umfassen sollte. Raus jetzt!"setzte er noch hinzu.

Alle Schüler verliessen eilig den Klassenraum. Ron und Harry schauten noch einmal kurz zu Hermine, die sich gerade in Bewegung setzen wollte, als Snape sie mit seinem Blick festnagelte.

„Sie bleiben," zischte er.

Mit einer ruckartigen Bewegung sah er zu den beiden Freunden von Hermine.

„Tür zu – von aussen" schnauzte er sie an.

Die beiden ergriffen die Flucht.

Als sie die Tür geschlossen hatten, versuchten sie zu lauschen was drinnen vor sich ging.

Sie machten sich ernsthaft Sorgen um Hermine.

Plötzlich donnerte ein Fluch gegen die Tür, der ihnen fast das Trommelfell durchschlug. Danach hörten sie nichts mehr.

Der Lehrer hatte offensichtlich einen Schallzauber über die Tür gelegt.

Völlig ratlos stiegen sie die Treppe zur großen Halle hinauf.

„Wir müssen Dumbledore informieren," sagte Ron.

Harry schaute ihn zweifelnd an. „Und was willst du ihm sagen?"

„Na, dass Snape Hermine foltert," sagte Ron wie aus der Pistole geschossen.

Harry schüttelte den Kopf.

„Sag mal Ron, hörst du dir eigentlich manchmal auch selber zu? Wir wissen doch gar nicht was da drin jetzt geschieht. Wir machen uns lächerlich. Ganz abgesehen davon, dass Snape uns umbringt, wenn wir ihn verleumden. Wir können nichts tun - außer abwarten."

„Ja aber sie ist unsere Freundin. Außerdem hat Snape sie übel beleidigt. Ich meine, er hat sie hingestellt wie eine..."

„Was genau hat er denn gesagt, Ron?" fragte Harry vorsichtig.

Ron zuckte kurz die Achseln.

„Nun, er hat sie immerhin gefragt ob sie Geld dafür bekommt," verteidigte er sich.

„Genau Ron. Er hat wie immer nichts Konkretes gesagt. Hätte er ein falsches Wort in den Mund genommen, hätten wir zu Dumbledore gehen können. So können wir ihm gar nichts anhaben, er hätte ja auch sonst was meinen können. Aber Hermine hat ziemlich viel gesagt was gegen sie verwendet werden könnte. Ich glaube wir tun ihr einen Gefallen wenn wir die Sache nicht so an die große Glocke hängen."

Ron gab nach - auch wenn ihm alles andere als wohl dabei war.

„Manchmal frage ich mich, wessen Freund du eigentlich bist," sagte er leise, nur um Harry noch eins auszuwischen.

TBC