Disclaimer: Ich besitze keinen der Charaktere, die ihr aus der wundervollen Welt von Harry Potter kennt. Sie gehören alle der großartigen J.K. Rowling.
Und die Geschichte hier gehört auch nicht mir, sie entsprang der Feder von DragonsAngel68 und mit ihrer Erlaubnis übersetze ich die Geschichte aus dem Englischen ins Deutsche.

Viel Spaß!

Dragon and Angel

Kapitel 1

In der Winkelgasse

Als Ginny Weasley auf Hermione Potter wartete, die in Flourish und Blotts noch ihre Einkäufe bezahlte, blickte sie stolz hinüber, um den feuerroten Kopf ihrer vier Jahre alten Tochter Angelique zu sehen, die ihrer Patentante die Hand gab. Lächelnd blickte sie dann auf die Stelle, wo bis eben noch ihr Sohn gewesen war. ‚Oh Gott, warum hat er es schon wieder getan?' dachte Ginny.

Der vierjährige Drake wanderte immer davon, um Irgendetwas oder Jemanden zu beobachten, egal um was es sich handelte. Er saß oder stand stundenlang einfach da und beobachtete alles. Er verhielt sich so anders als seine Zwillingsschwester, die ihre Anwesenheit immer durch aufgeregtes Plaudern verriet. Ginnys Vater Arthur sagte oft, dass der kleine Junge wie ein Denkarium wäre, weil er still alles in sich aufnahm, was rund um ihn geschah. Dabei gab er keinen Mucks von sich und wenn ihm die Szene, die er beobachtete, zu langweilig wurde, wanderte er weiter zur Nächsten.

Ginny suchte schnell den kleinen Buchladen ab, aber vergeblich. Sie fand den platinblonden Schopf ihres Sohnes nicht. Sie spürte, wie die Panik in ihrem Bauch anwuchs und begann, um die Bücherstapel herumzugehen, während sie seinen Namen rief. Sie hoffte, dass der neugierige, kleine Junge nicht nach draußen verschwunden war.

Hermione, die ihre Bücher bezahlt hatte, ging mit einem amüsierten Ausdruck auf dem Gesicht mit Angelique zu Ginny hinüber.

"Drake hat's schon wieder getan, oder?", fragte Hermione und versuchte bei Ginnys Gesichtsausdruck nicht zu lachen.

"Ich behalte ihn nur zwei Sekunden lang nicht im Auge und er ... er verschwindet einfach. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich schwören, dass der Junge bereits apparieren kann", antwortete sie mit verzweifelter Stimme, die Hermione verriet, dass ihre Freundin nahe dran war, in Panik auszubrechen.

"Schau, ich werde mit Angel hier bleiben und du kannst Drake suchen gehen, okay?", schlug Hermione vor.

"Danke, Mione! Ich kann nicht glauben, dass ich dieses Kind jedes Mal verliere, wenn wir das Haus verlassen!"

Als Ginny von den beiden davon ging, begann Angelique zu kichern. "Und worüber kicherst du dieses Mal?"

"Drake wird's richtig mit Mummy zu tun bekommen, wenn sie ihn findet. Sie hat ihn gewarnt, nicht mehr wegzulaufen bevor wir von daheim weg gegangen sind, aber ich wette, dass er den Zauberstab zu spüren kriegt!", antwortete Angelique, während sie nicht versuchte, ihre Belustigung zu verbergen.

Hermione blieb bei Angel, um auf sie aufzupassen, während Ginny das Geschäft verließ und in die Winkelgasse trat. Sie spähte die Gasse auf und ab und wusste nicht, in welche Richtung sie zuerst gehen sollte. Sie spürte, wie die Panik wieder in ihr hochstieg. Sie holte ein paar Mal tief Luft und erinnerte sich selbst daran, dass das keine neue Situation für sie war. Drake wanderte immer davon und mittlerweile sollte sie daran gewöhnt sein. ‚Nein, ich werde mich nie daran gewöhnen', dachte sie, als sie ihren Blick noch einmal über die Straße schweifen ließ.

Ginny nahm sich zusammen und begann sich durch die Masse von Menschen zu drängeln und versuchte dabei in alle Richtungen zugleich zu blicken, um nur das kleinste bisschen von platinblondem Haar zu erspähen. ‚Wohin würde ich gehen, wenn ich ein vierjähriger Junge wäre?', dachte sie. Natürlich war Quidditch das Stichwort. Harry hatte Drake und Angel erst am Vortag wieder zum Fliegen auf seinem Besen mitgenommen, welches ihre beiden wertvollen Kinder zu ihrem großen Entsetzen über alles liebten. Nicht, dass mit dem Fliegen irgend etwas falsch gewesen wäre, sie liebte das Fliegen selbst, aber hier ging es um ihre kleinen Babys, die sie noch als viel zu jung ansah, um sie fliegen zu lassen.

Jetzt machte sich Ginny mit Absicht auf den Weg zu Qualität für Quidditch, da sie sicher war, dort ihren schwer fassbaren Sohn zu finden.

Als sie sich dem Quidditchladen näherte, begann sie, vor den Schaufenstern nach ihrem Sohn Ausschau zu halten, was sich als schwierig erwies, da viele Kinder vor den Fenstern versammelt waren, um die neuesten Besen zu bewundern. Sie kam den Kindern näher und schließlich erblickte sie den vertrauten platinblonden Kopf ihres Sohnes. Die Erleichterung überflutete sie.

"Drake Arthur Weasley Malfoy!", rief Ginny ein bisschen lauter aus, als es unbedingt notwendig gewesen wäre. Sie kniete sich nieder, um den kleinen Jungen an den Schultern zu fassen. "Ich habe dir gesagt, dass du nicht mehr davon laufen sollst! Du weißt doch, dass ich mir Sorgen mache, wenn ich dich nicht finden kann!"

"Die Bücher waren langweilig, Mummy und ich will einen Besen!", antwortete Drake gereizt.

"Einen Besen! Du wirst von Glück sprechen können, wenn dein Hintern nicht mit meinem Zauberstab Bekanntschaft macht, wenn wir nach Hause kommen, Mister", rief Ginny. "Und jetzt wirst du mir so lange die Hand geben, bis wir zu Hause sind und wenn du sie auch nur ein Mal los lässt, wirst du das Haus nie wieder verlassen, hast du mich verstanden?"

"Ja, Mutter", sagte Drake ungeduldig und rollte mit den Augen. Er liebte seine Mutter mehr als irgendjemand sonst, aber sogar im zarten Alter von vier Jahren wusste er bereits, dass sie manchmal überreagierte. Eigentlich wollte er nur die Besen ansehen, da er bald Geburtstag hatte und langsam wissen musste, was er sich wünschen sollte.

"Roll nicht mit den Augen, Drake oder dein Hintern wird mitten auf der Straße mit meinem Zauberstab in Berührung kommen!", drohte Ginny und ließ den kleinen Jungen nicht mit dem geringsten Verstoß davonkommen.

"Tut mir leid, Mutter."

"In Ordnung, gehen wir zu Tante Mione und Angel", sagte Ginny, stand wieder auf und nahm Drakes Hand in ihre.

Ohne dass Ginny es mitbekommen hatte, wurde die gesamte Diskussion zwischen Mutter und Sohn mit Interesse beobachtet.

Als sie sich zurück in Richtung Flourish und Blotts drehte, war sie nicht einmal einen ganzen Schritt gegangen, ehe sie mit jemand sehr solidem kollidierte. Ginny trat zurück, um sich wieder zu sammeln, als sie realisierte, mit wem sie da zusammengeprallt war. Sofort machte sie sich bereit, sich zu entschuldigen.

"Es tut mir fürchterlich leid, ich ..." Ginny holte tief Luft, als sie hoch in das Gesicht des Mannes blickte, in den sie hineingerannt war.

"Nun, Miss Weasley, nicht wahr?", sagte Lucius Malfoy gedehnt und gab dem Rotschopf einen flüchtigen Blick, ehe seine Augen auf Drake ruhen blieben. "Ja, ja, ich erkenne Sie, rotes Haar, offene Miene ... Wie schön zu sehen, dass einige Dinge sich nie ändern. Und wer ist dieser junge Zauberer?"

Ginny stand einige Sekunden lang wie gelähmt da, bevor sie ein kleines Stück ihrer Fassung wieder erlangte. Sie versuchte sanft, Drake hinter ihren Rücken zu schieben, damit er aus Lucius' Blickfeld kam.

Lucius beharrte: "Habe ich Recht in der Annahme, dass es sich hier um Drake Arthur Weasley Malfoy handelt?" Er bewegte sich etwas, um den kleinen Jungen wieder ansehen zu können. "Das ist doch der Name, mit dem Sie den Jungen angebrüllt haben, nicht wahr?"

Ginny bemerkte erst jetzt, dass er mit angehört hatte, wie sie Drake gescholten hatte, weil er davon gelaufen war und alles, was sie tun konnte, war, den blonden Mann, welcher der Großvater ihrer Kinder war, einfach anzustarren. Sie war nicht in der Lage, seine Fragen zu beantworten, da ihre Gedanken sich nur darum drehten, wie sie so schnell wie möglich von ihm wegkam.

"Tut ... tut mir leid, Sir, kenne ich Sie?", stammelte Ginny, als sie versuchte, mit Drake im Schlepptau um Lucius herumzugehen.

Lucius hielt Ginnys Arm fest und knurrte: "Dummes Mädchen, spiel keine Spiele mit mir! Du weißt genau, wer ich bin."

Bevor Ginny Lucius' Drohung etwas entgegnen konnte, platzierte Drake plötzlich einen gut gezielten Tritt auf Lucius' Schienbein, während er im selben Augenblick brüllte: "Du, lass meine Mummy gehen!"

Lucius heulte auf und ließ Ginnys Arm los. Sie nutzte die Ablenkung zu ihrem Vorteil, zog Drake in ihre Arme und lief die Straße hinab, um Lucius stöhnend zurückzulassen, der sein bereits blau werdendes Schienbein rieb. Er dachte: ‚Zumindest hat der Junge Kampfgeist', als er die junge Hexe beobachtete, wie sie mit ihrem Sohn in ihren Armen den Rückzug antrat.

Ginny fand Hermione und Angel, die auf sie warteten, auf den Stufen zu Flourish und Blotts. Als Hermione mit: "Wo war er ...", begann, unterbrach Ginny sie.

"Wir müssen sofort von hier verschwinden, Mione, Lucius Malfoy ist hier. Er hat mich schon gesehen und er weiß es!", rief sie ihrer Freundin verzweifelt zu.

"Okay, okay, beruhig' dich. Wir gehen nach Hause und reisen per Flohpulver vom Tropfenden Kessel! Der ist näher als Freds und Georges Laden", sagte Hermione und versuchte ruhig zu bleiben, um die Kinder nicht zu ängstigen, aber als sie geschwind zum Tropfenden Kessel gingen, blickte sie immer wieder über ihre Schulter in die Richtung, aus der Ginny gekommen war, um den dunklen Zauberer, der ihre Freundin so aus der Fassung gebracht hatte, sofort zu erspähen, falls er plötzlich aus der Masse auftauchen sollte.