Lohengrin IV – The Return Of Nonsens

Für eine Inszenierung, die streckenweise doch gegen die Musik, aber gut für unsere Storyline war. BEG

Trotz der bereits zurückgelegten Strecke war es noch ein weiter Weg für Lohengrin nach Brabant. Als er am Abend an einem hellerleuchten Haus vorbeikam, aus dem fröhlicher Lärm klang, beschloß er, die Nacht in jenem Gasthaus zu verbringen.

Beim Eintreten stellte er fest, daß der meiste Lärm von einem hochgewachsenen mit ungepflegten Bart und einigen Kilo Übergewicht verbreitet wurde, der großspurig merkwürdige Geschichten erzählte. „Dumbledore sucht schon wieder nach einem DADA-Lehrer…", tönte jener Mann gerade, als Lohengrin an seinem Tisch Platz nahm.

‚Einen Dada-Lehrer? Was soll dieser lehren? Dadaismus?', überlegte Lohengrin. Es stellte sich heraus, daß DADA für „Defense against the dark arts" stand, also für die Verteidigung gegen die dunklen Künste. Lohengrin dachte ‚Ey, das kann ich.' und wurde so Lehrer auf Hogwarts.

Nach einem Jahr, bekanntermaßen ist besagte Lehrerstelle ja auf genau diesen Zeitraum befristet, erzählte Lohengrin allen, wer er sei, und entkam dadurch all diesen pubertierenden Teenagern sowie dem üblichen Schicksal eines DADA-Lehrers.

Er packte also seine Sachen und überlegte, welches Outfit schlußendlich für seinen ersten großen Job das beste wäre. Als erstes verwarf jenes häßliche blaue Sakko, das man seinem Vater als echte Schurwolle aus Cornwall angedreht hatte, welches sich dann aber als eine billige, fränkische Imitation herausstellte. Dieses Kleidungsstück hatte nicht nur eine scheußliche Farbe, es saß einfach nicht, und er fühlte auch darin sichtlich unwohl.

Er nahm das zweite blaue, weniger auffällige Sakko, entschied aber sicherheitshalber auch den gutsitzenden Frack seiner Konfirmation einzupacken. Man konnte ja nicht wissen, ob man eventuell heiraten mußte. Diese Missionen, so hatte er gehört, waren voller unbekannter Gefahren.

Dank der umfangreichen Schulbibliothek hatte der Schwanenritter noch einiges an Zaubereikenntnissen hinzugewonnen und fühlte sich nun gestärkt, besagte Jungfrau in Nöten, die nun schon eine ganze Weile wartete, endlich zu retten.

Apropos Schwanenritter. Als Lohengrin zu jenem See am Fuße Hogwarts kam, an dem er seinen Schwan geparkt hatte, fand er diesen an eine gelbe Kette gelegt vor. Leider hatte er während seiner Zeit als Lehrer versäumt, die Raten für das getunte Tier zu zahlen. Mime, bekanntermaßen der Tuner, hatte das Inkassounternehmen „Lady of the Lake" beauftragt, seine Ansprüche zu sichern.

Einen Moment lang dachte Lohengrin darüber nach, Gott oder vielleicht doch seinen Vater um Hilfe anzurufen. Dann jedoch entschied er sich dagegen. Er war schließlich schon ein großer Junge und in der Lage, seine Sachen selbst zu regeln. Also kramte er in seinem Notizbuch nach einem Befreiungszauber.

Der Schwan schaute erst genervt, dann skeptisch, schließlich panisch, als sein Ritter mit großer Geste anhub, den Zauber zu tun. Jene Panik war berechtigt. Denn kaum war das letzte Wort des Zauberspruchs verklungen, begann die Kette zu wachsen, der Schwan jedoch zu schrumpfen. Die Kette fiel ab.

‚Fein, jetzt bin ich frei', dachte der Schwan, als er die Größe eines Stofftiers erreicht hatte. ‚Und nun?'

Im ersten Moment hätte Lohengrin darauf auch nicht antworten können. Dann jedoch entdeckte er am Ufer ein Paar Wasserski, das zum Ende des letzten Sommers achtlos liegengelassen worden war. Der Ritter tat einen weiteren, diesmal besser prononcierten Zauberspruch. Die nun große, gelbe Kette erwachte zum Leben. Lohengrin klemmte sich seinen Schwan unter rechten Arm, griff nach einem Ende der Kette und ließ sich von diesem neuen Gefährt gen Brabant ziehen. Es war sicherlich etwas vollkommen Neues - und für seinen Vater bestimmt viel zu innovativ – in dieser Form König und Volk sowie der Jungfrau in Nöten zu erscheinen. Mit diesem wonnigen Gedanken rauschte er davon.

AN: RDS war auch an diesem Abend eine unstillbare Quelle der Inspiration, aber trotzdem wieder ein grandioser Interpret dieser Partie. Nicht nur komisch, sondern zum Heulen perfekt und mega-romantisch. Wir mögen ihn wirklich!