!tataaaaaaaaaaaaaa!

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meine erste HP-ff

Ok, sehr depri, chara death und wahrscheinlich bad end, also was für depressive Stunden

have fun! (oder eher nicht (hähähä))


Ungeweinte Tränen

Prolog

Sie saß zusammengesunken, die Knie angezogen, die Unterarme locker darüber hängend, an die feuchte, erdige Mauer gelehnt und fixierte mit leerem Blick die gegenüberliegende Wand, die in der vollkommenen Dunkelheit nicht zu erkennen war. Nicht einmal das Tröpfeln von Wasser durchbrach die erstickende Stille. In einer Ecke stand ein leerer Becher, in dem sich offenbar vor kurzer Zeit noch Wasser befunden hatte, wie die Tröpfchen auf seinem Boden bewiesen.

Das Mädchen dachte nicht nach. Sie verflucht nicht ihren Vater, der sie hier seit Wochen eingeschlossen ließ. Sie realisierte nicht, dass sie seit sie sich hier befand nichts mehr gegessen hatte und dass die schweren Ketten an Hand- und Fußgelenken sie wund rieben. Sie ließ sich nicht von der wochenlangen Dunkelheit, die sie jedes Zeitgefühl verlieren ließ, verrückt machen.

Ihre dunkelbraunen, fast schwarzen Augen waren weit geöffnet, doch in ihnen war zu erkennen, dass ihr Geist in anderen Welten wanderte. Sie merkte längst nicht mehr, dass ihr Körper schmerzte, von dieser seit Tagen beinahe unveränderten Position.

Die dicken schwarzen Haare hingen strähnig über ihre Schultern. Ihr ehemals weißes T-Shirt war schmutzig und ihre Hose konnte man nur noch erahnen.

Aufgrund der Leere in ihrem abgemagerten Gesicht ließ sich das Alter nicht genau feststellen. Ihre Größe und ihr zerbrechlich wirkender Körperbau ließen auf ein etwa achtjähriges Mädchen schließen, während die Ansätze von weiblichen Rundungen auf ein paar Jahre mehr hinwiesen.

Gluckernd füllte sich plötzlich der Becher mit Wasser auf. Für einen Moment kehrte etwas Leben in ihre Augen zurück. Sie streckte die Hand danach aus und führte ihn langsam zum Mund. Nach zwei winzigen Schlucken, kaum ausreichend um ihre Lippen zu befeuchten, zeigte sich etwas wie Trotz auf ihrem Gesicht und sie kippte den Becher um.

Während das Wasser rasch versickerte tastete ihre Hand über den Boden bis ein leises Klappern verriet, dass sie den Gegenstand ihrer Suche – einen flachen Stein – gefunden hatte. Etwa zwanzig Zentimeter über dem Boden drückte die eine weitere Rille neben unzähligen anderen in die lehmige Wand. Wieder war ein Tag vorbei! Vorsichtig legte sie den Stein vor sich auf den Boden bevor sie wieder in Lethargie versank, bis das erneute Auffüllen des Bechers einen neuen Tag ankündigte.

xx

Zwölf Tage später erweckte sie ein leises Quietschen der Kellertüre aus der Monotonie in der die Tage hier verrannen.

Ein kleiner Mädchenkopf mit aufgesteckten schwarzen Zöpfen erschien im Türrahmen und blickte sich vorsichtig um. Ein schmales, blasses Aristokratengesicht, kombiniert mit einem Herzmund und riesigen, sanften braunen Augen sowie ihre ebenfalls zarter Körperbau erweckte einen schutzbedürftigen Eindruck.

Die schmalen Falten m ihren Mund und die Tatsache, dass die Mundwinkel stets etwas herabgezogen waren, ließen jedoch erkennen, dass es sich keineswegs um eine hilflose Person handelte. Dieses ‚Kind' hatte zuviel gesehen und erlebt, um noch wie ein Kind zu denken und zu handeln. Noch hatte ihr Wesen die Unschuld nicht verloren, dies konnte aber jederzeit passieren, durch den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Den Kopf schüttelnd entzündete die Kleine eine Kerze um das Dunkel zu durchdringen und zuckte zusammen, als sie das Bündel in der Ecke entdeckte, dessen Aufmerksamkeit sie schon längst wieder verloren hatte.

„Anaxandra", wisperte sie. Die Angesprochene hob mühsam den Kopf.

Ein Schaudern durchlief die Jüngere als sie dem eigenartig toten Blick begegnete.

„Kassiopeia" Die Stimme klang wie das Rascheln eines trockenen Papiers; heiser, müde und seltsam alt. „Was weilst du hier? Dies ist kein Ort für dich!", krächzte die mit Anaxandra Angesprochene.

„Ich sprach mit Vater", erklärte das Mädchen. „Er geruht, dich freizulassen!" Ein heiseres, freudloses Lachen war die Antwort. „Weshalb sollte er?" „Ich rief ihm ins Gedächtnis, dass es die äußerst unerwünschte Aufmerksamkeit des Ministeriums erregte, würdest du auf unerklärliche Weise zu Tode kommen. Dem hatte er nichts entgegenzusetzen, so gestattete er mir, dich zu entlassen." Die Euphorie die in der kindlichen Stimme mitschwang machte deutlich, als welchen Sieg sie diese Begebenheit einstufte. Anaxandra presste hart die Lippen zusammen um nichts zu sagen.

Sie schwenkte wie ein Siegesbanner den schweren, eisernen Schlüssel und lächelte glücklich. Anaxandra richtete sich auf und hob ihr langsam ihre Handgelenke entgegen. Knirschend drehte sich der Schlüssel im alten Schloss und mit einem Klirren fielen die Ketten zu Boden, nur noch von der Verankerung in der Wand gehalten.

Langsam, keine Schwäche zulassend, erhob sie sich und schaffte es dank ihrer eisernen Willenskraft ein Schwanken zu unterdrücken. Sie ignorierte Kassiopeias hilfsbereit dargebotene Hand und schritt hocherhobenen Hauptes aus dem Verließ. Mit energischem Tritt marschierte sie dir Treppe bis in das vierte Stockwerk hinauf, während ihre Schwester ihr hinterhertrippelte. Achtlos betrat sie teure Teppiche und ließ ihren Blick herablassend über zahllose zweifellos teure und geschmackvolle Ziergegenstände gleiten.

Munter plapperte das kleine Mädchen vor sich hin, in der Hoffnung, das misshandelte Mädchen aufzumuntern.

In ihrem Zimmer angekommen ließ Anaxandra sich vorsichtig in einen Stuhl sinken, nur um mit einem Schmerzenslaut sofort wieder hochzufahren und sich auf dem teppichbeschwerten Boden niederzulassen.

„Ich bin es nicht mehr gewohnt, in dieser Haltung zu verweilen", erklärte sie auf Kassiopeias fragenden Blick.

Die begab sich gerade zu einem dunkelblauen Samtkissen, auf dem eine silberne Glocke ruhte. „Amelia", rief sie befehlend, während sie anmutig das Glöckchen schwang. Eine Hauselfe erschien mit einer Verbeugung.

Von den für dieses Wesen ungewöhnlich langen, weißblonden Haaren waren die vordersten Strähnen nach hinten gefasst, während der Rest ihr über die Schultern fiel und ihren seltsam blassen Teint noch betonte. Den – für eine Hauselfe – zierlichen Körperbau schmückte ein fließendes, silbern schimmerndes Stück Stoff, welches sie elegant als Tunika trug.

Das ganze blassilberne Geschöpf erkundigte sich eben unterwürfig bei Kassiopeia nach ihren Wüschen, während es Anaxandra völlig ignorierte. „Bringe uns etwas kleines, leicht Verdauliches als Mahl für meine Schwester! Und habe Acht, dass es sich um Speisen handelt, die ihren Gaumen erfreuen!", befahl die Kleine von oben herab.

Amelia warf der in einer Ecke kauernden Anaxandra einen giftigen Blick zu und murmelte etwas wie:„Dreckiges, verräterisches Balg, das sie ist! Möge sie doch verhungern, oh ja, ersticken soll sie an ihrem Essen! Macht ihren lieben, guten Eltern nur Sorgen, lasset sie verrotten, jawohl!"

„Amelia!", durchschnitt Kassiopeias Stimme scharf den Raum. „Wage es nicht, meine Schwester in meiner Gegenwart zu beleidigen!" Vor sich hin fauchend und zischend verschwand Amelia mit einem Knall.

Kassiopeia berührte eine bestimmte Fliese im Mosaik des Kamins, woraufhin sich dieser zur Seite schob.

Mit einem letzten Blick auf die Größere verschwand sie in dem sichtbar werdenden Geheimgang, um fünf Minuten später mit einem kleinen Kasten in den Händen wieder aufzutauchen

Neben Anaxandra kniete sie sich zu Boden mit einem feuchten Tuch das eine ihrer Handgelenke zu säubern. Die zuckte nicht einmal mit der Wimper. Überall wo Fesseln gelegen hatten weiß das Mädchen eitrige Wunden auf.

Ein paar Schnitte auf Armen und Beinen die sich ebenfalls entzündet hatten ausgenommen, waren alle anderen Wunden in der Zeit ihrer Gefangenschaft verheilt.

Was Kassiopeia viel mehr Sorgen machte war Anaxandras Lethargie. So fuhr sie fort, fröhlich Belanglosigkeiten zu plappern, ohne eine Reaktion zu bekommen.

Anaxandra realisierte jedoch durchaus die Bemühungen ihrer kleinen Schwester und war dankbar, denn ohne das Gerede, welches sie festhielt, wäre sie wieder in ihre Traumwelten abgetrieben ohne es zu wollen.

Richtig wach wurde sie allerdings erst, als Kassiopeia begann, von ihrem bevorstehenden Geburtstag zu reden.

„...und wenn du erst dein elftes Lebensjahr erreicht hast, erhältst du bald darauf deine Einladung nach Hogwarts. Bist du einmal in dem Schlosse, so vermag niemand aus dieser Familie dir mehr Schaden zuzufügen. Sobald du Freunde gefunden hast ist es dir ein Leichtes, bis auf eine kurze Zeit in den Sommerferien, das ganze Jahr über diesem Hause fernzubleiben.

Schade finde ich allerdings, dass du mir danach wohl kaum noch Zeit und Interesse entgegenbringen wirst. Denn bis ich elf werde mögen wohl noch drei Jahre vergehen.

Nun, auch ich freue mich bereits auf diese Zeit. Ich hoffe, dann einige gleichaltrige Freun…"

„Kassiopeia", unterbrach Anaxandra den Monolog so weich ihre raue Stimme es vermochte. „Keine noch so gute Freundin wäre in der Lage, die Verbundenheit mit dir zu überbieten. Die Eltern werden niemals zulassen, dass ich mich verstecke und ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass ich viele Freundinnen finden werde."

Von so viel auf einmal etwas verblüfft brauchte Kassiopeia einige Momente um alles aufzunehmen, ehe sie sanft zu trösten versuchte: „Jeder der dich genauer kennen lernt, mu…"

Diesmal war es Amelias Erscheinen, welches sie zum Verstummen brachte. Die Elfe balancierte über dem Kopf ein Tablett mit allerlei Leckerbissen.

Offenbar hatte sie absichtlich getrödelt, denn diese Kleinigkeit zuzubereiten hätte sie kaum mehr als ein Fingerschnippen gekostet.

Kassiopeia enthielt sich jedoch eines Kommentars und warf ihr nur einen bösen Blick zu, der eifrig erwidert wurde, als die Elfe das Tablett so weit als es ihr möglich war von Anaxandra entfernt platzierte. Mit einem hochmütigen Schnauben verschwand sie wieder.

Bevor ihre Schwester wieder das Wort ergreifen konnte wisperte Anaxandra kaum hörbar: „Ich habe Angst!"

Kassiopeia blickte sie erschrocken an, ehe sie leise fragte: „Wovor?"

„Nach meiner Familie beurteilt zu werden, unter arrogante Reinblüter zu kommen, verwöhnt und verweichlicht zu werden und natürlich einfach als Person ausgeschlossen zu werden", zählte sie auf. „Einsamkeit" Sie senkte den Kopf

Kassiopeia schwieg.

„Kassiopeia", wisperte Anaxandra wieder, leiser als ein Windhauch. Ihre Schwester sah sie fragend an. „Ich hab solche Angst!"

Als sie das kleine Mädchen an sich drückte konnte es das unaufhörliche zittern fühlen, welches die Ältere durchlief. „Keine Furcht", tröstete sie sanft. „Es wird alles gut werden!"


bitte ein review! bittebittebittebitte!

wie schlimm wars?