Crossing the borderline

Chapter 3


„Hi, Terence", sagte Ginny leise, trat einen Schritt auf ihn zu und umarmte ihn. Er schlang instinktiv seine Arme um sie.

Er konnte es gar nicht glauben! Sie war in seinen Armen! Er hatte so oft davon geträumt, sie in seine Arme schließen zu können, und jetzt war sie hier!

Was er nicht wusste war, dass Ginny jeden Tag gehofft hatte, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden. Dieses eine Gespräch vor fünf Monaten hatte in ihrem Inneren etwas verändert. Etwas, von dem sie geglaubt hatte, dass sie es nie wieder empfinden würde, war winzig klein zurückgekehrt. Sie wusste, wenn sie ihn je wieder treffen würde, würde dieses Gefühl wachsen und unheimlich groß werden. Irgendwie freute sie sich auf dieses Gefühl, jetzt, wo er bei ihr war.

„Ginny", flüsterte er erleichtert. Als Thomas sich räusperte, ließ er sie wieder los und trat mit hochrotem Kopf einen Schritt zurück.

„Ich will ja nicht meckern, Leute", meinte Thomas nun, „aber könnten wir bitte von hier verschwinden? Ich find es gruselig, unter so vielen Auroren zu sein..."

„Ist okay", antwortete Terence. „Aber zuerst muss ich noch irgendwie an meinen Zauberstab kommen, den hab ich entweder im Bordell vergessen, oder aber die Auroren haben ihn mir abgenommen."

„Keine Panik, Terry, ich hab ihn", sagte Thomas erfreut und gab den Stab seinem Besitzer zurück.

„Gehen wir?", fragte er.

Terence sah Ginny an. „Kommst du mit?", fragte er Ginny, obwohl seine Frage viel mehr wie eine Bitte klang, die niemand ausschlagen konnte. Ginny nickte.

„Alles klar", meinte Terence. Zu dritt machten sie sich auf in die Eingangshalle, von wo aus man wieder disapparieren konnte. Die drei standen sich nun gegenüber.

„Also, ich appariere dann mal direkt zu Lisa. Die Frau wird mir den Kopf abreißen, weil ich so verdammt spät komme", sagte er mit einem Zwinkern zu Terence. Er winkte den beiden zu, bevor er disapparierte.

„Kommst du mit in meine Wohnung?", fragte Terence den Rotschopf. „Du hast mich nämlich dazu gebracht, aus meinem Elternhaus auszuziehen."

„Das war eine gute Entscheidung, würde ich mal meinen", sagte sie und lächelte. Sie trat auf ihn zu und legte ihre Arme um ihn, um sich an ihm festzuhalten. „Na los, weg von hier", meinte sie und Terence ließ sich das kein zweites Mal sagen.

Die beiden appariertenvor der Tür, die in Terences Wohnung führte. „Hier sind wir", meinte er und tippte mit dem Zauberstab gegen die Tür, die sich daraufhin öffnete. Sie betraten den kleinen Flur, von dem aus man in die Küche, ins Bad, ins Schlafzimmer und ins Wohnzimmer gelangte.

„Setz dich erst mal", schlug er vor und deutete ins Wohnzimmer. „Möchtest du etwas trinken?"

„Nur Wasser bitte", sagte sie, setzte sich auf die bequeme Couch und sah sich um. Das Wohnzimmer war sparsam eingerichtet, typisch Mann eben, aber Terence hatte einen guten Geschmack. Ein Schrank voller Bücher, der zum Couchtisch passte, eine Couch aus schwarzem Leder und ein paar kleine Ziergegenstände, die auf einem Regal standen und allesamt etwas mit Quidditch zu tun hatten. In einer Ecke hing ein Poster der Tutshill Tornados.

Als er zurückkam, fragte sie sofort: „Du magst wirklich die Tutshill Tornados? Die waren aber mies in der letzten Saison."

„Ich weiß", erwiderte er, als er sich mit zwei Gläsern Wasser neben sie setzte. Er stellte sie auf dem Tisch ab. „Aber seit Wilkins das Team verlassen hat..."

Sie nickte. Ihre haselnussbraunen Augen nahmen ihn gefangen. Er konnte seinen Blick einfach nicht von ihr abwenden.

„Ich hab gewusst, dass du nach mir suchen würdest", meinte sie leise.

„Wirklich?", fragte er erstaunt.

„Ja, nur hätte ich nie gedacht, dass du so extrem lange dafür brauchen würdest." Sie blickte ihn direkt an. „Weißt du, ich hätte dich damals fast geküsst."

„Ich weiß." Er schluckte.

„Du bist einer von den Guten, Terence", meinte sie, bevor sie sich nach vorne lehnte und seine Lippen in einem süßen Kuss einfing. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals. Sie musste zugeben, dass sie ihn vermisst hatte und dass dieser Kuss sich einfach traumhaft anfühlte. Die beiden zögerten den Kuss hinaus, bis sie Terence irgendwann dazu brachte, sich zurückzulehnen. Sie lag nun über ihm, presste ihren Körper an seinen und küsste ihn immer noch. Schließlich zuckte sie aber doch zurück und trennte sich von seinen Lippen.

„Terence...", begann sie.

Er jedoch schlang nur seine Arme um ihre Taille. „Geh nicht, Ginny. Bleib hier."

Sie sah ihn kurz an, ehe sie sich wieder nach vorne beugte und ihn mit einer Kraft küsste, die ihm versicherte, dass sie einfach dableiben würde. Er fuhr ihr über den Rücken, zog die Linie ihrer Wirbelsäule nach stöhnte in den Kuss hinein. Sie strich mit ihrer Hand über seine Brust. Plötzlich richtete Ginny sich auf. Sie stand auf, lächelte ihn an und streckte ihm ihre Hand entgegen. „Komm hoch, hier wird es mir zu unbequem."

Mit fragendem Gesichtsausdruck ließ er sich hochziehen. Sie hielt seine Hand allerdings weiterhin fest und zog ihn hinter sich nach, direkt in sein Schlafzimmer. Sie brachte ihn dazu, sich auf das Bett zu setzen, während sie vor ihm auf die Knie ging.

„Würdest du für diese Nacht vergessen, dass ich eine Hure bin?", fragte sie ihn mit ihren großen Haselnussaugen.

Er nahm ihre Hände in seine. „Ich würde für dich so ziemlich alles tun."

Ginny lächelte ihn an und begann, sein Hemd aufzuknöpfen. Sie strich ihm sanft über den Oberkörper, während er das Hemd über seine Schultern rutschen ließ und es achtlos zur Seite warf. Sie bemerkte zwar das dunkle Mal auf seinem linken Unterarm, stellte ihm aber keine Fragen. Er zog Ginny hoch, um sie zu küssen, ließ sich mit ihr zurück aufs Bett fallen, sodass sie wieder über ihm lag, dann jedoch gelang es ihm, sich herumzudrehen und nun die schöne Rothaarige auf seinem Bett liegen zu haben. Er betrachtete sie kurz, ehe er sie wieder küsste. Er machte sich aber gleich darauf mit den Lippen auf den Weg über ihr Kinn, ihren Hals hinab und bis zu ihrem Schlüsselbein. Seine Hände streichelten inzwischen ihre Arme entlang bis zu ihren Schultern und dann ihren Oberkörper hinunter. Unter ihrem Pulli strichen seine Hände dann wieder nach oben. Während er ihren Bauch entblößte und mit der Zunge in ihren Nabel tauchte, erreichten seine Hände ihre Brüste und begannen, diese zu liebkosen, bis er spürte, dass ihre Brustwarzen unter dem seidigen Material ihres BHs hart geworden waren.

Mit ihrer Hilfe schaffte er es schließlich, sie aus dem Pulli zu schälen und auch der BH flog kurz darauf quer durch die Luft. Nicht viel später hatten beide ihre letzten Kleidungsstücke abgelegt.

In dieser Nacht gab es nichts als Gefühle für Ginny und Terence. Sie spürten, rochen und schmeckten einander und waren seit langer Zeit für diesen Augenblick glücklich. In den Armen des anderen fühlten sie sich sicher und geborgen vor den Bedrohungen, die dort draußen lauerten. Sie vergaßen die Welt um sich herum.


Terence war eingeschlafen. Er hatte eine Hand um ihre Hüfte gelegt. Vorsichtig schob Ginny sie weg und stand auf, um sich anzuziehen. Als Terence jedoch merkte, dass Ginny sich bewegte, war er hellwach.

„Ginny?", murmelte er und riss die Augen auf. Er sah, dass sie ihre Kleidungsstücke einsammelte. „Was tust du da?", fragte er und setzte sich aufrecht hin.

„Ich gehe zurück. Zurück in mein altes Leben." Ihre Stimme verbarg ihre Trauer und Bitterkeit kaum.

„Nein..."

„Doch. Du kannst mich nicht aufhalten, Terence. Ich muss zurück."

„Nein, musst du nicht", erwiderte er energisch, stand auf und trat vor sie hin. Er griff nach ihren Händen und nahm sie in seine. Ginnys Sachen fielen erneut auf den Boden. „Du könntest hier bei mir bleiben, weißt du? Die Wohnung ist groß genug, wir hätten hier genug Platz."

„Aber du kannst mich nicht einfach so mitfinanzieren, Terence", sagte sie und strich ihm sanft das Haar aus der Stirn. „Ich müsste wieder meiner alten „Tätigkeit" nachgehen, damit wir über die Runden kommen."

„Nein, das müsstest du nicht. Ich verdiene gut, ich besitze selbst ein kleines Vermögen und wenn du schon arbeiten willst, dann bin ich mir sicher, dass Thomas dir gerne eine Stelle in seiner Firma anbieten würde."

„Terence, es geht nicht", schluchzte sie. „Ich bin eine Hure, verstehst du?"

„Nein, bist du nicht", erwiderte er. „Nicht mehr. Wenn du hier bei mir bleibst, kannst du von vorne anfangen. Ich verspreche es dir."

Tränen rollten Ginnys Wangen hinab.

„Deine Vergangenheit ist mir egal, weißt du? Ich hab selbst keine blütenweiße Weste. Ich hab mich nur unsterblich in dich verliebt, seit ich dich zum ersten Mal im Haus meines Vaters gesehen habe. Ich habe zwar etwas gebraucht, bis es mir endlich klar geworden war, aber mittlerweile kannst du es nicht mehr ändern. Ich will, dass du hier bei mir bleibst, Ginny Weasley."

Ginny begann zu schluchzen und barg ihren Kopf an Terences Schulter. Er nahm sie in den Arm, streichelte ihr tröstend über den Rücken.

„Schhhh...", machte er. „Alles, was du tun musst, ist, deinem alten Leben auf Wiedersehen zu sagen." Sie sah mit tränenverschleierten Augen zu ihm auf. Er löste sich von ihr, trat zwei Schritte zurück und streckte die Hand nach ihr aus. Er wusste, dass es riskant war, jetzt alles auf eine Karte zu setzen, aber er musste es tun. Entweder sie verließ ihn jetzt und brach ihm das Herz, oder...

Zitternd streckte sie ihre Hand aus und legte sie in seine. Er lächelte sie an und strich mit der anderen Hand durch ihre wilde, rote Mähne. „Siehst du", flüsterte er, „so leicht war es."

Wieder begannen ihre Tränen zu rollen, aber dieses Mal lächelte sie ihn ebenfalls an. Ginny schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste ihn stürmisch. Es machte beiden nichts aus, dass sie zurück auf sein Bett fielen. Und in den nächsten Minuten und Stunden lernte Ginny, dass es einen erheblichen Unterschied ausmachte, ob sie nun mit einem Mann schlief, weil er sie dazu gezwungen oder ihr Geld gegeben hatte, oder ob sie mit ihm wegen seiner selbst schlief, weil sie es freiwillig tat. Weil sie etwas für ihn empfand. Was das war, konnte sie noch nicht genau sagen, aber sie wusste, dass es lange her war, seit sie zum letzten Mal so ein Gefühl gehegt hatte. Sie beschloss, dass sie dieses Gefühl mochte, als sie sich erschöpft in Terences Arme kuschelte.


„Terence!", rief Ginny durch die Wohnung. Sie waren vor noch nicht allzu langer Zeit aufgestanden, da der aufkeimende Hunger sie beide nun langsam nicht mehr im Bett festhalten konnte. Ginny stand nun in viel zu großen Socken, einem ihr viel zu weiten T-Shirt und einer Boxershort (allesamt Klamotten von Terence) in der Küche und wartete mit einem Schmollmund auf ihn. Sie hatte seine Essensvorräte inspiziert und bemerkt, dass er nicht einmal frisches Brot oder Semmeln besaß.

Gemütlich schlurfte er in einer bequemen Trainingshose und oben ohne in die Küche. „Was gibt's denn?", fragte er seine neue Mitbewohnerin, bevor er sich ein weißes T-Shirt über den Kopf zog.

Ginny legte den Kopf schief und biss sich auf die Unterlippe. „Merlin, ich hab noch nie erlebt, dass sich jemand so sexy anzieht", sagte sie mit einem Grinsen.

„Ich weiß doch, dass ich unwiderstehlich auf Frauen wirke", meinte er selbstsicher, wofür er nur einen Klaps auf den Oberarm kassierte. „Hey!", schrie er auf. „Das hat weh getan!"

Sie kicherte, dann meinte sie: „Soll ich's wieder gut machen? Komm her..."

Sie zog ihn zu sich herunter, um ihn sanft zu küssen. „Geht's dir jetzt wieder besser?", fragte sie leise nach.

„Viel besser", bestätigte er und wollte sie wieder zurück in seine Arme ziehen, als es an der Eingangstür klingelte. Die beiden erschraken, mussten dann aber lachen. Sie hatten schließlich nichts Falsches getan!

„Komm, gehen wir aufmachen", sagte er und zog sie hinter sich her.

Als er die Tür aufgemacht hatte, staunte er nicht schlecht. „Lisa! Thomas!", rief er erfreut und zog die beiden mit einer Umarmung in die Wohnung herein. Er stellte Ginny und Lisa einander vor. Lisa war Thomas' Frau und ein kleines Energiebündel. Terence und sie hatten sofort Freundschaft geschlossen, als sie sich zum ersten Mal begegnet waren.

„Was macht ihr beiden denn hier?", fragte Terence.

„Oh, wir sind aus drei Gründen hier", begann Thomas loszuplappern. „Nummer eins: Lisa hat doch gewusst, wie es in deiner Küche aussieht, und da ja jetzt zwei Personen hier leben, dachten wir, wir kommen mal mit etwas Essbarem vorbei", sagte er und hob einen riesigen Korb hoch, in dem sich lauter essbare Sachen befanden.

„Toll! Aber woher wusstest du...", fragte Terence mit einem kleinen Seitenblick auf Ginny. Sie zuckte die Schultern.

„Ach, Terry, das war mir klar, seit ich euch beiden zum ersten Mal gemeinsam gesehen hatte", meinte Thomas mit absoluter Sicherheit. „Ich wusste, dass sie bei dir bleiben würde. Ihr zwei gehört einfach zusammen."

Ginny und Terence erröteten etwas, aber Terence schreckte nicht vor der Selbstsicherheit seines Freundes zurück. Er legte einen Arm um Ginnys Schultern und zog sie an sich. „Tja, da hast du wohl Recht. Ginny bleibt bei mir, nicht wahr?"

„Das stimmt, Terry", antwortete Ginny und wollte ihn auf die Wange küssen. Er jedoch ging einen Schritt zurück und funkelte sie und Thomas böse an.

„Nie wieder ‚Terry', okay?", sagte er seufzend zu Ginny. „Ich hasse diesen Namen. Ich verabscheue ihn."

Lisa begann zu lachen, Thomas grinste über beide Ohren. Ginny sah verwirrt aus. „Aber Thomas... Er nennt dich doch auch immer..."

„Ja, stimmt schon", meinte Terence niedergeschlagen. „Aber er ist der Einzige, der das darf, und das soll auch so bleiben, klar? Ich verabscheue diesen Namen, und es ist absolut nicht nett, wenn du mich so nennst. Also kein ‚Terry', ja?"

Ginny überlegte ein bisschen, dann zuckte sie die Schultern und grinste. „Schön, aber dafür denk ich mir irgendwann einen neuen Spitznamen für dich aus, okay?"

Terence stieß die Luft aus, die er angehalten hatte. „In Ordnung..."

„Ein Herz und eine Seele", sagte Thomas lachend zu Lisa, „hab ich dir doch gesagt." Er wandte sich wieder Terence und vor allem Ginny zu. „Lisa wollte dich unbedingt kennen lernen, Ginny, nach dem, was ich ihr von gestern erzählt habe."

„Was hast du ihr denn erzählt?", frage Terence interessiert nach.

„Oh, er hat mir alles erzählt", sagte Lisa grinsend und Thomas errötete. Es war ihm immer noch peinlich, dass er im verrufensten Teil der Nokturngasse unterwegs gewesen war. Aber er überspielte diesen für ihn peinlichen Moment, indem er die neueste Ausgabe des Tagespropheten auf den Tisch legte.

„Und das hier ist der dritte Grund, warum wir hier sind", sagte er und öffnete die Zeitung auf Seite 3. Die vier setzten sich an den Tisch und lasen den Artikel durch.

HARRY POTTER BESIEGT DEN DUNKLEN LORD

Terence konnte es nicht glauben. Nach so langer Zeit des Lebens als Spion war es endlich geglückt. Laut dieser Schlagzeile hatte Potter Voldemort besiegt. Damit öffneten sich für Terence unendlich viele Zukunftsperspektiven. Er musste nicht länger die Todessertreffen besuchen, konnte mit seiner Arbeit im Orden aufhören, sobald sie abgeschlossen war und konnte sich von nun an vollkommen seinem Leben als normaler Zauberer widmen, der einen Beruf ausübte und sich mit seiner Freundin seine Wohnung teilte.

Er blickte neben sich, auf die rothaarige Frau, die sich ebenfalls über die Zeitung gebeugt hatte und interessiert den Artikel las. Einen Arm hatte sie um seine Hüfte geschlungen. Er konnte es nicht fassen. Die Frau, in die er verliebt war, war hier bei ihm, ebenso wie sein bester Freund mit seiner Liebsten.

Für Terence war die Welt in diesem Moment einfach in Ordnung.

THE END.


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