Kapitel 3

Und so kommt es, dass sie alle gemeinsam, inklusive Mamoru, in das Shuttle einsteigen.

Wie immer fliegt Makoto das Shuttle und bringt Usagi und Mamoru zu der neuen Wohnung. Fragend schaut Mamoru Usagi an. Doch Usagi zeigt keine emotionale Reaktion, stattdessen weist sie ihre Senshi an, im Shuttle auf sie zu warten.

Gemeinsam geht sie mit Mamoru in das Haus, in den zweiten Stock und schließt die Tür zur Wohnung auf.

"Wo sind wir hier?", fragt Mamoru unsicher.

"In deinem neuen Zuhause, Mamoru.", antwortet Usagi, während sie ihm die Schlüssel überreicht. Langsam tritt Usagi zum Fenster und schließt ihre Augen.

"Du wohnst hier?", fragt Mamoru skeptisch. Sicherlich sind hier Möbel und alles, aber er hat sich Usagis Heim irgendwie anders vorgestellt.

Als Usagi keine Reaktion zeigt, legt er ihr von hinten eine Hand auf die Schulter. Daraufhin dreht sich Usagi um. "Nein, aber von jetzt an wohnst du hier."

Verwirrt fragt Mamoru, "Wieso wohne ich nicht bei dir?"

"Weil du jetzt dein eigenes Leben leben kannst.", antwortet ihm Usagi. Sie holt den Pass heraus und übergibt ihn Mamoru. Total verwirrt betrachtet er seinen Pass in seiner Hand. "Aber Usagi.", versucht er zu protestieren, doch Usagi geht ihm dazwischen, "Du bist frei, Mamoru. Und kannst tun und lassen, was du willst."

Ohne zu überlegen nimmt er Usagi in seine Arme und lässt seinen Kopf auf ihrem rasten. "Danke, Usagi! Danke." Und seine bis eben zurückgehaltenen Tränen beginnen nun auszubrechen. Auch Usagis Tränen kommen, bei dem Gedanken Mamoru zu verlassen. Etwas zaghaft fragt sie, "Brauchst du sonst noch irgendwas?"

Doch Mamoru antwortet nur, indem er Usagi noch fester an sich drückt, "Alles was ich brauche, habe ich hier." Mamoru überkommt ein unheimliches Freudengefühl.

"Okay, dann werde ich jetzt gehen. Mach's gut, Mamoru." Und mit diesen Worten löst sich Usagi aus seiner Umarmung und rennt aus der Wohnung. Mamoru braucht ein paar Sekunden ehe er realisiert hat, was Usagi gerade gesagt hat, bevor er leise flüstert, "Aber ich möchte nicht, dass du gehst."

Als er sich umdreht und Usagi um die Ecke rennen sieht, erkennt er, "Als ob es jemals darum gehen würde, was ich will."

Doch wird er Usagi nicht so einfach aufgeben. Entschlossen rennt er ihr nach.

Usagi kommt aus dem Haus gerannt und ordert an, dass sie los fliegen werden. Die Anderen sind nicht mal dazu gekommen etwas zu antworten, als eine Stimme von hinten bittet, "Geh bitte nicht, Usagi."

Rei sieht Mamorus bittenden Blick und Usagis traurigen Blick.

Und augenblicklich weiß sie, dass Usagi jetzt wirklich noch nicht gehen sollte. "Ja, Usagi. Mamoru hat recht. Du solltest noch hier bleiben."

Usagi glaubt nicht recht zu hören, "Was? Wieso?"

Doch Rei wird dieses Spielchen langsam zu viel, "Weil du es sonst bereuen würdest, deshalb!"

Usagi versucht zu protestieren, auch wenn sie weiß, worauf Rei hinaus will, "Aber...", weiter kommt sie nicht, weil Rei ihr ins Wort fällt. "Kein Aber! Du hast die Erlaubnis der Königin. Ich habe ihr heute Vormittag alles über den Shuttlecommunicator erklärt. Und sie ist damit einverstanden, dass du ihm die Wahrheit sagst, wenn du möchtest."

"Aber Rei...", versucht Usagi es erneut. Doch auch diesmal lässt Rei keine Widerrede zu. "Kein Aber! In einer Woche holen wir dich hier wieder ab. Okay?"

So erstaunt wie Usagi ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als zuzustimmen. "Okay."

Schnell verabschieden sich alle von einander bevor es sich Usagi noch mal anders überlegen kann.

Während Usagi noch immer realisiert, worauf sie sich da eingelassen hat, geleitet sie Mamoru zurück in die Wohnung.

Langsam setzt sie sich auf das Sofa, während Mamoru die Tür schließt.

"Danke.", dringt es zu Usagi durch und augenblicklich wird sie zurück in die Realität geholt.

"Hu?", fragt sie, während sie ihren Kopf zu Mamoru dreht.

Mamoru kniet sich vor ihr auf den Boden und ist somit fast auf einer Augenhöhe mit ihr. "Usagi, als ich meinte, ich habe alles was ich brauche, meinte ich vor allem dich damit."

Leicht rot schaut Usagi in sein lächelndes Gesicht, in seine tiefblauen Augen. Und erneut überkommt sie unheimliche Wärme. In ihr steigen die Tränen auf. "Meinst du das ernst, Mamoru?"

Mamoru nimmt sie daraufhin in seine Arme und flüstert ihr ins Ohr, "Ich habe mich in dich verliebt, Usagi."

Usagi kann ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle halten und beginnt ihren eigenen Tränen in Mamorus Armen freien Lauf zu lassen, "Ich mich auch in dich, Mamoru."

Beide verweilen so, was für sie wie eine Ewigkeit scheint, in Wahrheit aber nur ein paar Minuten waren. Und während Usagi in diesen Minuten tausend und ein Gedanke durch den Kopf gehen, genießt Mamoru es einfach nur als freier Mann seine Usagi in seinen Armen zu haben - seine Usagi. "Usako.", flüstert er ihr ins Ohr. "Ich bin der glücklichste Mensch auf diesem Planeten!"

Und langsam treffen sich ihre Lippen, um einen ersten gemeinsamen Kuss zu teilen. Beide schweben auf Wolke sieben und wollen sich nicht mehr gehen lassen, wäre da nicht der Drang zu atmen. Innerlich jedoch zuckt Usagi bei diesem Spitznamen zusammen. Auch wenn er ihr gefällt und er ihr Herz immer schneller schlagen lässt. Sie heißt eigentlich nicht Usagi.

"Mamoru.", beginnt sie leicht nervös. "Es gibt da etwas, was ich dir sagen muss."

Sanft schaut Mamoru auf sie herab und spielt mit ihrem Haar, "Du hast meine volle Aufmerksamkeit."

"Uhm, wir sollten uns setzen.", versucht sie sich selbst zur Ruhe zu bringen.

Und so setzen sich die beiden wieder auf das Sofa.

Langsam und nach Worten suchend dreht sich Usagi zu Mamoru um und sieht ihn lächeln. Das baut sie unheimlich auf.

"Ich heiße nicht Usagi. Das ist nur der Name, den ich benutze, wenn ich unerkannt bleiben möchte."

"Es ist mir egal wie du heißt. Du bist immer noch du. Und egal, wie du heißt, Usako. Ich möchte abends neben dir einschlafen, um früh neben dir aufzuwachen.", antwortet er ihr noch breiter lächelnd.

Usagi schaut nach unten. "Nein, nicht ganz. Ich bin Serenity. Und in gewisser Weise macht mich das zu einem anderen Menschen. Zumindest ist Usagi nur die Hälfte von dem, was Serenity ist."

Mamoru streicht ihr sanft durch ihr Haar, "Auch wenn du Serenity heißt, bleibst du meine Usako."

"Mamoru.", beginnt Usagi erneut zu weinen.

Und Mamoru nimmt sie erneut in seine Arme. "Nicht weinen, Usako. Lachen steht dir viel besser."

Ohne dass sie es will, dringt durch ihr Weinen auch ein klein wenig Lachen hervor.

"Mamoru, Serenity ist eigentlich Prinzessin Serenity.", beginnt sie langsam, aber ernst.

In diesem Augenblick erinnert sich Mamoru an ein paar Mal zurück, als sie von den anderen Prinzessin genannt wurde. "Deshalb haben sie dich Prinzessin genannt. Aber woher wissen Michiru und Haruka das?", fragt er etwas konfus nach.

"Die beiden gehören zu meinem Königreich.", antwortet sie ruhig.

"Daher kanntet ihr euch so gut. Wo liegt dein Königreich?", fragt Mamoru weiter nach.

Usagi schaut ihm erneut in die Augen. "Komm mit."

Sie geleitet ihn zum Fenster und zeigt auf dem Mond. "Dort liegt mein Königreich."

Mamoru schaut sie sprachlos an. "Ich dachte, das wäre nur eine Geschichte, die ich mir eingebildet habe.", stammelt er.

Usagi schaut ihn fragend an, "Was meinst du damit?"

Erneut schaut Mamoru zum Mond und lässt seine Erinnerungen aufgeregt rollen. "Mit sechs Jahren habe ich mein Gedächtnis verloren. Ich bin dann die nächsten zwei Jahre in einem Knabenheim aufgewachsen, bevor mich Beryls Eltern von dort geholt haben. Das ist jetzt zehn Jahre her. Das einzige, woran ich mich leicht erinnern kann aus diesen ersten sechs Jahren meines Lebens ist, wie mir jemand eine Geschichte erzählt. Die Geschichte handelt von einem Königreich auf dem Mond, welches nur wenigen auf der Erde bekannt ist. Wenn ich zehn werden würde, würde ich es besuchen. Am Anfang habe ich andere nach diesem Königreich gefragt, aber alle haben gesagt, ich soll nicht so fantasieren. Also habe ich gedacht, ich habe mir diese Erinnerung eingebildet, um überhaupt irgendeine Erinnerung zu haben." Mamoru stehen inzwischen die Tränen in den Augen. "Jetzt weiß ich, dass ich es mir nicht eingebildet habe. Danke, Usako."

Zärtlich wischt Usagi ihm die Tränen aus den Augen, bevor sich beide noch einmal in einem zärtlichen, liebevollen, aber leidenschaftlichen Kuss treffen.

Usagi und Mamoru beschließen am Abend zeitiger zu Bett zu gehen. Für beide war es ein aufregender und anstrengender Tag.

Mamoru will das Sofa für sich vorbereiten, als Usagi ihn fragt, was er da tut.

"Ich mache das Sofa fertig.", antwortet er irritiert.

"Du willst auf dem Sofa schlafen?", fragt Usagi erstaunt.

"Damit du im Bett schlafen kannst.", gibt er konfus zurück.

"Na, soweit kommt's noch. Das Bett ist groß genug für uns beide.", lächelt Usagi ihn an. Lachend fügt sie noch an, "Außerdem, warst du es nicht, der gesagt hat, er möchte abends neben mir einschlafen und am nächsten Morgen neben mir aufwachen?"

Dagegen kann Mamoru nicht argumentieren und so kommt es, dass sie beide keine halbe Stunde später Seite an Seite im Bett einschlafen.

Am nächsten Morgen ist Mamoru lange vor Usagi wach und bereitet das Frühstück vor.

"Mamoru?", hört er es aus dem Schlafzimmer.

"Ich bin sofort bei dir, Usako.", antwortet er lächelnd. Usagi ist gerade rechtzeitig zum Frühstück aufgewacht.

Nach dem Frühstück entscheiden sie sich dazu, erst einmal einkaufen zu gehen. Gerade als sich Usagi die Schlüssel schnappt und mit Mamoru die Wohnung verlassen will, stoppt er sie und bringt sie zurück in die Wohnung.

"Was ist?", fragt sie verwirrt.

"Meine Kleidung.", antwortet Mamoru unsicher.

"Was ist damit?", erkundigt sie sich skeptisch.

"Uhm, na ja, ich möchte nur, dass du weißt, dass ich jetzt noch einmal dir gehöre.", beginnt Mamoru noch unsicherer.

"Was meinst du damit?", hinterfragt Usagi weiter.

Mamoru schaut zu Usagi auf. "Diese Kleidung tragen nur Sklaven."

"Oh, uhm, soll ich erst mal alleine gehen und dir etwas anderes besorgen?", fragt Usagi verstehend zurück. Schüchtern nickt Mamoru ein Ja und Usagi macht sich auf den Weg.

Eine Viertelstunde später kommt sie zurück und hat Mamoru zwei Kleidungsstücke mitgebracht. "Mir ist eingefallen, dass ich deine Größte gar nicht kenne. Also habe ich geschätzt. Ich hoffe, ich lag nicht zu sehr daneben?"

Nachdem Mamoru seine Klamotten gewechselt hat staunt er nicht schlecht, "Wow, Usako. Du hast einen wunderbaren Geschmack."

Usagi lächelt ihn an, während er ihr einen Kuss auf die Wange drückt.

"Aber, du solltest trotzdem eine kleine Einführung in die Kultur erhalten, oder?", macht er darauf aufmerksam, dass sie keine Ahnung hat, wie sie sich hier benehmen soll.

"Uhm, okay, schieß los. Was muss ich beachten?"

Und so beginnt Mamoru das Wichtigste zu erklären. Er beginnt mit der Tatsache, dass die Frauen das Bestimmungsrecht haben. Des Weiteren erklärt er ihr, dass er als vergebener Mann keine andere Frau direkt anschauen darf. Und er für Alles um ihre Erlaubnis bitten muss.

Usagi schaut ihn fragend an, "Was ist denn das für eine Kultur."

Grinsend, aber ernst antwortet er ihr, "Ohne Frauen gäbe es keinen Nachwuchs. Aus diesem Grund werden die Frauen bei uns in Ehren gehalten."

Lachend gibt Usagi zurück, "Ach ja? Aber ohne Männer auch nicht."

Konfus schaut Mamoru Usagi an, "Die meisten Frauen werden heute nicht mehr natürlich Schwanger, sondern im Labor."

Usagi steht der Horror in den Augen. "Was? Wie meinst du das?"

Mamoru stellt fest, dass es so etwas in Usagis Königreich nicht zu geben scheint. "Nun, vor einigen Jahren hat man eine Methode entwickelt, wie Frauen künstlich befruchtet werden können. Eigentlich wurde diese Methode für Frauen verwendet, die auf keinem natürlichen Wege Kinder bekommen können. Allerdings wurde die Methode schnell zweckentfremdet."

"Oh.", bringt Usagi raus und lässt die Informationen erst mal setzen. Doch Mamoru fährt fort, "Seitdem sind wir Männer praktisch überflüssig. Es gibt ein paar wenige, die regelmäßig ihren Samen spenden. Diese müssen sich vorher vielen Tests unterziehen, damit das Kind dann auch gesund ist und so. Diesen Männern ist ein privilegiertes Leben vorbehalten. Wir anderen leben eigentlich nur, um den Frauen denen wir gehören zu dienen und zu befriedigen. Deshalb ist Beryl auch so sauer auf mich gewesen, wenn ich mich jedes Mal einem Gast verweigert habe. Es gibt selten Männer, die ein freies Leben leben. Also, ähm, wunder dich

bitte nicht, wenn man uns anstarrt oder so."

Verdutzt schaut Usagi Mamoru an. Dieser muss bei diesem Anblick lachen. "Hey, schau mich nicht so an, als hätte ich dir gerade einen Witz erzählt."

"Äh, ja, ich werd versuchen mich daran zu halten.", reagiert Usagi leicht sarkastisch auf seine Ausführungen.

Und so machen sich beide auf den Weg ein paar Lebensmittel und Getränke einzukaufen.

"Uhm, Mamoru?", fragt Usagi.

"Ja?", fragt er zurück.

"Weißt du eigentlich, wo wir lang müssen?", hinterfragt sie verlegen.

"Ja.", lacht Mamoru während er sich mit der Hand an seinem Hinterkopf kratzt. Eine Eigenschaft, die auch Usagi kennt.

Beide kommen an eine große Kreuzung und Usagi will ohne zu überlegen weiter gehen, als Mamoru sie an der Hand nimmt.

Fragend dreht sich Usagi um, doch Mamoru deutet auf die Ampel. "Wir dürfen erst gehen, wenn grün ist."

"Oh." 'Wieder etwas gelernt.' denkt sich Usagi.

Als es grün wird gehen beide über die Straße - immer noch Händchen haltend.

Kurze Zeit später kommen sie in eine große Einkaufspassage. "Hier finden wir alles was wir brauchen.", erklärt Mamoru Usagi.

Usagi sieht ihn lächelnd an, "Na dann, auf ins Getümmel."

Mamoru organisiert schnell einen Einkaufwagen und beide gehen in den Lebensmittelladen.

"Was möchtest du heut Abend essen?", fragt Mamoru Usagi, als sie vor einer Reihe Fertiggerichten stehen.

"Uhm,", beginnt Usagi zu stottern. "Ich weiß nicht.", seufzend legt sie einen Arm um Mamoru und ihren Kopf an seinen Arm. "Das sagt mir alles nichts. Was würdest du denn empfehlen?"

Im Gegenzug legt auch Mamoru einen Arm um Usagi und diese lässt dafür aus Bequemlichkeitsgründen ihren Kopf seitlich an seiner Schulter rasten.

Nach kurzer Zeit hat Mamoru eine Idee. "Nudeln."

"Nudeln?", fragt Usagi skeptisch. "Was ist das? Das klingt lustig."

Mamoru grinst sie bei dem Kommentar an, "Schmeckt aber lecker."

"Wenn du das sagst.", grinst Usagi zurück.

Und so machen sich die beiden auf den Weg in Richtung Nudelregal.

Doch sollen sie nicht ohne Umstände dort ankommen.

"He, bist du nicht der Sklave von Beryl?", hören sie es von hinten. Leicht verängstigt dreht sich Mamoru um. Dass man ihn erkennen könnte, daran hat er noch gar nicht gedacht. 'Wieso musste ich mit Usagi auch ausgerechnet hier einkaufen gehen?'

Auch Usagi dreht sich um, um eine etwas größere Frau vorzufinden. Ärger legt sich auf Usagis Gesicht. "Nein, ist er nicht."

"Doch ist er, ich erkenne ihn doch wieder.", beharrt die Frau, welche sich selbst Natzumi nennt.

"Ach ja?", fragt Usagi leicht schnippisch.

"Natürlich. Er hat es gewagt sich mir damals zu verweigern. Mich wundert es, dass Beryl dich jemals wieder einer anderen Frau anvertraut hat!", gibt Natzumi überheblich zurück.

Doch Usagi platzt der Kraken. "Mamoru gehört Beryl nicht."

Inzwischen hat sich um die drei eine kleine Menge gebildet und alle murmeln wild durcheinander. Usagi kriegt das mit und entscheidet aus Affekt und ruft in die Menge. "Mamoru gehört Beryl nicht. Er gehört weder Beryl, noch ihr, noch mir, noch irgendjemandem anderen."

Mamoru steht sprachlos neben Usagi.

"Was spielst du hier für ein Spiel?", fragt die Frau weiter. "Wenn Beryl das erfährt, kriegst du Ärger."

"Ich habe ihn auch schon bei Beryl gesehen.", mischt sich noch jemand ein. Und eine weitere Frau gibt ihren Senf dazu, "Kannst du beweisen, was du sagst?"

Herausfordernd schauen die anderen Usagi an. Verärgert greift Usagi in die Tasche, die Mamoru um sich Hängen hat und holt seinen Pass heraus, um ihn in die Runde zu zeigen. "Zufrieden?", ruft sie.

Eine der vielen Frauen will den Pass skeptisch nehmen, doch Usagi zieht die Hand schnell zurück. Dafür erntet sie einen bösen Blick, doch gibt selbst zurück, "So dumm bin ich nicht."

Und langsam löst sich die Menge auf. Aus der Ferne hört Usagi noch, "Wer seinen Sklaven frei lässt, der ist dumm.", schenkt diesem Kommentar jedoch nicht mehr Aufmerksamkeit, als ein Kopfschütteln. Sie wendet sich wieder Mamoru zu, sieht jedoch, dass er den Vorfall scheinbar nicht so einfach bei Seite schieben kann.

"Hey Mamoru, vergiss diese Leute einfach. Sie haben einfach keine anderen Probleme, sonst würden sie sich nicht über so etwas aufregen.", versucht sie ihn aufzubauen.

Doch er schaut sie nur abwesend an, bevor ihre Worte zu ihm durchdringen. "Danke Usako."

"Für was?", fragt Usagi lächelnd.

"Dafür, dass du mich vor den anderen verteidigt hast, und" Mamoru kratzt sich leicht verschmitzt am Hinterkopf, "dass du an den Pass gedacht hast."

Usagi legt erneut lächelnd einen Arm um Mamoru, "Wieso hätte ich dich nicht verteidigen sollen? Und was den Pass angeht. Beryl hat erwähnt, dass ich ihn immer bei mir tragen sollte. Als ich ihn auf dem Tisch liegen sehen hab, habe ich mir gedacht, dass nun du ihn immer bei dir tragen solltest."

Liebevoll legt auch Mamoru wieder seinen Arm um Usagis Schulter. "Das war sehr mutig von dir, Usako. So etwas hat sich noch niemand vor dir getraut, weil es gegen diese Gesellschaft geht."

Doch Usagi lächelt ihn nur an, "Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich nicht meine eigenen Werte einhalten würde? Abgesehen davon war es doch nur die Wahrheit." Und damit kommen sie endlich vor dem Nudelregal an.

"Wenn wir noch ein paar Tomaten mitnehmen, dann kann ich uns noch eine Tomatensoße dazu machen." überlegt sich Mamoru.

Usagi schaut ihn verdutzt an, "Ähäm, das darfst du mich nicht fragen. Das ist eindeutig Makos Gebiet."

Und so setzen sie diesmal ohne weitere Zwischenfälle ihren Einkauf fort. Und ehe sie sich versehen ist die Mittagszeit heran. Und als könnte man die Uhren danach stellen, rumort natürlich auch Usagis Magen.

"Da drüben ist eine Pizzeria, wenn du magst.", lacht Mamoru.

Schüchtern nickt eine rotgewordene Usagi ihren Kopf.

Und so verbringen sie den Mittag im Kaufhaus und holen danach noch Getränke. Auch hier muss Usagi passen, da sie keine Ahnung hat, was wie schmeckt. Auf dem Mond ist das alles etwas anders.

Usagi und Mamoru haben noch viel Spaß gemeinsam, bevor sie sich am Nachmittag dazu entschließen, nach Hause zu gehen.

Doch auf den Treppen passiert das Unvermeidliche und Mamoru geht der Karton kaputt. Und die Lebensmittel verstreuen sich im ganzen Haus.

"Oh Nein.", seufzt Mamoru. "Das war ja klar." Schnell sammelt er alles ein.

"Warte. Ich hol von oben einen Beutel, okay?", schlägt Usagi vor. Und kurze Zeit später steht sie mit einem Beutel vor Mamoru und beide sammeln alles auf, damit sie es in die Wohnung schaffen können.

Oben angekommen sieht Mamoru alles durch, ob irgendetwas kaputt gegangen ist.

"Ouh, das war ja klar.", meckert er über sich selbst rum.

Usagi schaut ihn fragend an, doch er winkt halbherzig ab, "Das konnte ja nur mir passieren." 'Und ich wollte Usako beweisen, dass ich nicht so tollpatschig bin, wie Beryl immer gesagt hat.' Mamoru lässt den Kopf hängen.

Usagi kommt von hinten und schlingt ihre Arme um ihn. "Denkst du, mir ist noch nie etwas runtergefallen? Ich hätte das schwere Zeug nicht mal bis hierher tragen können.", versucht sie ihm gut zuzureden. Allerdings weiß Usagi, dass es lange dauern wird ihm das auszureden, was Beryl ihm eingeredet hat.

Und am Abend essen sie dann die Nudeln mit Mamorus Tomatensoße.

"Hm, das schmeckt echt lecker. Hast du toll gemacht, Mamoru!", lobt Usagi.

"Danke.", lächelt Mamoru zurück.

Nach dem Abendessen waschen beide noch auf, bevor sie sich auf den kleinen Balkon setzen. Mamoru hat eine Decke ausgebreitet und ein paar Kissen mitgenommen, damit es ihnen nicht zu kalt wird auf dem Boden. Allerdings beginnt Usagi trotzdem schnell zu frieren und so holt Mamoru noch eine dickere Decke. Und irgendwie kommt es, dass Mamoru an den Türrahmen gelehnt und Usagi in seinem Schoß sitzt, beziehungsweise liegt.

Liebevoll schaut Mamoru auf Usagi herunter und streichelt sanft ihre Wangen.

"Hat dir schon mal jemand gesagt, wie wunderschön du bist?", fragt er verliebt.

"Hm, ja. Du.", lächelt Usagi geschmeichelt zurück.

"Was, nur ich?", neckt Mamoru zurück.

Usagi schließt die Augen, "Hm, nein. Aber du bist der Erste, der es ernst meint."

"Woher willst du wissen, dass die anderen es nicht ernst meinen?", fragt Mamoru leicht verunsichert.

"Das sehe ich in ihren Augen.", antwortet Usagi weise.

Beide sitzen noch eine Weile so da, bis Mamoru plötzlich keine Fragen mehr auf seine Antworten bekommt. Er schaut auf seine Prinzessin in seinem Schoß herunter, und stellt fest, dass sie eingeschlafen ist.

"Schlaf gut, mein Engel.", flüstert er ihr ins Ohr und gibt ihr einen seichten Kuss auf die Stirn. Vorsichtig hebt Mamoru Usagi hoch und trägt sie ins Bett, bevor er sich ebenfalls schlafen legt.

Am nächsten Tag haben Usagi und Mamoru wieder viel Spaß zusammen, als sie sich am Abend dazu entschließen, eine Runde spazieren zu gehen.

Nach einer Weile kommen sie an einen See und setzen sich dort hin, als Usagi ein für sie ernstes Thema beginnt.

"Mamoru?", fragt sie unsicher.

"Hm? Was ist?", hinterfragt er zurück.

"Kannst du mir etwas versprechen?", fragt sie mit einem kaum spürbaren Zittern in ihrer Stimme.

"Was immer du willst!", versucht er sie aufzubauen.

"Versprichst du mir, dass du mich niemals verlässt?"

'Sie hat Angst, dass ich sie verlasse? Wenn, dann müsste ich Angst haben, dass sie mich verlasen könnte, wenn sie jemand besseren findet. Auch wenn ich weiß, dass das gegen ihre Natur geht.' denkt sich Mamoru, antwortet aber, "Usako. Ich verspreche dir, dass ich dich niemals verlassen werde. Und wenn ich dir bis ans Ende der Welt folgen muss, ich werde dich niemals verlassen!", schwört er ihr.

Doch in Usagis Augen sammeln sich kleine Tränen.

"Usako.", flüstert Mamoru und nimmt sie in den Arm, "Wie könnte ich dich jemals verlassen? Usako, ich liebe dich." Und damit setzt er zu einem romantischen Kuss an.

Nachdem sie den Kuss beenden, legt Usagi ihre Schulter auf seine Brust. "Nur bis ans Ende der Welt?", fragt Usagi erneut mit zitternder Stimme, angsterfüllt vor der Antwort.

Doch erst jetzt versteht Mamoru, worauf sie hinaus will. Lächelnd antwortet er, "Nein, bis ans Ende des Universums, wenn es sein muss!"

Doch ganz zufrieden ist Usagi noch immer nicht. "Auch, wenn du dann dieses Leben aufgeben müsstest und wahrscheinlich nie mehr zurückkommen könntest?"

Mamoru schaut sie fragend an, muss dabei aber nicht lange überlegen. "Usako, und wenn ich in der Hölle leben müsste, um mit dir zusammen zu sein. Ich würde keine Sekunde zweifeln."

"Das heißt, du würdest mit mir gemeinsam auf den Mond kommen?", fragt Usagi nun direkt, aber hoffnungsvoll.

"Wenn du mich mitnimmst.", entgegnet er ihr leise lächelnd.

Und erneut teilen beide einen langen, zärtlichen Kuss miteinander.

"Tsukino Usagi!", ruft jemand von hinten und lässt Usagi aus Mamorus Umarmung hochschrecken.

"Wer bist du?", fragt sie das Mädchen, welches mit wuterfüllten Augen hinter ihr steht.

"Ich bin Beryls Schwester, Metallia. Was zur Hölle machst du hier mit meinem Mamoru?", schreit sie Usagi wutentbrannt an.

Usagi wird das langsam alles zu viel. "Dein Mamoru?", fragt sie ruhig.

Mamoru drückt sich selbst unbewusst fester an Usagi. 'Können sie uns nicht einfach in Ruhe lassen' fragt er sich selbst.

"Ja, MEIN Mamoru!", hört er Metallias aufbrausende Stimme zwischen seinen Gedanken.

Usagi spürt Mamorus Nervosität und drückt zum Aufbauen seine Hand. Mit Ärger erfüllt wendet sie sich Metallia zu. "Was bringt dich auf den Gedanken, dass Mamoru dir gehört?"

Richtig, wie kommt sie darauf? Hat er nicht ihrer Schwester gehört? Usagi weiß, dass Beryls Schwester gerne ihren Spaß mit Mamoru gehabt hätte, aber wie kommt sie dazu, dass es IHR Mamoru wäre?

"Er sollte mein Geburtstagsgeschenk zu meinem 14. Geburtstag von meiner Schwester werden! Und du hast ihn mir jetzt weggenommen." Metallia kocht vor Wut.

"Hey, sagt mal, hat euch schon mal irgendjemand gesagt, dass Menschenhandel verboten ist?", beginnt Usagi, bevor sie sich überlegt, was sie da eigentlich sagt.

Metallia lacht sie aus, "Sagt wer?"

"Das Grundgesetz der Vereinten Nationen des Silver Millenniums.", beginnt Usagi trocken.

"Das was?", fragt Metallia verdutzt nach.

"Ist auch egal.", antwortet Usagi genervt. "Du wirst dich damit abfinden müssen, dass Mamoru dir nicht zum 14. Geburtstag geschenkt werden wird."

"Aber ich habe ein Recht auf ihn!", verkündet Metallia stolz. "Hey, du kannst von mir aus jemand anderen haben. Aber ich will Mamoru zurück haben!"

Mamoru schaut sich die Szene zwischen Usagi und Metallia an. Er ist es gewohnt, dass um ihn gehandelt wird. Allerdings wurde mit ihm in Beryls Familie und ihrem Freundeskreis meist eher wie mit einem ein Objekt umgesprungen. Sowie mit jedem anderen Sklaven auch. Usagi allerdings verteidigt ihn nicht aus egoistischen Gründen, sondern aus menschlichen. Und das ist für ihn eine komplett neue Erfahrung.

"Mamoru ist frei, Metallia. Gewöhn dich dran.", verkündet Usagi Metallia kalt.

Diese glaubt nicht recht zu hören. "Was? Du hast mir Mamoru nicht nur weggenommen, sondern wagst es auch noch ihn frei zu lassen?", schreit sie Usagi wutentbrannt an, so dass Usagi aus Reflex ein Stückchen zurück in Mamorus Umarmung weicht.

Metallia hingegen lässt ihrer Wut freien Lauf und holt aus, während sie Usagi anschreit, "Du verdammte kleine Hexe!"

Usagi weicht reflexartig noch tiefer in Mamorus Umarmung zurück und schließt ihre Augen um den Aufprall von Metallias Hand auf ihrem Gesicht zu erwarten. Doch ihre Hand erreicht Usagis Gesicht nie. Als sie ihre Augen wieder öffnet, sieht sie, dass Mamoru Metallias Arm festhält und somit ihre Hand abgefangen hat.

Metallia schaut beide mit großen Augen an. Mamoru hingegen schießt ihr einen bösen Blick zu, "Ich warne dich. Wehe du tust ihr in irgendeiner Art und Weise weh!"

Erstaunt von Mamorus neuentdecktem Mut weicht Metallia zurück und löst sich aus Mamorus Griff. Sie überkommt Hass. "Du drohst mir? DU? Du Bastard! Das wird ein Nachspiel haben, das verspreche ich dir. Und wenn ich persönlich dafür Sorge, dass dein Leben zur Hölle wird." Und mit diesen Worten verschwindet sie wutentbrannt, um sich bei Beryl zu beschweren.

Mamoru drückt Usagi ganz fest an sich, während er in ihre Haare schluchzt. "Usako. Sie werden uns nie in Ruhe lassen. Ich mache dir nur Ärger. Es tut mir so leid!"

Doch Usagi schenkt ihm einen aufbauenden Blick, aller Ärger verschwunden und wischt mit ihrer Hand seine Tränen aus seinem Gesicht. "Mamoru. Sag so was nicht."

Und während sie ihm ein paar Haare aus seinem Gesicht streicht, flüstert sie ihm ins Ohr, "Ich liebe dich, Mamoru!"

Und erneut teilen beide einen lange an währenden Kuss.

Am nächsten Tag bei dem Frühstück kommt Usagi eine Idee. "Was hältst du davon, wenn wir noch heute auf den Mond fliegen?"

Fragend schaut Mamoru sie an. "Aber ich denke, sie kommen erst in ein paar Tagen mit dem Shuttle wieder?"

"Hm, ja. Aber ich kann sie ja kontaktieren, dass sie uns schon vorher abholen. Wir müssen nicht. Es war nur so eine Idee.", erklärt Usagi verunsichert. 'Ich will ihn nicht drängen.' denkt sie sich noch.

Doch Mamoru findet die Idee sehr gut, und so kontaktiert Usagi gleich nach dem Frühstück die anderen Senshi.

Zwei Stunden später stehen sie vor dem Haus.

Usagi schreibt dem Vermieter noch einen Zettel, dass sie nicht wiederkommen und er die Wohnung weitervermieten kann.

Sarkastisch lacht Minako, "Einen Monat, was?"

Usagi schaut sie fragend an, "Was meinst du?"

"Die Miete!", antwortet sie.

Bei Usagi macht es Klick, "Ach so!", lacht sie mit.

Nacheinander begrüßen sie Mamoru und verstauen alles Gepäck im Shuttle, bevor sie alle einsteigen und Richtung Mond fliegen.

Kaum sind sie abgehoben, fragt Rei Usagi, wie viel sie ihm gesagt hat.

"Uhm, was meinst du? Ich habe ihm alles über mich erzählt.", schaut sie fragend zwischen Mamoru und Rei und den Anderen.

"Also nichts über uns?", fragt Ami zurück.

Und plötzlich trifft es Usagi wie ein Schlag. "Ähä, hab ich vergessen!"

"USAGI!", will Rei schon wieder rum meckern, als sie von Makoto in die Navigation geholt wird.

"Aber wir müssen uns jetzt verwandeln.", sagt Minako ruhig.

Usagi nutzt die Gelegenheit, "Uhm, Mamoru, da gibt es noch eine Kleinigkeit. Aber das solltest du dir einfach ansehen."

Zur gleichen Zeit kommt Makoto mit Rei wieder hervor.

Ami beginnt, "Macht der Merkurnebel, mach auf!"

Rei setzt fort, "Macht der Marsnebel, mach auf!"

Makoto folgt dem Beispiel, "Macht der Jupiternebel, mach auf!"

Und auch Minako schließt sich an, "Macht der Venusnebel, mach auf!"

Verblüfft schaut Mamoru zu Usagi, dann zu Amis Alter Ego, danach zu Reis Alter Ego, dann zu Makotos Alter Ego und auch zu Minakos Alter Ego, um danach wieder extrem verwirrt zu Usagi zu schauen.

Diese versucht Mamoru alles zu erklären. Nun gut, nicht alles. Das können andere besser. "Ähm, Mamoru. Darf ich Vorstellen? Meine Leibgarde Sailor Venus, Sailor

Mars, Sailor Jupiter und Sailor Merkur."

"Ähm, wir müssen wieder ans Steuer.", entschuldigen sich Jupiter und Mars aus der unangenehmen Situation.

"Willkommen in meinem Leben.", ist alles, was Usagi augenblicklich anbieten an.

E N D E

Ich weiß natürlich, dass einige Ausführungen (mit Mamoru) extrem sind - andere wiederum unrealistisch lasch. Aber soll ja jugendfrei bleiben ;)

Ich spiele mit dem Gedanken, noch ein Sequel zu schreiben, welches praktisch das Leben Mamorus und Serenitys auf dem Mond beschreibt und evtl. zum Vorschein bringt, dass Mamoru Endymion ist. Dann wird auch Beryl und Metallia eine wichtige Rolle zuteil. Aber vorher hab ich noch paar andre Storys, die fertig geschrieben werden wollen.

Edit November 2008: Wenn ich mit der Übersetzung fertig bin, werde ich wohl tatsächlich noch ein Sequel schreiben. Ich möchte auf alle Fälle näher darauf eingehen, was genau mit Endymion passiert ist und wie er zu Mamoru wurde. Und vielleicht mache ich darauf eine Trilogie, denn der dritte Teil würde sich dann anbieten zu zeigen, was die Zukunft bringt... da ich dafür aber nur ein ganz grobes Konzept habe, werde ich mich wohl selbst überraschen lassen müssen ;-)