Tell me, everything's all right

So, weil ich heute Geburtstag habe, habe ich beschlossen, zur Feier des Tages meine neue FF zu posten.

Die Idee ist mir nachts irgendwann so gegen 3.00 Uhr gekommen und irgendwie dachte ich, ich versuche es mal. Im wesentlichen beleuchte ich in der FF die verschiedenen Reaktionen sämtlicher ‚Betroffenen'. Ich denke nicht, dass sie sehr lang wird (ca. 10 Kapitel), aber wenn ihr mögt, gibt es evt. eine Fortsetzung.

Disclaimer:
In meinem Profil.

Summary:
Lily Evans ist die Perfektion auf zwei Beinen, darin sind sich alle einig. Doch auch Perfektion ist keine Garantie für ein problemloses Leben. Und Lily muss sich dem wohl größten Problem überhaupt stellen…

Lily

Seufzend strich Liliana Evans sich die langen roten Haare aus der Stirn und warf einen Blick in den Spiegel, der über dem Waschbecken hing. Sie war selbst für ihre Verhältnisse ungewöhnlich blass, auf ihrer Stirn stand kalter Schweiß und die sonst strahlenden grünen Augen wirkten trüb. Jeder, der sie gesehen hätte, wäre der festen Überzeugung gewesen, dass sie krank war. Aber krank war Lily nicht. Lediglich übermüdet und… sie seufzte wieder. Man konnte viele Dinge über Lily Evans sagen, aber dumm war sie nicht. Und sie neigte auch nicht dazu, sich selbst etwas vor zu machen. Während sie eine Variante des Blendzaubers auf sich ausübte, um nicht weiterhin wie eine wandelnde Wasserleiche auszusehen, wie ihre Freundin Emmy es mal bezeichnet hatte, dachte Lily über das nach, was sie nur noch als ‚ihr Problem' bezeichnete.

Den zehnten Tag war ihre Periode nun schon überfällig, seit drei Tagen litt sie unter Morgenübelkeit, vor dreizehn Tagen hatte sie das letzte Mal essen können, ohne das ihr schlecht geworden war und siebenundzwanzig Tage war es her, dass sie mit ihm geschlafen hatte. Diese vier Fakten zusammengenommen deuteten mit ziemlicher Sicherheit auf eins hin. Lily war schwanger. Und wusste das sehr genau. Es gab allerdings noch ein paar Unterprobleme zu ihrem Problem. 1. Sie war siebzehn. Naja, eigentlich siebzehn Jahre, vier Monate und zwei Wochen, aber den großen Unterschied machte das nicht. 2. Sie ging noch zur Schule. 3. Er, wie sie den Vater des Kindes zu bezeichnen pflegte, war nicht mehr als ein simples One-Night-Stand gewesen. Lily seufzte wieder und dachte an den letzten Montag, den Tag, an dem ihr aufgefallen war, dass sie ein Problem hatte.

„Hast du vor, überhaupt etwas zu essen, Lil?", erkundigte sich Candice McDouglas. „Ich hab gegessen", verteidigte Lily sich, aber beide wussten, dass sie log. „Stimmt nicht", mischte sich Sara Potter auch sofort ein, „du schiebst dein Essen die ganze Zeit von einer Tellerseite zur anderen, aber gegessen hast du bisher noch nichts." „Hast du nichts besseres zu tun, als mich zu beobachten?", schnappte Lily genervt, woraufhin Sara theatralisch die Augen verdrehte, es dann aber vorzog, die Rothaarige in Ruhe zu lassen und sich in das Gespräch von Emily ‚Emmy' Reynolds und Bertha Huber einzumischen. Candy öffnete grade den Mund, um etwas zu sagen, als Lily ohne Vorwarnung ihren Stuhl zurückschob und aufstand. „Ich muss noch mal in unseren Schlafsaal. Wartet nicht auf mich. Wir sehen uns in Verwandlung", erklärte sie und verschwand, ohne eine Reaktion abzuwarten.

Wieso sie Sara angefaucht hatte und was genau sie in ihrem Schlafsaal wollte, wusste Lily selbst nicht, aber aus irgendeinem Grund konnte sie ihre Freundinnen grade nicht ertragen. Während sie also darüber nachdachte, was zum Teufel mir ihr los war, spürte sie plötzlich eine Welle von Übelkeit in sich aufsteigen. Nur Momente später war sie in einer Mädchentoilette verschwunden und übergab sich. Es waren wohl ein paar Minuten, bis Lily sich zurücklehnte, nachlässig mit dem Handrücken über ihren Mund wischte und leise stöhnte. „Oh, hallo", erklang in dem Moment eine Stimme. Lilys Augen, eben noch geschlossen, flogen auf und sie sah sich Auge in Auge mit der Maulenden Myrthe. Ein weiteres Stöhnen entfuhr ihr, diesmal jedoch aus ganz anderen Gründen. Jede Schülerin in Hogwarts wusste besser, als die Toilette im ersten Stock zu betreten, aber darauf hatte Lily natürlich eben nicht geachtet.

„Hallo Myrthe", begrüßte sie den Geist. Myrthe kicherte vergnügt. „Hast ein Problem, hm?", erkundigte sie sich und klang dabei mehr als schadenfroh. „Wovon redest du?", Lily runzelte sie Stirn. Myrthe kicherte nur weiterhin fröhlich vor sich hin, bis ihr irgendwann ein anderer Gedanken zu kommen schien. „Sag mal", sie setzte ein verschwörerisches Gesicht auf und beugte sich so nah zu Lily hinüber, dass ihre Nase in der der Rothaarigen hing, „wie heißt er denn?" „Er?", fragte Lily irritiert. Myrthe schüttelte missbilligend den Kopf: „Na, der Vater von deinem Kind. Wer denn sonst?" „Vater…?", würgte Lily hervor, „Kind…?" „Sag bloß du hast es noch nicht bemerkt?", erkundigte Myrthe sich und ihre Augen glänzten vor Begierde, noch mehr Klatsch zu erfahren. Lily starrte sie nur an und dann wurde alles schwarz.

Lily war erst wieder aufgewacht, als Verwandlung, die erste Stunde an diesem Tag, schon seit einigen Minuten vorbei gewesen war und ihr erster Gedanke war, komischerweise, gewesen, was sie Professor McGonagall sagen würde. Danach war sie aus der Toilette verschwunden, einfach, weil sie Myrthes Gekicher nicht mehr hatte ertragen können, und hatte drei Schulstunden, bis zum Mittagessen, damit zugebracht, Candy und Sara aus dem Weg zu gehen, die ebenfalls keinen Unterricht hatten und sich zu überlegen, ihr Problem erstmal geheim zu halten. Und genau das hatte sie bis heute, Donnerstag, getan. Heute in der dritten Stunden war auch die Entschuldigung an McGonagall fällig, wie es Lily grade siedendheiß einfiel. Bevor sie aber entscheiden konnte, was weiterhin zu tun war, klopfte es an der Tür und Candys Stimme erklang: „Lily? Alles klar?" Lily atmete durch und bereitete sich darauf vor, dem ersten Menschen überhaupt von ihren Problem zu berichten.