Dies ist eine Übersetzung von Mitchmaks "Heart with no companion". Das englische Original findet ihr hier: www . fanfiction . net / s / 2056132 / 1

Die Story ist nicht „gebetat" worden, also – wer Lust hat, beta zu lesen, einfach melden. Reviews leite ich an Mitchmak weiter, also könnt ihr auch gerne auf Englisch reviewen (ansosten übersetze ich).

Disclaimer & Anmerkung (Mitchmak): Nicht meins, verklag mich nicht. … Feedback wird gerne angenommen (das gilt auch für die Übersetzerin! ;-) ) – besonders Feedback mit Vorschlägen und triftiger Kritik. … Diese Fic ist von der sagenhaften Rissa gebetat worden.


Heart with no companion

Sie hier schon ein Jahr hier, und er kommt jeden Tag, um sie zu sehen. Ob Regen oder Sonnenschein, ich kann praktisch meine Uhr nach ihm stellen. Er kommt immer direkt nach dem Abendessen. Ich habe gelernt, seine Schritte zu erkennen, wenn er durch den Gang rauscht, wobei sich seine Roben dunkel hinter ihm bauschen. Ich vergewissere mich, dass eine heiße Tasse Tee auf ihn wartet, wenn er ankommt. Er sitzt immer im selben Stuhl, direkt neben ihrem Bett. Er spricht nie mit mir – spricht nie mit irgendeiner der Medihexen, wirklich. Aber manchmal spricht er mit ihr.

Beim ersten Mal wusste ich, dass er kommen würde. Meine Schwester Poppy hatte mir per Flohnetz eine Nachricht geschickt, um mich zu warnen, dass er auf dem Weg und in schlechter Stimmung war. Ich muss zugeben, ich wusste nicht viel von dem Mann, nur was ich in den Zeitungen gelesen oder von Poppy aufzuschnappen geschafft hatte, die paar Male, die sie ihn erwähnt hatte.

Er war selbstverständlich ein Held. Es schien, als würden zu dieser Zeit viele Helden herumlaufen, infolge des Falls von Voldemort. Harry Potter selbst war an dem Tag hier gewesen, an dem sie eingeliefert wurde, und man wurde nicht viel heldenhafter als er.

Mr. Potter hatte mich gefragt, ob sie Schmerzen habe und beschwerdefrei sei. Seine Augen waren trauriger gewesen als alle, die ich bisher gesehen hatte, die Farbe von zerquetschtem Klee, und so voll von Schatten, dass ich ihn trösten wollte. Er hatte viel durchgemacht, mit dem Krieg und dem Verlust eines besten Freundes an den Tod in der letzten Schlacht, und dem einer anderen besten Freundin an irgendeinen unheilbaren Spruch, der ihren Geist geraubt zu haben schien. Bevor er ging, gab er mir eine Flasche mit etwas Muggel-Haarprodukt und bat mich, es auf ihr Haar zu sprühen, bevor ich es kämmte – sagte, es würde bei den Knoten und verhedderten Stellen helfen, wenn es wieder wüchse.

Als ich ihm sagte, dass wir ihr Haar kurz halten würden, während sie eine Bewohnerin unseres Hauses sei, war er am Boden zerstört. Er versuchte mir zu sagen, dass sie nicht nur irgendeine Patientin war, sie war Hermine, und Hermine hatte Haar – viel davon. Er hatte ein Foto von einer jüngeren Ms. Granger aus seiner Tasche gezogen, die lächelte und lachte und im Foto winkte, während er und ein junger rothaariger Mann, von dem ich wusste, dass er Ron Weasley war, dabei waren, verirrte Strähnen ihres Haares aus ihren Gesichtern zu zu streichen. Es war offensichtlich ein windiger Tag gewesen, als das Foto gemacht worden war.

Ich erklärte ihm behutsam, aber bestimmt, dass ich nicht die Regeln hier bestimmte, sondern verpflichtet sei, sie zu halten. So gern ich auch eine Ausnahme von dieser Regel für ihn gemacht hätte, Dr. Bechtel, das Haupt von St. Mungo's, würde es nie erlauben. Mr. Potter nahm die Nachricht stoisch auf, aber ich könnte sagen, er war am Boden zerstört. Er ging kurz danach, ohne auch nur einen zweiten Blick in meine Richtung zu werfen.

Ich empfing am nächsten Tag per Flohnetz eine Notfallnachricht von Poppy, die mich vor der bevorstehenden Ankunft Professor Snapes warnte, den ich nie getroffen hatte. Ich erinnere mich immer noch an Poppys Worte, ‚Er kann ein bisschen irritierend sein, Nettie, Liebes. Er ist kein netter Mann, aber er hat viel durchgemacht, also versuch, deine Zunge in seiner Gegenwart zu hüten'.

Da ich gewöhnt war, dass Poppy mich wie eine kleine Hexe mit Zöpfen behandelte, ignorierte ich sie so gut ich konnte. Sie war meine älteste Schwester, und mit Abstand die, die ich am meisten bewunderte, trotz der Tatsache, dass sie mich immer wie ein Baby behandelte. Also, ich wusste, dass Professor Snape auf dem Weg war. Ich sage immer: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, aber obwohl ich ihn erwartete, wich ich doch leicht zurück, als er direkt vor mir aus dem Nichts apparierte wie eine große Riesenfledermaus.

Er blitzte ein paar jüngere Medi-Assistenten an, die bei seiner Ankunft hochgesprungen waren, bevor er grimmig seinen finsteren Blick mir zuwandte.

„Guten Tag, Pomfrey."

Ich war ein bisschen erschreckt, dass er sogar wusste, wer ich war, aber ich versuchte, es nicht zu zeigen.

„Professor Snape", erwiderte ich.

„Poppy lässt sie grüßen." Ah, ja. Ich vermutet, der Fluss aus Wissen namens Poppy floss in beide Richtungen.

„Danke, Sir. Bitte lassen Sie sie auch grüßen."

Ich konnte aufgeregtes Wispern um mich herum hören als die Assistenten erkannten, wer genau vor Ms. Grangers Zimmer stand. Eine hatte sogar die Dreistigkeit, ihn zu fragen, ob er immer noch das Dunkle Mal trüge, jetzt, wo der Krieg vorüber war, und ob sie es sehen könne?

Der Mann biss ihr praktisch den Kopf ab. Nicht, dass ich es ihm verübelte. Dummes Kind – sie war offensichtlich nicht nach Hogwarts gegangen. Ich seufzte, als sie weinend den Gang hinunterlief, schnell gefolgt von den anderen Assistenten, bevor ich mich erneut ihm zuwandte.

Sein ziemlich finsterer Gesichtsausdruck hinderte den verständnisvollen Blick, den ich aufzubringen versuchte, daran, auf meinem Gesicht zu erscheinen. Ich machte auf dem Absatz kehrt und führte ihn in Hermines Zimmer. Ich dachte nicht, dass er ein Mann sei, der gerne warten gelassen wird.

Ich drehte mich um, nachdem wir eingetreten waren, und sah, dass er grimmig meine junge Patientin ansah. Ich war fast froh, um ihretwillen, dass sie nicht wach war, um es zu sehen.

„Nun, Miss Granger, selbst so untauglich wie Sie jetzt sind, bereiten Sie mir immer noch Ärger.", murmelte er und zog eine lange weiße Schachtel aus seinem Mantel und platzierte sie auf ihrem Bett. Er sagte für eine Weile nichts mehr, studierte sie nur aufmerksam. Die Blumen – oder was auch immer in der Schachtel war – schien so vergessen wie ich selbst. Schließlich, nach einem endlosen Schweigen, sah er mich an und hob er eine Augenbraue.

„Werden das Zimmer jemals verlassen?", schnappte er.

Unausstehlicher Mann. Ich versuchte, nicht zu eingeschüchtert auszusehen, als ich aus dem Zimmer hastete.

Als ich eine Stunde später wiederkehrte, war er gegangen. Ms. Granger lag in ihrem Bett, genau so, wie ich sie verlassen hatte – fast. Sie starrte immer noch abwesend an die Wand, ihre Augen dumpf und leblos, ihre Hände blass und unbeweglich in ihrem Schoß liegend. Aber ihr Haar – dieses kurze, ausgefranste Haar, das den jungen Mr. Potter gestern so sehr bestürzt hatte, floss nun in unkontrollierbaren Locken um ihr Gesicht und weit über ihre Schultern.

Ich hasse es, das zuzugeben, aber ich versuchte, es abzuschneiden. Ich hatte Mr. Potter nicht angelogen, als ich ihm gesagt hatte, dass langes Haar gegen unsere Richtlinien ist. Es ist eine Plage für die Medi-Assistenten, sich darum zu kümmern. Besonders, wenn es sich so unkontrollierbar wand, wie Ms. Grangers es zu tun schien. Wie auch immer, jeder Versuch, es abzuschneiden, war vergeblich. Professor Snape hatte die Locken irgendwie verzaubert. Ich weiß nicht, wie viele Scheren einfach in meinen Händen zerbröckelten, bis ich aufgab, es zu versuchen. Sie war schließlich eine Kriegsheldin, und sie sah mit langen Haaren so viel besser aus.

Poppy und ich hatten später an diesem Abend ein langes Gespräch über ihn. Sie war auf eine Tasse Tee vorbei gekommen, und nachdem sie Ms. Granger selbst untersucht hatte, sah sie mich an und zog lediglich eine Augenbraue hoch.

„Er hat es verzaubert, oder?"

Ich zuckte mit den Schultern, „Es scheint so. Ich meine, ich kann es nicht abschneiden – die Scheren brechen dauernd. Und bevor du fragst, ich kann es auch nicht kurz zaubern."

Poppy schürzte nachdenklich ihre Lippen und tippte mit dem Zeigefinger dagegen. „Hat er irgendetwas zu dir gesagt?"

„Nein. Er kreuzte nur auf, brachte ein paar von den Medi-Assistenten zum Heulen, und schickte mich aus dem Zimmer. Als ich später zurückkam, war er gegangen." Ich schenkte Poppy Tee ein, bevor ich mir selbst eine neue Tasse eingoss und einen Schluck nahm. „Warum sollte er sich um die Länge ihres Haares kümmern?"

Poppy zuckte mit den Schultern. „Mr. Potter ist gestern auf einen Besuch vorbei gekommen. Er war ziemlich bestürzt, der arme Junge. Das war alles sehr hart für ihn, weißt du. Erst verliert er Ron, und dann im Grunde auch noch Hermine."

„Es schien so, als er von hier wegging.", stimmte ich zu, „aber was hat das mit Professor Snape zu tun?"

„Siehst du, Harry kam zur Krankenstation. Ich ließ Snape gestern Abend zum grade ersten Mal raus seit – du weißt schon. Wie auch immer, Harry stürmte herein, praktisch in Tränen, und forderte, ihn zu sprechen. An denen ist nie eine große Liebe verloren gegangen, weißt du, aber bevor ich mir eine passenden Grund ausdenken konnte, um sein Anliegen zu verweigern, brüllte Snape mir zu, dass es in Ordnung sei, ihn durchzulassen."

„Und?" Ich versuchte, geduldig zu sein, wirklich. Poppy erzählte so gern ihre Geschichten, dass ich es hasste, sie zu hetzen, aber ich fragte mich, was der Punkt dieser ganzen Darstellung war. Sie wusste offensichtlich, was ich dachte, und grinste mich an.

„Diese Kekse sind köstlich, Liebes. Kann ich noch einen haben?" Sie lächelte mich an, als ich schnaubte und ihr den ganzen Teller hinschob. „Wie auch immer, wie ich schon sagte, Harry kam, um Snape zu besuchen. Er kam wohlgemerkt nicht zum ersten Mal, um ihn zu sehen, aber das letzte Mal war ein absolutes Desaster gewesen. Ich bin nur dankbar, dass Dumbledore da war, um Harry davon abzuhalten, den Mann zu töten."

Sie nahm einen kleinen Bissen von einem neuen Keks und lächelte über mein unverhohlenes Herumzappeln. „Ja, in der Tat, wenn Dumbledore nicht da gewesen wäre… Jedenfalls, Harry kommt beim ersten Mal in die Krankenstation gestürmt, fest entschlossen, Snape ins Jenseits zu verfluchen. Er kümmerte sich nicht darum, dass der arme Mann schon litt, Harry war verpflichtet und gewillt, es schlechter zu machen. Weißt du, Nettie, er gibt Snape die Schuld dafür, was Hermine passierte."

„Aber warum?"

„Hermine wurde mit dem Fluch getroffen, der für Snape bestimmt war. Soweit wir wissen, sah sie Lucius, als der Fluch gesprochen wurde, und schaffte es, ihn abzufangen, bevor er Snape traf. Wenn sie nicht gewesen wäre, würde Snape derjenige sein, der in diesem Bett in St. Mungo's läge, und das weiß er verdammt gut. Jeder weiß es."

„Aber das ist wohl kaum Professor Snapes Schuld, oder?"

„Genau das, was Dumbledore zu Harry sagte, als er dem Jungen gewaltsam den Zauberstab wegnahm. Snape hätte nicht wissen können, dass Hermine so etwas tun würde. Es war für uns alle schwer, das nachzuvollziehen – er war schließlich nie besonders nett zu ihr gewesen, warum also würde sie sich für ihn opfern? Jedenfalls liegt der arme Mann da im Bett, ohne Zauberstab, während Harry ihn anschreit, dass er Hermines Opfer nicht verdiene – dass es kein großer Verlust für irgendwen wäre, wenn er einfach vom Boden verschluckt werden würde; niemand würde ihn vermissen. Es sollte Snape sein, der tot ist, wie Ron, oder in irgendeinem unzerbrechlichen Fluch gefangen, wie Hermine. Er war schrecklich grausam, Nettie. Und weißt du, was Snape zu ihm sagt, als Harry schließlich ruhiger wird?"

Ich schüttelte meinen Kopf, natürlich wusste ich es nicht, aber Poppy bemerkte es nicht einmal. Sie seufzte stattdessen. „Er sieht Harry direkt in die Augen und sagt ‚Ich weiß.' Kannst du das glauben? ‚Ich weiß.' Nahm Harry sofort den Wind aus den Segeln, das kann ich dir sagen. Er stand nur da und glotzte Snape für ein paar Minuten an, bevor ervor Dumbledore in Tränen ausbricht. Also, du kannst verstehen, warum ich ihn gestern nicht zu Snape reinlassen wollte, als er auftauchte, stimmt's? Nicht, dass ich dabei wirklich eine Wahl gehabt hätte."

„Also was passierte gestern?", fragte ich.

„Harry und Snape redeten. Kein Kämpfen, kein Schreien – Harry geht und setzt sich neben sein Bett, und sie unterhalten sich wie zivilisierte Menschen. Harry erzählte Snape von seinem Besuch bei Hermine, wie ihr Haar ganz kurz und unregelmäßig ist, und dass sie noch nicht mal mehr wie Hermine aussieht. Er erzählte, dass es nicht wieder wachsen könne, während sie hier sei, und dass er meinte, es nicht verkraften zu können – sie so zerbrechlich und krank zu sehen, so überhaupt nicht wie sie selbst. Und je mehr er erzählte, desto aufgeregter wurde Snape – nicht wegen Harry, wohlgemerkt, sondern wegen der ganzen Situation. Ich beobachtete ihn, wie er mit jedem Wort ruheloser wird, bevor er mich schließlich anbrüllt, dass er die höllische Krankenstation verlassen würde, und ich könnte nichts tun, um ihn aufzuhalten. Und dann sieht er Harry an und sagt ihm, dass er ‚Ms. Grangers Haarsituation persönlich richtig stellen' würde. Und ich zitiere wörtlich."

„Aber wenn all das gestern passierte, warum ist er dann nicht vor heute aufgetaucht?"

Poppy zuckte mit den Schultern, „Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass er gestern Nacht nicht da war – Ich dachte eigentlich, dass er hier sei, bis er heute morgen beim Frühstück mit mehr als seinem typischen Missmut ankündigte, dass er einen Besuch bei Hermine in St. Mungo's plane, um ein kleines Problem zu korrigieren. Ich schickte dir sofort danach per Flohnetz eine Nachricht. Ich glaube jetzt, dass er nur seine Pflicht getan hat und zu Besuch war, du wirst dir keine Sorgen machen müssen, ihn noch mal zu sehen. Er war nie jemand für Krankenhäuser, und er ist nicht der Typ Mann mit der Veranlagung, für Stunden an einem Krankenbett dazusitzen. Ich wage zu sagen, dass er nicht die Geduld dafür hat."

Keine von uns ahnte, wie falsch Poppy mit dieser Vorhersage lag. Jetzt, über ein Jahr später, besucht er sie immer noch. Er ist der Einzige, der dies tut.

TBC...