Titel: Deine Tage, die vergingen (1/1)

Autor: Antigone a.k.a. Anty

Fandom: Captain Tsubasa

Rating: PG

Charaktere: Genzo Wakabayashi, Taro Misaki.

Keywords: Angst, Short, Character Death.

Zusammenfassung: Tsubasa konnte für immer das tun, was er am meisten liebt. Seine Freunde nicht.

Notizen & Disclaimer: Manchmal, wenn man heißgeliebte Charaktere tagelang mit sich herumträgt, passiert so etwas. Wenn sie mir tatsächlich gehören würden, würde ich das hier nicht machen.

Ach ja, und das Formatieren auf dieser Seite ist beschissen. Im Profil (hier läßt es sich nämlich nicht anzeigen) steht meine Homepage-Adresse; dort sieht die Fanfic bedeutend schöner aus.

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Deine Tage, die vergingen
© Antigone, 6.&7. Juli 2006

„Manchmal denke ich, Tsubasa hat Glück gehabt. Und dann frage ich mich, ob wir vielleicht nicht alle noch für etwas anderes hätten leben sollen." Taro Misaki starrte durch den schweren Zigarettendunst des Bistros an Genzo Wakabayashis Gesicht vorbei, hinaus auf das graue Wasser der Seine. Jedes Jahr, am gleichen Tag, saßen sie dort, und jedes Jahr wurden ihre Gespräche ungestörter, und der Trubel um sie herum ein bißchen weniger.

Genzo sah ihn nicht an; auch sein Blick haftete auf der Welt auf der anderen Seite des Fensters, den Umrissen von Notre-Dame und dem wolkenverhangenen Himmel. „Es ist schon komisch", meinte er dann, „daß wir diejenigen sind, die leben; dabei habe ich das Gefühl, ich wäre einfach nicht mehr da."

Misakis Augen blitzten, wenn es das gab, in einem Anflug von amüsierter Trauer. „Sind wir gerade neidisch auf einen Toten?"

Wakabayashi wandte sich Taro zu. „Sagen sie nicht, der Ursprung allen Wahnsinns liegt in dem, was dir am meisten bedeutet? Euer Molière ist auf der Bühne gestorben, und Tsubasa im Mittelfeld einfach umgekippt. Er wird nie erleben müssen, wie es ist, wenn man dich abschreibt, weil du verletzt bist, oder das reife Alter von dreiunddreißig überschritten hast."

„Er wir nie vergessen werden", bemerkte Genzo.

Taro lächelte wehmütig. „Zumindest was das angeht, solltest du dir keine Sorgen machen, Wakabayashi. Wir standen mit ihm auf dem Platz, als der Schlußpfiff viel. Wenn es ein Finale gab, über das die Menschen nie aufhören werden, zu sprechen, dann unseres."

Wakabayashi schwieg und war dankbar, daß die Bedienung ihnen in diesem Moment ihren Tee und den doppelten Cognac servierte. „Ich sollte mich schämen, oder?", fragte er schließlich.

Taro nippte an seiner Tasse. „Ich werde dich nicht dafür verurteilen, daß du das Wort Vergänglichkeit haßt… Aber ich werde den Idioten vermöbeln, der aus Tsubasas Leben einen schlechten Film macht."

Trotz allem entfuhr Genzo ein leises Lachen. Dann griff er entschieden nach dem Glas Cognac. „Auf Tsubasa", sagte er.

„Auf Tsubasa", echote Taro.

„Herzlichen Glückwunsch zum Sechsunddreißigsten", als er und Genzo die Gläser wieder auf die Tischplatte stellten.

„Mehr als ein halbes Jahrzehnt habe ich mich gefragt, warum", sagte Genzo. "Aber vielleicht war das das größte Geschenk. Er konnte für immer das tun, was er am meisten liebt. Er wird nie erfahren, wie die schönste Zeit deines Lebens Vergangenheit wird, und du weißt, daß du sie niemals wiederholen kannst."

Eine Weile saßen sie schweigend da.

„Er fehlt mir so sehr", sagte Taro schließlich.

Genzo nickte, aber ob sie Tsubasa meinten, oder etwas anderes, wußten sie beide nicht.

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(Fin.)