So, das ist mein erster Mehrteiler, hat dann doch etwas länger gedauert, ihn zu beenden, aber jetzt stell ich ihn online.

Die Geschichte als solche ist fertig, ein Teil liegt aber noch bei Bezzy, die sich bereit erklärt hat, den Beta-Leser zu machen, aber ich poste schon mal die ersten Kapitel. Dann habt ihr auch die Möglichkeit, schon mal Reviews zu hinterlassen ;) Ich versuche, regelmäßig neue Kapitel online zu stellen.

Tja, dann noch mal ganz herzlichen Dank an Bezzy!!

Viel Spaß beim Lesen und ich bin offen für jede Art von Kritik - wie gesagt, ein Erstlingswerk. :-D


Majestät

by Angelika


Prolog

„Ach, komm schon, Jane, stell dich nicht so an!"

„Ich weiß nicht, Lizzy...", Jane biss sich nervös auf die Unterlippe. „Wir sollten das doch besser nicht tun. Stell dir vor, was passieren kann, wenn wir erwischt werden... und dein Vater wird bestimmt den Geheimdienst auf uns ansetzen aus Angst vor deiner Entführung. Wir sind im Ausland und könnten eine internationale Krise auslösen."

Die Kronprinzessin von Lothlorieth lachte. „Uns wird schon nichts passieren. Sei doch nicht so eine Spielverderberin. Das haben wir uns verdient! Haben wir uns während des Studiums etwas zuschulden kommen lassen? Dann können wir uns nach 5 Jahren langem Schuftens auch etwas Spaß gönnen. Und ich will jetzt auch nur ins Kino und nachher ein wenig tanzen gehen. Es ist ja nicht so, dass ich trinken, kiffen und wilden, hemmungslosen Sex mit einem vollkommen Unbekannten haben werde, mit der Gefahr, den ersten unehelichen Thronfolger unseres Landes zu gebären. Ich will einfach nur tun, was normale Menschen in meinem Alter tun, ohne dabei zwei Schränke hinter mir herlaufen zu haben, die ständig böse Blicke in die Umgebung werfen."

Der unbekümmerten Lebenseinstellung von Elizabeth, die sich ihren Plan schon sorglos in den schillerndsten Farben ausmalte, konnte auch Jane nicht lange widerstehen. Außerdem, dachte sie, würde sie sonst wahrscheinlich alleine losziehen – was noch gefährlicher wäre.

Die beiden Mädchen machten sich fertig und verließen unbemerkt die Botschaft. Fast schon zu unbemerkt, dachte Jane. Alles war perfekt geplant, Elizabeth musste da alles schon von langer Hand organisiert haben. Als Jane ihren Verdacht äußerte, erhielt sie von ihrer Freundin aber nur ein verschmitztes Lächeln und ein Achselzucken.

Die beiden Mädchen stiegen in ein Taxi und Elizabeth sagte dem Fahrer auf perfektem Italienisch das Ziel.

Gott, Jane hatte die Prinzessin immer schon um ihre sprachlichen Fähigkeiten beneidet. Sie lernte leicht Sprachen und sprach mehrere fließend (neben ihrer Muttersprache Spanisch auch Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch, Japanisch und Chinesisch) und nicht nur das, sie konnte sich auch scheinbar mühelos an deren Kultur anpassen. Wohin auch immer die Kronprinzessin von Lothlorieth reiste, man hatte nach wenigen Tagen das Gefühl, sie habe schon immer dort gelebt.

„Wohin fahren wir eigentlich?", flüsterte Jane Lizzy auf Spanisch zu.

„In ein kleines Kino am Rand von Roms Zentrum. Dort werden Filme in der Originalfassung gezeigt. Ich habe im Internet geschaut. Dort läuft „Volver" von Pedro Almodóvar auf Spanisch. Den wollte ich immer schon mal sehen und der ist auch was für dich."

Jane hatte sich auch schon Gedanken gemacht, wie um alles in der Welt sie einen italienischen Film verstehen sollte. Da hatte Lizzy wirklich mitgedacht.


„Och nee. Bitte nicht, ich hätte doch nicht so viele Zugeständnisse bei der Planung unseres Abendprogramms machen sollen, indem ich dir erlaubt habe, die Unterhaltung für den ersten Teil auszusuchen. Müssen wir diesen Film auf Spanisch sehen? Ich versteh' das doch sowieso nicht. Komm schon, Will, hab Erbarmen."

Der Mann namens Will klang in seiner Antwort etwas angenervt. „Du hast ja auch kein Erbarmen mit mir. Danach wirst du mich wahrscheinlich in irgend so einen verrückten wilden Tanzschuppen schleppen. Dann kannst du auch mal dieses kleine Opfer für mich bringen. Ich beschwer mich dann auch nicht."

Der andere grummelte etwas Unverständliches und führte alle weiteren Gespräche so, dass die beiden Mädchen, die drei Reihen vor ihnen saßen und sich nach dem Aufkommen des Geredes zur Quelle der lauten Stimmen umgedreht hatte, nichts mehr verstehen konnten.

Die beiden Männer waren, abgesehen von Elizabeth und Jane, die einzigen anderen Besucher der Filmvorstellung.

Elizabeth war das ganz recht. Keine nervig-piepsenden Handys während des Films, kein Popcorn-Geraschel und – abgesehen von dem kurzen lauten Gespräch am Anfang – auch keine Unterbrechungen durch unüberhörbare Unterhaltungen.

Während des Films schaute Elizabeth einmal neugierig nach hinten. Sie hatte halb erwartet, dass der Mann, der gesagt hatte, er würde kein Wort verstehen, eingeschlafen war, doch er starrte mit gerunzelter Stirn hochkonzentriert auf die Leinwand, wohl in der Hoffnung, wenigstens etwas zu verstehen. Der andere Mann, der Will genannt worden war, schaute entspannt auf die Leinwand, anscheinend mochte er den Film.

Nach dem Ende des Films kam Elizabeth auf einmal eine verrückte Idee. Sie erinnerte sich an das auf Englisch geführte Gespräch, also begann sie mit Jane eine Unterhaltung – nach 4 Jahren Studium in den USA sprachen beide es fließend und akzentfrei.

Lachend und plaudernd gingen sie an den beiden anderen Besuchern vorbei.

Charles Bingley, der von den beiden, der nur wenig Spanisch sprach, blickten ihnen mit offenem Mund hinterher und zwar aus zwei Gründen:

Erstens: Er hatte zwar die Stimme gesenkt, als er sich mit seinem Freund unterhalten hatte, aber danach hatte er gedacht, dass die beiden Frauen vor ihnen wohl kaum alles verstanden hatten, schließlich befand er sich in einem italienischen Kino und es lief ein spanischer Film. Das war doch sehr unwahrscheinlich und dann gingen sie an ihm und seinem Freund vorbei und sprachen fließend Englisch mit amerikanischem Akzent.

Und der zweite Grund war die wunderschöne Frau, wow, sie sah wundervoll aus, das hatte er im Dunkel des Kinos gar nicht erkennen können. Aber sie war bildhübsch und auch die Art, wie sie sich mit ihrer Freundin gab, war mehr als charmant. Er schalt sich einen Idioten. Er hätte sie ansprechen solle, wo sie doch wahrscheinlich Amerikanerin war. Jetzt würde er sie nicht wieder sehen.