Ü/N + Disclaimer: Die hier vorkommenden Figuren gehören J.K.Rowling, die Story gehört Katherina Black, ich übersetze sie nur. Leider ist es mir nicht gelungen, mit der Autorin Kontakt aufzunehmen, da sie keine Email-Adresse angegeben und auf mein Review nicht reagiert hat. Wie auch immer. Viel Spaß mit Teil 1!


What Witches Want

Kapitel 1

Teil 1


Ron tat etwas, das er normal nie tat: er dachte nach. Für gewöhnlich riskierte er es nicht, zu tief in Gedanken zu versinken, da er ein hitziges Temperament hatte und stets spontan reagierte – irgendwann erkannte er den Effekt, den er auf die Leute haben konnte.

Aber heute saß Ron in der Bibliothek, ignorierte seine Hausübung in Wahrsagen und arbeitete sich stattdessen ziemlich mutlos durch eine Packung von Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen. Und er dachte noch einmal über seine und Hermiones ständige Streitereien nach. Er verstand Mädchen und ihre ganzen ungeschriebenen Regeln einfach nicht. Gestern, zum Beispiel. Er und Hermione, die normalerweise eine sensible Person ist, haben einfach normal miteinander geredet. Dann hatte er etwas gesagt – Ron konnte sich kaum mehr daran erinnern, was das war – und Hermione hatte begonnen, in eine ihrer irren und total irrelevanten Reden zu verfallen.

Ich wünschte, ich hätte einen Einblick in das weibliche Gehirn, dachte er verwirrt. Seine schlechte Stimmung verbesserte sich aber nicht, als er sich eine widerliche Bohne mit ekelhaftem Geschmack nach Ziegelstein in seiner Konzentration in den Mund schob. Ron würgte und griff schnell nach einer anderen Bohne, um den körnigen Geschmack nach Zement und Granit von seiner Zunge zu bekommen.

Die Bohne, die er auswählte, war silbern – was seltsam war, denn Ron hatte noch nie zuvor eine silberne Bohne gehabt. Was das wohl sein könnte? Metall? Nachdem er sie näher gemustert hatte, realisierte Ron, dass es eine Mischung aus verschiedenen Farben war, die sie im Licht silber erscheinen ließen.


„Ron ... Ron! Wach auf!" Jemand schüttelte ihn wach. Ron öffnete halb seine Augen. Ginny rüttelte ihn wach.

„Du musst eingeschlafen sein," sagte Ginny, als Ron schwerfällig den Kopf hob.

„Was? – Oh, richtig," sagte Ron verwirrt, als sein Blick auf sein Wahrsagen-Buch fiel und er sich daran erinnerte, wo er war. Er öffnete das Buch und versuchte zu lesen, aber sein Kopf fühlte sich an, als ob er sich zu viel von der starken Version des Butterbiers einverleibt hätte. Ron versuchte gerade, das Stück über die Wichtigkeit der Sonne und der anderen Planeten in ihren Häusern durchzugehen, als er Ginnys Stimme hörte.

„Harry ist wahrscheinlich beim Quidditchtraining. Ich frage mich, ob... nein. Er würde mich wahrscheinlich nicht einmal bemerken, und schon gar nicht würde er mich in eine liebevolle Umarmung nehmen ..."

Ron prustete los. „Ginny, bitte! Ich bin nicht eine deiner Freundinnen!", sagte er, während sich sein Gesicht vor Ekel zu verzerren begann.

„Ich habe niemals gesagt, dass du eine von ihnen wärst," sagte Ginny, die verwirrt von ihrer Hausübung aufsah.

„Nein, aber ich bin Harrys bester Freund. Ich bin wirklich nicht die geeignetste Person, um mit dir über deine Verliebtheit zu sprechen," protestierte Ron. Er hatte gedacht, dass Ginny schon über diesen Harry-Wahn hinweg sei – aber das war nur ein anderes Beispiel, um zu zeigen, wie seltsam Frauen waren.

„Was?" sagte Ginny und wurde so rot wie der Stein der Weisen.

„Alles was ich sagen möchte, ist, dass du deine Kommentare über Harry bei dir behalten sollst," sagte Ron, der inzwischen seine Wahrsagen-Hausübung aufgegeben hatte.

„Ron, ich habe kein einziges Wort über Harry oder sonst jemanden gesagt..." meinte Ginny, jetzt extrem verwirrt und extrem rot im Gesicht. „Du musst dir das eingebildet haben."

Ron öffnete seinen Mund, um ihr zu widersprechen, aber Ginny hatte bereits ihre Feder in der Hand und begann wieder zu schreiben. Er gab sich daher zufrieden, etwas über verrückte Mädchen zu murmeln. Er begann wieder zu lesen, aber die Bibliothek war keine zwei Sekunden still, da hörte er wieder seine Schwester.

„Wie konnte er nur wissen, was ich gedacht habe? Oh... armer Colin, ich kann immer noch nicht glauben, dass er mich gefragt hat, ob ich mit ihm gehen will ..."

„Colin Creevey hat dich gefragt, ob du mit ihm gehen willst!" fragte Ron ungläubig. Ginnys Gesicht zeigte deutlich ihre Verwunderung.

„Woher weißt du das?" fragte sie, während sie beruhigende Gesten in Richtung ihres Bruders machte und sich panisch umsah. „Hat Colin dir das gesagt?"

„Nein", sagte Ron und fragte sich, ob seine Schwester langsam verrückt wurde. Dann passierte etwas extrem seltsames: Ron hörte klar und deutlich, wie seine Schwester sagte: „Worüber spricht er bloß? Wenn Colin das verbreitet hat, werde ich ihn verfluchen." Aber er war sich hundert Prozent sicher, dass Ginny nicht einmal ihren Mund geöffnet hatte.

Ron zwinkerte, dann schüttelte er verwirrt den Kopf. „Geht's dir gut?", fragte Ginny. (Dieses Mal inklusive Mundbewegungen.)

„Bestens, mir geht's bestens", sagte Ron etwas heiser und knallte sein Buch zu.

„Bei Merlin, Ron, das ist doch nicht so schwer." Ron bemerkte jetzt erst, dass Parvati Patil am anderen Ende des langen Tisches saß. Er stellte ebenfalls angeekelt fest, dass sie gerade an ihrer Wahrsagen-Hausübung kritzelte.

Dann passierte es schon wieder!

„Ooops, es ist schon fast Zeit, dass ich mich mit Padma treffe...", hörte Ron Parvati sagen, dann sah er, wie sie auf die Uhr schaute und begann, ihre Sachen wegzuräumen – aber Parvati hatte ja nicht einmal gesprochen.

„Äh, triffst du dich mit deiner Schwester, Parvati?", sprudelte Ron heraus, als Parvati aufstand.

„Ja, woher weißt du das?", fragte Parvati.

„Äh, hast du das nicht gerade eben gesagt?"

„Nein, ich habe gar nichts gesagt", sagte Parvati und ging mit einem neugierigen Gesichtsausdruck aus der Bibliothek.

„Bist du sicher, dass es dir gut geht?", sagte Ginny und sah ihren Bruder mit besorgten Augen an. Er zwinkerte noch einmal und schüttelte dann den Kopf. „Wieso bist du überhaupt eingeschlafen?"

Ron dachte darüber nach... Wieso war er wirklich eingeschlafen? Dann kam ganz langsam eine Erinnerung zurück. Er hatte eine Bohne gegessen. Eine silberne, schimmernde Bohne. Und sie hatte ihn in ein anderes Universum transportiert, wo die Dinge alle ganz anders abliefen...? Nein. Ron strengte sein Gehirn an... Was noch? Er war hier gesessen und hatte sich gewünscht, dass...

Ron riss die Augen auf. Er hatte sich gewünscht, dass er einen Einblick in das weibliche Gehirn hätte.

Genau in diesem Augenblick betrat eine Gruppe Mädchen die Bibliothek. Ron kam es vor, als wäre er in einem Hagelsturm voller Eulen gefangen. Zumindest zehn verschieden laute, weibliche Stimmen betraten seinen Kopf.

„Ich hasse den Geruch der Bibliothek..."

„Ich hoffe, er findet es nicht raus..."

„Ich kann nicht glauben, dass sie einfach..."

„...wirklich..."

„...nicht wahr?"

„...so staubig hier herinnen..."

Ron, dessen Augen so groß wie Teller waren, sah schnell von Madame Pince, der Bibliothekarin, zu der Gruppe Mädchen. Nicht eine von ihnen sprach, aber trotzdem hörte er etliche Stimmen in seinem Kopf. Madame Pince hatte sie noch nicht wieder rausgeworfen, was nur bedeuten konnte, dass sie sie nicht hören konnte. (Madame Pince zeigte extrem wenig Geduld für Leute, die nicht den Mund halten konnten.) Ginny sah ebenfalls ziemlich verwirrt aus.

„Ginny", flüsterte Ron, „kannst du das hören?"

„Was hören?", sagte Ginny. Dann sah sie zu, wie ihr Bruder aufstand und flüchtete.


Ron hatte bereits in Erwägung gezogen, in den Krankenflügel zu gehen, aber als er seinen Kopf durch die Tür steckte, sah Madame Pomfrey auf und sagte (oder dachte viel mehr): „Ich dachte schon, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis wieder ein Weasley zu mir kommen würde", ohne den Mund auch nur ein Mal zu öffnen. Ron warf die Tür hinter sich wieder zu.

Okay. Okay. Ron lehnte sich gegen die Tür zum Krankenflügel und atmete tief durch. Ganz langsam wurde er verrückt, wie es schien. Aber darüber braucht man sich keine Sorgen zu machen. Mittlerweile hätte er nur gerne gewusst, WAS IN MERLINS NAMEN DA VOR SICH GING?

Ron beschloss, dass es wirklich nur eine Person gab, zu der er gehen konnte. Er lief die Treppen hinunter.


tbc


Ü/N:
Alle Gedanken kommen hier in kursiv vor, aber ihr habt das ja sicher schon bemerkt, nicht wahr? Also, sagt mir, was ihr vom ersten Teil haltet! Reviewt!