Mal wieder ein Kapitel, aber wahrscheinlich für nächste Zeit das Letzte :(

Die Story ist natürlich trotzdem nicht aufgegeben.

Vielen herzlichen Dank an Elva, cassi-orc, Lanethe und Lethe4 meine bisher einzigen Reviewer: danke danke danke

alle anderen: bin ich wirklich sooo schlecht? Oder drück ich mich so geschwollen aus, dass es keiner versteht?

an Elva: wegen Naneth:Ich denk mal, ihre Mutter wird ihr ja doch einiges an Geschichten und so erzählt haben. Ich denk, sie machtdasaus Prinzip, vielleicht auch Trotz, weil sie als Elbe ja von den Menschen nicht akzeptiert wird.

Eresses Arbeit: das war ja Thema im Prolog: sie hat keine Arbeit, sie gilt ja als alte Frau, der man misstraut.

Extra für Elva eine Schüssel Chappi hinstell lol

Der Rest muss sich mit Frollic (schreibt masn so?) zufriedengeben. g selba schuld, hättets ja was anmelden können ggg


3. Kapitel

Erkenntnisse

Ein so wundervolles Bad genoss Neniel natürlich in vollen Zügen, doch als sie die Ungeduld ihrer Mutter realisierte, beeilte sie sich fertig zu werden.

Kaum hatte sie sich erhoben, war Eresse auch schon mit einem Handtuch zur Stelle. Während das langsam misstrauisch werdende Mädchen sich abtrocknete, kramte ihre Mutter in ihrer geheimen Kiste.

„Hier das ist für dich", präsentierte sie stolz ein champagnerfrabenes Kleid aus ungebleichtem feinem Leinenstoff.

Neniels Augen wurden groß. „Ich packs nich!", entfuhr ihren Lippen.

Bewundernd betastete das Mädchen den Stoff der ihren rauen Fingern wie Wasser erschien.

Erst als Eresses Stimme sie zurück in die Realität riss, brach der Zauber: „Los probier es an!"

Die Halbelbe fuhr herum und sah die ältere Frau gequält an: „Soviel notwendigs Geld für sowas? Ch werds soweso nie tragn könn' un…."

Eresse unterbrach sie: „Du brauchst diese Kleid für heute und das ist wichtiger als eine Portion Essen! Also zieh es schon an!" Ihre Stimme hatte einen harten bitteren und enttäuschten Klang angenommen, als ihr klar wurde, dass Neniel sich nicht über das Kleid freute sondern ihr vielmehr Vorwürfe für das verschwendete Geld machte.

Seufzend schlüpfte Neniel in das Kleid und verknotete auch folgsam den braunen geknüpften Gürtel um ihre Taille. Alles passte wie angegossen – natürlich. Eresse war eine zweifellos eine großartige Schneiderin.

Sanft lächelnd zog die alte Frau ihre Tochter vor den großen Spiegel. Neniel stockte der Atem. Sie weidete ihre Augen an dem eleganten Schnitt des Kleides mit den bodenlangen Ärmeln, die entgegen der üblichen Weise nicht vorne weit wurde sondern von den Schultern aus bereits immer weiter wurden. Eher eng geschnitten aber nichtsdestotrotz locker lag das Kleid nur an der Taille richtig eng an, bevor es in einem sanft fließenden Rock überging.

Es sah nicht nur äußerst vorteilhaft aus, es passte auch sehr gut zu ihrer Art sich zu bewegen. Die knielangen Haare ergossen sich in glänzendschwazen Eskapaden über ihren Rücken und bildeten gemeinsam mit dem dunklen Teint einen herben Kontrast zu dem hellen Kleid.

Etwas hilflos sah sie ihre Mutter an, zum ersten Mal nicht mehr als ein unsicheres Mädchen, wie herausgeputzt für den ersten Ball.

„Und jetzt?", fragte sie mit etwas dünnerer Stimme als gewöhnlich.

„Jetzt", grinste Eresse „Gehen wir." Ja, dies war ihre Welt, hier kannte sie sich aus, hier hatte sie die Führung.

„Hake dich ein", forderte sie Neniel auf und reckte ihr die Rechte entgegen. Nach einem kurzen Zögern folgte Neniel ihr und beobachtete innerlich angespannt, doch äußerlich vollkommen beherrscht wie ihre plötzlich geheimnisvoll erscheinende Mutter die Fingerspitzen der linken Hand an die Stirne erhob, wo sie einen plötzlich erscheinenden blauen Stein berührten.

„Bring uns zum weisen Rat. Führe uns auf sicherem Wege zur alten Mirka", betete sie leise, bevor Neniel mit Schaudern erkannte, dass Eresse sich auflöste.

„Festhalten", knurrte sie und packte den Arm des Mädchens noch fester.

Als diese an sich herabsah konnte sie kaum noch die Konturen ihres Körpers erkennen. Brutal zwang sie die Panik in sich nieder. Schlechter konnte es schließlich nicht mehr werden.

Dann verschwand die Hütte wie durch tiefen Nebel.

Als er schwand sah Neniel nur Schwärze, fühlte aber neben sich die vertraute Präsenz der Mutter.

Eresse wiederholte die Worte, welche sie bereits in der Hütte von sich gegeben hatte und vor ihnen wurde langsam ein warmes Licht sichtbar, das sich rasend schnell auf sie zu bewegte.

Dann war es plötzlich überall hell und eine Art rot-grün gefliester Hof wurde sichtbar, auf dem sich etwa zweihundert Menschen bewegten.

Die Wenigsten von ihnen waren alt, doch alle waren sie weiblich. Und alle schienen menschlich. Ihr Mut sank etwas.

Dan rief jemand laut: „Valia! Valar Muchas gracias! Ich sch'on ape nichht merr tah'rann kekla'ubt!"

Eresses Lippen entrang sich ein heller Ruf und sie fiel der Frau um den Hals

Neniel sah verständnislos zwischen der Frau und ihrer Mutter hin und her. Wie ein Blitz traf es sie: Die Fremde hatte dieselbe Statur und Hautfarbe wie ihre Mutter Obgleich sie unendlich viel jünger wirkte zog sich ein feines Netz aus Fältchen über ihr Gesicht. Die meisten schienen jedoch vom Lachen herzurühren, nicht vom Leid wie bei Eresse. Und offenbar beherrschte sie kaum die Gemeinsprache.

„Verzeihung", sie bemühte sich deutlich zu sprechen. „Wer seid ihr?"

„Ich piin Veria Entana, Valias swiliingss-swesterr!", lachte die Frau in ihrer seltsam harten Aussprache und drückte die Genannte an sich.

„Unt tu musst se'in tas kle'ine Palg, tass att weckkenomen iirre Sa'uper-krääfte! Wie tu he'isst, kle'ine Nichte?"

Neniels Brauen zogen sich zusammen, aber sie beschloss, ihre Mutter später darauf anzusprechen.

So lächelte sie höflich und erwiderte: „Eresse gab mir die Namen Veneja Neniel Noerwen. Aber für gewöhnlich werde nur Nene gerufen."

Das erste Mal mischte sich ihre Mutter ein, die warnend erklärte: „Gib acht, wem du hier deinen Namen nennst, Veria ist ungefährlich, aber manche würden dir schaden. Für hier bist du einfach Veneja, bei den Menschen bist du Neniel und solltest du je unter Elben kommen, so stellst du dich als Noerwen vor. Verstanden?" Nun Veneja genannte nickte nur, verärgert, dass sie nicht aufgeklärt worden war.

„Un was sollt 'ch sons noch alls wissn übr diesn Ort, dein sognanntn Zauberkräft un übrhaupt?", fragte sie mit komplett beherrschter Stimme.

„Wir alle sind Hexen oder Zauberinnen, also wir haben irgendeine besondere Fähigkeit, manche verlieren diese unter bestimmten Umständen, andere nicht. Jeder von uns bekommt eine Lebensaufgabe, die erfüllt werden muss. Manchmal ganz kleine Sachen, manchmal sehr wichtige. Einfach um das Gleichgewicht zu halten. Wir können nicht sterben, bevor die Aufgabe erfüllt ist, es sei denn, eines gewaltsamen Todes. Die Magie wird immer an das älteste Kind, immer eine Tochter vererbt. Das war es auch schon"

Veria hatte alles ruhig mit angesehen und drängte sie nun, weiterzugehen.

„Sii frraken werrten, wo iir se'it kewessen so lannke", warnte sie.

Eresse, oder vielmehr Valia nickte zustimmend und machte sich auf den Weg in die Mitte der großen Fläche, aus der sich ein nebelgrauer Turm erhob.

Dort angekommen begab sie sich mit Veria hinein und deutete Veneja zu warten und sich umzusehen. „Aber gibt Acht, niemanden zu erzählen, woher du kommst und wer du bist, ja?", lächelte ihre Mutter und verschwand.

Veneja sah ihr wütend hinterher. Aus welchem Grund bestanden alle darauf, ihr nichts zu erzählen?

Noch während sie ihren trüben Gedanken nachhing hörte sie jemanden kreischen und entdeckte ein etwa achtjähriges Mädchen das scheinbar um ihr Leben rannte. Ihr dunkelblaues Wollkleid flatterte hinter ihr her. Als Veneja die Ursache ihrer Flucht festzustellen versuchte stieß sie auf ein elfjähriges Mädchen, welches man beinahe für einen Jungen hätte halten können.

Ihre borstigen schwarzen Haare waren nur etwa ohrenlang und auf ihrem kantigen Gesicht prangte ein Ausdruck der hämischen Verachtung, etwas das Veneja als typisch für Burschen in diesem Alter kannte. Wahrscheinlich lebte sie als Junge, sicherlich kein leichtes Los. Dennoch war ihr das Mädchen unsympathisch.

Aus diesem Grund packte sich auch das gerade vorbeistürzende kreischende Bündel und schob es hinter ihrem Rock.

„Versteck dich", zischte sie nur.

„Habt Dank", keuchte das Mädchen", ehrfürchtig. Veneja grinste.

„Wer bist du?", fragte sie, befriedigend beobachtend, wie die andere wütend abzog.

„Ich bin Merla Kavira - Oh" Merla schlug ihre Hand auf den Mund.

„Hat dir au dei Muttr gsagt, du solls niemand dein Nam sagn?", grinste Veneja.

„Was, du auch?", die grauen Augen des Mädchens wurden groß dann begann sie zu lachen.

Ein so heiteres Lachen, dass es sogar Veneja ein Lächeln entlockte, was wiederum Merlas Aufmerksamkeit erregte.

„Du bist aus der Gosse, nicht war?", fragte sie mitleidig.

„Themnwechsl, bittschön", knurrte Veneja abweisend. „Ich bin Veneja."

„Ohhhhhhhhh"

„Wasn los?"

„Darf ich die mal anfassen?"

„Hä? – Au!"

Merla hatte sie begeistert an den Ohren gerissen.

„Du bist eine Elbe, stimts?"

„Halbelbe, 's reicht scho!"

„Wahnsinn! Ich bin mit einer Halbelbe befreundet! Meine Freundin ist eine Habelbe!"

Erstaunt sah Veneja der Dunkelblonden nach, die im Kreis hopsend ihre Neuigkeit hinausposaunte. Na die hatte ja eine schnelle Art Freunde zu machen….

Dann kam sie zurück. „ Was hast du eigentlich für Kräfte?", wurde sie gleich ausgefragt.

„Kein Ahnung, weiß dus scho?"

„Klar, wieso du denn nicht? Jedenfalls kann ich die Erinnerungen aller Wesen sehen, wenn sie mich lassen und auch allgemeinsichtbar projizieren. Ich weiß nicht, wofür das gut sein wird, aber für irgendwas wird es schon langen….Oh, meine Mamm ruft, ich muss. Lebe wohl, ich hoffe, eines Tages kreuzen sich unsere Wege erneut!", damit drückte sie Veneja einen Kuss auf die Wange und verschwand.

Nachdenklich starrte die Halbelbe dem Wirbelwind hinterher, ein kaum wahrnehmbares Lächeln auf den Lippen.

Irgendwann wurde sie aus dem tranceartigen Zustand gerissen, als Valia sie unsanft anstieß und in den Turm schubste.

„Sie wollen dich sehen! Heute werden deine Kräfte freigesetzt, die ich verschloss, als du geboren wurdest und du wirst deine Aufgabe erfahren! Gleich hinter dieser Tür wirst du etwas sehen, was wenige Wesen aus Mittelerde je erblicken durften. Dort ist der weise Rat, seine Mitglieder wechseln ständig, und die alte Mirka, die ist unsterblich und sorgt für das Gleichgewicht" Damit riss sie die ebenholzenen Flügeltüren auf.


Also...ich weiß ja nicht wie's euch geht, aber ich wär ganz schön angefressen, wenn meine Mutter mich so behandeln würde...