So, da bin ich mal wieder. Hier einige Anmerkungen, in grössenteils eigener Sache, vorweg: Geißel von Hogwarts wird weitergehen, aber ich hab zZ eine Schreibblockkade. Ich hab tausend Ideen, aber keinen Schimmer, wie ich dort hinkommen soll. Wird eine Weile dauern, aber nicht zu lange, keine Angst! Damit ihr nicht denkt, ich lasse euch verhungern, übersetz ich euch mal wieder was Schönes!

Diese Story hier gehört Ladyofthemasque, sie hat sie u. a.auf ashwinder.sycophanthex dot com veröffentlicht. Dort könnt ihr sie im Original nachlesen! Sie war im Gegensatz zu den von mir vorher übersetzten Geschichten einen ganzen Zacken schwieriger, durch viele Wortwitze, die kompliziert zu übersetzen sind, als auch durch sehr viel Umgangssprache und ungewöhnlich viel Gefluche. #g# Ich habe versucht so nah wie möglich am Original zu bleiben, aber mit der Autorin abgesprochen, dass einige Sachen etwas gebogen werden mussten. Aber keine Panik: die Story ist unverändert. Die Geschichte wird in vier Kapiteln rauskommen, die ersten zwei sind fertig, der Rest in Arbeit.

Für direktes Feedback an die Autorin, sendet eine email an: ladylotm at yahoo dot com

Beginnen wir also mit dem Original-Vorwort und dann bleibt mir nur, euch viel Spass zu wünschen!

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Warnung: Die Autorin der Geschichte (Ladyofthemasque) ist NICHT verantwortlich oder haftbar zu machen für jede Art von Schaden, verursacht durch Lesen, Prüfung, Teilen oder Studieren dieser Story, in jeder möglichen Art oder Form. Sie wird weder Tastaturen ersetzen, noch verkrampfte Muskeln massieren und auch keine Monitore säubern.

Bitte folgt vor dem Weiterlesen den folgenden Schritte, für eure eigene Sicherheit: Benutzt die Toilette. Esst nicht während des Lesens. Trinkt nicht während des Lesens. Entfernt alle zerbrechlichen Objekte aus eurer unmittelbaren Umgebung. Entfernt alle scharfen Objekte aus eurer unmittelbaren Umgebung. Bedient keine schweren Maschinen während des Lesens. Bedient keine leichten Maschinen während des Lesens. Lest die Geschichte nicht, falls ihr Herzprobleme habt oder gewarnt wurdet, Situationen zu vermeiden, die euch aufregen. Lest die Story nicht wenn ihr euch an öffentlichen Plätzen aufhaltet, wo euch andere Menschen fragen können, worum es geht, ganz besonders, wenn Kinder anwesend sind.

Ihr wurdet gewarnt. Ab jetzt seid ihr auf euch gestellt. Ladyofthemasque (und unter dringlichstem Verweis auf Einhaltung dieser Warnungen, auch eure Übersetzersklavin vom Dienst, Viv)

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Frogs in winter

Feuerwhisky sprühte von Draco Malfoys Mund. Sobald er aufgehört hatte zu husten, wischte er sich sein Gesicht mit der Rückseite seiner Hand ab, starrte seinen Patenonkel an und japste: „Du willst was?"

Rührselig versunken in seinen ledernen Sessel und definitiv betrunken – sie hatten zusammen bereits fast zwei Flaschen von Glen Odgens Bestem getrunken – wiederholte Severus Snape, was er soeben schon gesagt hatte, während seine Worte ein wenig undeutlich waren: Na schön, ziemlich undeutlich. Aber es war immerhin ziemlich guter Feuerwhisker, Feuberwhisky, Scheunenwispern... verdammte Scheisse, echt guter Scotch!

„Ich will diese kleine Besserwissern flachlegen. Um... du weißt schon... ihr ein bis drei Tricks zeig'n, die du nicht in ´nem... ´nem Buch lern'n kannst. Ich würd' sie hart nehm'n... sie bezahl'n lass'n, dafür das sie mich gequält hat... all diese beschissenen Jahre lang... Verdammt, mein Glas ist alle... Schütt mir noch was ein... Weißt du, du bist ´n guter Junge, Draco – ´n guter Mann... Merlin weiss, ich müsste... ich dachte, ich müsste dich erwürg'n, hättest du nicht dein'n Vater zum Teufel geschickt und wärst Spion für'n Orden geword'n..."

„Tja, ich bin eben nicht dumm. Zumindest nicht mehr. Du hast mir geholfen von der blödsinnigen Idee abzukommen, diesem Verein von Verlierern beizutreten. Aber du... Granger flachlegen? Du hast sie ja nicht mehr alle", sagte Draco und goss den letzten Rest Whisky in das Glas in Severus ausgestreckter Hand. Egal wie oft er von Severus zu diesen Sauforgien eingeladen wurde, sein Pate hatte es noch immer nicht gelernt, mit ihm mitzuhalten.

Severus hob das Glas an seinem Mund, während er gleichzeitig einen Finger zu Dracos Lippen ausstreckte und den jungen Mann mit einem Dagegentippen zum Schweigen brachte. Er nahm einen kleinen Schluck der Flüssigkeit – den kleinen Finger abgespreizt; wer behauptete ein betrunkener Mann hätte keine Manieren? – und zog eine Grimasse, als das Zeug sich seinen Weg in das Loch bahnte, welches es in seine Eingeweide gebrannt hatte.

„Sie hat einen Wahnsinns-Hintern – und diese Brüste!"

Feuerwhisky spritzte herum, als er mit seinen Händen gestikulierte und runde... runde Bewegungen machte, irgendwo an einer unsichtbaren Brust.

„Ich könnt' sie aushöhl'n und sie in weiche, niek... nick... süsse kleine Kessel verwandeln. Und ich würd's lieb'n, sie einmal ordentlich zum Schweigen zu bringen. Am Pesten... am Besten den ganz'n Weg bis zu den Kronjuwelen. Einfach reinschieb'n da... Scheisse, ich krieg schon ´n Steifen, wenn ich nur dran denke, sie in diesen herrlichen Mund zu vögeln."

Nur der Feuerwhisky, der seine Gedanken vernebelte, gab Draco den Mut – oder besser die Dummheit – seinen Paten auf Beckenhöhe anzustarren, um sich von diesem einen, bestimmten Fakt zu überzeugen. Im Gegensatz zu dem, was viele seiner Feinde behaupteten und auch manche seiner Freunde glaubten, war Draco nicht im Geringsten an Männern interessiert. Eines war aber sicher – der Tränkemeister baute gerade aus seiner Hose ein Zelt. Ein grosses. Und während Draco zusah, den letzten Rest seines Whiskys trinkend, bewegte sich eine von Severus dünnen, bleichen Händen über die Beule in seiner Hose und begann sie zu massieren.

Draco hustete wieder, dieses Mal schon etwas heiser.

„Gott und Voldemorts Unterhosen! Nimm deine verdammte Hand aus dem Schritt!"

Seine Sitzposition verschiebend, machte sich Severus nicht die Mühe dem nachzukommen. Er war zu tief versunken in einem Nebel aus Wheierhisky, Lust und Phantasie.

„Uh... werd die kleine Hexe an mein Bett fesseln... ihre Beine spreizen... und... uh... Gott!"

Draco bedeckte sein Gesicht mit seinen Händen. Na ja, einer Hand und einer Hand, die ein Glas festhielt, was ihm genug Sichtfeld liess, um eine verschwommene Version seines Paten zu sehen, der, in seinem Sessel zuckend, eine Hand in feiner Wolle vergraben, gerade in seine Hosen kam. Er schloss seine Augen und fragte sich, ob er einen Erinnerungszauber an sich ausprobieren sollte, oder sich einfach den Schürhaken ein paar Hundert Mal über den Kopf ziehen sollte. Oder einfach noch eine Flasche Tisky... genug Plisky konnte einem jede Erinnerung nehmen, wenn man nur genug trank.

... Oder auch nicht. Als er ein Drittel der nächsten Flasche getrunken hatte, war sein Pate bereits ohnmächtig und Draco hatte einen wirklich, wirklich bösen Gedanken, der ihm durch den Kopf ging. Er sah hinüber zu dem leicht schnarchenden, langnasigen Gesicht seines ehemaligen Professors und murmelte: „... Ich liebe dich, Mann – na ja, nich' so – ´is nur... ich würd alles für dich tun. Sogar dir helfen ´n Schlammblut zu vögeln. Bleib du einfach hier lieb'n. Liegen. Hier. So wie jetzt... Ich weiss wo das kleine Miststück is'... uhh", er reckte den Hals und sah zu der messingbeschlagenen Uhr an der Wand, „um die Zeit am beschissenen Morg'n... oh Gott, wir haben zuviel von dem verdammten Drisky getrunken... Oh ja, sie's auf'm Weg ins Minisssserium, verfluchter Workaholic, ´s is' ´n scheiss-Sonntag."

Er stemmte sich aus seinem Sessel hoch und zickzackte sich seinen Weg hinüber zu einem der Schränke mit den Glastüren, die nicht nur die Blodgens Gesten-Vorräte des Tränkemeisters enthielten, sondern auch ein paar andere nützliche Tränke-Irgendwas dazu.

„Werd'se abfan'g... äh, wo hatt'er'denn diesen Nüschtern... Nüchternheitstrank? Drei Tropf'n sollt'n's tun... Merlins Arsch, er will es mit ihr treiben? Scheisse... jetzt hab ich das ganze Zeug umgehau'n – muss'es aufheben... ah, eine Flasche sollt' reich'n zum apparatarieren... shit, kann nich' napparier'n auf dem Drecks-Schulgelände... Flohpulver... verdammtes Flohpulver... aha! Hermioneee Granscher, hier komm ich!"

Und mit einem tiefen Schluck des milchig-weissen Nüchternheitstrankes in einer Hand – nur einem Schluck, um nüchtern genug zu sein, seine Ausdrucksweise sicherer zu machen und fähig zu sein seinen Zauberstab auf nur eine Hermione Granger zu richten, anstatt auf drei alptraumhaft verzerrte Versionen, aber nicht so nüchtern, als dass er die Nerven verlieren würde – und einem wackligen Griff ins Flohpulver mit der anderen Hand, wobei der graue Dunst des Pulvers, schon bald grüne Flammen hervorrief, deren Schein über das ohnmächtige Gesicht des Tränkelehrers tanzte... wurde Geschichte geschrieben.

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Severus' Kopf, Hals und Schultern fühlten sich an, als würde Harry Scheiss Potter, das-Balg-das-nicht-nur-lebte-sondern-auch-noch-den-anderen-Idioten-gekillt-hatte eine überenthusiastische Partie Quidditch unter seiner Haut spielen. Entweder das oder irgend jemand hatte sich in sein Quartier geschlichen, Mrs Norris in seinen Schädel gesperrt, als wäre er ein Kessel, auf ihm einem Deckel festgezaubert und einem quirligen Dreijährigen einen Metallöffel gegeben, mit dem dieser ihm jetzt die Ohren wegtrommelte. Das Ganze wurde abgerundet durch ein periodisch auftretendes, dröhnendes Geräusch.

Das Erste was er sah, als er seine Augen aufzwang war, dass das Feuer aus war. Naja, es war Sommer. Die leichte Kühle in der Luft hier unten in den Kerkern würde ihn nicht gleich umbringen. Die Katze, der Kessel, der Deckel, das Kind und diese verdammten Klatscher würden das zuerst tun. Zweite in der Reihenfolge wären vermutlich die drei Flaschen von... nun ja... die drei leeren Flaschen von ehemals Glen-Odgens-bestem-Weg-an-einer-Alkoholvergiftung-zu-sterben, die auf dem kleinen Tisch lagen, direkt zwischen den beiden ledernen Sesseln, was kombiniert der Grund dafür war, dass sein Rücken, Hals und Schultern vor Schmerz kreischten. Irgendwann letzte Nacht, während der Sauforgie mit seinem Patensohn, Draco Malfoy, war er in eine höchst unbequeme Lage gerutscht. Sie betranken sich auf diese Art mindestens einmal pro Monat und in diesem Sommer ein- bis zweimal die Woche.Das dröhnende Geräusch, wie er mit pfeifenden Ohren, verengten Augen und einem heftigen Katze-in-Kessel-Schmerz, der alles noch viel schlimmer machte, herausfand, stammte von Mr Draco Malfoy höchstpersönlich. Welcher, ohnmächtig und mit dem Gesicht nach unten, auf einer Couch lag. Einer seiner Arme hing von der Kante des Sofas hinab, der andere bettete seine Wange – was ihn nicht davon abhielt, auf das Sofa zu sabbern – und seine Füsse ragten von den Knien ab in die Luft in einem, tja, betrunkenen Winkel, unterstützt von der Länge des Sofas, die es ihm nicht gestattete, die Beine lang auszustrecken. Wenn man bedachte, dass er sich nicht dazu herabgelassen hatte, mehr als zwei der drei breiten Sofakissen zu benutzen als er ohnmächtig wurde, dann war es sein eigener, verdammter Fehler.

Naja. Es war nicht das erste Mal, dass Draco für einen Drink rübergekommen war... oder drei oder vierzehn... und dann abklappte. Die meisten Leute trauten noch immer keinem von ihnen so richtig, trotz diesem ganzen verdammten, gefährlichen Spionageding, welches sie für den Orden geleistet hatten. Sollten sie doch zur Hölle fahren. Und zur Hölle auch mit diesem verfluchten Dreijährigen, der in seinem Schädel Muggel-Rockstar-Drummer spielte. Gerade noch so ein Stöhnen zurückhaltend, hiefte sich der Tränkmeister aus seinem Sessel und tapste langsam und vorsichtig hinüber zu seinem Tränkeschrank. Er zuckte zusammen, als die getrockneten, krustigen Überbleibsel am Stoff im Bereich des Schrittes ihm sagten, dass er irgendwann im Verlauf der letzten Nacht in seine Hose gekommen war. Er würde sich und Draco obliviaten müssen, falls Draco Zeuge dessen gewesen war.

Er lehnte sich gegen die Seite des Schrankes und spähte durch die gläsernen Türen. Dann, als er bemerkte, wie kühl das Material des Glases war, sodass es ihn durch das dünne Material seines weissen, an den Ärmeln hochgerollten Shirtes frieren liess, fragte er sich, wohin er seinen Gehrock geworfen hatte. Dieser Schrank war ein ausschliesslich privates Lager für Alkohol in einer ziemlich breiten Auswahl für die verschiedenen Geschmackssorten, Kuren für den Katermorgen und verschiedenen nicht tödliche aber doch ziemlich verbotene Tränke, von denen er nicht wollte, dass sie irgendwie in die Hände von Schülern gelangten, ob nun per Zufall oder durch Diebstahl. Nach ein paar Minuten des erfolglosen Zerrens an der Schranktür fiel ihm auf, das er sie wohl nicht aufbekommen würde, solange er noch dagegenlehnte.

Er veränderte den Winkel des Lehnens und riss die Tür auf und blinzelte wage in die schattigen Tiefen, in welchen sich ein ziemliches Chaos befand. Entweder lag es an seiner Sicht oder der Dreijährige hatte dort drin, in einem Anfall von Wut, seinem Zerstörungstrieb freien Lauf gelassen, bevor er die verdammte Katze in seinen Schädel gesperrt hatte. Oder es hatte ein Erdbeben gegeben. Obwohl Hogwarts nicht für solche Unfälle berühmt war. Nicht die tektonischen jedenfalls.

Er richtete das, was von seinem Verstand erreichbar war auf die Aufgabe die vor ihm lag. Die Nüchterheitstränke und die Kuren gegen Kopfschmerzen mussten... irgendwo dort sein. Er war noch ein wenig jung um eine Brille zu brauchen, wobei er eher zu einem dieser Muggelärzte gehen würde, um sich Kontaktlinsen zu besorgen, bevor er eine so offensichtliche Schwäche zeigen würde... aber es könnte doch noch immer an der alkoholbeeinträchtigten Sicht liegen. Auf jeden Fall sah hier nichts richtig aus. Er griff sich eine Flasche, die der richtigen Farbe, Grösse und Form nahe kam, entkorkte sie mit einem Daumendruck, kippte sich einen ordentlichen Schluck hinter – und begann zu spucken und husten, als er den Geschmack erkannte. Gottverdammt! Das war kein Nüchterheitstrank! Das war Wahrheitsserum! Er spuckte es auf den Teppich, wohl wissend, dass die Hauselfen es reinigen würden und spuckte noch etwas mehr, zu betrunken um sich darum zu kümmern, dass es nicht nur unsauber, sondern auch unhygienisch war. Dann starrte er auf die fälschlich gegriffene graue Flasche in seiner Hand. Nicht blau. Verdammte Schatten, die alles unklar machten...

Ah, Scheisse. Soviel Wahrheitsserum – auch wenn grösstenteils ausgespuckt – würde ihn zwingen alles und jedem die Wahrheit zu sagen und das für die nächsten sechs oder sieben Stunden. Er würde in seinen Räumen frühstücken müssen oder seinen Kollegen eine äusserst schockierende Vorstellung geben, wenn er ihnen jeden Kommentar gab, der sich seinem Verstand aufdrängte. Er verkorkte die Flasche wieder und stellte sie zurück in den Schrank, den er anschliessend nach der richtigen Falsche durchsuchte, wobei er fast seinen fettigen schwarzen Kopf in das Möbelstück steckte. Dann endlich fand er die richtigen Behälter. Mehrere kleine Behälter, um die Wahrheit zu sagen.

Zwei blaue kleine Flaschen gegen den Schmerz – er machte verdammt sicher, dass sie blau waren, richtig blau, durch Hin- und Herschwenken, so dass er sie genau untersuchen konnte, in dem viiiiiiel zu hellen Morgensonnenlicht, welches durch die hohen, engen Fenster über dem Kamin fiel und steckte seinen Kopf nochmal in den Schrank für zwei weisse Flaschen, die jeglichen Restalkohol aus seinem System treiben würden und ihn nüchtern hinterlassen würden, in völliger Kontrolle über seine Reaktionen und Fähigkeiten... ausgenommen natürlich die Tatsache, dass er Wahrheit sagen musste, die ganze Wahrheit und nichts als die verdammte, beschissene Wahrheit. Gott helfe ihnen beiden, falls Draco ihm eine Frage stellte, bevor er hinausschlurfte und zurück zu seinem Job im Ministerium, wo er – von allen möglichen Überraschungen – Auror geworden war. Genauso wie dieses Potter-Balg. Himmel, er hatte genug gehört von diesen ganzen Aurorenmeetings und der Rivalität zwischen den Beiden – „Ich hab diese Woche viel mehr Bösewichte als du geschnappt!" – um ein Buch darüber zu schreiben und sich dann selbst umzubringen, bei dem Versuch es zu verschlucken.Der erste Trank gegen Schmerzen tat weh, wirklich weh, denn er brachte nicht nur die Katze zum Schreien und spornte den Dreijährigen an, seine Bemühungen im Trommeln nicht nur zu verdoppeln, sondern zu verdreifachen, es erinnerte ihn auch gleich wieder daran, wie steif sein Hals und seine Schultern waren. Aber innerhalb von etwa Dreissig Sekunden – er hatte Probleme sich an die Reihenfolge der Zahlen zwischen Neunzehn und Dreiundzwanzig zu erinnern – stoppte die Katze ihr Gejaule und ein Teil der Schmerzen und Steifheit verschwand. Nach dem Trinken der zweiten Dosis – sie schmeckte auf widerliche Weise nach Löwenzahnsaft und einem Hauch von Erdbeeren, verschwitztem Leder und gekochtem Kohl, was ihn fast zum Würgen brachte – wartete er erneut, wobei er wieder bis Dreissig zählte. Er vergaß die Acht, ging zurück und zählte erneut, irgendwo zwischen Sieben und Neunzehn. Der Dreijährige wurde sauer und zog sich zurück und jemand liess gnädigerweise Mrs Norris aus seinem Kopf, zusammen mit Harry Scheiss Potter und nicht weniger als fünf Klatschern, drei Quaffeln – von denen einer komischerweise grün war – und mindestens einem halben Dutzend Schnazte.

Ganz offensichtlich war er noch immer betrunken. Teile von Phantasien waren nicht ein Teil seiner normalen Gewohnheiten. Ausser manchmal spät nachts, wenn er sich in seinem Bett depressiv und einsam fühlte. Entweder phantasierte er über Dinge, die ihn im hellen Tageslicht zurückschaudern liessen oder er pirschte durch die Schulkorridore. Er pirschte ziemlich viel während des Schuljahres. Es machte die Dinge einfacher, wenn er nicht zurückschauderte, wenn er gerade Schüler terrorisierte. Gott, er war wirklich ein trauriger Mann...

Gott, er war wirklich betrunken! Er versicherte sich nochmal, dass er wirklich den Nüchternheitstrank in der Hand hielt und entkorkte ihn, während er in Richtung seines Schlafzimmers lief. Nicht, dass er weit zu laufen hatte. Diese kleinen Lehrerwohnungen waren nicht besonders gross – eine Küchenecke mit einem winzigen Tisch zum Teetrinken, ein Wohnraum, ein Schlafzimmer von dem ein Badezimmer abging und, wenn man Glück und eine lange Amtsdauer hatte, wie er, einen kleinen Extraraum, den er in eine persönliche und absolut überfüllte Bibliothek umgewandelt hatte. Nicht, dass er gross genug gewesen wäre, seine gesamte Büchersammlung aufzunehmen. Bücher stapelten sich im Flur, was ihn froh machte, dass er von Natur aus so dünn war. Und betrunken. Er durfte den Teil mit dem betrunken nicht vergessen, erinnerte sich Severus selbst und kippte den ersten der beiden Ausnüchterungstränke hinter, während er mit der anderen Hand die Tür zu seinem Schlafzimmer aufdrückte.

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Kommentare sind willkommen. Lobpreisungen gehören der Autorin, jegliche Wutausbrüche über Verfehlungen sind an mich zu richten. Der zweite Teil folgt bald, aber nicht sofort, da ich erstmal für eine Woche auf Seminarreise in Goslar bin, um mich dort in staubige Archiven zu verkrümeln und in Dokumenten aus dem 13. Jahrhundert zu wälzen. Juhu! #seufz#

Bis dann!

Eure viv