Hallo, noch jemand da? Ich weiss, verdammt lange nichts von mir hören lassen und ich will jetzt auch gar nicht mit irgendwelchen Entschuldigungen kommen, den mit dieser langen Wartezeit gibt es wohl kaum etwas, womit man sich rechtfertigen könnte.

Darum will ich euch gar nicht lange aufhalten und wünsche euch nur viel Spass beim lesen.

Vertrauter Feind

Aussprache

Blaise schlenderte gemütlich die Kerkertreppen rauf und sah sich in der Eingangshalle um. Die ersten Schüler verließen die grosse Halle, wo eben das Abendessen statt fand. Der Slytherin lehnte sich lässig an die Wand hinter ihm und wartete. Er zwinkerte einer auffallend hübschen Ravenclaw zu, die darauf kichernd mit ihren Freundinnen weiterging.

„Die Katze lässt das das mausen nicht.", erklang eine Stimme plötzlich.

„Natalie, ich wünsch dir ebenfalls einen schönen Abend.", lachte Blaise und wandte sich dem Mädchen das neben ihm stand nun ganz zu.

„Wie es scheint, hältst du Ausschau nach deinem ganz persönlichen Nachtisch. Wahrscheinlich vergehst du bereits vor Hunger.", meinte die Gryffindor ironisch.

„Weißt du Nat, wenn ich etwas mehr Zeit hätte, würde ich sagen, ich habe meine Nascherei für heute bereits gefunden, aber leider habe ich noch was zu erledigen.", Blaise drehte sich mit einem lächeln um und verschwand in die in entgegengesetzte Richtung zur grossen Halle.

„Meinetwegen musst du dich nicht beeilen, Zabini.", rief ihm Natalie hinterher und durchquerte die Eingangshalle, um zur grossen Treppe zu gelangen.

Nachdem Hermine schweigsam ihr Abendessen eingenommen hatte, verließ sie alleine die grosse Halle. Seit dem Streit mit Ginny, herrschte absolute Funkstille zwischen den beiden Freundinnen. Aber nicht nur die beiden Mädchen litten darunter, sondern auch Harry und Ron. Jeglicher Vermittlungsversuch war bis jetzt an Hermine gescheitert. Sie war immer noch der Meinung, dass Ginny zu weit gegangen war. Um den ständigen Entschuldigungsversuchen ihrer Freundin zu entkommen, flüchtete sie sich wie alle anderen Abende zuvor, in die Bibliothek.

„Guten Abend, Madame Pince.", begrüßte der Lockenkopf die Bibliothekarin.

„Ah, Miss Granger, wieder unterwegs in die Muggelabteilung?", grüsste diese zurück.

Hermine nickte und ging dann schnell, aber leise, durch die Bibliothek in die hinteren Räumlichkeiten. Sie öffnete die schwere Eichentür, welche die Muggelbücher von der magischen Abteilung trennte und trat ein.

Jedoch war der Raum nicht leer, wie die Abende zuvor.

„Du!", stieß sie überrascht hervor.

Der Angesprochene blickte von seinen Buch auf, in dem er bis jetzt gelesen zu haben schien.

„Ja ich, überrascht?", fragte der Slytherin.

Hermine war immer noch in der Tür stehen geblieben, unentschlossen was sie machen sollte. Schließlich gab sie sich einen innerlichen Ruck und schloss die Tür hinter sich. Langsam ging sie zu einem Regal und griff nach einem Buch, aus den Augenwinkeln beobachtete sie jedoch den jungen Mann. Dieser musterte sie unverhohlen und lächelte, als er ihre Unsicherheit bemerkte.

„Willst du dich nicht setzen?", fragte er schließlich höfflich.

Zögern kam die Gryffindor seiner Frage, Aufforderung oder was auch immer es war nach und lies sich in den anderen Sessel vor dem kleinen Tischchen nieder.

„Was willst du hier? Ich habe dich noch nie hier gesehen, Zabini.", fragte Hermine schließlich, als das schweigen bereits unangenehm wurde.

„Hm, würdest du mir glauben, wenn ich sage, ich habe plötzlich meine Vorliebe für Muggelbücher entdeckt?", stellte der dunkelhaarige eine Gegenfrage.

„Nein würde ich nicht. Also..", sagte Hermine.

„Das habe ich mir fast gedacht.", seufzte Blaise. Dann legte er sein Buch auf den Tisch und lehnte sich etwas nach vorne.

„Ich wollte mit der reden, erstens über Draco und zweitens über Ginny.", kam Blaise direkt zur Sache.

„Ich wüsste nicht was es dich angeht.", erwiderte Hermine knapp und abweisend.

„Da irrst du dich gewaltig, kleine Gryffindor. Mich geht es sehr wohl was an, wenn du mit deiner Art und Weise meine Freunde verletzt.", Blaise Augen blitzten bei diesen Worten auf. Hermine konnte es nicht genau definieren.

„Deine Freunde? Seit wann darf sich Ginny den deine Freundin schimpfen.", schnippte Hermine zurück.

„Seit längerem, ich mag den Rotschopf und wir kommen gut miteinander aus. Also Granger, was ist dein Problem?", fragte Blaise.

„Mein Problem ist, dass Ginny und du gemeinsame Sache gegen mich und Malfoy macht.", wütend knallte nun auch Hermine ihr Buch auf den Tisch.

Was fiel Zabini eigentlich ein ihr den schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Nicht sie hatte Scheiße gebaut, sondern er und Ginny.

„Nicht ganz korrekt, wie sonst immer. Ja Ginny und ich machen gemeinsame Sache, aber nicht gegen dich und Draco, sondern für euch.", stellte Blaise richtig.

Irritiert schaute der Lockenkopf den Slytherin an. Nie hätte sie gedacht, das dieser so offen und ehrlich mit ihr sprechen würde.

„Hör zu, ich finde es ja wirklich sehr nett, dass du dir Gedanken über mein ... sagen wir mal ... Liebesleben machst, aber das ist nicht nötig.", Hermine war aufgestanden und stand nun direkt vor Blaise.

„Ich mach mir weniger Gedanken um dein Liebesleben, sondern mehr um das von Draco. Du bist doch sonst nicht auf den Kopf gefallen, Granger. Er findet dich ... nett.", versuchte Blaise zu erklären.

„Nett? Ahja, ich finde Dumbledore auch nett!", sagte Hermine.

„Verdammt, du weißt was ich meine. Oder warum sonst sollten wir uns sonst Gedanken um euch beide machen. Außerdem finde ich es mehr als nur gemein von dir, wie du Ginny behandelst. Sie hat es gut gemeint mit dir! Und du, du behandelst sie, als ob sie den grössten Fehler ihres Lebens begangen hat. Hör endlich auf rumzuzicken und mach deine Augen auf!", Blaise war aufgesprungen und stand nun dicht bei Hermine. Endlich konnte sie das blitzen in seinen Augen definieren, er war wütend.

„Denk darüber nach, was ich gesagt habe. Ginny ist eine wunderbare Freundin, die sich jeder nur wünschen kann. Und Draco würde für dich durch die Hölle gehen und wieder zurück.", nach diesen Worten drängte er sie beiseite und verschwand. Nicht ohne die Tür laut krachend in das Schloss fallen zu lassen. Verdattert blieb Hermine zurück, so hatten sich bis jetzt nur wenige mit ihr zu sprechen gewagt.

Wütend stapfte Blaise durch die Bibliothek. Wie konnte ein Mensch alleine nur so engstirnig sein.

„Hören sie mal, Mr. Zabini. So geht das nicht, dass sie hier in der Bibliothek mit den Türen knallen.", kam Madame Pince schimpfend auf ihn zu.

„Kümmern sie sich gefälligst um ihre eigenen Sachen.", herrschte Blaise sie an, was eigentlich gegen seine Art war.

Aufgebracht standen sich nun der Slytherin und die Bibliothekarin gegenüber. Ein glucksen, von einem der Tische, drang an Blaise sein Ohr. Unwirsch wandte er den Kopf und sah Natalie mit ihren Freundinnen dort sitzen.

Mit zwei Schritten war er bei den Mädchen angekommen, packte Natalie am Arm und zog sie hoch. Erschrocken sah diese ihn an.

„Und du meine Kleine, kommst jetzt mit mir mit.", zischte er.

Eine zutiefst aufgebrachte Madame Pince und drei erschrockene Fünfklässerinnen aus Gryffindor zurücklassend, zerrte Zabini Natalie aus der Bibliothek.

Nachdenklich kehrte Hermine einige Zeit später in ihren Gemeinschaftsraum zurück. Als sie durch das Portraitloch geklettert kam, empfing sie die gewohnt gemütliche Atmosphäre, die dieser Raum ausstrahlte. An vielen Tischen wurden noch schnell die Hausaufgaben für den nächsten Tag fertig gestellt, in einer Sofaecke wurde Snape explodiert gespielt. Schließlich sah sie Ron, Harry und Ginny vor dem Kamin sitzend. Sie steckten die Köpfe zusammen und unterhielten sich angeregt.

Noch einmal atmete Hermine tief durch und ging schließlich auf ihre Freunde zu. Als Ron sie bemerkte, verstummte er und die beiden anderen sahen zu ihr.

„Meinetwegen könnt ihr euch ruhig weiter unterhalten. Oder störe ich?", fragte Hermine schnippischer als sie eigentlich wollte.

„Ähm, nein. Wir...also, eigentlich haben wir uns nur gerade über unsere Hausaufgaben unterhalten.", brachte Ron stotternd hervor und sah sich hilfesuchend um.

„Ronald, seit sieben Jahren gehe ich mit dir in die selbe Jahrgangsstufe und habe dich noch nie über Hausaufgaben reden gehört.", Hermine konnte ein lächeln angesichts ihres Freundes, der nun leicht rosarot um die Ohren wurde, nicht unterdrücken.

„Aber warum ich eigentlich hergekommen bin," redete Hermine weiter, dabei wandte sie sich an Ginny. „Ich wollte mich bei dir entschuldigen. Ich hab mich blöd in den letzten Tagen verhalten. Es tut mir leid.", sprudelte es aus dem Lockenkopf hervor.

Ginny sah sie erst reglos an, dann breitete sich auf ihrem Gesicht ein lächeln aus. Endlich stand sie auf und schloß ihre Freundin fest in die Arme.

„Nein Herm, mir tut es leid. Ich hätte mich nicht einmischen dürfen. Du hattest Recht, es ist alleine eure Sache.", entschuldigte sie sich nun auch bei ihrer Freundin.

„Ach weißt du, es hat noch niemanden ein Schubs in die richtige Richtung geschadet.", meinte Hermine.

Der Rotschopf zog sich ein wenig zurück und starrte sie aus grossen Augen an.

„Heisst das etwa, das du und er...also das ihr...ich meine habt ihr geredet...sind du und ...", doch weiter kam Ginny nicht, sie wurde von Hermine unterbrochen.

„Das heisst gar nichts, nur das ich darüber schlafen werde und mir eventuell Gedanken darüber mache, wie ich mich nun weiter ihm gegenüber verhalten werde.", erklärte Hermine.

„Sag mal Harry, weißt du von was die beiden reden?", wollte Ron von seinem Freund wissen.

„Jepp, weiss ich.", sagte Harry und sah lachend von Ginny zu Hermine.

Die beiden Mädchen setzten sich nun wieder neben die Jungs.

„Ach jeder weiss es mal wieder, nur ich nicht. Aber ihr müsst mir natürlich nicht erzählen worum es geht.", schmollte Ron.

„Ron, ich habe gerade den Streit mit Gin beigelegt. Da muss ich nicht gleich den nächsten mit dir anfangen.", meinte Hermine.

„Aber Harry weiss es doch auch und scheint damit kein Problem zu haben.", sagte Ron beleidigt.

„Naja, am Anfang war ich schon schockiert, aber wenn Hermine glücklich dabei ist, will ich ihr nicht im Weg stehen und machen könnte ich sowieso nichts.", erklärte Harry.

„Naja, noch ist es nicht soweit und ich weiss auch gar nicht, wie es jetzt weitergeht. Schließlich habe ich das nicht alleine zu entscheiden. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich mir auch nicht vorstellen wie das weitergehen soll.", nachdenklich starrte Hermine ins Kaminfeuer.

„Nun ja, vielleicht solltest du mal mit ihm reden?", schlug Ginny vor.

„Vielleicht sollte jemand mal mit mir reden!", mischte sich Ron wütend wieder ein.

„Gut, wie du willst. Hermine hat sich in Draco verliebt, und Draco auch in sie. Aber weil beide solche Sturköpfe sind, ist es Blaise und mir nicht gelungen, sie zu verkuppeln. Am Schluss habe ich Hermine alles gebeichtet und darum auch der Streit. Zufrieden, Bruderherz?", klärte Ginny ihn in Kurzfassung auf.

„Ha ha, sehr witzig. Veräppeln kann ich mich alleine. Also Hermine, was ist los?", stellte Ron seine Freundin ärgerlich zur Rede.

Hermine sah Ron an, dann hilflos zu Ginny und Harry, und schließlich wieder zu Ron.

„Nee Leute...ihr wollt mich doch verarschen oder? Hermine sag dass das nicht wahr ist.", stammelte Ron.

„Also weißt du, wenn ich ehrlich bin...naja...", mehr brachte Hermine nicht raus.

Ron wechselte nun seine Gesichtsfarbe ziemlich schnell, von rot zu weiss, bis es schließlich bei einem ungesunden grau stehen blieb.

„Ron, es ist ganz alleine Hermines Sache.", warnte Ginny ihren Bruder.

„Ginny, du verstehst anscheinend nicht, sie will was von Malfoy!", sagte Ron mit zittriger Stimme.

„Ich verstehe sehr wohl. Und ich mag Draco irgendwie.", meinte Ginny.

„Aber...was geht den jetzt ab? Ich meine, wir reden hier von Malfoy!", rief Ron und einige Köpfe drehten sich zu ihnen um.

„Mann sei leiser. Ja wir können uns ja denken, dass es ein Schock für dich ist, aber er hat sich...ähm geändert. Außerdem haben wir dir in deiner Wahl was deine Freundin betrifft auch nicht reingeredet, sondern uns mit ihr arrangiert. Und das war bei Merlin nicht einfach.", redete Harry auf seinen Freund ein.

„Padma kann man jawohl auch nicht mir Malfoy vergleichen.", schnippte Ron.

„Genau das war der Grund, warum ich nicht mit dir darüber reden wollte. Aber kein Grund zur Panik, Ron, noch sind wir nicht zusammen!", Tränen des Zorns standen Hermine in den Augen. Sie sprang auf und lief in Richtung Mädchenschlafsaal.

„Das hast du ja wieder toll hinbekommen!", sagte Ginny und lief ihrer Freundin nach.

„Was hab ich den jetzt wieder falsch gemacht?", wollte Ron wissen.

„Alles Kumpel, einfach alles.", Harry lies sich in seinem Sessel zurücksinken und starrte ins Feuer.

„Was zum Merlin denkst du dir eigentlich, Zabini?", rief Natalie, als sie der Slytherin raus aus dem Schloss über die Ländereien schleifte.

Als dieser darauf keine Antwort gab, versuchte es Natalie erneut.

„Zabini, lass mich auf der Stellte los. Hörst du mich?", schrie sie mittlerweile leicht panisch. Er schleifte sie immer mehr in die Nähe des Verbotenen Waldes.

„Ich kann dich laut und deutlich hören. Und wenn du noch etwas lauter schreist, hören es auch alle anderen im Schloss.", Blaise hatte sich zu dem Mädchen umgewandt. Sie gestalte die Entführung nicht gerade einfach, sie stemmte sich gegen seinen Griff, kratzte und schlug auf ihn ein.

„Das sollen sie auch hören. Zabini du machst mir Angst.", verzweifelt kämpfte Natalie nun gegen die aufsteigenden Tränen an.

Abrupt stoppte Blaise und zog die Gryffindor in seine Arme.

„Das wollte ich bestimmt nicht. Ich glaube ich wollte einfach mit dir alleine sein.", flüsterte er ihr entschuldigend ins Ohr und streichelte dabei sanft über ihr braunes Haar.

„Du hättest auch einfach fragen können und mich nicht einfach rauszerren.", langsam beruhigte sie sich wieder.

„Damit du wieder nein sagst?", wisperte Blaise und näherte sich mit seinen Lippen den ihren.

Als Natalie dies jedoch bemerkte, stiess sie ihn mit aller Kraft von sich.

„Zabini, du bist und bleibst ein ...", doch was er war, erfuhr Blaise nie, den schneller als man Quidditch sagen konnte, hatte er Natalie wieder an sich gezogen und ihren Mund mit seinen Lippen verschlossen.

Nach einer kleinen Ewigkeit lösten sie sich wieder voneinander.

„Das kannst du mir alles später sagen.", wisperte er und zog sie ein Stück näher an den Verbotenen Wald. An einem Fleck wo sie so schnell nicht zu sehen waren.

Leise löste sich Natalie ein paar Stunden später aus den Armen von Blaise. Sie suchte in der Morgendämmerung ihre Kleidung zusammen, zupfte vereinzelt ein paar Blätter aus ihrem Haar und sah mit einem wehmütigen Ausdruck in den Augen, auf den schlafenden Slytherin nieder.

„Es hätte was besonderes mit uns beiden sein können, aber du bist nun einmal wie du bist.", flüsterte sie, dann drehte sie sich um und lief mit schnellen Schritten zurück ins Schloss.

Draußen auf den Ländereien rollte sich Blaise mehr zusammen, ihm war plötzlich kalt geworden.

So meine Lieben, dass war es dann mal wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr seit trotz meiner langen Abwesenheit noch mitgekommen.

Ich danke allen, die mir reviewt haben, jedes einzelne hat mich sehr gefreut und mich zum weiter machen, ähm ja, fast gezwungen. lol

Bei den nächsten Reviews werde ich dann auch wieder ausführlich antworten, versprochen!

Also ich hoffe wir lesen uns wieder,

Eure

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