Epilog

Longbourn Castle, 1 Jahr nach der Hochzeit

Will und Lizzy lagen wieder gemeinsam mitten auf dem Rasen und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

„Da, sie bewegt sich wieder", sagte Lizzy plötzlich und drückte Wills Hand auf ihren Bauch.

Dieser bemerkte fasziniert, dass er erneut die Tritte des fast 7 Monate alten Menschen, den Lizzy unter ihrem Herzen trug, sehr wohl spüren konnte.

„Sie?", fragte er schließlich. „Seit wann ist dir denn das Geschlecht unseres Kindes bekannt?"

„Ach, ich habe da so ein Gefühl", antwortete Lizzy. „Außerdem möchte ich gern ein Mädchen."

„Warum das denn?"

„Ich weiß nicht, wahrscheinlich bin ich einfach nur voreingenommen, aber ich hätte gern eine kleine Kronprinzessin."

Will drehte seinen Kopf zur Seite und guckte seine Frau an. Meinte sie das wirklich ernst oder scherzte sie wieder?

Ein Jahr war es jetzt her, dass sie sich in der Kathedrale von Caras Galad das Ja-Wort gegeben hatten. Er erinnerte sich daran, als sei es gestern gewesen. Es hatte sich doch viel seitdem getan: Bei offiziellen Terminen immer an Lizzys Seite zu stehen und sonst auch an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen zu müssen, daran musste er sich erst gewöhnen, wo er doch eher – jedenfalls soweit es gegangen war – zurückgezogen gelebt hatte. Beide hatten ihr altes Arbeitspensum beibehalten, Will hatte seinen Firmensitz aber komplett nach Lothlorieth verlegt und arbeitete entweder vom Schloss aus – es war eigens dafür ein Netzwerk eingerichtet worden – oder im Hauptgebäude in Caras Galad. Als Prinzgemahl konnte er auf einen eigenen Stab im Königshaus zugreifen, tat dies aber nur äußerst selten, Mitteilungen aus seinem Büro wurden sozusagen kaum gemacht. Das war bei Lizzy ganz anders: Will war zunächst sehr verwundert gewesen, wie viel von ihrer Seite koordiniert werden musste, inklusive Öffentlichkeitsarbeit. Das war schon einiges. Natürlich ließen sich Auslandsaufenthalte nicht vermeiden, Will flog weiterhin um die Welt zu seinen Unternehmen und Lizzy hatte Staatsbesuche zu machen – an denen er teilnahm oder nicht.

Insgesamt aber erledigten sie ihre Aufgaben gut, so sah es jedenfalls aus. Das junge Königspaar war beim Volk sehr beliebt, auch wenn man sich wünschte, den Prinzgemahl besser kennen zu lernen, da man ihn doch seltener sah als erwartet. Aber man konnte sehen, in der Art, wie sie miteinander umgingen, dass es eine wirkliche Liebesheirat gewesen war – und das kam gut an, es blieb halt dieses royale Flair.

Sonst gab es weiterhin über die beiden nicht viel zu berichten, keine Skandale, keine Krisen, sonst auch nichts Weltbewegendes, nur halt die ständige Frage, wann wohl das erste Kind kommen würde.

Im Januar, 9 Monate nach der Hochzeit, wurde dann verkündet, die Königin sei im dritten Monat schwanger. Der Jubel war groß.

Will und Lizzy hatten kurz darauf beschlossen, ihren Wohnsitz aufs Land, nach Longbourn Castle, zu verlegen. Beide wollten, dass ihre Kinder dort aufwachsen sollten, auch wenn es bedeutete, dass sie dafür pendeln mussten. Es wurde zwar erneut ein Netzwerk eingerichtet, aber man konnte halt auf die Anwesenheit beider in der Hauptstadt teilweise nicht ganz verzichten.

Lizzy hatte in den folgenden Monaten ihr Arbeitspensum aber nur wenig heruntergefahren. Ihre Schwangerschaft beeinträchtigte ihren Tatendrang und ihre Hingabe für ihre Aufgabe nämlich nicht, ganz im Gegenteil: sie strahlte nur so vor Lebenslust. Aber mittlerweile hatte auch sie mit den üblichen Problemen zu kämpfen. Sich auf den Rasen zu legen und einfach mal wieder nichts zu tun, das war ihre Idee gewesen.

„Aha, und warum genau jetzt?"

Lizzy zwinkerte ihm zu. „Weißt du, das passt einfach besser", sagte sie leichthin. „Zuerst ein Mädchen, sie ist Kronprinzessin und wird später Königin – Frauen können das ohnehin viel besser." Sie grinste. „Und dann einen Jungen, der darf dann das Darcy-Imperium übernehmen und den Namen weitertragen."

„Nun, wenn du das alles schon so geplant hat, wie soll es dann weiter gehen? Also, ich will mehr als zwei Kinder. Was kriegen denn die anderen mit?"

„Och, die verkuppeln wir einfach mit Charles' und Janes Nachwuchs." Charles und Jane waren stolze Eltern von 6 Monate alten Zwillingen – einem Jungen und einem Mädchen. „Und sonst überlegen wir uns einfach noch was. Dann zweigen wir halt was ab von unseren Konzernen und ich schaffe noch ein paar Titel für sie."

„Na, wenn du das alles schon so genau weißt, hast du dir schon Gedanken über Namen gemacht?"

„Ja, du etwas noch nicht?"

„Klar doch. Was sind denn deine Favoriten?"

„Friederike für ein Mädchen und Alexander für einen Jungen."

„Beide schön, Alexander war auch bei mir in der engeren Auswahl, Friederike… na ja, wir können unseren Kindern ja mehrere Namen geben, ich bin nämlich eher für Isabell."

„Aber bitte nicht zu viele. Ich habe ja eine ganze Reihung, neun Namen, das ist definitiv zu viel. Du hast fünf, nicht wahr? Das ist doch gut, mehr sollten es in keinem Fall werden."

„Das ist wahr. Ich finde, wir sollten die Namensdiskussion erst einmal vertagen, im Moment steht mir nicht der Sinn danach."

„Okay, mir geht's dafür auch gerade viel zu gut. Wir können uns ja später dann darüber streiten", sagte Lizzy.

Eine Weile lang lagen sie einfach nur da. Schließlich schaute Will auf die Uhr.

„Wir müssen uns langsam fertig machen für heute Abend."

Die beiden hatten einen Termin zur Eröffnung des neuen Traktes der Nationalgalerie in Caras Galad.

Will half Lizzy beim Aufstehen.

„Ach, in bin fett", sagte sie plötzlich. „Und es wird noch schlimmer werden. Wirst du mich dann noch anziehend finden?"

„Natürlich." Zur Bestätigung gab er ihr einen leidenschaftlichen Kuss. „Es gibt nichts Schöneres als eine schwangere Frau, vor allem, wenn es die eigene ist."

„Aber ich bin doch jetzt schon so träge und irgendwann werde ich nur noch watscheln können", jammerte sie. „Ich habe doch jetzt schon so komische Anfälle. Wie wirst du mich dann noch ertragen können?"

„Lizzy, hörst du wohl auf! Ich liebe dich. Also komm, wir gehen jetzt rein. Und vergiss nicht, all die Leute sind heute Abend nur gekommen, um dich zu sehen."

Er stoppte all ihre Proteste mit einem weiteren Kuss und Hand in Hand gingen sie zurück ins Schloss.

Fünf Jahre später würden sie Prinzessin Friederike, Prinz Alexander und Prinzessin Isabell auf dem Rasen beim Spielen zusehen, und weitere 2 Jahre später würde der kleine Prinz Nicholas geboren werden. Aber das wussten sie jetzt noch nicht, jetzt würden sie sich erst einmal für den Empfang heute Abend bereit machen.

The End


AN: So, das wars, danke, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt. Noch einmal vielen herzlichen Dank an Bezzy, die sich die Mühe gemacht hat, alles durchzulesen und diese ganzen gemeinen Sachen gefunden hat, für die man als Autor einfach blind ist - Vielen Dank, Bezzy!! Jetzt heißt es Abschied nehmen - auch für mich - , aber ich arbeite ja schon an meiner nächsten Geschichte... aber das kann dauern...