BPOV

Ich saß auf dem Rücksitz eines schwarzen Hummers, während Emmett die Straße runterraste und versuchte so schnell wie möglich von dem brennenden Haus wegzukommen. Ich fror. Ich fühlte Alice' Arme um mich, wie sie mich festhielt, spürte Esmes sanfte Berührung, als sie mein Haar streichelte, aber innerlich war ich mich taub.

Alles wovon ich gedacht hatte es sei real, oder irreal, war in Flammen aufgegangen. Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, dass Will zu mir gesagt hatte, dass nicht alles eine Lüge gewesen sei; dass die meisten meiner Erinnerungen echt waren, nur etwas abgewandelt, aber seine Liebe für mich war immer wirklich, niemals eine Lüge gewesen. Ich hatte sein Gesicht nicht gesehen, als er das gesagt hatte; Emmett hatte ihn zurückgehalten mit seinen dicken, starken Armen, während Edward ihn angriff. In diesem Augenblick hatte Esme mich aus dem Haus gebracht, gerade bevor ich Anna einen markerschütternden Schrei ausstoßen hörte. Sekunden danach rannte der Rest der Cullens aus dem Haus und noch bevor sie das Auto erreichten explodierte das Haus und ging in Flammen auf.

Obwohl ich wusste, dass die Liebe, die ich für William empfunden hatte, falsch gewesen war, würde etwas, das in mein Herz gewachsen war, dafür sorgen, dass ich diese Gefühle nicht so leicht loswurde. Ja, ich hasste ihn. Ja, ich hasste Anna. Ja, ich war froh, sie nie wieder zu sehen und dass sie mich nie wieder kontrollieren und dafür sorgen konnten, dass alles so passte, wie es für sie im Moment nötig war. Aber ich fühlte immer noch die Liebe, egal wie irreal sie war. Ich hasste mich selbst für diese Gefühle, die ich immer noch empfand. Und so entschied ich, lieber nichts zu fühlen, als diese verdammte Liebe für ihn.

EPOV

Ich drehte mich zu meinem Engel um, aber sie sah eher wie eine Statue aus, die ein griechischer Bildhauer gemacht hatte, als die Bella, die ich liebte.

"Bella", rief ich leise ihren Namen, aber sie zeigte keinerlei Regung. Sie wurde von Alice und Esme festgehalten, die verzweifelt versuchten, es ihr bequem zu machen. Ich war wirklich neidisch auf die beiden. Ich wollte sie halten, ihr Haare streicheln... aber sie würde im Moment vermutlich nicht sonderlich freundlich darauf reagieren.

Gib ihr Zeit, befahl Carlisle mir in Gedanken.

Ich nickte kurz um ihn wissen zu lassen, dass ich ihn gehört hatte. Ich hasste es, dass ich ihr Zeit geben musste. Dieser Perverse und seine Schwester hatten sie schlimmer verletzt als ich sie jemals mit meinen Händen hätte verletzten können. Es hatte keinen Spass gemacht, sie zu vernichten. Ich hatte gedacht, es würde mir Freude bereiten, aber als ich es dann schließlich getan hatte, war nichts so gewesen, wie ich es erwartet hatte.

Ich hielt meinen Blick unverwandt auf Bella gerichtet ohne auch nur zu blinzeln. Sie schien nichts und niemanden um sich herum wahr zu nehmen. Ich hatte plötzlich Angst, dass das, was ich Anna und William angetan hatte, sie mehr verletzt hatte, als die beiden es jemals getan hatten. Vielleicht war die Liebe, die in sie gepflanzt worden war, beständig. Vielleicht würde sie nie vergessen, was sie gezwungen worden war zu fühlen. Vielleicht hasste sie mich nun für das, was ich mit William getan hatte, vielleicht wünschte sie sich bei ihm zu sein, egal was für eine Farce es gewesen war. Wenn sie mich nun hasste, würde ich gehen. Sie brauchte meine Familie, zumindest Alice, um durch das alles zu kommen.

"Wir sind am Flughafen", stellte Emmett das Offensichtliche fest, und brach in meine Gedanken ein.

BPOV

Alice lockerte ihren Griff um meine Taille nicht mal, als wir aus dem Hummer stiegen. Ich fühlte, wie jemand nach meiner Hand griff und sie leicht drückte. Ich sah auf, um zu schauen, wer es war, und sah, dass es Rosalie war. Sie lächelte mich unbeholfen an und flüsterte: „Ich weiß, dass du verwirrt bist, aber wir sind deine richtige Familie und ich schwöre, dass niemand von uns jemals zulassen wird, dass dich irgendwas verletzt." Sie ließ meine Hand los, um nach vorne zu laufen und sich bei Emmett einzuhaken. Zu jeder anderen Zeit wäre ich von dem Mitgefühl, das Rosalie zeigte, berührt gewesen, aber ich konnte geradeweder die Stärke noch den Mut aufbringen, mich selbst irgendwas fühlen zu lassen.

Wir liefen zum Schalter, um unsere Tickets zu kaufen. Ich konnte Carlisles Stimme wie aus weiter Ferne zu einer Frau sprechen hören, als wäre er am Ende eines langen Tunnels. „Ich brauche acht Sitze im nächsten Flug nach Seattle, Washington, bitte."

"Wir ah, nun, wir haben… einen Flug, der in einer Stunde nach New York fliegt und dann können Sie einen Verbindungsflug nach Seattle nehmen." Die Frau stolperte über ihre eigenen Worte. Ich verspürte einen leichten Anflug von Sympathie für sie. Sie hatte Probleme, sich nur auf Carlisle zu konzentrieren. Ihre Augen schossen immer wieder zwischen Edward, Carlisle, Jasper und Emmett hin und her. Ich erstickte meine Gefühle für die Frau schnell; ichwollte nicht, dass ein dummes Gefühl das Tor für alle anderen öffnete.

"Das passt perfekt", sagte Carlisle weich "Danke"

"Ähm, natürlich, ich brauche nur schnell ähm… die Pässe", sagte die Frau in dem Versuch, etwas von ihrer Selbstbeherrschung wiederzuerlangen.

"Ja, natürlich", sagte Carlisle, während er die Pässe von allen hinüberreichte – außer meinen. Ich bemerkte benommen, dass ich meinen nicht hatte. Meiner würde jetzt wahrscheinlich Asche auf dem Grund des Gerölls sein.

"Ich brauche ihren auch", erklärte die Frau Carlisle und zeigte auf mich. Sie hatte ihre Selbstbeherrschung eindeutig wiedererlangt.

"Nun, wissen Sie", murmelte Carlisle mit einer Stimme, die so samten war, dass ich sah, wie die Frau erneut innerlich zerfloss. „Meine Tochter hat gerade eine furchtbare Tragödie erlitten. Ich und meine Familie wollen nur noch so schnell wie möglich von hier nach Amerika, um sie nach Hause zu bringen. Aber unglücklicherweise war in der Tragödie auch ein Feuer enthalten und wir haben ihren Pass verloren. Gibt es eine Möglichkeit, sie ausnahmsweise ohne Pass gehen zu lassen?"

"Natürlich, arme Kleine, ja, gehen Sie einfach weiter", sagte sie ohne jeglichen Widerstand, als sie Carlisle unsere Tickets gab.

Wir verließen die Schlange und liefen auf die Sicherheitsbeamten zu. Nun, wir haben vielleicht eine schwache Frau passiert, aber wir kommen unmöglich durch die anderen Sicherheitsstationen durch, dachte ich. Dennoch konnte ich mich scheinbar nicht dazu bringen, dass es mir nicht egal war. Ich war nicht sicher, ob ich im Moment wirklich zurück wollte. Ich lag falsch mit meinen Gedanken zur Sicherheitsstation. Mit ein bisschen Hilfe von Rosalie konnten sie mich ohne Probleme durchbringen.

Ich lief durch die Security zum Terminal, als wäre ich ein Zombie. Ich warf einen verstohlenen Blick auf Edward. Die Art, wie sein Haar vom Wind verweht so perfekt in sein Gesicht fiel, ließ mich aufmerken. Ich war niemals verwirrter gewesen. Ich wusste, dass ich ihn einmal geliebt hatte, nun, ich vermutete, rein technisch betrachtet, eher zweimal, also würde es nur Sinn machen, wenn ich mich zu ihm gezogen fühlte, aber ich wollte gerade für niemanden auf diese Weise fühlen.

Wir setzen uns auf einige Plastikstühle, die in einem Bereich standen, der kaum gefüllt war und die wenigen Menschen, die um uns herumsaßen, standen schnell auf und gingen davon. Ihre innersten Instinkte zum Überleben sagten ihnen unbewusst, dass sie von der Gefahr, die in ihrer Nähe saß, wegmussten.

"Kann ich zu euch kommen", hörte ich eine leise, aber freundliche Stimme. Ich drehte mich um und sah Adam. Ich sprang ebenso überrascht wie die anderen auf und umarmte ihn. Ich hatte keine Erinnerungen an ihn, aber den überwältigenden Drang, ihm zu vertrauen.

Wie wir da so standen, ich in seiner vertrauensvollen Umarmung, wusste ich plötzlich, dass er mein bester Freund war. Ich brauchte meine Erinnerungen nicht, um das zu wissen. „Es wird alles gut, Kleine", sagte er und küsste mich sanft auf die Wange. In diesem Moment spülte eine Erinnerung von ihm über mich hinweg. Wir standen an einem sonnigen Tag in Kalifornien auf einem Gehweg. Wir lachten über die verwirrten Blicke, die die Menschen uns zuwarfen. Wir standen in diesem wundervollen Wetter draußen, die Sonne schien hell und Adam und ich standen unter Regenschirmen. Adam weigerte sich an diesem Tag im Haus zu bleiben, also hatte er mich schließlich überzeugt, mit ihm hinaus zu gehen. Seine überzeugenden Worte waren gewesen, „Es wird alles gut, Kleine."

Ich zog mich von Adam zurück und schenkte ihm ein kleines Lächeln. Ich wusste, dass es ihm und den anderen die Hoffnung gab, dass ich vielleicht nicht völlig verloren war. Ich muss zugeben, dass es mir auch etwas Hoffnung machte. Vielleicht war Gefühle zu fühlen doch nicht so schlecht, wie ich gedacht hatte.

EPOV

Ich beobachtete, wie Bella sich von Adam zurückzog und sich in eine abgegrenzte Ecke setzte. Ich hörte in Alice' Gedanken, dass sie zu ihr gehen wollte, aber ich hielt sie mit einem Blick ab. Ich wusste, dass Bella eine Art Durchbruch hatte und sie Zeit zum Nachdenken brauchte.

"Wie geht es dir?", fragte ich Adam um mich abzulenken und drehte mich zu ihm. Ich musste nicht fragen, ich erkannte an seinen Gedanken, dass er ein Wrack war. Er war vielleicht nicht so sehr wie Bella angelogen worden, aber angelogen worden war er trotzdem.

"Ich werd schon klarkommen", sagte er leise, als würde er eher mit sich selbst reden als mit mir. „Ich brauch nur ein bisschen Zeit. Wie sagt man so schön? Zeit heilt alle Wunden."

"Irgendwie so was", antwortete ich, "Was willst du jetzt tun?"

"Ich weiß nicht", antwortete er schlicht. „Wegen dem Finanziellen muss ich mir keine Sorgen machen, weil ich eine Menge mit Collin und William investiert habe." Er zuckte zusammen, als er Williams Name sagte und ich konnte ihn dafür nicht anklagen. „Ich weiß trotzdem nicht, wo ich hingehen soll. Ich glaub nicht, dass ich Collin im Moment ins Gesicht schauen könnte, vielleicht in hundert Jahren wieder, wenn wir alle grau und runzelig sind", witzelte er. Ich war froh, dass er immer noch seinen Sinn für Humor hatte.

"Du könntest mit uns nach Forks kommen", schlug Carlisle vor, als er zu mir und Adam kam.

"Danke, aber ich will mich nicht aufdrängen."

"Sei nicht lächerlich, du würdest dich nicht aufdrängen. Außerdem denke ich wirklich, dass es Bella helfen würde, wenn du in der Nähe wärst", versicherte ich ihm.

"Solange ich nicht störe… Ich will nicht einer dieser Gäste sein, die die Gastfreundschaft überstrapazieren."

"Du würdest die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren, weil du kein Gast wärst", sagte Emmett und grinste ironisch, als er Adam einen Klaps auf den Rücken gab.

"Du bist wie ein Bruder für Bella, das macht dich zu unserem Bruder, also zu Familie", fügte Jasper hinzu, als er an Adams andere Seite auftauchte.

"Also wäre die Familie ohne dich nicht komplett. Außerdem braucht Emmett jemanden außer uns, auf den er seine Pranken legen kann. Wir kennen seine dummen Tricks schon", sagte ich und versuchte angesichts Adams erschrockenem Gesicht nicht zu lachen, als er über Emmett und seine schlagkräftigen Witze nachdachte.

"Willkommen in der Familie", sagte Carlisle lächelnd.

BPOV

Ich hatte meine Augen geschlossen, als ich fühlte, dass sich jemand neben mich setzte. Ich wusste sofort wegen seinem berauschenden Geruch, dass es Edward war. Ich hatte eine plötzliche Erinnerung von mir, wie ich in einem braunen Mantel in einem Auto saß, der mir über den Schultern lag und mit seinem Geruch vollgesogen war.

Ich öffnete meine Augen und erschrak angesichts der Intensität seiner wunderschönen topasfarbenen Augen. „Du riechst genau gleich", stieß ich aus. Ich war dankbar, dass ich nicht mehr rot werden konnte, denn ich wusste, ich wäre rot wie ein Feuerwehrauto geworden, aber seine Augen gaben mir das Gefühl, ich könnte ihm alles sagen.

Der Ausdruck auf seinem Gesicht war völlig schockiert. Und ich konnte ihn dafür nicht anklagen. „Erinnerst du dich?", war alles, was er herausbrachte, aber ich bemerkte, dass er ein Stückchen näher gerückt war.

"Nicht an viel, ich erinnere mich nur wirklich an deinen Geruch. Ich kann mich auch erinnern, wie ich einem Auto sitze, mit einem braunen Mantel mit deinem Geruch."

"Man sagt, dass Geruch einer der stärksten Auslöser für Erinnerungen ist", sagte mir und schenkte mir ein schiefes Lächeln, dass mich das Atmen vergessen ließ.

"Nun, schade, dass ich nicht für jede Erinnerung einen Geruch habe. Das würde das Ganze ziemlich beschleunigen." Ich hatte nicht bemerkt, wie nah wir einander waren. Edwards Gesicht war nur Zentimeter von meinem entfernt und unsere Knie berührten sich beinahe. Ich fühlte seine Hand auf meiner Wange und lehnte mich an sie, wollte ihm so nah wie möglich sein.

"Du wirst deine Erinnerungen wieder bekommen", sagte er und hörte sich dabei so sicher an, „Und wenn nicht, haben wir eine Ewigkeit Zeit, neue zu machen." Ich sah auf meine Hände. Er hörte sich so sicher an, aber was, wenn er falsch lag? Ich spürte den unerklärlichen Drang, ihm zu vertrauen und es war schwierig, zu widerstehen.

"Bella, bitte schau nicht weg. Ich habe dich zweimal verloren, ich will dich kein drittes Mal verlieren." Ich hörte die Angst in seiner Stimme. Ich wollte nicht der Grund für die Angst dieses Engels sein. Ich sah ihn seine goldenen Augen und schenkte ihm ein versicherndes Lächeln.

"Edward, tust du mir einen Gefallen", fragte ich schüchtern. Ich überlegte, ob er mit dem, was ich fragen würde, einverstanden wäre, wenn er meine Begründung verstand.

"Alles, Bella, ich würde alles für dich tun", antwortete er beruhigend mit seiner unwiderstehlich samtenen Stimme.

"Zwing mich nicht, nach Washington zu gehen." Ich spürte, wie er sich versteifte und mir seine Hand entzog. Ich griff schnell nach ihr und ließ ihn nicht gehen. Ich bemerkte, dass er meine Frage falsch verstanden hatte.

"Ich würde dich nie zwingen, irgendwohin zu gehen, Bella. Wenn du lieber zu deinem Haus nach New York willst, verstehe ich das. Ich werde dich nicht davon abhalten." Er hielt mich steif fest. Ich wusste, dass es ihn innerlich umbrachte, das zu sagen.

"Ich will auch nicht nach New York. Eigentlich will ich nirgendwohin, wo ich gewesen bin. Es ist nicht, dass ich meine Erinnerungen von meiner Vergangenheit und dir nicht wiederhaben möchte, aber ich glaube nicht, dass ich es schaffe, jetzt zu diesen Orten zu gehen. Ich brauche einfach Zeit." Ich hielt seine Hände fest zwischen meinen. Er musste einfach verstehen.

"Ich bin wirklich verwirrt. Ich habe William geliebt, ich liebe ihn immer noch. Ich weiß, dass das ein Schwindel ist, etwas, das mir aufgezwungen wurde, aber ich weiß auch, dass ich dich geliebt habe, und dass das echt und wahr war. Ich weiß das, weil ich es fühle, wenn du mich berührst oder anschaust. Ich wurde so oft belogen und nun weiß ich, dass ich dir vertrauen kann und dass du mich niemals verletzen wirst. Als ich mit William zusammen war, spürte ich, dass diese Liebe leer war. Etwas fehlte; Ich wusste nur nicht, was. Hier mit dir zu sitzen fühlt sich mehr nach richtiger Liebe an, als jemals mit ihm. Ich kann mich nicht mal mehr an unsere Vergangenheit erinnern, aber ich lasse zu, dass ich fühle. Alles was ich will, ist dich lieben zu können. Erst wollte ich nichts fühlen. Ich wollte keine Gefühle, weil sie so weh getan haben; sie haben in mir so viel Verwirrung gestiftet. Aber wenn ich dich ansehe, rieche oder fühle, weiß ich, dass ich nicht den Rest der Ewigkeit ohne Gefühle leben kann. Auch wenn es nur ein paar Stunden gedauert hat, weiß ich, dass wenn du jetzt aufstehen und gehen würdest, ich völlig auseinanderfallen würde."

"Ich würde dich nie verlassen. Ich könnte es gar nicht, du bist mein Engel. Wie könnte ich je jemanden verlassen, der so perfekt ist, wie du?" Er war vor mir auf die Knie gegangen und hielt mein Gesicht zwischen seinen Händen. Ich fühlte mich so sicher mit ihm. Ich konnte mich nicht an unsere Vergangenheit erinnern, aber ich konnte die Liebe spüren, die wir geteilt hatten... die Liebe, die wir immer noch in uns war. Und damit küsste ich ihn.

Mein Kopf fühlte sich plötzlich dumpf an. Zuerst nahm Edward den Kuss überrascht an, aber er zog mich schnell auf meine Füße und legte seine starken Arme um mich, zog mich fest an seine Brust. Ich war dankbar, dass ich nicht atmen musste, ansonsten wäre ich sicher an Sauerstoffmangel gestorben. Ich schmolz in seinen Armen dahin, legte meine um seinen Nacken und zerzauste mit meinen Händen sein Haar. Wir passten perfekt zusammen, und mit diesem Kuss wurde die Welt wieder normal.

Ich erinnerte mich an alles. Ich erinnerte mich nicht nur an meine Vergangenheit mit Edward, sondern auch an meine Kindheit in Arizona, wie Charlie und ich angeln gegangen waren, wie ich nach Forks gezogen war. Ich erinnerte mich an den wichtigsten Tag meines Leben, den Tag, an dem ich Edward traf. Ich erinnerte mich an den Angriff und meine Verwandlung in einen Vampir. Ich erinnerte mich, wie ich aufwachte und zum ersten Mal William sah. Ich erinnerte mich daran, wie ich nach Edward gefragt hatte, wie William meine Vergangenheit genommen hatte und es mich vergessen ließ, als Alice kam. Ich erinnerte mich daran, wie ich Adam und seine Familie zum ersten Mal getroffen hatte und auch, wie ich Edward und den Rest der Cullens zum zweiten Mal getroffen hatte. Ich erinnerte mich, wie ich mich wieder an Edward erinnert hatte und ihn erneut verloren hatte, wegen William und Anna. Und was für ein Chaos sie in den letzten paar Tagen in meinem Kopf angestellt hatten.

Edward brach den Kuss ab, wenn auch widerwillig. Ich hörte Kichern und Pfeifen hinter mich und drehte mich um, um Emmett und Adam zu sehen. Ich warf ihnen einen wütenden Blick zu und wurde dann beinahe von einem winzigen, elfenhaften Vampir zu Boden geworfen. „Ich wusste, du würdest dich erinnern!", quietschte Alice aufgeregt.

"Nun, das ist eine Überraschung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass du in die Zukunft sehen kannst und alles", bemerkte ich, bevor ich sie fest umarmte. „Aber du hast recht, ich erinnere mich, ich erinnere mich an alles."

Ich war plötzlich von allen umgeben, die mich umarmten und zurück in der "Zwielichtzone" willkommen hießen, wie Adam es nannte. Die Wiedervereinigung wurde von der Ansage, dass es Boardingtime für unseren Flug war, unterbrochen. Ich spürte, wie Edward meine Hand nahm und sie versichernd drückte. „Bella und ich gehen nicht mit euch in die Staaten", rief Edward unserer Familie zu, die zum Gate lief.

"Was?!", riefen sie im Chor; sie drehten sich um und starrten uns an, als wären wir verrückt.

"Wir gehen nicht für immer. Bella und ich brauchen nur Zeit, um allein zu sein", erklärte Edward ihnen und lächelte zu mir hinunter. Seine Topasaugen brannten sich in meine. Ich hätte in diesen Augen verloren gehen können und ich war froh, dass ich die ganze Ewigkeit Zeit hatte, in sie zu starren.

„Ich wette, dass ihr das braucht", sagte Emmett und grinste wissend. Edward knurrte ihn an. Ich fragte mich, mit was für verdorbenen Bildern Emmett in seinem Kopf spielte. Dann bemerkte ich, dass Edward nichts abstritt.

"Ich denke, das ist völlig verständlich", sagte Carlisle und lächelte freundlich, während er unmerklich zwischen Emmett und Edward trat. „Aber bleibt nicht zu lange weg. Wir lieben Bella auch, und haben sie gerade erst wiederbekommen. Ich bin mir sicher, Alice wird jetzt schon eine Liste von Kaufhäusern machen, in die du gehen müssen wirst", fügte er hinzu und brachte mich damit zum Ächzen.

"Wir werden nicht lange wegbleiben, ich verspreche es. Nur ein paar Monate oder so." Und wenn man ein Vampir ist und die Ewigkeit Zeit hat, um bei denen zu sein, die man liebt, scheinen ein paar Monate wirklich nur wie einige Tage.

Wir beobachteten, wie unsere Familie in das Flugzeug stieg, das Flugzeug in den Himmel aufstrebte und in Richtung des regnerischen Forks, Washington flog. „Also, wo willst du hin?", fragte Edward mich mit diesem schrägen Lächeln, das ich so sehr liebte.

"Frankreich", antwortete ich sofort. „Ich wollte schon immer die französische Landschaft sehen."

„Ich liebe dich, mein Engel", sagte Edward so weich und samten, dass es mich verwirrte.

„Ich liebe dich auch", brachte ich noch heraus, bevor er mich küsste.

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So, das war eindeutig das Ende. Ich mag den letzten Satz...

Ich möchte mich bei allen bedanken, die im Laufe der Zeit reviewt haben. Es war immer eine unglaubliche Motivation und hat mir regelmäßig den nötigen Tritt in den Allerwertesten gegeben, dass ich mich endlich wieder hinsetz' und weitermache.

Nur noch eins: Jetzt, wo die Story zu Ende ist, wüsste ich ganz gerne, wüsste ich auch gerne, wie ihr sie insgesamt fandet – kleine Rückmeldung an die Autorin, der ich das Ende verkünden sollte. Würde mich auch freuen, wenn auch die Leute, die einfach keine Lust, Zeit etc. hatten, zu jedem Kapitel etwas zu schreiben, einen kleinen abschließenden Satz zu hinterlassen. Dankeschön!

Dann ein Dankeschön an Vampyre, die sich durch unzählige Rechtschreib- und Tippfehler, Formulierungsprobleme und Semikolons ;-) gezwängt hat. Ohne dich wäre das Alles sicherlich um einiges weniger lesbar geworden.

So, dieses Schlusswort ist schon viel zu lang. Also: Macht's gut, lest schön Bis(s) zum Abendrot und klickt doch noch ein einziges Mal kurz auf den diesen kleinen Schriftzug da. Ihr wisst schon: Review posten.

GGGLG, eure Schokoflocke