Disclaimer: Keine der genannten Personen oder dergleichen gehört mir, Geld wurde mir dafür auch nicht in meinen Hut geworfen.

A/N: Eigentlich geht mir Harry Potter inzwischen richtig auf die Nerven, insbesondere Band 7, und das Fanfictionschreiben in diesem Fandom sowieso. Keine Ahnung daher, weshalb ich diesen Oneshot schrieb, irgendwie ganz schön dumm. Aber meine Muse ist nun mal eigenwillig, und wenn mir das aus einem Krea-Tief heraus hilft, soll es mir nur recht sein.


Lieber Ted, …

Du liegst in der Wiege, in der auch deine Mutter einst gelegen hatte, und schläfst friedlich. Wie sehr ich mir wünsche, dass auch die Welt in Zukunft so sein wird, wie dein Anblick; voller Frieden. Du bekommst noch nichts davon mit, wie gerade allerorts gefeiert wird. Viele dieser Feste sind alles andere als vergnüglich. Wir betrauern die Menschen, die um des Friedens Willen ihr Leben gelassen haben und stellen wieder einmal fest, dass es im Krieg nur Verlierer gibt.

Deine kleinen Fingerchen bewegen sich und du quengelst leise vor dich hin. Ich frage mich, was du wohl träumst und muss trotz meiner Tränen lächeln. Deine Haare wechseln alle paar Minuten ihre Farbe und du erinnerst mich mehr und mehr an Dora, als sie so klein war.
Eben noch waren sie hellgrün, nur um von weiß auf mitternachtsblau zu wechseln.

Was du wohl von deiner Oma hältst, die ständig weint?

Die meiste Zeit meines Lebens habe ich in ständiger Anspannung verbracht, Teddy. Ich hatte mir eindeutig den schwereren Weg ausgesucht, als ich mich von meiner fanatischen Familie verabschiedet hatte und mein eigenes Leben begann, zusammen mit deinem Großvater, dessen Namen du nun trägst. Nie werde ich vergessen, wie meine eigene Mutter und meine große Schwester, die in den letzten Jahren ihres Lebens vom Wahnsinn zerfressen war, mir mit dem Mord an mir und geliebten Menschen gedroht hatte. Wer hätte gedacht, dass es zwanzig Jahre dauern würde, bis sie ihre Drohung wahr gemacht hat?

Es ist nur ein schwacher Trost, dass Bella wenig später selbst starb. – Wenn ich ehrlich bin, ist es gar kein Trost. So naiv es auch klingt, ich hätte mich gerne mit ihr versöhnt, mit einer verrückten Faschistin, die blind war vor Hass und der bedingungslosen Hingabe zum Dunklen Lord.

Teddy, was meinst du, sollte ich vielleicht meiner kleinen Schwester einen Brief schreiben und sie um ein versöhnliches Gespräch fragen? Ich weiß genau, dass Zissy mir damals am liebsten gefolgt wäre, es aber aus Angst und Liebe zu unserer Mutter und Schwester nicht tat. Sie wählte den leichteren Weg, und ich kann es ihr nicht verübeln. Im entscheidenden
Moment war sie so viel mehr eine Slytherin als ich.

Wie viel Zeit seitdem vergangen ist…

Ich habe viel zu früh erwachsen werden müssen und bin es daher noch lange nicht. Eigentlich sollte ich mich um die Vorbereitungen zur Beisetzung deiner Eltern kümmern, doch dazu fehlt mir die Kraft. Viel lieber lasse ich die Zeit ungenutzt verstreichen, in der Hoffnung, dass sie sich von selbst zurückdreht, und betrachte dein vollkommenes, kleines Gesicht.

Lass dir bloß Zeit damit, erwachsen zu werden.

Ich bin unheimlich froh, mich nach dem schlimmen Streit von vor einigen Wochen wieder mit Dora und Remus versöhnt zu haben. Nicht auszudenken, wie viel hilfloser und schuldiger ich mich sonst fühlen würde. Was würde ich jetzt nicht alles dafür tun, um dir einen richtigen Vater zu geben, ganz egal ob Werwolf oder nicht?

Ganz plötzlich öffnest du deine runden Augen, blinzelst kurz in meine Richtung und runzelst deine kleine Stirn, als wolltest du dich davon überzeugen, dass hier alles in Ordnung ist.
Noch ist es das nicht, mein Liebling, aber eines Morgens werde ich sicherlich aufwachen und mit einem Lächeln auf den Lippen sagen können, dass alles vollkommen in Ordnung ist, wie es ist.