Verspätetes update durch technische Schwierigkeiten. Sorry.

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Ich möchte vor dem letzten Kapitel noch schnell was loswerden. Ich habe drei reviews von einer Leserin gekriegt, die so ein bißchen... doof waren. Ich gehe davon aus, dass diese Fragen nicht wirklich ernst gemeint waren, beantworte sie vorsichtshalber aber trotzdem.

1. Was macht Krummbein im Tränkeunterricht? - Man nennt dies einen "plotpoint" , der die Aufmerksamkeit der Leser auf etwas lenkt, was später wichtig ist. Insgesamt finde ich die Frage etwas seltsam, da es eigentlich selbsterklärend ist, was er dort tut. Vielleicht solltest du das erste Kapitel noch einmal lesen?

2. Seit wann steht Harry auf andere Jungs? - Ich kann nicht für das gesamte Fandom sprechen, aber hier ist ist das so, seit ich "HP/SS" und "slash" in die summary geschrieben habe. Logisch, oder? Wieder verstehe ich hier deine Frage nicht wirklich, da du schon andere von meinen slash-Geschichten mit Harry/Draco etc. gelesen hast und dort keine Erklärung für Harrys Neigung brauchtest.

Weitherin hast du zum dritten Kapitel die Kritik "ging so" hinterlassen. Kritik ist gut und wird von mir gern akzeptiert, so lange ich weiß, wogegen sie sich richtet. Kritisierst du die Geschichte (plot), den Verlauf oder die Art, wie ich schreibe? Mach das doch beim nächsten Mal etwas klarer. Auf deine Aussage, dass aus Snape und Harry nichts wird, gehe ich nicht weiter ein, denn das ist Geschmackssache und ich würde ja auch nicht mit einem Harry/Draco-Fan oder einem Hermione/Snape-Fan über den Sinn und Zweck ihrer bevorzugten pairings diskutieren.

Ich möchte betonen, dass ich mit diesen Antworten niemanden von Kritik abhalten will. Es sollte aus Kritik nur erkenntlich sein, worauf sie sich bezieht, denn nur so kann sie auch hilfreich sein.

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Potio felis

Kapitel 4

Harry erwachte mit einem breiten Grinsen im Gesicht, welches ihm schlagartig verging, als er die schwarze Bettwäsche erblickte, welche seinen Kopf wie ein Eimer eiskaltes Wasser klärte.

Dieses. Bett. War. Nicht. Seins.

Schön und gut, es war gewiss nicht das erste Mal, dass er in einem fremden Bett aufwachte, aber in den bisherigen Fällen hatte er den Ort anhand der Hausfarben der Bettwäsche und natürlich des Bettgefährten zuordnen können. Diese Bettwäsche hatte keine Hausfarbe. Dieses Bett war auch nicht von Vorhängen umgeben, so dass er freie Sicht auf Schränke voller Bücher hatte. Und wenn er mal rasch nachrechnete... schwarz und süchtig nach Büchern… japp, das klang nach Snape.

Was ziemlich schnell zur nächsten Frage führte. Wieso lag er in Snapes Bett? Und NACKT, UM MERLINS WILLEN, OH MEIN GOTT, DAS KONNTE NICHT WAHR SEIN!!!

Der geistigen Schreiattacke schloss sich eine Neubetrachtung diverser Lebensanschauungen an. Fliegende Schweine, klar, wieso nicht? Zugefrorene Höllen, was soll's?

Seine Hand fuhr zu seinem Kopf, um sich die Schläfe zu reiben, und erfühlte dort den ersten Zwischenstopp auf der Strasse der Erinnerungen. Pelzige und spitze Ohren. Der Unfall im Tränkunterricht spielte sich in Hochauflösung und Surroundsound vor seinem inneren Auge ab, das Gespräch in Dumbledores Büro, Snapes Quartiere.

Fuck.

Oh.

Oh nein.

Snapes Couch.

Snapes Geruch.

Snapes Tisch!

Das war nicht gut, oh nein, das war nicht gut. Obwohl es ziemlich gut gewesen war. Oh ja, das war echt gut gewesen.

Er grinste breit und dreckig, nur um in der nächsten Sekunde düster die Stirn zu runzeln.

Nein, nicht gut, definitiv nicht gut.

Harry war verwirrt. Stark auseinander gehende Eindrücke und Erinnerungen stürmten auf ihn ein und klärten zumindest die zwei Ausgangsfragen, nämlich warum er ins Snapes Bett war und warum er nackt in Snapes Bett war.

Er tastete erneut nach seinen Ohren. Man, ganz ehrlich, er wusste wirklich nicht, ob er Neville für diese Aktion töten oder küssen sollte. Wo er gerade dabei war, er wusste auch nicht, was genau er mit Snape machen sollte. Warum war die blöde Fledermaus nicht hier? Erst vögelte er Harry ins nächste Jahrhundert und verpasste ihm den besten, nein, Kommando zurück, die zwei besten Orgasmen seines jungen Lebens und dann hatte er nicht einmal den Anstand, im gleichen Bett mit ihm zu liegen und ein wenig zu kuscheln? Das machte man doch nicht. Der Mann hatte einfach keinen Anstand!

Harrys Gesicht verzog sich zu einem erneuten Grinsen. Jah, keinen Anstand, er war ein böser Mann, ein böser, böser, hochbegabter Mann.

Oh nein, das war einfach nicht richtig. Wie konnte er in dieser Art über Snape denken? Bäh. Snape. Blasser, dünner, hakennasiger, seidenstimmiger, langfingriger, sexy BASTARD!

Harry befand sich in einer ernsthaften Krise. Von Tag eins in Hogwarts an war Snape seine Nemesis gewesen, hatte ihn gequält, gedemütigt und beleidigt. Harry war darauf getrimmt, in Snape einen Feind zu sehen. Nach seinem sechsten Jahr und dem Training hatte sich sein tief empfundener Hass Snape gegenüber zu Verachtung gesenkt, um anschließend in leichte Abneigung überzugehen.

Ausschlaggebend war das Occlumens-Training gewesen. Snape, zu Anfang noch hocherfreut über Harrys Erinnerungen, war schon bald gar nicht mehr so erbaut über das, was er sah. Er hatte sich eingebildet, es vor Harry verstecken zu können, aber Harry, gar nicht so unbegabt in Legilemens, wie Snape immer behauptete, hatte hin und wieder einen Blick in die Gedanken seines Lehrers werfen können und war überrascht gewesen, dort Empfindungen für ihn und seine Kindheit vorzufinden, die sich nicht auf Mord und Totschlag bezogen. Ganz sicher war er sich erst gewesen, als er kurz nach Weihnachten einen gepfefferten Brief von Vernon Dursely erhalten hatte, in dem er Harry aufs Heftigste angriff, wegen der Dinge, die er ihm und seiner Familie mit seinem hinterhältigen Geschenk angetan hätte.

Harry war den Beschreibungen seines Onkels nach klar gewesen, dass nur Snape hinter der Aktion stecken konnte und seine Abneigung gegenüber dem Professor war wackliger Neutralität gewichen. Nicht, dass er das in Anwesenheit seiner Gryffindorfreunde zugegeben hätte.

Doch das jetzt? Er wusste nicht genau, wie und ob er damit umgehen sollte. Er hatte zuvor nie Snape als einen möglichen Bettpartner in Erwägung gezogen, musste allerdings zugeben, dass ihm da ganz schön was entgangen war. Auf der anderen Seite konnte man Snapes Verhalten durchaus unter Ausnutzung verbuchen. Allerdings hatte er dieses Ausnutzen schon ziemlich genossen und hätte gegen eine Wiederholung nicht unbedingt Einwände. Außerdem war er durch seine Schnupperorgie und dem Besteigen von Mount Snape auch nicht völlig schuldlos an den Geschehnissen.

Stopp.

Hatte er das wirklich gerade gedacht? Er setzte sich kerzengrade hin und wedelte seinen Schwanz nachdenklich hin und her. Hatte er Einwände? Hm, mal überlegen. Snape war sein Lehrer, minus. Er war einer von den Guten, plus. Er hatte ihn fünf Jahre lang wie Abschaum behandelt und war immer wieder auf den Erinnerungen an seinen Vater herumgetrampelt. MINUS! Andererseits war sein Vater nun wirklich nicht gerade ein Engel gewesen und hatte Snape durchaus Grund gegeben, ihn zu hassen. Er hatte ihm im Krieg gegen Voldemort beigestanden und wahrscheinlich den Hintern gerettet. PLUS. Altersunterschied. Egal.

Okay, das brachte ihn auch alles nicht weiter. Die Plus- und Minuspunkte hoben sich gegenseitig auf. Er musste das anders bestimmen. Zum Beispiel anhand von unglaublichem, Hirn weg schießendem, brillantem Sex. Ja, das war ein guter Grund. Er ging bei seiner Entscheidungsfindung vor, wie ein normaler siebzehn Jahre alter Mann.

Harry seufzte erleichtert auf. Komplizierte, deduktive Überlegungen waren Hermiones Fachgebiet, nicht seines und er war froh, eine einfache Lösung für sein Problem gefunden zu haben, Er entschied sich, dass er Snape behalten würde.

Nun galt es eigentlich nur noch, Snape davon zu überzeugen, dass er behalten werden wollte. Wie schwer konnte das schon sein?

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Nach einer ausgiebigen Dusche aus Hogwarts unerschöpflichen Warmwasservorräten - und anschließend einigem Herumschnüffeln in Snapes persönlichen Gegenständen – beschloss Harry, dass es an der Zeit war, Snape gegenüberzutreten. Er wusste zwar nicht genau, wie er sich verhalten sollte – anklagen oder flachlegen war hier die Frage – war aber zuversichtlich, dass sich alles zum Besten klären würde. Zu seinem Besten.

Nachdem er sich in seine Hose und das Hemd des Vortages gekleidet hatte, die er säuberlich gefaltet neben dem Bett gefunden hatte, öffnete er vorsichtig die Tür und bereitete sich seelisch auf eine Bandbreite möglicher Begrüßungen vor, doch was ihn empfing, war durchdringendes, markerschütterndes Schnarchen. Nach Umrundung der Couch war Snape deutlich zu erkennen, der, eine auf dem Boden liegenden Flasche noch immer im Würgegriff haltend, halb auf der Couch lag, halb von ihr herunter hing und das Volumen seiner großzügig bemessenen Nase dazu nutzte, sich zu neuen Höhen der Dezibelmessung aufzuschwingen.

Harry zog ungläubig die Augenbrauen nach oben. Von all den Dingen, die er erwartet hatte, war dies so ziemlich das Letzte gewesen, was er sich vorgestellt hatte, sogar noch hinter einem wieder auferstandenen Voldemort, der mit Dumbledore Tee trank und mit ihm eine Kampagne für den Weltfrieden plante. Leicht stinkig wanderte er hinüber zu dem Glasschrank, aus dem Snape, wenn er der Spur aus Verwüstung trauen durfte, auch den Alkohol geholt hatte, und begann in dem systematischen Chaos nach einem bestimmten Fläschchen zu suchen.

Kurz nach dem Krieg war Snape, außer wegen seiner Leistungen gegen Voldemort, auch noch wegen einer anderen Sache berühmt geworden. Endlich nicht mehr gezwungen, ein lästiges, ganz zu schweigen von gefährlichem, Doppelleben zu führen, war er ins Licht der Öffentlichkeit getreten, hatte diese nach Strich und Faden geschmäht und verspottet, sein einzigartiges Talent als Tränkemeister durch eine Kollektion brillanter, nahezu unbezahlbarer und durch schmerzhafte Flüche vor Nachahmern geschützte, Tränke demonstriert und hatte sich in seine Kerker zurückgezogen. Das Kartell internationaler Tränkebrauer hatte ein kollektives Aneurysma erlitten, als sie von einem Tag auf dem anderen aus dem Markt gedrängt worden waren.

Eines seiner Produkte war ein Anti-Kater-Trank, teuer, widerlich und in seiner sofortigen, von Neben- und Nachwirkungen freien, Wirksamkeit unübertroffen. Er beseitigte nicht nur Übelkeit und Kopfschmerz, sondern befreite, trotz des furchtbaren Geschmacks, auch von Mundgeruch und der immer wieder beliebten „Ich will sterben" - Stimmung. Von standhaften Kneipenpatrioten bald „Überleg's dir zweimal" genannt (ob sich das nun auf die unkontrollierte Einnahme von gegärtem Äthylalkohol oder den Geschmack des Tranks bezog, war ungeklärt), fand sich diese spezielle Mischung schon bald im Medizinschrank jeden Haushaltes.

Nun befand sich Harry auf der Suche nach eben jener Phiole. Es wäre doch wirklich eine bösartige Ironie des Schicksals gewesen, wenn ausgerechnet der Mann, dem jeder zweite Halbwüchsige seinen glücklich umgangenen Hausarrest verdankte, seine eigene Kreation nicht vorrätig hätte.

Endlich fand er das Gesuchte, ging zurück zur Couch und knallte die kleine Flasche, so laut er es nur vermochte, neben Snapes Kopf auf den Tisch. Snape zuckte zusammen, stöhnte ergreifend und warf einen Arm über seine Augen. Einen Moment lang passierte nichts. Snape würgte ein paar Mal hörbar und murmelte schließlich das älteste Mantra der Welt.

„Ich hasse Alkohol."

„Das wundert mich, wo Sie doch so gut mit ihm auszukommen scheinen", versetzte Harry ohne eine Spur von Mitleid.

Im ersten Augenblick dachte Snape, dass er sich die Stimme Harrys nur einbildete und sie seiner whiskeyvernebelten Phantasie verdankte. Dementsprechend verwirrt war er, als er die Augen öffnet und im grausamen Morgenlicht die unverwechselbare Silhouette Potters wahrnahm. Allerdings stimmte etwas mit seiner Einbildung nicht, denn die hinreißende Halluzination machte keine Anstalten, sich zu entkleiden, stattdessen starrte sie ihn aus grimmigen grünen Augen an.

Die Galleone fiel und Snape krümmte sich ein wenig.

„Mr. Potter", sagte er langsam, um Würde bemüht. „Natürlich." Er schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein, dann öffnete er sie wieder. „Ich verstehe Ihren Zorn durchaus. Lassen Sie mich den Trank zu mir nehmen und dann können wir uns auf den Weg zum Headmaster machen."

„Wovon reden Sie?"

Snape kippte den Inhalt des Fläschchens in einem Zug herunter, verzog angeekelt das Gesicht, erhob sich und glättete seine Kleidung.

„Es ist mir klar, dass Sie mit Professor Dumbledore zu sprechen wünschen, um ihn über die Ereignisse der letzten Nacht in Kenntnis zu setzen."

Harry hatte nicht sie geringste Ahnung, wovon zur Hölle Snape sprach. Warum sollte er Dumbledore erzählen wollen, was er und Snape in der Nacht zuvor getan hatten? Er mochte ja experimentierfreudig sein, aber der Headmaster war in seinen Gedanken ganz gewiss noch nie aufgetaucht. Er sah zu, wie Snape sich mit der aufrechten Haltung eines zu Tode Verurteilten auf den Weg zur Tür machte, bevor er begriff, was das alles zu bedeuten hatte.

„Snape, Professor…ähm… Severus?" Der Vorname seines Lehrers lag ihm fremd und doch vertraut auf der Zunge. „Ich habe nicht vor, irgendjemandem in der näheren Zukunft irgendetwas zu erzählen. Also, von uns. Äh, uns im Sinne von… was ich meine ist… könnten Sie, du… wieso starrst du mich an?"

Snape starrte ihn in der Tat an, sein Gesichtsausdruck eine Mischung aus Unglaube und vorsichtiger Hoffnung. Als Harry weder Anstalten machte, ihn zu avada'n oder auszulachen oder beides, nahm er die Distanz zwischen ihnen in drei Schritten, packte Harry bei den Schultern und schüttelte ihn, nicht gerade sanft.

„Dummer Junge. Lauf solange du noch kannst. Sieh mich nicht mit diesen grünen Augen an. Hast du überhaupt eine Ahnung, auf was du dich hier einlässt? Noch hast du eine Chance. Lauf. Verschwinde."

Entgegen seinen Worten, so sehr sie auch von Herzen kamen, krallten sich seine Finger immer härter in Harrys Schultern, so dass, selbst wenn dieser gewollte hätte, er nicht hätte gehen können. Doch Harry war ohnehin weit von dem Gedanken entfernt, sich von Snape trennen zu wollen. Die Nähe des Mannes tat interessante Dinge mit seinem Verstand und Körper, ein nur allzu bekannter Geruch drang in seine Nase und das drängende Miauen, welches sich seiner Kehle entrang, brachte Snape dazu, seine Hände von ihm fallen zu lassen, als hätte er sich verbrannt.

Der ältere Mann wich mit einem fast komisch wirkenden Ausdruck auf seinen Zügen zurück, doch das konnte Harry so nicht hinnehmen. Seinem beherzten Sprung hatte Snape nicht viel entgegenzusetzen und gemeinsam stolperten sie auf die Couch. Harry kuschelte sich zufrieden in die Unterlage, die Snapes Körper bildete, und dessen Augen rollten in ihren Höhlen zurück, als sich Harry über eine bestimmte Stelle rieb.

Als er es nicht mehr aushielt, hielt er Harrys Hände mit seinen fest und rollte sie mit einer schnellen Bewegung herum, sodass er oben lag.

„Du bist nicht völlig bei dir", flüsterte er in Harrys Ohr. „Ich werde den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Entweder du kommst freiwillig zu mir, so unwahrscheinlich das auch sein mag, oder dies endet hier. Wenn du klug bist, dann geh."

Damit stand er auf und verschwand in seinem Schlafzimmer. Völlig aufgelöst sah Harry ihm hinterher. Langsam, seine Nerven der Stimulans Snapes Geruchs beraubt, kehrten seine Sinne wieder und er erkannte, was dieser getan hatte. Er hatte Harry die Entscheidung überlassen. Es lag auf der Hand, dass er nicht wollte, dass Harry ihn verließ und doch hatte er ihm die Freiheit gegeben, genau das zu tun.

Wenn du klug bist, dann geh.

Pah, dachte Harry. Im Angesicht der Gefahr war er noch nie klug gewesen.

Er stand auf und folgte Snape.

Als er das Schlafzimmer betrat, war dort von Snape – Severus – nichts zu sehen. Er sah sich einen Augenblick lang Stirn runzelnd um, dann hörte er das Geräusch der Dusche und ein berechnender Ausdruck legte sich über sein Gesicht. Er schälte sich aus seiner Kleidung und ging zum Badezimmer. Feuchter Nebel umfing ihn, kaum das er die Tür geöffnet hatte und ein wahrhaft beeindruckender Anblick zeigte sich ihm. Severus, nackt, wie an dem Tag, an dem ihn die Fledermäuse in Hogwarts Kerker abgeworfen hatten, stand unter der Dusche und ließ das heiße Wasser auf seine inzwischen gerötete Haut prasseln. Seine Hände waren gegen die Wand gepresst und sein Kopf gebeugt. Sein Rücken, in perfekter Sicht Harrys Augen zugewandt, war genauso blass, wie der Rest seines Körpers, überzogen von feinen weißen Linien, sich kreuzenden Narben, den Überbleibseln eines Lebens inmitten eines beständig tobenden Krieges. Und doch entstellten sie ihn nicht, wenn überhaupt vervollständigten sie Snape, machten ihn real. Sein Körper war nicht übermäßig muskulös, aber auch nicht so dünn, wie man hätte vermuten können. Er war von einer schlanken Drahtigkeit, die von gewandter Schnelligkeit sprach. Seine Oberschenkel waren ausgeprägt, die Unterschenkel leicht behaart, die Füße elegant geformt mit einem hohen Spann, der in Harrys Augen von überraschender Erotik war.

Er überlegte nicht weiter. Er ging die wenigen Schritte zur Dusche und trat zu Severus hinein. Dieser hatte die Anwesenheit des anderen noch nicht bemerkt, doch als sich Harrys Hand auf seinen Rücken legte, drehte er sich um und zog ihn wortlos an sich. Für einen Moment standen sie einfach so da, dann beugte sich Snape zu ihm hinab und nahm seine Lippen in einem Kuss, der von Begehren sprach und von mehr, für das noch keiner der beiden Worte hatte. Harry erwiderte den Kuss mit Leidenschaft und ihre Münder bewegten sich heiß und langsam übereinander. Ihre Zungen trafen sich und Harry gab sich der Erfahrung und Leitung Snapes hin, der nun sein Lehrer in mehr als einer Hinsicht war.

Sie drängten sich unter dem Fall des Wassers zusammen und noch während Harrys Hände Halt auf der nassen Haut seines Partners suchten, trafen sich ihre Unterleiber und Lust durchzuckte beide, als sich ihre harten Längen aneinander rieben. Severus umfing sie mit seiner rechten Hand, während seine linke durch Harrys nasses Haar glitt. Als er begann, ihre aneinander gepressten Erektionen zu pumpen, wäre Harry fast zu Boden gesunken, als ihn die erste Welle von einer Hitze durchfuhr, die absolut nichts mit dem Wasser zu tun hatte, welches ununterbrochen auf sie fiel und den gesamten Raum in Nebel tauchte.

Als seine Knie weich wurden und nachzugeben drohten, drehte Severus sie so, dass er mit dem Rücken zur Wand stand und legte mit seiner freien Hand Harrys Arme um seinen Nacken.

Die Verbindung der sich beständig bewegenden Hand, Snapes schwarzen Augen, die nicht eine Sekunde von seinen wichen, und ihrem, sich echoenden Stöhnen, gaben Harry nicht viel Zeit. Nur wenige Sekunden später keuchte er auf, sein Samen spritzte über Snapes Hand und wurde vom Wasser fortgespült. Snape folgte ihm gleich darauf und als er Harrys Namen wisperte, gaben Harrys Knie schließlich doch noch auf.

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Der Kessel spuckte kleine Rauchschwaden aus und Snape beäugte seinen Inhalt kritisch. Die Farbe und Konsistenz waren korrekt, der Geruch, nicht der angenehmste - aber welcher Trank hatte schon einen angenehmen Geruch – schien ebenfalls richtig. Nun hieß es abwarten, bis er kühl genug zum Trinken war.

Nur wenig später kam er aus seinem Labor und hielt Harry, der in einem der Sessel vor dem Kamin lungerte und eines der alten Quidditchmagazine las, einen Becher vor die Nase.

„Ist es das?", fragte Harry zögernd.

„Nein, Mr. Potter, dies ist der Trank, der Ihnen Flügel, passend zu Ihrer flatterhaften Natur verpasst." Auf Harrys fragenden Blick hin verdrehte er die Augen. „Ja, Harry, das ist die Kur."

Harry beäugte den Becher kritisch, nahm ihn dann aus Snapes Hand, schnüffelte an ihm und verzog das Gesicht. Er öffnete den Mund, um einen Kommentar abzugeben, doch Snape kam ihm zuvor.

„Ein Wort über den Geruch und du kannst den Rest deiner Tage damit verbringen, dich zu putzen und um ein Schälchen Milch zu betteln."

Harry streckte ihm die Zunge raus, murmelte: „Ein bisschen werde ich den Schwanz vermissen", prostete Snape zu und trank den Becher aus.

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Am Sonntagnachmittag, nachdem sie endlich geschafft hatten, das Bett zu verlassen, brütete Snape über einem Pergament, auf dem er genauestens festhielt, in welchen Etappen die Verwandlung Harrys stattgefunden hatte. Selbstverständlich ließ er die weniger für die Öffentlichkeit bestimmten Szenarien aus.

Harry hockte seitlich von Snape gegen die Wand gelehnt und beobachtete ihn. Schließlich hielt er die Stille nicht mehr aus. Wie hatte ihm nur all die Jahre entgehen können, wie sexy Snape aussah, wenn er brütete? Die steile Falte zwischen seinen Brauen, die zusammengepressten Lippen, das gelegentliche ‚Hmpf', geäußert in einem vibrierenden Ton, der direkt in Harrys Libido fuhr, und dort kleine Revolten gegen seine Bewegungslosigkeit anzettelte, wo er doch viel interessantere Dinge tun konnte. Sexeeeeh!

Er räusperte sich.

"Also, wann genau hast du festgestellt, dass du ohne mich nicht mehr leben kannst und begonnen, meine schamlose Verführung zu planen?"

Snape gönnte ihm nicht einmal einen Blick.

„Sie besitzen eine blühende Phantasie, Mr. Potter. Wäre Ihr Verstand doch nur von der gleichen Größe, wie Ihr Ego."

„Wo wir gerade bei Größe sind…"

„Ja?"

Harry warf einen eindeutigen Blick auf Snapes Unterleib, den, entgegen Snapes vorgespielter Ruhe, die Anwesenheit des jungen Mannes nicht kalt gelassen hatte, und Snape stieß einen falschen Seufzer aus, bevor er sich samt seinem Stuhl in die Richtung des jungen Mannes drehte.

„Unersättlich, das ist es, was Sie sind, Mr. Potter."

Harry schob die Unterlippe vor und schmollte.

„Oh, es liegt mir fern, Sie belästigen zu wollen, Professor. Ich kann jederzeit gehen." Ein hinterhältiges Lächeln schlich auf seine Lippen. „Hm, vielleicht statte ich Draco einen Besuch ab…?"

Snapes Augen verengten sich und ein gefährliches Glühen klomm in ihren Tiefen.

„Davon würde ich Ihnen dringend abraten, Mr. Potter", zischte er. "Ich bin nicht dafür bekannt, zu teilen, was mir gehört, und würde Mr. Malfoy nur ungern jeden einzelnen Knochen brechen."

Harry grinste frech.

„Dann wäre es vielleicht das Beste, dass Sie mich beschäftigen, damit ich nicht auf dumme Gedanken komme? Sir?"

„In der Tat." Snape lehnte sich zurück, legte die Arme auf die Lehnen seines Stuhles und spreizte die Beine. „Komm her."

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Schließlich ließ es sich nicht mehr hinauszögern, dass Harry zu seinem Haus zurückkehren musste. Snape hatte Dumbledore per Flohnetzwerk darüber informiert, dass der junge Mr. Potter geheilt war und der Headmaster, schon mit der nächsten Katastrophe, die scheinbar mit einem nächtlichen Treffen zwischen Miss Granger und Mr. Malfoy auf dem Astronomieturm und der unglücklichen Begegnung mit einer schlaflosen Sibyll Trelawny zu tun hatte, hatte ihn kurz beglückwünscht und dann abgewürgt.

Harry trippelte nervös vor der Tür herum und warf immer wieder Blicke auf Severus, bis dieser genug hatte.

„Gibt es ein Problem, Mr. Potter?"

Harry schluckte und fand etwas ganz besonders Interessantes auf der Spitze seines Schuhs.

„Ich wollte nur wissen ob… jetzt wo ich geheilt bin und alles… ob wir… du und ich…?"

Snape seufzte und ging zu ihm, um ihn, von dem völlig untypischen Wunsch, Trost zu spenden, überrascht, in die Arme zu schließen.

„Sie und ich, Mr. Potter, werden einen neuen Rekord in Geheimhaltung aufstellen. Und nach diesem Jahr, wenn Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben – und ich erwarte mehr als lediglich gute Noten, möchte ich hinzufügen – und noch immer unter der Wahnvorstellung leiden, eine Beziehung mit Ihrem alten, bösartigen Professor zu wollen, dann bin ich sicher, dass ich diesem Wunsch nachkommen kann."

„Du willst mich also?"

„Ich dachte, die Art der völlig unangemessenen Aufmerksamkeit der letzten zwei Tage dürften Sie davon überzeugt haben."

Snape sah hinunter und in Harrys Gesicht, bevor er ihm einen leichten Kuss auf die Lippen drückte.

„Ja, Harry, ich will dich. Wie könnte ich dich nicht wollen?"

Das Lächeln, welches sich auf Harrys Gesicht breit machte, war den kurzen Rückfall wert. Der Gryffindor presste sich schnell gegen Severus und griff dann nach der Türklinke, bevor er sich noch einmal umwandte.

„Es ist fast schade, dass wir nichts mehr von diesem Katzentrank haben", grinste er. „So gehorsam wirst du mich wohl nie wieder erleben."

Damit verschwand er. Snape sah, wie die Tür sich schloss und eine Augenbraue hob sich. Er lächelte still, während sein Blick zu dem gläsernen Kabinett wanderte, welches all seine Phiolen enthielt, und blieb dort an einer kleinen Flasche hängen, deren Etikett in säuberlicher Schrift zwei Worte enthielt.

Potio felis.

Ende.

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Gebt der Autorin was zum Freuen oder Nachdenken, ja? Hier die übliche Hilfestellung:

:-) - Yay. Super Story. Wenn du das nächste Mal in meiner Stadt bist, lad ich dich auf einen Tequila ein, savvy?

:-/ - Möh.

:-( - Du hast mir weh getan.

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Die Frage zum Schluß ist: Wollt ihr weitere Snarrys? Soll ich mehr von dem hochladen, was ich noch habe? Feedback von der Leserschaft zu dem Thema wäre schön.