Du – Meine Mutter

Fortsetzung zu Du – Meine Tochter:

Maria Dolohov erfährt vom Tod ihrer Mutter und denkt zurück. Erinnert sich an die Dinge wie sie sie gesehen hat.

Minerva McGonagall begeht Selbstmord!

Die Verwandlungslehrerin und langjährige Gryffindor Hauslehrerin wurde gestern morgen tot im See von Hogwarts vorgefunden. Sie hatte sich in der vergangenen Nacht wohl aus Angst vor der neuerlichen Bedrohung, die vom Ministerium selbst noch nicht bestätigt wurde, selbst ertränkt. Albus Dumbledore versicherte zwar, dass dies nicht der Hintergrund dieser Verzweiflungstat war, konnte jedoch keinen anderen Grund benennen. Das Ministerium geht der Sache nach und ihre Exclusiv-Reporterin Rita Kimmkorn wird sie wie immer auf dem laufenden halten.

Du hast also am Ende doch nicht mit deinem Leben, deinen Fehlern, mit mir, auskommen können.

Ich sitze am Kamin und habe den Tagespropheten auf den Knien liegen aus dem ich gerade von deinem Tod erfuhr. Du gabst dich so stark, so unerschütterlich, aber innerlich warst du zerbrochen, nichts weiter als ein Wrack!

Ich bedaure dich nicht, ich freue mich nicht, ich empfinde nichts.

Nicht gerade das Gefühl, das eine Tochter nach dem Tod ihrer Mutter haben sollte!

Ich bin das schwarze Schaf der Familie.

Ich brach Regeln und Traditionen.

Ich, die Todesserin.

Ich, Maria Dolohov.

Mein Mann Antonin verschwand heute schon früh in seinem Arbeitszimmer.

Mein Mann, ja.

Du konntest ihn nie ausstehen. Du mochtest ihn nicht, da er anders war. Anders als du es dir für mich ausgedacht hattest.

Ich bin das schwarze Schaf der Familie.

Ich brach Regeln und Traditionen.

Ich, die Todesserin.

Ich, Maria Dolohov.

Ich lehne mich in meinem Sessel zurück. Draußen regnet es und ich rufe mir alte Erinnerungen in den Sinn. Erinnerungen die ich schon fast gänzlich vergessen hatte.

Du hast mich auf dem Schoß. Es ist mein fünfter Geburtstag. Vor mir auf dem Tisch liegen die Geschenke und dazwischen eine große Geburtstagstorte. Ich möchte von meiner Torte probieren und nehme mir in Ermangelung einer Gabel etwas mit dem Finger.

Plötzlich schlägst du mir auf meine Hand und fährst mich an, dass man so etwas nicht mache. Ich versuche nicht zu weinen. Meine Mutter erlaubt mir noch nicht mal an meinem Geburtstag einmal die Regeln zu brechen.

An meinem großen Tag!

Meine Gedanken schweifen ab.

Ich spiele mit meiner Freundin auf dem Rasen hinter dem Haus. Sie ist neu, ihre Eltern sind meistens in schwarz gekleidet. Die Nachbarn flüstern sich böse Dinge über sie zu. Mich stört das nicht. Ich habe eine neue Freundin gefunden.

Du trittst aus der Tür, siehst uns und erstarrst.

Dann kommst du mit großen Schritten auf uns zu, packst mich grob beim Arm und schnauzt meine neue Freundin an sie solle sich hier nie mehr blicken lassen. Sie läuft weg.

Ich schreie, trete, beiße dich, doch es hilft nichts.

Du hast befunden, dass sie nicht gut für mich ist.

Ich bin das schwarze Schaf der Familie.

Ich brach Regeln und Traditionen.

Ich, die Todesserin.

Ich, Maria Dolohov.

Meine Finger krallen sich vor Wut in die Zeitung und zerknüllen sie. Ich atme tief durch, versuche mich zu beruhigen. Erst dann lasse ich eine neue Erinnerung in meine Gedanken.

Meine Einschulung in Hogwarts.

Du warst stolz, hattest mir schon ein halbes Jahr vorher täglich gepredigt, dass ich sicherlich nach Gryffindor kommen würde. Du regst mich auf!

Das Bild vor meinen Augen wechselt.

Ich sitze auf dem Hocker in der großen Halle und habe den Hut auf. Ich denke an deine Predigten und wünsche mir aus Trotz das genaue Gegenteil, ich wünsche mir mit meinem ganzen Willen, heute weiß ich, dass ich es auch mit dem Herzen wünschte, ich möge nach Slytherin kommen.

Der Hut zögert nicht.

Er war damals der Einzige der mich wirklich kannte.

Du siehst aus wie ein Geist, wankst ein bisschen als ich mit einem Lächeln aufstehe, dir den Hut in die Hand drücke und dann zu meinen Kameraden gehe.

Du hattest mir immer gesagt was ich zu tun und zu lassen hätte, ich hatte es satt!

Du wolltest, dass ich dein Leben lebe, nur ohne die Fehler die du gemacht hast. Es ekelte mich an und ich brach aus.

Langsam aber sicher entfernte ich mich von dir.

Du bist mir zuwider!

Du bist immer und überall. Möchtest über alles Kontrolle haben, aber ich fing an mich zu wehren. In Slytherin lernte ich neue Menschen kennen, meine Freunde, meinen Mann.

Ich bin das schwarze Schaf der Familie.

Ich brach Regeln und Traditionen.

Ich, die Todesserin.

Ich, Maria Dolohov.

Sie zeigten mir eine neue Welt in der ich akzeptiert wurde, in der mir niemand vorschrieb wie ich zu leben hatte.

In dieser Zeit hast du mich verloren, aber du wolltest es nicht einsehen. Jetzt bist du tot.

Du warst meine Mutter, bist es aber schon lange nicht mehr.

Bist es nicht mehr, seit Slytherin mich aufnahm. Das einzige wofür ich dir danke ist, dass du mir das Leben schenktest.

Für mehr aber auch nicht!

Für dich liebte ich den falschen Mann, kleidete mich falsch, sprach falsch, hatte falsche Überzeugungen, ich war falsch, war nicht so wie du es dir gewünscht, geplant hattest.

Ich folgte meinem Mann nach Askaban, weil ich ihn liebe. Das hast du nie verstanden, du wusstest nie was wahre Liebe ist.

Ich bin das schwarze Schaf der Familie.

Ich brach Regeln und Traditionen.

Ich, die Todesserin.

Ich, Maria Dolohov.

Ich empfinde nichts, wenn ich an dich denke, noch nicht mal mehr Hass.

Du hast mich verloren und nie mehr wiedergefunden.

Du, Hauslehrerin von Gryffindor.

Du, die Frau die mir das Leben schenkte.

Du, die Frau die ich am meisten hasse.

Du, Minerva McGonagall.

April 05 Rubinonyx

Vielen Dank für alle die mir bis jetzt reviewt haben! knuddel

Ich weiß wie schwer es ist auf diesen kleinen Button zu drücken und irgendwas zu schreiben, trotzdem, egal ob die Story euch gefallen hat oder nicht, ich freue mich über jeden einzelnen Review riesig! Und wenn ihr auch eine E-Mail habt schreibe ich mit 98 iger Sicherheit auch zurück!

Also, bis bald,

kisses

Rubinonyx