Meine spontane Interpretation des Endings.


Love Song

A kai and a kai


Der Vorhang fällt.

Ich öffne meine Augen und streife die Dunkelheit ab wie eine schwere Decke. Ich werfe meinen nackten Blick nach vorne in die Schatten, dieses eine mal ohne Furcht davor, etwas zu sehen. Ich suche dich. Du – ich spüre deine Gegenwart in dieser Leere, aber du entziehst dich meiner tastenden Berührung.

Keine Flügel, aber ich fliege trotzdem, unter der bleichen Scheibe des Vollmonds, der schon auf uns herab geschienen hat, bevor sich dieses Rad in Bewegung setzte. Ewiges Rad, in dessen Speichen sich unsere Seelen verfangen haben wie in einem Spinnennetz. Dreh es und lausche dem Flüstern unseres Schicksals. Ich reite unter dem teilnahmslosen Mond und suche dich.

Ein Funke in dem Nebel und ich weiß, ich habe dich. Deine vertraute Gestalt, umrissen in der Dunkelheit, und fast könnte ich dich berühren. Aber du entziehst dich mir und setzt die Maske auf dein Gesicht, die alle Erinnerungen trübt, alle Gedanken und Gefühle betäubt, unter der Maske des dienstbaren Dämons. Ein Mittel zum Zweck, gibst du deine Menschlichkeit auf, ohne zu wissen, welche Verbindung du damit zerreißt, nur leises Bedauern darüber, Etwas sein zu müssen, das nicht einmal durch die Maske zu einem Jemand werden kann. Das flackernde Feuer verstrickt dich in ein Netz aus Schatten.

Ich sehe nicht mehr zurück. Meine Maske ist fort, vielleicht träume ich bloß, aber ich zögere nicht. Der Falke durchpflügt zielstrebig die Lüfte. Ich spanne meinen Bogen, die Sehne zittert in meiner Hand, umflossen vom Mondlicht. Du verbirgst dich, aber unsere Augen treffen sich und lassen nicht mehr los, ein Erkennen jenseits des drehenden Rades. Die Zeiten ändern sich. Das Schicksal ist nicht in Stein geschrieben. Dies sind die Worte, die ich zu hören gemacht bin. Hier und jetzt zerschlage ich alle Masken, zerreiße alle Schleier und sage dir, bis in alle Ewigkeit, dass wir nicht mehr allein sind.

Der Pfeil fliegt. Mein Gedanke, meine Seele, mein Herz, sie sind bei ihm und leiten ihn auf dem Weg, den dünnen Faden entlang, den unsere Blicke knüpfen, von mir zu dir.

Und doch bin ich schwach. Wenn nur meine Sehnsucht dich erreicht, flirrend im Mondschein, so bin ich zufrieden. Ich kann dich nicht berühren, ich falle wieder an die Dunkelheit…

„Miharu". Deine leise warme Stimme fängt mich auf. Erst durch sie habe ich gelernt, meinen Namen zu hören.

Oh, halt mich fest. Dies mag ein Traum sein, eine hohle Illusion, aber für uns ist sie die einzige Wahrheit. Weder Vergangenheit noch Gegenwart noch Zukunft. Ihre Bande zerreißen hier. Wir sind frei und mein Pfeil hat getroffen. Deine letzte Maske liegt tot und stumm im Gras. Diese neuen Ichs, die schutzlos dem Mond ausgeliefert sind – wir kennen sie noch nicht. Aber lass mich die Wärme dieser Berührung kosten.

Ja… jenseits aller Bestimmung ist dies hier doch nur ein zerbrechliches Liebeslied.


Ich habe den Anime nur mit englischen Untertiteln gesehen, daher gibt es in dieser FF einige Ausdrücke, die so direkt aus den Untertiteln übernommen sind, nur halt ins Deutsche übersetzt. Mir sind beim Schreiben mehrere solcher Ausdrücke und Wörter durch den Kopf gegangen, die ich einbauen musste. Darunter: Hawk, Mirage, "Time is not unchanging. Fate is not carved in stone. These are the words I am made to hear."