Disclaimer: Wie immer gehört mir nichts, auch wenn das äußerst bedauerlich ist...

A/N Was soll ich sagen...Diese Story ist das, was ich zu Stande bringe, wenn ich an eine "vernünftige" Romanze denke...Keine Ahnung ob ihr es mögt, ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen!

1. Von Schuldgefühlen, Leprechaneiern und Shopping

Hermione Granger saß auf ihrem Bett im Tropfenden Kessel, Krummbein auf dem Schoß, einen zerknitterten Brief in der Hand.

Während sie abwesend über Krummbeins Rücken strich, überkam sie erneut eine Welle von Schuldgefühlen.

Sie könnte jetzt in genau diesem Moment im Fuchsbau sein und zusammen mit Ron und Harry für ihr siebtes und letztes Hogwartsjahr packen. Die beiden Jungen hatten sie sogar darum gebeten und Molly Weasley hatte sie wie immer herzlichst eingeladen, die letzte Woche der Ferien bei ihnen zu verbringen.

Hermione entfaltete den Brief zum bestimmt hundertsten Mal und las:

Liebe Mione,

wie geht's dir? Wie war deine Reise nach Polen, zusammen mit deinen Zahnheilern?

Mir geht's super, Harry ist seit zwei Wochen hier und ich glaube, nach dem Intensivtraining, dass er mir diesen Sommer verpasst hat, werde ich dieses Schuljahr der beste Hüter sein, den Hogwarts je gesehen hat!

Wir flohen nächsten Donnerstag in die Winkelgasse um einzukaufen, Fred und George besuchen, du weißt schon, das ganze Paket. Wie könnten dich dort treffen und dann für die letzte Woche mitnehmen, was hältst du davon?

Wir warten auf deine Zusage!!

Ron

P.S. Hermione, ich würde mich sehr freuen, wenn du vorbei schaust. Ein bisschen mehr Frauenpower hier können Ginny und ich gut gebrauchen. Außerdem habe ich ein neues großartiges Rezept für gefüllte Entenbrust entdeckt. Das musst du unbedingt probieren!

Molly

P.P.S Ich freu mich auf dich!!

Harry

Es half nichts, Hermione hatte sich entschieden. Diese eine Sache war ihr wichtig genug, um ihre beiden besten Freunde zu belügen.

Hermione, die mit einer Einladung gerechnet hatte, hatte eulenwendend einen, mit einigen möglichst unverfänglich klingenden Ausreden gespickten, Brief zurückgeschickt und so diese zweifellos sehr einladende Einladung abgelehnt.

Sie erschauerte immer noch bei dem Gedanken an ihre Ausflüchte. Es war das erste Mal gewesen, dass sie die Beiden willentlich belogen hatte.

Aber sie musste alleine in die Winkelgasse, denn von dieser einen Sache durfte niemand etwas erfahren, bevor sie nicht vollkommen abgeschlossen war.

Aus diesem Grund hatte sie ihren Freunden abgesagt und sich kurzfristig über die letzten drei Ferientage im Tropfenden Kessel einquartiert.

Krummbein fiel unsanft zu Boden, als Hermione ruckartig aufstand.

Genug gegrübelt, Hermione Granger, du hast noch etwas zu tun!

Sie ging zu dem alten Schreibtisch hinüber, der in einer Ecke des Raumes stand und legte den Brief mitten auf die Schreibfläche. Dann nahm sie ihren Umhang vom Schreibtischstuhl und verließ ihr Zimmer.

Hermione hatte ihre Einkäufe schon am ersten Tag in der Winkelgasse erledigt und den Rest der Zeit durch die Gasse bummeld, mal hier mal da guckend, essend und lesend verbracht, doch eine Sache, die Sache, hatte sie bis zum letzten Tag aufgeschoben.

Wie jedes Jahr hatten ihr ihre Eltern, die Zahnheiler, eine ordentliche Summe Geld mitgegeben, um sich ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen und Hermione wusste auch schon genau, was das sein würde.

Sie würde auch noch den Großteil ihrer Ersparnisse ausgeben müssen, doch das war es wert.

Die Winkelgasse war voll und interessant wie eh und je, doch im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen hielt Hermione nicht an jeder spannenden Auslage an, um zu gucken, nein, sie hatte ein Ziel.

Sie hastete ohne sich im Geringsten ablenken zu lassen die Einkaufsstraße hinunter, doch nur noch ein paar Läden von ihrem Ziel entfernt wurde Hermione plötzlich aufgehalten. Eine dicke alte Frau versperrte mit Hilfe eines überdimensionalen Einkaufskorbes, der scheinbar bis zum Rand mit knallgrünen irischen Leprechaneiern gefüllt war, eine besonders schmale Stelle der Gasse.

Hermione hatte gerade zu einem lauten "Verdammt!" angesetzt, da kam ihr eine schneidende, ärgerliche Stimme zuvor: "Verdammte Scheiße! Aus dem Weg!"

Die Stimme klang gehetzt und kam von hinten. Hermione konnte rechtzeitig zur Seite springen, doch die alte Frau drehte sich grade noch schnell genug herum, um einen blonden Jungen direkt in sich rein laufen zu sehen.

"Aargh!" Mit einem lauten Schrei stürzte Draco Malfoy direkt vor Hermiones Füßen zu Boden.

"Iiihh!! Die Eier! Die Eier!", die alte Dame begann laut zu kreischen und deutete hysterisch auf die grünen Kugeln, die sich über den gesamten Gehweg ergossen hatten.

Hermione sah zu ihrem großen Vergnügen, dass Malfoy bei seinem Sturz circa zwölf Eier unter sich zerquetscht hatte und nun einen grünen schleimigen Hintern vorweisen konnte, der sehr gut zur Geltung kam, während er auf dem glitschigen Untergrund versuchte, wieder auf die Beine zu kommen.

"Brauchst du Hilfe, Malfoy?" Hermione konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er ihre ausgestreckte Hand ansah, sein Blick dann langsam zu ihrem Gesicht wanderte und sich das Erkennen plötzlich mit Schock und Erniedrigung vermischte. Der Moment war so schnell vorüber, wie er gekommen war und Malfoy fand schnell zu seiner alten Form zurück.

"Verpiss dich, Granger. Von einem Schlammblut brauche ich mir nicht helfen zu lassen!" Er schlug ihre Hand zur Seite und schaffte es, obwohl er auf dem Boden, in Mitten von grüner Matsche lag, überheblich zu wirken.

"Oh, na dann...", sagte Hermione immer noch grinsend. "Stimmt schon, du schaffst das sicher ganz alleine."

"Scheiße", grummelte Malfoy, sich mühsam aufrappelnd. Endlich wieder senkrecht stehend sah er fluchend an sich hinunter, zückte seinen Zauberstab, murmelte "Ratzeputz" und stand kurz darauf sauber, aber sehr nass vor Hermione.

"Ja, das war sehr geschickt, Malfoy", meinte Hermione schadenfroh. "Warum bist du eigentlich so gerannt? Hast du endlich gemerkt, dass es peinlich für dich ist, deine hässliche Visage in der Öffentlichkeit zu zeigen und wolltest so schnell wie möglich nach Hause?"

"Wer hat dich gefragt, kleines Stück Dreck? Niemand interessiert sich für deine Meinung. Hässlich sind nur du und deine widerlichen Muggelverwandten. Wo sind eigentlich Potty und das Wiesel? Ist ihnen endlich klar geworden, wie abartig du bist und sie haben schnell das Weite gesucht?"

"Nein, sie haben dich schon von Weitem gerochen und sind so schnell wie möglich um die nächste Ecke, um zu kotzen!"

Hermione konnte jetzt ein Lachen kaum noch unterdrücken und Malfoy fuhr sie an: "Halt dein schmutziges Maul! Hier gibt es nichts zu lachen!"

"Entschuldigen Sie mal!", meldete sich die alte Frau endlich zu Wort. "Sie haben die Hälfte meiner Leprechaneier zerstört. Ich verlange Schadenersatz!"

"Ach seien Sie still!", sagte Malfoy genervt, doch fasste er in eine Umhangtasche, zog einen Geldbeutel heraus und drückte der Frau drei Galleonen in die Hand. "Behalten Sie den Rest", sagte er gönnerhaft, dann drehte er sich um und verschwand stark tropfend um eine Biegung der Gasse.

"Das ist aber zu wenig!", rief ihm die Frau ärgerlich hinterher, doch er war nicht mehr zu sehen.

"Hier, nehmen Sie", sagte Hermione und gab der Frau noch eine Galleone.

"Das ist immer noch nicht genug!", beschwerte sich die Frau und guckte Hermione böse an.

"Ich kann doch nichts dafür. Er ist immer so. Und mehr Geld habe ich nicht", Hermione zuckte die Schultern und drängte sich an der Frau vorbei.

Habe ich eigentlich schon, aber ich brauche es noch für etwas Wichtigeres.

Malfoys Beispiel folgend, schubste und drückte sie sich durch die Menge von Gaffern, die sich inzwischen gebildet hatte und als sie das Gewühl hinter sich gelassen hatte, atmete sie erleichtert auf.

Jetzt, mit freiem Blick durch die Winkelgasse, konnte sie ihr Ziel deutlich vor sich sehen.

Qualität für Quidditch

Nun war es also soweit. Hermione hatte es sich vorgenommen und jetzt kam der Moment der Wahrheit. Einen Rückzieher würde sie nicht machen. Niemals!

Das Schaufenster war wie immer mit den neuesten Besen, Quidditchtrikots, Pflegemitteln, Ratgebern und Bällen gefüllt. Vor dem Fenster hingen einige kleine Jungs rum, die dem im Fenster ausgestellten Feuerblitz 4.0 bewundernde und begehrliche Blicke zuwarfen.

Hermione holte noch einmal tief Luft, dann drückte sie die Ladentür auf und betrat das Geschäft.

Eine Glocke klingelte und sofort kam ein Verkäufer angewuselt und sagte:

"Guten Tag, Miss Granger. Wie schön, wie schön Sie mal wieder zu sehen. Was suchen Sie dieses mal? Wieder ein Geschenk für einen Ihrer Freunde?" Ohne auf eine Antwort zu warten, zog er ein Paket von einer Auslage und begann es auszupacken. "Ich hätte da vielleicht etwas Passendes. Sehen Sie hier. Ganz neu! Steigbügel, einfach aufschnallen und die schwersten Manöver werden zur leichtesten Übung! Sehr praktisch! Bisher hatte ich nur positive Rückmeldungen, ich selbst -"

"Entschuldigung", unterbrach Hermione den Redefluss des Verkäufers, "aber diesmal suche ich nichts für Harry oder Ron. Ich will etwas für mich. Einen Besen um genau zu sein, einen Sportbesen."

Der Verkäufer ließ überrascht von seinem geschäftigem Gehabe ab und fragte verwirrt: "Für Sie? Einen Besen? Aber ich habe von Madam Hooch, einer guten Freundin von mir übrigens, gehört, dass Sie absolut -"

"Ich weiß, wie ich fliege!", sagte Hermione energisch, "Aber ich denke, Sie werden mir trotzdem einen Besen verkaufen oder etwa nicht?"

Ihre Augen sprühten Funken und der Verkäufer verstummte sofort und begann sich wieder daran zu erinnern, was hier sein Job war.

"Natürlich, natürlich. Haben Sie denn schon ein spezielles Exemplar im Auge?"

"Na ja, ich habe mich natürlich informiert, aber mir sind, wie Sie ja wissen", er zuckte unter ihrem Blick zusammen, "auf diesem Gebiet nicht grade die größten Talente gegeben."

"Ich denke, wir sollten Sie erst einmal wiegen." Auf ihren fragenden Blick hin fügte er hinzu: "Je nach Gewicht, wariert die Leistung eines Besens. Sind Sie also leicht, sollte Ihr Besen auch ein leichtes Modell sein, um beim Fliegen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen."

Er bückte sich hinter seinen Ladentisch und als er sich wieder aufrichtete, hielt er eine Waage in der Hand.

"Sie brauchen sich nicht auszuziehen, die Waage zieht das Gewicht Ihrer Kleidung automatisch ab", erklärte der Verkäufer stolz.

"Ich hätte mich hier auch ganz sicher nicht ausgezogen. Was denken Sie bitte?", fragte Hermione etwas empört.

"Ich wollte Ihnen nur die technischen Feinheiten näher bringen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch", er guckte etwas bedrückt, stellte die Waage dann aber auf den Boden.

Hermione stieg hinauf und die Waage verkündete augenblicklich: "Einundfünfzig Kilogramm, Mädchen, du solltest mehr essen!"

Der Verkäufer versetzte der Waage eine Tritt und fauchte: "Sei still!" An Hermione gewandt sagte er: "Wie ich es mir gedacht habe. Sie brauchen ein sehr leichtes, gut ausgewogenes Modell. Möglichst mit aerodynamischem Abschliff und Windumgangszauber. Wir wollen ja nicht, dass Sie uns wegwehen oder?"

Er lachte und ging dann ins Hinterzimmer, um kurz darauf mit einer großen Schachtel wieder aufzutauchen.

"Sie haben Glück", sagte er und packte den Besen aus. " Die Nimbus- und Feuerblitzhersteller haben sich grade erst entschieden, ein neues Besenmodell herauszubringen. Extra für Leute wie Sie. Extra für Frauen. Leicht, schnell, wendig, mit guter Lufthaftung. Kaum Widerstand, schönes Design."

"Das Design ist mir egal", sagte Hermione und nahm den Besen in die Hand.

Sobald der Besen Hermiones Hände berührt hatte, vibrierte er leicht und Hermione hätte schwören können, dass ihre Finger durch die Berührung warm wurden. Sie musste zugeben, dass der Besen wirklich wunderschön aussah. Feminin und doch stark und schnell.

Der Besenstiel war aus einem sehr leichten, hellen, fast weißen Holz gearbeitet und leicht geschwungen. Die Spitze war elypsenförmig und vorne abgeflacht, in den durchsichtigen Lack war außer der Seriennummer noch ein kleines Blumenmuster eingelassen. Der Schweif des Besens war aus ebenso hellen Reisigzweigen gebunden, wie der Rest und wurde von einem zierlichen Silberreif zusammengehalten.

"Wie heißt dieses Modell?", fragte sie den Verkäufer, der geschwiegen hatte, während sie den Besen bewunderte.

"Das hier ist "Stormcloud"", er tätschelte den Besen. "Wie gesagt vollkommen neu und meiner Meinung nach sehr gut für Sie geeignet. Und, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben kann, ich denke, wenn Sie Fliegen lernen wollen, dann nur hiermit."

Hermione lächelte. "Ich bin derselben Meinung!"

"Sehr gut. Ich werde Ihnen als kleines Geschenk noch ein Pflegeset mitgeben und wünsche Ihnen alles Gute. Um zum Geschäftlichen zu kom -"

"Ich habe noch eine Bitte", unterbrach Hermione ihn. "Können Sie mir Stormcloud vielleicht in die Schule schicken? Und zwar nicht zur gewöhnlichen Zeit, sondern abends, in meinen Schlafsaal? Wäre das möglich?"

"Ich denke schon", sagte der Verkäufer zögerlich und Hermione strahlte.

"Sie tun mir einen riesigen Gefallen damit. Jetzt können wir sehr gerne zum Geschäftlichen kommen!"

Nun grinste der Verkäufer auch wieder.

A/N The End! Reviews? Je mehr ich kriege, desto schneller ist ein neues Kapitel online °fühlt sich mächtig°! Muhahaha!