Hi allesammt! Das ist meine erste Fanfiction überhaupt, also seit bitte ein bisschen nachsichtiger, ja? ;) Anregungen oder konstruktive Kritik sind natürlich äußerst willkommen.

Ich hoffe, es gibt jemanden, den diese Story ein bisschen interessiert...;D

Wünsche viel Spaß!

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Prolog

„Na, bift du jetzt fehr ftoltz auf dich? Du haft ef wieder einmal geschafft dich wichtig zu machen! Nicht einmal während der König zu Befuch ift, kannft du aufhören, dich in den Vordergrund zu drängen." Schweigend ließ das schwarzgelockte Dienstmädchen die Strafpredigt über sich ergehen.

„Alf ob du nicht schon auffällig genug wärft, mit deinen Augen..." Sie ballte die Hände zu Fäusten und versuchte, nicht auf das Gekeife der lispelnden Küchenchefin zu achten, während sie den Boden schrubbte.

„Fieh mich an wenn ich mit dir rede, Ereffe! Ich glaube du hörft mir gar nicht zu!", kreischte die dicke Frau.

Langsam hob Eresse den Kopf und blickte sie betont ruhig an. Sie wusste, dass dies ihre Chefin erst recht in Rage brachte. Ihre schrägen, mandelförmigen Augen funkelten. Sie waren wirklich auffällig. Die Iris war in drei gleich große Teile geteilt – wie Windmühlenflügel. Jedes Drittel hatte eine andere Farbe: Eines war grün, eines braun und eines blau.

„Guck nicht fo dämlich, du Hexe! Überall mufft du deine Nafe reinftecken..." „Sei lieber froh, dass ich meine Nase da hineingesteckt habe", unterbrach Eresse sie gelassen. „Sonst währe der König bei dem Attentat ums Leben gekommen. Wenn ich nicht zufällig gehört hätte, wie die Knechte planten, die Orks einzulassen, hätte niemand Ihre Majestät warnen können." Ihre Stimme war ungewöhnlich tief und heiser.

Immer noch keifend verließ die Frau die Küche. Auf Eresses Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Sie wusste genau, dass diese Runde an sie ging. Als sie eilige Schritte hörte, verbarg sie es hastig unter ihrem Haar und begann wieder den Boden zu schrubben. Sie hörte die mürrische Stimme einer anderen Magd: „Natürlich wird wieder mal alles vertuscht. Der König reist morgen früh ab und heute Abend gibt es ein großes Abschiedsbankett. Wer darf wieder einmal alles auf letzte Minute aus dem Ärmel zaubern? Natürlich die Dienstmägde. He, du da! Den Boden kannst du später schrubben! Jetzt wird jede Hand gebraucht."

Erleichtert erhob sich das Dienstmädchen und folgte der vor sich hin schimpfenden Magd.

Also vertuscht sollte alles werden! Na, ihr konnte es recht sein. Sie hatte hiermit ihre Aufgabe erfüllt. Überflüssige Propaganda war das Letzte was ihre Kaste brauchen konnte. Hauptsache sie verlor ihre Anstellung nicht.

In den folgenden Stunden hatte Eresse so viel zu tun, dass sie nicht mehr zum Nachdenken kam. Dann erschien plötzlich auch noch ein Elb aus dem Gefolge des Königs in der Küche und wollte unbedingt selbst aus allen Weinkrügen kosten. Denn angeblich bestand ja die Gefahr eines weiteren Attentats. Natürlich war der Wein in Ordnung. Die Mägde murrten: lauter Extrawürste wollten die hohen Herrn haben. Als ob es nicht schon reichte!

Dann wurden die hübscheren Dienstmägde ausgewählt, um aufzutragen. Eresse war darunter. Ihre schulterlangen schwarzen Locken und die dunkle Haut entsprachen zwar nicht dem Ideal und sie war ziemlich klein, aber so wählerisch konnte man in der Küche auch nicht sein. Nachdem die Herren gespeist hatten und schon ein wenig angeheitert waren, erkannte einer von ihnen in Eresse die Retterin des Königs. Daraufhin musste sie einen Knicks vor dem Herrscher machen und bekam einen Kelch Wein in die Hand gedrückt. Als sie diesen geleert hatte, ließ man sie glücklicherweise wieder gehen.

Kurz darauf begannen die ersten Gäste, darunter der König, sich zurück zu ziehen. Die Übriggebliebenen waren hauptsächlich Elben, die ja eher trinkfest waren. Wieder murrten die Dienstmädchen. Ihrer Meinung nach hatte das Fest jetzt bald einmal zu Ende zu sein. Als aber die Herrschaften – es waren keine Frauen in der Gesellschaft – die Mädchen riefen, sie hießen an Platz zu nehmen und ihnen Becher voller Wein in die Hand drückte, legte sich der Unmut. Es dauerte nicht lange, bis auch alle Elben vollkommen ‚blau' waren. Der Reihe nach zogen sie sich zurück. Manche mit einem berauschtem Dienstmädchen im Arm. Eresse war äußerst froh darüber. Ihre Umgebung verschwamm bereits vor ihren Augen und ihr war entsetzlich heiß.

Als das Mädchen am nächsten Morgen erwachte, erinnerte sie sich nur noch an die Sauferei. Mann kann sich also vorstellen, wie entsetzt sie war, an ihrer Seite einen blonden Elben schlafen zu sehen. Sie hatte doch so darauf geachtet nicht zuviel Wein zu trinken!

Die Tränen stiegen Eresse in die Augen, sie unterdrückte ein Schluchzen. Sie war doch so stolz auf ihre Jungfräulichkeit gewesen. Und jetzt hatte sie sie im Rausch an einen völlig Fremden verloren. Die Führerin de Zirkels hatte sie ja gewarnt: Sie würde ihre Kräfte nur so lange besitzen, wie sie ihre Jungfräulichkeit behielt. Jetzt war sie absolut machtlos. Still suchte sie ihre schlichten Kleider zusammen. Gerade als sie die letzten Bänder zu Schleifen band, hörte sie wie der Elb sich regte. Noch bevor er vollkommen wach war, huschte sie aus seinem Zimmer.

Auf dem Weg zur Küche wischte sie sich die Tränenspuren aus dem Gesicht und band sie sich die Haare zurück. Ob sie frisiert war oder nicht, konnte man dank ihren Locken ohnehin nicht erkennen.

„Waf fällt dir eigentlich ein!", schallte es ihr entgegen. „Denkft du jetzt brauchft du nicht mehr rechtzeitig auftfuftehen? Bildeft du dir etwa ein, du wärft etwaf Befonderef? Noch fo waf und du fliegft!" eine Ohrfeige knallte und sie taumelte. Auf den Wangen der jungen Frau zeichnete sich ein roter Handabdruck ab. Leise murmelte Eresse eine Entschuldigung und glitt an ihren Platz um das Frühstück für die Herrschaften zu bereiten.

In den nächsten Wochen versuchte sie die Begebenheit zu vergessen, was ihr unter der Fuchtel ihrer gehässigen Vorgesetzten nicht besonders schwer fiel. Diese ließ sie schuften das Eresse fast die Arme abfielen. Aber, das nahm Eresse sich vor, sie würde nicht klagen oder aufgeben. Diesen Sieg gönnte sie der Anderen nicht.

Erst als ihre Monatsblutung ausblieb begann sie sich ernsthafte Sorgen zu machen. Wenn sie schwanger war, würde sie über kurz oder lang unweigerlich ihre Arbeit verlieren. Um Tahirona zu verlassen, hatte sie nicht genug Geld. Abtreiben konnte sie nicht. Mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, würde sie das nicht überleben. Außerdem war es ihr und ihresgleichen verboten, das erste Kind, das immer eine Tochter war, nicht auszutragen. Wenn sie doch nur noch ihre Kräfte hätte! Mit einem Kind und ohne Mitgift hätte kein Mann Interesse an ihr. Also konnte sie sich an drei Fingern abzählen, dass das Ende ihres Weges in der Gosse liegen würde. In Tahirona gab es zu viele Frauen. Nur ein Sohn hätte sie retten können. Doch sie wusste ganz sicher, dass es ein Mädchen war. Die Frauen die Kräfte besaßen oder besessen hatten, gebaren als erstes Kind immer eine Tochter. Vielleicht konnte sie sich ein paar Jahre als Heilerin verdingen, aber dann würde man sie als Hexe anklagen und die Menschen würden sie fürchten. Nein, über ihr Schicksal machte sich Eresse keine Illusionen...

Und wie wars? Schlecht, sehr schlecht, erträglich, gut? Bitte reviewt ein bisschen...nur ein paar Worte! dackkelblickaufsetz

Im Übrigen war das nur der Prolog, im Nächsten Chap erfolgt ein Zeitsprung...