Titel: Phönixfeuer III-Verkaufte Seelen (6/?)

Autor: KimRay

Kategorie: ?

Unterkategorie: Drama

Inhalt: Harry hat geschworen Dracos Seele beschützen, doch das wird um einiges schwerer, als er erwartet hat.

DISCLAIMER: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich den jeweiligen Eigentümern. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir.

Anmerkungen: AU.

Beta: Keine und das merkt man.

// 6 //

Drastische Maßnahmen

„Finite Incantatem!" Seamus konnte sich wieder bewegen, doch ihm wäre lieber, er wäre genauso besinnungslos wie Foreman und der Italiener, wenn er in Dracos Gesicht schaute. Es war eine eisige Maske und er wusste, was das bedeutete: Dafür würde es Ärger geben. Wie hatte er auch Foreman mit Minardelli allein lassen können? Wo doch nicht zu übersehen gewesen war, das Miles Minardelli unbedingt in die Mangel nehmen wollte, weil der ihn mit seiner Arroganz bis aufs Blut reizte.

„Was ist hier passiert?" Seamus spürte, wie ihm die Luft knapp wurde. Draco hatte ihn im Griff. Das wusste er. Er war gnadenlos, wenn man seine Befehle nicht befolgte. Er beeilte sich, ihm zu antworten.

„Foreman wollte Minardelli wohl zeigen, was für ein kleines Licht er ist!"

„Hat er ihn so zugerichtet?" Unter Harrys rechter Hand bildete sich eine immer größere Blutlache.

„Nein, das war er selber! Er hat den Handschuh an Miles Schlinge zerschnitten!" Seamus konnte wieder besser atmen, doch er fühlte noch immer starken Druck an seinem Hals. Das hatte Dragon wirklich drauf, einen mit einer Hand fertig zu machen, doch er wusste, dass er selber Schuld war. Er hätte Foreman nicht mit Minardelli allein lassen dürfen.

„Ich hatte dir gesagt du sollst ihn nicht aus den Augen lassen!" Die Luft zum antworten wurde ihm abgedrückt. Draco war so wütend, dass er gute Lust hatte Seamus bis zu Besinnungslosigkeit zu würgen. So hatte er das nicht geplant. Er brauchte den Italiener nicht als Feind, sondern wollte ihn an seiner Seite.

Seamus sackte zusammen, als Draco ihn aus seinem Griff entließ und rieb sich den Hals, während sein Kommandant zu Minardelli ging und sich zu ihm hinunter beugte. Seamus folgte ihm.

„Tut mir leid! Ich bin ein Idiot! Ich hätte ihn nicht allein lassen dürfen!...Du solltest ihn flicken, wenn du ihn noch behalten willst!" Draco warf ihm aus dem Augenwinkel einen verärgerten Blick zu, doch er hatte sich beruhigt. Das wusste Seamus.

„Wie hat der verdammte Mistkerl das angestellt, seinen Zauberstab hatten wir ihm doch abgenommen!" Er hörte Draco zu seiner Überraschung spöttisch lachen und sah ihn fragend an.

„Manchmal bist du so ein Idiot, Finnegan, hast du in Lexington einen Zauberstab bei ihm gesehen?"

„äh…?" Nein hatte er nicht!

Draco hob Harrys blutige Rechte an.

„Siehst du das Seamus?...Das ist die Vollendung altrömischer Zauberkunst!" Seamus betrachtete mit gerunzelter Stirn den blutigen Goldring an Minardellis Mittelfinger.

„Du meinst das…?"

„Genau!...Das ist Gerardo Minardellis Zauberstab!" Draco vermied es den Ring zu berühren, denn er ahnte, dass er ihn sonst entweder zerstören oder aktivieren würde. Da er Minardelli noch brauchte, konnte er nicht seine mächtigste Waffe zerstören. Mit einem Wisch seines Zauberstabs heilte er die verletzte Hand und sah sich dann den Phönix an. „Den hat Foreman ganz schön ausgehebelt!"

„Wundert mich nicht, er hat ihm feste eine gewischt, als er Minardelli in die Mangel nahm!"

„Schade, dass er ihn nicht gleich erschlagen hat! Ich wusste, dass Foreman eine Ratte ist, aber das ist die Krönung der Frechheit! Der kann was erleben!" Draco belegte den Phönix mit einem Zauber.

„Was tust du?"

„Solange ich mich mit Minardelli unterhalte, ist es besser, wenn er k.o. ist! Er würde nur stören!" Draco nahm Minardellis Kinn und hob seinen Kopf an, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Der Schock, der ihn augenblicklich überwältigte, war ihm zum Glück nicht anzumerken. Dieser Italiener erinnerte ihn auf eine Art und Weise an Harry, dass es fast schon weh tat, auch wenn seine Züge sehr viel härter und kälter waren, als Harrys jemals sein könnten.

Er würgte diese Erinnerung ab und fasste Minardelli am Kragen, um ihn in einen der Sessel zu setzen, bevor er Ketten erscheinen lies, die sich um Miles Foremans Handgelenkte schlangen. Ein einziger Ruck und sein Nightshadow hing an einem Haken unter der Decke. Seamus grinste nur. Er hoffte, dass das endlich eine Lehre für Foreman war und er begriff dass Draco Malfoy der Boss dieses Nightshadow-Kommandos war.

„Mach Feuer! Ich brauche Atwell hier! Wenn er sowieso einmal sauer ist können wir ihn auch gleich durch die Mangel nehmen!" Seamus tat, was er gesagt hatte und rief Robin Atwell durch das Feuer im Kamin. Nur zwei Minuten später erschien das bildhübsche Gesicht des Giftmischers im Feuer, doch Seamus hätte jedem sagen können, dass diese Schönheit täuschte, denn er kannte keinen, dessen Seele schwärzer war, als die von Robin Attwell.

„Was gibt es denn Finnegan?...Wo bleibt ihr!"

„Stell keine dummen Fragen und beweg deinen Hintern hier her, Atwell!" Das kalte Grinsen verschwand aus dem hübschen Gesicht, als er die Stimme seines Kommandanten vernahm.

„Zu Befehl, Sir!" Seamus entfernte sich vom Kamin und nur einen Augenblick später, wurde das Feuer leuchtend Grün und Atwell trat heraus. Seamus schmunzelte. Diesmal hatte er sein Köfferchen dabei. Letztens war er ohne seine Utensilien aufgetaucht und Draco hätte ihn beinahe in der Luft zerrissen. Ein Blick auf Minardelli genügte ihm und er begann in seiner Tasche nach seinem stärksten Wahrheitselixier zu suchen

„Ihr solltet ihn ins Bewusstsein zurückholen, bevor ihr ihm diese hier gebt, sonst kann es sein, dass er gar nicht zu sich kommt!"

„Das ist zu gefährlich, fang mit einem leichteren an!" Atwell blinzelte mit den Augen, stellte seine Phiole jedoch auf den Tisch und suchte sich eine andere. Er fand es höchst ungewöhnlich, dass Malfoy so vorsichtig war. Mit weichen Fingern schob er Minardellis Kopf in den Nacken und öffnete seine Lippen, um ihm das Elixier einzuflössen. Der Italiener begann zu husten und spuckte die Hälfte davon wieder aus.

„Mistkerl, verdammter!"

„Wird es reichen?" Ließ Draco sich vernehmen.

„Ich denke schon!...Für den Anfang!" Draco tippte mit dem Zauberstab gegen Harrys Schulter und holte ihn so ins Bewusstsein zurück.

Harry hatte das Gefühl, als sei sein Kopf mit Watte angefüllt. Es dauerte einen Moment, bis ihm klar wurde, dass er betäubt worden war und er versuchte zu erkunden wie viele Leute im Raum waren, doch es funktionierte nicht. Erst da wurde ihm der widerliche Geschmack im Mund bewusst und er begriff, dass sie ihm etwas gegeben hatten. Er fragte sich nur noch, was das ganze sollte. Wenn sie ihn töten wollten, hätten sie es doch auch gleich tun können.

Langsam öffnete er die Augen, falls Fawkes nicht in Reichweite war, hatte er schlechte Karten, das wusste er. Dicht vor sich sah er das engelsgleiche Gesicht eines Mannes und blinzelte. Das Grinsen, das darauf hin auf diesem Gesicht erschien, ließ ihn die Sache mit dem Engel schnell vergessen.

„Er ist wieder unter uns, Kommandant!" Der Kerl richtete sich auf und wandte ihm den Rücken zu. Harry stellte fest, dass er sich nicht bewegen konnte und wartete, dass der Kerl ihm aus der Sicht ging, doch als nächstes erschien Seamus Finnegans Gesicht vor seinen Augen.

„Das nervt!", seine Stimme war leise und heiser. Und sie war das einzige, was außer seinen Augen funktionierte. Sie hatten ihm wohl ein Wahrheitselixier verpasst und dafür gesorgt, dass nur sein Verstand funktionierte. Harry hoffte, dass der Geheimniszauber genauso gut funktionierte, wie bei Consalvo, denn im Moment brachte er nichts auf die Reihe.

Seamus hatte grinsend die Brauen hochgezogen.

„Wenn das dein einziges Problem ist!" Er verschwand aus Harrys Blickfeld. „Kannst ihn haben, Dragon!" Das war das erste, was eine Reaktion in seinem Kopf hervorrief. Der mysteriöse Kommandant war also aufgetaucht. Mit Sicherheit war er es gewesen, der ihn außer Gefecht gesetzt hatte. Vermutlich hatte Finnegan ihn gerufen.

Eine Gestalt trat in sein Blickfeld, groß und verhältnismäßig schlank, soweit er dass einschätzen konnte. Der Mann trug keinen Umhang und die nachtblaue Uniform eines Dragon-Knights. Daher also der Name Dragon. Er hatte sich von den Dragon-Knights hochgedient und war ohne jeden Zweifel stolz darauf, sonst würde er die Uniform nicht mehr tragen. Harry wartete, dass das Gesicht des Mannes endlich in sein Blickfeld kam, denn der von dem Wahrheitselixier verursachte Tunnelblick machte es bis jetzt unmöglich, etwas zu erkennen, doch als Draco dann den Kopf zu ihm beugte und ihm in die Augen sah, wünschte er sich, nichts mehr sehen zu müssen, denn er sah in die grauen Augen, die er seit fast zwei Jahren vergebens gesucht hatte.