Der neue Weg des Todessers M.

von Kira Gmork

Prolog

Eine Strähne seines Haares hing über seinem Auge. Sie war blutverschmiert und klebte an seiner Stirn fest, deren Haut unter der Wucht des Schlages aufgeplatzt war.

Sein Kopf dröhnte, als drohe er zu zerbersten und in der Tat würde sein Schädel einen weiteren Angriff wohl nur schwerlich überstehen.

Der Zentaur schien es genau auf diese Schwachstelle abgesehen zu haben und er brachte seine Hufe so in Position, dass er mit einem weiteren Tritt dafür sorgen könnte, dass dem am Boden knienden Mann der Schädel gespalten wurde.

Die Augen im stummen Schmerz geschlossen, hob der Mann den Kopf und gab ihn damit der Willkür des Feindes in der einzigen Hoffnung preis, dass der Tod zwar gewaltsam, aber dafür möglichst schnell eintreten möge.

Der Zentaur tänzelte ein paar Schritte auf den ergebenen Mann zu und hielt dann inne. Er senkte seinen gewaltigen Kopf und ein Schnauben entrang sich dem mächtigen Wesen.

"Kämpfe!", brüllte der Zentaur plötzlich und schlug die Hufe so in die Erde, dass Schmutz aufspritzte und den Mann im Gesicht traf.

Ohne jegliche andere Regung öffnete dieser die Augen und sah dem pferdeähnlichen Wesen ins menschliche Gesicht.

"Ich habe keine Kraft mehr um zu kämpfen. Ich wurde hergeschickt, um von dir getötet zu werden - töte mich!"

Die Augen des Zentauren funkelten zornig und seine Stimme grollte: "Du wurdest hergeschickt, damit ich dich töte? Ich bin niemands Lakai! Nur die Sterne haben über ein solches Schicksal zu bestimmen! Wer hat entschieden, dass du von mir getötet werden sollst?"

"Jemand, der mächtiger ist als du", antwortete der Mann und schloss erneut die Augen, als der Zorn im Auge seines Gegners den Schluss zuließ, dass er nun in der richtigen Laune zu töten wäre.

"Du meinst also, jemand, der mich BENUTZT?", donnerte die Stimme des Zentauren nun durch den Verbotenen Wald.

Der Mann nickte stumm und verblieb in seiner selbsterwählten Dunkelheit.

Eine Ewigkeit schien vergangen zu sein und beinahe verzweifelte der Mann, weil der schnelle Tod schon viel zu lange auf sich warten ließ.

"Wie heißt du, Mensch?", frage der Zentaur immer noch mit Abscheu, und der Mann spürte, wie der Atem des Wesens ihn streifte.

Er öffnete die Augen und sah sich dem Zentauren direkt gegenüber, der ihn wachsam anblickte.

"Lucius", erwiderte der Mann, "Lucius Malfoy."

tbc