Survivors
von Dyce
übersetzt von Alcina vom Steinsberg

Disclaimer: Das Hogwarts-Universum und seine Figuren sind geistiges Eigentum von J.K. Rowling. Die Autorin, Dyce, und ich haben es uns nur ausgeliehen. Die Geschichte und der Apotheker gehören Dyce, mir nur ein paar Formulierungen :o).

Ü/N Ein riesenriesengroßes Dankeschön an meine unermüdliche und phantastische Beta, TheVirginian!
Die Übersetzung geschieht mit freundlicher Genehmigung der Autorin. Ihr Profil und das Original sind hier auf ffnet zu finden.

Seit dem Ende des Krieges und Voldemorts endgültiger Vernichtung waren beinahe drei Monate vergangen. Die Menschen gewöhnten sich langsam daran, wieder einmal überlebt zu haben und machten Langzeitpläne, die Geburtenrate stieg. Und Hermine fragte sich, was wohl aus Severus Snape geworden sein mochte. Seit seiner Entlassung aus St. Mungos zwei Monate zuvor hatte ihn niemand gesehen oder, soweit sie wußte, auch nur an ihn gedacht.

Und das nach all dem, was Voldemort ihm angetan hatte... Dieser zumindest hatte nicht bezweifelt, daß Snape ein Verräter war. In St. Mungos hatte unter strenger Bewachung eine Anhörung stattgefunden, während Snape noch im Koma lag. Da Harry selbst Patient war und Ron... nicht mehr da, hatte Hermine den Großteil des Beweismaterials geliefert, inklusive einiger Details, die die Jungs vermutlich lieber verschwiegen hätten, wie etwa Snapes Einsatz im dritten Schuljahr, um sie vor einem Werwolf und einem verurteilten Mörder zu retten, oder Professor Dumbledores wiederholte Anspielungen Harry gegenüber in Bezug auf Snapes Fähigkeiten als Okklumens und Leglilimens. Das Gericht hatte unter Berücksichtigung aller Beweismittel entschieden, Professor Dumbledores Tod nicht als Mord, sondern als heroisches Opfer anzusehen.

Als er erwachte und sein Körper zu heilen begann, wurde Snape schließlich freigesprochen. Er war weder über sein Aufwachen noch über die unausgesprochene Anerkennung seiner Tat sonderlich erbaut und hatte, sobald es ihm gestattet wurde, St. Mungos verlassen und war verschwunden.

Ungefähr um diese Zeit war Hermine schließlich zusammengebrochen und hatte über einen Monat lang geweint. Ron war tot, und an manchen Tagen schien der Preis zu hoch selbst für Voldemorts Vernichtung.

Als sie sich schließlich wieder fing, begann sie, nach „ihren" Leuten zu suchen und herauszufinden, wie es um sie stand. Harry fühlte sich zeitweilig verloren und verängstigt, aber er hatte Ginny, und die beiden würden es schaffen. Mit dem magischen Ersatz für seinen verlorenen Arm kam er erfreulich gut zurecht. Auch der Rest der Weasleys war soweit in Ordnung. Ihre Eltern, sicher in der Muggelwelt, hatten glücklicherweise das Schlimmste nicht mitbekommen. Luna war in Ordnung, ebenso wie Neville und die Lehrer, mit der Ausnahme des armen Professor Flitwick, dessen Verlust beinahe so schlimm schmerzte wie der Rons.

Niemand wußte jedoch, was aus Professor Snape geworden war - oder interessierte sich überhaupt dafür.

Hermine hatte es in Hogwarts versucht, ohne Erfolg. Von den Hauselfen erfuhr sie, daß Snape seinen gesamten privaten Besitz und seine Bücher mitgenommen hatte – von ihnen bis an die Grenzen des Geländes gebracht-, und dann verschwunden war. Wohin wußten sie nicht. Winky war jedoch mit ihm gegangen, wie sie zu ihrer Überraschung erfuhr. Die Hauselfe hatte verkündet, daß sich schließlich jemand um ihn kümmern müsse, und er habe auch sehr krank ausgesehen. Die anderen Hauselfen begrüßten es, daß Winky etwas Sinnvolles zu tun hatte und schenkten der Sache keine weitere Beachtung.

Madam Pomfrey konnte ihr letzendlich weiterhelfen. Sie hatte Zugang zu allen Lehrer- und Schülerdaten, falls diese über die Ferien benötigt wurden, gab ihr Wissen aber nur widerstrebend preis. Schließlich war sie unter Hermines Bitten und offenbarer Sorge weich geworden und hatte Snapes Sommeradresse herausgerückt.

Hermine apparierte im Hinterhof eines verlassenen Hauses, das langsam in sich zusammenfiel. Sich einen Weg durch den vollkommen verwilderten Garten suchend überlegte sie, ob sie wohl weit laufen mußte – nein. Direkt vor ihr neigte sich ein Straßenschild wie betrunken zur Seite, auf dem Spinner's End stand. Sie war in der richtigen Straße, und mindestens die Hälfte der Häuser war so baufällig wie das, aus dessen Garten sie kam. In der Ferne zogen Fabrikschornsteine ihren Blick auf sich. Auch jetzt, mitten am Tag, war kein Rauch zu sehen. Eine von den vielen Industriestädten, deren Fabriken seit langem geschlossen waren und die, ihres Einkommens beraubt, langsam vor sich hinstarben. Von dieser hier war nicht mehr viel übrig, obwohl sie vor zwanzig oder dreißig Jahren ein belebter Ort gewesen sein mußte.

Und hier war also Snapes Zuhause. Der Mann hörte wohl nie auf, sich selbst zu quälen.

Sie folgte der Straße bis zum letzten Haus. Ja, da war der übergroße Steindrache im Vorgarten, und das Haus sah zwar nicht sonderlich achtbar aus, war aber zumindest nicht vom Einsturz bedroht. Es sah klein und sah schäbig aus, trotz verschiedener Hinweise auf Winkys Anwesenheit - sauber geputzte Fenster, eine sorgfältig gekehrte Treppe und so weiter. Hermine konnte sich nicht vorstellen, daß Snape sich um den Zustand seiner Eingangstreppe scherte.

Sie stieg zur Haustür hinauf und klopfte vorsichtig. „Hallo?", rief sie, falls Winky den Befehl hatte, die Tür Muggeln nicht zu öffnen, „Ich bin es - Hermine Granger."

Einen Moment später ging die Tür auf, und vor ihr stand Winky, in einem sauberen rosa Kissenbezug anstelle ihrer Kleidung. Die kleine Elfe warf Hermine einen zutiefst mißtrauischen Blick zu. „Was will die Miss hier?", wollte sie wissen. „Niemand braucht hier keine Kleider nicht."

„Ich habe keine mitgebracht, Winky. Außerdem brauchst du gar keine. Ich wollte nur..."

Sie schwieg verlegen. Sie hatte sich auf die Suche nach Snape gemacht ohne weiter darüber nachzudenken. Sie hatte nur einen nach dem anderen gesucht, gefunden und wieder in ihr schwer erschüttertes Weltbild eingepaßt. Als sie Snape nicht fand, suchte sie gründlicher, doch er schien einfach verschwunden. Es war schlimm genug, daß manche gestorben waren und sie ihre Welt ohne sie einrichten mußte. Sie würde nicht zulassen, daß andere einfach daraus verschwanden.

„Ich habe mir Sorgen gemacht", erklärte sie nach einer Weile. „Er hat das Krankenhaus verlassen, und niemand hat ihn seither gesehen."

Winky entspannte sich etwas. Sie war offenbar erleichtert, daß die Verrückte Miss Hutversteckerin nicht gekommen war, um ein Gewese um Hauselfenfragen zu machen.

„Master Snape geht es nicht gut", vertraute sie Hermine an und warf ihr einen sorgenvollen Blick zu. „Die Wunden, die der Dunkle Lord Master zugefügt hat, heilen nur langsam. Winky sorgt sich um ihn."

Hermine nickte. „Ich bin froh, daß du hier bist und dich um ihn gekümmert hast", sagte sie und schaute an Winky vorbei in das kleine, schäbige Wohnzimmer. „Er hätte hier sterben können, ohne daß es jemandem aufgefallen wäre."

Winky nickte ärgerlich. „Niemand kommt und besucht Master Snape", stimmte sie zu. „Miss Granger ist der erste Besuch, seit wir hergekommen sind. Keine Briefe, und er will keine Zeitung. Er sagt auch zu Winky sie soll gehen, aber sie bleibt. Winky mag – frei sein", sie schauderte bei dem Wort, „aber sie weiß, wann man auf jemanden aufpassen muß."

Hermine nickte. „Er war sehr tapfer", sagte sie leise. „Er war der einzige, der es wagte, so beim Dunklen Lord zu spionieren." Er hatte auch eine Menge Dinge getan, die alles andere als bewundernswert waren. Aber in Hermines Augen machte seine Bereitschaft, sein Leben für eine nachtragende und undankbare Zauberergesellschaft zu riskieren, eine ganze Menge wett.

Winky nickte mißmutig. „Und niemand schätzt, was er getan hat", fügte sie mürrisch hinzu. „Er glaubt, er ist unerwünscht. Winky denkt, er will sich hinlegen und zu Tode grämen, aber Winky läßt es nicht zu."

„Gut für dich, Winky", lächelte Hermine. „Darf ich hereinkommen? Ich würde gerne nach ihm sehen und schauen, wie es ihm geht. Ich bin keine Medihexe, aber ich habe ein bisschen was gelernt. Vielleicht kann ich helfen."

„Wenn Miss Granger helfen kann, ist Miss Granger willkommen", sagte Winky und machte die Tür weit auf. „Master Snape wird schreien, er wird immer böse, wenn man ihm hilft, aber Miss Granger darf nicht darauf achten."

„Darin habe ich jahrelange Übung", versich(t)erte ihr Hermine und trat in einen zellenähnlichen Raum.

Ihr bibliophiles Herz machte einen Satz beim Anblick all der Bücher. „Wo ist er?"

„Master Snape hat das Bett heute noch nicht verlassen", meinte Winky sorgenvoll. „Das passiert immer öfter. Wenn Winky Speisen bringt, ißt er, aber nur wenig. Winky denkt...", ihre Lippe zitterte, als sie fortfuhr: „Winky denkt, Master Snape will nicht gesund werden."

Hermine biß sich auf die Lippen. „Tatsächlich?", sagte sie grimmig. „Bring mich auf sein Zimmer. Und Winky – warne ihn nicht vor." Sie grinste plötzlich. „Eine unerwartete Irritation könnte etwas von seinem Feuer entzünden."

Winky nickte. „Etwas ist gut daran, daß Winky frei ist", gab sie zu und öffnete eine hinter einem Bücherregal vesteckte Tür, „sie kann tun, was für den Master gut ist, nicht nur, was Master befiehlt." Sie führte Hermine eine schmale Treppe hinauf.

Wie versprochen warnte Winky Snape nicht vor, sondern trottete ins Schlafzimmer, murmelte besorgt vor sich hin und hob ein paar Bücher vom Boden auf. Mindestens eines sah aus, als sei es geworfen worden. Kein gutes Zeichen - wenn er bereits so gleichgültig war, daß er es riskierte, ein Buch zu beschädigen...

Hermine trat ein. Daß sie bei seinem Anblick nicht erschrocken zusammenzuckte, lag nur daran, daß sie durch den Krieg immun dagegen geworden war.

Snape lehnte mit geschlossenen Augen in den Kissen. Die Narben in seinem Gesicht waren kaum verblaßt seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, und die eine, die über seine nun leere linke Augenhöhle lief, war immer noch tiefrot entzündet. Er hatte inzwischen noch mehr Gewicht verloren, dabei hatte er schon vorher nichts zuzusetzen gehabt. Trotz seiner Größe hatten Luna und sie keine Schwierigkeiten gehabt, ihn aus Voldemorts Versteck herauszutragen. Jetzt würde sie es vermutlich sogar alleine schaffen.

Das lockere Nachthemd, das er trug, konnte die Narben um seinen Hals nicht verbergen, und die hochgerutschten Ärmel entblößten die Verbrennungen auf seinen Armen und seine verstümmelten Hände. Nur sieben Finger waren übriggeblieben. Wenigstens waren ihm noch beide Daumen geblieben, die wollte Voldemort für später aufbewahren.

Hermine trat näher. Der unbekannte Schritt erregte seine Aufmerksamkeit oder hatte ihn sogar geweckt. Sein verbliebenes Auge öffnete sich, während seine verstümmelte Rechte nach seinem Zauberstab auf dem Nachttisch tastete. Er richtete seinen unergründlichen Blick für einen langen Moment lang auf sie, bevor sich der gewohnt geringschätzige Ausdruck über seine Züge legte. Mit einem leichten Drehen des Kopfes wandte er den Blick von ihr ab.

„Gehen Sie fort."

„Nachdem ich eine ganze Woche lang nach Ihnen gesucht habe? Ich denke nicht daran." Hermine trat ans Bett und zwang sich, ihn mit kühler Unvoreingenommenheit zu betrachten. „Sie sehen beschissen aus", sagte sie unverblümt.

Er drehte sich überrascht zu ihr hin. Er hatte sie noch nie zuvor fluchen gehört - wie auch sonst niemand - und vor allem nicht über ihn.

„Wie bezaubernd. Haben Sie für diesen markanten kleinen Kommentar auch eine ganze Woche gebraucht? Was für ein Armutszeugnis für Ihren gewohnten Übereifer!"

„Nein, das war eine improvisierte Beleidigung. Ich werde über die nächste gründlicher nachdenken, wenn Sie wünschen." Hermine fischte ihren Zauberstab heraus. „Halten Sie still."

„Das werde ich ganz sicher nicht!" Er setzte sich leicht schwankend auf.

„Miss Granger, nehmen Sie ihren Zauberstab und verfügen Sie sich und Ihr unverschämtes Herumschnüffeln aus meinem Haus! Und das unverzüglich!"

„Nein." Sie schenkte ihm ein süßes Lächeln. „Was wollen Sie tun, Professor? Mich nachsitzen lassen? Hauspunkte abziehen? Das funktioniert nicht mehr."

Sein Auge verengte sich. „Was wollen Sie?"

„Wissen, daß mein leidenschaftlicher Appell an den Wizengamot Ihretwegen nicht vergeblich war", sagte sie scharf. „Ich habe mir den Mund fusselig geredet, um Sie vor Askaban zu bewahren, Severus Snape, und ich habe nicht die geringste Absicht, Ihrem langsamen Verfall zuzuschauen."

Er runzelte die Stirn und blickte sie durchdringend an. „Also habe ich Ihnen für meine - Entlastung zu danken", knurrte er. „Verschwinden Sie, Miss Granger. Ich will weder Ihre Einmischung noch ihre Hilfe und schon gar nicht Ihr Mitleid."

„Das Erste sind Sie nicht in der Lage zu verhindern." Sie begenete ruhig seinem Blick.

„Das Zweite bekommen Sie, ob Sie wollen oder nicht. Das Dritte habe ich nie angeboten und habe nicht die Absicht es jetzt zu tun." Sie ging neben dem Bett auf die Knie, um ihm den Größenvorteil zurückzugeben und schwang ihren Zauberstab mit einem einfachen Diagnosezauber über ihn.

„Dankbarkeit, ja. Aber Mitleid – niemals."

Er stieß die Luft mit einem wütenden Zischen aus, doch sie hatte richtig vermutet. Er war zu schwach, um ihrem Zauberspruch etwas entgegenzusetzen, der Zauberstab lag nutzlos in seiner Hand. Die Erkenntnis, daß er fast bis zur Machtlosigkeit entkräftet war schockierte sie. Sie hatte ihn nie sonderlich gemocht, aber er hatte immer so mächtig und stark gewirkt. Ihn als - als sterblich zu sehen, war erschreckend. Sie setzte sich auf die Fersen zurück und betrachtete erneut sein Gesicht mit einer Aufmerksamkeit, wie sie es an der Schule nie getan hatte. Schmerz und Qual hatten tiefe Linien hineingegraben, Linien, die in den letzten Monaten tiefer geworden, aber schon immer da gewesen waren. Er war blaß wie immer, Zeichen von ständigem Streß und wohl auch Unterernährung.

Kurz gesagt, er sah aus wie das, was er war - ein Mann um die Vierzig, der leicht als zehn Jahre älter durchgehen konnte, zermürbt und ausgelaugt durch jahrelange Belastung bis zum letzten Stoß, der ihn hatte zusammenbrechen lassen, zu schwach sogar, um sie fortzuschicken.

„Winky, gibt es hier noch ein Schlafzimmer?", fragte sie ruhig. Winky bejahte, und Snape warf ihnen beiden einen giftigen Blick zu.

„Warum fragen Sie, Miss Granger?"

„Richte es bitte her, Winky. Ich werde eine Weile hierbleiben", antwortete sie, erstaunlich ruhig. Sie fühlte sich nicht ruhig. Sie wußte nicht, was sie empfand. Verwirrt, wütend, schuldig, unglücklich, zielstrebig... alles Teil eines verwirrenden Ganzen.

„Das werden Sie nicht!", zischte Snape.

„Doch, das werde ich."

Er verzog das Gesicht zu einem höhnischen Lächeln. „Sie geben einen besonders unüberzeugenden und unattraktiven barmherzigen Samariter ab, Miss Granger", fauchte er. „Geben Sie es besser auf, bevor Sie sich endgültig zum Narren machen."

Sie erhob sich. „Nein", gab sie gelassen zurück, „es kümmert mich nicht, was Sie von mir denken, Professor. Aber man schuldet Ihnen etwas. Man ist Ihnen etwas schuldig. Wenn sonst niemand diese Schuld anerkennt, fällt das wohl mir zu."

Etwas in ihrem Ton brachte ihn zum Schweigen, und das eine schwarze Auge blickte sie mit einem rätselhaften Ausdruck an. Sie nickte, drehte sich um und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.

Das Schweigen hielt nicht lange an.

Während der nächsten Tage erlebte Hermine die gesamte wütende und gewaltige Bandbreite an Zorn und Boshaftigkeit, zu der Severus Snape in der Lage war. Sie war beeindruckend, einfallsreich und nimmermüde. Er beleidigte ihre Intelligenz, ihr Auffassungsvermögen, ihre Stärke, ihre Ausbildung, ihre Technik, ihre Einstellung und ihr Aussehen. Es verletzte sie, aber sie bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen und ließ sich nicht provozieren. Wenn sie antwortete, dann ruhig und ehrlich. Wenn sie nicht antwortete, machte sie ein neutrales Gesicht und ignorierte ihn einfach.

Sie wußte, daß ihn diese ihre Fähigkeit erstaunte und vermutete, daß es an ihrer Muggelstämmigkeit lag.

Ihre Großmutter war nach langer Krankheit gestorben, als Hermine klein war. Sie erinnerte sich noch gut daran, wie sie, sechsjährig, ihren Vater unter Tränen gefragt hatte, warum Granny oft so bösartig war. Er hatte ihr erklärt, daß ständige Schmerzen, vor allem, wenn sie lange anhielten, dem Betroffenen langsam die Selbstbeherrschung raubten, bis er irgendwann um sich schlug und das nicht mehr verhindern konnte. Sie hatte es damals nicht wirklich verstanden, aber heute half ihr dieses Wissen.

Half ihr zu verstehen, warum er so verzweifelt um sich schlug, wie er es schon immer getan hatte, half ihr, sich selbst zumindest teilweise davon zu distanzieren.

Zauberer verbrachten selten viel Zeit mit chronisch Kranken. Jeder, der so schwer erkrankt oder verletzt war, daß er nicht sofort geheilt werden konnte kam sofort ins Hospital, und auch das dauerte in der Regel weitaus weniger lang als in der Muggelwelt.

So ertrug sie seine Ausbrüche, auch wenn diese zunehmend ätzender wurden. Und nach neun Tagen geschah das Wunder: Anstatt zu brüllen oder knurren, als sie mit einem Tablett in sein Zimmer kam, sah er sie an und fragte: „Dankbarkeit wofür?"

Hermine blinzelte. „Wie meinen Sie das, 'Dankbarkeit wofür?'" Sie zog sich einen Stuhl ans Bett und nahm Platz. Sie tunkte ein sauberes Tuch in die Schüssel auf dem Tablett – ein Destillat aus Murtlapessenz, Tausendgüldenkraut und ein paar anderer Zutaten. Winky hatte ihr Bestes gegeben, aber sie wußte nicht viel vom Heilen und hatte nicht viel mehr erreicht, als Snapes Narben, seine Umgebung und ihn selbst sauber zu halten. Sein Aussehen hatte das verbessert, wie Hermine mit makabrer Belustigung feststellte.

Er versuche nicht einmal, seine Hand wegzuziehen, als sie danach griff, den Ärmel hochschob und begann, die Narben auf seinem Arm mit der Lösung einzureiben.

„Als Sie ankamen, sagten Sie, daß ich Ihre Dankbarkeit hätte und nicht Ihr Mitleid. Wofür Dankbarkeit?"

„Oh, für Vieles", gab sie zur Antwort und arbeitete sich sorgfältig an seinem dünnen Arm entlang. „Möchten Sie eine Liste?" Er zuckte nicht mehr zurück, als sie ihn berührte, was sie als Fortschritt ansah.

„Ein Beispiel reicht. Nicht, daß ich erwarte, daß Sie sich auf eines beschränken."

Er biß sich auf die Lippen, als sie sich nun zur Hand vorarbeitete und die Stümpfe benetzte, wo der Zeige- und der kleine Finger gewesen waren.

„Ein einziges Beispiel. Also gut."

Sie wechselte zum anderen Arm. „In meinem dritten Schuljahr haben Sie sich einem Werwolf und einem verurteilten Mörder entgegengestellt - von dem Sie wußten, daß er es auf Sie persönlich abgesehen hatte -, bewaffnet mit nichts als einem alten Groll und Ihrem Zauberstab, um drei Schüler zu beschützen, die Sie nicht ausstehen konnten."

„Ein schlechtes Beispiel. Ich hätte mich Black und Lupin auf jeden Fall entgegengestellt, auch wenn Sie nicht so dumm gewesen wären, sich einzumischen."

Er starrte sie finster an, ließ sie aber gewähren, als sie ihren Stuhl zum Kopfende rückte und den Kragen seines Nachthemdes lockerte, um die dickeren Narben an seinem Hals zu behandeln. „Entgegengestellt sicher. In weniger als neun Minuten von Lupins Büro zur Heulenden Hütte gerannt aber wohl eher nicht."

Er blinzelte, was ihr ein feines Lächeln entlockte. "Ich habe ein Denkarium und eine Stoppuhr benutzt, um das herauszufinden."

Snape hob überrascht seine Augenbraue.

„Warum das denn? Und was wollten Sie damit beweisen?"

„Sie beide haben uns das gesagt, als sie gingen, wissen Sie. Professor Lupin sah von seinem Büro aus, wie Ron in den Tunnel unter der Peitschenden Weide gezogen wurde, und Sie sahen ihn vom gleichen Platz aus in den Tunnel verschwinden. Es war leicht, die Erinnerung zu verfolgen und Ihrer beider Zeit zu nehmen."

Er war nun ernsthaft interessiert, und sie erzählte weiter, die Narben in seinem Gesicht dabei behutsam betupfend, was er bisher nicht zugelassen hatte.

„Ich habe es selbst ausprobiert, gehend und laufend. In normaler Gehgeschwindigkeit braucht man etwa achtzehn Minuten, ohne anzuhalten. In Eile vielleicht vierzehn. Laufend - soweit das möglich war - schaffte ich es, in weniger als elf Minuten keuchend in die Heulende Hütte zu stolpern. Professor Lupin schaffte es in zwölf, ohne zu keuchen, aber er ist erstaunlich fit."

Sie ließ das Tuch sinken und fing seinen einäugigen Blick auf. „Sie haben es in weniger als neun Minuten geschafft. Sie müssen den ganzen Weg gerannt sein."

„Sie unterschätzen meinen Hass auf Black, Miss Granger", sagte er, etwas ruhiger geworden.

„Oh nein. Wenn Sie nur Sirius Black im Sinn gehabt hätten, hätten Sie sich Fudge geschnappt, ein paar Dementoren zusammengetrommelt, wären auf dem Besen zur Heulenden Hütte gesaust und hätten sich als genüßlicher Zuschauer zurückgelehnt. Das hätte kaum länger gedauert."

Sie schüttelte ihren Kopf. „Und er befand sich bereits seit Wochen in der Hütte. Es gab keinen Grund, ihn oder Professor Lupin ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zu fangen. Die einzige kritische Komponente waren drei sehr, sehr dumme Kinder, die unbekümmert in die Hände einer Person liefen, von der Sie nur annehmen konnten, daß es sich um einen grausamen und erbarmungslosen Killer handelte."

Snape rutschte unruhig hin und her und brummte mürrisch, sagte jedoch nichts. Hermine fuhr fort: „Sie schnappten sich Ihren Zauberstab und rannten hinter den Kindern her, uns vermutlich mit jedem Atemzug für unsere unsägliche Dummheit verfluchend. Für dieses Husarenstück hätten Sie mit Freuden jeden von uns von der Schule fliegen lassen, wenn Sie gekonnt hätten, davon bin ich fest überzeugt." Sie zuckte mit den Achseln und fing seinen Blick erneut ein. „Aber Sie hätten uns nicht sterben lassen."

Ein Muskel zuckte in seiner angespannten Wange, in seinem mageren Gesicht nur allzu sichtbar. „Verschwinden Sie", knurrte er und wandte den Kopf ab.

Hermine nickte. Damit hatte sie gerechnet. Er hielt mit Klauen und Zähnen an seinem Schutzpanzer des Abscheulichen Fettigen Widerlings fest, und es machte ihn wütend, Löcher darin zu sehen. Sein plötzlicher Zorn bedeutete, daß sie wohl einen Nerv getroffen hatte.

„Die Schüssel lasse ich hier", meinte sie gelassen, „Winky kann sich um die restlichen Narben kümmern. Wenn sie das nicht kann – und das wird sie mir sagen -, komme ich wieder, hexe Ihnen das Nachthemd vom Leib und mache es selbst. Ich mache nicht mit bei Ihrer Selbstkasteiung."

Ein Schwall giftiger Flüche folgte ihr aus dem Zimmer.

In der folgenden Nacht wurde Hermine von panischen Angstschreien geweckt. Neville, soufflierte ihr vernebeltes Hirn, als sie im Halbschlaf aus dem Bett kletterte. Harry, Ginny, Bill... alle hatten sie Alpträume. An ihrer Tür war sie wach genug um zu wissen, wo sie sich befand und wessen Alptraum sie geweckt hatte und rannte über den kurzen Flur zu seinem Schlafzimmer. Die Tür stand offen. Winky war bei ihm, aber ihre flehentlichen Bitten konnten ihn nicht wecken, und der Klang ihrer Stimme schien nicht gerade hilfreich.

„Still, Winky", flüsterte sie und beugte sich über das Bett. Sein Auge stand weit offen, ohne etwas zu erkennen, während er gegen die Bettlaken kämpfte und seine Hände sich verzweifelt in Gesten von Zaubersprüchen bewegten. Sein angstvolles Jammern und Wimmern schnitt ihr ins Herz. Sie hätte sich gewünscht, ihr wäre all dies nicht so vertraut gewesen...

„Professor!" - Nein, das brachte jetzt nichts, er war zu tief in seinem Traum verstrickt.

„Severus", sagte sie sanft und gab ihrer Stimme einen freundlichen und beruhigenden Klang. „Severus, sieh mich an. Ist ja gut, alles ist in Ordnung. Es ist nur ein Traum."

Sie legte die Hände auf seine Brust und Wange, bemüht, ihn nur ganz leicht zu berühren. „Sch, sch, ist ja gut, Severus. Du träumst nur. Sieh mich an, Severus, es ist gut. Du bist in Sicherheit, schsch..."

Sie sprach ihn immer wieder an und wiederholte ihre Worte, bis er langsam ruhiger wurde und aus dem Traum auftauchte. Endlich blinzelte er und wandte ihr den Blick zu.

„Wa – was -" Er holte zitternd Luft. „Miss Granger -"

„Hermine", berichtigte sie und nahm ihre Hände fort. „Under diesen Umständen – Hermine."

Er versteifte sich, und sie begriff, wie sehr ihn ihre Gegenwart beschämen mußte.

„Ist schon in Ordnung", meinte sie mit einem wehmütigen Lächeln. „Wirklich. Nach allem was geschehen ist schläft keiner von uns mehr jede Nacht durch. Sie können mich dann wecken, wenn ich an der Reihe bin."

Er nickte langsam und entspannte sich wieder. „Ich nehme an, daß es heutzutage wohl nichts Ungewöhnliches ist", gab er erbittert zu. „Ich – werde mich revanchieren, Miss Granger." Er verzog das Gesicht, als hätte er auf etwas besonders Bitteres gebissen.

„Danke", brachte er schließlich heraus, eindeutig alles andere als dankbar.

„Gern geschehen." Sie stand auf. „Winky soll Ihnen Tee oder so bringen. Irgendwas beruhigend Alltägliches. Ich finde, es hilft."

Er nickte verwundert, und sie schlüpfte gähnend hinaus. Erst als sie wieder in ihrem Zimmer war, wurde ihr bewußt, was sie trug. Sie grinste amüsiert beim Anblick ihres zarten elfenbeinfarbenen Satinnachthemds. Entweder war es die perfekte Nacht, um so etwas zu tragen – oder die absolut falsche. Sie konnte beim besten Willen nicht sagen, was er von so einem Kleidungsstück in ihrem Besitz hielt, oder von der Tatsache daß sie es trug und vor allem davon, daß sie es in seinem Haus trug. Aber gleichgültig, ob es seine Meinung von ihr hob oder minderte - ihr Anblick hatte zumindest einen Großteil seiner Panik vertrieben. Das war doch immerhin etwas.

Tee!

Sie platzte in sein Schlafzimmer, beschämte ihn, da sie ihn in einem Moment noch größerer Schwäche sah, blieb dabei zum Verrücktwerden gelassen und stolzierte aus Gott weiß welchem Grund in einem knappen Muggelhemdchen durch die Gegend – und dann besaß das Weib die Frechheit ihm TEE zu empfehlen!

Severus bemerkte, daß er mit den Zähnen knirschte und mußte sich zum Aufhören zwingen. Die Kopfschmerzen, die er davon bekam, konnte er jetzt wirklich nicht brauchen. Er setzte sich auf und stopfte sich seine Kissen in den Rücken. Winky brachte den empfohlenen Tee und, wie er mit einem stummen Seufzer bemerkte, auch ein paar Kekse. Das war ihr einfach nicht abzugewöhnen. „Das reicht," befahl er. Sie betrachtete ihn besorgt, nickte aber und verschwand.

Es war wohl nur Winkys Verdienst, daß er am Leben geblieben war seit seiner Rückkehr hierher. Er war nicht besonders dankbar dafür.

Ein kleiner, objektiver Teil seines Gehirns identifizierte seinen Zustand als eine schwere, klinische Depression, bei der eine posttraumatische Belastungsstörung sicher ihre nicht unbedeutende Rolle spielte. Nerven, über Jahre bis an ihre Grenzen und darüber hinaus belastet, hatten schließlich nachgegeben. Der analytische Teil seines Geistes verstand, warum er keinen besonderen Grund mehr hatte, um am Leben zu bleiben. Doch ändern konnte er daran nichts.

Es hatte ein wenig geholfen, sein Elend und seine hilflose Wut an dem Mädchen auszulassen. Wenn sie stärker darauf eingegangen wäre, hätte es wohl mehr gebracht, aber zumindest hatte sie nicht immer verbergen können, wie sehr er sie verletzt hatte. Das war immerhin etwas. Meistens jedoch schienen seine Worte einfach an ihr abzuperlen, was ihn äußerst verdroß.

Snape nippte stirnrunzelnd an seinem Tee. Weshalb war sie eigentlich hier? Von ihrer Feststellung am ersten Tag abgesehen hatte sie es nie begründet. Man schuldete ihm etwas... wer sollte ihm wohl etwas schulden? Und weshalb nur sah sie es als ihre Verpflichtung an, diese angebliche Schuld einzulösen? Ihre Anwesenheit war und blieb ein Rätsel, und das irritierte ihn.

Sie war eine Gryffindor. Gryffindors waren Gefühlsmenschen und hatten romantische Ehrvorstellungen. Möglicherweise dachte sie, daß Potter ihm etwas schuldete und versuchte diese Schuld zurückzuzahlen. Oder die Schule... oder sogar die gesamte Zauberergesellschaft. Das konnte passen... er galt als „Held" (was für ein erbärmlicher, übelkeiterregender Gedanke, er wußte nicht, warum das so komisch wirkte), und man schuldete ihm Anerkennung und Lob. Bekommen hatte er nichts davon. Und so war Hermine Granger, mit ihrem Wuschelhaar, ihrer Hartnäckigkeit und ihrer plötzlichen und befremdlichen Reife gekommen, um sich persönlich darum zu kümmern. Um sich um ihn zu kümmern, schwach wie er war, sein Temperament und seine Beleidigungen zu ertragen, um ihm die Fürsorge und den Respekt zu geben, die er verdiente und die man ihm versagte. Es war eigentlich gar nicht komisch, wenn er darüber nachdachte.

Morgen würde er aufstehen. Aufstehen, kräftiger werden und dieses aufdringliche kleine Weibsstück, das sich in alles einmischte, aus seinem Haus werfen. Eigenhändig.

„Warum tut Hermine das?", fragte Winky am nächsten Tag. „Kommt her und bedient Master Snape wie eine Hauselfe?"

Hermine blinzelte. Für eine Hauselfe mußte es wohl genauso aussehen, dachte sie.

„Das ist – kompliziert, Winky", sagte sie nach einer Pause.

Sie waren am Polieren. Winky hatte einen kleinen Schock bekommen, als Hermine zu ihr nach unten kam und aufs Helfen bestand. Als Hermine ihr erklärte, daß sie eine Beschäftigung brauchte, hatte sie es gestattet. Ruhelosigkeit schien sie zu verstehen. Und sie benutzte endlich Hermines Vornamen.

„Kompliziert." Winky rieb eifrig an einem Kerzenständer aus Messing. „Meistens heißt das, jemand weiß es selbst nicht so genau, oder will es nicht sagen. Wenn es das zweite ist, wird Winky nicht fragen, aber wenn es das erste ist, sollte Hermine darüber nachdenken."

Hermine nickte. „Ich vermute, das sollte Hermine wirklich", stimmte sie zu und rieb mit einem weichen Tuch behutsam über einen silbernen Bilderrahmen. Das sich bewegende Zauberfoto in dem Rahmen zeigte eine dünne Frau mit einem flachen Gesicht, die ein schwarzhaariges Kleinkind mit einer merklichen Hakennase im Arm hielt. Severus – seit der letzten Nacht waren sie in ihren Gedanken definitiv auf Vornamensbasis – war überraschend niedlich als Kind, obwohl er schon damals sein kleines Gesicht störrisch verzogen hatte.

„Ich möchte ihn nicht verlieren", sagte sie nach einer Weile weich. „Nicht, daß wir jemals Freunde gewesen wären. Wir wußten die meiste Zeit nicht einmal, daß wir Verbündete waren. Aber er ist – er ist mir altvertraut, verstehst du? Er ist Teil meiner Welt, auch wenn das ein Teil ist, den ich nicht sonderlich mag."

Winky nickte. „Die Welt hat sich sehr, sehr verändert", stimmte sie ernst zu. „Besonders dieses Jahr. Viele gute Dinge sind verschwunden, viele Dinge sind für immer anders. Winky ist froh, daß sie etwas Vertrautes hat. Jemanden, der sie braucht."

Hermines Kehle wurde eng. „Vor ein paar Monaten... habe ich jemanden verloren, den ich sehr liebte", sagte sie ruhig. „Der einzige Mensch, in den ich je verliebt war. Und andere Freunde sind ebenfalls gestorben. Noch mehr sind verletzt und verstümmelt worden." Ihre Stimme brach, und sie schaute auf das Bild hinunter, während sich ihre Augen mit Tränen füllten. „Ich nehme an, daß es sehr selbstsüchtig von mir ist, aber ich kann es nicht zulassen, daß er einfach – verschwindet. Schlimm genug, daß Menschen fortgehen, weil sie sterben. Aber der Welt zu sterben während man noch am Leben ist..."

Winky langte über den Tisch und legte ihre kleine Hand auf Hermines. „Winky weiß, wie es ist, Leute zu verlieren", sagte sie leise. „Winky ist froh, daß Hermine Master Snape daran hindert, sich selbst zu verlieren."

Hermine schüttelte den Kopf. „Das würde ich gerne, Winky, aber ich fürchte, das kann ich nicht. Es ist mein Wunsch zu helfen, aber..." sie schnaufte frustriert. „Menschen sind so schwierig in Ordnung zu bringen", gab sie reumütig zu. „Wenn er eine – eine Uhr wäre, oder ein Trank, dann könnte ich ihn auseinandernehmen oder in seine Bestandteile destillieren, herausfinden, was nicht stimmt und es in Ordnung bringen. Aber ich kann es nicht. Alles was ich tun kann ist hier zu sein. Ob es hilft oder nicht. Wenigstens weiß er, daß er nicht vergessen worden ist."

„Es hilft, daß Hermine da ist", sagte Winky voller Ernst und mußte dann grinsen.

„Sie gibt Master Snape etwas zum Nachdenken und zum Anschreien. Er verläßt jetzt das Bett, und heute morgen hat er eine Teetasse geworfen. Hermine hinauswerfen zu wollen, ist ein guter Grund um gesund zu werden."

Hermine blinzelte und lachte kläglich. „Nun, wenn es auf diese Weise funktioniert, kann man das wohl als Hilfe rechnen." Sie warf noch einen Blick auf den kleinen Severus, bevor sie das Bild beiseite legte und nach einer Handvoll silberner Löffel griff.

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