ZauBaerin: Ist Severus nicht mit jedem Hund und Katz? *gg* SO mag ich ihn ehrlich gesagt auch am liebsten, ein bisschen knurrig, ein bisschen bissig... :D


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- Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien (Kapitel 59)


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Die Direktorin hatte zu einer Lehrerkonferenz zum Jahresende gebeten und auch Severus musste zu seinem Leidwesen daran teilnehmen. Nicht nur das, er wurde sogar zu einem Punkt auf der Tagesordnung.

„Professor Slughorn ist auf mich zugetreten mit der Bitte um einen Assistenten", erklärte Minerva den Sachverhalt und sah ihn über den Rand ihrer Brille hinweg an. Severus seinerseits sah Slughorn an, der auf seinem Stuhl herumrutschte, als würde ihm der Allerwerteste jucken. „Und bevor ich ein Stellengesuch an die Vermittlungsstelle im Ministerium schicke..."

„...dachtest du, du könntest den unproduktiven Tränkemeister im Kerker dazu verdonnern?", beendete Severus den Satz.

„Ich hätte es anders formuliert, aber ja, das war mein Gedanke."

„Schlechter Gedanke. Und wenn das der einzige Grund ist, aus dem ich diesem Treffen beiwohnen sollte, werde ich jetzt gehen." Er war bereits aufgestanden und auf dem Weg zur Tür, als Minerva ihn zurückrief.

„Setz dich wieder hin, Severus. Wir sind noch nicht fertig."

Er sah erst sie an, dann die anderen Mitglieder des Kollegiums, die mit neugierigen Blicken auf seine Reaktion warteten. Als er sich tatsächlich setzte, entgleisten mehreren ehemaligen Kollegen die Gesichtszüge. „Nun?", grollte er.

„Nenn mir einen guten Grund, warum ich dich nicht für die Assistenzstelle besetzen sollte."

„Erstens", begann er prompt, „heißt es nicht umsonst Tränkemeister. Ich habe nicht Jahre studiert, um als Assistent zu arbeiten. Zweitens bin ich anderweitig ausgelastet. Auch wenn es für viele so aussehen mag, aber der Dunkle Lord ist noch lange nicht Geschichte. Nur weil sich sonst niemand darum kümmert, heißt es nicht, dass es keiner tun muss. Und drittens sind meine Fähigkeiten um so vieles besser als Slughorns, dass bestenfalls er als mein Assistent arbeiten könnte."

Auf seine letzten Worte hin lief Professor Slughorn rosa an und aus einem leisen Tuscheln hinter ihm konnte Severus eine Zustimmung heraushören.

„Mein lieber Severus..." Minerva lächelte auf diese Art, die nichts Gutes verhieß. „Erstens lebst du hier auf unsere Kosten, ohne der Schule einen nennenswerten Dienst zu erweisen. Zweitens lastet deine Aufgabe für den Orden dich anscheinend nicht genug aus. Und drittens steht es außer Frage, dass du eine lehrende Tätigkeit übernimmst, solange die Prozesse nicht beendet sind."

„Das heißt?", fragte er ungeduldig.

„Entweder du nimmst Professor Slughorn einige seiner Aufgaben ab oder du fliegst raus – was bedeutet, dass Askaban bis zum Prozess dein Zuhause wird."

Mehrere der Anwesenden zogen scharf die Luft ein. „Minerva, meine Liebe, meinst du nicht, du übertreibst es da ein wenig?", wandte Filius ein.

„Ganz und gar nicht. Es tut niemandem gut, zu lange tatenlos herumzusitzen. Da kommt man nur auf dumme Gedanken." In ihrem Blick stand die Wut darüber, dass sie ahnte, was Hermine und er bisweilen taten, ohne es beweisen zu können.

„Gut", entschied Severus da. „Ich werde Assistenzarbeiten übernehmen. Aber nur unter einer Bedingung."

„Und die wäre?"

„Während der anstehenden Ferien werde ich mit Miss Granger eine Studienreise nach Scarborough in mein Anwesen unternehmen. Sie arbeitet zunehmend mit komplexen Tränken und hat große Defizite in den entsprechenden Grundlagen."

„Auf keinen Fall", entrüstete die Direktorin sich, kaum dass er geendet hatte.

„Wo ist dein Problem, Minerva? Du weißt genauso gut wie ich, dass es in der Gegend eine ganz besondere Pflanzenkultur gibt. Ich könnte Monate mit ihr dort bleiben und hätte nicht ausreichend Zeit, um sie alles zu lehren, was ich weiß."

„Keine lehrende Tätigkeit, Severus!", erinnerte sie ihn, doch es wirkte wie ein Strohhalm, an den sie sich verzweifelt klammerte angesichts der Assoziationen, die seine Worte bei ihr weckten.

„Wenn das so ist, dann sollte ich mich besser komplett aus dem Labor fernhalten, denn ich lehre sie bereits jetzt Dinge, die sie noch nicht weiß. Du kannst ihr natürlich Professor Slughorn zur Seite stellen. Er hat bestimmt ein paar hervorragende Ideen, wenn es um die Entfernung des Dunklen Mals geht."

„Ich habe... Da muss ich...", stotterte dieser, als plötzlich alle Blicke auf ihm ruhten.

„Was soll das hier eigentlich werden?", fragte da Madam Hooch und verschränkte die Arme vor der Brust. „Professor Slughorn ist ein patenter Lehrer für die Kunst der Zaubertränke, es steht außer Frage, dass er die Schüler bis zum Abschluss adäquat unterrichten kann. Aber genauso steht außer Frage, dass das, was mit der endgültigen Vernichtung von Du-weißt-schon-wem zu tun hat, weit über diese Qualifikationen hinaus geht. Wenn Severus in Miss Granger eine Mitarbeiterin gefunden hat, die er nicht innerhalb von zehn Minuten aus dem Labor gegrault hat, sollten wir uns darüber freuen. Zwei so intelligente Köpfe bringen mit Sicherheit gute Resultate hervor. Und wenn Severus das Wissen besagter Schülerin ausdehnen möchte und sie damit einverstanden ist, ihre Ferienzeit für einen solchen Exkurs zu opfern, dann sollten wir das begrüßen. Es kann ihr vermutlich nichts Besseres passieren, als von ihm zu lernen."

Zustimmendes Murmeln setzte ein und Severus schenkte Minerva ein maliziöses Lächeln.

Diese wiederum sah so aus, als würde sie sich lieber die eigene Zunge abbeißen, anstatt dem Exkurs zuzustimmen. Für einen Moment war nicht einmal Severus sich sicher, ob sie sich der Meinung des Kollegiums beugen würde oder nicht.

„Also gut", presste sie schließlich hervor. „Mach deinen Exkurs. Aber dafür verpflichtest du dich, solange die Assistenzstelle von Professor Slughorn zu übernehmen, wie er es für nötig hält."

„Es ist mir ein Vergnügen", entgegnete Severus zuckersüß.

Als die Versammlung sich auflöste, trat er auf dem Gang an die Seite des Professors für die Tränkekunst. „Nun Slughorn, wann soll ich Sie babysitten kommen?"

Der ergraute Mann sah ihn an, als würde Severus noch das Blut seines letzten Opfers aus den Mundwinkeln lecken. „Schon gut, Severus. Ich werde mir einen Schüler suchen für diese Aufgabe. Minerva muss ja nichts davon erfahren." Er lachte nervös, dann ergriff er die Flucht.

„Hervorragende Idee", murmelte Severus zufrieden und kehrte in die Kerker zurück.