Disclaimer: Wie immer, Harry Potter und die anderen aus den Büchern bekannten Charaktere und Schauplätze gehören J.K. Rowling und leider nicht mir. Ich habe keine komerziellen Interessen und verdiene kein Geld damit.

Disclaimer 2: Diese Story ist im übrigen nur zu einem geringen Teil auf meinem Mist gewachsen, obwohl ich sie geschrieben habe. Ich schreibe hauptsächlich um die grundlegenden Ideen herum, sozusagen. Nahezu alle Ideen für die Story kommen von Lonelyloner und seiner Tochter Smile, also dankt ihm für die Story! Ich leite natürlich alle Reviews an ihn weiter.

Ach ja... DANKE LONELYLONER UND SMILE für die guten Ideen! Es ist Fun mit euch zusammenzuarbeiten!

Die Hüter Britanniens Kapitel 1 – Die Erbin von Morgana Le Fey

Es war ein warmer, jedoch Gott sei dank nicht allzu heißer Sommertag in Surrey, einem Vorort von London. Ein Teenager mit wirrem Nacht-schwarzem Haar lag auf seinem zu kleinen und durchgelegenen Bett. Er hielt ein Buch in der Hand und las es hoch konzentriert. Doch es war kein gewöhnliches Buch, sondern eines über das Erschaffen von Zauberstäben. Dieser Junge war bei weitem kein gewöhnlicher Junge, sondern ein junger, noch nicht voll ausgebildeter Zauberer. Er würde nach diesem Sommer sein sechstes Jahr in Hogwarts beginnen. Und dieser Junge war in der ganzen Welt der Zauberer bekannt unter dem Namen Harry Potter, oder auch 'Der Junge der lebt'

Plötzlich flatterte ein dunkelbrauner Falke durch das offene Fenster in sein kleines Zimmer.

Harry lächelte, denn er kannte diesen Vogel inzwischen zu gut. Nur Luna konnte auf die Idee kommen, einen anderen Vogel als eine Eule für ihre Post zu benutzen.

Harry streckte den Arm aus und der prächtige Vogel landete sanft auf dem Arm.

„Hallo Angelus." sprach Harry den Falken mit dem Namen an, den ihm Luna gegeben hatte.

Er befreite den Vogel von seiner Last und runzelte die Stirn, er hielt zwei Briefe und nicht nur einen. Alarmiert griff Harry zu seinem Nachttisch herüber. Dort lagen zwei Zauberstäbe.

Er vergewisserte sich, dass er den richtigen gegriffen hatte, das war nicht sein treuer Zauberstab mit der Phönixfeder, sondern ein schwarzer aus Ebenholz. Unbemerkt von den anderen hatte er ihn im Ministerium aufgehoben, nachdem Sirius durch den Vorhang gefallen war. Es war der Zauberstab seines Patenonkels, Sirius Black. Erneut überkam ihn die Trauer über den Verlust seines Paten, erneut sah er wie in Zeitlupe vor sich, wie Sirius durch den Torbogen geschleudert wurde.

Er seufzte und riss sich aus seinen Gedanken. Luna hatte ihm sehr mit ihren Briefen geholfen. Sie schrieben sich fast täglich und Harry sah inzwischen in ihr mehr eine Freundin, als in Hermine und Ron. Die hatten ihm nämlich wieder nicht geschrieben und er war schon beinahe zwei Wochen hier, gerade nach diesem schmerzlichen Verlust.

Er konzentrierte sich wieder auf die Gegenwart. Nachdenklich musterte er den schwarzen Zauberstab. In dem Buch, das er gerade gelesen hatte, hatte er schon vor einigen Tagen herausgefunden, dass das Ministerium Zauberei Minderjähriger durch einen Zauber überwachte, der auf jedem verkauften Zauberstab lag. Dieser Zauber löste sich automatisch auf, wenn der Besitzer siebzehn war. Hogwarts hatte einfach Zauber, die jedes Signal nach außen hin abblockten und so wurde gewährleistet, dass die Schüler zaubern konnten, ohne dass das Ministerium mit Warnmeldungen geflutet wurde. Harry schmunzelte, das würde einen schönen Streich abgeben, wenn er die Zauber temporär ausschalten konnte. Jedenfalls wusste er so, dass er Sirius Zauberstab einsetzen konnte, ohne dass ihm das Ministerium auf den Pelz rückte und das tat er auch. Seitdem er einmal seine Aufgabe... das Reinigen der Küche... mit einem einzigen Schwung seines Zauberstabes erledigt hatte und seine Verwandten realisiert hatten, dass er nicht bestraft werden würde und... in welcher Gefahr sie daher nun schwebten... hatten sie ihn absolut in Ruhe gelassen und Harry hatte sich sogar die Freiheit genommen, die Hanteln in Dudleys Trainingsraum zu nutzen, Dudley trainierte ja sowieso nie.

Seitdem er realisiert hatte, in welcher Gefahr er wirklich schwebte und warum er das Ziel Nummer 1 auf Voldemorts Liste war, war er sehr sehr vorsichtig geworden.

Harry runzelte die Stirn und konzentrierte sich stark, Sirius Zauberstab lag ihm nicht so gut, wie sein eigener und daher musste er sich wesentlich mehr konzentrieren, aber es funktionierte.

Harry führte einen einfachen Diagnosezauber aus, den er ebenfalls kürzlich gelernt hatte. Dieser Zauber würde nichts weiter tun, außer ihm anzeigen, ob irgendwelche Zauber auf den Briefen lagen. Um herauszufinden welche, würde es wesentlich komplexere Zauber benötigen und die würde er erst studieren müssen. Doch beide Briefe waren sauber.

Angelus wartete und erholte sich ein wenig. Hedwig hielt sorgfältig Abstand, als Angelus etwas aus ihrem Napf trank. Der Raubvogel war ihr verständlicherweise nicht geheuer.

Harry las erst den Brief von Luna. Er schmunzelte erneut über den Inhalt. Luna schrieb ziemlich genauso wirres Zeug, wie sie sprach und genauso sprunghaft, doch hinter ihren Worten lag sehr viel Weisheit, wenn man sie einmal verarbeitet hatte. Doch ein Satz erregte seine Aufmerksamkeit:

Harry, nur falls du dich wunderst, der zweite Brief ist von Lisa Turpin, du kennst sie aus der DA. Sie hat schon fünf Briefe an dich geschrieben... sie will dich näher kennen lernen, so wie du wirklich bist (zwinker)... aber sie sagte, sie hätte keine Antwort bekommen. Ich finde, das ist nicht deine Art, also habe ich ihren Brief angehängt.

Aus Harrys Kehle löste sich ein tiefes Grollen, „FÜNF BRIEFE?" fluchte er und dann realisierte er, warum er keinen erhalten hatte: „DUMBLEDORE!" schrie er und gleichzeitig lief eine magische Schockwelle durch das Haus, welche die Wände wackeln ließ.

Sofort waren Schritte zu hören, schwere Schritte und die Tür flog auf. Vernon stand in der Tür mit einem hochroten Kopf. Er kochte vor Wut. Doch ein Blick in Harrys zornige grüne Augen ließ ihn erstarren. Harry hatte bereits seinen Zauberstab auf ihn gerichtet und sagte nur ein Wort, aber das kalt und drohend: „RAUS!"

Vernon schluckte und ging einen Schritt zurück, „Du... du kannst ... nicht das Haus mit... deinen ... uhm... Fähigkeiten zerstören." versuchte Vernon sich durchzusetzen, doch es hörte sich ziemlich kläglich an.

Ein eisiges Lächeln umspielte Harry's Lippen, „Keine Sorge, Onkel, das passiert nur, wenn ich extrem wütend werde..."

Vernon wurde kreidebleich.

„Und momentan BIN ich sehr wütend. Ich würde dir also freundlichst empfehlen, mich nicht noch wütender zu machen."

Vernon nickte eifrig und verschwand. Mit einem Schwung seines Zauberstabs flog die Tür mit einem Knall zu.

Dann wandte sich Harry dem Falken zu und betrachtete ihn sorgfältig. Seine Federn waren leicht zerzaust, als wäre er durch einen Sturm geflogen wobei aber draußen bestes Wetter war. Harry hielt ihm seinen Arm hin, „Komm her Angelus!"

Der Falke flatterte einmal mit seinen Flügeln und landete sanft auf Harrys Arm. Harry streichelte ihm sanft über die zerzausten Federn, „Was ist denn mit dir geschehen? Gab es Ärger auf dem Flug, hmm?" fragte er sanft und schaute tief in die gelben Augen des Falken.

Plötzlich erschrak Harry, als Bilder begannen auf ihn einzuströmen. Er schnappte nach Luft, als er aus der Perspektive des Vogels sah, wie er sich aus großer Höhe dem kleinen Vorstadthaus näherte. Als er noch etwa hundert Meter entfernt war, blitzte kaum wahrnehmbar ein blaues halbkugelförmiges Feld auf, dass ihn zunächst abhielt, weiter zu fliegen.

Harry fühlte, was der Vogel gefühlt hatte, den unwiderstehlichen Drang, zu einem anderen Haus zu fliegen, genaugenommen dem von Mrs. Figg.

Doch Harry spürte Entschlossenheit in dem Vogel und die Erinnerung an Lunas verträumte Stimme: „Bring das zu Harry Angelus, aber nur und direkt zu ihm, mein tapferer Himmelsbote!"

Harry schmunzelte, als er die vertraute Stimme hörte.

Er sah, wie der Vogel 'Anlauf' nahm und durch das Feld brach.

Die selbe Erinnerung sah er mehrmals und er realisierte, dass es an mehreren Tagen geschehen war. Und sein Zorn flammte erneut auf, als er sah, dass Angelus einmal sogar von einem Zauberer mit Betäubungszaubern vom Himmel geholt werden sollte, er jedoch mit seinen exzellenten Flugkünsten ausgewichen war.

Abrupt kehrte Harry in die Realität zurück und atmete schwer.

„Diese Bastarde! Hmm... was war das eben? Legilimens?" fragte er sich.

Er streichelte Angelus noch mal, „Du bist ein Held, Angelus. Bitte sei sehr vorsichtig und bring dich nicht unnötig in Gefahr, hörst du?"

Der Vogel kreischte einmal stolz und entschwand in die Lüfte.

Harry wurde nachdenklich und musterte Hedwig, „Warum wirst du nicht aufgehalten, hmm? Komm her, Hedwig!"

Harrys Herz verkrampfte sich, als die intelligente Eule zögerte, zu ihm zu kommen.

Doch schließlich kam sie zu ihm und er streichelte sie, wie er den Falken gestreichelt hatte, doch innerlich machte sich ein Gefühl von Angst breit, die Angst von seinem einzigen wahren Freund ebenso verraten worden zu sein.

Harry sah der Eule tief in die Augen und diesmal versuchte er ganz bewusst in ihren Geist einzudringen. Die Eule spürte, was geschah und wollte fliehen. Das war alles an Bestätigung, was Harry brauchte und er griff sie fest mit seiner Hand.

Seine grünen Augen leuchteten vor innerem Feuer, als sie sich mit aller Macht in die vor Angst geweiteten Augen der Eule bohrten und wieder strömten unzählige Bilder auf ihn ein. Er suchte gezielt und sah, dass jeder Brief, den ihm die Eule in den letzten beiden Jahren gebracht hatte, nicht direkt zu ihm gebracht worden war. Sie war zuerst ganz bewusst zum Haus von Arabella Figg geflogen und dort in einem kleinen Zimmer im Dachgeschoss gelandet. Dort waren die Briefe von einem Ordensmitglied vorsichtig geöffnet worden, gelesen worden und auf Zauber geprüft worden. Dann wurden einige Briefe beiseite gelegt und Hedwig flog ohne sie wieder los. Einige wurden sorgfältig wieder verschlossen und ... mit einem Zauber belegt! Erneut flammte Harry's Zorn auf, jedoch hielt er ihn mit eiserner Kontrolle soweit im Zaum, dass seine Magie nicht noch mal ausbrach.

Er grub sich tiefer und tiefer in die Erinnerungen bis er mit einem neuen Schrecken konfrontiert wurde. Seine eigenen Brief wurden genauso behandelt, wenn auch jeder weitergeleitet wurde. Und dann kam der Hammer, Hagrid!

Er hatte die Eule nicht in der Winkelgasse gekauft, als er sie ihm damals geschenkt hatte, sondern schon wesentlich früher und sie hatten sie einem speziellen Training unterzogen. Dieser Verräter! Harry löste sich aus dem Geist des verschreckten Wesens und sah sie enttäuscht an.

„Wie konntest du?" fragte Harry leise und voller Enttäuschung, „Ich dachte du wärest ein wahrer Freund." Eine einzelne Träne kullerte die Wange des Teenagers hinab. Hedwig sah wie schuldig zu Boden und schuhute leise. Es klang wie eine Entschuldigung. Sie versuchte zutraulich an Harry's Finger zu knabbern, doch Harry zog den Finger weg. Die Eule sah Harry fast mit einem gebrochenen Blick an. Harry spürte irgendwie, dass sie mit dieser Geste der Entschuldigung aufrichtig gewesen war.

„Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht mehr vertrauen, Hedwig." sagte Harry ernst.

Hedwig ließ traurig ihren Kopf hängen und flatterte kraftlos in ihren Käfig zurück. Dort setzte sie sich auf ihre Stange und versteckte schamvoll ihren Kopf unter ihrem Flügel. Harry überlegte, ob er sie wegschicken sollte, doch das würde zuviel Aufmerksamkeit erregen. Zudem war Hedwig immer für ihn da gewesen, auch wenn sie seine Briefe fehlgeleitet hatte.

Hagrids letzte Worte an die Eule kamen ihm in den Sinn, „Sei da für den kleinen Harry und kümmere dich gut um ihn, aber vergiss deinen Auftrag nicht!"

Abgesehen, von ihrer 'Arbeit' für Dumbledore und seine Handlanger, war sie ein guter Freund gewesen.

Harry seufzte und trat zum Käfig hinüber. Er streichelte sie sanft, bis sie ihren Kopf hervorbrachte und ihn fragend und gleichzeitig hoffnungsvoll ansah.

„Ich werde dich behalten, Hedwig, aber ich kann dir meine Post nicht mehr anvertrauen."

Sie schuhute verstehend aber traurig.

„Sei mir nicht böse, ok? Wenn du mir weiter ein guter Freund bleibst, kommen wir auch so klar, aber ich brauche einen verlässlicheren Boten."

Wieder schaute Hedwig betrübt zu Boden. Harry gab ihr einen Eulenkeks und ging hinüber zu seinem Schreibtisch.

Dort lag ein Plan, ein Plan, was er noch alles tun würde, was er lernen würde. Und ganz oben stand etwas, was wohl kein Zauberer erwartet hätte, zumindest kein reinblütiger. Der erste Punkt auf der Liste lautete: „Waffen!"

Darunter stand eine Liste, von der das meiste durchgestrichen war, wie zum Beispiel Pistolen, Gewehre und ähnliches. Aber nach sorgfältigem Studium seiner Bücher wusste er, dass Muggelwaffen in hochgradig magischen Orten wie Hogwarts nicht funktionierten. Damit fielen alle Handfeuerwaffen aus. Damit blieben nur noch wenige Dinge, von denen er sich einige unterstrichen hatte: „Bogen, Armbrust, Schwert!"

Daneben lagen viele Kataloge für Sportwaffen und Jagdausstattung.

Als er durch die Kataloge geblättert hatte, war ihm noch eine Idee gekommen... „Rüstung!" stand als nächster Punkt auf der Liste.

Was niemand vom Orden wusste, war, dass Harry sich gleich am ersten Ferientag früh morgens aus dem Haus geschlichen hatte und einen Besuch in der Winkelgasse getätigt hatte. Er hatte nur ein paar Bücher gekauft und eine Menge Geld aus seinem Verlies abgehoben und es in Muggelwährung eingetauscht. Er hatte dem Kobold direkt verboten, irgendjemand etwas davon zu erzählen und damit unbewusst verhindert, dass Dumbledore davon erfuhr. Die Kobolde hatten die Anweisung, den alten Zauberer über Harry's Kontobewegungen zu informieren, aber es war Harry's Geld und sie konnten sich dem direkten Befehl nicht wiedersetzen, ohne indiskret zu werden.

„Es müsste bald hier sein." murmelte Harry abwesend und nahm endlich Lisas Brief in die Hand.

Gerade, als er ihn geöffnet hatte, klingelte es an der Tür. Er schnappte sich seine neue Brieftasche aus seinem Geheimfach unter dem Bett und ging hinunter.

Als Vernon sah, dass Harry zur Tür ging, verschwand er eilig wieder in der Küche. Harry grinste teuflisch und öffnete. Ein Postbote mit einem ziemlich großen Päckchen stand in der Tür.

„Sind sie Harry Potter?" fragte der Mann geschäftsmäßig.

„Der bin ich." sagte Harry und zog seinen Ausweis aus der Brieftasche. Er hatte ihn im letzten Jahr von seinen Verwandten bekommen, weil das Gesetz es verlangte.

Der Postbote nickte und machte eine Notiz auf einem Formular.

„Das macht eine Nachnahme von 1.500 Pfund." sagte der Bote zögernd.

Harry nickte und zählte ihm 15 Hundertpfundnoten vor.

Der Bote atmete hörbar erleichtert aus, dass der Teenager wirklich das Geld hatte.

„Unterschreiben sie bitte hier." sagte er und als Harry das getan hatte, verabschiedete sich der Bote.

Harry trug das Päckchen in das Haus vorbei an den neugierigen Augen seiner Verwandten.
„Mum! Wieso bekommt Harry ein Paket?" jammerte Dudley, „Ich will wissen, was da drin ist!"

Harry drehte sich kalt zu ihm um und sagte: „Du willst wissen was da drin ist? Es sind Waffen." Damit ließ er seine verdatterten Verwandten im Raum stehen und ging in sein Zimmer.

„Waffen? Was will der Idiot mit Waffen?" fragte Dudley fassungslos. Petunia sah Harry nachdenklich hinterher, „Denk immer daran, dass er dir das Leben gerettet hat. Ich denke, er will sich vorbereiten... falls so was noch mal passiert."

„Aber ich denke, diese Demen...dinger kann man nicht töten?" fragte Vernon unsicher.

„Die nicht, aber die dunklen Zauberer, die sie geschickt haben schon. Besser, wir lassen ihn einfach in Ruhe und ignorieren ihn."

„Ja, nicht dass er noch auf die Idee kommt, das Zeug an uns auszuprobieren." murmelte Vernon.

„Aber ich will auch Waffen haben!" jammerte Dudley.

Zum ersten Mal sah ihn Vernon drohend an und Dudley wurde kreidebleich, „Als ob du uns nicht sowieso schon genug Ärger gemacht hättest! Also wirklich! Da erzähle ich allen, was für ein durchgeknallter Krimineller Potter ist und wie gut erzogen du bist und dann... DANN TERRORISIERST DU DIE GANZE NACHBARSCHAFT UND ZIEHST UNSEREN NAMEN IN DEN DRECK!" schrie Vernon in Rage.

Dudley verkroch sich hinter Petunia, was angesichts seines Körperumfangs ziemlich aussichtslos war.

„Schlag dir das aus dem Kopf! Ab übermorgen wirst du für dein Geld arbeiten. Und wehe ich höre Klagen über dich in der Firma."

„Aber...aber woher hat Harry das Geld?" jammerte Dudley.

„Wahrscheinlich von seinen Freak-Freunden und mit denen will ich nichts zu tun haben, nicht mal für alles Geld der Welt. Und nun genug davon!" bellte Vernon und setzte sich auf die Couch vor den Fernseher.

Harry hatte derweil das große Paket auf das Bett gelegt und es erwartungsvoll aufgerissen.

Das erste, was er in der Hand hielt, war die Armbrust. Es war ein Jagdmodell mit Zielfernrohr und sie war schussgenau auf mindestens 60 m. Er hatte schon ein paar Zauber nachgeschlagen, mit denen er sowohl die Reichweite der Armbrust als auch die Genauigkeit des Fernrohrs verbessern konnte.

Er baute die wenigen Teile zusammen und spannte sie.

Er schnaufte, „Shit! Das ist schwer!"

Aber mit dem eingebauten Spannhebel ging es. Er hatte extra drauf geachtet, dass sie ohne viel Aufwand und vor allen Dingen schnell zu spannen war. Schließlich würde er im Gefecht nicht viel Zeit haben.

Er legte einen der Jagdpfeile ein und musterte die Spitze mit den drei rasiermesserscharfen Klingen. Er schwang seinen Zauberstab und machte alles bruchfest. Dann öffnete er seinen Kleiderschrank, ein kleiner begehbarer Raum von etwas über ein Meter mal ein Meter. Einen komplexen Zauber später, war der Raum plötzlich zwanzig Meter lang. Er transfigurierte eine alte Jacke von Dudley in eine Zielscheibe und schoss. Mit einem hellen Singen schoss der Pfeil von der Schiene, raste durch die Luft und schlug mit einem dumpfen Geräusch gerade noch so auf der Scheibe ein. Harry hob die Vergrößerung des Raumes auf, sie hielt sowieso noch nicht länger als ein paar Minuten. Er hatte den Zauber ja auch vor ein paar Tagen erst gelernt. Er nahm die nächste Waffe aus dem Koffer, dieses mal einen Bogen. Aber es war nicht irgendein Bogen. Er hatte ihn, wie die Armbrust und alle anderen Waffen sorgfältig ausgewählt. Der Bogen war ein absolutes High-Tech-Gerät. Es war ein Compound-Bogen bei dem die Sehne über zwei exzentrisch geformte Rollen geleitet wurde. Auf diese Weise hielt man nur noch zwanzig Prozent des sehr hohen Zuggewichtes wenn man den Bogen voll ausgezogen hatte und das Zuggewicht war mit knapp 60 Pfund sehr hoch. Harry wusste, er musste hart trainieren, damit er ihn überhaupt einsetzen konnte. Zudem hatte der Compound-Bogen im Gegensatz zu den eher traditionellen Bögen, wie zum Beispiel den Recurve-Bögen, den Vorteil, dass er klein und handlich war. Das Mittelstück des Bogens war aus einer teuren Magnesiumlegierung und das machte den Bogen sehr leicht, aber dennoch robust. Die Wurfarme selbst konnten ein wenig eingestellt werden, so dass das Zuggewicht um zehn Prozent nach unten korrigiert werden würde. Die Wurfarme waren aus einer Art Carbonfaser hergestellt und nahezu unzerstörbar. Außerdem konnte er dadurch den Bogen auch im gespannten Zustand lassen, er würde dadurch nicht an Form und Spannkraft verlieren. Die Sehne war ebenfalls aus High-Tech-Fasern hergestellt, die Harry nicht mal dem Namen nach kannte. Kurz entschlossen zauberte er alle Teile des Bogens und auch der Armbrust so, dass sie nahezu unzerstörbar waren.

Er brauchte fast eine Stunde, um den Bogen richtig zusammen zu bauen und zu spannen. Auch die Visier-Einrichtung benötigte etwas Zeit, bevor er damit klar kam. Er schmunzelte, als er den relativ großen Kreis des Korntunnels sah. In dem Tunnel war klares Plexiglas mit einem roten Punkt, der das Ziel markieren würde. Wenn Harry das Visier richtig eingestellt hatte, würde er den Punkt so verzaubern, dass er sich automatisch anhand der Entfernung des Ziels verschob und ihm so das Zielen vereinfachte.

Wie erwartet, hatte er Mühe, den Bogen auszuziehen, wenn sich auch sein Quidditch-Training und sein neues Kraft-Training positiv bemerkbar machte. Er schraubte das Zuggewicht auf das Minimum und vergrößerte erneut seinen Schrank. Die Zielscheibe mit dem Armbrustpfeil war noch da.

Er zog den Bogen aus, bis er die Schwelle überschritt und es leichter wurde. Er zielte kurz und ließ los. Der Pfeil bohrte sich weitab vom Zentrum in die Zielscheibe, dennoch war das ein böser Fehler, denn Harry ließ den Bogen mit einem Aufschrei fallen. Die Sehne war gegen seinen linken Arm geschlagen und der verfärbte sich schon blau und grün.

„Verdammt! Ich habe den Armschutz vergessen!" fluchte er. Er hatte sich einen einfachen aus dem Katalog bestellt. Dafür würde er sich später etwas besseres von den Zauberern holen, vermutlich aus Drachenhaut.

Er murmelte einen Heilzauber auf den Unterarm. Die Lektion würde er nicht so schnell vergessen. Er wusste, dass er mit genug Übung keinen Armschutz brauchen würde, aber bis dahin war es noch ein langer Weg, darüber machte er sich keine Illusionen.

Dann nahm er die nächste Waffe aus dem Paket, es war ein schlankes Schwert, welches ihn an Gryffindors Schwert erinnerte. Doch es war nicht mit Edelsteinen besetzt, sondern hatte einen einfachen silbernen Griff und eine silberne Parierstange, die wie Drachenflügel geformt waren. Der Griff war auf traditionelle Art mit schwarzem Leder umwickelt und lag Harry sehr gut in der Hand.

Er schwang es ein paar mal prüfend und seufzte, er würde noch viel zu tun haben und er würde sich an das Gewicht der Waffe gewöhnen müssen. Auch das war obwohl ein Relikt vergangener Zeiten, ein Wunderwerk modernster Technik. Es war aus gehärtetem Kohlenstoffstahl, der sogar mit Titan veredelt worden war und so war es etwas leichter, aber dennoch stabiler als ein normales Schwert dieser Größe sein sollte. Es kam mit einer schwarzen Scheide aus gehärtetem Leder, so wirkte es einfach, aber dennoch elegant.

Dazu hatte er jede Menge Bücher und sogar einige Videos bestellt, mit denen er trainieren und lernen konnte.

Als er alles begutachtet hatte, las er endlich den Brief von Lisa. Sie wollte ihn wirklich näher kennen lernen. Offensichtlich hatte sie sich viel mit Luna über ihn unterhalten und musste zu dem Schluss gekommen sein, dass es sich lohnen würde, den wahren Harry kennen zu lernen.

Harry schrieb ihr einen Brief zurück, in dem er sehr freundlich auf ihren Brief einging und ihr zu verstehen gab, dass er sich gern mit ihr anfreunden würde, wie er es mit Luna getan hatte, aber vorläufig nicht im geringsten an einer Beziehung interessiert war. Er würde den Brief das nächste mal einfach mit Angelus schicken.

Am Nachmittag nutzte er die Gelegenheit und ging ganz offen aus dem Haus.

Er hatte kaum zwei Schritte getan, als er hinter sich Tonks hissen hörte: „Du sollst im Haus bleiben!"

„Zwing mich." grollte Harry und ging einfach weiter.

„Verdammt! Harry!" hörte er hinter sich leise und danach schnelle Schritte, bis sie ihn eingeholt hatte.

„Dumbledore hat gesagt, du musst im Haus bleiben." hisste Tonks unter ihrem Unsichtbarkeitsumhang.

„Dumbledore hat mir aber nichts zu sagen, Tonks. Er ist nicht mein Vormund und mit sechzehn brauche ich auch keinen mehr. Also, wenn du es nicht lassen kannst, folge mir, aber denk nicht mal dran, mich aufzuhalten!"

Tonks fluchte, „Warum ich? Was willst du überhaupt machen?"

„Einkaufen. Dudleys Elefanten-Klamotten hängen mir zum Hals raus."

„Versteh ich! Aber..."

„Tonks! Niemand von den Todessern wird uns in der Muggelwelt jagen! Also bleib ruhig!"

Sie seufzte, „Ok. Aber nur, wenn ich dir Tipps geben darf."

Harry grinste. Als sie an einer kleinen schattigen Gasse vorbeikamen, griff er die überraschte Tonks an der Hand und zog sie in die Gasse. Bevor sie reagieren konnte, riss er ihr den Umhang vom Körper und musterte sie grinsend.

„Das Ding brauchst du doch gar nicht. Nutze deine Fähigkeiten! Ich kann mir ja schlecht von einer unsichtbaren Tipps geben lassen, oder?"

Damit ließ er die wütende Aurorin in der Gasse stehen.

Sie stopfte wütend den Umhang in ihre Umhängetasche und verwandelte sich in einen Teenager mit kurzen hochgegelten blonden Haaren. Dazu transfigurierte sie das passende Outfit, enge Jeans und ein bauchfreies Top.

„Nett." sagte Harry, als sie ihn schließlich eingeholt hatte.

Sie verpasste ihm einen Hieb auf den Arm, „Ich sag dir was! Das kostet dich was!"

„Warum nicht? Wie wäre es mit einem schönen Eis?"

Sie grinste, „Das und ich darf dir mindestens ein komplettes Outfit aussuchen!"

„Deal." sagte er lachend.

Sie stellten schnell fest, dass sie ziemlich den selben Geschmack hatten. Harry kaufte sich hauptsächlich dunkle oder schwarze Sachen, Jeans, eng anliegende T-Shirts und Tank-Shirts, Sweater und dergleichen. Tonk's Outfit für Harry allerdings bestand aus einer schwarzen Lederhosen und einem dunkelgrünen T-Shirt, das wie eine zweite Haut auf seinem schlanken leicht definiertem Oberkörper saß. Auf der Brust war ein schwarzer Drache mit zum Schlag erhobener Klaue abgebildet während auf dem Rücken stand: „Mess with the best, Die like the rest!"

Dazu kaufte Harry einige Paare Turnschuhe, schwarz und weiß, feinere Schuhe und zwei Paar feste schwarze Springerstiefel.

Tonks pfiff, als sie ihn mit der Lederhosen, dem T-Shirt und den Springerstiefeln sah.

„Wow! Du siehst heiß aus! Schade, dass du etwas zu jung für mich bist."

Harry wurde leicht rot.
„Wir sollten anstatt des Spruches 'Playboy' hinten drauf schreiben." sagte Tonks und lachte, als er noch röter wurde.

Sie aßen ein schönes Eis und tranken eine Tasse Kaffee, bevor Harry noch etwas Sport-Outfit kaufte und sie zurück kehrten.

„Ähm, Harry... du bist dir bewusst, dass ich den Ausflug melden muss?"

Harry nickte, „Sicher doch. Bestell dem alten Bastard, er kann mich mal!"
Tonks schnappte nach Luft und schließlich seufzte sie, „Ich kann dich verstehen, Harry, wirklich, aber..."

„Aber ich muß um jeden Preis beschützt werden...yadayadayada! Wenn er sich auch nur noch einen Hauch mehr in meine Privatsphäre einmischt, wird er mich verlieren! Sag ihm das!" sagte Harry kalt.

Dann drehte er sich ohne ein weiteres Wort um und verschwand im Haus.

Am selben Abend noch erschien Fawkes in einer Flammenwolke und sang ein Lied, als er Harrys Zorn wahr nahm. Er ließ den Brief fallen und verschwand. Harry prüfte ihn auf Zauber und diesmal leuchtete der Brief rot auf. Harry kramte sein Handbuch für das Aurortraining heraus und suchte nach weiteren Analysezaubern. Schließlich fand er, was er suchte und nach einigen Versuchen bekam er es hin. Es war eine Abwandlung des Confundus-Zaubers auf dem Pergament. Wenn er den Brief so gelesen hätte, wäre er mit Magie beruhigt worden und sein Vertrauen in den Autor des Briefes wäre für eine Weile gestärkt worden.

Harry fand auch einen Konter-Zauber in dem Buch und der klappte auf Anhieb.

Er las den Brief:

Lieber Harry,

ich weiß, dass ich viele Fehler in der Vergangenheit gemacht habe. Doch du weißt nun, warum deine Sicherheit so wichtig ist. Bitte vertrau mir in dieser Sache! Ich kann dir leider nicht gestatten, das Haus noch einmal zu verlassen! Deine Sicherheit muss um jeden Preis gewahrt werden und solltest du dich widersetzen, werde ich geeignete Maßnahmen ergreifen.

Albus Dumbledore...

Sein erster Impuls war, den Brief zu verhexen und ihn zurück zu schicken, doch das würde verraten, dass er zaubern konnte und das wollte er nicht. Also ließ er ihn in Flammen aufgehen. Er sparte sich eine Antwort und ließ es ab diesem Tag auch sein, die Eule alle drei Tage zum Orden zu schicken, dass es ihm gut ginge.

In den nächsten Wochen war er nur mit Lernen und trainieren beschäftigt. Er hatte sich einige Übungen anhand der Videos und Bücher zu nutze gemacht und begann ein Gefühl für die Waffen zu bekommen. Doch er machte sich keine Illusionen. Wirklichen Schwertkampf konnte er nur mit Hilfe eines geübten Trainers lernen. Dudley war einmal neugierig in sein Zimmer gekommen, doch als er sah, wie Harry nur mit dem ärmellosen Tank-Shirt bekleidet, schweißüberströmt in seinem Zimmer mit einem Schwert trainierte und er dessen Spitze augenblicklich an seinem Hals hatte, trat er den Rückzug an und ließ ihn in Ruhe. Er hatte sehr wohl gesehen, dass Harrys Arme wesentlich muskulöser geworden waren und das Schwert hatte auch nicht für eine Winzigkeit gezittert. Dazu gehörte sehr wohl Kraft.

So stählte Harry vormittags seinen Körper und nachmittags lernte und büffelte er Magie.

Er konzentrierte sich auf Verteidigung, aber auch Angriffszauber, auf Apparation und er begann, die Animagustransformation zu studieren.

Lisa hatte seinen Brief bekommen und sich bedankt, dass er ihr geantwortet hatte. Sie verstand nicht, warum sie die Briefe über Luna schicken musste, aber tat es dennoch, wenn sie so mit ihm in Kontakt bleiben konnte. Luna allerdings wusste inzwischen, dass nur ihr Falke ihn erreichen konnte und äußerte sich sehr ungehalten darüber, aber auf Harry's Wunsch hin unternahm sie nichts. Lisa war anfangs etwas enttäuscht, dass er keine Beziehung wollte, aber sie wollte ihn dennoch als Freund kennen lernen und Harry ging es genauso. Er ging davon aus, dass seine Freunde ihn verraten hatten, so freute er sich, neue, wirkliche Freunde kennen zu lernen. So schrieb er sich nahezu täglich mit Luna und Lisa. Die beiden kombinierten ihre Intelligenz und versuchten Harry in seiner verzwickten Lage zu helfen. Luna hatte ihn auf das Gesetz hingewiesen, dass er mit sechzehn volljährig sein würde, weil er beide Eltern und seinen Vormund verloren hatte. Er durfte zwar immer noch nicht offiziell zaubern, solange er Schüler in Hogwarts war, hatte aber sonst alle Rechte eines Erwachsenen.

Er war sehr zufrieden mit seinen Fortschritten, als er am Abend vor seinem Geburtstag in seinem Bett lag. Er hatte gute Fortschritte mit Bogen und Armbrust gemacht. Die Formen mit dem Schwert kamen nicht ganz so gut voran, doch er lernte von Tag zu Tag mehr. Er war sich aber darüber im Klaren, dass er einen Partner dafür brauchen würde.

Und er hatte die Apparation gemeistert, sogar schon so weit, dass er ohne Zauberstab und nach Koordinaten apparieren konnte.

Nach Mitternacht kamen die üblichen Eulen mit den üblichen Geschenken. Das einzig sinnvolle war das von Hermine, ein Buch über Okklumentik. Er schaffte es inzwischen seinen Geist zu leeren, aber er hatte das Gefühl, hinter Okklumentik würde mehr stecken. Was ihn jedoch mit kaltem Zorn erfüllte war die Tatsache, dass alle Briefe bis auf Ginnys und natürlich die von Luna und Lisa verzaubert waren. Er machte sich nicht mal die Mühe, diese Briefe zu lesen und warf sie einfach auf einen größer werdenden Stapel, der sich in einer Ecke seines Zimmers bildete.

Umso mehr freute er sich aber über die aufrichtigen Glückwünsche von Lisa, Luna und überraschender Weise von Ginny.