Eine apokalyptische Fantasie

Die Sonne wird von Asche und Staub verdunkelt. Nur ein grauer Schimmer dringt von ihr zur Erde. Der Boden ist mit Felsen und rotem Sand bedeckt. Am Horizont ziehen blutrote Wolken auf – von Blitzen immer wieder durchzuckt – kündigen das Ende an. Die Luft ist trocken und heiß, das Atmen fällt schwer – man erstickt. Überall riecht es nach Schwefel und verbranntem Holz.

Ich laufe durch diese öde Wüste des Vergessens bis ich am Horizont die roten Berge sehen kann – gewaltig und unerschütterlich liegen sie noch in weiter Ferne. Ein stärker werdender Wind treibt mir heißen Wüstensand und Asche ins Gesicht, ich ziehe das Tuch über Mund und Nase und laufe weiter.

Je näher ich dem Gebirge komme, desto öfter begegnen mir verkohlte und skelletierte Tierkadaver. Von irgendwo vor mir, bei den Bergen, trägt mir der Wind einen markerschütternden Tierschrei zu.

Dieser trostlose Planet war einst die Erde, ich sah von der Raumstation Mir aus, wie sie von einem Meteoriten getroffen wurde. Das Entsetzen der Mannschaft, welche aus vier Wissenschaftlern (davon drei Frauen) und zwei Kosmonauten bestand war unbeschreiblich – unsere Heimat, unsere Familien, unsere Freunde wurden innerhalb kürzester Zeit einfach ausgelöscht. Das menschliche Leben nahm jäh ein Ende, kein Tier, keine Pflanze - ganz gleich ob im Meer oder auf dem Land konnte das überlebt haben. Ein Feuersturm hatte über den gesamten Erdball gefegt und alles zu Asche verbrannt. Nach einiger Zeit sind wir zu der, dem Einschlag abgewandte Seite geflogen, um uns einen Eindruck vom Ausmaß der Zerstörung zu verschaffen und wir hatten diese Wüste vorgefunden.

In der Hoffnung noch Leben zu finden, haben wir uns aufgeteilt und auf die Suche gemacht...

Am Himmel werden kleine schwarze Punkte langsam größer, ich bleibe stehen um sie zu beobachten. Nach einer Weile erkenne ich geflügelte Wesen ohne Haut und ohne Fleisch. Es sind Skelette mit eigenartig langen Schädeln, wie man es von einigen Monolithkulturen kannte. Diese Wesen schienen aus einer Zeit zu stammen, die Äonen zurück liegt. Einer Zeit in der unsere Fantasie die Wahrnehmung bestimmt, aus einer Zeit, als der Mensch noch nicht einmal eine Idee im Bewusstsein Gottes war.

Ich kann allmählich das Schlagen ihrer Lederbespannten Flügel hören, sie kommen näher. Von Angst gepackt renne ich in Richtung der Berge, Schutz in einer Höhle suchen, vor den Wesen und dem nahenden Sturm...