Pink

Rating: pre-slash, PG-13

Disclaimer: JKRs Welt, the concepts Geschichte. ( www fanfiction net /u / 774261/)

Summary: Parodie eines Klischees. Harry ist fest entschlossen die Verwandlung zum Animagus zu meistern. Die Resultate sind… unerwartet.

Pink

Harry stieß einen Schuh gegen einen Riss im Beton und schaffte es, einen kleinen Brocken Zement zu lösen. Mit einem bösen Blick kickte er ihn weg. Das war wohl der ödeste Sommer überhaupt. Der Fernseher war kaputt, er hatte nicht eine einzige Eule von seinen Freunden erhalten und nicht einmal Dudley war da. Seine Eltern hatten ihn über die Ferien in ein Abmagerungscamp geschickt. Harry hatte versucht, sich auf seine Hausaufgaben zu konzentrieren, aber auch das funktionierte nicht.

Alles wäre in Ordnung, wenn er nur ein wenig herumfliegen dürfte, aber natürlich ging das nicht. Man hatte ihm klipp und klar gesagt, dass er sich nicht einen Zentimeter weiter vom Haus entfernen durfte, als bis zum Gartentor. Soweit Harry es beurteilen konnte, waren die Grenzen des Dursleygrundstücks gleichzeitig die Grenzen seines unsichtbaren Gefängnisses.

Er war schon fast verrückt vor Langeweile. Nachdem er sich vorsichtig umgesehen hatte und niemanden sah, hob er einen Fuß. Er konnte sich nicht vorstellen, dass es wirklich jemand merken würde, wenn er nur einen ganz kleinen Spaziergang um den Block machen würde.

Auf einmal gab es ein ‚plopp' und ein Knurren neben Harrys Ohr und er sprang vor Schreck beinahe aus seiner Haut. Mit einer schnellen Bewegung zog er seinen Zauberstab.

„Sieh an, Potter, der Sommer hat kaum begonnen und schon brechen Sie Regeln", schnarrte eine kalte Stimme.

Harry starrte nach oben, ins Gesicht seines am meisten gehassten Professors und wünschte sich dabei, dass es jemand anderes gewesen wäre, der ihn erwischt hätte, wie er die Linie überschritt. „Ich breche keine Regel", verteidigte er sich,

„Ach, wirklich? Und wie genau würden Sie das dann nennen?", fragte Snape und zeigte auf Harrys Fuß, der außerhalb des Grundstücks stand.

Harry zuckte mit den Schultern und sah weg.

„Zwei Wochen Nachsitzen, Mister Potter, dafür, dass Sie mich zwingen meine Zeit damit zu verschwenden, Sie zu beschützen und es nicht einmal zu schätzen wissen und dafür, dass Sie mich zwingen mein Versteck als Ihr Beschützer aufzugeben."

„Es ist doch nicht meine Schuld, dass Sie raus gekommen sind, um mich anzuschnauzen", kam es augenblicklich zurück geschossen. „Und außerdem können Sie mir mitten in den Sommerferien keine Strafarbeiten aufbrummen."

„Ich gebe Ihnen Strafarbeiten, wann immer ich der Meinung bin, dass es angebracht ist", erklärte Snape. „Und es ist ja auch nicht so, als hätten Sie etwas Besseres zu tun."

Harry verzog das Gesicht. „Ich geh wieder rein", erklärte er verstimmt.

„Ich sehe Sie morgen", erwiderte Snape mit einem Hauch von Genugtuung in der Stimme.

„Kann's kaum erwarten", murmelte Harry, als er sich umdrehte und davon schritt.

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"Blättern Sie zur Seite 102", befahl Snape und schloss die Vorhänge, um das fröhliche und helle Nachmittagssonnenlicht auszusperren. Die Dursleys waren aus ihrem eigenen Wohnzimmer verbannt worden, um Raum für Harrys Nachsitzen zu schaffen. Sie hatten es nicht gerade gut gefunden, aber nach ein paar gewählten Worten aus Snapes Repertoire, hatten sie entschieden, dass es besser wäre, sich zu verziehen. Es schien, als wäre Harry nicht der Einzige, den man mit schnell vorgebrachten und gut gezielten Beleidigungen verunsichern konnte.

Harry starrte auf das gewaltige buch vor ihm. Er stemmte es vom Tisch und hievte es in seinen Schoß. Während er durch die Seiten blätterte, versuchte er mit zusammengekniffenen Augen, die winzige Schrift zu entziffern, die die Seiten bedeckte.

"Seien Sie vorsichtig damit. Es ist fast ein halbes Jahrtausend alt, äußerst empfindlich und absolute unbezahlbar. Es ist das chef d'oeuvre von Mathilda Magnus und der hervorragendste Text über Verteidigungsmagie überhaupt."

Harry zwinkerte verwirrt. „Sie meinen… man kann es essen?"

Snape schloss für einen Moment die Augen. „Nein. Chef d'oeuvre bedeutet… Meisterwerk und nicht, wie Sie es zweifellos verstanden haben, Appetithäppchen. Wir sollten uns möglicherweise zuerst Ihrem Französisch zuwenden, bevor wir uns an die mehr herausfordernden Dinge machen, wie Zaubern. Oder sollten wir, um sicher zu gehen, beim Alphabet beginnen?"

Harry verzog beleidigt das Gesicht. „Sehr witzig." Er wandte sich wieder dem Text zu, benutzte diesmal aber nur die Fingerspitzen zum Umblättern und behandelte das Buch auch sonst mit mehr Respekt. „Oh, super. Noch mehr Occlumens", murrte er mit flacher Stimme, als er die gewünschte Seite erreichte.

„In der Tat. Da Ihr letzter Vorstoß in dieses Gebiet ein- sagen wir mal - unglaubliches Desaster war, werden wir dort beginnen. Für den Fall, dass Sie dort einen messbaren Erfolg verzeichnen sollten, was ich bezweifle, wenden wir uns danach allen anderen Dingen zu."

Harry blätterte durch das Buch und sah sich einzelne Kapitelüberschriften an. Irgendwo in der Mitte des Textes hielt er plötzlich inne. „Die Animagus-Transformationen", atmete er fasziniert. „Das ist es. Das ist, was ich lernen will."

"Machen Sie sich nicht lächerlich, Potter. Dies ist ein überaus schwieriger Zauber. Sie haben nicht die geringste Aussicht darauf, das je zu erlernen."

Harry ließ das buch auf den Tisch fallen. „Sie sagten, wir würden alles lernen, wenn ich nur erst Occlumens beherrschen würde. Das hier ist, was ich danach lernen will."

„Sie sind ein Unruhestifter, genau wie Ihr Vater. Es gibt Gesetze gegen diese Verwandlung. Wollen Sie wirklich die Innenseiten von Askaban sehen, noch bevor Sie Ihren achtzehnten Geburtstag erlebt haben?"

„Wir haben hier spezielle Umstände und das wissen Sie auch. Da draußen sind Leute, die mich umbringen wollen und das hier könnte mir dagegen helfen."

„Das können auch die meisten ihrer anderen Studien und doch sehe ich nicht, dass Sie nur die geringste Leidenschaft in diese investieren." Snapes Augen brannten mit Wut.

Harry nahm einen tiefen Atemzug, um sich ein wenig zu beruhigen. „Warum wollen Sie mir nicht helfen?"

„Du kleiner Sack! Ich kenne die Animagus-Transformation nicht", brüllte Snape schließlich.

Harry sah geknickt aus. „Oh. Aber… könnten wir dann nicht einfach die Theorie studieren? Für den Fall, dass ich irgendwann einmal die Chance kriege, es doch zu lernen?"

Der Tränkemeister sandte ihm einen bösen Blick und sah aus, als ob er nichts lieber täte, als Harry hochzuheben und ihn aus dem Fenster zu werfen. „Ich nehme nicht an, dass ich Sie davon abhalten kann, in dem Buch zu lesen", erklärte er nach einer Weile.

Harrys Gesicht erstrahlte in dem ersten Grinsen seit er Snape gesehen hatte. „Wunderbar."

„Fein", grummelte Snape. „Und nun gehen Sie auf Seite 102!"

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Harry tappte seine Feder gegen seine Finger und beobachtet dabei Snape, der Harrys Aufsatz laut vorlas. Es war seltsam, dass so dünne Lippen und so krumme Zähne von einer so wundervollen und sexy Stimme begleitet werden konnten. Erschrocken setzte er sich ruckartig auf.

Snape hielt inne. "Für einen ersten Ansatz über die Effekte eines Erschaffungstrankes, war das erstaunlich gut." Er sah zu Harry hinüber, der ihn mit offenem Mund ansah. „Ja, ich bin selbst erstaunt. Wie es aussieht sind Sie nicht die völlige Verschwendung für die ich Sie gehalten hatte, wenn Sie erst einmal versuchen sich auf etwas zu konzentrieren."

Harry blinzelte ein wenig und versuchte, sich von dem Schock seines unvorsichtigen Gedankens zu erholen. „Äh. Danke, Sir."

„Lassen Sie es sich nicht zu Kopf steigen."

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"Ich denke, ich habe die Animagus-Transformation begriffen." Harry war sich sicher, dass Snape ihm den Kopf abbeißen würde, aber es gab nun mal niemanden, mit dem er es sonst hätte besprechen können. Außerdem mochte er den Gedanken, mit dem Mann eine richtige Diskussion führen zu können, wie ein Gleichberechtigter behandelt zu werden. Okay, er war sich ziemlich sicher, dass Snape ihn niemals als Gleichberechtigten sehen würde oder als etwas anderes, als den Dorn in seiner Seite oder den Stachel in seinem Arsch, aber ein Junge konnte doch träumen, richtig?

Der Tränkemeister verzog lediglich das Gesicht. „Warum bestehen Sie darauf, weiter an dieser Sache zu arbeiten? Sie müssen aufhören!" Er sah von dem Stück Holz auf, das er in ein Schwert verwandelt hatte, der Ausdruck auf seinem Gesicht seltsam ernst. „Es gibt wirklich furchtbare Konsequenzen für ein solches Handeln, wissen Sie das? Möchten Sie vielleicht in der Form einer riesigen Nacktschnecke Ihr Leben verbringen oder als kurzsichtiges Kaninchen?"

„Was interessiert es Sie?", gab Harry aufgebracht zurück.

Snape sah ihn an. „Tut es nicht."

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Eine Woche später lag Snape in Onkel Vernons Lieblingssessel und las einen Brief, als Harry, sehr zufrieden mit sich, von dem Buch aufsah.

„Ich glaube, so könnte es funktionieren", verkündete er aufgeregt.

Die Falte zwischen Snapes Brauen vertiefte sich bei der Störung. „Ist Ihnen klar, dass ich mitten in einer Beschäftigung bin, die – so schockierend Ihnen das auch vorkommen mag – nicht Sie betrifft?"

Harry sah ihn böse an. „Wo liegt der Sinn darin, dass Sie hier rumhängen, wenn Sie mir nichts beibringen? Sie sind nicht gerade die schönste Dekoration, wissen Sie?"

Der Mann schnaubte, faltete das Pergament in seiner Hand und schlüpfte in seine Robe. „Clever, Potter. Also, was für eine brillante Entdeckung haben Sie heute gemacht? Muss ich Sie darauf hinweisen, dass das runde Objekt, das rollt, bereits entdeckt wurde und unter dem Namen „das Rad" viel Beifall erhielt?"

„Haha", erwiderte Harry. "Nein, ich meine noch immer die Animagus-Transformation. Es benötigt eine Menge Konzentration und Willensstärke, genau wie Occlumens. Ich glaube wirklich, dass ich es schaffen kann."

Snape wirkte verärgert. „Dann werde ich wohl der Erste sein, der sagt ‚Herzlichen Glückwunsch zur Verwandlung in einen Pavian.'"

Harry warf ihm einen dreckigen Blick zu. „Ich werde kein Pavian."

"Nein, wohl nicht. Sie haben eher etwas von einem Esel."

Harry zog den Kopf ein und wandte sich, Snape ignorierend, wieder dem Buch zu. Er hätte es besser wissen sollen, als zu versuchen mit dem Mann zu reden.

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An Harrys letztem Tag des Nachsitzens fühlte er sich unerklärlich bedrückt. „Tja, ich denke, Sie sind jetzt ein so annehmbarer Occlumens, wie es bei Ihnen nur möglich ist", erklärte Snape in seltsam ruhiger Stimme.

„Erzählen Sie mir nicht, Sie wären enttäuscht. Ich hab Sie in den Hintern getreten. Ich bin mehr als annehmbar, ich bin verdammt gut."

Snape schüttelte nur kurz den Kopf. „Hören Sie auf sich so kindisch zu benehmen. Ich habe heute nichts getan, um einen Streit zu provozieren."

Harry regte sich ab und fühlte sich ein wenig beschämt. „Entschuldigung."

Der Tränkmeister hob die Schultern. „Überempfindlichkeit ist eine Schwäche, die man bei den meisten Jugendlichen feststellen kann."

„Sie können genauso kindisch und überempfindlich sein", sagte Harry.

„Das ist eine weitere Woche Nachsitzen", erwiderte Snape.

Harry lächelte. „Gut. Wir müssen uns nochmals über die Schildzauber unterhalten."

Snape erhob sich und glättete seine Roben. „Ich zweifle daran, Sie jemals loszuwerden", sagte er, aber Harry war sich sicher, dass einen Hauch Zufriedenheit in der dunklen Stimme entdeckt hatte.

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Zur gleichen Zeit, als das Schuljahr wieder begann, hatte Harry eine Art Waffenstillstand mit dem Tränkmeister erreicht. Sie hatten es sogar geschafft, hin und wieder eine zivilisierte Unterhaltung zu führen. Natürlich geschah es genauso oft, dass sie sich in die Haare bekamen und sich gegenseitig beschimpften oder mit Gegenständen bewarfen.

Harry würde das wirklich vermissen.

Er war sich ziemlich sicher das, egal wie wütend sie aufeinander waren, Ron und Hermione es ihm nicht erlauben würden Tante Petunias Porzellan nach ihnen zu werfen und anschließend so zu tun, als wäre nichts passiert. Und das, obwohl es ein großartiger Weg war, Stress abzubauen. Er fragte sich, wie Snape sich wohl verhalten würde, nun wo sie zurück waren. Würde er wieder damit beginnen, Harry mit der üblichen Verachtung zu behandeln? Es war ziemlich wahrscheinlich, wenn man bedachte, dass die Slytherins alles beobachteten, was vor sich ging.

Am tag bevor der Unterricht losging, besuchte Snape Harry ein letztes Mal. „Potter… Harry", begann er, „ich muss darauf bestehen, dass du aufhörst die Animagus-Transformationen zu studieren. Ich habe dich lange genug gewähren lassen."

Gewähren lassen?", kreischte Harry empört.

„Ja. Ich hätte das Buch jederzeit konfiszieren können", erklärte Snape. „Es ist einfach zu gefährlich. Versprich mir, dass ich dich nicht dabei erwischen werde, wie du den Zauber lernst."

Harry sah zur Seite, unfähig Snapes Blick zu begegnen, „Ich verspreche es", murmelte er. „Ich werde das hier vermissen. Ich schätze, das bedeutet keine weiteren Strafarbeiten mehr?"

Snape hob eine Augenbraue und gab Harry ein kurzes Lächeln. „Ich würde mich nicht darauf verlassen, Mister Potter."

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Harry hatte absolut Recht gehabt in Bezug auf Snapes Verhalten, sobald andere Leute in der Nähe waren. Wenn irgendetwas, dann hatte er die Härte der Beleidigungen unterschätzt, die der Mann in seine Richtung losließ.

„Mister Potter, kennen Sie nicht den Unterschied zwischen Asphodel und Anitmon? Sind Sie wirklich so atemberaubend dämlich? Säubern Sie Ihren Arbeitsbereich und beginnen Sie von vorn. Wenn Sie es bis zum Ende der Stunde nicht geschafft haben, diesen Trank herzustellen, dann sind Sie aus meiner Klasse raus, verstanden?"

Harry starrte auf seine Schuhe. „Ja, Sir", knurrte er.

Die Slytherins lachten und rollten mit den Augen.

„Mister Malfoy. Es scheint, als wären Sie wieder einmal der Einzige, der einen fehlerlosen Trank herzustelle im Stande war. Fünf Punkte für Slytherin."

Harrys Kopf schnappte nach oben und er sah seinen silberhaarigen Antagonisten vor Stolz glühen. „Ich bin sicher, ich hätte es nicht schaffen können, wenn ich nicht einen solch brillanten Lehrer hätte", flötete Draco. Harry gab sich alle Mühe sich nicht auf seinen Tisch zu übergeben. Sicher musste Snape doch diese Art der Schleimerei durchschauen?

Der Tränkemeister hielt einen Moment inne und schenkte Malfoy einen anerkennenden Blick. „Natürlich. Und fünf Punkte für Slytherin für diesen auffallenden Scharfsinn."

Eher auffallende Arschkriecherei, dachte Harry, sagte aber nichts. Er knallte lediglich seinen Zauberstab mit mehr Wucht auf den Tisch, als nötig war und stampfte los, um sich neue Zutaten für seinen Trank zu holen.

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Harry umrundete die Ecke und betrat Snapes Klassenzimmer, wo er zu einem abrupten Halt kam. „Was tut der denn hier?", fragte er in einem feindlichen Tonfall.

Draco grinste und strich sich über sein glänzendes Haar. „Professor Snape gibt mir ein wenig Nachhilfe", verkündete er. „Und was tust du hier?"

„Nachsitzen", schnaubte Harry. Er schob den Kiefer vor, ging an einen der Tische und machte sich an die Arbeit, während er versuchte Draco auszublenden, der sich die Zeit damit vertrieb Snape anzuhimmeln.

„Meine Güte, Professor, Sie sind so unglaublich begabt. Ich hab schon von diesem Experiment gehört, aber es ist so schwierig. Vielleicht könnten Sie es mir eines Tages beibringen?"

„Das ist nicht unbedingt angemessen. Es gehört nicht zum Stundeplan, da es verschiedene gefährliche und süchtig machende Substanzen enthält."

„Aber das ist doch nicht so schlimm. Es geht doch hier um mich. Mich und… Sie, natürlich", schnurrte Draco.

Harry ließ ein Glas Schmetterlingsflügel fallen.

„Ungeschickter Trottel", moserte Draco, wütend über die Unterbrechung.

„Wir werden das später besprechen", sagte Snape. „Es ist besser, wenn Sie jetzt in Ihren Gemeinschaftsraum zurückkehren."

Harry spießte Snape mit seinem Blick förmlich auf, nachdem Draco gegangen war. „Er wirft sich praktisch vor Ihre Füße. Das ist widerlich. Und ist das nicht gegen die Schulregeln?"

„… Nicht wirklich." Snape sah Harry mit einem undefinierbaren Blick an.

„Dann… mögen Sie ihn?"

„Ob ich ihn mag?", fragte Snape ungläubig. „Hör auf so kindisch zu sein. Wenn du wissen willst, ob ich mich zu ihm hingezogen fühle, dann nein."

„Wieso nicht?"

„Ich fühle mich prinzipiell nicht hingezogen zu tollpatschigen, ungelenken, postpubertären Kindern."

„… Ich bin nicht ungelenk", warf Harry gereizt ein.

„Habe ich nach Ihrer Meinung gefragt, Mister Potter? Es ist wohl kaum meine Schuld, wenn Sie eifersüchtig auf Draco sind", gab Snape ungerührt zurück, während er eine Phiole verschloss.

Harry kochte vor Wut. „Ich bin nicht eifersüchtig."

Snapes Lippen zuckten verdächtig. „Es ist fast niedlich", murmelte er.

„Ich bin nicht… was haben Sie gesagt?"

„Nichts."

„Ist es?"

„Verpissen Sie sich, Mister Potter."

„Warum sind Sie immer so freundlich zu Malfoy?", fragte Harry, der wieder zum ursprünglichen Thema zurückgefunden hatte.

„Weil Malfoy durch seine Eitelkeit am leichtesten zu manipulieren ist", sagte Snape offen. „Denken Sie darüber nach, Mister Potter, gebe ich Draco Strafarbeiten und damit meine ungeteilte Aufmerksamkeit?"

Harry duckte den Kopf, um das Lächeln und den Hauch von Röte zu verstecken, welche sich auf seinem Gesicht breit machten. „Ich schätze nicht."

„Gut. Etwas mehr Muskelkraft bei dem Kessel dort. Das Armabillokraut hat sich da ziemlich festgefressen."

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Gegen vier Uhr morgens erwachte Harry mit einer plötzlichen Eingebung in Bezug auf die Animagus-Transformation. Es war ein schwerer Zauber, da es verschiedene Beschwörungsformeln, komplizierte Zauberstabbewegungen und ein sekundengenaue Zeitvorgaben gab. Harry war froh, dass er das alles nicht jedes Mal tun musste. Nach der ersten Verwandlung in seine Animagusform, konnte er nach Belieben wechseln.

Die größte Schwierigkeit, soweit Harry das sehen konnte, war, dass er sich niemals daran würde erinnern können, was genau er in welcher Reihenfolge zu tun hatte. Aber, sagte er sich, als er seine Brille aufsetzte, unter das Bett kroch und seinen Tarnumhang hervorholte, ich weiß einen Weg, durch den ich mir alles merken kann. Alles was ich brauche, ist eine Dosis Erinnungstrank – und ich weiß, wo ich die herbekomme. Ich klaue ein paar Tropfen und dann seh ich ja, ob es hilft.

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Die Sonne war bereits aufgegangen und Harry war noch immer an der Arbeit. Gerade, als er feststellte, dass er zu spät zum Unterricht kommen würde, begann ein seltsames Gefühl in seinem Körper ihm klarzumachen, dass er sich verwandelte. Es passierte! Es passierte wirklich. Er konnte einfach nicht fassen, dass er es tatsächlich geschafft hatte. Und auch noch ohne Hermiones Hilfe!

Harry war fast schwindelig vor Glück. Nimm das, Voldemort, du Bastard!, jubelte er innerlich. Das wirst du niemals erwarten, eh? Ich komme und hole dich, denn nun bin ich UNAUFHALTBAR! Er zitterte ein wenig, wegen der Aufregung des künftigen Triumphs.

Ich frage mich, was ich bin? Bestimmt etwas Beeindruckendes. Ich bin so mutig, wie Sirius, ich bin zielstrebig und immer da, um den Tag zu retten. Bestimmt bin ich ein Löwe oder ein Adler oder so.

Harry drehte den Hals, um einen Blick auf seinen neuen Körper zu bekommen. Es war schwierig etwas Genaues zu sagen, da sich seine Sicht verändert hatte und er sich außerdem aus einer seltsamen Perspektive sah, aber soweit er es ausmachen konnte, war er…

Pink? Welches Tier ist pink? Wieso bin ich pink?

Er blinzelte und versuchte erstmal alles zu verarbeiten.

Ich kann nicht pink sein. Und… was ist mit meinen Beinen? WAS ZUR VERFLUCHTEN HÖLLE…?

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Ron hatten seinen Arm um Hermiones Schultern, als sie gemeinsam zum unterricht gingen. „Harry wird schon auftauchen", beruhigte er sie. „Und hey, hab ich dir schon gesagt, dass ich etwas für dich gekauft habe?", fragte er mit verlegendem Grinsen.

„Wirklich? Aber Ron, du brauchst wirklich einen neuen Kessel, du solltest lieber sparen."

"Oh, mach dir darum keine Gedanken", drängte er, "ich hab es echt billig bekommen. Äh. Ich meine…", er brach an und seine Ohren wurden rot, „ich meine, ich hab ein gutes Geschäft gemacht."

Er suchte in seiner Tasche, bevor er eine kleine Box hervorholte, sie öffnete und ein dickes, verziertes Armband präsentierte. „Oh, es ist wunderschön", hauchte Hermione ergriffen. „Hilfst du mir, es anzulegen?" Sie hielt ihm ihr Handgelenk hin.

Doch bevor Ron viel mehr tun konnte, als das Armband in die Hand zu nehmen, brach weiter unten in der Halle Unruhe aus. „Was ist da denn los?", fragte er.

Leute rannten hin und her, verteilten sich über den Gang, quiekend und lachend, Hefte und Bücher fallen lassend. Dann gab es einen lauten Quäkton und etwas erschien am Ende der Halle. Es schien ziemlich schnell auf sie zuzukommen.

„Ist das… ein Flamingo?", fragte Ron ungläubig.

„Es ist außer Kontrolle", schrie jemand im Vorbeirennen. Der Flamingo schien in der Tat Probleme mit der Steuerung seines Körpers zu haben, er schlug verzweifelt mit den Flügeln und wippte den Kopf auf und nieder, während er durch den Gang stolperte.

Er wankte zu Hermione, stoppte plötzlich und gab ein raues ‚honk' von sich. Hermione sah ihn nervös an. „Vielleicht sollten wir ihn zu einem der Lehrer bringen?", schlug sie vor.

„Und wie sollen wir ihn dahin bringen?", fragte Ron. „Er ein großes, wandelndes Desaster."

„Wie werden ihn irgendwie… hinleiten", beschloss Hermione und warf ihr buschiges Haar zurück. „Hier, wir legen einfach das Armband um seinen Hals und ich zaubere ein Stück Schnur herbei…"

Sie lockte den Vogel, der noch immer vor sich hin quäkte und in Nervosität einzelne Federn verlor, die Halle hinab. „Professor Snapes Klassenzimmer ist am nächsten, wir bringen ihn dahin."

Professor Snape war nicht erfreut, mitten in der Stunde von zwei Dritteln des berüchtigten Gryffindortrios unterbrochen zu werden, die ein großes pinkes Ding mitbrachten, das sich ihm entgegen warf. Nach ein paar Momenten des Kampfes gelang es ihm schließlich, die Flügel des Tieres gegen dessen Körper zu drücken und es gefangen zu nehmen.

„Was hat das zu bedeuten?", fragte er in einer leisen, gefährlichen Stimme, deren Effekt völlig danebenging, da sein Haar in alle Richtungen abstand und er einen Flamingo unter dem Arm festhielt.

„Wir… wir wissen es nicht, Sir", informierte ihn Hermione. „Wir waren gerade auf dem Weg zum Unterricht, als der Flamingo den Korridor hinunter gerannt kam und wir dachten, es wäre das Beste, wenn wir ihn herbrächten."

Snape sah an seiner Nase vorbei auf sie herab, während er versuchte, seine Würde wiederherzustellen. „Äußerst glaubwürdig."

„Es ist wahr!", protestierte Ron.

„Wir werden sehen, was der Headmaster zu ihren Scherzen zu sagen hat", erklärte der Tränkemeister. „Kommen sie mit."

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