18. Kapitel

Finale

Hermine sah stolz auf die Leberblümchenhybridennelke vor sich auf dem Tisch, dann wanderte ihr Blick auf der hölzernen Platte entlang und schließlich stieß sie überrascht aus: "Der Schokoladeneisfleck - er ist weg! Haben Sie etwa den Tisch saubergemacht?"

Snape sah sie unsicher an, dann sagte er zögerlich: "Ja, hab ich...macht mich das jetzt wieder out of character?"

Hermine schien einen Moment zu grübeln, dann sagte sie: "Ich weiß nicht genau...auf jeden Fall macht es Sie out of male character. Wie haben Sie den Tisch denn saubergemacht?"

Snape schien jetzt schon mürrischer: "Na, wie immer. Einmal im Monat kratze ich den Dreck mit einem Rasiermesser runter."

Hermine atmete erleichtert auf: "Okay - das geht in Ordnung! Sie sind eindeutig ein Mann!"

Auch Snape atmete zufrieden durch, hatte er dies doch ohnehin schon immer geahnt.

"Dieser Tisch...", murmelte Hermine plötzlich.

"Ja, er ist sauber - das hatten wir bereits, Miss Granger!", gab er zurück.

"Aber dieser Tisch..."

"Das sagten Sie schon - kommen Sie bitte zum Punkt!"

"Der...der Tisch..."

Snape seufzte, "Sie wiederholen sich ständig - das ist langweilig und wird sich negativ auf die Reviews auswirken. Also kommen Sie jetzt endlich zur Sache!"

"Auf diesem Tisch haben wir in einer von Kiras anderen Stories heftigen Sex!"

Snape sah sie entgeistert an, dann knurrte er: "Verdammt! Sie sollen keine Fanfictions lesen! Und hören Sie sofort auf, über Sex zu sprechen!"

"Aber wieso?", wimmerte Hermine, "wir könnten hier und auf der Stelle...Sie sind da - ich bin da - der Tisch ist da - worauf warten Sie denn noch?"
Snapes Stimme klang jetzt sehr gepresst: "Darauf dass Sie volljährig werden - haben Sie das schon vergessen? Mit Ihrem Gedächtnis scheint es in dieser Story nicht zum Besten zu stehen." Hermine setzte sich auf den Tisch und sah Snape verführerisch lächelnd an: "Dafür steht bei Ihnen eindeutig alles ganz gut! Aber Sie wollen immer noch nicht? Soviel Selbstbeherrschung kann einem ganz schön auf die Nerven fallen. Wir müssen also immer noch warten? Und wenn ich keine Lust habe so lange zu warten?"

"Herrgott - es ist doch bald soweit - können Sie sich nicht noch ein wenig zusammenreißen? Es wird schon noch in diesem Kapitel sein - schließlich steht Finale drüber!", damit ergriff er ihre Hände und drückte ihren Oberkörper wütend auf dem Tisch nieder.

Als er sich darüber bewusst wurde, was er gerade tat, ließ er sie sofort los und strich sich fahrig die Haare aus dem Gesicht.

"Sie warten gefälligst bis sie volljährig sind - und wir werden das Bett nehmen, nicht den Tisch! Ich komme gleich wieder - essen Sie solange Eis!", herrschte er sie an und verschwand in einem angrenzenden Raum, den Hermine als Badezimmer erkannte.

Sie rappelte sich mühsam auf, und griff dann frustriert nach einem Löffel und der Eispackung, die auf dem Tisch stand. Dann begann sie das Eis in einer Windeseile in sich hineinzuschaufeln.

Als sie die Packung gerade fast geleert hatte, kam Snape zurück.

Aus seinen Haaren triefte Wasser und er war in einen Bademantel gehüllt.

Hermine stand da wie erstarrt und sah ihn aus funkelnden Augen an.

"Bademantel", wisperte sie.

Er zog eine Augenbraue hoch: "Ja, ich war duschen - kalt!", fügte er dann an.

"Sie tragen einen Bademantel", wiederholte sie und das Eis tropfte von ihrem Löffel zu Boden.

Snape seufzte laut. Granger würde in diesem Kapitel scheinbar nicht viel zu sinnvollen Dialogen beitragen

Dann beobachtete er entsetzt, wie sie den Löffel achtlos auf den Tisch schmiss und auf ihn zukam. Er wich so weit zurück, bis er mit dem Rücken an die Wand stieß. Hermines Hände begannen am Gürtel seines Bademantels zu nesteln.

Sofort hielt er ihre Hände fest und sah sie wütend an.

"Das ist der Moment, in dem Sie mich in Fanfictions meistens küssen", erklärte Hermine atemlos.

Snape schloss gequält die Augen, dann schrie er sie an: "RAUS HIER! LOS JETZT! SOFORT!"

Hermine wich vor ihm zurück und ging zögerlich zur Tür.

"Halt!", rief er.

"Doch der Kuss?", fragte sie hoffnungsvoll.

Er folgte ihr, schob sie aus der Tür und gemeinsam standen sie im Gang. Sie sah auf seine nackten Füße und dachte, dass dies auf dem Steinboden wohl recht kalt sein müsse, als er sie aus ihren Gedanken riss.

"Nein - kein Kuss! Ich brauche die Abdrücke Ihrer Finger."

Sie lächelte. "Klar, kein Problem! Wohin möchten Sie sie denn? Bauch, Brust, Po? Oder lieber doch woanders hin?"

Er ignorierte ihren anzüglichen Tonfall und wies stumm auf eine viereckige Vertiefung mit LED-Beleuchtung, die sich neben seiner Tür befand.

Snapes Stimme blieb ruhig, als er sagte: "Ich möchte, dass Sie Ihren Finger in das Loch stecken!"

"Nur wenn Sie das auch machen", erwiderte Hermine sofort. Mit einem Seufzen steckte er einen Finger in das Loch, was dafür sorgte, dass das Türschloss entriegelte - was zweifellos unsinnig erschien, da die Tür ohnehin geöffnet war.

"Dieses Loch meinte ich nicht", murrte Hermine, steckte dann jedoch folgsam ebenfalls ihren Finger in die Vertiefung, nachdem er seinen herausgezogen hatte.

Snape nickte zufrieden: "Gut, jetzt kennt mein Fingerprint-Sicherheits-Zugangssystem Sie. Nur Sie und ich können auf diese Art meine Räume betreten - alle anderen müssen weiterhin summen."

"Summen?", gab sie irritiert zurück.

"Ja, summen!", knurrte er, dann fügte er schnell an: "...und, Miss Granger...kommen Sie gefälligst erst wieder wenn Sie volljährig sind!" Damit knallte er ihr die Tür vor der Nase zu.

ooooooooooooooooooooooooooooooo

"Ich weiß nicht, Mr. Potter - ...eine Doppelhochzeit...das ist zuviel der Ehre...das geht doch wirklich nicht...", Dumbledore nahm seine Brille ab und steckte sich den linken Bügel in den Mund, um nachdenklich darauf herumzukauen.

Harry strahlte den Direktor an und winkte bescheiden ab: "Aber Sir, es wäre ein wundervolles Finale, finden Sie nicht auch? Sie ehelichen Minerva McGonagall, während ich mit Draco zum Altar schreite...wir könnten so viele Menschen glücklich machen! Und was heißt überhaupt zuviel der Ehre? Ich denke die meisten würden sich freuen, dass Sie in dieser Geschichte bis zuletzt an meiner Seite sind...Sie haben es sich verdient, Sir!"

Dumbledore zog den Brillenbügel aus dem Mund und setzte sie hastig auf, um die nötige Autorität auszustrahlen: "Mr. Potter - als ich davon sprach es sei zuviel der Ehre, ging ich davon aus, Sie würden sich erinnern, dass Sie unehrenhaft der Schule verwiesen wurden. Sie verstehen hoffentlich, dass Sie im Happy-End eigentlich nichts zu suchen haben! Dennoch...vielleicht kann ich für Sie und Mr. Malfoy eine Hochzeit in einer kleinen Kapelle in der Nokturngasse erwirken. Dort wurden früher die Todesserehen besiegelt und im Moment ist dort nicht viel los."

"Oh - ach so", sagte Harry und sah einen Moment bekümmert aus, "darf ich da auch alle meine Freunde hin einladen?"

"Aber natürlich, mein Sohn - das ist doch selbstverständlich", lächelte Dumbledore ihn an.

Harry erhob sich und ging zur Tür. "Danke, Sir", sagte er und sah dem alten Mann in die Augen, der immer für ihn da gewesen war, seit er damals nach Hogwarts kam.

"Moment noch, Harry", rief dieser und rückte seine Brille zurecht. "Wenn Sie und Draco geheiratet haben...ich darf davon ausgehen, dass Sie dann gemeinsam zu Narcissa Malfoy ziehen, bis Sie etwas Eigenes haben. Sie verstehen sicher, dass es äußerst unangebracht wäre, weiter auf Hogwarts zu wohnen. Wir haben hier ohnehin nicht mehr soviel Platz wie früher - der ganze Technikkram muss ja irgendwohin."

Harry nickte und in seinen Augen schimmerte es verdächtig.

"Sir", sagte er leise, "darf ich mich bei Ihnen melden, wenn ich Sie brauche?"

Dumbledore zog seine Brille von der Nase und legte sie auf den Tisch vor sich.

"Aber natürlich Mr. Potter - schreiben Sie einfach an meine E-mail-adresse. Ich werde Ihnen dann antworten...sollte ich dies wider Erwarten nicht tun, dann ist Ihre Mail wohl im Spam-Filter gelandet - sprechen Sie mir dann einfach auf meine Mailbox - ich rufe zurück...sobald ich mal Zeit dafür finde."

Harry verließ das Büro des Direktors und ließ sich von der Treppe nach unten fahren. Dort angekommen musste er einen Moment innehalten und tief durchatmen.

Im nächsten Augenblick vernahm er die Stimme der Wasserspeier:

"Hier bist du nicht der tolle Hecht -

hier kommst du weg nur ziemlich schlecht.

Die Rolle war so nicht gedacht,

dass man sich jetzt noch Sorgen macht,

was aus dem Harry Potter wird,

und wird sie jemals fortgeführt,

so bleibt zu klären noch bestimmt,

was wurde denn aus diesem Kind,

das Voldemort die Stirne bot,

der brannte eine Narbe scheußlich rot,

damit ein jeder ständig sieht,

es ist das Kind, dessen Eltern man verriet.

Doch für diese Geschichte war es nicht genug,

und mit Sicherheit auch nicht sehr klug,

sich zu verlassen nur auf andre Leute,

denn das Ergebnis siehst du heute!

So suche denn ein neues Glück,

und kehre niemals mehr zurück,

und alle die nun schändlich denken,

dass dieses End dich würde kränken,

denen sei hier ein für alle mal gesagt,

dass man sich besser nicht beklagt -

denn eine Verbindung mit des Malfoys Hause -

und zieht man die Stirn auch noch so krause -

das ist schon was, was Kohle bringt,

und wenn es sexuell noch stimmt,

dann muss dich niemand hier bedauern

und man kann getrost auf Andres lauern!"

Harry sah die Wasserspeier wieder erstarren und sie wirkten so, als hätten sie nie etwas gesagt.

Er wischte kurz über die Gläser seiner Brille und rieb dann seine Narbe, die schon seit Wochen nicht mehr schmerzte - das war doch gut...ja...ein Happy-End! Er ging beschwingt seiner Wege, um in absehbarer Zeit den Bund der Ehe zu schließen und bis an sein Lebensende zu leben...so wie wir alle bis an unser Lebensende leben...aber philosophische Betrachtungen gehören nicht hier her...hierher nicht!

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Die Sonne ging blutrot am Horizont unter - sie schien in den See einzutauchen und ließ die zwei Gestalten am Ufer wie in Bronze gehüllt aussehen.

"Schön, ne?"

"Hmja."

"An was denkst du?"

"Ach, Ron, das weißt du doch!"

"An ihn?"
"Ja."

"Warum er, Hermine? Warum er?"

"Ist das jetzt eine von diesen warum-er-und-nicht-ich-Fragen?"

"Nein, das ist eine von den warum-er-und-nicht-irgendein-anderer-Mann-auf-diesem-Planten-Fragen. Wobei...ja, warum eigentlich nicht ich?"

Hermine wandte ihren Blick von der Sonne ab und sah ihren Freund aufrichtig an - dann mitleidig.

"Ich will es doch nicht so genau wissen", entschied der schnell.

Hermine wandte sich wieder der Sonne zu und schwieg.

"Darf ich dich noch was fragen?", fragte Ron.

"Frag", sagte Hermine.

"Wirklich?", fragte Ron.

"Frag!", sagte Hermine.

"Ach, ich frag dich lieber doch nicht", sagte Ron.

"Dann eben nicht", sagte Hermine.

Dann schwiegen beide.

"Fragst du in diesem Kapitel noch?", fragte Hermine schließlich.

"Nein", erwiderte Ron.

"Dann wird es zu spät sein - dies ist das letzte Kapitel", erinnerte Hermine.

"Ich...ich weiß nicht was aus mir werden soll, Hermine. Harry heiratet Draco...meine Güte, mein bester Freund treibt es mit 'nem Kerl!"

"Das hatten wir schon, Ron...komm bitte von dem wütenden Trip runter - du warst gerade beim Selbstmitleid."

"Ach ja...ähm, also, Harry ist bald weg...und Draco, dieser Schwanzlu..."

"RON!"

"Schwanzlurch, wollt ich doch nur sagen."

"Ja - klar", sagte Hermine und verdrehte die Augen.

"Dumbledore wird McGonagall heiraten und die beiden wollen ein Jahr Flitterwochen machen..."

"Häh? Echt? Woher weißt du das denn?", unterbrach ihn Hermine abermals.

"Steht am Schwarzen Brett. Gleich neben dem neuen Lieblingslehrer des Monats."

Hermine zwirbelte eine ihrer Haarsträhnen zwischen den Fingern.

"Wer ist es denn diesen Monat geworden?", fragte sie und zwirbelte schneller.

Ron knirschte mit den Zähnen. "Der gleiche wie davor, und davor und davor."

"Oh", heuchelte Hermine Überraschung.

"Hermine, er hat dieses Schwarze Brett bestimmt verhext, so wie er dich verhext hat. Er hat dich willig gemacht...siehst du nicht, was hier mit dir geschieht? Das bist nicht du...das ist ein Dämon in dir, den er dir angehext hat..."

"RON! Jetzt halt mal die Luft an! Der Mann ist ein Mann! Der hext nicht - der zaubert! Ja, er hat mich verzaubert - in Ordnung! Ich weiß das - es ist okay! Ich will dass er mich noch mehr verzaubert! Ich will Sex mit ihm...war das deutlich genug jetzt?"

Ron lief rot an und hob kraftlos die Hände.

"Es gibt Menschen, die mögen den Gedanken nicht - die wollen dieses Ende nicht...ich habe mein Bestes getan...das war mein Job...ich hab ja sonst keinen mehr in dieser Geschichte," sagte er matt.

Hermine seufzte laut, dann strich sie ihm sanft eine rote Haarsträhne aus der Stirn.

"Ron, wenn hier drunter Ende steht, dann ist alles wieder gut. Hogwarts wird so sein wie immer - ohne Technik, ohne lüsternde Lehrer. Harry wird wieder der Held sein und Snape das Ekel. Ich werde wieder tugendhaft und unglaublich klug sein und du...ja du...äh..."

"SIEHST DU! ICH BIN NICHTS - WAS BIN ICH DENN? HÄH? SAG SCHON!"

Hermine lächelte wissend: "Und du bist wieder der Hitzkopf wie früher."

Ron sah sie ernst an, dann schlich sich ein Grinsen auf sein Gesicht.

"Da freu ich mich schon drauf", sagte er, "und Harry ist dann echt nicht mehr schwul? Ich meine...ich müsste das schon genau wissen..."

Hermine verschränkte die Arme vor der Brust - sie begann zu frösteln, denn die Sonne war gerade endgültig versunken.

"Ron - es gibt so viele Variationen von uns. Aber in ein paar Stunden ist mein Geburtstag und ich fiebere dem entgegen. Was später kommt ist mir im Moment völlig gleichgültig."

"Gut, dann müssen wir also nur darauf warten, dass du und Snape...und dann ist alles wieder gut?"

"Ich denke schon", sagte Hermine leise und schenkte ihm ein Lächeln, dann drehte sie sich um und ging langsam zum Schloss.

"Hermine", rief Ron.

Sie wandte sich erneut zu ihm um.

"Viel Spaß", sagte er und sein Lächeln fiel ihm fast aus dem Gesicht, so schief war es.

Hermine nickte und ging dann endgültig zum Schloss.

ooooooooooooooooooooooooooooooo

Ein Jaulen schallte durch die Nacht. Es kam vom Verbotenen Wald her.

"Albus, würdest du bitte mal nachsehen was das ist - das klingt ja schrecklich", sagte Minerva schlaftrunken.

Der Direktor drehte sich auf die andere Seite und grummelte: "Das ist bestimmt Remus...ist doch Vollmond."

"Es ist kein Vollmond - es ist Neumond", korrigierte Minerva ihn.

"Dann geh ich erst recht nicht nachsehen - dann ist es ja stockeduster!", erklärte Albus resolut.

"Kannst du mir mal sagen, wozu du die Flutlichtlampen am Schloss hast anbringen lassen?", fragte Minerva und stieß Dumbledore unsanft in die Seite.

Erneut das schreckliche Jaulen, das jetzt von einem langgezogenen tiefen Brummen begleitet wurde.

"Geh jetzt nachsehen!", fuhr Minerva Albus an.

Dieser warf voller Wut die Bettdecke fort und brummte: "Verdammt! Wo sind meine Hausschuhe?"

Minerva verkniff sich jede Antwort und schon hatte er seine Füße in die karierten Pantoffeln geschoben, die fein säuberlich neben dem Bett standen.

Er machte sich unwillig auf den Weg zur Tür.

"Albus!", rief Minerva.

"WAS?", fuhr er sie an.

"Du solltest dir vielleicht noch etwas anziehen - die Pantoffeln allein sind nicht ganz ausreichend."

Der Direktor sah an sich hinunter und runzelte die Stirn.

"Ich sehe gar nicht mal schlecht aus - für einen Mann meines Alters", stellte er zufrieden fest.

Zur Antwort drang erneut das Jaulen an sein Ohr - diesmal schien es gar nicht enden zu wollen.

Dumbledore griff kurzerhand zu einem Bademantel - einem alten, zerschlissenen, in dem er keineswegs sexy wirkte! - und verließ das Schlafzimmer.

In Windeseile machte er sich auf den Weg zum Schlossportal und gerade als er die Eingangshalle durchschritt, hörte er einen erschreckten Schrei.

Er schrie ebenfalls erschreckt auf.

Im Dunkeln stand eine Gestalt.

Er blieb wie angewurzelt stehen und wurde gleichsam zu einer Gestalt im Dunkeln.

Beide starrten sich eine Zeit lang an.

Dann jaulte es wieder von draußen.

Die Gestalt schrie erneut erschrocken auf - Dumbledore schrie ebenfalls mit.

Dies hätte noch stundenlang so weiter gehen können, aber in der Halle war die Luft kühl und es zog Dumbledore von unten unangenehm in den Bademantel, also fragte er voller Autorität: "Wer sind Sie?"

"Ich weiß nicht genau...", erklang die Stimme.

"Sie wissen nicht wer Sie sind?", fragte Dumbledore nach.

"Ja - genau...ich weiß es nicht."

"Aber Sie müssen doch wissen wer Sie sind...also Ihre Stimme klingt so, als wären Sie eine Frau...hilft Ihnen das ein wenig weiter?"

Die Gestalt im Dunkeln schien zu überlegen.

"Ich glaube, ich war hier schon mal...", sagte sie grüblerisch.

"Sind Sie vielleicht ein Geist?", versuchte Dumbledore es erneut.

Das Gekreische und Gejaule von draußen ließ die Antwort untergehen.

"Hieß das jetzt ja oder nein?", fragte der Direktor, nachdem der Krach verstummt war.

"Ich glaube nicht...moment...autsch!...Nein, ich bin kein Geist...verdammt hart die Wände hier!"

"Gut, kein Geist...haben Sie sich verletzt?"

"Nur ein bisschen Nasenbluten, glaub ich...und meine Brille ist kaputt - jetzt werde ich gar nicht mehr lesen können - verdammt."

"Was ist das letzte, an das Sie sich erinnern?", fragte Dumbledore und klemmte sich den Bademantel zwischen die Beine.

"An einen Streit - an einen unverschämten Mann - an einen Raum voller Bücher."

"Madam Pince!", rief der Direktor erfreut.

"Pince? Ja - ich bin Madam Pince!", schrie Madam Pince begeistert.

Vor lauter Freude stürzte sie auf Dumbledore zu, der sie freundschaftlich in die Arme schloss.

"Ich bin wirklich froh, dass Sie wieder da sind", sagte Dumbledore glücklich, "ich dachte schon ich müsste eine neue Bibliothekarin einstellen. Die verlangen vielleicht ein Geld heute - ich bin froh, dass ich Sie wiederhabe..."

"Ähm ja - mein Gehalt, darüber wollte ich mit Ihnen schon lange mal sprechen", begann Madam Pince.

Doch Dumbledore winkte ab, was sie im Dunkeln natürlich nicht sehen konnte.

"Moment mal - die Zeit, die Sie nicht hier waren, müssen Sie natürlich nacharbeiten...außerdem ist da noch die Tatsache, dass Sie sich unerlaubt von Ihrem Arbeitsplatz entfernt haben. Ich denke, Sie sind nicht in der Position Forderungen zu stellen. Gehen Sie in die Bibliothek und machen Sie erstmal klar Schiff. Außerdem sollten Sie dringend mal den Bestand kritisch unter die Lupe nehmen. Bücher wie die 'Shaven Kittens' haben in einer Schulbücherei nichts verloren - ich werde es konfiszieren. Es wird ab sofort in meiner privaten Bibliothek verbleiben."

Damit wandte er sich von der Bibliothekarin ab und ging zur Tür.

Gerade als er sie öffnete, hallte ihm wiederum das unmögliche Geräusch um die Ohren.

Langsam setzte er einen Pantoffel vor den anderen und spürte wie das feuchte Gras den Stoff der Schuhe durchweichte.

Er ging Richtung Wald. Der Waldrand verschmolz mit der Dunkelheit, doch aus Hagrids Hütte drang Licht und so orientierte sich der Direktor daran.

Als er gerade neben dem kleinen Haus angekommen war, erklang das schreckliche Heulen erneut. Dumbledore blieb stehen und presste sich die Hände auf die Ohren.

Das Geräusch kam nicht aus dem Wald - es kam direkt aus Hagrids Hütte.

Energisch klopfte er an die Tür.

Der Halbriese öffnete nach geraumer Zeit.

"Oh - Professor Dumbledore, Sir - kommen Sie doch rein. Hat Minerva Sie vor die Tür gesetzt?"

Erneut sah Albus an sich hinunter.

"Nein, Hagrid - sie bat mich nur herauszufinden, was das für ein schrecklicher Lärm ist, den du hier veranstaltest."

Der Wildhüter verzog traurig das Gesicht.

"Lärm? Ich übe doch nur."

"Was übst du denn? Werwolfkastrieren?"

Kopfschütteln von Hagrid.

"Drachenzahnziehen?"

Nochmal Kopfschütteln.

"Sagst du es mir einfach?"

Hagrid nickte.

"E-Gitarre."

Dumbledores Blick richtete sich auf besagtes Instrument, das Hagrid auf dem Tisch abgelegt hatte. Der Direktor ging hin und nahm es vorsichtig in die Hände. Dann zog er mit Schwung die Anschlüsse heraus.

"Aber...", begann Hagrid.

"Wir müssen Strom sparen", erklärte Dumbledore kurzerhand und drückte Hagrid die E-Gitarre ohne E in die Hand.

oooooooooooooooooooooooooooo

Als Dumbledore gerade zurück ins Schloss geschlurft war, blieb er erneut wie angewurzelt in der Eingangshalle stehen.

"Madam Pince, das wird langsam lächerlich! Ich sagte Ihnen doch, dass Sie in die Bibliothek gehen sollen! Warum stehen Sie da immer noch im Dunkeln rum?"

Verhaltenes Räuspern.

"Ich bin es, Albus."

"Wer ist ich?"

"Ich eben! Severus."

"Oh! Okay...was machst du da im Dunkeln - wolltest du mich erschrecken?", fragte Dumbledore kritisch nach.

"Nein, ich hab mich hier nur versteckt, weil ich dich nicht in Verlegenheit bringen wollte."

"Das ist aber schwer rücksichtsvoll von dir. Aber was sollte mich denn in Verlegenheit bringen?"

Jetzt trat Snape aus dem Schatten und entzündete mit einem Wink seines Zauberstabes eine Kerze, deren Schein er dank Magie wie ein kleines Flutlicht auf den Direktor richtete.

"Du trägst Pantoffeln, einen Bademantel und nichts darunter!"

"Woher zum Teufel weißt du das?"

"Weil der Bademantel viel zu eng ist und vorne auseinanderklafft", blaffte Snape ihn an, dann fügte er düster hinzu: "Kein schöner Anblick übrigens!"

Dumbledore zog den Stoff enger vorne zusammen - leider recht ergebnislos.

"Minerva hat sich noch nicht über den Anblick beschwert", grummelte er.

Snape ließ ein Zischen hören, dem man bei genauem Hinhören die Worte: "In dem Alter sieht man halt nicht mehr so gut", entnehmen konnte.

Der Direktor überhörte es geflissentlich.

"Was ist denn los, mein Junge? Kannst du nicht schlafen?", fragte er statt dessen.

Snape nickte im flackernden Kerzenschein unglücklich.

"Ist es wegen Hermine?", fragte Dumbledore einfühlsam.

Wiederum nickte der Zaubertrankmeister.

"Es ist schon nach 0.00 Uhr - wir haben bereits den 19. September - sie ist erwachsen...willst du sie wecken?"

Jetzt schüttelte Snape vehement den Kopf.

"Albus, auch wenn sie erwachsen ist - sie ist immer noch Schülerin! Glaubst du, ich möchte morgen in meinem Unterricht eine unausgeschlafene Ex-Streberin vorfinden, die während meiner Stunde an nichts anderes als mitternächtlichen Sex denkt?"

"Weiß nicht genau", gab Albus zu.

"Nein, das möchte ich nicht!", stellte Snape klar.

"Das ist gut", erwiderte Dumbledore, "ich fürchte, ich hätte dich sonst entlassen müssen."

"Du doppelmoralischer..."

"SEVERUS!", Dumbledore hob mahnend die Hand und sein Bademantel zog sich dabei unangenehm weit auseinander.

Snape wandte den Blick ab: "Aber wenn der Unterricht beendet ist, ist es okay, oder?"

Der Direktor seufzte: "Ja - okay...vorausgesetzt, die magischen vier Buchstaben werden bald gesagt."

"Du meinst die berühmten drei Worte", korrigierte Snape.

"Korrigier mich nicht!", fuhr Dumbledore ihn an, "ich meine die magischen vier Buchstaben! E...N...D...E!"

"Achso", nuschelte Snape.

"Du solltest jetzt ins Bett gehen, mein Junge - damit du morgen auch fit bist...du wirst auch nicht jünger..."

Snape winkte ab, dann sagte er mit dunkler Stimme: "Ich werde ohnehin nicht schlafen können - daher werde ich wohl mein Projekt beenden."

Das Gesicht von Dumbledore erstrahlte wie das eines Kindes, wenn es vom Weihnachtsmann die Geschenke überreicht bekommt.

"Projekt? Was für ein Projekt? Du hast in dieser Geschichte noch ein anderes Projekt, als Todesser in den ewigen Schlaf zu schicken und intelligente Schülerinnen zu lehrerfressenden Vamps verkommen zu lassen?"

Snape überlegte einen Moment, dann sagte er: "Ja."

"Und das wäre?", hakte Dumbledore nach.

"Komm mit!", forderte ihn der Tränkemeister kurzerhand auf.

Dumbledore folgte ihm und sein: "Aber Minerva wird sich fragen wo ich bleibe", war nur zur Tarnung - der Mann zerbarst fast vor Neugier.

Als sie in Snapes Räumen angelangt waren, drückte dieser dem Direktor einen Stapel ausgedruckte Blätter in die Hand.

"Ich hab mich mit einer Homepage für Hogwarts beschäftigt. Sieh dir mal die Vorschläge an!"

Dumbledore kniff die Augen zusammen, dann versteinerte sich seine Miene und der Zaubertrankmeister glaubte fast, er habe einen Spiegel vor sich, als der Direktor seine Augen vor Wut kalt blitzen ließ.

"Du verdammter Todesser!", fuhr der alte Mann ihn an, "hast du nicht genug Schrecken gesehen...hast du nicht schon mehr als nur einen Fuß in die Hölle gesetzt, als dass dies jetzt auch noch nötig wäre?"

Snape riss ihm die Blätter aus der Hand und schüttelte wie wild mit dem Kopf.

"Himmel! Was hast du denn bloß? Es war schließlich deine Idee, den ganzen Technikkram hier Einzug halten zu lassen - was ist denn jetzt so schrecklich an einer Homepage?"

"Was so schrecklich daran ist? Du willst wissen, was so schrecklich daran ist?", brauste Dumbledore auf.

"Ja!"

"Das Schreckliche daran ist, dass du sie unbedingt dämonisch gestalten willst! Reicht es dir nicht, was du alles beim Lord durchgemacht hast - musst du wieder in diese Abgründe steigen?"

"Dämonisch?", fragte Snape nach und warf erneut einen Blick auf die Blätter in seiner Hand. Plötzlich erstrahlte sein Gesicht (was hier keiner lesen will), als er erkannte, welchem Irrtum der Direktor erlegen war. Und dann begann er zu lachen (was erst recht keiner lesen will).

"Albus - das sind Vorschläge für Domänennamen - nicht für Dämonennamen!"

"Oh!", machte Dumbledore - und wir blenden jetzt hier aus, weil Severus für den Rest der Nacht damit beschäftigt ist, für den Direktor das "Computer for Dumbledories" zu machen.

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"Glückwunsch, Hermine!"

"Alles Gute!"

"Happy Birthday to you!"

"Miss Granger - alles Liebe!"

"Komm, lass dich drücken, Minchen!"

"Na, Schlammblut, schon wieder ein Jahr älter?"

Es war endlich soweit - der Morgen des 19. September!

In der Großen Halle war der Teufel los.

Hermine saß recht aufgeregt am Frühstückstisch und lächelte die Gratulanten freundlich an.

Naja, bis auf Malfoy, obwohl wir anerkennen wollen, dass er Harry heute morgen links liegen gelassen hat und sich statt dessen ebenfalls zum Frühstück in der Großen Halle einfand, um Hermine traditionell beleidigen zu können.

Sie blickte über die Tischreihen und ihr Herz war voller Freude, als ihr bewusst wurde, wie sehr sie all diese Menschen liebte - naja, es gab Ausnahmen...Snape zum Beispiel - diesen liebte sie nicht...sie vergötterte ihn!

Und er liebte sie nicht - er wollte sie!

Aber das war kein Problem - denn es gab genug Geschichten, in denen er vor ihr auf die Knie sank - eine Rose im Mund, und sie mit Tränen in den Augen anflehte, sie solle sein hartes Herz lehren zu schmelzen, damit sie es in ihrer Hand neu formen könne und bei der Gelegenheit vielleicht direkt seine Seele ein wenig glatt bügelte...gut, mir fällt jetzt keine solche Geschichte ein...aber ich bin mir sicher, dass man die Intension versteht - wenn nicht, ist es auch nicht weiter tragisch.

Hermine sah zum Lehrertisch.

Snape sah müde aus - das war aber gar nicht gut!

Was hatte er bloß die ganze letzte Nacht getrieben?

Hermine kaute auf ihrer Unterlippe und dachte nach.

Sie würde erst noch den ganzen Schultag hinter sich bringen müssen...dann standen die Hausaufgaben an...dann musste sie Bücher bei Madam Pince abgeben, die ihr sicher einen Vortrag darüber halten würde, dass sie nicht die Einzige sei, die diese Bücher lesen wolle und sie sie schon viel eher hätte zurückbringen müssen - dabei war die Bibliothek doch erst heute wieder durch sie besetzt. Danach würde Hermine ein Bad nehmen - mit Lavendel, nein, Fichtennadeln, nein, Zitronenmelisse...Vanille...Eukalyptus...Schluss jetzt...ein Bad halt!

Und wenn sie dann so gereinigt wäre, dann war sie bereit, sich von Snape zu schmutzigem Sex verführen zu lassen.

Ein kurzer Blick auf die Uhr...sie stand auf und ihr Schultag begann...und damit der Countdown!

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Ihr Haar duftete verführerisch und ihr Spitzen-BH reizte ihre Brustwarzen bei jedem Schritt, den sie in die Kerker hinab stieg - ihre Brüste hoben und senkten sich im Takt der Stufen - rieben gegen den Stoff des Büstenhalters und machten sie schlicht kirre.

Gut, das Höschen schnitt ein wenig in ihre Scham - das war nicht ganz so angenehm, würde aber sicher gleich ein Ende haben.

In Gedanken sah sie Snapes Zeilen vor sich, die er ihr durch einen Hauselfen hatte überbringen lassen. Hermine sah natürlich auch immer noch den armen, geknechteten Hauselfen vor sich, doch eben auch die Zeilen von Severus Brief - und der war ihr momentan eindeutig wichtiger.

Miss Granger!

Sie sind jetzt siebzehn Jahre alt. Das ist jung - aber alt genug, um in meine Räume zu kommen und von dem Kuchen zu naschen, den ich für sie vorbereitet habe. Und beeilen Sie sich bitte, denn ich bin weit davon entfernt siebzehn zu sein und jede Minute zählt für mich!

Im ersten Moment wollte sie schon an die Türe klopfen, doch dann fiel ihr ein, dass es unnötig war zu summen, da sie ja scannen konnte.

Sie steckte ihren Finger in das Fingerprint-Sicherheits-Zugangssystem und die Tür entriegelte sich automatisch. Hermine atmete tief durch, bevor sie sie soweit aufdrückte, dass sie hindurchschlüpfen konnte.

Der Raum war dunkel, bis auf ein paar Kerzen, die ihr den Weg ins Schlafzimmer wiesen. Sie folgte dem Pfad aus Licht, bis sie schließlich in einem Raum stand, der ebenfalls in Dunkelheit gehüllt war. Doch plötzlich entzündeten sich hunderte von Kerzen und Hermine entdeckte ihren Kuchen.

Er lag auf dem Bett.

Seine Haut war sahnig weiß und verführerisch sprachen die Muskeln unter dieser Haut von Härte und Unnachgiebigkeit.

Seine Augen befahlen sie zu sich und seine Haare glänzten im Schein der Kerzen wie eine Langspielplatte ( für die jüngeren Semester - das sind die Dinger, die es vor den CD's gab - Schwarz, glänzend).

Hermine ging zögerlich auf ihn zu.

Kein Wort wurde gesprochen. Dialoge werden ohnehin überbewertet.

Nun hatte sie ihn erreicht - endlich! Sie war am Ziel ihrer Wünsche.

Er lag vor ihr und nichts hinderte sie, nun, da sie endlich volljährig war!

Auf dem Kuchen stand, stolz und aufrecht, eine einzelne Kerze.

Als Hermine zu blasen begann, erlöschte sie nicht - ganz und gar nicht!

Geraume Zeit gab sie sich diesem Spiel hin, bis Snape sie schließlich sanft zu sich empor zog.

Er lachte rau, dann sagte er: "Wenn es hier endet - jetzt und an dieser Stelle - dann werden wir für ewig in diesem Bett liegen und haben das Schönste noch vor uns...beende es...JETZT!"

Mit diesen letzten Worten meinte er nicht Hermine - er meinte mich...und wer wäre ich, dass ich meinem Meister widerspreche?

LG, Kira Gmork

ENDE

Liebe Leser, ich weiß, hier steht Ende drunter und eigentlich halte ich mich auch daran...meistens jedenfalls.
Was jedoch 'Garantie' angeht, so konnte ich es nicht, nicht einmal Severus zuliebe, weil da immer noch so viel Schwachsinn durch mein Hirn dümpelte.
Ihr findet die Fortsetzung mit dem Titel: "2 Jahre Garantie xxx ein Jahr ist schon rum" unter meinem Account.

Ich knuddel alle meine Reviewer und freue mich auf ein Wiedersehen mit euch,

eure Kira