Disclaimer: Das Hogwarts-Universum und seine Figuren sind geistiges Eigentum von J.K. Rowling. Die Autorin, Dyce, und ich haben es uns nur ausgeliehen. Die Geschichte und der Apotheker gehören Dyce, mir nur ein paar Formulierungen :o).

Ü/N Wie immer ein riesiges Dankeschön an meine wunderbare, inspirierende Beta, TheVirginian!

Epilog

„Bereit für unseren Auftritt?", murmelte Hermine leise.

Severus nickte. Er war ein bißchen nervös, aber sie hatte recht. Es war der richtige Moment.

„Laß gut sein." Er lächelte zu ihr herunter und berührte sanft ihre Hand, die auf seinem Arm lag. „Ich bin vollkommen in der Lage, einen überfüllten Raum mit einer bezaubernden jungen Frau am Arm zu betreten."

Sie lachte und drückte leicht seinen Arm. „Nun, wenn du es so siehst..." Sie öffnete die Tür, und gemeinsam traten sie ein.

Die Gespräche im Raum verstummten. Severus war dankbar für ihre Hand, die seinen Arm beruhigend umfaßte. Er haßte es, wenn man ihn anstarrte, selbst jetzt, aber langsam gewöhnte er sich daran. Immerhin war er diesmal nicht der Einzige – die Leute blickten von ihm und Hermine zu Harry Potter und wieder zurück, in Erwartung einer der berühmten Potterschen Ausbrüche. Er spürte Hermines Anspannung und legte seine Hand beschützend über die ihre.

Harry erhob sich und ging ihnen entgegen. Eine ganze Weile hielt sein Blick den Severus' fest. Dann streckte er seine Hand aus und lächelte Severus reumütig zu. „Ich denke, wir sollten Vergangenes vergangen sein lassen", sagte er leise. „Ich möchte mich entschuldigen. Für alles."

Severus starrte die ausgestreckte Hand einen Moment lang in äußerster Überraschung an und nickte dann.

„Ich – ich entschuldige mich ebenfalls", erwiderte er, vor allem Hermines wegen. Ihr Händedruck wirkte unbeholfen.

Hermine sah von einem zum anderen und dann zu Harrys Platz. „Der Tränkedunst ist wohl der Grund dafür, daß Severus den Verstand verliert", meinte sie, während sich ein strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. „Aber was ist mit Harry los, Ginny? Ist er wieder am Kopf getroffen worden?"

Ginny Weasley, zukünftige Potter, strahlte ebenfalls. „Zu viele Klatscher", meinte sie weise. „Einer von denen muß ihm etwas Verstand eingebleut haben."

Zum ersten Mal in seinem Leben einer Meinung mit Harry, wechselte Severus mit ihm verlegene Blicke, während der Rest des Ordens in Gelächter ausbrach. Aber es war ein freundschaftliches Gelächter, und er bemühte sich, sich davon nicht angegriffen zu fühlen.

Dann kam Minerva zu ihm und stellte ihn den Ordensmitgliedern vor, die er noch nicht kannte. Hermine saß am Feuer, in ein Gespräch mit Ginny vertieft. Hochzeitsvorbereitungen vermutlich – Ginny war mehr als nur erzürnt gewesen, daß sie ganz ohne Empfang und aufwendige Feier geheiratet hatten, ja sogar ganz ohne Gäste. Hermines Eltern, die einzigen, die sie hatten dabeihaben wollen, waren ihre Trauzeugen. Ihre Beziehung hatte ruhig und kameradschaftlich begonnen, und es schien gut zu passen, daß auch ihre Hochzeit so ablaufen sollte. Ginny hatte Hermine erst vergeben, als diese versprach, ihre Trauzeugin zu sein und ihr zu helfen, eine wahnsinnig aufwendige Hochzeit zu arrangieren.

Die Weasley-Zwillinge baten um Aufmerksamkeit. Fred hob sein Glas. „Auf den Orden."

„Auf uns alle", ergänzte George.

„Auf die, die wir verloren haben", fuhr Fred fort und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen.

„Und auf die, die noch da sind", schloß George und grinste Severus zu. Unerschämter Kerl.

Dann hatten sich alle zugeprostet, und er gesellte sich zu Hermine. Ginny hatte sich Harry zugewandt, und seine Frau lehnte gerade einen Feuerwhisky ab, den ein ziemlich beschwipster Hagrid ihr anbot.

Severus hielt schicksalsergeben inne und wartete auf das unvermeidliche Schweigen. Es gab Dinge, die würden sich niemals ändern.

In die Stille war Hagrids Stimme deutlich zu hören. „He, Hermine, du bist kein Kind mehr! Mit Brause kann man nicht anständig anstoßen, du brauchst einen richtigen Drink", erklärte er feierlich.

Hermine warf ihm einen Blick zu. Severus erkannte die amüsierte Resignation in ihren Augen – sie hatte ebenfalls begriffen, daß es unvermeidlich war.

„Danke, nein, Hagrid", sagte sie, „nicht in meiner Verfassung."

Alle schauten erst sie an, dann Severus. Er wußte es, er WUSSTE es, daß er errötete, selbst als er ihr einen stolzen Blick zuwarf. Man sah natürlich noch nichts, aber in ungefähr sechs Monaten...

„Gute Güte, jetzt schon?" fragte einer der Zwillinge mit erhobener Augenbraue. „Ich meine, er wird natürlich nicht jünger, Hermine, aber ist das nicht ein bisschen überstürzt?"

Hermine nippte an ihrer Brause und setzte den rätselhaft-unschuldigen Blick auf, den sie immer trug, wenn sie ungezogen war.

„Naja, du kennst mich doch", meinte sie fröhlich. „Ich habe mir einen genauen Plan gemacht."

Noch immer schwiegen alle gespannt, wobei zumindest Ginny erwartungsvoll grinste.

„Plan?" fragte sein Bruder, die andere Augenbraue hochgezogen.

„Natürlich, ich plane immer vor." Ihr Ausdruck wurde noch unschuldiger. „In den nächsten zehn Jahren habe ich vor, das Geschäft auszubauen und so viele Kinder zu bekommen, wie wir vorhaben, also vermutlich drei. Wenn ich dreißig bin, gehe ich ins Ministerium. Ich bin davon überzeugt, daß ich mit fünfunddreißig Zaubereiministerin sein werde."

Einen Moment lang herrschte verblüfftes Schweigen, dann sah Fred sich um.

„Ja, klar – HE, DUNG!"

„Was?" Mundungus Fletcher, der schon ziemlich angeschlagen aussah, erschien.

„In zehn Jahren fliehen wir aus dem Land, Kumpel", erklärte George ihm.

„Wir kennen sie", grinste Fred in die Runde. „Wenn sie das vorhat, dann schafft sie das auch."

„Sie sind ein tapferer Mann, Snape", fügte George hinzu und prostete Severus zu. „Sie ist brilliant, aber furchterregend."

„Ich weiß", erwiderte Severus und betrachtete seine Frau liebevoll. „Was das anbetrifft, passen wir gut zusammen".

Sie erwiderte sein Lächeln. „Das tun wir". Um sie herum wurden die Gespräche wieder aufgenommen. „Und ich zumindest möchte es auch gar nicht anders haben."

„So wie ich". Lächelnd stimmte er ihr zu.

Ende