Dies ist die Übersetzung von Naadi Moonfeather's "Checkmate". Das Original findet ihr bei:http/ hat die Story so gut gefallen, dass ich sie euch nicht vorenthalten wollte. Ich habe leider noch keine Beta-Leserin, also seid bitte nicht zu hart. Aber wenn ihr Fehler merkt, sagst mir bitte Bescheid. Aber auch so würde ich mich über Reviews freuen. Genauso die Autorin, Naadi Moonfeather.

Viel Spaß!

Merisusa

Schachmatt

By Naadi Moonfeather

Part I: Der Anfang

Kapitel 1

Knowing I want you

Knowing I love you

I can't explain

Why I remain

Careless about you

How can I love you so much

Yet make no move?

I pray the days and nights

In their endless, weary procession

Soon overwhelm

My sad obsession

"You and I" von Chess by Benny Anderson, Tim Rice und Björn Ulvaens.

Langsam lief Draco den dunklen Schlosskorridor Hogwarts entlang. Es war kurz nach Mitternacht. Er achtete nicht wirklich darauf wohin er ging, einfach nur weiter. Verloren in Gedanken, den Gängen folgend, wich er dem rot-gelben Schein der Lampen aus. Seine nackten Füße berührten lautlos den Boden. Er trug schwarze Hosen und einen schwarzen Rollkragenpullover, so dass sein Gesicht und Haar, seine Hände und Füße, wie Nebel im Morgengrau in die dunklen Schatten des Flures überflossen. Er wanderte immer durch das Schloss wenn er nicht schlafen konnte – das war oft in den letzten Tagen. Als Vertrauensschüler und Schüler des siebten Jahrganges hatte er eine gute Ausrede um Nachts sein Zimmer zu verlassen. Trotzdem schlich er so leise wie möglich die langen Korridore entlang, um zu vermeiden in Mr. Filch oder Mrs. Norris, Mr. Filch's Katze, zu rennen.

Er gelangte zu einer Stelle, bei der Mondschein durch die großen Fenster auf der rechten Seite fiel und die Schatten vertrieb. Er stoppte für einen Moment, umrundete dann die weißen Vierecke aus Licht. Dabei versteckte er sich in den übrig gebliebenen Schatten an der linken Wand. Sein Finger strichen über den kalten Stein, und als er weiterlief, erinnerte er sich selbst noch mal daran, wie sinnlos es war, sich zu wünschen, dass er eine andere bestimmte Person hier draußen, mitten in der Nacht treffen würde. Und wie hoffnungslos es sein würde, selbst wenn es passieren würde, da er seinem Verlangen nicht nachgeben konnte, nein, durfte.

Er bog um eine weitere Ecke und erstarrte. Er stand ganz still – eine antrainierte und ausgereifte Reaktion. Zwei Lampen verursachteten ein verwirrendes Spiel aus Schatten und Licht und doch gab es keinen Zweifel, was er da sah. Waren das wirklich ein Paar bekannte, abgetragene Schuhe und Knie, die da aus dem Schatten ragten? Du beginnst zu halluzinieren, Draco , sagte er zu sich selber. Doch dann seufzte und schniefte diese Halluzination und Draco's Herz begann langsam zu schmelzen. Auf einmal war er sich nicht mehr so sicher über das, was er nicht tun sollte. Es konnte ja nicht schaden, ein bisschen zu reden. Wenn er sich wagte… Er stand für eine lange Zeit einfach nur still, mit sich selbst diskutierend, sein Herz schmerzhaft schlagend.

Draco wusste ganz genau, dass er total unwillkommen sein würde, und das schmerzte so sehr, dass er beinah umgedreht und davon gegangen wäre. Er wird wütend sein. Ich weiß das, also darf ich nicht darauf reagieren. Wenn ich nicht zurück schieße, wird er mir vielleicht zuhören. Oh Gott, aber was ist, wenn nicht? Er hätte vielleicht die ganze Nacht dort gestanden – unbeweglich, unentschlossen - doch das Geräusch eines weiteren Schniefens weckte seine Neugier und Sorge. Bevor er wusste, was er tat, trat er aus dem Schatten hervor.

Er ging den Korridor entlang bis er vor der schmächtigen, schwarzhaarigen Person stand, welche zwischen zwei Rüstungen auf dem Boden lungerte. Er sah auf Harry nieder und fühlte für einen Moment Erleichterung, dass es wirklich Harry war, welcher dort saß, mir seinen Ellbogen auf den Knien und sein Gesicht in den Händen vergraben. Doch dann kam der Schock – das war Harry und es sah aus, als würde er…weinen!

„Harry?", sagte Draco so sachte wie er nur konnte.

Harry's Kopf schnellte hoch und seine Augen wanderten höher und höher bis sie an Draco's Gesicht hängen blieben. Er zog scharf Luft durch die Zähne und ließ seinen Kopf zurück in die Hände fallen. „Malfoy, verschwinde zur Hölle noch mal!", murrte er durch seine Hände.

Draco überschlug seine Füße und ließ sich in flüssiger Eleganz im Schneidersitz vor Harry nieder. „Hey", sagte er sanft. „Was ist los?"

Harry hob seinen Kopf und starrte Draco ungläubig an. Hatte ihn gerade Draco Malfoy gefragt, was los ist? Hatte er gerade Harry bei seinem Vornamen genannt? Und wenn da irgendjemand war, den Harry nicht wollte, dass er ihn so sah – „Hast du so was wie einen siebten Sinn, Malfoy, der dir sagt, wenn du die letzte Person auf der Welt bist, die jemand sehen will, so dass du gerade auftauchen kannst?", erwiderte er wütend. Harry fuhr eine Hand durch sein unordentliches Haar, was es nur noch mehr abstehen ließ. Er lehnte sich zurück an die Wand und starrte Draco an. „Geh einfach weg!", sagte er schwach. Er verkreuzte seine Arme vor der Brust und starrte vor sich hin.

Draco fühlte den alten Schmerz in sich wachsen, in Wut umwandelnd, wie er es immer tat. Doch er kämpfte dagegen an, sich selbst zwingend diesmal nicht zu reagieren. Er senkte seinen Kopf nach vorne und blickte nieder, den Augenkontakt Harry brechend. Einzelne blonde Haarsträhnchen fielen über seine Stirn.

Er hörte ein tiefes Seufzen von Harry. „Bist du zu dumm um zu verstehen, was ‚verschwinde' bedeutet?"

Ein kleines bisschen von Draco's Willenstärke ging verloren. Er schaute auf und wischte mit einer kleinen, feinen Bewegung seines Kopfes, die Haare aus seinem Gesicht. „Nein, Potter, bin ich nicht", sagte er viel beherrschter als er sich fühlte. „Ich habe Probleme zu verstehen warum du unerbitterlich mies zu mir bist."

Harry's Unterkiefer klappte ein klein wenig auf. „Machst du Witze? Nach all den niederträchtigen Dingen, die du zu mir und meinen Freunden gesagt und getan hast?"

Draco schaute wieder auf den Boden. „Du hast damit angefangen", sagte er leise.

„WAS?"

"Erstes Jahr...das erste Jahr...im Zug zur Schule. Du hattest mich wirklich verletzt, Harry."

Harry machte ein abgewürgtes Geräusch. „Du benahmst dich wie ein aufgetakelter, arroganter, unantastbarer Mistkerl. Und du hast die ersten beiden Menschen auf dieser Welt beleidigt, die mir ihre Freundschaft angeboten haben."

Draco zuckte leicht mit einer seiner Schultern. „Ich war erst elf."

„So!"

„So, das war sieben Jahre her."

„Du benimmst dich immer noch so!"

Draco schaute auf und hielt Harry's Blick stand. Ganz sanft sagte er: „Wirklich? Habe ich das überhaupt bisher dieses Jahr? Benehme ich mich im Moment so?"

Harry sagte nichts während er Draco's leicht silber-graue Augen studierte. Er versuchte sich an etwas zu erinnern, das Draco in letzter Zeit getan hatte, um ihn zu quälen. Sie waren schon wieder drei Monate in Hogwarts - es waren nur noch anderthalb Wochen bis zu den Weihnachtsferien, und Harry konnte mit zunehmender Verwunderung an nichts denken. Sie haben rücksichtslos gegeneinander in Quidditch gespielt, hatten fast ein ganzes, scheußliches Semester in Fortgeschrittene Zaubertränke nebeneinander gesessen, doch Harry konnte nicht eine Beleidigung in Erinnerung rufen. Um genau zu sein, hatte Draco kaum ein Wort mit ihm gewechselt während des ganzen Semesters. Er hatte dieselbe kalte Ausstrahlung, war distanziert und reserviert, arrogant – nein, gab Harry zu, die Arroganz war weg. Stattdessen war es mehr als – fast als – hätte Draco ihn absichtlich vermieden.

Draco blieb ganz still. Er fühlte wie sich Harry's Smaragde auf den Mark seiner Knochen bohrten, und er versuchte alle seine neuen, starken Gefühle, die er für Harry empfand, in seinen eigenen Augen zu zeigen. „Du hast recht, Harry", sagte er mit ruhiger Stimme. „Ich benahm mich schrecklich. Und es tut mir jetzt leid. Es passierte viel während des Sommers, und ich…" Er schaute weg, dann runter auf seine Hände. „Würdest du mir glauben, wenn ich sagen würde, dass das meiste, was du über mich weißt, nur eine Show ist, um das zu verstecken, was ich wirklich fühle?"

„Ich weiß nicht, Malfoy. Wenn du nur geschauspielert hast, warst du ziemlich gut darin – es wirkte ziemlich echt."

Draco schaute zurück zu Harry. „Ich bin gut darin. Das ist etwas, was du sehr zeitig lernst, wenn dein Vater Lucius Malfoy ist. Aber das macht es nicht echt."

„Oh", sagte Harry ganz sanft. „ Ich dachte immer, du...na ja, wolltest genauso sein wie er. Das ganze reinblütige-Zauberfamilien-Slytherin-Todesesser-Malfoy-Zeug, du weißt schon."

Draco erschauerte und seine Augen glänzten kalt vor Bitterkeit. „Nein", sagte er. „Ich hasse ihn. Er manipulierte mich vom ersten Tag an, seit ich geboren bin. Als wir uns trafen, wusste ich es bloß noch nicht. Aber ich weiß es jetzt und es entsetzt mich. Lucius Malfoy ist teuflisch."

Harry schaute wachsam und studierte Draco als hätte er ihn noch nie vorher richtig gesehen. „Das ist schrecklich", sagte er langsam. „Du musst eine richtig beschissene Kindheit gehabt haben. Genau wie ich."

Draco's eisiger Blick taute bei Harry's Worten auf. Er musterte Harry genauso wie der ihn. Wärme und dann Erheiterung schliche in seine hellen Augen. „Potter", sagte er, eine elegante Augenbraue hebend, „meine Kindheit war niemals so schlecht wie deine. Ich hatte wenigstens Kleidung. Die passte!"

Harry stöhnte. "Oh, das war gut, Malfoy", sagte er sarkastisch. „Sehr witzig." Er schaute Draco mit schmalen Augen an, ein bisschen überrascht bei der Wärme, die der Blick des anderen Jungen ausstrahlte. „Hatte ich wirklich deine Gefühle verletzt?", fragte er schließlich. „Im Zug?"

Draco nickte. "Schrecklich, grausam, und bis zum Knochen."

Lange war Harry still. "Dann tut es mir leid", sagte er letzten endlich. "Wenn es nicht zu spät dafür ist."

Ein weicher Ausdruck erschien in Draco's Augen. „Nein, es ist nicht zu spät", sagte er. „Danke."

Das letzte Wort war mit solcher Aufrichtigkeit gesagt, dass Harry einfach nur da saß und Draco anstarrte, total sprachlos während er versuchte alle seine Vorstellungen von Draco Malfoy mit der Person, die vor ihm saß, anzupassen.

Schließlich brach Draco die Stille. „Harry, warum sitzt du hier?"

„Ich, ähm…" Harry seufzte, stützte seine Ellenbogen auf die Knie und legte seinen Kopf in die Hände, seine Finger in die schon unordentlichen Haare gleitend. „Es ist nicht wirklich was. Ich war bloß dumm und ich wusste es. Also kam ich hier her, wo ich dachte niemand würde mich sehen." Er weißte mit seinen Augen auf Draco. „So viel zu dieser Idee."

Draco entgegnete Harry's Kommentar mit einem Schulterzucken. „Nun ja, jetzt hast du jemanden mit dem du reden kannst. Also, worüber reagiertest du so dumm?"

Harry bewegte seine Hände von den Seiten des Kopfes nach vorne um sein Gesicht zu bedecken. „Oh nein, Malfoy. Ich werde nicht mit dir reden."

„Warum nicht?"

Harry stöhnte. „Es ist zu…peinlich. Und es ist wirklich nicht wichtig. Ich musste nur …nachdenken…und…" Zarte Hände schlossen sich um Harry's Handgelenke und zogen seine Hände vom Gesicht weg. Überrascht öffnete Harry seine Augen und begegnete Draco's beständigen, silbernen Blick.

„Ich habe gerade mein Innerstes vor dir ausgebreitet, Potter", sagte Draco sacht. „Sei fair."

Sie starrten sich für einen langen Moment an. Harry lehnte sich zurück gegen die Wand, seine Hände aus Draco's leichter Umklammerung ziehend. Er kreuzte seine Arme vor seiner Brust und blieb still für lange Zeit, runter schauend, auf seiner Unterlippe kauend. „Es geht um Hermine und Ron", sagte er schließlich. Er schaute plötzlich auf, seine Augen grünes Feuer speiend. „Malfoy, ich schwöre, wenn du jemals jemanden davon erzählst, werde ich…werde ich dein Herz mit einem rostigen Muggle Löffel auskratzen und Hagrid's Viehzeug vorwerfen!"

Für einen Moment flackerten Draco's Augen vor Wut. " Du musst mir nicht drohen, Harry", sagte er. „Ich habe keine Absicht über diese... kleine Begegnung zu reden, zu niemanden." Dann lachte er. „ Ich meine, schau uns an. Wer würde das glauben?"

„Selbst wenn", sagte Harry. „Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt jemanden erzählen möchte…"

Draco saß ihn einfach anschauend da, eine Augenbraue gehoben, der Anfang eines Grinsens um seine Mundwinkel schleichend. „Ron und Hermine?", stellte er klar.

Harry funkelte ihn an. "Das ist deine neuste Methode mich zu foltern, nicht?"

Draco lachte. „Sieht so aus. Aber nur weil du so stur bist. Schau, ich schwöre bei der Drohung eines grausam schmerzhaften Tod durch einen rostigen Muggle Löffel, ich werde keiner Seele erzählen, egal ob lebend oder tot, was du mir jetzt erzählen wirst. Jetzt komm schon, Potter, spuck es aus!"

Harry stieß ein langes, verzweifeltes Seufzen aus. „Du wirst nicht eher weggehen, oder?" Es war nicht wirklich eine Frage.

„Nein."

Harry schloss seine Augen. Vielleicht, wenn er nicht sah zu wem er sprach, würde er sich nicht so erniedrigt fühlen. Aber er bezweifelte es. Er holte tief Luft. „Nach dem Abendbrot", sagte er, „hatten Ron und Hermine mir erzählt, dass sie verlobt sind. Sie wollten, dass ich es weiß – aber sie haben es ihren Eltern noch nicht erzählt weshalb es noch nicht bekannt gegeben wurde. Aber dann standen sie so da, Händchen haltend, sich so…so verliebt anschauend…und dann küsste er sie und es war so…süß…und oh Gott, Malfoy, ich kann nicht glauben, dass du mich dir das erzählen lässt." Harry lehnte sich nach vorne, lehnte seine Stirn auf die Knie und bedeckte den Kopf mit seinen Armen. „Das ist so erniedrigend", murmelte er in seine Knie.

„Harry?", sagte Draco weich zu Harry, welcher das kurze Aufflackern von Schmerz nicht in seinen Augen sah. „Bist du in Granger verliebt? Ist das der Grund warum du so aufgewühlt bist?"

„Nein!" Harry zuckte hoch und starrte Draco mit verwuschelten Haar und runter gerutschter Brille an. „Nein, das ist es nicht…es ist bloß, dass ich…"

Draco's Herz machte einen lustigen, kleinen Sprung, welches es in letzter Zeit immer machte, wenn Harry so unbewusst entzückend war. Er griff nach vorne und richtete Harry's Brille. „Was ist es dann?", fragte er.

Harry schien nicht zu bemerken, dass Draco seine Brille gerichtet hatte. Stattdessen plumpste er verteidigend zurück an die Wand. Er schloss wieder seine Augen. "Ich dachte immer, ich würde jetzt jemanden haben." Er machte eine Pause. Die Wörter, ich dachte, ich habe jemanden, drangen unerlaubt in seinen Kopf. Er versuchte den Gedanken zu ignorieren und redete weiter. „Meine Eltern hatten das. Sie trafen sich hier und verliebten sich. Und ich hatte ein paar Beziehungen hier…aber keine, wo ich…richtig verliebt war….oder jemand in mich verliebt war." Oh Gott, es tut weh, das zu sagen. Harry holte tief Luft und setzte fort. „Als ich also Ron und Hermine zusammen sah…ich schätze, ich hatte einfach Angst, dass mich niemand jemals so anschauen wird oder mich so küssen wird. Ich freue mich richtig für sie, da sie jetzt zusammen sind, aber… na ja, ich…fange an mich…einsam zu fühlen." Harry holte ein weiteres Mal tief Luft, welche hauptsächlich in einem gewaltigen Seufzen entglitt. Er wartete darauf, dass die Lächerlichkeiten begannen, doch da war nur Stille. Vorsichtig öffnete er seine Augen.

Draco saß ganz still, seine Augen nach unten gerichtet. Doch als würde er spüren, dass Harry in anschaute, blickte er auf. Der Ausdruck in diesen silber-grauen Augen ließ Harry Atem holen. „Harry", sagte Draco sanft, „das ist so was von nicht dumm." Harry spürte wie sein Gesicht vor Hitze errötete bei dem Blick, den Draco ihm zuwarf. „Nun ja, es – es kam mir einfach so vor als würde ich mich bemitleidigen und -."

„Schhh!", zischte Draco plötzlich, gleichzeitig auf seine Füße springend.

Harry richtete sich ungeschickt auf. „Was?", flüsterte er. Dann hörte er Fußschritte.

„Filch!"

„Schnell!", sagte Harry. „Komm hier drunter!" Er schnappte sich seinen Umhang, der neben ihm auf dem Boden gelegen hatte, warf ihn sich über den Kopf, eine Ecke hochhaltend, so dass Draco mit dazu kommen konnte.

Draco musste sich nicht zweimal bitten lassen. Er schmiss sich unter den Umhang, Harry gegen die Wand schmeißend.

„Autsch!", sagte Harry.

„Schhh!"

Da war kein Platz um neben einander zwischen den Kriegsrüstungen zu stehen, also waren sie aufeinander gepresst. Harry war zwischen Draco und der Wand eingeklemmt, beide Hände von Draco flach neben seinen Kopf an die Wand gedrückt. „Du stehst auf meinem Fuß!", atmete Harry in Draco's Ohr, welches unbeabsichtigt direkt bei seinem Mund war.

„Entschuldigung!", atmete Draco zurück. Harry spürte, wie er seinen Fuß bewegte und versuchte ihn woanders hinzustellen.

Die Fußschritte bogen um die Ecke und beide Jungs erstarrten. „Hier, Mitzi, Mitzi", rief Filch singend. "Mrs. Nor – ris. Wo ist mein süßes Schnutzi-Putz?"

Hary's und Draco's Augen trafen sich. Harry färbte sich dunkelrot und presste seine Lippen zusammen. Trotzdem entkam ein kleines Schnaufen. Draco's schloss seine Hände um Harry's Mund, wodurch Harry beinahe sein Gleichgewicht verlor und nach links auf die Rüstung gefallen wäre. Er schlang seine Arme um Draco um sich wieder zu fangen.

„Bist du das Honigbienchen?", rief Filch. Draco erstickte fast und musste sein Gesicht in Harry's Schulter vergraben um das Geräusch zu erwürgen. Das trampelnde Geräusch stoppte genau vor den Ritterrüstungen. „Hier Mitzi, Mitzi", rief Filch so laut er konnte. Er schlug mit seinem Stock gegen die Rüstungen. KRACH! KNALL! Beide Jungs sprangen auf und Harry griff Draco fester um nicht wieder umzufallen. „Verdammte, dämliche Katze! Wo bist du?"

Stille. „Hm", knurrte Filch. Er drehte sich weg, den Korridor mit einem mörderischen Blick absuchen. „Hätte schwörn könn, dass ich hier drübn was gehört hab", murmelte er. Ein kleines, unterdrücktes Wimmern entkam Harry. Filch wirbelte herum und starrte auf die Stelle, wo Harry und Draco standen. Stille. „PEEVES!", schrie er, seine wütenden Augen ein Loch in die Stelle bohrend, wo sich Harry und Draco befanden. „Du spielst lieber keine Spiele mit mir heute Nacht, Peeves!" Stille. „Hm." Er drehte sich auf den Fersen um und trampelte davon. Die Schritte verschwanden am Ende des Korridors. Harry und Draco hörten noch ein letztes „Hier Mitzi, Mitzi! Süße?" und dann knallte eine Tür. Draco hob seinen Kopf von Harry's Schulter und nahm seine Hand von dessen Mund.

„Oh Gott!", sagte Harry schwer atmend. „Ich dachte, ich sterbe als er sagte -."

„Honigbienchen!", sagte Draco keuchend, von einem Ohr zum anderen grinsend und seine feuchten Augen trocknend. „Oh Lord, das war unglaublich!" Er schaute zu Harry, welcher zurück grinste, und richtete dann seinen Blick auf den Umhang. Er hob seine Hand und fuhr seine Finger über die Innenseite des Materials. „Das ist richtig cool, Potter. Um genau zu sein, das müsste das coolste sein, was ich je gesehen habe." Dann lachte er wieder. „So bist du also dem Tod die ganzen Jahre entkommen."

„Mein Vater hinterließ ihn mir", sagte Harry stolz und lächelnd. Draco senkte seinen Blick um Harry's Augen zu treffen und lächelte ihn an, ihre Gesichter nur wenige Zentimeter entfernt. Harry wurde auf einmal bewusst, dass sie aneinander gepresst da standen und er seine Arme um Draco's Hüfte geschlungen hatte. Schnell zog er seine Arme zurück und errötete. „Entschuldigung", flüsterte er.

„Mir tut es nicht leid", sagte Draco sanft und machte keine Anstalten sich wegzubewegen. „Und wenn wir gerade dabei sind, Harry – die kleine Geschichte, die du mir gerade erzählt hast? Ich denke, du brauchst dich um nichts sorgen. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass hier jemand ist, und um genau zu sein, dir gerade sehr nah ist, der dich gerne so küssen würde."

„Äh, Malfoy-."

„Spielst du Schach, Harry?"

"Was?"

"Spielst du Schach? Du weißt schon, Bauern, Königinnen, Könige?"

Harry spürte, wie seine Brille die Nase etwas runter rutschte, aber er konnte sich nicht bewegen um sie wieder hoch zu schieben. „Ich spiele es manchmal mit Ron. Aber ich bin wirklich nicht besonders gut darin."

Draco zuckte die Schultern. "Hast du jemals Versuchungsschach gespielt?"

„Nein. Ich – ich habe noch nie davon gehört."

"Dann fordere ich dich zu einem Spiel heraus, Harry. Ich spiele Weiß, also mache ich den ersten Zug." Draco lehnte sich nach vorne, ihr Köpfe nun so nah zusammen, dass Harry Draco's Worte in warmen Atemzügen auf seinem Gesicht spüren konnte. „Bauer zu D3", flüsterte Draco. Seine Augenlider flatterten zu und seine Hände griffen Harry leicht bei den Schultern. Dann küsste er Harry auf den Mund, ein einmalig sanfter, langsamer, aber kurzer, federweicher Kuss.

Harry dachte, sein Herz würde vor Schreck aufhören.

Draco zog sich zurück und schaute Harry in die Augen.

Harry's Herz stoppte wirklich fast.

„Betrachte dies als mein Einführungszug", sagte Draco, seine Ton immer noch flüsternd. „Du kannst mir morgen sagen, ob du die Herausforderung annimmst." Er reichte hoch und ließ einen Finger über Harry's Gesichthälfte gleiten. „Dein Zug, Harry." Dann duckte er sich und glitt aus dem Umhang heraus.

Harry's Knie gaben nach und er glitt die Wand runter bis er abrupt den Boden berührte. „Aaaarg!" Er wand sich einen Moment als er versuchte den Umhang abzunehmen. „WARTE!" Er zog den Umhang weg. „Malfoy!" Er schob seine Brille wieder gerade und schaute sich um. „Was zur Hölle war das!" Aber er war alleine im Korridor. Draco war verschwunden.

Ende Kapitel I