AN: Diese Story war eigentlich eine Art Experiment. Quasi eine Reaktion auf die vielen „Usagi ist Sklavin"-Geschichten.

Es war eine interessante Erfahrung diese Geschichte zu schreiben, da ja auch die Charaktere von Mamoru und Usagi angepasst werden mussten (insbesondere Mamoru!), ohne sie komplett zu verändern. Insoweit war Beryl noch nicht rein böse. Erst in einer eventuellen Fortsetzung wird sie durch ihre böse Schwester zum Königreich des Dunkeln geführt.

Außerdem gibt es fast niemanden, der hier nicht erwähnt wird. Von Beryl und Metallia über Natzumi bis hin zu Esmeralde sind alle vertreten ... selbst Seiya hat eine Existenzberechtigung erhalten.

Kleine Anmerkung: ich tendiere dazu die Eigennamen aus dem japanischen Original zu übernehmen.

Bunny Usagi

Silber Milennium Silver Millennium

Königin Perilia Beryl

Besuch auf der Erde

Kapitel 1

Aufgeregt wartet Prinzessin Serenity darauf, dass ihr Shuttle landet. Ab jetzt hört sie auf den Namen Tsukino Usagi. Doch eigentlich ist sie Prinzessin Serenity - zukünftige Thronerbin des Silver Millenniums, Tochter der Königin des Mondes. Und sie ist auf dem Weg zur Erde. Dort weiß man allerdings nicht, dass der Mond und die anderen Planeten bewohnt sind. Und das soll auch so bleiben. Und so reist sie inkognito. Mit ihr reist ihre Freundin und Beschützerin Sailor Mars - unter dem Namen Hino Rei. Gemeinsam treffen sie sich mit einer alten Freundin. Eigentlich Usagis Freundin, denn Rei kennt sie noch nicht.

Vor fast 10 Jahren hatte Usagi auf der Erde Urlaub gemacht und ein Mädchen kennen gelernt. Ihre erste und bisher einzige Freundin von der Erde. Nun, so besonders kennen sie sich nicht, aber Usagi hat sich immer mit ihr verstanden.

Ihr Name ist Beryl. Und nun hat sie Usagi zu ihrem 16. Geburtstag eingeladen.

Usagi selbst ist nach Erdenzeitrechnung erst 14, wenngleich sie auf dem Mond wesentlich älter ist.

Endlich landet der Shuttle. Sailor Mars hat ihn geflogen. Eigentlich sollten auch Sailor Jupiter, Sailor Merkur und Sailor Venus mitkommen, doch die hatten noch etwas zu erledigen. Und so sind es nur Usagi und Rei. Beide steigen aus, um von Beryl freudig begrüßt zu werden.

"Usagi!", ruft sie erfreut. "Es ist ja eine Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben."

"Beryl. Es ist schön, dich mal wiederzusehen." Und so teilen die beiden einen intensiven Drücker, bevor Usagi Rei vorstellt. "Beryl. Ich hatte ja gesagt, ich bringe auch meine Freunde mit. Leider sind drei von ihnen noch verhindert und kommen nach. Aber vielleicht darf ich dir ja erst mal meine engste und beste Freundin vorstellen - Hino Rei."

Rei und Beryl geben sich die Hand. In diesem Augenblick durchfährt Rei ein seltsames Gefühl, doch sie schüttelt es ab. Sie sind auf der Erde. Alles hier ist seltsam. Doch Usagi bemerkt Reis kurzes Zittern. Ihr Auge ist geübt solche Dinge zu erkennen. Jedoch geht auch sie vorerst nicht weiter darauf ein.

"Mamoru, kümmere dich um das Gepäck unserer Gäste!", weist Beryl plötzlich befehlerisch an.

"Ach, nein, nein. Das ist schon okay. Wir holen es nachher.", versucht Usagi die Situation zu retten, doch Beryl lässt nicht locker.

"Usagi, Rei, ihr seid meine Gäste. Wo kämen wir hin, wenn ihr euer Gepäck selbst tragt? Außerdem ist Mamoru dafür da."

Jetzt erst drehen Usagi und Rei ihren Blick in andere Richtungen und stellen fest, dass Beryl tatsächlich überall Bedienstete rumstehen hat. Und alle scheinen darauf zu warten, von ihr Befehle zu erhalten. Doch auf ihren Gesichtern sehen die beiden Mädchen auch Angst. Usagi und Rei werfen sich einen fragenden Blick zu, bevor sich beide daran erinnern, dass auf der Erde Männer als Sklaven gehalten werden. So wie auf manchen Planeten Frauenhandel betrieben wird, passiert das Gleiche hier mit Männern. Eine ungewohnte Situation für die beiden, denn im Silver Millennium ist Menschenhandel verboten. Und niemand würde auf die Idee kommen, sich Menschen als Sklaven zu halten. Doch auf diesem Planeten müssen sie sich anpassen. Und so spielen sie das Spiel mit.

Zur Begrüßung geleitet Beryl Rei und Usagi in ihr Begrüßungszimmer. Rei fallen fast die Augen raus. Der Raum ist riesig!

Doch Beryl unterbricht ihre Gedanken. "Es tut mir leid, dass ich euch erst mal hier lassen muss. Aber ihr seid etwas zu zeitig angekommen. Eure Zimmer sind noch nicht ganz fertig, und ich muss noch mal schnell weg. Meine Mutter möchte eine genaue Gästeliste für den Ball übermorgen haben. Ihr seid mir doch nicht böse, oder?"

"Nein, nein. Geh ruhig deines Weges.", baut Usagi sie auf.

"Aber ich lasse euch Jedite da, falls ihr irgendetwas braucht. Also, fühlt euch wie zu Hause." Und mit diesen Worten verschwindet sie aus dem Zimmer. Keine 10 Sekunden später steht Jedite in der Tür.

Rei bemerkt ihn als erste. "Uhm, du bist Jedite, oder?", fragt sie etwas nervös.

Mit dem Kopf gesenkt antwortet er: "Ja, Madam."

Usagi und Rei gehen auf ihn zu, und ehe Jedite weiß, wie ihm geschieht, streckt Rei ihre Hand aus. "Ich bin Rei, und das ist Usagi.", grüßt sie ihn. Jedite sieht sie fragend an, senkt aber schnell seinen Kopf wieder. Augenkontakt ist nur mit den anderen Sklaven erlaubt. Rei hingegen fragt sich, ob sie etwas falsch gemacht hat und zieht ihre Hand langsam wieder zurück. Sie schaut Usagi an, als wolle sie fragen, ob man sich auf der Erde nicht so begrüßt.

Doch in diesem Augenblick kommt Beryl dazu.

"Gott sei Dank hat das dies mal nicht so lange gedauert. Die Tatsache, dass ich seltene Gäste habe, hat meine Leibeigenen wohl erbarmen lassen. Okay, wenn ihr wollt, könnt ihr erst mal auf eure Zimmer und euch etwas frisch machen. Abendessen gibt es in 2 Stunden. Ihr werdet dann geholt.", lächelt sie ihre beiden Gäste an. "Oh, wann kommen eigentlich die anderen drei?", fragt sie noch.

Usagi überlegt kurz. "Uhm, ich hoffe morgen?", antwortet Usagi unsicher.

"Gut, dann lasse ich inzwischen ihre Zimmer vorbereiten.", gibt Beryl bekannt.

"Jedite! Geleite unsere Gäste zu ihren Zimmern!", befiehlt sie dem in Reis Augen unheimlich gutaussehenden Jedite.

Schweigend gehen Rei und Usagi hinter Jedite her. Ohne ihn sind sie schließlich in dem großen Gebäudekomplex verloren. Usagi wusste zwar, dass Beryl reich ist, aber so reich? Rei scheint den gleichen Gedanken zu haben als sie leise zu sich selbst sagt, "Dieser Gebäudekomplex ist ja größer als unser Palast."

Usagi beginnt zu lächeln, während Jedite sich jedoch umdreht. Er hat dies als Aufforderung verstanden, dass sich Rei für dieses Gebäude interessiert. Und so beginnt er: "Beryls Eltern sind sehr reich. Und sie haben eine Schwäche für alte Gebäude. Es heißt dieses Gebäude wurde vor Jahrhunderten erbaut. Damals lebte die königliche Familie hier. Doch plötzlich sind sie verschwunden. Niemand weiß wo sie sind. Beryls Eltern haben dieses Gebäude aufgekauft und es restauriert. Mittlerweile haben sie es auch erweitert.", Rei und Usagi starren Jedite fassungslos an.

"Entschuldigung.", beginnt er angsterfüllt. "Ich habe Ihren Kommentar als Interesse an diesem Gebäude verstanden."

Alles was Rei tun kann, ist mit offenem Mund zu nicken, während Usagi zu lachen beginnt. "Oh, das ist schon richtig. Rei interessiert sich auch für Vergangenes. Ich glaube, es ist nur die Geschichte dieses Gebäudes, was sie so, äh, starren lässt."

Ungesehen atmet Jedite tief durch. Das Letzte, was er jetzt will, ist Beryls seltene Gäste zu verärgern.

"Miss Rei, hier ist Ihr Zimmer." Er deutet auf eine große Tür. Jedite öffnet sie und zum zweiten Mal innerhalb Sekunden ist Rei sprachlos. "Da hätten ja alle Senshi drin Platz.", ruft sie erstaunt aus. Dafür erntet sie von Usagi nur einen kleinen Stoß in den Arm, während Jedite versucht sich ein Lachen zu verkneifen. Sklaven sollten lieber nicht über die Gäste ihrer Herren lachen.

"Miss Usagi, ich zeige Ihnen jetzt Ihr Zimmer.", beginnt Jedite erneut. Und so wird Rei vorerst in ihrem riesigen Zimmer allein gelassen.

Doch auch Usagi staunt nicht schlecht, als die durch die Tür daneben tritt. Ihr Zimmer ist genau so groß wie das von Rei. Staunend betritt Usagi das Zimmer, während sich Jedite mit gesenktem Kopf von ihr verabschiedet. Usagi braucht einige Sekunden, um alles in sich sinken zu lassen. 'Hm, noch 2 Stunden bis zum Abendessen. Ob Rei mit mir den Palast hier erkundet?' Schnell packt Usagi ihre Sachen aus, um danach sofort wieder zu Rei zu gehen.

Leise pocht sie an die Zimmertür, als von innen eine Stimme antwortet, "Ist offen."

Und so geht Usagi in Reis Zimmer und findet sie vor dem offenen Fenster sitzend vor.

"Rei, was machst du da?", fragt Usagi.

Rei sieht sie lächelnd an, "Die Klänge dieser Welt aufnehmen. Alles ist hier anders als bei uns."

"Oh." Bringt Usagi heraus.

Und so verweilen beide für ein paar Sekunden, bevor Rei plötzlich aus vollen Lungen anfängt zu quieken. Sofort ist Jedite zur Stelle.

"Miss Rei, was ist los?", fragt er nervös.

Doch starrt sie nur auf das Fensterbrett. "Was zur Hölle ist das?"

Jedite schaut sie fragend an, bevor er Richtung Fensterbrett geht und sich ein Lächeln nicht verkneifen kann. "Das ist eine Spinne, Miss."

"Eine was?", fragt Rei etwas irritiert. Auf dem Mond gibt es solche Wesen nicht.

"Eine Spinne.", antwortet Jedite erneut mit gesenktem Kopf.

Usagi findet diese Szene unheimlich witzig, aber hat Mitleid mit den beiden. Langsam beginnt sie aufzuklären, "Jedite. Rei hat noch nie in ihrem Leben eine Spinne gesehen."

Ungläubig schaut Jedite Usagi an. Danach zu Rei und dann wieder zu Usagi. "Woher kommt ihr?"

"Uhm, von weit, weit weg, wo einiges anders ist, als hier.", antwortet Rei für Usagi.

"Ja, Rei, eigentlich wollte ich dich fragen, ob du mit mir auf Entdeckungsreise gehst. Aber du hattest dich ja entschieden erst mal aus vollen Lungen zu schreien.", gibt Usagi sarkastisch zum Besten, um wieder auf ihr eigentliches Anliegen zu kommen. Rei streckt ihr die Zunge raus und antwortet: "Damit du wieder verloren gehst? Ich habe keine Lust wie das letzte Mal die ganze Nacht nach dir zu suchen, nur damit wir beide verloren gehen."

Doch Usagi streckt ihre Zunge ebenfalls heraus, "Das war nur, weil du dir nicht gemerkt hast, aus welcher Richtung du gekommen bist!"

Doch Rei kann dagegen halten. "Ja, weil alles gleich aussah. Und wenn du nicht auf die Idee gekommen wärst, da reinzugehen, hätten wir da keine 3 Tage festgesteckt!"

Und noch bevor Usagi zurück beißen kann, unterbricht sie Jedite. "Ladies, ich hätte da eine Lösung für Euer Problem.", beginnt er.

"Und die wäre?", fragen Usagi und Rei gleichzeitig.

"Ein Führer?", antwortet Jedite.

"Das wäre natürlich eine Idee.", merkt Rei mit Herzchen in den Augen an. Natürlich hofft sie, dass Jedite sie führen wird.

"Und warum bist du nicht darauf gekommen, Rei?", nutzt Usagi erneut die Gelegenheit, Rei zu ärgern. Doch Rei ist viel zu sehr auf Jedite konzentriert, um Usagis Bemerkung wahrzunehmen. Und sofort weiß Usagi Bescheid, was in Reis Köpfchen abgeht.

"Also, worauf warten wir?", fragt Usagi mit einem Blinken in den Augen. Ja, definitiv. Rei hat sich definitiv in Jedite verliebt. Vielleicht mögen es andere als abstoßend sehen, weil er ein Sklave ist, doch für die Mondbewohner zählt das nicht. Mensch bleibt Mensch.

Und so beginnt Jedite den beiden Mädchen das große Schloss zu zeigen. Schloss ist eigentlich noch untertrieben. Palast würde es eher beschreiben.

Doch wie das so üblich ist, kann Usagis Magen sehr laute Geräusche machen und Rei nutzt das natürlich sofort aus, um sie zu ärgern. "He, Usagi! Du musst noch 'ne reichliche Stunde aushalten!"

"Wenn du nicht so lange gebraucht hättest, hätten wir das Mittagessen nicht ausfallen lassen müssen!", schießt Usagi zurück.

"Na und. Man muss auch mal Prioritäten setzen!", gibt Rei zungerausstreckend zurück.

Doch noch bevor Usagi ihre Zunge zurück rausstrecken kann, geht Jedite erneut lächelnd dazwischen. Er hat inzwischen gelernt, dass er sich in Usagis und Reis Gegenwart freier benehmen kann. "Hey, Ladies. Ich hätte da eine Lösung anzubieten.", grinst er sie an.

"Schon wieder?", fragt Usagi sarkastisch zurück, bevor sie sich vollends zu Jedite dreht, "Irgendwie kommt es mir so vor, als könne Rei heute nicht richtig denken. Sonst hat SIE immer für alles eine Lösung!" Und nun kommt auch Usagi dazu Rei die Zunge rauszustrecken.

"Kommt mit.", unterbricht Jedite erneut. Er führt sie auf eine Art Dachterrasse.

"Wow! Wunderschön!", bricht es aus Usagi hervor.

"Ja, echt herrlich!", stimmt Rei zu.

"Wenn sich die Damen inzwischen setzen mögen, ich bin gleich zurück.", hält er Rei und Usagi den Stuhl. Und so ist Jedite blitzschnell verschwunden.

"Neflite?" Jedite sucht die Küche ab.

"Hier.", kommt es aus einer Ecke zurück. "Was gibt's?"

"Uhm, kannst du vielleicht einen Snack für die frisch angekommenen Gäste zubereiten? Nichts großes, nur eine Kleinigkeit, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Schließlich ist es noch eine Stunde hin.", bittet Jedite.

"Natürlich. Ich lasse es euch bringen. Wo seid ihr?", antwortet Neflite.

"Auf der Dachterrasse.", erwidert Jedite erfreut.

Und so verschwindet Jedite wieder. Er kann die Gäste nicht zu lang allein lassen. Beryl würde ihn dafür hart bestrafen. Erst recht, da sie sich hier noch nicht auskennen. Auf seinem Weg zurück trifft er auf Mamoru, welcher ziemlich geknickt aussieht.

"Hey, Mamoru. Was ist los?", fragt Jedite vorsichtig.

"Nichts weiter.", antwortet Mamoru emotionslos. "Heute geht nur mal wieder alles schief."

Jedite weiß sofort, was los ist. Mamoru ist das Lieblingsziel von Beryl. Sie macht ihm das Leben wirklich zur Hölle. 'Ich wette, er hat wieder geweint.' Und bei diesem Gedanken fasst er einen Entschluss. "Hey, Mamoru. Ich führe unsere neuen Gäste gerade durch das Schloss. Komm doch mit!", bietet er an. Doch Mamoru weiß nicht so recht, "Ich glaube nicht, dass das jetzt das Richtige für mich ist."

Aber er hat gar keine andere Wahl, denn Jedite zieht ihn einfach mit.

"Rei, du bist so gemein!", hören Jedite und Mamoru schon von weiten.

"Nein, ich sage nur die Wahrheit. Und wenn Ami morgen kommt, wird sie dir das Gleiche sagen!", kontert Rei und streckt ihre Zunge raus. In diesem Augenblick kommen Mamoru und Jedite um die Ecke. Und als hätte Jedite es geahnt, liegen die beiden Mädchen schon wieder in einem Zungenstreit.

"Ladies.", geht Jedite erneut lachend dazwischen, während Mamoru nicht so recht weiß, wie er darauf reagieren soll. Irgendwie benehmen sich die Beiden anders als die Anderen. Und warum lacht Jedite? Es kann ihn seinen Kopf kosten, wenn er sich über die Gäste lustig macht.

Jedite hat mit seinem Einwurf die Aufmerksamkeit der beiden gewonnen. "Darf ich euch Mamoru vorstellen? Er ist ein guter Freund von mir." Und sofort senkt Mamoru seinen Kopf, so wie es vorher Jedite getan hat.

Rei streckt erneut die Hand aus, "Hallo. Freut mich. Ich bin Rei und das hier ist Usagi."

Und erneut wird ihre ausgestreckte Hand nicht erwidert. Fragend schaut sie zu Usagi, welche nur mit den Achseln zuckt.

Jedite deutet Mamoru auf einen Stuhl, während er sich selbst ebenfalls hinsetzt.

Kurze Zeit später bringt Neflite das Essen.

"Hey Mamoru, Jedite.", grüßt er seine beiden Kameraden, während er sich vor den Gästen verbeugt und den kleinen Snack auf den Tisch stellt. Ohne zu fragen beginnt Usagi den Snack in sich hineinzuschaufeln, bevor Rei diese Gelegenheit nutzt, um sie erneut zu ärgern. "Usagi. Manchmal frage ich mich wirklich, wie du so viel essen kannst und immer noch in deine Kleider passt." Usagi wirft ihr einen Bösen Blick zu, "Rei!" Doch Jedite steigt in dieses Spielchen amüsiert mit ein. "Aber sie hat Recht, Miss Usagi. Es gibt nachher Abendessen." Auf diesen Kommentar hin fängt er sich von Usagi einen bösen Blick und Rei beginnt schallend zu lachen. Mamoru verbleibt nach wie vor still. Er weiß immer noch nicht, was er von dieser ganzen Sache halte soll. Er weiß nur, dass diese Usagi etwas an sich hat, was ihn zumindest innerlich lächeln lässt.

"Was ist denn so lustig?", fragt eine Stimme von hinten. Beryl. Jedite und Mamoru senken sofort ihren Kopf, während Rei nur noch lauter lacht und versucht zu erklären. "Usagi," sie muss erneut Luft holen, "und jemals aufhören zu essen?"

"Ah, manche Dinge ändern sich wohl nie, oder?", fragt Beryl sarkastisch lächelnd zurück. Natürlich hat Usagi schon früher ganze Berge verschlungen.

"Jetzt fang du auch noch damit an!", spielt Usagi die Beleidigte.

"Was macht ihr hier eigentlich? Und warum bist du hier, Mamoru? Du sollst unsere Gäste doch nicht belästigen!" Sie sieht ihn scharf an.

Mamoru lässt seinen Kopf daraufhin nur noch tiefer sinken.

"Jedite hat uns eine Führung durch das Schloss hier gegeben.", erklärt Usagi ruhig.

"Und was macht er dann hier?", fragt Beryl in einem ruhigen, aber strengen Ton zurück.

"Er passt auf, dass Usagi uns nicht verloren geht.", witzelt Rei zurück. Sie hat Beryls Anspielung zwar nicht ganz verstanden, aber Usagi ärgert diese Antwort.

"Und diesen Job soll er übernehmen? Dann verläuft sie sich ja erst recht.", gibt Beryl ernst zurück. "Mamoru, ich erwarte dich." Und mit diesen Worten macht sie kehrt und geht zurück. Rei und Usagi starren ihr nach, während Jedite Mamoru einen mitleidigen Blick zuwirft.

"Ihr entschuldigt mich.", bat Mamoru und macht sich auf den Weg zu Beryl.

"Haben wir gerade etwas verpasst?", fragt Rei etwas nervös. Ihr gefällt die ganze Atmosphäre hier nicht.

Jedite schaut sie traurig an, "Nein, Mamoru hätte nur nicht hier sein sollen. Wenn es euch recht ist, geleite ich euch jetzt zurück in eure Zimmer, damit ihr euch noch etwas frisch machen könnt."

Ohne groß Worte zu wechseln bringt Jedite die beiden Mädchen in ihre Zimmer zurück.

Und keine Stunde später steht Jedite erneut vor Reis Tür. "Miss Rei, das Abendessen ist fertig."

Sofort steht Rei vor Jedite. Doch nicht wegen dem Abendessen, sondern weil sie es nicht erwarten konnte, bis sie ihn wiedersieht.

Jedite klopft auch an Usagis Tür. "Miss Usagi, das Abendessen ist fertig." Auch Usagi steht prompt vor der Tür. Doch nicht wegen Jedite, sondern wegen dem Abendessen.

Kaum sind sie im Esszimmer angekommen, macht sie Beryl mit den Anderen bekannt.

Das sind allerdings so viele Namen, dass weder Rei noch Usagi sie sich merken können.

Und so verläuft das Abendessen ziemlich still für sie. Bis auf einmal Scherben klirren und ein lauter Schrei vom anderen Ende des Tisches zu hören ist. Usagi und Rei schauen auf. Gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie der Sklave, der dort bediente von dem schreienden Mädchen ziemlich derb geohrfeigt wird. Usagi erkennt ihn - Mamoru. Auch Rei erkennt ihn und wirft Usagi einen fragenden Blick zu. Doch diese kann nur mit den Schultern zucken. Mamoru geht sofort auf seine Knie und entschuldigt sich, doch das hilft nicht, den Ärger dieses Mädchens zu mindern.

"Was denkst du eigentlich, wer du bist? Das ist mein bestes Kleid und hat mich ein Vermögen gekostet."

Auf seinen Knien sitzend und mit gesenktem Kopf entschuldigt sich Mamoru erneut. Angst ist in seiner Stimme zu hören. Beryl übernimmt das Wort. "Verschwinde, Mamoru. Und lass dich heute nicht wieder blicken." Nach diesen Worten steht Mamoru schnell auf und verlässt den Raum. Beryl geht zu dem Mädchen und entschuldigt sich nochmals für das Benehmen einer ihrer Sklaven. Doch das Mädchen belässt es nicht dabei. "Ich will, dass er dafür bestraft wird."

Rei und Usagi bemerken nicht, wie Jedite von hinten ankommt. Er hat von weiten gehört, was passiert ist. Und so beginnt Rei zu reden, in dem Glauben, niemand hört sie. "Prinzessin. Ich mag diesen Ort nicht. Ich finde, wir sollten hier so schnell wie möglich verschwinden."

Prinzessin Serenity nickt zu Mars, "Du hast recht Mars. Dieser Ort ist seltsam. Aber andere Kultur, andere Sitten."

Doch Mars gibt sich damit nicht zufrieden, "Prinzessin. Wie können wir sie überhaupt in Erwägung ziehen, dem Silver Millennium beizutreten? Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei."

Prinzessin Serenity kann nicht leugnen, dass auch sie ein schlechtes Gefühl dabei hat. "Also gut, Mars. Sag den anderen Bescheid sie sollen zur Vorsorge ihre Armbänder AN: die Verwandlung in PGSM ist wesentlich besser als im Anime mitbringen. Außerdem soll Merkur diesen Ort gründlich scannen und Bescheid geben, wenn sie etwas findet."

Mars kann mit diesem Kompromiss leben und beschließt, gleich nach dem Abendessen zum Shuttle zu gehen, und die anderen zu kontaktieren.

Jedite, der dieses Gespräch mitverfolgt hat, ist sprachlos. Er wusste, dass die beiden anders sind als Andere. Aber scheinbar sind sie nicht die, für die sie sich ausgeben. Doch weiß Jedite noch nicht, ob das gut oder schlecht ist. Er hat lange keine Mädchen mehr getroffen, die so offenherzig und vertrauenserweckend waren. Und wie die beiden miteinander umgehen, bringt ein Lächeln auf seine Lippen. Doch er hat keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Er weiß, dass Mamoru jetzt jemanden braucht, der für ihn da ist.

Kurz nachdem Jedite weg ist, kommt Beryl zu Usagi und Rei. "Ich entschuldige mich für diese kleine Störung. Lasst euch euer Essen trotzdem schmecken.", versucht sie den Abend für Usagi und Rei zu retten.

Doch Rei lässt nicht locker. "Was war eigentlich los?"

Nun sieht sich Beryl doch gezwungen, ihnen zu sagen, was genau passiert ist.

"Dieser Nichtsnutz Mamoru hat das Kleid einer meiner Gäste ruiniert."

Doch das bleibt nicht ungehört. So schalten sich auch andere mit ein. "Ja, es war ihr bestes Kleid!"

"Aber so was kann doch jedem mal passieren.", verteidigt Usagi Mamoru.

"Nein, glaub mir. Er kann absolut gar nichts.", wirft ein weiterer Gast ein.

"Beryl hat ihn mir mal für einen Tag zur Verfügung gestellt. Ich brauchte einfach nur einen Begleiter. Denkst du, er hat ein Wort mit mir geredet? Und am Ende des Tages dürfte ich mir anhören, was ich doch für einen schlechten Geschmack in Sachen Männern hätte."

"Ja, ich habe ihn einmal damit beauftragt, während meiner Shoppingtour meine Klamotten zu tragen. Am Ende hat er alles fallen lassen, und ich durfte noch die Reinigung bezahlen.", wirft noch jemand ein.

Und noch jemand: "Ja, und verweigern tut er sich auch. Als ob er in der Position dafür wäre."

Die Kette scheint nicht abzureisen. "Ja, dieser Trottel hat mein Auto demoliert!"

Usagi wirft Rei einen Blick zu, der in etwa sagt, 'Ich nehme an, Mamoru ist nicht sehr beliebt.'

"Warum wirfst du ihn nicht einfach raus?", fragt das Mädchen, dessen Kleid ruiniert ist.

Beryl seufzt. "Würde ich ja gerne. Aber ich habe die Verantwortung gegenüber meinen Eltern! Außerdem würde dann auch meine Schwester davon erfahren. Und die wäre Hundertpro dagegen."

Usagi und Rei mustern die Situation, bevor Rei sich dazu entschließt, dass sie genug hat.

"Entschuldigung. Ich habe etwas im Shuttle vergessen, das ich dringend brauche.", wirft Rei ein und will sich schon auf den Weg machen, als Beryl sie aufhält.

"Warte, ich lass es holen, dann musst du dir diesen Umweg nicht machen."

Doch auch Usagi findet die Idee nicht so toll und verteidigt Rei. "Uhm, das was Rei holen will ist ihr sehr wichtig. Nicht mal ich darf es berühren." Und so verabschieden sich die beiden Mädchen, während Beryl ihnen verwirrt nachstarrt. Doch eine ihrer Freundinnen interpretiert deren Verhalten anders. "Siehst du, jetzt hat dieser Taugenichts Mamoru sie vergrault." Das reicht Beryl. Nun wird sie Mamoru endgültig zeigen müssen, wie er sich zu benehmen hat.

Usagi und Rei gelangen ungesehen zu ihrem Shuttle.

"Meine Güte. Prinzessin, was hast du nur für Freunde gemacht.", fragt Rei etwas sarkastisch.

"Rei, nenn mich hier nicht Prinzessin. Und ich war damals vier! Beryl war damals auch ganz anders. Ich möchte wissen, was passiert ist."

Gemeinsam lassen sie diese Frage im Raum stehen, während Rei einen Funkspruch zum Mond sendet.

Danach gehen beide wieder zurück in das Schloss und treffen sich wieder mit den Anderen. Beryl kommt sofort auf sie zu. "Usagi, Rei, ich entschuldige mich nochmals für vorhin."

"Ist schon okay.", erwidert Usagi.

"Nein, nichts ist okay. Wie kann ich diesen missratenen Abend nur wieder gutmachen? Ah, ich weiß, wie. Während ihr hier seid, stehen dir und deinen Freunden Jedite zur persönlichen Verfügung.", während Rei plötzlich ein Leuchten in den Augen bekommt, seufzt Usagi vor sich hin.

"Was ist? Ist das nicht gut?", fragt Beryl unsicher.

"Doch, das ist sehr gut.", antwortet Rei für Usagi.

"Damit sehen wir Rei erst wieder, wenn wir abreisen.", gibt Usagi bitter zurück. Während Rei daraufhin rot wird, fragt Beryl unsensibel: "Wieso?"

"Hast du nicht eben ihr Leuchten in den Augen gesehen?", fragt Usagi direkt nach.

Jetzt macht es bei Beryl Klick. "Oh, verstehe. Nun, unter diesen Umständen, Rei. Wie wäre es, wenn Jedite dann ausschließlich dir zu Diensten steht? Ich bin immer wieder froh, wenn meine Gäste die Anwesenheit meiner Sklaven genießen. Dann werde ich dir wohl jemand anderen schicken müssen, Usagi." Und mit diesen Worten setzt sie ein breites Lächeln auf und geht fort.

"Prinzessin, ich verstehe dieses System immer noch nicht.", ist alles, was Rei herausbringt.

Doch noch bevor Usagi und Rei den Raum verlassen können, steht Jedite vor ihnen.

"Miss Rei. Ich wurde angewiesen, ausschließlich Ihnen zur Verfügung zu stehen."

Usagi winkt Rei und Jedite zu, und verlässt die beiden sarkastisch, "Ihr seid ja alle so verrückt! Ich lege mich schlafen, gute Nacht."

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer passt sie wie üblich nicht auf, wo sie hintritt und rennt gegen etwas. Eher, gegen jemanden. "Sorry, hab nicht aufgepasst.", murmelt sie schnell als Entschuldigung, während sie ihren Kopf hebt und sieht gegen wen sie gerannt ist - Mamoru. Und zum ersten Mal treffen sich für Sekunden ihre Blicke und Usagi verliert sich sofort in seinen Augen. Doch Mamoru senkt seinen Kopf schnell wieder. "Es tut mir leid, Miss Usagi. Ich sollte besser aufpassen.", entschuldigt er sich schnell mit angsterfüllter Stimme.

"Ist schon okay. Es gehören immer zwei dazu.", lächelt Usagi zurück. Doch ihr Lächeln bleibt ungesehen. Usagi jedoch ist der Tonfall in seiner Stimme nicht entgangen. 'Es klang fast so, als hätte er geweint.', denkt sie, bevor sie sich an die Szene beim Abendessen zurückerinnert.

"Hey, Mamoru. Mach dir keine Gedanken wegen vorhin. Ich wette sie hat auch schon mal das Gleichgewicht verloren.", versucht Usagi ihn aufzubauen.

Fragend schaut er leicht hoch, um in ein warmes lächelndes Gesicht zu schauen. 'So warmherzig,', denkt er, 'so offen und ehrlich.' Doch plötzlich fällt ihr Gesicht ein, als sie sich erinnert, wo sie sind. Mamoru wird sicherlich schon irgendwo erwartet.

"Uhm, Tschuldigung. Ich wollte dich nicht von deinem Wege abhalten. Ich hatte eh vor, schlafen zu gehen. Gute Nacht." Und mit diesen Worten verschwindet Usagi in Richtung ihr Zimmer.

Doch Usagi legt sich nicht schlafen. Sie setzt sich an ihr Fenster und betrachtet den Mond - ihre Heimat. Es ist seltsam die eigene Heimat aus dieser Entfernung zu betrachten.

Rei und Jedite haben währenddessen ihren Spaß. Und so fragt Rei natürlich auch weiter über die Hintergründe dieses Gebäudes und die königlichen Familie. Und irgendwie kommen sie im Laufe der Zeit auch auf Mamoru zu sprechen. Und so offenbart Jedite Rei, dass Mamoru mit 6 Jahren seine Eltern und damit auch seine Erinnerungen verloren hat. "Ich erinnere mich auch nicht mehr an vieles. Aber ich habe dennoch ein paar Erinnerungen. Ich denke es ist für Mamoru schwerer, als er sich eingestehen will. Mit 6 Jahren ist er dann in ein Knabenheim gekommen. Beryls Eltern haben ihn dort mit 8 Jahren rausgeholt und seitdem steht er in Beryls Diensten."

Nahe Mitternacht verabschieden sich beide voneinander. Doch Rei geht nicht direkt zu Bett, sondern klopft leise an Usagis Tür. "Ist offen.", antwortet diese.

Usagi sitzt noch immer am Fenster und betrachtet den Mond. "Den Mond so zu sehen ist seltsam, nicht?", fragt sie Rei leise.

"Ja." ,stimmt sie Usagi zu.

Und beide reden noch ein wenig miteinander, wobei Rei Usagi auch erzählt, was Jedite ihr erzählt hat.

Am nächsten Morgen wird Usagi durch ein leises Klopfen geweckt. "Miss Usagi?", fragt eine tiefe Männerstimme.

"Ist offen.", antwortet sie. Und herein kommt ein Sklave, den Usagi vorher noch nicht getroffen hat. Er hat langes helles Haar.

"Ich bin gekommen, um Euch zum Frühstück zu holen, Miss Usagi.", beginnt er.

"Uhm, danke. Ich bin gleich soweit. Wer bist du eigentlich?", fragt sie.

Mit dem Kopf gesenkt antwortet er: "Kunzite."

Während sich Usagi in ihrem Zimmer fertig macht, wartet Kunzite vor ihrem Zimmer. Ein paar Minuten später kommt sie aus dem Zimmer und wird von Kunzite schweigend zum Frühstückszimmer geleitet. Usagi merkt, dass es nicht das selbe Zimmer ist, in dem sie Abend gegessen haben und witzelt: "Hey, Beryl habt ihr für jede Mahlzeit ein eigenes Zimmer?"

"Natürlich.", antwortet Beryl ernst. 'Autsch', denkt Usagi.

"Nanu, wo ist Rei?", fragt Usagi laut, wenn auch nur sich selbst.

Doch Jedite antwortet ihr, "Sie hat mich aufgetragen, Euch zu sagen, dass sie die Anderen abholt."

"Sie ist ohne mich los?", fragt Usagi erstaunt mit leichtem Ärger und vorgespielter Verletztheit.

"Ihr habt noch geschlafen, Miss Usagi.", antwortet Jedite.

Doch, wie auf Knopfdruck ertönt es von hinten, "Usagi."

Usagi dreht sich rum, und sieht ihre vier Senshi dastehen. "Mako, Mina, Ami." Und alle begrüßen sich mit einem großen Drücker.

Und so setzen sie sich gemeinsam mit den vielen anderen Gästen von Beryl an den Tisch. Während des Frühstücks lernen sich Beryl und Usagis Freunde besser kennen.

"Ami, du solltest Lehrerin werden, weißt du das?", lobt Beryl Amis Wissen.

"Ja, das sagen wir auch ständig. Aber sie hört ja nicht auf uns.", gibt Makoto zum Besten.

"Wirst du Köchin, nur weil du gut kochen kannst?", fragt Ami schüchtern zurück. Sie weiß, dass sie Makoto damit hat. Minako versucht die Situation zu retten, "Äh, lassen wir das Thema. Beryl, wie hast du eigentlich Usagi kennen gelernt?"

Bei der Erinnerung daran, leuchten Beryls Augen auf. "Oh, ich war damals sechs und Usagi vier. Wir haben gerade Urlaub gemacht und meine Eltern sind weg, zu einem Ausflug. Und da kam Usagi an und meinte, wir könnten doch Freunde werden und gemeinsam spielen. Und so wurden wir Freunde."

Und so genießen alle das Frühstück. Doch Minako lässt es sich nicht nehmen, zu Usagi zu flüstern. "Du hast gar nicht gesagt, was es hier für hübsche Kerle gibt! Ich hätte mir was Besseres angezogen, wenn ich das gewusst hätte."

"Minako!", gibt Usagi scharf zurück. Leider auch laut. So laut, dass es alle anderen hören, und sie die gesamte Aufmerksamkeit haben. Usagi und Minako schweißtröpfeln.

Nach dem Frühstück geleiten Jedite und Kunzite die fünf Mädchen zu ihren Zimmern. Minako findet sofort Gefallen an Kunzite und Usagi verdreht nur die Augen, als sie Minakos Blicke feststellt. "Man, bitte nicht du auch noch!"

Alle schauen Usagi fragend an. "Ich meine Minako. Ist auch egal." Und mit diesen Worten verschwindet sie in ihrem Zimmer.

"Was hat sie denn?", fragt Minako unschuldig. Rei und die anderen zucken nur mit den Schultern.

Um das Thema zu wechseln, wirft Ami einen ganz anderen Kommentar ein: "Ich glaube, hier verlaufen wir uns früher oder später."

"Jupp, da hast du Recht, Ami.", stellt Makoto fest.

Und in diesem Augenblick geht die Tür auf und Usagi kommt herausgestürmt.

"Usagi!", ruft Makoto noch hinterher, doch sie ist schon außer Hörweite.

Innerlich lachend kommt Usagi bei Beryl an.

"Hey Usagi! Wo sind deine Freunde?", fragt diese irritiert.

"Das glaubst du mir nie.", antwortet diese lächelnd.

"Versuchs doch mal.", fordert Beryl sie heraus.

"Uhm, Rei und Minako sind schon ganz hin und weg von Jedite und Kunzite. Meine Güte ist das lange her, seit sie sich mit Kerlen beschäftigt haben. Nun gut, Minako ausgenommen. Aber du hättest das sehen sollten. Unmöglich!", scherzt Usagi rum, doch Beryl nimmt das ernst. "Dann sollte ich wohl noch Verstärkung schicken, was?"

"Bloß nicht! Wenn Mako jetzt auch noch der Kopf verdreht wird, dann steh ich mit Ami allein da!", witzelt sie zurück. Sie weiß, dass Ami sich nie in einen Kerl verliebt hat - hofft sie jedenfalls - vorerst.

"Nein ehrlich. Ich möchte, dass meine Gäste zufrieden sind. Und wie kann ich es erlauben, dass Kunzite und Jedite jemandem anderen Aufmerksamkeit schenken, wenn sie deinen Freunden doch die Köpfe verdreht haben? Ich sende euch noch Zoisite." Und mit diesen Worten verschwindet sie, um Zoisite zu schicken.

'Das war es eigentlich nicht, wieso ich gekommen bin. Eigentlich wollte ich wissen, wo Mamoru ist.', denkt sich Usagi noch, während sie wieder zurückgeht.

Als sie vor ihrem Zimmer ankommt, merkt sie, dass die anderen weg sind. Seufzend geht sie in ihr Zimmer, um einen Zettel vorzufinden, auf dem steht, dass sie auf der Dachterrasse sind. Im gleichen Augenblick klopft es an der Tür. "Miss Usagi? Ich wurde geschickt, um Euch zu Diensten zu sein."

"Und wer bist du?", fragt Usagi neugierig. Im gleichen Augenblick erinnert sie sich an Beryls Worte, sie wolle Zoisite schicken. Mit dem Kopf gesenkt antwortet er, "Zoisite."

"Uhm, kannst du mich zur Dachterrasse bringen?", fragt Usagi eilig. Wer weiß was die Anderen schon wieder aushecken, während sie weg ist.

Dort angekommen, wird sie sofort von Rei begrüßt, "Usagi? Und du bist nicht verloren gegangen?"

"REI!", ruft Usagi bevor sie die Zunge rausstreckt. Rei streckt ihre Zunge natürlich ebenfalls heraus.

"Jetzt geht das schon wieder los.", stellt Ami genervt fest.

"Entschuldigung, Miss Ami. Was meint Ihr?", fragt Zoisite etwas verwirrt. Jedite beginnt zu feixen. Makoto und Minako auch, während Ami nur auf Rei und Usagi zeigt, "DAS!"

Entschlossen die beiden diesmal nicht kämpfen zu lassen, geht Ami dazwischen,

"Hey, Usagi, Rei. Statt dass ihr euch ständig streitet, solltet ihr lieber lernen." Alle außer Zoisite schweißtröpfeln.

"Ich muss Miss Ami zustimmen.", stellt Zoisite fest. Diesmal schauen alle außer Ami fragend zu Zoisite, jedoch Ami schweißtröpfelt.

"Rei?", unterbricht Usagi plötzlich.

"Ja?", fragt sie nervös zurück.

"Denkst du das, was ich denke?", fragt Usagi Rei erwartungsvoll.

Die beiden schauen sich einen kurzen Augenblick an, bevor Rei nickt, "Jupp."

Und ohne weiter etwas zu sagen, setzen sich Usagi und Rei hin.

'Und da fließt sie dahin, meine Ami. Und ich habe noch gesagt, Ami interessiert sich nicht für Kerle. Ich glaube für Zoisite interessiert sie sich jetzt. Was haben die nur an sich?', fragt sich Usagi.

Nach einer Weile bilden sich langsam Zweiergruppen. Minako und Kunzite reden viel miteinander. Ebenso Rei und Jedite. Und Zoisite und Ami reden über irgendwelche Integralrechnung, von der vorher noch nie jemand gehört hat.

Makoto stellt plötzlich fest, dass sie und Usagi langsam zu Außenseitern werden.

"Jupp, Mako. Ich hoffe du lässt mich nicht auch noch im Stich."

"Ach was, ich doch nicht.", witzelt Makoto zurück, als sie von Weiten zwei Kerle auf sie zukommen sieht. Es sieht aus, als hätten sie Schüsseln mit Obst in der Hand.

"Essen, Usagi! Dein Freund ist da!", scherzt Makoto lachend rum.

"MAKO!", plärrt Usagi zurück.

Doch Makoto hat schon längst ihre Aufmerksamkeit auf die zwei Kerle gerichtet, besonders auf den, mit langem braunem Haar.

"Makoto?", fragt Usagi unsicher. Sie entschließt sich Makotos Blick zu folgen und dreht sich um. Hinter ihr stehen Neflite und Mamoru.

"Ich dachte die Ladies mögen vielleicht etwas essen?", lächelt Neflite alle an.

Doch Usagi hat etwas ganz anderes im Sinn. "Makoto? Kino Makoto!", beginnt Usagi etwas scharf. Dieser Ton bringt Makotos Aufmerksamkeit wieder zurück zu Usagi. "Hu? Ja?"

Doch Usagi wirft nur ihre Hände in die Luft und seufzt, "Vergiss es. Ist eh zu spät." 'Wenigstens haben sie ihren Spaß!'

Doch erst jetzt bemerkt sie, dass Mamoru neben Neflite steht. Und während Makoto Neflite einen Platz anbietet, deutet Usagi Mamoru ebenfalls an, sich zu setzen. Beide sehen das natürlich als Aufforderung an und kommen ihr sofort nach.

Und so kommt es, dass die ganze Runde wieder in ein Gruppengespräch verfällt. Und irgendwie kommt das Gespräch von dem tollen Essen und dass Makoto ja auch so gut kochen kann zurück auf Usagi, warum Rei denn Angst hatte, dass Usagi verloren geht. Alle schauen fragend zu Zoisite und Jedite beginnt zu feixen. Nach wie vor ist er der Einzige, der diese Geschichte inzwischen halbwegs kennt. Doch bevor Usagi protestieren kann, erzählt Rei die Geschichte erneut. Danach lacht die ganze Runde. Selbst Mamoru lässt sich zu einem Lächeln

hinreisen.

"Was gibt's denn hier so tolles zu lachen?", fragt eine Stimme von hinten. Beryl.

Sofort sind zumindest die Sklaven ruhig, besonders Mamoru. Neflite sollte eigentlich auf ihn aufpassen und ihm etwas Arbeit in der Küche geben.

Beryls Augen fallen auch sofort auf Mamoru. "Und was macht er hier?", fragt sie scharf, ihr Ärger in ihrer Stimme zu hören. Sie geht auf Mamoru zu und packt ihn mit einer Hand an. "Zu absolut nichts bist du fähig. Du solltest in der Küche helfen, stattdessen sitzt du hier faul rum."

Die Anderen beobachten mit Stillschweigen, doch Usagi steht bereits auf. Beryl fährt fort. "Du weißt, wie Ungehorsam bestraft wird." Und als wolle sie ihm einen Vorgeschmack auf das geben, was noch kommt, holt sie mit ihrer Hand aus. Doch der Schlag trifft Mamoru nie, da Usagi vorher Beryls Hand zurückhält. Ernst schaut sie Beryl an, "Das reicht, Beryl. Ich habe ihn darum gebeten, uns Gesellschaft zu leisten. Alles was er getan hat, ist meiner Bitte nachzukommen."

Beryl mustert Usagis Augen und sieht, dass sie die Wahrheit sagt. "Okay, dieses Mal lasse ich es noch durchgehen. Aber auch nur weil du es bist, Usagi."

Und mit diesen Worten lässt sie Mamoru los und er sackt zu Boden, seine Sicht durch seine heraufkommenden Tränen verschwommen. Noch bevor Beryl komplett verschwindet dreht sie sich noch einmal um, "Du solltest allerdings nicht ständig bei jeder Kleinigkeit heulen, Mamoru." Und damit ist sie endgültigv erschwunden. Usagi starrt ihr nach, während langsam das Schluchzen von Mamoru zu ihr durchdringt.

Traurig stellt Jedite fest, "Es sind leider selten Kleinigkeiten." Er und Mamoru teilen eine tiefe Freundschaft. Eigentlich wie auch Neflite, Kunzite und Zoisite.

Usagi sinkt neben Mamoru ebenfalls auf ihre Knie und nimmt ihn in ihre Arme. Sie merkt, wie Mamoru sich anfangs dagegen wehren will, aber recht schnell besiegt aufgibt und einfach nur weint. Sanft versucht Usagi ihn aufzubauen, "Tränen sind Ausdruck unserer Gefühle, und jeder hat ein Recht darauf zu weinen, wenn ihm danach zu Mute ist."

Usagi ist selbst ein Mensch, der schnell in Tränen ausbricht. Und so, wie Beryl mit Mamoru umgeht, hätte sie ihre Tränen schon lange nicht mehr zurückhalten können. Freundin hin, Freundin her. Usagi kommt eine Idee. Es wird zwar den innerlichen Schmerz nicht mindern, jedoch den Äußerlichen. Und das ist ja schon mal ein Anfang.

"Komm mal mit.", flüstert Usagi ihm sanft ins Ohr. Den Anderen gibt sie einen entschuldigenden Blick, "Keine Angst, ich bring ihn euch heil wieder." Und so verschwindet sie mit Mamoru in der Hand von der Dachterrasse, während die Anderen ihr verwirrt nachschauen.

Auf ihrem Weg redet Usagi kein einziges Wort. Sie ist dafür viel zu sauer auf Beryl. Mamoru spürt, dass sie sauer ist und deshalb nicht redet. Jedoch denkt er, es ist seine Schuld. Weil sie für ihn gerade stehen musste. Doch aus Angst sie noch mehr zu verärgern, bleibt Mamoru ruhig und hofft, dass ihn Miss Usagi nicht zu sehr bestraft.

Doch entgegen seinen Ängsten deutet Usagi für Mamoru nur das Bett zum setzen an. Usagi selbst kramt etwas aus ihrer Tasche hervor, als sie sagt, "Schließ deine Augen."

Und so tut Mamoru, wie ihm befohlen wird. Usagi hat eine Tube Creme hervorgeholt und breitet davon etwas auf ihrem Finger aus. Sanft beginnt sie es auf Mamorus Wange zu verreiben. Als sie ihn berührt, zuckt er zwar zurück, lässt sie jedoch gewähren. Und zu seinem Erstaunen fühlt es sich gut an, was Usagi ihm da aufträgt.

"Dieses Mädchen von gestern Abend hat ganz schön derb zugeschlagen. Und, besser?", fragt sie beruhigend.

Doch Mamoru ist noch immer zu durcheinander, um mehr als ein Nicken herauszubekommen.

"Wenn ich dir das heute Abend noch mal auftrage, sollte es deiner Wange morgen wieder gut gehen.", fügt sie hinzu.

"Danke.", erwidert Mamoru.

Usagi lächelt ihn an, "Keine Umstände."

Langsam setzt sie sich aufs Bett neben ihm und nimmt seine Hände. Irritiert schaut er Usagi an. Sicherlich versucht sie das, was andere vor ihr auch schon versucht haben: ihn mit Gewalt zu erobern. Doch so tief hat er sich nie sinken lassen. Und auch wenn ihn Beryl jedes Mal hart bestraft hat, wenn er sich einem Gast verweigert hat. Sich selbst kann und will er nicht verlieren. Doch zu seinem erneuten Erstaunen schaut Usagi nur leicht nachdenklich auf seine Hände, bevor sie zu ihm aufblickt. "Mamoru, warum ist das Verhältnis zwischen dir und

Beryl so, wie es jetzt ist?"

Damit hat ihn Usagi erwischt. Leise antwortet er ihr, "Miss Beryl meint, ich könne nichts. Und deshalb ist sie sauer auf mich."

Usagi schaut ihn ungläubig an, "Wieso? Weil du gestern gestolpert bist?"

Mamoru schaut Usagi verwirrt an. "So was passiert mir ständig."

"Weil du jedes Mal zu aufgeregt bist, dass wieder irgendetwas passieren könnte?", fragt Usagi stur nach. Sie will das Thema nicht einfach so gehen lassen.

"Weil ich einfach nichts richtig auf die Reihe kriege." Und erneut steigen Mamoru die Tränen in die Augen. Beryl hat sein Selbstbewusstsein über die Jahre so minimiert, dass er selbst schon glaubt, er sei zu nichts fähig.

Usagi nimmt ihn erneut in den Arm und lässt ihn weinen. "Das ist nicht wahr. Der Mamoru, den ich kennen gelernt habe, hat etwas, was viele schon nicht mehr haben."

"Was, die Fähigkeit alles zu ruinieren? Ich habe vorhin sogar eure Runde ruiniert.", heult Mamoru in Usagis Schulter.

"Das stimmt nicht. Du hast sie nicht ruiniert, Mamoru. Im Gegenteil. Ohne dich, hätte ich die ganze Zeit allein da gesessen. Außerdem meine ich deine Ehrlichkeit. Du hast noch Moral. Etwas, was viele nicht mehr haben."

"Was meinst du damit?", fragt Mamoru nervös.

"Eine der Mädchen von gestern hat sich darüber beschwert, dass du dich ihr verweigert hast."

Doch Mamoru hat sich vielen verweigert. Wenn sich jetzt jedoch jemand richtig darüber beschwert, wird das sicherlich noch ein Nachspiel haben.

Mamorus Tränen reduzieren sich und Usagi schaut ihm tief in seine Augen. Sie sieht dort den Schmerz der sich über Jahre in Mamorus Körper angesammelt hat. Und beide fühlen sich in diesem Augenblick zueinander hingezogen. Nicht auf die lustvolle Art und Weise, sondern eher auf eine romantische Art und Weise. Doch ein Klopfen an der Tür holt beide wieder in die Realität zurück.

"Miss Usagi", hören sie Jedites Stimme. "Das Mittagessen steht bereit."

Und so machen sich die fünf Mädchen auf den Weg zum Mittagessen. Usagi seilt sich kurz ab, um mit Beryl zu sprechen.

"Hey.", grüßt sie Usagi.

"Hey.", grüßt Usagi unsicher zurück.

"Was kann ich für dich tun?", fragt Beryl neugierig nach, den Vorfall auf der Dachterrasse schon vergessen.

"Na ja, du hast sicherlich mitbekommen, wie toll meine Freunde Jedite, Kunzite, Zoisite und Neflite finden?", beginnt Usagi zögernd.

"Ah, und du möchtest, dass sie ausschließlich ihnen zur Verfügung stehen? Kein Problem, muss ich für Neflite noch Ersatz suchen. Aber das dürfte nicht das Problem sein." Sie lächelt Usagi an.

"Na ja, das wäre das Eine.", fährt Usagi fort.

„Natürlich!", stellt Beryl fest. "Du möchtest auch gern noch jemand, der ausschließlich dir zur Verfügung steht."

"Nicht irgendjemand." Usagi errötet leicht.

"Du hast schon ein Auge auf jemandem geworfen?", fragt Beryl amüsiert.

"Mamoru.", beendet Usagi ihre Anfrage.

Beryl fallen fast die Augen aus.

"Mamoru? Mit dem wirst du kein Glück haben! Der macht nie etwas so, wie er soll. Außerdem wollte ich, dass du diesen Ort lebend verlässt. Glaub mir, bei seiner Tollpatschigkeit kann es noch passieren, dass er dich 'ausversehen' umbringt.", antwortet Beryl mit finsterer Miene. In der Tat will sie, dass ihre Freundin keinen schlechten Eindruck von ihr hat.

"Ich mag seine Anwesenheit.", antwortet Usagi ruhig.

Beryl mustert sie kurz. "Von mir aus. Mamoru steht zu deiner vollen Verfügung. Damit macht er dann hoffentlich mal etwas Sinnvolles."

Und so lässt sie eine leicht verärgerte Usagi stehen, um dem Mittagessen beizuwohnen. Auch Usagi kehrt zu ihren Freunden zurück.

Das Mittagessen verläuft mit vielen belanglosen Gesprächen unter den Gästen selbst. Doch Usagis Gedanken kreisen die ganze Zeit immer um Mamoru. Vor allem fragt sie sich, wieso Beryl Mamoru keine Chance gibt. Er braucht etwas Zeit, um sich zu öffnen, doch dann ist er ein wunderbarer Mensch mit dem man wunderbar reden kann. Doch Beryl scheint eher auf andere Dinge zu achten. Oder hat es auch etwas damit zu tun, dass ihre Schwester Mamoru gerne für sich hätte? Das sie deshalb mit ihrer Schwester irgendeine Art Streit hat? Und deshalb auf Mamoru sauer ist? Oder ist sie gar eifersüchtig? Weil ihre Schwester scheinbar mehr mit Mamoru zu tun haben will, als mit ihr? Doch wie auch immer, ihr wird klar, dass

Mamoru das nicht mehr lange durchhält. Es ist für sie schon schwer die ganze Situation zu akzeptieren, denn im Silver Millennium werden die Menschen nicht so behandelt, aber sie weiß, dass sie sich nicht in die Regeln anderer Kulturen einmischen darf. Dennoch hat sie mit Mamoru Mitgefühl.

Ihre Tischnachbarin beginnt eine Konversation mit jemand über den anstehenden Ball, als ihr plötzlich die Idee kommt, Mamoru als Tanzpartner mitzunehmen. Festentschlossen ihn nach dem Mittagessen sofort zu fragen, genießt sie den Rest des Mahls.

Nach dem Mittag verabreden sich die fünf Mädchen für eine Stunde später auf der Dachterrasse. Doch vorher gehen sie noch getrennte Wege in ihren Zimmern.

Das Erste, was Usagi macht, ist sich ihre Haare bürsten. Das hat sie am Morgen ganz vergessen. Allerdings verfilzen sie schnell und so sollte sie sie sich schon mal durchkämmen. Doch gerade als sie ihre Odangos löst klopft es an der Tür. Usagi hat keine Lust sie selbst zu öffnen, also macht sie es, wie üblich, "Ist offen!" und herein tritt Mamoru.

"Hey Mamoru!", grüßt Usagi erfreut. In der Tat hat Usagi festgestellt, dass er irgendetwas an sich hat, was sie fasziniert, was sie immer wieder an ihn denken lässt. "Setz dich doch.", versucht Usagi Smalltalk aufzubauen.

Mamoru scheint etwas unsicher darauf einzugehen. "Danke. Wie war das Mittagessen?"

Irritiert schaut Usagi Mamoru an. In diese Richtung wollte sie das Gespräch zwar nicht lenken, aber besser, als gar nichts.

"Äh, gut, danke der Nachfrage." Und so dreht sie sich wieder Richtung Spiegel und beginnt ihre Haare zu bürsten.

Mamoru sieht Usagis Handlung und ist sofort an ihrer Seite, um wie gewohnt die Arbeit der Gäste abzunehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass er einem Gast die Haare kämmt. Und er hat damit schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wie oft wurde er schon angeschrien dafür, dass es geziept hat! Und irgendwie bereitet er sich darauf vor, erneut dafür angeschrien zu werden. Erst recht, als er an eine filzige Stelle kommt. Doch Usagi ist viel zu perplex, um zu reagieren. Sie ist es gewohnt, sich ihre Haare selbst zu bürsten, wenngleich sie es genießt, sie sich von ihm bürsten zu lassen. Und so merkt sie sogar den Schmerz kaum. Die

einzige Reaktion von ihr, ist ein Zusammenziehen der Augen.

"Tut mir leid, Miss Usagi.", entschuldigt sich Mamoru schnell mit gesenktem Kopf.

"Äh... schon okay.", antwortet sie, unfähig wirklich zu denken.

'Hu? Da ist sie die Erste, bei der es okay ist.', denkt Mamoru skeptisch. 'Auf der anderen Seite ist sie in vielem anders, als die anderen. Das gleiche gilt scheinbar auch für ihre Freundinnen. Sie scheint uns nicht nur als Sklaven zu sehen, die für ihr Vergnügen da sind. Vielmehr scheinen sie alle fünf uns eher als normale Menschen zu sehen.' Bei der Realisation dieser Gedanken hält Mamoru kurz inne, bevor er sich um so mehr Mühe gibt, dass es Usagi nicht ziept. Doch Usagi hat den kurzen Halt von Mamoru bemerkt.

"Mamoru, stimmt was nicht?" , fragt sie leise, um ihn nicht zu irritieren.

"Hu? Nein, alles okay.", antwortet er halb geistesabwesend. "Warum fragt Ihr, Miss Usagi?"

"Du kannst mich auch gern mit Du anreden." Ihr Blick richtet sich im Spiegel auf Mamorus Gesicht.

"Hm, wenn du das so wünschst. Aber warum hast du Beryl darum gebeten, dass ich mich um dich kümmere, statt jemand anderes?", fragt Mamoru leise mit etwas Angst in seiner Stimme.

Doch Usagis Ausdruck verändert sich nicht, "Weil ich deine Gesellschaft mag."

Mamoru starrt sie irritiert an, "Was meinst du damit? Wieso?"

Usagi beginnt leicht zu lachen, was Mamoru für einen kurzen Augenblick verunsichert. "Mamoru, es gibt keinen speziellen Grund. Ich mag dich einfach, das ist alles." 'Na ja, nicht ganz. Eigentlich weil ich gerade dabei bin, mich in dich zu verlieben.', denkt Usagi leicht traurig zu Ende. Sie weiß, dass Mamoru für sie nicht so empfindet.

'Neben Jedite, Neflite, Zoisite und Kunzite ist sie die einzige, die mich mag.' Und so weicht die eben noch vorhandene Angst einer ihm unbekannten Freude. Doch noch ehe er das Ganze richtig verarbeiten kann, beginnt Usagi ein neues Thema.

"Uhm, Mamoru?", beginnt sie zögerlich.

"Ja?", fragt er neugierig.

"Würdest du mich zu dem Ball begleiten?", lässt sie die Frage endlich raus.

Doch Mamoru muss sie enttäuschen, "Ich habe dort keinen Zutritt. Beryl meinte, ich würde ihr sonst noch den Abend versauen."

Usagis Augen füllen sich erneut mit Ärger, dem sie jedoch keine Gelegenheit gibt auszubrechen. Stattdessen bohrt sie weiter. "Ich meinte damit als mein Tanzpartner."

Erneut ist Mamoru recht irritiert. "Darum musst du mich nicht bitten, Miss Usagi."

Damit hatte Usagi schon fast gerechnet, "Das war kein Befehl, Mamoru, sondern eine Frage. Und wenn du nicht möchtest, ist das auch okay."

Bei diesen Worten staunt Mamoru nicht schlecht. "Ich würde mich freuen, dich auf den Ball zu begleiten, aber ich kann nicht tanzen."

Auch das hat sich Usagi schon fast gedacht. Und noch ehe sich Mamoru versieht, fasst sie ihn bei den Händen und führt ihn mitten in ihr Zimmer. Nachdem sie passende Musik eingelegt hat, beginnt sie mit Mamoru zu tanzen. Es ist klar, dass er die Schritte nicht kennt, allerdings hat er ein natürliches Gefühl für Rhythmus, und das ist sehr wichtig. An den Schritten können sie arbeiten, aber das Gefühl für Rhythmus muss einfach da sein.

"Mamoru, ich hab eine Idee! Warte mal kurz." Und damit rennt Usagi aus dem Zimmer, um Rei Bescheid zu sagen, dass sie nicht mit auf die Dachterrasse kommt. Mit 2 Sätzen erklärt sie Rei ihre Situation, und diese nickt nur verständnisvoll, eine Idee in ihrem Kopf geboren.

Und zurück in ihrem Zimmer beginnt Usagi Mamoru das Tanzen beizubringen. Und noch ehe sie sich versehen ist es schon Abend und das Abendessen wartet.

"Hey Mamoru! Du lernst schnell! Drei Tänze in 4 Stunden. Das ist wirklich gut!", lobt Usagi Mamoru lächelnd.

"Danke, ich habe ja auch eine gute Lehrerin!", grinst Mamoru zurück. In den 4 Stunden hat sich Mamoru Usagi etwas mehr geöffnet. Zu sehr hat sie ihm das Gefühl frei zu sein vermittelt, als dass er sich ihr nicht hätte öffnen können.

"Hast du Lust nach dem Abendessen weiter zu üben?", fragt Usagi inzwischen leicht hungrig. 4 Stunden Tanzen üben und nebenbei noch quatschen kann ganz schön hungrig machen.

"Sehr gerne.", antwortet Mamoru erfreut. Er genießt es ungemein mit Usagi zu tanzen. In Gedanken muss er sich berichtigen. Er genießt es in Usagis Nähe zu sein. Sie ist liebevoll, warmherzig, nett und vor allem menschlich. In gewisser Weise fühlt sich Mamoru bei ihr geborgen. Er weiß, dass sie ihn nicht schlägt, für nichts beschuldigt, was er nicht getan hat. Und selbst, als er ihr pausenlos auf die Füße getreten ist, hat sie nur darüber gelächelt und gemeint, dass sie jetzt weiß, wie sich ihr Tanzlehrer gefühlt haben muss.

Und so geleitet Mamoru Usagi zum Abendessen. Nachdem Usagi sich jedoch gesetzt hat, verschwindet Mamoru wieder hinter den Kulissen, da seine Anwesenheit im Raum nicht erwünscht ist. Er ist vorerst nicht mehr für das Servieren oder ähnliches zuständig. Zurzeit besteht seine Aufgabe ausschließlich darin, Usagi zur Verfügung zu stehen. Wie er sich jedoch inzwischen selbst eingestehen muss, tut er das gerne.

In einem Nebenraum wartet er darauf, dass Usagi fertig wird, während er selbst eine Kleinigkeit isst.

Grinsend kommen Jedite, Neflite, Zoisite und Kunzite herein.

"Hey Mamoru.", grüßen sie ihn.

"Hey ihr.", grüßt er sie zurück.

Stille.

"Warum grinst ihr so breit?", fragt Mamoru leicht ungeduldig.

"Ich hab gehört, Miss Usagi möchte, dass du sie begleitest.", grinst Jedite nur noch breiter.

"Woher wisst ihr denn das schon wieder?", fragt Mamoru ungläubig. Manchmal verbreiten sich Neuigkeiten wie ein Lauffeuer.

Doch Jedite kann sich nicht länger zurückhalten. "Miss Rei meinte, dass Miss Usagi nicht mit auf die Dachterrasse gekommen ist, weil sie dir das Tanzen beibringen wolle, damit du sie auf den Ball begleiten kannst."

"Uhm, ja.", antwortet Mamoru etwas verwirrt. "Wann hätte Miss Usagi denn auf der Dachterrasse sein sollen?"

"Kurz nachdem ihr mit Tanzen angefangen habt.", strahlt Jedite. "Na ja, jedenfalls gehen wir alle dahin."

"Wieso?", fragt Mamoru nur noch verwirrter.

"Weil das Miss Rei auf die Idee gebracht hat, dass wir sie alle begleiten könnten. Schließlich haben sie noch keine andere Begleitung gefunden gehabt.", antwortet ein ebenso strahlender Kunzite.

Währenddessen läuft bei den fünf Mädchen beim Abendessen etwa das Gleiche ab.

Und nach dem Abendessen üben Mamoru und Usagi weiter das Tanzen. Doch diesmal üben auch die anderen das Tanzen.

Erneut reden sie über Gott und die Welt, und Usagi möchte mehr über Mamoru erfahren.

"Was ist eigentlich deine Lieblingsfarbe?", fragt sie plötzlich.

"Hu?", antwortet Mamoru. "Äh, schwarz."

"Wieso gerade schwarz?", möchte Usagi wissen.

"Weil es mich an Dunkelheit erinnert.", antwortet Mamoru leicht traurig.

"Und du magst die Dunkelheit?", fragt Usagi erneut zurück.

"Ja.", erwidert Mamoru.

"Also, ich weiß nicht. Ich hasse die Dunkelheit.", gibt Usagi noch zum Besten.

Mamoru lächelt sie an, "Zu dir passt auch nur das Licht, Miss Usagi."

"Aber warum magst du die Dunkelheit so?" erkundigt sich Usagi.

Mamoru versucht es ihr zu erklären. "In der Dunkelheit sieht mich niemand. Ich kann weinen und es interessiert niemanden. Und ich kann lachen und es interessiert niemanden."

"Aber im Licht kannst du auch weinen und lachen.", hält Usagi dagegen.

"Dort sieht mich aber jeder.", hält Mamoru ebenfalls dagegen.

"Ist das so schlimm?", fragt Usagi unschuldig.

"In deiner Gegenwart nicht, nein. Aber das trifft nicht auf alle Menschen zu.", antwortet Mamoru mit leicht gerötet Wangen.

Irgendwann spät am Abend beschließen sie, dass sie sich lieber schlafen legen sollten.

"Warte mal, Mamoru.", hält sie ihn noch zurück.

"Ja?" antwortet Mamoru unschuldig, aber das Schlimmste erwartend.

Doch Usagi lächelt nur zurück. "Wir haben noch etwas vergessen." Und zeigt auf seine Wange.

Und noch bevor Mamoru so richtig einfällt, was sie meint, ist Usagi auch schon mit ihrer Crème bei ihm. Und erneut verreibt sie sie sanft auf seiner Wange.

"Damit sollte es morgen schon besser aussehen. Den Rest verstecken wir einfach

unter etwas Make-up.", lachend fügt sie an, "Wir wollen doch nicht, dass Beryl sich wieder aufregt." Mamoru schaut Usagi ungläubig an, bevor sie beide in Gelächter ausbrechen.

- tbc -