Wenn das mit der Review-Moral so weitergeht, gibt es bald keine Zwischenupdates mehr. :P Man könnte glatt auf die Idee kommen, der nette Button unten links existiert nur mittwochs und sonntags...
Ich wäre euch übrigens sehr, sehr dankbar, wenn ihr mir sagt, was ihr speziell von diesem Kapitel haltet. Ich hab die Handlung so oft umgeschmissen und das ganze Ding mindestens sieben Mal überarbeitet und dementsprechend unzufrieden bin ich immer noch. Also, eure Meinung ist mir wichtig! ;)
Aber jetzt hab ich genug gemeckert. Ich wünsche trotz allem viel Spaß. :)


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Nobody said it was easy.
It's such a shame for us to part.
Nobody said it was easy.
No one ever said it would be this hard.

(Coldplay – The Scientist)


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Kapitel 25 – Eine Entschuldigung

Die Tage nach diesem Abend am Flügel traute Hermine sich nicht, Snape von sich aus anzusprechen. Sie hatte ihm gesagt, was sie von ihm wollte, und er musste nun für sich entscheiden, ob er bereit war, ihr diese Bitte zu erfüllen.

Grundsätzlich war Warten auch nicht das, womit Hermine Probleme hatte. Sie wartete bereits seit zwei Jahren, dass er sich ihr in irgendeiner Art und Weise öffnete, und so konnte sie auch noch ein paar Tage oder Wochen länger warten.

Nein, ihr Problem bestand darin, dass sie mit jedem Tag mehr das Gefühl bekam, dass er ihre Bitte vollkommen falsch gedeutet hatte. Das Haus war entsetzlich einsam, seitdem er ihr aus dem Weg ging.

Drei Tage nach ihrer Bitte bekam sie zwar einen Brief von Ginny, aber die Antwort war schnell geschrieben und abgeschickt. Dennoch war es beruhigend zu wissen, dass Harry sich an die Anweisungen von Professor Dumbledore hielt und nicht auf eigene Faust irgendwelche gefährlichen Missionen unternahm. Anscheinend hatte er die Gefahr der Situation verstanden. Die Gefahr und seine Rolle.

Als sie den kleinen Eulenturm wieder verließ, begegnete sie Snape im Gang des oberen Stockwerks. Er hatte einen Brief in der Hand und wollte offenbar dorthin, wo sie grade herkam. Beide blieben stehen und sahen sich lange an. Der Flur war eng und sie würden sich sehr nahe kommen, wenn sie aneinander vorbeigingen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich.

Hermine neigte den Kopf zur Seite und seufzte. Snape senkte den Blick.

Dann gingen sie beide aufeinander zu. Sie schloss die Augen und biss sich auf die Lippe, als sie seinen Körper dicht an ihrem spürte. Snape hielt inne. Sie blinzelte zu ihm hinauf. Einen Herzschlag lang, dann noch einen. Er runzelte fragend die Stirn.

„Ich vermisse dich so sehr." Nur ein Flüstern.

Für einen Moment schien es, als wolle er etwas erwidern. Dann schüttelte er den Kopf und setzte seinen Weg fort.

Danach vertiefte Hermine sich in Bücher. Ob im Wohnzimmer, im Garten, im Bett oder in der Küche, sie hatte immer ein Buch dabei und nutzte es jedes Mal, wenn Snape den Raum betrat. Sie wollte ihm die Möglichkeit geben, wieder zu gehen, ohne mit ihr zu reden. Sie wollte ihn zu nichts zwingen, ließ ihn aber auch spüren, dass sie ihm nicht böse war, wenn er sie ansprach.

Was er allerdings nicht tat.

Und ganz nebenbei führte sie dann das eine oder andere Gespräch mit diesen sonst so schweigsamen Begleitern, was sich mal mehr, mal weniger hilfreich oder interessant gestaltete (Ein Werk über die Unterschiede in der Kesselherstellung und dessen Auswirkungen auf die Zaubertränke hielt es für besonders geschickt, Snape darauf hinzuweisen, dass sie auf diverse Seiten kleine Post-its geklebt hatte, um sich später Notizen zu entsprechenden Themen heraussuchen zu können. Er ließ den Hinweis unkommentiert, doch seine Kiefer verspannten sich auf eine Art und Weise, die Hermine zeigte, dass er sichtlich um Beherrschung rang. In den Stunden danach machte sie ihre Notizen, entfernte die Klebezettel und stellte das Buch in die hinterste Ecke im Herrenzimmer, mit dem Buchrücken nach hinten.).

Zwischendurch kam ihr auch mal der Gedanke, dass sie Professor McGonagall von dem Treffen hätte berichten müssen, aber diesen schob sie zur Seite. Snape hatte sicherlich mit ihr gesprochen oder hätte Hermine darum gebeten, es zu tun. Es war zu wichtig, dass der Orden informiert war, als dass er damit nachlässig umgehen würde.

Dann wiederum begann sie sich zu fragen, wie das Gespräch verlaufen war. Hatte Professor McGonagall ihn spüren lassen, dass er Professor Dumbledore auf dem Gewissen hatte? Oder war das Gegenteil der Fall und sie hatte ihn wissen lassen, dass er nach wie vor in Hogwarts willkommen war?

Dieses eine Mal war sie in arge Versuchung geraten, doch den ersten Schritt zu machen. Sie war aufgestanden, hatte das Buch zur Seite gepackt und ihn gesucht. Und als sie ihn schließlich gefunden hatte, draußen bei den Pferden, hatte sie der Mut verlassen. Die Gestalt des Tränkemeisters, dieses Mal in dunkelbraun und nicht in schwarz gekleidet, hatte sichtlich verloren gewirkt zwischen den imposanten Tieren. Verloren und gleichzeitig faszinierend willkommen, irgendwie ungewollt geborgen.

Ohne dass er ihre Anwesenheit bemerkt hatte, war sie zum Haus zurückgekehrt und hatte sich wieder in ihre Lektüre vertieft.


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Etwa zweieinhalb Wochen nachdem Hermine hier in Scarborough angekommen war, tapste sie abends mit feuchten Füßen über den Flur. Sie hatte ausgedehnt geduscht und da Snape ihren Morgenmantel erfolgreich zerstört hatte, hatte sie sich nur ein Handtuch um den Körper und ein kleineres um die Haare gebunden. Schließlich war der Weg vom Bad in ihr Zimmer nicht weit und dort angekommen, würde sie sich ohnehin ihr Nachthemd anziehen und sich schlafen legen.

Ihr Plan änderte sich in dem Moment, in dem die Tür hinter ihr aufschlug. Sie bekam kaum mit, was um sie herum geschah, als ihr plötzlich von einem brutalen Kuss der Atem genommen wurde. Verzweifelt kämpfte sie gegen Snape an, als den sie ihren späten Besucher erkannt hatte, und drängte ihn soweit von sich, wie es ihr möglich war.

Er verschränkte allerdings seine Arme in ihrem Nacken, so dass ihre Gesichter kaum zehn Zentimeter voneinander entfernt waren. „So läuft das nicht, Hermine", knurrte er und drängte ein Bein zwischen ihre Knie, wobei sich das Handtuch löste und sich quälend langsam von ihrem noch feuchten Körper schälte.

„Wovon sprichst du?", fragte sie, obwohl sie eine gewisse Ahnung hatte. Ihr Herz raste.

Er schnaubte empört auf und schüttelte ungläubig den Kopf. „Du kannst mir nicht einfach verbieten, mich bei dir zu entschuldigen, gleichzeitig verlangen, dass ich aufhöre dich zu foltern, und mir sagen, dass du mich vermisst! Das geht nicht, Hermine!" Er sah sie eindringlich und beinahe wütend an.

Hermine presste ihre Lippen fest aufeinander. „Willkommen in meiner Welt", sagte sie schlicht. Zu ihrer Genugtuung sah sie, wie seine Gesichtszüge entgleisten.

Hermine nutzte den Moment seiner Verwirrung aus, um sich unter seinen Armen hinweg zu ducken. Dabei löste sich nun auch das Handtuch, das ihre Haare gehalten hatte, und ungestüm wischte sie die nassen, braunen Strähnen über eine Schulter, nachdem sie ihr wie eine Kaskade ins Gesicht gefallen waren. Ihre mühsam aufrecht erhaltene Ruhe verschwand, als ihr bewusst wurde, dass sie nackt vor ihm stand.

„Weißt du was, Severus? Du hast Recht! So läuft das nicht!" Sie legte sich einen Arm über ihre Brust. „Ich will das alles nicht. Ich will nicht mit meiner Ratlosigkeit zurechtkommen müssen und mit deiner Unfähigkeit, mit Gefühlen umzugehen, noch dazu! Kümmer' dich alleine um deine Probleme, du bist alt genug." Ein paar Momente schaffte sie es, seinem Blick standzuhalten, dann verließ die wütende Kraft ihren Körper und sie wandte sich ab, drehte ihm beinahe den Rücken zu. „Warum tust du das, Severus?"

Sie hörte, wie er hinter sie trat und seine Hände auf ihre feuchten Schultern legte. So wohlwollend, dass ihr eine Gänsehaut der Überraschung den Rücken hinunter lief. Als er sprach, klang seine Stimme anders als zuvor, beherrschter, ruhiger, beinahe sanft: „Ich musste wissen, ob du es wieder zulassen würdest."

Hermine erstarrte. Dann drehte sie sich abrupt um und gab ihm eine schallende Ohrfeige. Sie holte noch einmal aus, doch er bekam ihr Handgelenk zu fassen. Mit unberührten Blicken sah er sie an. „Mach das noch einmal und du wirst es bereuen."

„Ich hasse dich!" Sie zitterte vor Wut, Scham und Kälte.

Er nickte. „Ich weiß."

Snape fixierte sie mit so entschlossenen Blicken, dass sie spürte, wie ihre eigenen immer unsicherer wurden. Irgendwann schluchzte sie trocken auf und die Spannung wich aus der Hand, die er noch immer festhielt. „Und ich liebe dich", flüsterte sie schwach.

Erneut nickte er. „Es tut mir Leid, Hermine." Sie wollte etwas erwidern, doch er küsste sie flüchtig, ehe sie es schaffte. „Es tut mir Leid, Hermine." Und das Spiel wiederholte sich. „Es – tut – mir – Leid." Er fasste nach ihrem Gesicht und drehte es zu sich hoch, was sie sprachlos geschehen ließ. „Hermine!"

Dieses Wort war nur ein heiseres Flehen und sie musste sich auf die Zunge beißen, um nicht wieder zu weinen. Schließlich zog er sie in seine Arme und barg ihren nackten Körper an seiner Brust, wogegen sie sich eher aus Prinzip, als aus wirklichem Widerwillen wehrte.

Nach einigen Sekunden wurde sie äußerlich ruhig, doch in ihrem Kopf herrschte Chaos. In ihrem Kopf geriet alles durcheinander. In ihrem Kopf wurde gegen ihren Willen aus dem abfällig gedachten ‚Snape' das so sehnlich erwünschte ‚Severus'.

Ihre Beine gaben nach, so dass er rasch zugreifen musste, um sie aufzufangen. Selbstverständlicher als das letzte Mal in seinem Büro trug er sie zum Bett und legte sie darauf ab. Hermine sah, wie er sich zurückziehen wollte, und griff nach seinem Handgelenk. „Wenn du jetzt gehst...", begann sie und starrte ihn aus feuchten Augen an. „Wenn du jetzt gehst, dann war's das. Willst du das, Severus?"

Der sonst so beherrschte Mann öffnete seinen Mund und starrte fassungslos hinunter auf seine ehemalige Schülerin. Hermine war sich durchaus bewusst, dass sie nach wie vor nackt und dieser Kampf dementsprechend nicht ganz fair war. Doch sie hatte nicht vor, ein Ja von ihm als Antwort zu akzeptieren. Sie würde ihm immer wieder neue Chancen geben; er durfte es nur nicht wissen.

Nach endlosen Sekunden sackte er ein Stück in sich zusammen. Hermine atmete erleichtert auf. Ihr Griff um sein Handgelenk wurde sanfter und sie zog ihn über sich hinweg ins Bett. „Halt mich fest", bat sie leise.

Und nachdem er zum Liegen gekommen war, den Rücken an der Wand und das Gesicht in ihre Richtung gedreht, breitete er mit verbissenem Gesichtsausdruck seine Arme aus.

Hermine lächelte schmal. Dann schmiegte sie sich an ihn und holte einmal ganz tief Luft, beinahe so, als könne sie nach langer Zeit das erste Mal wieder durchatmen. „Ich habe dich so vermisst", wiederholte sie den Gedanken, der ihr momentan am wichtigsten war. Sollte er sie foltern, sollte er sich entschuldigen – wenn er nur da war.

Sie glaubte ein Nicken zu spüren und drehte den Kopf hoch. Severus sagte nichts, auch nicht durch seine Mimik. Er war verstummt.

Hermine streckte ihre Hand nach seinem Gesicht aus und strich daran entlang, so wie sie es am Abend vor dem Kamin auch getan hatte. Sein Mund wurde sehr schmal und angespannt.

Um das zu ändern, küsste sie ihn und flehte mit ihrer Zunge geradezu um mehr. Nach ein paar Sekunden kapitulierte er auch davor, kniff allerdings seine Augen zusammen.

Hermine zog sich zurück. „Hör auf zu kämpfen. Es hat keinen Sinn."

Severus schnaubte. „Oh doch, das hat es. Es hindert mich daran, dir wehzutun."

„Du warst nicht zurechnungsfähig, das hast du selbst gesagt."

Nun endlich öffnete er seine Augen. „Ich spreche nicht von deinem Körper."

„Alles andere ist nicht länger deine Entscheidung. Ich habe die Kontrolle über meine Gefühle lange genug aus der Hand gegeben. Solltest du mich so sehr verletzen, dass ich es nicht ertragen kann, wirst du mich niemals wieder sehen." Sie sah ihn lange an. „Hast du gehört, Severus?"

Er nickte.

Und sie nickte ebenfalls. „Gut."

Dann machte sie dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatte. Die Knöpfe seines Hemdes wurden von kleinen Fingern geöffnet, während sie ihn mit einem Kuss ablenkte. Erst ihre Berührungen auf seiner Haut brachten ihn dazu, sich keuchend zurückzuziehen.

„Du bist viel zu angezogen", stellte sie nüchtern fest.

Severus schluckte. Wandte dann erneut den Blick ab und ließ es geschehen, dass sie ihn weiter auszog.

Was sich in dieser liegenden Position als wirklich kompliziert und schwer erwies, so dass Hermine irgendwann einfach nach ihrem Zauberstab langte und diesen seine Arbeit tun ließ. In ihren Adern begann es zu summen, als sie ihn nackt neben sich liegen sah. Sie nahm sich Zeit, ihn lange und ausgiebig zu betrachten. Sein Körper war schmal, aber durchtrainiert. Weiße Haut, die eindeutig zu wenig Sonne bekam, stand im harten Kontrast zu schwarzen Haaren. Seine Arme waren fest angespannt, ebenso wie seine Beine. Alles Details, für die sie letztens keine Zeit gehabt hatte. Und die das Summen ansteigen ließen.

Hermine setzte sich auf und schwang ein Bein über seine Hüften. Ihre Scham presste sich gegen seinen Unterbauch und sie stützte sich auf der Brust ab, die sich nun bereits schneller hob und senkte. Seine warme Haut fühlte sich fremdartig gut unter ihren Fingerspitzen an. Sie hatte nicht die geringste Idee, was sie hier eigentlich tat. Doch dass er stumm blieb, half ihr.

Es war wieder eines dieser Respektdinger. Er hatte sie grauenhaft behandelt in der Nacht vor dem Kamin. Sie hatte ihn gebeten, sie nicht mehr zu foltern. Er hatte sich das Recht einer Entschuldigung herausgenommen. Und nun hatte er sich in ihre Hände ergeben. Er zollte ihr Respekt, indem er nicht aufstand und ging, wie er es eigentlich tun sollte. Doch in Hermine keimte der Verdacht, dass er dankbar dafür war, dass die führende Rolle dieses Mal an sie ging. Seine steigende Erregung drückte sich hart gegen ihren Po.

Hermine spielte mit den Haaren auf seinem Oberkörper, schließlich beugte sie sich hinab und nahm eine seiner Brustwarzen in ihren Mund. Probeweise leckte und saugte sie daran, doch erst als sie hinein biss, kam eine Reaktion von ihm. Sie würde ihn aus der Reserve locken.

Danach wanderte sie zu seinem Hals und wiederholte das gleiche Spiel mit dem Ohrläppchen. „Setz' dich in Bewegung, Severus! Zeig mir, dass du jetzt zurechnungsfähig bist!"

„Wenn ich das wäre, wäre ich nicht mehr hier", gab er unberührt zurück.

„Lügner!"

Er griff nach ihren Schultern und drückte sie ein Stück nach oben. In seinen Augen war endlich wieder etwas aufgelodert, er hatte angefangen zu reden. Und bisher gefiel Hermine, was sie sah.

Im nächsten Moment warf er sie zur Seite und war nur den Bruchteil einer Sekunde über ihr. Eine seiner Hände fuhr über ihre Schamlippen und presste sich gegen die Feuchtigkeit, die sich dort angesammelt hatte. Hermine legte keuchend den Kopf in den Nacken.

„Du solltest nicht so auf mich reagieren, Hermine."

„Ich sollte gar nicht auf dich reagieren", gab sie zurück. Er drang mit einem Finger in sie ein. Das Summen breitete sich aus und schien sich gleichzeitig in ihrer Mitte zu konzentrieren. Sie spreizte ihre Beine ein bisschen weiter und gab ihm besseren Zugang.

„Warum tust du es dann?"

„Weil ich dich liebe." Diese Worte waren bereits mehr ein heiseres Keuchen. Er nahm noch einen zweiten Finger zu seinen Bemühungen hinzu und verteilte ihre Feuchtigkeit.

„Warum liebst du mich?" Dabei presste er seinen Daumen auf ihre Klitoris und brachte ihre Scham zum Brennen.

„Weil ich dich kenne", presste sie mühsam hervor. Sie fasste nach seiner Hand und wollte ihn irgendwie dazu animieren, endlich weiter zu machen. In ihrem Körper pulsierte es wild, sie brauchte Erlösung, das, was sie letztes Mal nicht bekommen hatte.

„Du kennst mich nicht, Hermine." Mit diesen Worten ließ er von ihr ab und legte sich auf den Rücken.

Hermine jammerte ungläubig auf und drehte sich zu ihm. Seine Erregung war so deutlich, dass es ihr schlicht unbegreiflich war, dass er so ruhig neben ihr liegen konnte. Die Forderungen ihres Körpers machten sie verrückt!

Schließlich festigte sich ihr Gesichtsausdruck und sie setzte sich wieder auf seine Hüften, dieses Mal allerdings so, dass sie ein Stück über ihm verharrte. Es war ein leichtes, ihn jetzt in sich zu bringen. „Ich kenne dich besser, als du denkst, Severus." Ohne dass er etwas dagegen tun konnte, senkte sie sich auf ihn.

Er ließ einen grunzenden Laut vernehmen und packte sie an der Taille. Hermines Hände tasteten unkoordiniert über seinen Oberkörper, sie spürte seine steifen Brustwarzen gegen ihre Handfläche und wusste, dass ihre eigenen sich nicht anders anfühlten.

„Hör' endlich auf es zu leugnen!", schrie sie ihn an, während sie sich von seinem Schoß hob. Bei Merlin, das war so gut!

„Das kann ich nicht!", schrie er zurück.

Hermine gab einen Laut von sich, der irgendwo zwischen schluchzen und stöhnen schwankte. Allmählich fiel es ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. „Dann leugne halt, aber mach bloß weiter", bat sie kapitulierend und biss sich auf die Unterlippe.

Severus schnaubte unter ihr auf. „Es ist viel zu spät um aufzuhören." Und das bezog er nicht nur auf den Sex.

Glücklicherweise aber auch darauf, denn nun begann er ihre Bewegungen zu unterstützen und trieb sie gezielt auf ihren Höhepunkt zu. Hermines Wahrnehmung verschwand in einem Strudel aus Geräuschen, Bildern und Gefühlen und sie wusste nur noch, dass sie kommen wollte, dass sie auch um Erlösung betteln würde.

Was allerdings nicht nötig wurde. Ihre Augen wurden handtellergroß, als ihr Schoß sich zusammenzog. Das Gefühl, ihn dabei in sich zu spüren, war überwältigend. Ihre Arme zitterten, sie stützte sich hart in seinen Griff und starrte mit einem verklärten Lächeln zu ihm hinunter, während sie ihren Unterleib schwächlich gegen seinen bewegte, um dieses Gefühl noch länger aufrecht zu erhalten.

Dann passierte etwas, das sie bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit denken ließ, dass die Realität gestolpert war. Severus löste eine Hand von ihrer Hüfte, streckte sie zu ihrem Gesicht aus und fasste nach einer Haarsträhne, die ihr tief in die Augen hing. Er steckte sie hinter ihr Ohr und ihr kam der vorwitzige Gedanke, dass er es getan hatte, weil er ihren Blick sehen wollte.

Auf jeden Fall sah sie seinen und er ging ihr durch und durch. Sie erinnerte sich an den Abend zu Beginn des letzten Schuljahres, als sie sich bei ihm entschuldigt hatte. Der Moment, indem sie in seine Augen sah und dachte, nichts zu sehen. Das war nicht das gewesen, was hinter seiner Mauer lag. Jetzt, in diesen wenigen Sekunden ihres Höhepunktes, hatte sie einen Ausblick auf das, was wirklich dahinter lag. Und es ließ sie überwältigt die Augen schließen.

Im nächsten Moment geriet das Raum-Zeit-Kontinuum wieder ins Gleichgewicht und sie sackte erschöpft neben ihm ins Bett. Tief atmend blieb sie liegen und versuchte zu verarbeiten, was eben geschehen war.

Ruhe kehrte ein und damit auch die Rationalität in ihren Verstand zurück. Die Bilder der letzten Stunde liefen erneut durch ihren Kopf. „Warum bist du hergekommen?", fragte sie dann aus einem Impuls heraus. Sex würde wohl kaum die Antwort sein.

Hermine sah zu ihm auf und erkannte, dass sie mit ihrer Vermutung richtig gelegen hatte. Als diese Wahrheit durch ihren Verstand rollte wie ihr Orgasmus zuvor durch ihren Körper, bildete sich ein Kloß in ihrem Hals und sie angelte nach der Bettdecke, zog sie über sie beide und bis tief unter ihr Kinn, während sie angestrengt an diesem unförmigen Ding namens Erkenntnis schluckte.

Ein sinnloser Versuch, wie ihr bewusst wurde, als er mit dem Daumen die Träne wegwischte, die ihre Schläfe hinunter gerollt war. Sie wandte sich zu ihm, legte sich halb auf die Seite. Ihre nackten Körper berührten sich an vielen Stellen und unter der Decke tastete sie nach seiner Brust.

„Ich habe dich halb nackt in deinem Zimmer stehen sehen und musste es wissen", sagte er leise und nüchtern.

Sie nickte bitter. „Ich würde es niemals wieder so zulassen. Aber das letztens..." Sie stockte. „Es war meine einzige Chance, verstehst du? Ich konnte sie nicht einfach aufgeben." Hermine zog die Decke noch dichter an ihren Körper. Flüchtig wischte sie sich die Haare aus dem Gesicht und schloss die Augen, so dass das heiße Brennen sich zu feuchten Schlieren unter ihrem Lidrand verwandelte.

„Ich verstehe." Und das tat er wirklich, denn sie hatte ihn vor die gleiche Wahl gestellt.

„Warum bist du hergekommen, Severus?", fragte sie dann erneut.

„Ich werde nach Hogwarts zurückkehren." Hermine hob erstaunt eine Augenbraue. „Es war dein Plan, Hermine."

Sie nickte. „Als ich dir davon erzählt habe, war er noch indiskutabel", stellte sie trocken fest. Es war nicht fair, ihm diese Dinge jetzt so vorzuhalten, das war ihr durchaus bewusst. Deswegen tat ihr die Vorstellung, zusammen mit ihm in Hogwarts zu sein und ihm nicht nahe sein zu dürfen, trotzdem verdammt weh.

„Es..." Er stockte und schluckte offenbar die Entschuldigung. Einmal und niemals wieder. „Die Dinge ändern sich, Hermine. Und sie tun es immer öfters, ohne dass ich etwas dagegen tun kann." Sie runzelte die Stirn. „Ich habe mich monatelang gegen das hier gewehrt und hasse es, dass ich es nur begonnen habe, um es wieder zu beenden. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich hätte es niemals zulassen dürfen."

„Warum überlegst du immer nur in diese eine Richtung? Warum sagst du nicht einfach mal ‚Ich hätte es niemals beenden dürfen'? Das würde vieles einfacher machen." Ihre Lippen pressten sich zu einem dünnen Strich zusammen.

„Du weißt genauso gut wie ich, dass das nicht geht. Nicht solange der Dunkle Lord noch aktiv ist."

Sie nickte stumm. Dann senkte sie den Blick und ihr wurde bewusst, was er zuvor gesagt hatte.

Er hat sich monatelang gegen das hier gewehrt?

„Du hast mich begehrt?", fragte sie tonlos und schien nicht glauben zu wollen, dass sie ihn richtig verstanden hatte.

Severus hob eine Augenbraue, missbilligte die Tatsache, dass sie ihn jetzt noch einmal auf diese Äußerung ansprach. Hermine tat es ihm gleich und missbilligte es, dass er sich jetzt nicht mehr traute, zu seiner Äußerung zu stehen. Schließlich stöhnte er frustriert und strich sich mit einer Hand über das Gesicht. „Bei Merlin, ja!", gab er sehr leise zu. „Du bist so verdammt hartnäckig und besserwisserisch gewesen, dass es mich beinahe wahnsinnig gemacht hat! Und du hast nicht aufgegeben." Er zog kapitulierend die Schultern hoch. „Ich wollte das alles hier nicht, Hermine. Und wärst du nicht hergekommen, dann wäre es auch nie passiert. Niemals hätte ich es in Hogwarts gewagt, dich anzufassen." Er sah sie eindringlich an. „Und es muss aufhören. Wir können das nicht weiterführen, wenn wir in der Schule sind. Ich bin dein Lehrer. Und das hier ist gefährlich. Liebe macht schwach und ich kann mit keine Schwäche erlauben."

Hermine stoppte seinen Redefluss schließlich, indem sie ihm einen Finger auf die Lippen legte. Diesen ersetzte sie nach einem prüfenden Blick mit ihrem Mund. Sie hatte sich vergewissern wollen, dass er sie nicht von sich stoßen würde. Nicht schon wieder. Nicht nachdem sie gerade den Mann gefunden hatte, den sie damals im Spiegel kennen gelernt hatte.

„Ich verstehe das, Severus. Und wir werden einen Weg finden. Aber bitte verbiete mir nicht, dich zu sehen."

Er antwortete ihr, indem er ihr in der gleichen Geste wie zu Beginn des Sommers über die Wange strich. Dann kletterte er über sie hinweg und begann sich anzuziehen. Hermine beobachtete ihn dabei und nahm jede Kleinigkeit in sich auf, die er ihr zu geben bereit war.

„Versuch' zu schlafen! Wir brechen morgen früh auf", sagte er schließlich mit der üblichen distanzierten Höflichkeit, die auch in Hogwarts schon seit geraumer Zeit zwischen ihnen geherrscht hatte. Erst da wurde ihr die Bedeutung dieses Umgangs bewusst. Er versteckte hinter den Regeln des Benehmens seine Gefühle für sie.

„Ich werde fertig sein." Sie zögerte einen Moment, fixierte seine Blicke und fügte dann hinzu: „Sir!"

Severus verzog für den Bruchteil einer Sekunde das Gesicht und nickte schließlich mit einem bitteren Blick, beinahe so, als hätte er einen widerwärtigen Geschmack im Mund. Hermine wusste, dass sie ihm damit das Versprechen gegeben hatte, alles zu tun, was er von ihr verlangte. Wenn er wollte, dass sie seine Schülerin war, dann war sie seine Schülerin. Wenn er wollte, dass sie Abstand von ihm hielt, dann würde sie auch das schweren Herzens tun. Das Einzige, was sie nicht tun konnte, war, zu ignorieren, dass es viel mehr zwischen ihnen gab.

Als sich die Tür zu ihrem Zimmer hinter ihm schloss, kuschelte Hermine sich in die Wärme, die in ihrem Bett verblieben war, und schloss die Augen. Sie würde nicht mehr weinen und diesen Abend so zu einer schlechten Erinnerung machen. Sie würde ihn bewahren als das, was er war: eine Entschuldigung.


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Am nächsten Morgen packte Hermine ihre Sachen zusammen und nahm ihre Tasche mit nach unten. Severus hatte den Tisch in der Küche reich gedeckt und sie aßen schweigend, während sie Zeitung lasen. Es war zu einer Art Ritual geworden, dass er eine halbe Stunde eher aufstand als sie und ihr die Teile des Tagespropheten hinlegte, die er selbst bereits ausreichend studiert hatte.

Bisher hatte Hermine es immer eher als Verlust betrachtet, Zeitung zu lesen anstatt sich mit ihm zu unterhalten. Es schien irgendwie Verschwendung, an diesem Ort, wo sie alleine und ungestört waren, wo sie nicht so zu reden brauchten, wie Lehrer und Schülerin es normalerweise taten, stumm beieinander zu sitzen und zu lesen.

An diesem gewissen Morgen allerdings war sie froh über diese Möglichkeit und vertiefte sich in beinahe jeden Artikel, der ihr vor Augen kam, während die Kaffeekanne ihr selbständig die Tasse füllte und ein Milchgefäß klappernd über den Tisch hüpfte, um seine Aufgabe ebenfalls zu erfüllen. Hermine hatte diesen Enthusiasmus des Geschirrs am ersten Tag sehr niedlich gefunden, doch inzwischen hatte sie sich daran gewöhnt. Es hatte ein bisschen was von ‚Merlin und Mim'.

„Sind Sie soweit, Miss Granger?", wandte Severus schließlich das Wort an sie und Hermine versteckte sich einen Moment länger als gewöhnlich hinter der Zeitung, um den Stich zu verarbeiten, den ihr diese förmliche Anrede versetzte. Gestern Abend war sie noch Hermine gewesen, die Frau, die ihn wahnsinnig machte. Heute musste sie dafür sorgen, dass in ihrem Kopf aus ‚Severus' wieder ‚Snape' wurde.

Mindestens ‚Snape'...

„Natürlich, Sir", erwiderte sie schließlich und begegnete seinem Blick. Es stand eine stumme Entschuldigung darin und sie wusste, dass er zuvor das gleiche gedacht hatte wie sie selbst.

„Dann sollten wir keine Zeit verschwenden."

Sie müssen an der Härte Ihrer Stimme noch arbeiten, Professor Snape, dachte sie in einem Anflug von Sarkasmus und zuckte dabei unmerklich zusammen. In ihrem Kopf würde er nie wieder ‚Professor Snape' sein.


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Sie wartete auf dem Rasen, während Snape die Tür hinter sich verschloss und dann ihre beiden Taschen zur Grenze trug. Hermine ging direkt neben ihm und hin und wieder berührten sich ihre Hände leicht. Zuerst war es wirklich ein Versehen gewesen, danach ließ sie es immer häufiger geschehen. Es würden die letzten Berührungen für eine sehr lange Zeit sein.

Nachdem er das schmiedeeiserne Tor hinter sich geschlossen hatte, lagen seine Blicke ein paar Momente gedankenverloren auf dem Haus. Hermine wusste nicht, was sie tun oder wie sie damit umgehen sollte. Irgendwann fasste sie zögerlich nach seiner Hand.

„Es ist alles in Ordnung", sagte er mit einem abschätzenden Blick und sie lächelte traurig.

„Nein, das ist es nicht." Seine Gesichtszüge entglitten und er schaffte es nicht, ihrem Blick standzuhalten. Sie legte ihre andere Hand an seine Wange und drehte den Kopf des Tränkemeisters zu sich, so dass er sie ansehen musste.

Nur ein letzter Kuss...

„Hermine, wir sollten das nicht tun." Und zog sich zurück.

„Ich weiß." Ihre Hand glitt in die schwarzen Haare und legte sich an seinen Hinterkopf. Dann zog sie seinen Kopf zu sich herunter und streckte sich ihm gleichzeitig entgegen. Flüchtig und leicht unbeholfen begegneten sie sich und für einen Moment verharrten sie, nur die Lippen aneinander gepresst.

Schließlich schob er sie mit sanfter Gewalt von sich. „Wir müssen gehen."

Sie nickte. „Okay." Ihre Finger schlüpften aus seinen und sie fühlte sich auf einmal furchtbar alleine und kalt. Entschlossen griff sie nach ihrer Tasche und konzentrierte sich auf die Grenze von Hogwarts. Nur den Bruchteil einer Sekunde später verschwand der Mann, den sie liebte, und als sie seiner Spur folgte, fand sie lediglich... ihren Lehrer.

„Trödeln Sie nicht herum, Miss Granger! Sonst ist Gryffindor in den roten Zahlen, bevor das Schuljahr überhaupt begonnen hat." Mit diesen Worten öffnete er das Tor von Hogwarts und ließ sie ein.

Als sie ihm über das Gelände folgte, wurde Hermine das ungute Gefühl nicht los, dass das letzte Schuljahr in vielerlei Hinsicht das schwerste überhaupt werden würde.


TBC...
Damit schließen wir wieder einen Teil der Story ab, zwar kein ganzes Schuljahr, aber die erste Hälfte der Ferien. Jetzt kommt wieder eine recht lange Durststrecke, aber es wird Momente geben, die dem auf den Ländereien in Kapitel 17 nicht unähnlich sind. Ich hoffe, das tröstet ein wenig. :)