Die Charaktere gehören nicht mir und ich verdiene mit dieser Geschichte auch kein Geld. Ich versuche lediglich zu unterhalten.


Auftrag mit Folgen

Wie alles begann

Zorro lag gemütlich unter dem Mast der Flying Lamb und schlief, als plötzlich:

„Paaaappaaaaaaa!"

‚Und schon ist es mit der Ruhe vorbei', dachte der gerade Geweckte. Er machte ein Auge auf, um seinem „Sohn" zu zeigen, dass er wach war. Dieser kam keuchend vor ihm zum stehen und atmete ein paar Mal tief durch, um seinen Atem zu beruhigen und klar sprechen zu können.

„Mama sagt, dass bald ein unheimlich heftiger Sturm auf kommt und dass du und Onkel Ruffy das Segel einholen sollt, weil der Sturm es sonst zerfetzen wird."

Zorro stand auf und sah seinem Gegenüber ins Gesicht. „Weiß dein Bruder schon davon?"

Der Angesprochene schüttelte mit einem breiten Lächeln und strahlenden Kinderaugen heftig den Kopf. „Mh-mh."

Er machte eine Kopfbewegung in Richtung Heck. „Dann geh und sag ihm bescheid, dass ein Sturm auf kommen wird."

Ein heftiges Kopfnicken seines „Sohnes", sowie ein gerufenes „Lyyyysssooooopppp" und schon war er wieder alleine. Er sah dem Blonden hinterher als dieser zum Heck des Schiffes lief. Es ging jetzt schon ein Jahr lang so. Alles hatte damit angefangen, als sie auf dieser einen verfluchten Insel angelegt hatten und diesem einen verfluchten Weibsbild begegnet waren.


Die Crew der Flying Lamb erkundete die kleine Stadt, auf der Insel, an der sie gerade angelegt hatten, als Sanji – wie sollte es anders sein – eine hübsche junge Frau mit einer guten Figur und langen, stufig geschnittenen, blonden Haaren, sah. Sie trug ein weinrotes Top und dazu eine einfache blaue Jeans und Sandalen mit Absätzen.

Kaum hatte er sie an einer Hauswand angelehnt stehen sehen, verabschiedete sich sein Verstand und seine Hormone übernahmen die Kontrolle. Er schwebte geradezu auf sie zu, kniete sich vor ihr nieder, um ihr einen Handkuss zu geben. „Ah meine Schöne, wie konnte ich dich mein Leben lang nie bemerken. Doch jetzt sind wir zwei uns begegnet. Das Schicksal muss uns zusammen gefügt haben." Er hielt immer noch ihre linke Hand in seiner Rechten. Doch plötzlich wurde er schlagartig ernst, als er in ihr Gesicht sah. Sie weinte.

Er stand auf und ließ ihre Hand los. „Hey, was ist los? War es etwas, das ich gesagt oder getan habe? Ich… ich wollte dich garantiert nicht verletzten oder erschrecken oder ähnliches. Ich…"

„Es ist mein Sohn", fiel sie ihm ins Wort.

Sohn? Hatte sie da gerade wirklich „Sohn" gesagt? Sollte das heißen, dass diese unbekannte Schöne schon vergeben war und sogar schon eine kleine Familie hatte? Er seufzte in Gedanken. Er hatte einfach kein Glück bei den Frauen oder zumindest nicht so viel Glück wie er sich wünschte.

„Er ist gerade mal vier Jahre alt. Er wurde entführt", fuhr sie fort zwischen Schluchzen, dann zog sie die Nase hoch, nahm das Taschentuch, welches Sanji ihr entgegen hielt, putzte sich die Nase und wischte sich mit der Hand die Tränen weg, „ich weiß auch wer es war, aber ich hab keine Beweise und glauben würde mir eh keiner."

„Hey Sanji! Kommst du? Wir wollen zurück zum Schiff!", wurde ihm von Lysop zu gerufen, doch reagierte er nicht. Diese junge Mutter, die seine Hilfe brauchte, war im Moment weit aus wichtiger als die neu gekauften Vorräte auf der Flying Lamb zu verstauen.

Er hörte wie die anderen auf ihn und seine Gesprächspartnerin zukamen. „Was ist denn los?", fragte Ruffy, als die Crew der Lamb direkt neben ihm angekommen war und nun ebenfalls die weinende, junge Frau sah.

Wenige Minuten später befanden sie sich alle in einem Café, wo sie sich gegenseitig mit einander bekannt gemacht hatten und die junge Mutter angefangen hatte erneut zu erzählen. „Aha, dein Sohn ist also entführt worden?", fragte Nami überflüssigerweise.

„Tasha, du sagtest mir vorhin, dass du wüsstest wer es war, du aber keine Beweise hättest und dir sowieso nicht geglaubt werden würde? Wieso meinst du das und wer war es denn?"

Die Angesprochene machte gerade den Mund auf um zu antworten, da erstarrte sie voller entsetzen, ihr Blick war an die Fernsehschnecke über der Theke geheftet, auf der nun ein Mann der Weltregierung zu sehen war.

Die Anderen sahen, bei Tashas Reaktion ebenfalls blitzschnell zu dem Gerät. „Was ist mit dem?", konnte man Zorros ruhige Stimme hören.

„Er… er war's. Er hat meinen kleinen Toya entführt."

„Waaassss?", brüllten die Piraten gleichzeitig, die Blicke die ihnen von den Nachbartischen zugeworfen wurden, ignorierend.

Tasha sah wieder zu ihren neu gewonnenen Freunden hin und nickte. „Ja. Dieser Mann ist Jean Mondo, ein sehr angesehener Politiker. Er engagiert sich öffentlich vor allem für behinderte Menschen, insbesondere Kinder. Er hat sogar selbst ein paar behinderte Kinder adoptiert. Toya ist eines davon. Ich hab ihn in der Fernsehschnecke gesehen und ich bin mir ganz sicher. Der Junge der gezeigt wurde, war Toya."

„Dieses Schwein! Um sein eigenes Ansehen zu verbessern, lässt er Kinder entführen und tut so als hätte er sie adoptiert! Wir werden dir auf jeden Fall helfen!" In Sanjis Stimme war unüberhörbar Wut.

Ruffy nickte bestätigend.

„Kannst du uns ein Foto von Toya zeigen?", wand sich Nami an Tasha, welche nickte und ein Foto aus ihrem Portemonnaie zog, welches einen kleinen vier jährigen Jungen mit dunkelblonden Haaren zeigte.

„Aber wie werden wir es anstellen?", stellte Zorro die Frage aller Fragen in den Raum.

„Ach, ich dachte, dass wir einfach zu seinem Hauptquartier los stürmen und ich ihm eine verpasse. Dann…" Bevor Ruffy weiter sprechen konnte, hatte er eine Kopfnuss von Nami kassiert.

„Du Idiot!", schnauzte sie ihn an, „wir reden hier nicht von einer einfachen Marinebasis! Es geht ihr um einen unglaublich einflussreichen und angesehenen Politiker, der ein unheimlich hohes Tier bei der Weltregierung ist! Da kann man nicht einfach so rein platzen!"

„Aber wie gehen wir dann vor?", fragte nun Chopper.

„Einer von uns könnte sich doch als behindert ausgeben und sich von ihm adoptieren lassen. Dann kann er von innen heraus, perfekt nach Toya suchen und vielleicht sogar noch ein paar Beweise für dieses Verbrechen finden", überlegte Sanji laut, den Rest seiner Zigarette im Aschenbecher ausdrückend, „doch wer? Wir sind alle keine Kinder mehr und er adoptiert doch nur Kinder oder habe ich das falsch verstanden?" Er zog sich eine neue Zigarette aus seiner Schachtel und zündete sie sich an.

„Ähm… was… was das betrifft… es gibt auch Behinderungen, die nur auf geistiger Ebene sind z.B. kann es vorkommen, dass der geistige Entwicklungsprozess nicht kontinuierlich mit dem des Körpers einhergeht", brachte Chopper sein Fachwissen an.

„Ach so! Ja, ja", kam es mit einem weisen Nicken gleichzeitig von Lysop und Ruffy, „das kennen wir. So etwas ist wirklich schlimm, wenn das passiert."

Alle anderen starrten die beiden mit einem „Oh mein Gott, das darf doch nicht wahr sein" - Blick an und Chopper seufzte. „Ihr habt nichts verstanden von dem was ich gerade gesagt habe oder?"

„Kein Wort." und „Nicht die Spur." bekam der Schiffsarzt gleichzeitig als Antwort.

„Ihr Dummies! Er meint, dass die Person geistig zurück bleibt", meldete sich erneut die Navigatorin zu Wort, „der Körper wächst ganz normal weiter, aber die Entwicklung des Geistes bleibt bei einem bestimmten Zeitpunkt stehen oder verläuft viel, viel langsamer."

Chopper nickte bestätigend. „Und so kann es vorkommen, dass die Person äußerlich das Alter eines Erwachsenen aufweist aber sich trotzdem wie ein Kind verhält."

„Dann sind Ruffy oder Lysop die perfekte Wahl. Die beiden benehmen sich auch so kindisch genug", kommentierte Zorro.

Robin schüttelte den Kopf. „Ich denke, dass ist keine gute Idee Schwertkämpfer-san. Käpt'n-san wird mit einem Kopfgeld gesucht, er ist zu bekannt und Schütze-san ist womöglich nicht stark genug, sollte er in Schwierigkeiten geraten und angegriffen werden."

„Hmm… dann fallen wohl Zorro und Robinmäuschen auch raus, wobei ich Robinchen und Nami-Schatz sowieso nie dieser Gefahr aussetzen würde… und wer soll es dann sein?"

Zorro grinste den Schiffskoch an. „Immer der der fragt."


Hoffe es hat gefallen.