So ihr Lieben – auf zum Endspurt!

Ich möchte mich noch einmal herzlich bei allen Lesern für ihr Interesse bedanken, vor allem bei den mitteilsamen, die mich mit ihren wunderbaren Reviews so großartig unterstützt haben. Ihr seid toll! :D

Kapitel 12

Die Vögel hatten – bis auf einen besonders schlafgestörten Piepmatz - noch nicht zu singen begonnen und der fast unsichtbare Streifen des Morgenlichts war am Horizont noch mehr zu erahnen als zu sehen, als Minerva McGonagall erwachte.

Einen kurzen Moment lang blickte sie irritiert auf den fremden Betthimmel über sich, bevor ihr schlagartig klar wurde, wo sie sich befand.

Verdammt! Sie hatte doch nicht einschlafen wollen!

Als ihr zudem doch bewusst wurde, dass wohl schon der Morgen graute, seufzte sie verzweifelt und schlug gleich darauf entsetzt die Hand vor den Mund - gerade rechtzeitig um den Ton wenigstens noch etwas zu dämpfen.

Sie nahm die Hand wieder weg und betrachtete sie. Eine durchaus elegante Hand mit langen feingliedrigen, aber kräftigen Fingern. Eine Hand, über die sich tausende von kleinen Fältchen zogen und auf der die Haut nicht mehr so gespannt, sondern schon etwas locker die Knochen bedeckte. Die Hand einer alten Frau!

Langsam, um dabei nur ja kein Geräusch zu verursachen, drehte sie den Kopf zur Seite.

Severus schien noch zu schlafen. Er lag, das Gesicht der Türe zugewandt, mit dem Rücken zu ihr. Sein Körper hob und senkte sich leicht im gleichmäßigen Rhythmus seiner Atemzüge.

McGonagall ließ ihren Blick über seinen Rücken wandern, der von der Bettdecke nur unzureichend bedeckt wurde. Dabei stieß sie auf ein paar Spuren, die sie wohl gestern im Eifer des Gefechts dort hinterlassen hatte. Sie widerstand dem Impuls, mit den Fingerspitzen zärtlich über diese Stellen zu streichen und schob sich behutsam und leise zur Bettkante, wo sie sich schließlich vorsichtig aufsetzte.

Sie suchte mit den Augen den Raum ab, um ihre Kleidung zu orten und entdeckte sie zu ihrer Verwunderung auf einem Stuhl neben dem Bett und ordentlich zusammen gelegt, anstatt – wie sie erwartet hatte – auf einem wilden Haufen oder gar im Raum verstreut. Nach einen kleinen dankbaren Blick über die Schulter stand sie mit äußerster Vorsicht auf, um ein etwaiges Quietschen der Bettfedern zu vermeiden.

Als ihr dies gelungen war, begann sie sich anzukleiden.

Sie bemühte sich nach Kräften, nicht daran zu denken, das sie wohl nie mehr in diesen Raum zurückkehren würde, als sie kurz darauf um das Bett herumschlich – immer mit Blick auf den schlafenden Mann, der darin lag, um auf ein eventuelles Erwachen schnell reagieren zu können.

Er rührte sich jedoch nicht und nach einem letzten wehmütigen Blick auf sein Gesicht, das im Schlaf entspannt, ja fast unschuldig wirkte, verließ sie den Raum und huschte durch den Wohnraum, um zum Badezimmer zu gelangen. Sie musste unbedingt wissen, wie sie aussah, ehe sie durch die Flure von Hogwarts zurück in ihre eigenen vier Wände lief.

Zögerlich näherte sie sich dem Spiegel, der über dem Waschbecken hing. Dann machte sie einen entschlossenen Schritt nach vorne und starrte zunächst in das Becken. Sie atmete noch einmal tief durch und hob den Blick.

Eine alte Frau sah ihr aus dem Spiegel skeptisch entgegen – nicht uralt, aber alt. Auch wenn die Falten in ihrem Gesicht deutlich weniger tief waren, als vor dem Experiment und ihr Haar weniger graue Fäden aufwies und zudem glänzte wie Rabengefieder – sie war alt. Außerdem blickte ihr Spiegelbild reichlich melancholisch drein.

McGonagall seufzte und schloss für einen Moment die Augen. So konnte das nicht weiter gehen. Sie musste sich damit abfinden, dass diese wundersame Verjüngung nur ein kleines Zwischenspiel in ihrem Leben gewesen war.

Sie öffnete die Augen wieder und versuchte es mit einem Lächeln. Schon viel besser! Und es waren immerhin mindestens zehn Jahre, die der Trank letztendlich weggeschummelt hatte – ob diese Wirkung anhalten würde, blieb allerdings dahingestellt.

Körperlich fühlte sie sich sehr gut. Die früher schon fast chronischen Schmerzen in den Gelenken waren verschwunden – vor allem ihr Nacken, der extrem zu Verkrampfungen tendierte, war wunderbar beweglich und entspannt.

Dafür hatte sie weiter südlich leichte Schmerzen – was ja auch kein Wunder war, nach dieser wilden Nacht – ein Umstand, der ihr ein Grinsen entlockte.

Mit nun schon fast wieder fröhlich blitzenden Augen verabschiedete sie sich von ihrem Spiegelbild und verließ das Badezimmer.

Zurück im Wohnzimmer, trat sie an den Rattenkäfig.

Paula lag selig schlummernd auf dem Stroh, während der ehemalige Mäuserich etwas weiter entfernt saß, ein Stückchen Apfel zwischen den Vorderpfoten hielt und sie mit seinen kleinen schwarzen Knopfaugen anstarrte – vorwurfsvoll, wie McGonagall fand.

„Mach mir bloß keine Vorhaltungen", sagte sie leise zu der falschen Ratte, „schließlich habe ich dir zu einem heißen One Night Stand verholfen. Sie richtete ihren Zauberstab auf das Tier, das schon in eine Maus zurückverwandelt war, ehe es auch nur ansatzweise in Deckung gehen konnte.

McGonagall öffnete den Käfig und hob die Maus heraus, die aufgrund des sehr komplexen und raffinierten Zauberspruches nicht einmal daran dachte, sie zu beißen.

„Du bist vermutlich die einzige Maus weit und breit, die behaupten kann eine Ratte gevögelt zu haben", sagte McGonagall lächelnd als sie das Tier auf den Boden setzte.

Der Mäuserich warf ihr einen letzten verwirrten Blick zu und verschwand hinter dem Bücherschrank.

„Mach's gut Maus!", sagte McGonagall. „Tschüß Paula!" Sie zwinkerte der schlafenden Ratte zu. „Man sieht sich!"

McGonagall hatte schon die Klinke der Wohnungstür in der Hand, als sie noch einmal kehrt machte und zum Schlafzimmer zurück ging. Sie brachte es einfach nicht über sich, zu gehen, ohne noch einmal einen Blick auf ihn zu werfen.

Vorsichtig und leise öffnete sie die Türe einen Spalt breit. Snape lag immer noch in unveränderter Position schlafend auf dem Bett.

McGonagall blieb eine Weile stehen und ließ dieses Bild auf sich wirken. Er sah so jung und so verletzlich aus, wie er da lag – ein erheblicher Unterschied zu dem mürrischen strengen Mann, der er in wenigen Stunden wieder sein würde. Aber auch dies würde sie in Zukunft wohl mit anderen Augen sehen, denn dass seine Persönlichkeit auch noch ganz andere Facetten barg, wusste sie ja nun aus eigener Erfahrung.

„Auf Wiedersehen, Severus!", flüsterte sie, bevor sie behutsam die Türe zuzog.

Kaum, dass diese geschlossen war, öffnete Snape die Augen.

„Auf Wiedersehen, Minerva!", sagte er leise.

Er drehte sich um und vergrub das Gesicht in dem Kissen auf dem sie gelegen war und in dem noch der verführerische Duft ihres Haars haftete.

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Am kommenden Tag schafften sie es, sich aus dem Weg zu gehen, bis sie schließlich am Abend an Dumbledores Krankenbett aufeinander trafen.

Der alte Mann lag bereits seit drei Tagen auf der Krankenstation, da Madame Pomfrey das Risiko ihn alleine zu lassen für zu groß erklärt hatte. McGonagall und Snape hatten ihn mehr oder weniger gezwungen, dieser Anordnung Folge zu leisten, was die Laune des sonst so geduldigen Schulleiters allerdings rapide verschlechtert hatte.

Auch jetzt sah er McGonagall trotzig entgegen, als sie die Krankenstation betrat.

„Und? Wie geht es meiner Schule?", fragte er bitter, als sie an sein Bett trat.

McGonagall wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als Snape den Raum betrat.

„Minerva, Albus!" Snape nickte leicht. Er vermied es, McGonagall länger anzusehen als nötig und auch sie senkte den Blick, kaum das sie ihn zurückgegrüßt hatte.

„Severus, ich hoffe, du bringst gute Neuigkeiten", sagte Dumbledore flehend. Die Verzweiflung in der Stimme ihres alten Freundes schnitt McGonagall tief ins Herz. Seit dieser heimtückische Fluch, den er sich bei der Zerstörung von Voldemorts Horkruxen zugezogen hatte, ihn Stück für Stück auffraß war er einfach nicht mehr der Selbe. Sie wollte den alten Albus Dumbledore zurück, der den Menschen, mit denen er sprach Hoffnung gab, anstatt selbst darum zu betteln.

„Ich hatte teilweise Erfolg mit der letzten Rezeptur", sagte Snape belegt. „Wenn der Langzeiteffekt, des Tranks auch nur annähernd so drastisch ist, wie die unmittelbare Wirkung, können wir dir vielleicht endlich helfen."

Dumbledores dankbarer Blick und die demütige Geste mit der er nun Snapes Hand mit seiner eigenen, gesunden ergriff, ließ den Zaubertränkemeister unruhig werden.

McGonagall befreite ihn aus dieser Situation, indem sie Dumbledore beruhigend ihre Hand auf den Arm legte.

„Du wirst wieder gesund werden, Albus!", sagte sie und strahlte den alten Mann an, als er sich ihr zuwandte.

„Für so viel Euphorie ist es zu früh", sagte Snape gepresst. „Wir müssen erst noch abwarten..."

„Ich habe aber keine Zeit mehr zu warten!", sagte Dumbledore und sah Snape durchdringend an. „Ich sterbe, Severus! Wenn nur die geringste Chance besteht, dass mir dein Trank hilft, dann werde ich sie auch nutzen."

„Und wenn er dich umbringt?", knurrte Snape.

„Dann hat er dem Schicksal nur ein wenig Arbeit abgenommen", sagte Dumbledore. „Mein Entschluss steht fest - ich werde das Zeug heute noch schlucken!"

„Heute schon?", sagte Snape entsetzt. „Albus, das ist nicht..."

„Lass es ihn tun, Severus!", sagte plötzlich McGonagall.

„Minerva, ich glaube nicht, dass du...", begann Snape ungehalten.

„Ich weiß, dass es richtig ist", sagte McGonagall ruhig. „Ich weiß es einfach. Manchmal muss man sich auf sein Bauchgefühl verlassen."

„Bauchgefühl?", brauste Snape auf und sah sie scharf an, wandte sich jedoch sofort wieder ab, als sie ihm ebenfalls in die Augen sah.

Dumbledore ließ seinen Blick aufmerksam zwischen den beiden hin und her wandern.

„Ihr duzt euch? Dann scheint ihr ja einmal tatsächlich zusammengearbeitet zu haben", sagte er anerkennend. „Wenigstens hat es sich dahingehend gelohnt, dass ich schon halb den Löffel abgegeben habe."

„Unsinn!", murmelte McGonagall. Einen Moment lang sah sie aus, wie ein ertapptes Schulmädchen und auch Snape schien etwas verlegen zu sein.

„Erzähl mir von dem Trank, Severus", sagte Dumbledore schmunzelnd. „An wem hast du ihn ausprobiert?"

„An mir und an Paula", antwortete McGonagall an seiner Stelle.

„DU warst das Versuchskaninchen?", sagte Dumbledore überrascht. „Wie hast du IHN dazu gebracht, DAS zuzulassen?", fragte Dumbledore und machte eine Kopfbewegung in Richtung Snape.

„Ich habe ihn dazu gezwungen", sagte McGonagall gelassen.

„Du hast mich wirklich würdig vertreten, meine Liebe", sagte Dumbledore lächelnd.

Snape schnaubte verächtlich.

„Und wer ist Paula?", fragte Dumbledore weiter.

„Eine Ratte", fauchte Snape.

Snape schilderte Dumbledore in kurzen Zügen, wie das Experiment verlaufen war, wobei er gewisse Vorkommnisse wohlweislich ausließ.

Dumbledore warf McGonagall einen neugierigen Blick zu.

„Und wie fühlst du dich jetzt, Minerva?", fragte er und unterzog sie einer eingehenden Musterung.

„Hervorragend!", sagte McGonagall.

„Du siehst tatsächlich sehr ...erholt aus", sagte Dumbledore erfreut.

„Erholt ist nicht ganz das richtige Wort", sagte McGonagall und konnte sich dabei einen kleinen Seitenblick auf Snape nicht verkneifen, „aber ich fühle mich so lebendig wie schon seit Jahren nicht mehr. Die Gelenkschmerzen sind wie weggeblasen und ich fühle mich kräftig und irgendwie ...energiegeladen."

„Das ist doch wunderbar", sagte Dumbledore, dem die Hoffnung auf Heilung, die er schon fast aufgegeben hatte, neuen Elan zu verleihen schien. „Und du hast dich wirklich um die Hälfte verjüngt?"

„Ja, das habe ich!", sagte McGonagall.

„Ich kann mich noch gut erinnern, wie du damals ausgesehen hast", sagte Dumbledore versonnen, „du warst einfach umwerfend!"

„Danke Albus!", sagte McGonagall lächelnd und sah ihren alten Freund liebevoll an.

Amüsiert nahm Dumbledore zur Kenntnis, dass Snape scheinbar mit äußerster Konzentration versuchte, Löcher in den Boden zu starren.

„Also, Severus – heute Abend!", riss Dumbledore ihn aus seiner Erstarrung. „Mein Entschluss steht fest. Bringst du mir den Trank nachher vorbei? Nach dem Abendessen? Ich denke, ich werde am besten hier auf der Krankenstation bleiben, dann kann Poppy das Ganze mitüberwachen."

Es war Dumbledore schleierhaft, wieso die Gesichtszüge seines Tränkemeisters bei der Erwähnung der Krankenschwester entgleisten.

„Es wäre vermutlich besser, wir machen das in deinem Quartier", sprang McGonagall helfend ein. „Ich werde bei dir bleiben, Albus!"

„Und ich in Rufbereitschaft!", sagte Snape, der sich einigermaßen wieder gefasst zu haben schien. „Wenn es nötig ist, kann ich innerhalb von Sekunden über den Kamin zu euch kommen."

Dumbledore sah Snape überrascht an, aber McGonagall ließ ihm keine Zeit, Fragen zu stellen.

„Ich werde dich nach dem Abendessen hier abholen und in dein Quartier bringen", sagte sie energisch. „Bei der Gelegenheit erzähle ich dir dann auch etwas über die Nebenwirkungen, die es ratsam erscheinen lassen, die Sache NICHT auf der Krankenstation durchzuziehen."

„Gut, wie ihr meint!", sagte Dumbledore ergeben, der wohl aus Erfahrung wusste, dass es nicht viel Sinn hatte, sie weiter ausfragen zu wollen.

McGonagall und Snape verließen gemeinsam den Krankenflügel. Eine Weile liefen sie stumm und stur geradeaus blickend nebeneinander her.

„Ich werde es ihm nicht erzählen", brach McGonagall schließlich das Schweigen.

„Er wird es trotzdem wissen", sagte Snape düster.

„Das befürchte ich allerdings auch", sagte McGonagall, und obwohl Snape sie nicht ansah, wusste er, dass sie dabei lächelte.

„Es ist zu früh – wir hätten noch warten sollen", griff Snape das vorige Streitthema wieder auf. „Du hast zu voreilige Schlüsse gezogen."

„Wie geht es Paula?", fragte McGonagall, anstatt auf seinen Vorwurf einzugehen.

„Der geht es soweit gut", sagte Snape ungehalten.

„Ihr geht es also gut und mir geht es auch gut – deine beiden Versuchskaninchen erfreuen sich bester Gesundheit – was willst du mehr, Severus?", sagte McGonagall.

„Das kann sich genauso schnell wieder ändern", orakelte Snape.

„Du alter Pessimist!", sagte McGonagall tadelnd. „Ich würde sagen, wir erörtern dieses Thema morgen beim Tee." Zum ersten Mal, seit sie sich an diesem Abend getroffen hatten, sah sie ihn direkt und herausfordernd an. „Und danach kann ich dir auch noch gleich berichten, wie der Trank auf Albus gewirkt hat. Na – was sagst du dazu?"

„Beim Tee!", knurrte Snape und verdrehte die Augen. „Geht das jetzt schon los!"

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Als Snape später am Abend an der Tür zu Dumbledores Quartier klopfte, öffnete ihm McGonagall.

Er drückte ihr wortlos eine gefüllte Phiole in die Hand.

„Danke!", sagte McGonagall.

„Und? Hast du ihn vorgewarnt, was auf ihn zukommt?", fragte Snape leise.

„Ja, das habe ich!", sagte McGonagall.

„Willst du nicht rein kommen, Severus?", ertönte Dumbledores Stimme hinter McGonagalls Rücken aus dem Zimmer.

Sie öffnete die Tür etwas weiter und gab den Blick frei auf den wuchtigen und reichverzierten Ohrensessel in dem Dumbledore saß.

Der wissende Gesichtsausdruck und die mühsam unter Kontrolle gehaltene, aber eindeutig äußerst amüsierte Miene des Schulleiters gab Snape den Rest.

„Nein danke!", sagte er barsch und wandte sich zum Gehen.

„Du hältst dich bereit, zu erscheinen, falls etwas schief geht?", fragte McGonagall.

„Ja!", sagte Snape knapp.

„Unangemeldet im Kamin zu erscheinen, würde ich dir allerdings nicht empfehlen", sagte McGonagall und betrachtete versonnen ihre Fingernägel.

„Ich kann mich beherrschen", sagte Snape säuerlich. „Pass auf, das er sich nicht überanstrengt – er ist wesentlich älter als du und schwer angeschlagen."

„Ich werde aufpassen!", versprach McGonagall.

„...und pass auch auf, dass DU dich nicht überanstrengst", fügte er mit einem dezent boshaften Unterton hinzu.

„Verschwinde!", sagte McGonagall grinsend.

-ENDE-

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Epilog

Dumbledore nahm den Zaubertrank von Snape insgesamt sieben mal im Abstand von wenigen Tagen. Der Zustand seines Armes hatte sich bereits nach der ersten Einnahme so gravierend gebessert, dass Madame Pomfrey vor Freude ganz außer sich war, als sie das Ergebnis zu Gesicht bekam, was sie dann doch weitgehend damit versöhnte, dass sie bei der Verabreichung nicht anwesend sein durfte.

Allerdings ließ die Wirkung des Trankes mit der Zeit erheblich nach, so als ob der Körper nach und nach dagegen immun würde. Bei der letzten Verabreichung war die verjüngende Wirkung bei Dumbledore nicht mehr äußerlich sichtbar, er fühlte sich lediglich ein wenig frischer und kräftiger. Sein Arm war zu diesem Zeitpunkt jedoch nahezu völlig geheilt – nur die frisch nachgewachsene, rosa Haut ließ seinen früheren Zustand noch erahnen.

Ob bei Dumbledore die selben Nebenwirkungen aufgetreten waren, wie bei McGonagall, darüber schwieg sich selbige hartnäckig aus, sosehr Snape auch versuchte, ihr diese Information beim gemeinsamen Teetrinken zu entlocken.

McGonagall und Snape kamen nach ein paar Anlaufschwierigkeiten gut miteinander aus, obwohl – oder vielleicht gerade WEIL – sie nie über ihre gemeinsame Nacht sprachen. Auch wenn sie sich immer noch gegenseitig gerne mit verbalen Spitzen auf Trab hielten, war trotzdem zu merken, dass eine Art tieferes Verständnis zwischen den beiden herrschte.

Nachdem die Einnahme des Zaubertranks bei Dumbledore mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis beendet worden war, stellt Snape die Forschung an diesem Projekt vorläufig ein.

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Eines Tages, als McGonagall flotten Schrittes ihre Räumlichkeiten verlassen wollte, konnte sie gerade noch verhindern, Hals über Kopf über einen Gegenstand zu fallen, der vor ihrer Türe abgestellt worden war.

Es war Paulas Käfig, mitsamt einer etwas verstört dreinblickenden Paula.

Von da ab wohnte diese bei McGonagall, was ihr sehr gut zu gefallen schien – Snape war wohl nicht gerade der perfekte Gastgeber für eine Ratte gewesen.

Als McGonagall nach einigen Tagen das Stroh in Paulas Käfig komplett erneuerte, stieß sie auf ein kleines schwarzes Kästchen, das im hintersten Eck des Käfigs verborgen gewesen war.

Sorgfältig befreite sie die Oberfläche vom Stroh und öffnete das Kästchen. Es war mit schwarzem Samt ausgeschlagen und in seiner Mitte lag eine kleine Phiole, deren Inhalt grünschillernd und verführerisch schimmerte.

Ein strahlendes Lächeln erschien auf Minerva McGonagalls Gesicht – und allein dieses Lächeln ließ sie bereits um einige Jahre jünger aussehen.

ooo

So – das war's! Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen dieser Geschichte genauso viel Spaß, wie ich beim Schreiben. :D

An alle lieben, aber bisher stillen Leser – das wär' doch der ideale Augenblick um auch mal auf den Review-Button zu klicken, oder? ;)

Wie ich den letzten Reviews entnehmen konnte, sind ein paar von euch ja traurig, dass die Geschichte schon zu Ende ist – euch verweise ich jetzt, ganz schamlos Eigenwerbung machend, auf meine nächste Story, die demnächst losgeht. Die ist mit Hermine! Irgendjemand hier, der auf SS/HG steht? :D

Macht's gut und viele liebe Grüße,

Chrissi