Disclaimer: siehe vorheriges Kapitel...

Ü/N: Ich habe jetzt zwei gute und eine schlechte Nachricht für euch. Welche wollt ihr zuerst hören? Hm? Die guten? Oder doch lieber die schlechte zuerst? Ich glaube, ich fange mit der ersten guten an.

Also, dieses Kapitel wird nicht von mir aufgeteilt. Ihr könnt euch also auf ein superlanges Kapitel freuen. (Es ist das zweitlängste der ganzen Geschichte.)

Und jetzt zur schlechten Nachricht: What Witches Want ist mit Kapitel 6 beendet. Tut mir Leid, Leute...

Aber als Trost noch die zweite gute Nachricht: Es gibt noch mehr von Ron und Herm zu lesen, nämlich zwei Geschichten: Die 1. heißt „The Price of Love" und die ersten paar Kapitel sind bereits hochgeladen. Diese Geschichte wird viel länger sein als diese hier, deshalb poste ich auch noch eine 2., die etwas kürzer ist. Sie heißt „Secrets" und das erste Kapitel wird demnächst hochgeladen, sobald ich etwas weniger Stress hab. (Diese Geschichte ist mal ganz anders als das, was ihr gewohnt seid .)

Aber zuerst noch ein DANKE an meine großartigen Reviewer:

Ninaissaja: Tja, mit der Spannung ist leider gleich Schluss... Sorry, aber ich muss dich erst mal wirklich auf die ferne Zukunft vertrösten, bis ich wieder was Neues zu lesen hab für dich. Aber ich hab gesehen, dass du auch kürzlich wieder hochgeladen hast und da wierd ich demnächst mal vorbeischauen, ja? (Und Farin Urlaub ist doch der Gitarrist der Band, nicht wahr? . Ganz blöd bin ich auch nicht, obwohl ich normal nicht so auf die Ärzte fixiert bin...)

Josephine-19: Ach gern geschehen, falls ich halt die Zeit dazu habe, übersetze ich gerne. (Ist im Moment leider nicht der Fall...) Und der Kuss kommt auch noch, wenn auch nur indirekt, aber er kommt noch, keine Bange .

Also, bleibt mir treu und viel Spaß mit dem letzten Kapitel! (Ungekürzt natürlich ;-)

What Witches Want

Kapitel 6


Später konnte man Lavender und Parvati im Gryffindor Gemeinschaftsraum sehen (und hören), wie sie sich selbst zu der Rolle gratulierten, die sie in der „Wiedervereinigung" von Ron und Hermione gespielt hatten. Lavender war wieder ihr fröhliches Selbst und Ron hörte, wie sie Seamus glücklich erzählte, wie sie „einfach etwas unternehmen mussten, weil es ja so offensichtlich war, dass sie sich mögen."

Und obwohl Ron hasste, es zugeben zu müssen, wenn irgend etwas die Dinge noch mehr verändert haben könnte, als sie bereits verändert waren, dann das. Das war das zweite Mal, dass er dazu gezwungen wurde, sich vorzustellen, wie das Leben wohl ohne diese buschighaarige Besserwisserin sein würde. Der Unterschied lag nur darin, dass dieses Mal alles ganz seine Schuld gewesen wäre.

Um sicher zu gehen, spähte Ron nach rechts, wo Hermione saß und ein Buch las. Sie fühlte, dass er sie ansah, und blickte ihn mit einem rätselhaften was-willst-du-Blick an, den er nicht beantwortete. Ron starrte zurück auf seine Hände, hörte sie seufzen und sie fuhr fort, ihr Buch zu lesen.

Ron erinnerte sich an das erste Mal, als er Hermione beinahe verloren hätte. Es gab kaum Zeiten, in denen Harry nicht irgendwie in Gefahr war, aber mit Hermione war das... anders. Es war in ihrem zweiten Jahr in Hogwarts gewesen, als sie von einem Basilisken zu Stein verwandelt wurde. Und, was am schlimmsten war, weder Ron noch Harry waren bei ihr gewesen.

Als er sie das nächste Mal gesehen hatte, lag Hermione da auf dem Krankenhausbett, steif und still wie ein Brett aus Holz. Ihr Gesicht war leer. Ihre Augen waren weit offen und klar, unfokussiert und unbeirrt nach oben starrend. Sie sah aus, als ob die Gedanken in ihrem Kopf plötzlich aufgehört hätten zu arbeiten. Das hatte ihm am meisten Angst gemacht. Sie hätte genauso gut bereits tot sein können.

Niemand wusste davon, aber Ron war in dieser Nach zurück in den Krankenflügel geschlichen, weil es ihm nicht gelang einzuschlafen. Seine Gedanken drehten sich nur um die Kammer des Schreckens und Vielsafttränke. Fünf Minuten an ihrer Seiten waren genug gewesen. Als Harry am nächsten Tag angeboten hatte, in den Verbotenen Wald zu gehen, hatte er nicht gezögert.

Ron kam zitternd wieder aus seinen Gedanken heraus. Dann fiel ihm plötzlich auf, dass er instinktiv seinen Arm um Hermione gelegt hatte. Und ihre Wangen waren rosa.


„Hör auf damit", grummelte Ron, als Harry grinsend in ihren Schlafsaal hereinkam.

„Ich habe nichts gesagt." Harry zuckte so unschuldig wie möglich die Schultern und grinste immer noch, als er sich die Socken auszog und sie quer durch den Schlafsaal in seinen Koffer warf.

„Aber ich weiß, was du jetzt gerade denkst...", sagte Ron. Er saß aufrecht am Rand seines Himmelbettes. Sein Haar stand ab, wo er mit der Hand durchgefahren war. Er starrte hilflos hinunter auf seine Sammlung von Schokofroschkarten. Nicht einmal die konnten ihn ablenken. Als er das nächste Mal aufsah, trug er eine eher verzweifelte Miene auf dem Gesicht.

„Harry... wie bin ich so geworden? Was... Wie kann ich...?" Ron gab auf, rollte sich nach hinten und warf die Schokofroschkarten durch die Luft, während er etwas murmelte, das sich ziemlich wie „Mädchen" anhörte.

Eine der verstreuten Karten flatterte sanft nach unten und landete auf Rons Gesicht. Direkt vor seiner Nase zwinkerte ihm ein winkender Albus Dumledore von dem Foto aus zu. Anstatt sie wegzuschieben, fokussierte Ron sich auf das Bild, das ihn wissend anlächelte.

Das stimmt, erinnere er sich. Er wusste, was Hexen wollen.


Die nächste Nacht war wieder ein lauer Sommerabend. Ron war nicht überrascht, dass sie alleine an ihrer Lieblingsstelle auf den Hogwartsgründen saß, bei den Rosenbuschen. Hermione saß, ihre Knie umarmend, auf einer Bank.

„Was tust du da?" Ron ließ sich neben sie fallen. Plötzlich war er in einer außergewöhnlich guten Stimmung. „Warte, antworte nicht. Lass mich mal sehen... Du hast kein Buch dabei, also kannst du wohl schlecht lesen. Daher musst du... nachdenken. Dein zweitliebstes Hobby!"

„Deine Fähigkeit der Schlussfolgerung ist unglaublich", sagte Hermione. Sie lächelte ihn an, als sie dieses sarkastische Kommentar machte. „Aber ja, du hast Recht."

Ron bemerkte einen etwas besorgten Unterton in ihrer sonst so lebhaften Stimme. Er runzelte die Stirn.

„Hermione, geht es dir auch gut?"

„Hmm? Ja, bin nur ein bisschen..." Hermione verlor den Faden. „Heute ist nur einer dieser Tage." Sie zuckte die Schultern und versuchte, ein Lächeln heraufzubeschwören. Sie streckte gähnend ihre Beine aus.

„Also komm schon, worüber hast du nachgedacht? Raus damit. Kein Geheimnis ist sicher vor mir." Die Ironie hatte er genau getroffen und Hermione begann zu lachen.

„Und ich dachte, du wärst froh, mit fremden Gedanken abgeschlossen zu haben?"

„Bin ich auch. Wechsle nicht das Thema", sagte Ron, der selber galant das Thema wechselte und sich selbst mit seinem heiteren Tonfall überraschte. Hermione gab ihm einen rätselhaften, doch amüsierten Blick, bevor sie sprach.

„Ich habe über... Maifragonen nachgedacht...", sagte sie, während ihr Blick zufällig auf eines der besagten magischen Insekten fiel, das auf ein Blatt flog, das in der Nähe lag. „Wusstest du, dass sie nur einen Tag lang leben? Sie müssen einen Partner finden – du weißt schon, einen Gefährten – und nachdem sie sich zusammen getan haben, sterben sie."

Ron schüttelte den Kopf. Er war sich nicht ganz klar darüber, was er über all das denken sollte. Die beiden saßen für eine Weile in der Stille unter dem dunkel werdenden Sommerhimmel. Die Elfen kamen zurück und summten und glühten in den Büschen. Es herrschte Frieden.

Zumindest fast.

Weil Ron erinnerte sich plötzlich, warum er hier heraußen war. So in der Art. Er wusste, dass er im Gemeinschaftsraum gewesen war und Schach gegen sich selber gespielt hatte, als er plötzlich das Bedürfnis verspürte, Hermione suchen zu gehen. Aber nun, da er sie tatsächlich anblickte...

„Hermione, weißt du noch, im zweiten Jahr, als du von diesem Basilisken versteinert wurdest?"

Hermione drehte sich um, um ihn anzusehen, und nickte. „Warum?"

„Du... du hast mir damals eine Riesenangst eingejagt."

Hermione verstummte, ein unlesbarer Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. „Das hast du mir noch nie zuvor erzählt", sagte sie schließlich. Das hatte er ja auch nie, oder? Ron wurde niemals wegen solchen Dingen sentimental. Nicht wegen Hermione.

„Na ja, das hast du aber. Ich meine, ich war wirklich, wirklich besorgt. Dieser Tag war einer der schlechtesten in meinem Leben." Und trotzdem hatte es damals gerade erst angefangen. Ron holte tief Luft. Worauf wollte er hinaus? „Ich dachte bloß... Ich meine, ich wollte dir das gesagt haben."

Hermione sah ihn an und war nicht sicher, was sie sagen sollte. Wie auch immer, ihre Augen glitzerten und das bedeutete nur Eines: In einer eleganten Bewegung umarmte sie ihn. Das war ganz Hermione.

Und dann passierte alles auf einmal. Alle von Rons Sinnen erwachten, waren innerhalb von einer Sekunde lebendig. Der Geruch des Shampoos in ihrem Haar, ihre schwarzen Hogwartsroben, Hermiones vertrauter Geruch von Pfefferminze auf der Haut... Ein Mädchen. Eine Freundin.

„Hermione, ich will mich mit dir zusammentun und sterben", sagte Ron.


Ron war es nie schwer gefallen, sich auf ein Schachspiel zu konzentrieren, aber heute Abend wurde er gnadenlos getestet. Ihm gegenüber klebten Hermiones Augen auf dem Brett, wo sich zwei Armeen, in schwarz und in weiß, im Kampf gegenüberstanden. Sie machte diese seltsamen kleine Geräusche mit ihrer Zunge, die sie immer machte, wenn sie stark über etwas nachdachte.

Ron fand sie immer liebenswürdiger. Es war derselbe Mund, den er vor ein paar Stunden geküsst hatte. Dieser Mund, der ihn zurückgeküsst hatte, süß und tief. Das war natürlich alles gewesen, bevor sie beide vor Euphorie in Gelächter ausgebrochen waren.

Sogar Rons Schachfiguren waren an diesem Abend unüblich still. Na ja, das waren sie immer, wenn er gegen Hermione spielte. Sie wussten, es würde immer ein besonderer Sieg sein. Ron sah auf das Schachbrett hinunter, dann hinüber zu Hermione, die immer noch diese klickenden Geräusche machte. Nach etwas Nachdenken bewegte er sich. (Auf dem Schachbrett, um dies klarzustellen.)

„Dein Zug", sagte er und sah mit zwinkernden Augen auf. Ron ignorierte seinen Turm, der halb hustete und halb schrie. („Was zur Hölle glaubst du, was du hier tust? Bist du blind!)

„Genau", sagte Hermione und wog das auf, was sich vor ihr befand. Sie bewegte ihren Springer. „Schach matt."

Die Bedeutung ihrer Worte sank tief ein.

„Ron!", schrie Hermione. „Du hast mich gewinnen lassen!"

„Hab ich", sagte Ron, der gedankenverloren das Brett anstarrte, als ob er es jetzt erst bemerkt hätte. Er zuckte die Schultern und grinste sie an. Er genoss die Vielfalt der Ausdrücke, die über ihr Gesicht huschten. „Ach gut, das erste Mal, dass ich verliere, kann ich es tolerieren, weil die klügste Hexe unserer Generation gewonnen hat, oder?"

Hermione beäugte ihn verdächtig. „Ron, du hast mich nicht etwa mit Absicht gewinnen lassen, oder?", sagte sie, obwohl sie genau wusste, dass er das getan hatte.

„Ich? Mach dich nicht lächerlich, Hermione, ich tu doch nie so etwas Gentleman-mäßiges und Selbstloses."

Hermione schüttelte den Kopf und ihrer beiden Gedanken schienen sich um dasselbe zu drehen, wie sie herausfanden, als sie sich ans Feuer setzten. Da es Sommer war und ein Feuer im Kamin nicht unbedingt notwendig war, flackerten blaue und violette Flammen im Kamin anstatt den üblicherweise heißen, roten.

„Hermione?" So ungern er die angenehme, wohltuende Stille auch unterbrach, Ron war einfach neugierig.

„Hmm?"

„Vor einer Weile haben wir uns unterhalten und ich sagte, dass die Liebe schmerzhaft sein soll, erinnerst du dich?"

„Mmm", sagte Hermione unverbindlich.

„Na ja, ich halt schon. Und dann sagtest du – du dachtest, viel mehr – dass du darüber gut Bescheid weißt."

„Hab ich das?" Sie errötete. Also erinnerte sie sich doch.

„Ich hab mich nur gefragt... ob irgend etwas zwischen dir und Krum passiert ist, weil du das jetzt sagst? Du weißt schon, hat er dir weh getan oder so?"

Hermione sagte einen Augenblick lang gar nichts. Dann:

„Ron, damals habe ich nicht über Krum nachgedacht, ich habe an dich gedacht", sagte sie leise.

Sie beobachtete den geschockten Ausdruck auf seinem Gesicht, seufzte und begann dann zu lachen.

„Es ging immer nur um dich, Ron! Kapierst du das noch immer nicht, wo du doch eine Woche lang meine Gedanken hören konntest? Was muss ich sonst noch tun? Willst du es schriftlich haben?"

Ron traf ihren Blick und legte lächelnd einen Arm um sie.

„Okay, okay, war ja nur eine Frage."

„Gibt es da sonst noch etwas, das du mich über meine Gedanken fragen willst, wo wir schon dabei sind?", fragte sie.

Rons Grinsen wurde breiter, als er sich an die Teile erinnerte, die er während dieser schicksalsträchtigen Woche von Hermiones Gedanken „mitbekommen" hatte und über die er konsequent die vergangenen paar Nächte nachgegrübelt hatte. (Sowie auch während Professor Binns Stunden.)

„Nein, ich glaube, ich verstehe den Rest auch allein", sagte er und lehnte sich zu ihr. Ron fragte sich, was Hermione hinter diesen lächelnden braunen Augen dachte, aber zur gleichen Zeit genoss er das Gefühl, überhaupt nichts davon zu wissen.

Dann küsste er sie, weckte all seine Sinne noch einmal und genoss die elektrisierende Süße, die durch ihn hindurchfloss.

Nach all dem riskierte Ron es lieber nicht, zu tief in Gedanken zu versinken.

The End.