Ranma ½ Elseworld

Eine Ranma ½ Fanfiction

Disclaimer: Siehe Kapitel 1

So, das 4. Kapitel. Ein paar Worte zu meinen Reviewern. Als erstes freut es mich, dass die Geschichte solchen Anklang findet. Ich bemühe mich weiterhin unberechenbar zu bleiben. So sollte es für alle mehr Spass machen. Natürlich bekommt Ranma einen Ausgleich für Ryogas Stärke und Ausdauer.

Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Eigentlich sollte das viel schneller fertig werden. Aber es ist nun mal so gekommen.

Das wäre das. Weiter mit der Geschichte. Und natürlich viel Spass.

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Kapitel 4 „Die schwarze Rose"

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Am nächsten Morgen wachten die Einwohner des Tendo-Dojos von den Lauten, die ein übel zugerichteter Panda von sich gab, auf. Genma hatte Ryoga in den Gartenteich geworfen. Und ein äusserst wütender Horny war aus dem Wasser gekommen. Genma hatte noch Zeit, sich über seinen Fehler zu ärgern. Dann begann der Reaper ihm blaue Flecke zu verpassen.

Ranma schaute sehr erfreut zu, wie ihr Vater von einem Reaper rund gemacht wurde. „Ob Oyaji no Baka dadurch lernt, Ryoga schlafen zu lassen?" überlegte Ranma interessiert. Nabiki schaute auf die Uhr. „Noch nicht mal 6 Uhr. Dein Vater sollte schnell lernen, dass ein Mädchen seinen Schönheitsschlaf braucht. Sonst verkaufe ich ihn an einen Zoo." grummelte die Ice Queen. Dann drehte sie sich wieder rum, um sich noch etwa eineinhalb Stunden Schlaf zu gönnen. Und Ranma-chan beschloss, sich ihrer Verlobten anzuschließen.

Gegen 7 Uhr standen die beiden auf. Sie traten aus dem Zimmer und gähnten. Nabiki ging dann als erste ins Bad. Ranma ging rein, als Nabiki fertig war. Dann ging es zum Frühstück.

Genma sass als Panda am Tisch. #Ich habe einen Job. # stand auf seinem Schild. #Ich arbeite für einen Arzt. # stand auf dem nächsten. #Der kann mich dann auch gleich behandeln. # Genma drehte das Schild. #Nie wieder werde ich jemanden am frühen Morgen wecken. # war nun zu lesen. Ranma nickte zufrieden. Und Nabiki grinste teuflisch. Dann flüsterte sie Ranma ins Ohr. „Es geht doch nichts über die Überzeugungskraft eines Mädchens, dass um seinen Schlaf gebracht wurde." meinte sie. Ranma nickte.

Nach dem Essen liefen die beiden Verlobten in Richtung Schule los, Akane würde später folgen. Ryoga nahmen sie ebenfalls mit. Denn der wollte nicht all zu viel Zeit in der Gegenwart seiner aufgezwungenen Verlobten verbringen.

Als sie vor der Schule ankamen, wartete Kuno schon. „Ah, habt ihr die feurige Tigerin Akane Tendo gesehen? Wann beehrt sie uns mit ihrer Präsenz?" rief er den dreien entgegen. „Eine Auskunft kostet dich 500 Yen." kam es von Nabiki. Ranma und Ryoga grinsten einander an. Kuno holte seine Geldbörse hervor und übergab Nabiki das Geld. „Sprich, Söldnerin." forderte der irre Kendo-Ka. Nabiki nickte. „Meine kleine Schwester wird kurz vor Unterrichtsbeginn auftauchen." informierte Nabiki ihren Kunden. Kuno nickte gnädig. „Ich danke dir, Söldnerin." meinte er pathetisch und ging in Richtung der Schule. Nabiki nahm die beiden Jungen mit zu ihren Leutnants. Dort stellte sie Ryoga als einen Freund vor und erklärte die Sache mit seinem Fluch.

Dann beobachteten sie Kunos und Akanes Austausch. „Schöne Akane Tendo, ich grüsse dich." meinte Kuno respektvoll. „Guten Morgen, Kuno." gab Akane zurück. „Ich würde dich gerne auf eine Verabredung einladen." kam es nun von Kuno. Akane überlegte. „Ich nehme an." sagte sie nach einer ganzen Weile. Kuno war sichtlich erfreut. „Treffen wir uns um Punkt 16 Uhr hier am Tor, dann können wir den Rest des Tages geniessen." schlug Kuno vor. Akane überlegte. „Gut. Ich werde mir etwas ausdenken, wo wir hingehen können. Du zahlst natürlich." kam es nun wieder von Akane. Kuno nickte. „Natürlich, schönste Blume der Furinkanschule." sagte Kuno. Ranma und Ryoga mussten bei dem Anblick Gelächter unterdrücken, es fehlte ihrer Ansicht nach nicht viel und Kuno hätte einen Hund imitiert. Dann gingen sie schnell in die Klasse, zu spät kommen war keine Option.

Der Unterricht verlief recht langweilig, bis kurz vor Mittag Ryoga und Ranma einschliefen. Akane warf auf beide mit Stiften, bis sie aufwachten. „Musste das sein?" fragten beide zischend, als der Sensei sich zur Tafel rumdrehte um etwas anzuschreiben. Akane funkelte die beiden böse an. „Ja, das musste es!" gab sie entschieden zurück. Und lauter als beabsichtigt. Der Sensei drehte sich herum. „Miss Tendo, stellen sie sich vor die Tür." meinte er. Akane stand kurz vor einer Explosion. „Verlobter oder nicht, das werdet ihr noch bereuen!" zischte sie Ranma und Ryoga giftig zu. Gosunkugi hörte dem ganzen interessiert zu. Ranma und Nabiki waren verlobt, das bestand kein Zweifel, so blieb also nur der Schluss, das Ryoga mit Akane verlobt war. „NEIN!" rief er aus und musste sich ebenfalls auf den Gang stellen.

Draussen sprach er Akane an. „Warum bist du mit Ryoga verlobt?" fragte er traurig. Akane schaute ihn ungläubig an. „Woher weißt du das?" fragte sie geschockt. „NEIN! Es stimmt also, du bist mit ihm verlobt!" rief Gosunkugi nun aus.

Das brachte eine prompte Reaktion. Alle Schüler aus Akanes Klasse stürmten auf den Gang. „Du bist verlobt? Wer ist es denn? Ist es Kuno? Oder jemand anderer und du betrügst ihn mit Kuno?" schallte es durcheinander. „Sie ist mit Ryoga Hibiki verlobt." meinte Gosunkugi leise. Aber einige hörten ihn trotzdem. „Was? Mit Ryoga?" war die allgemeine Frage. Akanes Ärger wuchs. Es war scheinbar wieder einer der Tage, an denen das Aufstehen nicht lohnte. Ryoga sah ertappt drein, als einige ihn anschauten. Der Sensei gab es schnell auf, die Klasse beruhigen zu wollen und beendete den Unterricht.

Die Nachricht von Akanes Verlobung breitete sich wie ein Lauffeuer aus. Es dauerte nicht lange, bis Kuno das ganze mitbekam. „ICH ERLAUBE ES NICHT!" rief er über den ganzen Schulhof. „Ryoga Hibiki, ich, Tatewaki Kuno, aufgehender Stern am Kendohimmel, blauer Donner der Furinkan Oberschule, verbiete es dir, mit meiner geliebten Prinzessin Akane Tendo verlobt zu bleiben!" rief er aus. Ranma, Ryoga und Nabiki grinsten. „Kuno, die Verlobung wurde von meinem und Ryogas Vater arrangiert. Aber es gibt einen Weg, die Verlobung zu brechen. Ryoga oder Akane müssen ihrem jeweiligen Partner untreu werden." sagte Nabiki grinsend.

Kuno dachte kurz nach, dann rannte er zu Akane. „Lass dich küssen, dann bist du frei von den Klauen des scheußlichen Dämons Ryoga Hibiki!" rief Kuno aus. Akane hielt Kuno erstmal auf Abstand. „Immer mit der Ruhe, das regeln wir besser langsam." meinte Akane schnell. Wenn sie Kuno jetzt erlaubte, sie zu küssen, würde der sich so schnell nicht zufrieden geben. Er würde immer weiter gehen wollen, aber er war dafür noch nicht gut genug erzogen. „Ryoga und ich haben entschieden, dass wir unsere Verlobung als nichtexistent betrachten. Wir haben also genug Zeit, Kuno." meinte Akane zur Erklärung. Kuno nickte zufrieden. „So soll es sein. Und wenn der halbe Dämon es wagt, dich unsittlich zu berühren, so soll er meinen Zorn zu spüren bekommen." rief Kuno aus. Akane nickte. „Gut. So sei es." meinte sie fest. „Aber es bleibt dabei, das wir auf unser Date gehen?" fragte Kuno. „Ja, es bleibt dabei." meinte Akane. „Aber du musst dich benehmen. Sonst gehe ich nicht mehr auf ein Date mit dir. Und das willst du nicht, oder?" fragte Akane zuckersüss. Kuno schüttelte den Kopf. "Ich werde deine Anforderungen erfüllen, Prinzessin." meinte er und stürzte davon. Akane grinste zufrieden.

Am Ende des Schultages wartete Kuno am Schultor auf Akane. Akane hängte sich bei ihm ein und ging mit ihm davon. Ranma, Nabiki und Ryoga schauten den beiden hinterher. „Was bin ich froh, dass Akane nichts von mir will." meinte Ryoga erleichtert. Nabiki und Ranma nickten. Dann fiel Nabiki etwas ein. „Kasumi und Doktor Tofu sollten mit ihrer Verlobung hin machen. Sonst kommt Vater auf die Idee, dich mit Kasumi zu verloben, wenn Akane dich so offensichtlich ignoriert und ablehnt." meinte sie. Ryoga schluckte. „Und das wäre schlecht." entgegnete er. „Gehen wir mal zum Doktor." meinte Ranma daraufhin. Die beiden anderen nickten und dann rannten sie in Richtung der Klinik des Doktors los.

Kurz darauf kamen sie in der Klinik an. „Hallo ihr 3." meinte der Doktor freundlich. „Was führt euch her, verletzt seht ihr nicht aus." wollte er wissen. Nabiki trat vor. „Wir müssen etwas wichtiges mit ihnen bereden. Und zwar. Meine kleine Schwester Akane hat einen Verlobten. Ryoga. Sie will aber nicht mit ihm verlobt werden. Nun könnte unser Vater auf den Gedanken kommen, die Verlobung auf jemand anderen übergehen zu lassen." erklärte Nabiki die Situation. Tofu wurde bleich. „Er würde Ryoga mit meiner Kasumi verloben!?" rief der Doktor aus. Nabiki nickte. „Das ist wahrscheinlich. Sie müssen also schnell machen, wenn sie das verhindern wollen." meinte Ranma. Tofu nickte hektisch. „Ich muss los!" rief er aus und schob die drei regelrecht aus der Klinik. Dann schloss er ab und rannte davon. „Das Problem sollte behoben sein, die Furcht Kasumi zu verlieren, sollte verhindern, dass er austickt, wenn er sie sieht." meinte Nabiki. Die Jungen nickten und folgten ihr nach Hause.

Tofu machte den Weg zu den Tendos in Rekordzeit. Er klopfte ungeduldig an die Tür. Kasumi öffnete. Der Doktor trat ein, seine Furcht Kasumi zu verlieren war schlimmer, als jeder Wahnsinn, dem er verfiel, wenn er sich der ältesten Tendoschwester näherte. „Hallo, Kasumi. Ich muss etwas wichtiges mit dir besprechen." meinte der Doktor. Kasumi nickte. „Kommen sie doch bitte herein." meinte sie freundlich und liess den Doktor eintreten. Tofu bedankte sich und trat ein. Zusammen gingen sie ins Wohnzimmer, wo Soun und Genma Shogi spielten. Der Doktor verlor keine Zeit und trat zu Soun. „Herr Tendo, ich möchte um die Hand ihrer Tochter Kasumi anhalten." sagte er. Soun überlegte kurz. „Wenn mein Mädchen nichts dagegen hat, dann gerne." stimmte Soun zu. Kasumi lächelte erfreut. „Natürlich habe ich nichts dagegen." meinte sie mit Freude in der Stimme. Und Doktor Tofu begann die Wände hochzulaufen. Dabei rief er. „Sie hat ‚Ja.' gesagt! Sie hat ‚Ja.' gesagt!"

Kurz darauf kamen Ryoga, Ranma und Nabiki wieder. Ranma sah sofort, dass der Doktor völlig draussen war. Er sprang los und verpasste dem Doktor eine Kopfnuss, die ihn wieder zu Sinnen kommen liess. „Danke Ranma." meinte Tofu dankbar. Er schaute den Jungen noch eine Weile an. „Ich habe ein Pergament für dich. Das sollte dir hilfreich sein." meinte er dabei. „Ich kann es offen gesagt nicht brauchen. Es ist etwas spezielles." setzte er dazu. Dann verbeugte er sich vor Kasumi. „Ich muss leider los, meine Patienten warten auf mich." meinte er traurig und verliess das Anwesen der Tendos.

Ranma schaute verwirrt drein. „Was meinte der Doc mit einem Pergament, das mir helfen kann, aber für ihn nutzlos ist?" fragte er, aber keiner konnte ihm dazu etwas sagen. „Naja, ich hol es mir morgen ab." meinte er und ging ins Dojo um zu üben. Nabiki und Ryoga folgten ihm.

Genma und Soun beobachteten die Jugendlichen zufrieden. Nabiki machte schnelle Fortschritte, sie würde zwar noch eine ganze Weile brauchen, um es auch nur ansatzweise mit der Kraft Ranmas oder Ryogas aufnehmen zu können, aber sie hatte ein Talent fürs Ausweichen, Lücken in der Deckung entdecken und kontern. Sie bewegte sich flinker als die Jungen. Ryoga war zwar nicht zu schnell, aber er hielt einiges aus. Wenn man ihn mit einer Kampfmaschine vergleichen sollte, so wäre er ein Panzer. Durchschlagende Kraft kombiniert mit guter Ausdauer und einer gewissen Immunität gegenüber Treffern. Die beiden anderen waren nicht so einfach zu vergleichen. Deshalb versuchten Genma und Soun es auch gar nicht erst.

Nach etwa 2 Stunden machte Nabiki als erste Schluss. Die beiden Jungen hatten sie bis an ihre Grenzen getrieben und sie war jetzt rechtschaffen müde. Sie ging ins Bad und genehmigte sich ein etwas längeres Bad. Ryoga und Ranma gingen immer noch aufeinander los. Sie hatten den Kampf in den Garten verlegt. Und es kam was kommen musste, beide fielen in den Gartenteich. Und das Match, das bis eben noch auf Sieg Ranmas stand, drehte sich. Horny stieg aus dem Teich und verpasste Ranma-chan einen heftigen linken Haken. Ranma wurde die Luft aus den Lungen gepresst. Sie keuchte. ‚Verdammt, dieser Fluch passt perfekt zu Ryoga. Leichte Treffer hinnehmen um vernichtende Treffer landen zu können. Was mach ich nur? Ich muss ihn irgendwie schwächen, aber das geht schlecht. Er hält zu viel aus. Ich hoffe mal, dass das klappt, sonst verspottet Paps mich bis ans Ende aller Tage.' dachte Ranma und drehte sich zu Ryoga. „Schau mal her!" rief sie und öffnete ihr Hemd. Ryoga fielen fast die Augen aus dem Kopf und ein Strom aus Blut floss aus seiner Nase. Dann fiel er um. Und Ranma schaute völlig verblüfft drein. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Einfluss auf Ryoga hat." meinte sie ungläubig. Dann hob sie den verlorenen Horny hoch und schleifte ihn ins Bad. „Nackte Mädchen sind also schon mal ein Schwachpunkt." stellte Ranma grinsend fest während sie ihren Kumpel ins Bad schleifte. „Aber sowas kann ich nicht der Öffentlichkeit machen. Es wäre zu peinlich. Selbst das hier im Garten war schon peinlich." murmelte sie vor sich hin.

Nabiki verliess das Bad, als Ranma ins Bad ging. „Wie hast du Ryoga KO bekommen?" fragte Nabiki ihre Verlobte. „Ryoga verträgt den Anblick einer entblößten weiblichen Oberweite nicht. Er ist umgefallen, dabei wollte ich ihn damit nur ablenken. Aber es hat besser funktioniert, als ich jemals gedacht hätte." meinte sie verlegen grinsend. Nabiki grinste diabolisch. „Mach das besser nicht in der Öffentlichkeit. Sonst ist dein Ruf schnell im Eimer." meinte sie und zog Ranma zu sich und gab ihr einen feuchten Kuss. „Komm mich heute nacht besuchen." meinte sie verführerisch. Ranma grinste nur einfältig und schleppte Ryoga ins Bad. Dort weckte sie ihn mit kaltem Wasser. „Aufwachen, Kumpel." meinte Ranma grinsend zu Ryoga. Der schaute Ranma an. „Das war ein ganz mieser Trick." meinte er anklagend. Ranma nickte. „Aber er hat funktioniert." meinte sie. Ryoga nickte nur. Dann stiegen er und Ranma in die Wann und verwandelten sich zurück.

Am nächsten Morgen weckte niemand Ranma und Nabiki. Genma war leise aufgestanden und ins Dojo gegangen. Er begann seine Katas zu üben und merkte, dass er ein wenig eingerostet war. Diese Tatsache bestärkte seinen Entschluss, dass er eine Trainingsreise mit Soun machen würde.

Am Frühstückstisch war es ebenfalls relativ ruhig. Ryoga, Ranma und Nabiki machten als erste los, Akane würde noch ein wenig warten.

Vor der Schule erleichterten sie Kuno wieder um ein paar Yen, Nabiki bot ihm einen Satz Fotos an. Als Kuno hörte „Fotos von Akane" wurden seine Augen glasig. Er hatte keine grossen Einwände für einen Satz von 10 Fotos 7000 Yen zu zahlen. „So schön, so anmutig." murmelte er. Ryoga und Ranma mussten sich ein Lachen verkneifen. Die Bilder zeigten Akane beim zerschlagen von Betonblöcken und beim Krafttraining.

Der Rest des Schultages verlief friedlich. Nabiki nahm Ryoga mit nach Hause und Ranma machte einen Umweg zu Doktor Tofu. Da er nicht auf den Weg achtete, wurde er von einem vorbeifahrenden Auto mit kaltem Wasser bespritzt, verwandelte sich in ein Mädchen und seufzte. Dann richtete sie ihre Klamotten und ging weiter zur Praxis des Doktors.

Dort angekommen trat sie direkt ein. „Hey, Doc!" rief Ranma in die Klinik. Doktor Tofu steckte seinen Kopf aus dem Behandlungszimmer. „Hallo Ranma. Komm rein. Ich habe auch gleich Zeit für dich. Es ist grade niemand anderes da." entgegnete der Arzt. Ranma nickte kurz und trat in das Behandlungszimmer. „Also Ranma, ich habe hier eine Schriftrolle für dich, auf der die verwundbaren Punkte eines Reaperdämons eingezeichnet sind. Ein Treffer auf eine dieser Stellen macht einen gehörnten Dämon für einige Minuten nur eingeschränkt kampffähig." erklärte der Doktor, als er Ranma die Schriftrolle übergab. Ranma nahm die Schriftrolle an sich und begann zu lesen. Dabei fragte er den Arzt. „Woher haben sie dieses Pergament?" Tofu schaute Ranma etwas verlegen an. „Das mag seltsam klingen. Also ich habe das Pergament erhalten, als ich in China nach Akupunktur und Akkupressur geforscht habe. Ich habe die Karte in einem kleinen Laden in Peking gekauft. Ach ja, noch etwas solltest du über Reaperdämonen wissen. Sie haben ein empfindliches Gehör. Und eine dicke Haut. Du musst die Shiatsupunkte also mit einiger Kraft schlagen, damit du einen Effekt erzielst. Das sollte alles sein. Allerdings kann dich Ryoga auch überraschen, ich weiss nicht, wie viel von dem, was ich über Reaperdämonen erfahren habe, akkurat ist und wie viel nicht." erklärte der Arzt. Ranma nickte und begann die Schriftrolle auswendig zu lernen.

Tofu schaute Ranma eine Weile zu. „Ranma, wo du grade ein Mädchen bist. Ich würde deine Fluchform gerne einmal untersuchen, um zu sehen, ob du ein vollständiges Mädchen bist. Und ob deine weibliche Seite ebenfalls gesund ist." kam es vom Doktor. Ranma überlegte kurz, zuckte dann aber die Schultern. „Wenn sie meinen, Doc." meinte sie. Tofu nickte und begann mit den Untersuchungen. Nach einer ganzen Weile war er fertig. „Also so wie ich das sehe, ist deine weibliche Seite voll funktionsfähig. Ich könnte natürlich nachschauen ob die Veränderungen auch auf Ebene der DNS wirksam sind, aber das ist nicht so wichtig." meinte der Doktor. Dann verabschiedete er Ranma und diese hüpfte davon.

In einer Seitenstraße bot sich ihr ein seltsames Bild. Ein paar vermummte Gestalten schienen ein einzelnes Mädchen angegriffen zu haben. Und scheinbar hatten sie sich im Kaliber verschätzt. Das Mädchen machte die Gestalten ohne jede Mühe fertig. ‚Die ist nicht schlecht.' dachte Ranma. Die Gestalten wimmerten und kauerten am Boden. Die schwarzhaarige liess ihr Band wie eine Peitsche auf die Kauernden niederfahren. Ranma sprang dazwischen. „Das reicht jetzt." meinte sie und unterbrach den Angriff des schwarzhaarigen Mädchens indem sie das Band mit einer Hand fing. Die schwarzhaarige zog prüfend am Band. „Du bist mutig und kein gewöhnliches Mädchen." meinte das Mädchen. Ranma grinste nur abfällig. „Kann man so sagen." meinte sie dabei. „Nun denn, ich gehe von dannen. Aber ich, Kodachi, die schwarze Rose, werde wiederkommen! Ahahahahahaha!!!!!" rief diese aus und sprang davon, einen Schauer schwarzer Rosenblätter zurück lassend. Ranma schaute die kauernden an. „Habt euch mal nicht so, ihr seid schliesslich Männer und keine Waschlappen." meinte sie tadelnd.

Die Gestalten enthüllten ihre Gesichter. Zum Vorschein kamen ein paar verpflasterte Mädchen. Einige erkannte Ranma als Klassenkameradinnen. Schnell zog sie ihre Mütze ein wenig ins Gesicht. „Das denkst du! Wir sind das Gymnastikteam der Furinkanschule." riefen die Mädchen aus. „Und was wolltet ihr von dieser Kodachi?" fragte Ranma neugierig. „Sie ausschalten, bevor sie weitere teilnehmende Teams fertig machen kann. Aber wir haben jetzt keine Zeit, wir müssen mit Akane Tendo reden. Bis dahin." meinten die Mädchen und verschwanden. Ranma schaute ihnen ungläubig hinterher. „Was die mit Kawaiikune wollen?" fragte sie sich und ging ebenfalls nach Hause.

Kurz bevor sie zu Hause ankam flog ihr eine Schale warmen Wassers ins Gesicht. „Mein Ramenwasser!" rief ein kleiner Junge mit stacheligen, blonden Haaren und einem fürchterlichen orangenen Zweiteiler aus. Es sollte Ranma ein Rätsel bleiben, warum der Junge eine Schüssel mit warmen Wasser für Ramen durch die Strassen trug.

Zu Hause angekommen warteten schon Nabiki und Ryoga auf Ranma. „Ich wurde aufgehalten. Eine Kodachi, die schwarze Tulpe oder Rose oder so ähnlich hat mich aufgehalten." erklärte Ranma die Situation. Nabiki nickte. „Weißt du, warum Akane das Gymnastikteam der Schule empfängt?" fragte Ryoga. Ranma zuckte die Schultern. „Keine Ahnung." entgegnete er ehrlich. „Schade." kam es von Ryoga. „Dann werden wir halt lauschen müssen." meinte Nabiki. Ranma und Ryoga nickten. Es war ihrer Ansicht nach die beste Option.

In Akanes Zimmer. Die Mädchen des Gymnastikteams sassen da und heulten. „Bitte Akane, du musst uns rächen. Unser Team wurde überfallen und nun sind alle verletzt. Und der nächste Wettkampf steht bevor." baten die Mädchen sie. Akane zauderte. „Aber was für ein Wettkampf ist das denn?" fragte sie. „Rhythmische Kampfgymnastik." erklärten die Mädchen. Akane überlegte kurz. „Gut! Ich mache es!" meinte sie fest. Die Mädchen waren sehr erfreut. „Danke, danke!" riefen sie glücklich aus.

Die 3 Lauscher zogen sich von der Wand zurück. „Das geht schief." meinte Nabiki. Ranma und Ryoga nickten. Akane war gut, wenn es um brutale Kraft ging. Aber die Feinheiten mit seltsamen Waffen, wie dem Band zu kämpfen, würden an ihrer eher grobmotorischen Natur scheitern.

Akane ging ins Dojo. Ryoga, Ranma und Nabiki folgten ihr. „Du hättest nicht gleich ja sagen sollen." meinte Nabiki. „PAH!" entgegnete Akane eingeschnappt. „Passt mal auf, ich zeige euch, was ich kann!" rief sie dann aus. Ihr erster Versuch war es, die Keulen in die Luft zu werfen, um diese dann einzufangen. Akane stand in der Mitte des Dojos. Die Keulen kamen in 2 diagonal entgegen gesetzten Ecken runter. Ranma musste natürlich einen Kommentar abgeben. „Soll man die Keulen eigentlich wegwerfen?" kam es von ihm. Ryoga musste ob dieser Aussage und Akanes Gesicht, welches sich aufgrund dieser Aussage vor Wut verzog, fast schon lachen.

Trotzdem machte Akane einen zweiten Versuch. Sie nahm das Band zur Hand und versuchte es in einer Spirale zu drehen. Leider verhedderte sie sich dabei völlig im Band. „Soll man sich im Band verheddern?" fragte Ranma unschuldig. Ryoga wandte sich ab, damit man sein Grinsen nicht sah und Nabiki war leicht amüsiert. Akane, zu stur um einen Fehler oder eine Unzulänglichkeit zuzugeben, nahm einen Reifen. Sie machte eine Rolle mit dem Reifen und versuchte dabei durch den Reifen zu schlüpfen. Dummerweise versuchte sie zu früh sich zu strecken und zerbrach dabei den Reifen. „Soll man den Reifen zerbrechen?" fragte Ranma spöttisch. „Sieh es ein, für sowas braucht man Grazie. Etwas, was du definitiv nicht hast." kritisierte er weiter. „Ich werde es lernen!" fauchte Akane. „Von wem?" fragte Ranma leise, so dass nur Nabiki und Ryoga es hören konnten. Ryoga schaute für den Bruchteil eines Sekundenbruchteils, fast möchte man sagen schuldig, ertappt drein. Aber schnell zeigte sein Gesicht nichts mehr. Ranma und Nabiki hatten den Ausdruck in Ryogas Gesicht nicht gesehen. „Mach mal." meinte Ranma und verliess dann zusammen mit seiner Verlobten und dem verlorenen Jungen den Dojo.

Während sie gingen hörten sie die Geräusche von Akanes fruchtlosen Trainingsversuchen. „Wie stehen die Wetten, dass sie sich als unfähig erweist?" fragte Ranma seine Verlobte. „Nach dem eben gesehenen 1 zu 10000." meinte Nabiki leicht scherzend. „Besser gesagt, ich nehme keine Wetten auf sie an, weil die Quoten zu hoch sind. Zwar müsste ich für 10000 beim Wetten gegen Akane gesetzte Yen nur einen Yen mehr herausgeben, aber sollte sie gegen jede Wahrscheinlichkeit gewinnen, würde der, der auf ihren Sieg gesetzt hat das 10000fache seines Einsatzes bekommen. Was schon bei 100 Yen zu grossen Einnahmen führt." erklärte Nabiki. Ryoga und Ranma schluckten. Sie hatten mal kurz gerechnet. 10000 Yen, in einer hypothetischen Wette auf den Sieg Akanes gesetzt, würden bei einem Sieg selbiger mit 100 Millionen Yen vergütet werden müssen. (Das sind so um die 8 Millionen Euro – Anm. d. A.)

Ein paar Stunden später zogen sich alle für die Nacht zurück. Akane fiel todmüde in ihr Bett. Ryoga schlief im Gästezimmer und Ranma schlief bei Nabiki im Bett.

Als Akane an die Decke schaute, sah sie ein schwarzhaariges Mädchen in einem grünen Body und mit einem grossen Holzhammer an der Decke hängen. „Stirb!" rief diese aus und versuchte Akane mit ihrem Hammer zu erschlagen. Akane konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen. Der Holzhammer richtete einigen Schaden an ihrem Bett an. „Was fällt dir ein!" rief sie aus. „Ich bin nächste Woche deine Gegnerin. Lass uns also fair kämpfen!" rief das Mädchen aus. „Wer bist du überhaupt?" fragte Akane wütend. „Du kennst mich nicht, niedrige Kreatur? Ich bin Kodachi Kuno, die schwarze Rose der St. Hebereke Mädchenschule. Kämpfe mit mir in einem fairen Kampf vor dem Wettkampf!" rief Kodachi aus.

Plötzlich flog die Tür auf und 3 Leute kamen herein, namentlich Ranma, Ryoga und Nabiki. „Ach das Mädchen von heute nachmittag." meinte Kodachi. „Warte, bald bin ich mit dieser niederen Kreatur fertig, dann werde ich mich deinen starken Armen hingeben." rief sie passioniert aus. Ranma sah aus, als wäre sie im falschen Film und Ryoga hatte Mühe sein Gelächter zu unterdrücken. Nabiki zog Ranma in eine Umarmung und einen passionierten Kuss. „Sie ist meine Verlobte!" sagte Nabiki nach dem Kuss zu Kodachi. Ryoga lachte derweil schallend los. Ranmas Gesicht war aber auch zu gut. Sie sah aus, als wüsste sie nicht, ob sie vor Scham ohnmächtig werden sollte, oder sehr zufrieden dreinschauen sollte. Nabiki hatte ihre Hände wandern lassen. Ranma entschied sich für das zufriedene Grinsen.

Kodachi schaute sich das ganze sehr verwirrt an. „Ranma no Hentai!" rief Akane aus und sie entwand Kodachi ihren Hammer, um Ranma für seine Perversionen zu bestrafen. Ranma sah den Hammer und trat ihn Akane aus der Hand. Der Hammer flog in Richtung Kodachi. Ryoga sprang vor und fing den Hammer ab, bevor er Kodachi erreichen konnte. Kodachi schaute Ranma, Nabiki und Ryoga an.

Plötzlich kam Kasumi mit heissem Tee und stolperte. Und natürlich erwischte der Tee Ranma. „Oh je." sagte Kasumi und ging einen Lappen holen, während Ranma heisser Tee über den Körper lief. Der verwandelte Ranma zurück. Kodachis Grinsen wurde raubtierhaft. Sie schaute Nabiki an. „Bist du der Idee eines Dreigespanns zugeneigt?" fragte sie offen. Ranma fiel um. Die Implikationen waren zu viel für ihn. Kodachi schaute auch Ryoga an. „Wir können das gerne auch auf eine Quadriga aufrüsten." meinte sie. Ryoga folgte Ranma in die Ohnmacht. Und Nabiki zweifelte stark an der geistigen Gesundheit Kodachis. „Warum machst du diese Vorschläge?" fragte sie. Kodachi überlegte. „Beide sehen gut aus. Beide scheinen ein gutes Herz zu haben. Er kann sich in ein Mädchen verwandeln." dabei deutete sie auf Ranma. „Und ich will endlich andere Gesellschaft, als immer nur weibliche haben. Das Leben an einer Mädchenschule ohne Jungen ist fürchterlich." erklärte Kodachi.

Akane kochte derweil, weil Kodachi sie überhaupt nicht mehr beachtete. „Was fällt dir ein? Erst greifst du mich an, verwüstest mein Zimmer und dann ignorierst du mich!" rief sie aus. Kodachi schaute Akane an. „Ich weiss nicht, was mein Bruder an dir findet. Du siehst nicht so gut aus, dass es seine Besessenheit mit dir erklären würde. Deine Manieren lassen zu wünschen übrig. Und dein Talent ist marginal. Ich muss mich jetzt mal mit ernst zu nehmenden Leuten unterhalten." entgegnete die Rose und zog Ryoga aus der Tür. Nabiki nahm Ranma mit. Und Akane platzte fast. „Und wer räumt jetzt hier auf?" fragte sie wütend. Dann grollte sie noch eine Weile vor sich hin. „Kodachi, das werde ich dir heimzahlen. Ich werde dir zeigen, dass ich ernst zu nehmen bin. Ich werde den Boden mit dir wischen." schwor sie sich zornig.

Der weil in Nabikis Zimmer. Ryoga und Ranma lagen immer noch ohnmächtig auf dem Bett, wo Kodachi und Nabiki sie abgelegt hatten. Nabiki schaute die schwarze Rose an. „Also, was willst du wirklich. Ausser meine kleine Schwester kampfunfähig machen?" fragte sie. Kodachi schluckte. „Nun, ich suche seit einer ganzen Weile nach einem Partner, der es mit mir aufnehmen kann. Aber bisher hat jeder sich vor mir geflüchtet oder ging in die Knie." erklärte Kodachi. „Und wie kommst du dann auf Ranma?" wollte Nabiki daraufhin wissen. „Sie, er, wie auch immer, hat mich heute aufgehalten, als ich das Team der Furinkanschule zusammenschlug, nachdem sie mich überfallen hatten. Es hat ihr keine Probleme bereitet. Und sie hat es getan, weil diese Kreaturen ihr leid taten. Der Beweis für ein gutes Herz und wahre Stärke. Und jetzt finde ich, dass sie sich in einen Jungen verwandeln kann. Ein Geschenk der Götter ist dieser Junge oder dieses Mädchen." meinte Kodachi immer aufgeregter werdend. Nabiki grinste. ‚Ranma, Ranma, da hast du dir aber was eingebrockt. Meiner Ansicht nach ist sie allerheftigst in dich verschossen.' dachte sie amüsiert. „Also, Ranma ist als Junge geboren worden und ein Fluch verwandelt in bei Kontakt mit kaltem Wasser in ein Mädchen. Warmes Wasser verwandelt ihn zurück." erklärte Nabiki den Sachverhalt. Kodachi nickte. „Nun denn, Eiskönigin, bist du bereit Ranma mit mir zu teilen?" wollte Kodachi wissen. Sie wusste natürlich um den Ruf Nabikis. Deshalb ging sie diplomatisch vor. Auf dem Feld der miesen Tricks war ihr Nabiki um Lichtjahre voraus.

Plötzlich hörten sie hinter sich ein doppeltes Stöhnen. Ranma und Ryoga kamen wieder zu sich. „Dreier?" fragte Ranma. „Vierer?" kam es von Ryoga.

Nabiki schaute die drei anderen im Zimmer an. „Kodachi, ich werde mit Ranma und Ryoga zusammen über dein Angebot nachdenken. Versprechen kann ich nichts." meinte sie schliesslich. Kodachi nickte. Das erschien ihr fair genug. „Ich ziehe nun von dannen." meinte sie und sprang über die Dächer davon. Dabei lachte sie erfreut. „Ich habe Hoffnung!" schallte es über Nerima.

Die beiden Jungen schauderten. „Ziehst du das wirklich in Erwägung?" fragte Ranma schliesslich seine Verlobte. Die zuckte die Schultern. „Ich bin mir nicht sicher. Für ein oder zwei mal wäre es sicher ganz interessant, aber ich will nicht riskieren, dass etwas permanentes daraus wird." erklärte Nabiki.

Dann schaute sie Ryoga an. „Wie gefällt Kodachi dir eigentlich?" wollte sie wissen. Ryoga schaute sie verwundert an. „Wieso?" wollte er wissen. Nabiki seufzte. „Könntest du dir vorstellen, mit ihr auszugehen?" wollte Nabiki spezifisch wissen. Ryoga zuckte die Schultern. „Ich kenne sie ja kaum. Vom Aussehen her kann ich es mir vorstellen." meinte er nach kurzem Überlegen. Nabiki nickte. „Wärst du bereit, mit Kodachi auszugehen, um zu verhindern, dass sie Ranma verfolgt?" wollte Nabiki nun spezifisch wissen. Ryoga schaute sie an, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsen. „Ist das nötig?" wollte er wissen. Nabiki schüttelte den Kopf. „Nein. Es war nur so eine verrückte Idee von mir. Lassen wir das lieber." meinte sie dabei. Die Partnervermittlung war ein zu unsicheres Geschäft. Ryoga grinste verlegen. „Also, ich würde dann mal schlafen gehen." meinte er dabei. Ranma verstand den Hinweis und führte Ryoga ins Gästezimmer.

Nabiki überlegte derweil. Sie hatte wenig Informationen über Kodachis Persönlichkeit. Es war Nabiki bekannt, dass Kodachi einige Preise in der rhythmischen Kampfgymnastik gewonnen hatte, weil sie gnadenlos mogelte und ihre Gegner auch öfters schon vor dem Kampf kampfunfähig machte. Aber Informationen über die Persönlichkeit von Kodachi ausserhalb eines Wettkampfes waren rar. Was noch bekannt war, war dass Kodachi scheinbar nach ihrem Mister Right suchte. Aber ansonsten war Kodachi ein Rätsel.

Ranma kam wieder und schaute ihre Verlobte an. Die wandte sich ihr zu. „Mit Kodachi müssen wir vorsichtig sein. Ich weiss so gut wie nichts über ihre Motivationen. Mit anderen Worten, jeder Schritt ist einer in unbekanntes Neuland." erklärte Nabiki. Ranma nickte. „Zerbrechen wir uns nicht den Kopf über Kodachi, wir haben sicher reichlich Zeit um uns etwas zu überlegen. Und wenn nicht, ist Improvisieren immer noch meine Stärke." meinte Ranma zuversichtlich und gab Nabiki einen Kuss. Dann legten sich die beiden Verlobten schlafen.

Der nächste Morgen war friedlich. Erst an der Schule kam es zu einem kleinen Eklat. Kodachi fiel über Akane her, Bokken in der Hand. Akane erwischte das Schwert glücklich und schleuderte Kodachi zu Nabiki, Ranma und Ryoga. „Guten Morgen. Habt ihr wegen meines Angebotes von gestern Nacht überlegt?" fragte sie sofort. Ryoga wurde rot, Ranma lief ein wenig an und Nabiki zeigte keine Anzeichen von Verlegenheit. Es mussten schon andere Dinge passieren, damit die Ice Queen Verlegenheit zeigte. Nabiki sprach dann auch für alle drei. „Wir sind zu noch keinen Ergebnis gekommen, aber wir lassen es dich wissen, sobald wir eines haben." meinte Nabiki. Kodachi nickte. „Ich warte." hauchte sie so verführerisch, dass einige Jungs in Hörweite Nasenbluten bekamen. Dann sprang sie davon, einen Schauer aus schwarzen Blütenblättern zurücklassend. Rosenblüten, um genau zu sein.

Kuno war derweil zu Akane gegangen. „Akane Tendo, gib acht. Meine kleine Schwester ist gefährlich. Wenn sie einen Sieg will, scheute sie keine Mühen um ihn zu erreichen. Und sie verwendet unlautere Tricks um einfacher zu siegen. Ich hoffe, dass sie dich nicht verletzt." meinte er ungewöhnlich beherrscht. Dann zog er einen Strauss roter Rosen hinter seinem Rücken hervor. „Nimm diese Blumen als Zeichen meiner Unterstützung für dich." meinte er weiter. Dann ging er in die Schule.

Der Rest des Tages verlief weitgehend ereignislos, nur in der Mittagspause gab es einen Streit zwischen Ryoga und Kuno. Ein bisschen kaltes Wasser später schlug ein sehr zufrieden aussehender Reaper Kuno in Richtung Mondorbit.

Am Nachmittag gingen die 4 Jugendlichen zusammen nach Hause. Ranma balancierte mit Nabiki zusammen auf dem Zaun. Ryoga ging ziemlich langsam, er hatte seine Gewichte auf insgesamt 400 Kilogramm aufgestockt. Und er war sicher, dass der Zaun ihn nicht aushalten würde.

Zu Hause angekommen gingen Ranma, Nabiki und Ryoga gemeinsam im Garten trainieren und Akane besetzte den Dojo. Nach über 3 Stunden Training schauten Ranma und die anderen mal, wie sich Akane machte. Und bei dem Anblick, der sich ihnen im Dojo bot, fielen sie fast um vor lachen. Akane hatte sich selber mit dem Band gefesselt. „Sag mal, ist es wirklich nötig, sich selber mit dem Band zu fesseln?" fragte Ranma spottend. Ryoga und Nabiki schauten sie eher mitleidig an. Und alle drei dachten eines. ‚So verliert sie gegen Kodachi.' Ranma beschloss es mal mit Diplomatie zu versuchen. „Sollen wir dir beim trainieren helfen?" fragte er. Akane schaute ihn ungnädig an. Der Kommentar von vorher war nicht vergessen. „Ach, der Herr kann es wohl besser?" fragte sie giftig. „Na das ist keine grosse Kunst." entgegnete Ranma. Wenn man eines über Akane sagen konnte, so war es, dass sie stolz war. Und Ranma hatte ihren Stolz, Absicht oder nicht, mal wieder verletzt. „Ich komme sehr gut allein zurecht." fauchte sie. „Wie du meinst." meinte Ranma und ging. Ryoga und Nabiki folgten. Und Akane machte mit ihrem fruchtlosen Training weiter.

So vergingen die Tage bis zum entscheidenden Match. Akane hatte es in der Zwischenzeit geschafft, die Geräte zumindest etwas unter Kontrolle zu bringen.

Die Jugendlichen machten sich auf den Weg zur Sankt Hebereke Mädchenschule. In der Umkleide trafen sie Kodachi. „Auf dass es ein faires Duell werde." meinte Kodachi und wollte Akane die Hand schütteln. Nabiki griff ein. Kodachi hatte Reißzwecken und einen Scherzzapper für den Handteller in der Hand. Sie präsentierte eine lahme Entschuldigung und ging in ihre Umkleide.

Eine Weile später kam ein Strauss mit schwarzen Rosen für Akane an. Nabiki, die mit Akane in der Umkleide war, nahm den Strauss entgegen und deckte auf, dass der Strauss mit Schlafpulver versetzt war. „Pass besser auf, kleine Schwester, Kodachi wird mit allen miesen Tricks kämpfen, die sie kennt. Und das sind, meinen Informationen zufolge, eine ganze Menge." warnte Nabiki noch, bevor sie die Umkleide verliess und sich zu Ryoga und Ranma setzte.

Dann begann das Match. „In der linken Ecke, die Siegerin des letzten Jahres! Kodachi Kuno!" verkündete die Ansagerin. „Champion der Sankt Hebereke Mädchenschule!" rief sie weiter. „In der rechten Ecke! Akane Tendo! Champion der Furinkan High School!" verkündete die Ansagerin. Dann erklärte sie noch kurz die Regeln.

Akane und Kodachi gaben sich in der Mitte des Rings die Hände. „DA!" rief Kodachi plötzlich und zeigte aufgeregt nach oben. Akane und die Schiedsrichterin schauten ebenfalls nach oben. Da machte es plötzlich „Klick." und eine Kette mit einer Stahlkugel dran hing an Akanes Handgelenk. Kodachi lachte. „Pass besser auf!" rief sie ihrer Gegnerin zu und sprang in die Luft. Ihr erster Angriff wurde mit dem Band ausgeführt. Akane versuchte das Band zu blocken, aber jetzt zeigte sich der Unterschied in den Fähigkeiten Akanes und Kodachis. Kodachi durchbrach die Abwehr ohne Probleme. Als nächstes ging Kodachi nahe an ihre Gegnerin ran und griff mit ihren Spezialkeulen an. Immer wieder fuhr sie die Dornen aus und zwang Akane in die Deckung. Schliesslich kam, was kommen musste, die schwarze Rose erzielte einen Treffer. Akane trug nur ein blaues Auge davon. Die Stacheln waren eingefahren gewesen. „Du bist stur." kommentierte Kodachi bevor sie teuflisch grinste. „Erlebe den Angriff der 1000 Hände!" rief sie dann aus. Akanes Gedanken rasten. Sie konnte nicht kontern, dazu war sie zu untrainiert. Vielleicht hätte sie doch die Hilfe Ranmas annehmen sollen, doch für Bedauern war es zu spät. Plötzlich hörte sie etwas. „Ich habs doch gesagt. Der Wildfang hält keine 10 Minuten durch." kam es von Ranma. Akane drehte sich wütend um. „Wie war das?" fragte sie Ranma. „Du verlierst." kommentierte Kodachi. Sie warf die Keulen weg und nahm wieder ihr Band. Mit einer Handbewegung schloss sich das Band um Akanes Hals. Kodachi zog Akane vom Ringrand fort, verpasste ihr zusätzliches Bewegungsmoment und schleuderte sie aus dem Ring. Akane war noch viel zu beschäftigt damit, sauer auf Ranma zu sein, um einen Versuch zu machen, sich zu retten. Deshalb fiel sie ausserhalb des Rings zu Boden.

Stille. Die Sankt Hebereke Fans konnten nicht glauben, dass der Kampf so schnell vorbei war. Und die Furinkan Fans konnten nicht glauben, dass Akane so schnell verloren hatte. Sie hatten gehofft, ihre Kraft und Zähigkeit würden ihr helfen. Aber sie hatten etwas wichtiges übersehen. Akane war gut in Kämpfen gegen einen Mob. Eine Schlägerei war ihr natürliches Kampfgebiet. Der Kampf Mann gegen Mann, in ihrem Fall Frau gegen Frau, war nicht so ihr Ding. „Die Siegerin! Kodachi Kuno!" rief die Ansagerin aus. Die Fans von Sankt Hebereke feierten ihre Siegerin. Akane stampfte zu Ranma. „Du Idiot! Wieso musstest du mich ablenken!" brüllte sie dabei. Ranma hob abwehrend die Hände. „Was kann ich dafür, dass du dich nicht auf den Kampf konzentrierst?" entgegnete er dabei. Nabiki schaute ihre kleine Schwester an. „Fokus ist wichtig für einen Kämpfer." meinte sie im Schulmeistertonfall. Akane biss die Zähne zusammen und schwieg. Nabiki hatte Recht. Auch wenn es ihre Stolz einen sehr heftigen Schlag versetzte, sie hätte sich nicht ablenken lassen dürfen. Wortlos ging sie in die Umkleide und zog sich um.

Kodachi wurde derweil von ihren Fans gefeiert. Nach einer Weile befreite sie sich von den Fans und ging zu Ranma und den beiden anderen. „Habt ihr euch mein Angebot überlegt?" fragte sie. Nabiki nickte. „Wir sind zu folgender Übereinkunft gekommen. Wir nehmen dein Angebot an, aber nicht sofort. Erst muss ich Ranma noch ein wenig besser kennen lernen. Dich und Ryoga auch. Wie wäre es, wenn wir vier uns mal in der Stadt treffen und Eis essen gehen?" sagte sie dabei. Kodachi überlegte kurz. „Ich nehme gerne an." meinte sie. Dann ging sie sich weiter feiern lassen.

Kuno hatte derweil bei Akane sein Bedauern über ihre Niederlage zum Ausdruck gebracht.

Auf dem Nachhauseweg war Akane ziemlich gedrückter Stimmung. Nabiki beschloss die Laune etwas zu heben. „Wisst ihr was, warum gehen wir nicht Eislaufen?" fragte sie die drei anderen Teenager. Akane schüttelte den Kopf. „Morgen vielleicht. Kuno will sich nachher noch mit mir treffen." meinte sie. Nabiki nickte. „Seid ihr dabei?" fragte sie Ryoga und Ranma. Ok, wir kommen mit." meinten sie nach kurzer Beratung untereinander. „Also dann, morgen geht's aufs Eis." verkündete Nabiki. Dann gingen die 4 nach Hause.

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Autorenworte: So, das wäre Kapitel 4. Hat eine halbe Ewigkeit gedauert das fertig zu kriegen.

Das nächste Kapitel heisst: „Eislaufen und Todesküsse."

Der Auftritt von Mikado Sanzenin und Azusa. Und der Idiot Mikado wird zum Punchingball umfunktioniert. Shampoo kommt in Japan an.

So, tut mir wirklich leid, dass das Kapitel so lange gebraucht hat. Aber zwischendrin hatte ich eine massive Schreibblockade. Und Weihnachten ist auch nervig gewesen.

Naja ich versuche auf jeden Fall das nächste Kapitel schneller fertig zu bekommen.

Es freut mich, dass die Geschichte Anklang findet. Und dass die Unvorhersagbarkeit geschätzt wird. Ich werde mein bestes geben, um euch weiterhin zu überraschen und unvorhersagbar zu bleiben.

Ich danke Queen, Laibach, Rammstein, Eisregen, Dimmu Borgir und Metallica für inspirierende Musik.