Disclaimer: Zuerst mal... ich denke es ist inzwischen klar. Mir gehört weder Harry Potter, noch seine Freunde oder die Welt ringsherum, das ist alles auf dem Mist von J.K. Rowling gewachsen. Einzige Ausnahme bilden die Charaktere, die ich hier einführe. Ich habe keine komerziellen oder finanziellen Interessen... blah blah blah... alles just for fun, euren und meinen, so enjoy it!

AN: Hah, ich kann förmlich hören, was euch gerade durch den Kopf geht! "Schon wieder ne neue Story? Der hat doch noch nicht mal die alte fertig!" Falsch! Das hier ist die 'alte' Diese Story habe ich schon vor Jahren angefangen zu schreiben, ich denke kurz nach 'A Sixth Year Story' und Grundlage dafür war eigentlich nur das pairing. Nun, zwei treue Leserinnen haben mich so lange getriezt, bis ich die Story zu Ende geschrieben habe... und ich dachte mir, wenn ich schon so weit bin, kann ich sie auch posten. Zudem kommt bald HP6 und all meine Stories, auch die vielen noch in Arbeit basieren auf HP5, obwohl mich das nicht allzu sehr stört.

Well, Harry wird sich hier der dunklen Magie öffnen, wird aber nicht böse werden und er tritt sein politisches Erbe an. So, genug der Vorworte! Lest es oder nicht, aber wenn ihr es lest, habt Spaß! Und drückt ein Auge zu! Wie gesagt, dass ist eine meiner ersten Stories.

Dunkel heißt nicht Böse!

Kapitel 1 Die Falle

„Crucio" ertönte die Stimme Malfoys wiederholt. Harry krümmte sich vor Schmerzen am Boden des Parks. Er wurde nun schon seit einer Stunde hier im Park in Surrey gefoltert. Dudley hatte ihn hierher gelockt. Mit einem fiesen Grinsen stand er neben den vier Todessern und sah zu, wie Harry gequält wurde.

Sie hatten ihn mit Schmerzflüchen belegt, so wie auch in diesem Augenblick. Sie hatten ihm beide Beine mit Reduktorflüchen zertrümmert, damit er nicht weglaufen konnte und Dudley selbst hatte ihm mit einem Baseballschläger den rechten Oberarm gebrochen.

„So du Freak!" hatte er gerufen, „Wir werden dich endlich los und mein Dad bekommt auch noch eine Menge Geld dafür."

Harry hatte anfangs gar nicht begriffen, was geschehen war, er hatte Dudley nur verwirrt angeschaut, doch dann traf ihn schon der Baseballschläger und kurz darauf erschienen vier Todesser... sie waren appariert und im selben Moment hatte ihn schon der erste Cruciatus-Fluch erwischt.

Malfoy hatte gesagt, sie würden ihn so lange foltern, bis er starb.

Toller erster Ferientag dachte sich Harry noch, bevor er vom nächsten Cruciatusfluch getroffen wurde. Doch das war noch nicht alles, sie hatten diverse andere Flüche an ihm „ausprobiert".

Blut lief über seinen Rücken, seine Arme und Beine. Seine Wahrnehmung, ja, seine gesamte Welt bestand nur noch aus Schmerz. Er betete, dass es endlich vorbei wäre, dass er erlöst wurde... dass er starb.

Sein Schutz, der eigentlich durch den Orden gewährleistet werden sollte, hatte versagt. Kurz nachdem die Todesser in den Park appariert waren, brachte einer einen gefesselten und geknebelten Remus Lupin zu ihm.

„Das Beste daran ist, Lupin hier wird sich alles mit ansehen müssen und dann schicke ich ihn zurück zu Dumbledore und seinem fantastischen Orden, damit er ihm berichten kann, wie grausam und elendig du zugrunde gegangen bist." waren Malfoys Worte, die von einem eiskalten Lachen begleitet wurden.

Und schon wieder traf ihn ein Crucio. Harry sah Remus in die Augen, er war leichenblass und Tränen liefen ihm in einem fort über seine Wangen. Harry schloss die Augen.

„Crucio."

Der Schmerz schien endlos anzudauern. Seine Haut schien in Flammen zu stehen und gleichzeitig fühlte es sich an, als würde sie langsam von seinem Körper geschält. Seine Knochen schienen aus flüssigem Eisen zu bestehen und spitze Nadeln schienen sich in sein Fleisch zu bohren. All seine Muskeln verzerrten sich in qualvollen Schmerzkrämpfen. Er konnte nicht mehr Schreien, seine Stimme hatte schon längst versagt. Ab und an trat sein lieber Cousin Dudley auf ihn ein und die Todesser lachten hämisch über seine Schwäche.

‚Knack' schon wieder war eine Rippe gebrochen. Er hörte nur noch das krankmachende Geräusch – Knack – der Schmerz ging in den Folgen des Cruciatus-Fluches unter.

Zehn Minuten später war er nicht mehr in der Lage zu denken... sein Verstand hatte abgeschaltet. Er spürte noch immer die Schmerzen, doch er konnte irgendwie nicht mehr handeln... denken... nur noch fühlen.

Wann würde es endlich enden?

Plötzlich ertönte ein Crack neben ihm und kurz darauf verlor er endlich das Bewusstsein.

Als er langsam die Augen öffnete, sah er nur rot. Er tastete nach seiner Brille, doch er fand sie nicht. Dafür stellte er fest, dass er in einem ziemlich großen Bett lag, das scheinbar mit Seidenbettwäsche bezogen war. Das Rot über seinem Kopf musste das Dach des Bettes sein.

Er versuchte nach Hilfe zu rufen, doch nur ein heiseres Krächzen entschlich sich seinem Mund. Er hörte wieder dieses vertraute ‚Crack' und als nächstes vernahm er eine piepsige Stimme... so konnten nur Hauselfen sprechen.

„Master Potter ist erwacht! Oh Tinky ist so glücklich. Böse Tinky! Hat Befehl von Professor Dumbledore missachtet. Aber Tinky ist Master Potters persönliche Elfe und muss ihren Meister doch beschützen!" sie fing an zu weinen und mit dem Kopf gegen den Bettpfosten zu schlagen. Harry hob seine Hand und krächzte erneut. Sie hielt ein.

Er bedeutete ihr mit Gesten, dass er was zu schreiben benötigte.

Sie reichte ihm Pergament und eine Feder.

„Du bist Tinky? Und meine persönliche Elfe?" schrieb er und hielt ihr das Pergament vor die Nase.

„Oh ja. Master Potters Dad hat Tinky jungem Harry Potter zum Geschenk gemacht, als er ein Jahr alt wurde." sagte sie und nickte eifrig.

Kalte Wut auf Dumbledore machte sich in ihm breit, doch er riss sich zusammen. Sein Zorn würde ihm hier nicht helfen.

„Wieso habe ich dich dann nie gesehen?" schrieb er, nachdem er sich etwas gefasst hatte.

„Professor Dumbledore hat es verboten. Böse Tinky..."

Harry unterbrach sie mit einer Geste. Er war stinkwütend. Hätte er vor einem Spiegel gestanden, hätte er sehen können, wie seine Augen von einem inneren Feuer aufzuleuchten schienen. 'Wieder eines von Dumbledores Geheimnissen, wie kam der Alte nur dazu, ihm seinen Besitz vorzuenthalten?' dachte er sich verbittert.

Dann kam ihm eine Idee.

„Du gehörst mir?" schrieb er. Tinky nickte eifrig.

„Wieso befolgst du dann Befehle von Dumbledore? Du brauchst keinen seiner Befehle befolgen, wenn du mir dienst." kritzelte Harry eilig auf das Papier.

Die ohnehin schon großen Augen der Elfe weiteten sich entsetzt. Sie weinte schon wieder.

„Tinky hätte Master Potter die ganzen letzten fünfzehn Jahre dienen können? Oh einfältige Tinky. So einfältig. Hört auf Professor Dumbledore, obwohl Master Potter Tinkys Herr ist..."

Harry unterbrach sie erneut und schrieb: „Es ist nicht deine Schuld Tinky. Wo sind wir?"

„Master Potter ist in Potter Manor!"

Harry sah sie fragend an.

Dann erst stellte er fest, dass er Verbände hatte und irgendjemand musste ihn geheilt haben.

„Wer hat mir geholfen? Was ist überhaupt passiert?" schrieb er.

„Master Abraxas hat Master Potter geheilt. Soll Tinky ihn holen?"

Harry nickte.

Tinky verschwand und erschien kurz darauf mit einem Mann, der nur unwesentlich jünger als Dumbledore aussah, doch als Harry ihm in die Augen sah, lief es ihm kalt den Rücken herunter... sie strahlten Macht aus, die sogar Dumbledore Konkurrenz machte und sie wirkten hart, hart und dennoch weise.

„Master Potter! Sie sind erwacht." stellte der Mann mit einer leichten Verbeugung fest.

Harry starrte ihn verblüfft an, unfähig zu reagieren.

„Oh, ich vergaß mich vorzustellen, ich bin Ignatius Abraxas, zu euren Diensten. Hier, trinken sie das. Es wird ihre Stimmbänder heilen, doch sie müssen mir versprechen nur sehr leise zu sprechen. Wenn sie sich überanstrengen, wird es nur schlimmer."

Harry nickte und kippte den Trank hinunter. Er schmeckte gar nicht mal so schlecht.

„Danke" sagte er und zu seiner Überraschung hatte er das tatsächlich laut gesagt. Seine Stimme hörte sich noch etwas heiser an und sein Hals kratzte, aber er konnte wieder reden.

„Ich... ich kann nicht viel sehen. Meine Brille..."

„Ihre Brille wurde zerstört, Master Potter, ebenso wie ihr Zauberstab, fürchte ich. Doch ersterem kann ich abhelfen. Ich habe ein Elixier, das ihre Augen heilen wird. Es muss aber über Nacht wirken. Ich gebe es ihnen später, einverstanden?"

Harry nickte.

„Ähm... was ist geschehen?" fragte er.

„Nun, das wissen sie wohl am besten. Ich kann ihnen nur sagen, dass Tinky gespürt hat, dass sie in Gefahr waren und sie geholt hat. Sie sahen ziemlich mitgenommen aus, wenn ich ehrlich bin. Tinky hat mir berichtet, dass sie von vier schwarz gewandeten Zauberern und einem Muggel gefoltert wurden. Mehr weiß ich auch nicht."

„Oh..." Harry schluckte stark, als die Erinnerungen auf ihn einprasselten.

„Wie.. wie lange war ich bewusstlos?"

„Drei Tage. Es ist weitestgehend alles verheilt. Sie werden jedoch vorerst einige Narben auf ihren Armen und Beinen behalten. Sie werden allerdings im Laufe der nächsten vier bis fünf Jahre verschwinden."

Kalte Wut stieg erneut in Harry auf, als er nickte. Mit kalter Stimme sagte er: „Das ist gut so. Die Narben werden mich daran erinnern, dass ich noch einige Rechnungen zu begleichen habe."
Ignatius nickte, „Vernünftige Einstellung, solange sie daran denken, dass Rache am besten kalt serviert wird.."

„Ähm... darf ich fragen, wer sie eigentlich sind und wieso sie mich mit Master anreden?"

„Oh, ich dachte mir schon, dass sie das nicht wissen. Sie wissen, wer ihr Vater war?"

Harry nickte.

„Und wer ihr Großvater väterlicherseits war?"

Nun schüttelte Harry den Kopf.

„Ihr Großvater war Henry Potter. Sowohl er, als auch James standen absolut auf der Seite des Lichts und verabscheuten alles, was dunkle Magie war. Doch das war nicht immer so bei den Potters, ihr Urgroßvater war Abraham Potter. Sagt ihnen das was?"

„Ähm... nein."

„Er war auch unter dem Namen Grindelwald bekannt."

Harry stand der Mund offen, „Aber..."

„Er war nicht böse, Master Potter. Aber er war ein Anwender der dunklen Künste, ja sogar ein Meister. Er wendete alles an, was es an Magie gab. Für ihn war Magie ein Werkzeug, nur der Zweck entschied für ihn, ob es gut oder böse war und ich für meinen Teil sehe es auch so."
"Aber wieso... ich dachte, er war genau so ein böser Zauberer wie Voldemort?" Zu sagen, dass Harry verwirrt war, wäre mehr als nur untertrieben gewesen.

„Nein, Grindelwald hat erkannt, was Hitler war... ein fanatischer Muggel, der etwas über die Welt der Zauberer herausgefunden hat. Er war nicht wirklich hinter den Juden her, obwohl er die auch hasste... nein, sein Hauptziel waren Zauberer. Grindelwald war der einzige, der das erkannt hat und entschloss sich, in den zweiten Weltkrieg einzugreifen. Er sammelte Gefolgsleute und begann seinen eigenen Krieg gegen Hitler und seine Anhänger und auch seine Spione. Daher sah es so aus, als hätte er auch einige Engländer und Franzosen getötet. Und da er auch dunkle Magie anwandte, hielten ihn die ach so ehrenwerten Zauberer des Lichts für böse und fabrizierten eine Story über ihn, die ihn wie einen dunklen Lord aussehen ließ. Und wie sie sicher wissen, schreiben die Gewinner die Geschichte."
"Bedeutet das denn nicht, dass er böse war?"

„Dunkle Magie heißt noch lange nicht, dass der Anwender böse ist, Master Potter. Es ist lediglich eine Art der Magie. Sie ist gefährlich, sowohl für das Opfer als auch für den Anwender. Sie kann süchtig machen, wenn man ihr verfällt. Mit einem starken Willen, besteht die Gefahr allerdings kaum. Voldemort jedoch ist böse. Er tötet aus Spaß, ohne Grund und sein Lebensinhalt besteht aus Qual... kurz gesagt, er ist wahnsinnig. Das ist ein gewaltiger Unterschied."

„Wieso sprechen sie mich eigentlich mit Master an?"

„Ich war die rechte Hand ihres Urgroßvaters. Er hat mich und meine Familie vor einem schlimmen Schicksal gerettet... ich war der schwarzen Magie bereits verfallen und stand kurz davor meine eigene Familie auszulöschen. Er hat das verhindert, doch er hat mich nicht vernichtet, er hat mich von der Sucht befreit und dafür habe ich mich ihm und seinen Nachfahren verschworen. Ich stehe nun in ihren Diensten und nachdem was ich bisher über sie erfahren habe, ist es mir eine ganz besondere Ehre."

„Mir würde es besser gefallen, wenn sie mich Harry nennen würden und duzen würden."

„Es ist mir eine Ehre, aber nur wenn du mich Ignatius nennst."

„Oh... äh... einverstanden." stammelte Harry.

„Mir fällte gerade etwas ein, wissen sie zufällig, was aus Remus Lupin geworden ist, er war gefesselt und musste mitansehen, wie ich gefoltert wurde."

„Ich meinte das ebenfalls mit dem 'Du'. Oh und Mr. Lupin. Der ist wieder im HQ des Ordens. Ich glaube, einer der Muggel hat die Polizei alarmiert und daraufhin sind die Todesser und dieser Muggel verschwunden. Ich habe Lupin dann befreit, so dass er sich selbst retten konnte."

„Danke. Was ist Potter Manor? Ich dachte meine Eltern hätten in Godrics Hollow gewohnt?"

„Haben sie ja auch und das Haus dort wurde zerstört. Für die Potters war Godrics Hollow aber mehr eine Sommerresidenz. Deine Eltern haben dort aus zwei Gründen gewohnt, zunächst mal war es im Bereich der Muggel und so konnte deine Mum die Annehmlichkeiten der Muggel wie Elektrizität etc. nutzen und zum anderen wirkt das Manor auf einige etwas... nun ja, dunkel zumindest von außen. Hinzu kommt, dass man hier an alle Potters erinnert wird und wie du dir sicher denken kannst, wollten dein Vater und dein Urgroßvater nicht unbedingt an Grindelwald erinnert werden. Dein Großvater war noch nicht so ablehnend, aber dein Vater wurde von Dumbledore so weit manipuliert, dass er Grindelwald verabscheute."

„Ja, das kann Dumbledore gut, nicht wahr?" fragte Harry wütend.

„Ich sehe, du hast auch schon deine Erfahrungen gemacht." sagte Ignatius bedauernd.

„Ja, leider habe ich keine Wahl, bis ich volljährig bin." seufzte Harry.

„Oh, dem können wir abhelfen." erwiderte Ignatius amüsiert.

Harrys Kopf flog nach oben, „Wie das?"

„Es gibt Situationen, da wird einem Zauberer die Volljährigkeit bereits mit sechzehn gewährt und das hat den Vorteil, dass du dein Erbe endlich antreten kannst." sagte Ignatius lächelnd.

„Wie können wir das erreichen?" fragte Harry begeistert, seine Wut machte Entschlossenheit Platz.

„Ich beauftrage unseren Anwalt und er wird das Regeln... ein bisschen Geld wird die Beamten schon überzeugen."

„Bestechung?" fragte Harry vorsichtig.

„Stört es dich?" fragte Ignatius mit funkelnden Augen.

Harry überlegte kurz. Was war eigentlich so schlimm daran? Wenn er es nicht tat, tat es ein anderer und es war nicht seine Schuld, wenn sich irgend jemand bestechen ließ, oder? Warum sollte er die Schwäche der anderen nicht nutzen, die 'Bösen' machten es doch auch.

„Nein, nicht wirklich. Ähm... wie viel Geld habe ich eigentlich?"

„Mach dir keine Sorgen Harry. Ich habe genug Geld und was du in deinem Verließ hast, mag für andere viel sein, doch das ist nur für deine Ausbildung bestimmt gewesen und ist überdies nur das, was deine Eltern angespart haben. Dumbledore hatte deinen Vater soweit im Griff, dass er sein Erbe ausgeschlagen hat... die Potters stammen von den Gryffindors ab und sie sind eine der reichsten Familien, die es gibt. Merlin sei dank lassen sich die Goblins selbst von solch Erscheinungen wie Dumbledore nicht manipulieren... er hätte sicher das Geld gerne für sich beansprucht. Wenn es dir besser geht, besuchen wir mal dein Familienverlies, wenn du willst."

„Und ob. Ich will alles wissen, was Dumbledore vor mir verbirgt." sagte Harry und er musste sich konzentrieren, um leise zu sprechen, damit seine Stimmbänder nicht angegriffen wurden.

„Schön, wie kann ich dir sonst noch helfen?"

„Kannst du mich ausbilden?"

„Worin?"

„Alles was mir hilft, Voldemort zu besiegen und mich unabhängig von Dumbledore und dem Orden zu machen?"

„Auch dunkle Magie?" fragte Ignatius ernsthaft und ohne Wertung.

Harry schwieg und überlegte einige Minuten.

„Alles, was nötig ist!" sagte er dann entschlossen.

„Wie du willst. Ich meinte, was ich sagte, dunkel heißt nicht böse. Nur der Zweck, für den du es anwendest, bestimmt das. Was meinst du, wie Dumbledore deinen Urgroßvater getötet hat?"

Harrys Zähne knirschten, „Richtig, er war es ja, der Grindelwald getötet hat. Ich nehme mal an mit dem Avada Kedavra?"

„Richtig und er hat es aus dem Hinterhalt getan. Er hätte ihn sonst nie besiegt. Das schlimmste daran ist, dass Grindelwald gerade dabei war, ein Haus voller Zauberer vor dem SS-Anti-Magie-Team zu retten. Gegen Grindelwald war Dumbledore nur ein Klacks, selbst ich würde mich halbwegs gegen Dumbledore behaupten können." Harry spürte den Zorn von seinem neuen Mentor und mit ihm die Aura kalter Macht, die diesen alten Zauberer umgab.

„Wie... wie kann ich auch so mächtig werden?" fragte Harry schließlich neugierig.

„Hmm... zunächst mal bist du schon sehr mächtig, Harry. Und dann... nun es gibt einige Tränke und Rituale, die sowohl die Macht, als auch deine Aufnahmefähigkeit für Wissen steigern. Aber alles hat einen Preis." fügte Ignatius ernst hinzu.

„Der wäre?"

„In diesem Fall... Schmerz. Und wenn du zu weit gehst, verlierst du die Fähigkeit, zu empfinden, zu fühlen... zu lieben. Und wenn du darüber hinaus zu weit gehst, wirst du so wahnsinnig und böse wie Voldemort. Du würdest das aufgeben, was dich menschlich macht."

„Nun, das möchte ich vermeiden. Ich habe vor, nach Voldemort ein Leben zu führen und eine Familie zu gründen... ein normaler Mensch zu sein. Aber bis zu der Grenze könnte man gehen? Es ist ja nicht so, dass ich noch keine Schmerzen gewohnt wäre, oder?" fragte Harry in einem sarkastischen Anflug von Humor.

„Wohl wahr." seufzte Ignatius. Ihm schien der Gedanke nicht zu gefallen, dass sich Harry diesem schmerzhaften und gefährlichen Ritual aussetzen wollte, „Doch bei aller magischer Macht brauchst du das nötige Wissen. Und eines solltest du schnell realiesieren! Du hast etwas, was dein Großvater nicht hatte, du bist ein Held, du bist reich und du hast eine Menge Einfluss. Obwohl du große magische Macht hast und noch mehr haben wirst, ist deine wahre Macht, deine wahre Waffe gegen Dumbledore und auch Voldemort die Politik!" sagte Ignatius eindringlich, „Du kannst nicht allein kämpfen, denn sie kämpfen auch nicht allein.

Harry ließ den Gedanken erst mal sacken. Seine erste Reaktion war Abneigung, doch dann leuchteten seine Augen auf und er nickte entschlossen. Wenn das der Preis war, dass er seinen Ruhm nutzen musste, würde er es tun, wenn er sich damit an allen rächen konnte.

„Außerdem Okklumentik. Wenn ich Intrigen plane und im Spiel der Macht teilnehme, muss ich meine Geheimnisse schützen können." stellte Harry sachlich fest.

„Ich bringe dir das als erstes bei und auch Legilimens. Ich mache dir einen Stundenplan, Harry und du sagst mir, was du davon hältst. Wir müssen anfangs etwas langsamer vorgehen, du musst erst richtig heilen und wir werden auch weiße Magie lernen, nicht nur die dunklen Künste und ich werde dich in der Politik schulen."

„Wie lange werden wir brauchen?"

„Hmm... vielleicht ein Jahr... wenn wir einen Time-Turner einsetzen."

„Ein Jahr?" fragte Harry nachdenklich und lehnte sich zurück, „Besteht die Möglichkeit, dass ich nach dem Jahr nach Hogwarts zurückkehren kann um meine Abschlussprüfungen zu machen?"

„Deine Ausbildung umfasst auch den Stoff, der in der Schule gelehrt wird, sogar das siebte Schuljahr. Ich denke, wenn du deinen Einfluss bei Dumbledore ausnutzt und deinen Stand in der Öffentlichkeit, sollte das kein Problem sein. Eventuell wird dich Dumbledore ein paar Prüfungen machen lassen. Zudem können wir sicherlich den Schulrat überzeugen." fügte Ignatius noch hinzu und zwinkerte Harry zu.

„Also dann... abgemacht. Ich möchte auch Animagus werden."

„Ich weiß." erwiderte Ignatius lächelnd.

„Haben wir Leute, die für uns arbeiten?" fragte Harry nachdenklich.

„Ja, einige... Angestellte, Rechtsanwälte... Spione und du kannst sicher noch einige der alten Familien auf deine Seite bringen, denn die meisten sind eigentlich neutral."

„Spione?"

„Ja, beim Orden und bei den Todessern."

„Das ist interessant. Ich möchte, dass ihr die Dursleys im Auge behaltet... ich habe noch das eine oder andere Wort mit ihnen zu reden..." Harrys Augen funkelten bedrohlich.

„Das habe ich schon veranlasst, Harry. Sie sind dabei, umzuziehen..."

„Was meinst du mit den alten Familien?"

„Nun, du hast viele Feinde bei den radikaleren Purblutfamilien, doch es sind nicht alle so. Das Ministerium ist noch unter Fudges Kontrolle, dir also allgemein auch nicht wohlgesonnen."

„Dagegen müsste man was unternehmen."

Ignatius Augen funkelten, „Du gefällst mir von Minute zu Minute besser, Harry. Dein Urgroßvater wäre stolz auf dich gewesen. Vielleicht schaffen wir das ja. Aber wir müssen uns einen guten Nachfolger ausdenken."

Harry nickte.

„Weiter, wie ich deiner Attitüde entnehmen kann, stehst du nicht mehr unbedingt auf Dumbledores Seite, das heißt, du musst dir woanders Unterstützung suchen. Das lässt uns hauptsächlich die alten Familien, die nicht auf Voldemorts Seite stehen und größtenteils neutral sind. Sie werden im Allgemeinen als die Grauen Häuser bezeichnet. Wie du dir denken kannst, gibt es noch die schwarzen Häuser und die des Lichts. Die Grauen Häuser stellen eine nicht unbedeutende Macht dar."

„Was muss ich tun?"

„Zunächst mal werden wir dein Wissen über die Geschichte und die Traditionen der Zauberer auffrischen und dann zeige ich dir, wie du das Wissen umsetzen kannst. Vor allen Dingen, werde ich dich mit der Geschichte der Potters vertraut machen, natürlich gehört etwas Etikette dazu, Harry."

„Etikette? Du willst aus mir also einen Snob machen, wie Malfoy?"

Ignatius lachte, „In der Tat, doch das ‚snobische' Verhalten kann dir sehr weiterhelfen, zumindest wenn du dich in vornehmer Gesellschaft befindest, was aber nicht bei allen unseren Vorhaben der Fall sein wird."

„Wenn du es so ausdrückst, kein Problem. Wieso haben eigentlich alle mächtigeren Zauberer lange Haare?"

„Das gehört mit dazu, der beherrschende Mann eines Hauses, also das Oberhaupt einer Familie, zeigt seinen Status durch sein langes Haar."

„Also sollte ich mir auch die Haare wachsen lassen?"

„So ist es. Es gibt Sprüche, die das erledigen, aber besser wäre es, wenn wir es mit Hilfe von einem Trank, was etwas länger dauert, aber gesünder ist für das Haar."

„Ok. Akzeptiert. Erzähl mir noch etwas über Grindelwald, wie er wirklich war... als Mensch." sagte Harry nach einer Weile.

„Oh, er war großherzig und gutmütig, aber er konnte auch verbissen und gnadenlos werden, wenn er seine Ziele erreichen wollte und er war ein harter Anführer..."