Titel: Phönixfeuer III-Verkaufte Seelen (Prolog/?)

Autor: KimRay

Kategorie: ?

Unterkategorie: Drama

Inhalt: Harry hat geschworen Dracos Seele beschützen, doch das wird um einiges schwerer, als er erwartet hat.

DISCLAIMER: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich den jeweiligen Eigentümern. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir.

EINMALIGE WARNUNG: Meine HP-Storys sind grundsätzlich slash, was da heißt homosexuelle Beziehungen. Wer das nicht mag sollte nicht weiterlesen.

Anmerkungen: AU.

Beta: Keine und das merkt man.

Phönixfeuer III – Verkaufte Seelen

Prolog

Die Sonne nährte sich blutrot langsam dem Horizont. Draco starrte von den Zinnen des Nordturms zum verbotenen Wald hinüber, doch er sah nichts. Drei Uhr nachmittags war lange vorbei, doch er blieb. Er würde hier bleiben, bis zum bitteren Ende, denn es war das letzte Mal. Daran hatte er keine Zweifel. Es war der letzte Zipfel Hoffnung, an dem er sich festhalten konnte, ganz gleich was geschah, er würde gehen mit dem Wissen, das er bis zum letzten Moment gekämpft hatte. Mehr konnte er nicht erwarten.

Die Falltür flog mit einem lauten Krachen auf, als die Sonne den Horizont berührte.

Draco wandte den Kopf, obwohl er wusste, wer kam. Viel zu spät, doch das war nicht wichtig. Nur ein Blick in Harrys Gesicht genügte ihm, um zu wissen, dass er verloren hatte.

Harrys grüne Augen waren müde und leer, als sie Dracos begegneten. Draco hatte nichts anderes erwartet. Es gab keine Wege den Willen des Ministeriums zu umgehen, auch nicht, wenn man Harry Potter hieß.

Selbst jetzt konnte er noch nicht richtig glauben, was mit ihnen passiert war. Für Draco hatte es nie Fragen gegeben,welchen Weg er gehen würde, bis zum Augenblick, als die Dunkelheit sein Leben veränderte.

Nich nur sein Leben – ihre Leben. Auch Harry würde wohl nie mehr derselbe sein.

Er selbst verloren in dem Wissen, welcher Weg ihm bestimmt war, und Harry orientierungslos, in dem Bewusstsein, dass es einen Weg gab, auf dem er Ron und Hermione nicht folgen konnte.

Mit zwei Schritten war Harry bei Draco und riss ihn in seine Arme.

Für einen Moment schwach, wie nie zuvor in seinem Leben, krallten sich Dracos Finger in Harrys Umhang. Er war verloren. Er hatte keine Wahl mehr. Es gab nur noch einen Weg.

Er musste gehen.

Harry spürte die Tränen hinter seinen Lidern brennen und in seiner Seele brodelte kochend, grenzenlose Wut.

Seit die Entscheidung des Ministeriums alle Schüler mit Todessern in der Verwandtschaft ersten Grades der Schule zu verweisen bekannt geworden war, war er nicht mehr derselbe und es gab nichts, was daran noch etwas ändern konnte.

Hätte er diese Entscheidung schon verurteilt, wenn es nur um seine Mitschüler gegangen wäre, denn immerhin gingen Leute wie Seamus Finnegan, dessen Bruder Todesser war und Lavender Brown, deren Vater sich Voldemort angeschlossen hatte, so trieb es ihn in den Wahnsinn, wenn er darüber nachdachte, dass Draco gehen musste.

Draco, sein Erzfeind, den er hasste und Draco, sein Freund, der ihm die Kraft geben hatte, zu sich selbst zu finden, der seiner Existenz einen Sinn gegeben hatte, der weit über alles hinaus ging, was er als Harry Potter getan hatte, der ihn Harry sein ließ, nur Harry. Draco, der ihm bewusst gemacht hatte, was er wollte. Draco, der seiner verlorenen Seele näher war, als jemals ein Mensch zuvor.

Verzweifelt umschlangen Harrys Arme Draco fester. Er wollte ihn nicht loslassen. Er wollte ihn nicht verlieren. Er wollte nicht, dass er ging.

Doch er hatte keine Wahl.

Harry hatte es bis vor einigen Minuten nicht akzeptieren wollen, doch Professor Dumbledore waren die Hände gebunden.

Fudge hatte ihn gezwungen, diese Maßnahme durch zu ziehen. Da änderte es auch nichts, wenn ausgerechnet Harry Potter für den Todesserkandidaten par exellance, Draco Malfoy um Gnade bat. In seiner Verzweiflung hatte Harry nicht einmal gezögert, Dumbledore darum zu bitten, wenigstens Draco zu beschützen und ihn zu fragen, wo die Gerechtigkeit war, wenn man einen jungen Menschen seinem Schicksal überließ, der doch die Wahl hatte, zwischen gut und böse.

Harry wusste, dass Draco keine Wahl mehr hatte, wenn er zu seinen Eltern zurückkehrte. Sobald er in den Händen seines Vaters war, stand der Weg, den er gehen würde fest. Ganz gleich, ob es eine Zeit gegeben hatte, in der er Harry Potter näher gewesen war, als irgendeinem Menschen sonst.

Draco hob den Kopf und sah Harry ins Gesicht. Er lächelte und Harry hatte das Gefühl zerrissen zu werden, zerrissen zwischen Bewusstsein und Gefühlen. So, wie von Anfang an. Zu wissen, was Draco war und doch zu spüren, dass er genau das war, was er wollte, war die Hölle und zu wissen, dass Draco bereit gewesen war, diesen Weg für ihn zu opfern, war noch ein bisschen schlimmer.

Zärtlich strichen seine Finger über Dracos blasse Wange. Draco wusste, dass Harry es nicht geschafft hatte, eine unsichtbare Tür zu öffnen und sein Lächeln wurde tiefer, denn es genügte, dass er es versucht hatte. Er hatte alles getan, daran zweifelte er nicht, genauso wenig, wie er daran gezweifelt hatte, das Dumbledore keine Wahl gehabt hatte. Hoffnungslos versank er in der Traurigkeit von Harrys smaragdgrünen Augen, die ihm mehr bedeuteten, als sein Leben, etwas, was er sich niemals hatte vorstellen können.

Es gab einen Menschen in seinem Leben, der ihn liebte, so, wie er war, mit all seinen Macken, seiner Arroganz, seiner Kälte und seiner Boshaftigkeit – und es war kein anderer, als Harry Potter. Harry Potter, für den er seine Existenz aufgegeben hätte – am Ende, als ihm klar geworden war, dass es etwas Wichtigeres gab, als Macht, Ruhm und Ehre.

Harrys Kopf fiel gegen seine Schulter und Draco konnte spüren wie er zitterte, als seine Arme seine Taille umklammerten. Er nahm ihn fester in die Arme, denn es war das letzte Mal. Nur einen Moment später hob er den Kopf wieder und ihre Lippen trafen sich.

Gefühle spülten die Wahrheit weg.

Träume trafen sich in der Unendlichkeit.

Hoffnung wurde zum Glauben.

Mehr gab es nicht mehr und als Dracos Finger sich schmerzhaft in Harrys Arme gruben, er den Blick hob und in seine Augen sah, wurde ihnen klar, dass es ihr Abschied war, ihr Abschied für die Ewigkeit. Draco Malfoy, Sohn Lucius Malfoys und bestimmt, dessen Karriere zu krönen, sagte Lebwohl zu Harry Potter, der für Lucius Malfoy nichts anderes als der Antichrist war, und doch lag ein Lächeln auf seinen Lippen, ein Lächeln, dass einen Schwur tat, denn Draco wusste, dass er seine unschuldige Seele in Harrys Hände legte.

Draco hob die Hand und umschloss Harrys. Harry konnte den Stoff fühlen, den er ihm in die geballte Faust schob.

Es war das Abzeichen, dass er Draco von seinem Umhang gerissen hatte, als sie dem Tod näher gewesen waren, als dem Leben und es für Harry keine Frage gegeben hatte, ob er auch sein Leben retten sollte, obwohl es damals nichts als Hass und Abscheu zwischen ihnen gegeben hatte.. Das Lächeln, das auf Dracos Lippen lag, konnte er nicht verstehen.

„Für die Ewigkeit, Harry!", wieder berührten Dracos Lippen Harrys in einem endlosen Kuss. „Beschütze meine Seele, Harry, denn hier, bei dir ist der einzige Ort, an dem sie bleiben kann!... Schwöre mir, dass du sie beschützen wirst!...Schwöre!"

Tränen, die er nicht mehr zurück halten konnte, rannen über Harrys Wangen.

„Ich schwöre…für die Ewigkeit!...Ich schwöre!" Seine Finger umschlossen das Abzeichen, das sie beide verbunden hatte, ohne dass sie es ahnten.

Erneut schaffte er es nicht, das Zittern, das durch seinen Körper lief zu unterdrücken und Harrys Arme umklammerten ihn, als hätten sie noch eine Wahl. Er spürte den Halt, spürte die Hoffnung, doch er musste gehen.

Es gab kein Zurück.

Draco schob Harry von sich, wieder mit einem Lächeln auf den Lippen, das sagte, dass sie es beide gewusst hatten. Harry versuchte nicht ihn aufzuhalten.

„Leb wohl, Harry!"

Die Sonne war hinter dem Horizont versunken und Dämmerung brach herein. Harry schwieg.

Er weigerte sich noch immer.

Draco lächelte.

Es war das Lächeln eines Engels und das, was er sagte, bewies das.

„Ich liebe dich!...Ich hätte nicht gedacht, dass ich das kann…aber ich liebe dich wirklich, Harry…und du wirst mein Leben weiterleben!...Danke!"

Er wandte sich ab und verschwand durch die Falltür, die noch immer offen stand.

Harry blieb zurück.

Er wusste nicht, wie lange er allein und verloren am selben Fleck gestanden hatte. Es war nicht wichtig.

Die Dunkelheit brach herein und Regen prasselte auf ihn herab, doch es interessierte ihn nicht.

Stunden waren vergangen und nichts war so dunkel und kalt, wie seine eigene Seele.

Was war das für eine Gerechtigkeit, die einen siebzehnjährigen Jungen dazu zwang, einen Weg zu gehen, den er im Grunde seines Herzens nicht wirklich wollte?

Was war das für eine Gerechtigkeit, die junge Zauberer in die Hände eines Monsters jagte, weil sie keine Alternative mehr hatten?

Harry begriff seine eigene Welt nicht mehr. Er hatte jedes einzelne Wort Dumbledores genau verstanden, doch als er sein Büro verlassen hatte, war seine Welt zu Bruch gegangen, denn er wusste, das Draco einen anderen Weg eingeschlagen hätte, wenn er eine Wahl gehabt hätte.

Mit dem Verweis von Hogwarts, hatte er jede Hoffnung verloren und Harry zweifelte nicht daran, dass er nicht der einzige war.

Der Regen durchweichte ihn bis auf die Haut und er war eisig kalt, doch es war nicht wichtig.

Harrys Illusionen über Gut und Böse schwammen davon, wie das Wasser des Regens.

Nie zuvor hatte er verflucht, der Junge zu sein, der lebte, denn er war der einzige, der Draco Malfoy nicht folgen konnte. Jeder Zauberer konnte den Weg der Finsternis gehen ohne sich darum Gedanken zu machen, doch es gab einen, der es nicht konnte, denn er hatte der dunklen Lord einmal fast besiegt – und sein Name war Harry Potter.

Harry Potter war derjenige, der Draco Malfoy nicht folgen konnte.

Harry Potter war derjenige, den jeder mit der guten Seite verband.

Harry Potter war derjenige, der keine Wahl hatte.

Und es gab niemanden, der soviel Sehnsucht hatte, genau diesen dunklen Weg zu gehen, nur um bei dem zu sein, den er liebte, dem einzigen, bei dem er wirklich sein wollte.

Nie zuvor hatte Harry sich gewünscht, dem dunklen Weg folgen zu können und nie zuvor hatte er so klar und deutlich tief in sich die Gewissheit gefühlt, dass er es tun würde, um Dracos Willen, für die Ewigkeit, doch er hatte keine Wahl, denn er hatte heute schon einen Schwur getan und konnte ihm nicht mehr folgen

Für die Ewigkeit… hatte Draco gesagt. Ja, vielleicht. Vielleicht würden sie sich in der Ewigkeit wieder finden. Vielleicht hatten sie eine Zukunft. Harry wusste, dass er die Hoffnung niemals loslassen durfte, doch im Augenblick war er ganz einfach nur verzweifelt.

Der rettende Engel aus Harry Potters Leben war gegangen und Harry Potter hörte auf Harry Potter zu sein.