Shido ist bereits vor einiger Zeit gestorben und Senju auf dem Schiff von Tatara und seinen Leute. Jeder weiß nun, das Tatara eine Frau ist. Das alles ist Senjus Schuld. In einer Unterhaltung hat sie die Kleidung des vermeintlichen Jungen zerrissen und alle, die in diesem Moment anwesend waren, sahen nun die Wahrheit.

Sie ist Schuld. Sie hat die Kleidung zerrissen. Eigentlich stammt Senju aus einem wohlhabenden Haus und hat Manieren. Aber in diesem einem kurzen Moment konnte sie sich nicht beherrschen.

Aber es tat ihr nicht Leid. Nicht wirklich. Anfangs wünschte sie sich, dieser verhängnisvolle Moment wäre nie passiert. Tatara aber schien befreit. Sie wollte es wohl ihren Leuten sagen. Nun, das war nicht mehr nötig. Das Schicksalskind konnte sich jetzt also so verhalten wie sie wollte.

Senju hat sie angebrüllt. Auch wenn sie ein Mädchen sei oder zumindest so aussah, sei sie letztendlich doch keines. Sie verhält sich wie ein Junge. Wie ein Mörder unschuldiger Menschen. Jetzt allerdings bereut sie es innerlich. Selbstverständlich könnte sie es Tatara niemals ins Gesicht sagen, es tue ihr Leid. Das würde ihr Stolz nicht zulassen.

Tatara kam nicht mehr in ihr Zimmer und immer wenn einer von beiden in ein Zimmer kam, in dem auch der andere war, so ging Tatara hinaus. Tatara, ihren wirklichen Namen kennt Senju nicht, scheint ihr aus dem Weg zu gehen. Nur wenn sie sich auf einem Gang im Schiff begegnen lächelt Tatara sie mit einem kleinen schmalen Lächeln an.

Es scheint ein trauriges Lächeln zu sein, denn ihre Augen lächeln nicht. Dennoch hatten die Augen etwas in sich, das man als Erleichterung beschreiben konnte. Darum war Senju immer etwas glücklich als Tatara sie anlächelte.

Manchmal bemerkte sie, dass sie selbst auch lächelte wenn sie aneinander vorbeigingen. Immer dann erschrak sie und fragte warum sie eigentlich auch gelächelt hatte.

"Warum habe ich das getan? Ich kann sie doch nicht leiden! Sie ist der Mörder meines Mannes. Des Vaters meines Kindes! Warum also?" dachte sie oft.

Es dauerte nach dem Streit, in dem es ans Licht kam, Tatara sei eine Frau, bekam Senju ihr Kind. Nagi und Basho waren bei der Geburt dabei und halfen auch bei ihr. Es war eine lange Geburt. Die ganze Nacht kamen die Wehen und erst am frühen Morgen begann die Geburt. Einige von Tataraas Leuten standen vor Senjus Zimmertür mit besorgten Blicken im Gesicht.

Sie waren zwar nicht auf der Seite von Senju, die am liebsten Tatara töten würde, aber dennoch waren sie Menschen und machten sich Sorgen. Auch Tatara selbst stand vor der Tür. Auch sehr besorgt. Nagi sagte ihr, die Geburt könnte kompliziert werden. Er habe es in einer Vision gesehen und auch Sarasa hatte ein seltsames Gefühl als würde etwas schlimmes bevorstehen.

Die Sonne ging allmählich auf und die Tür zum Zimmer Senjus öffnete sich. Nagi stand nun in der Tür. Alle, die vor der Tür warteten, schauten ihn gespannt und hoffnungsvoll an.

"Die Geburt ist gut verlaufen. Mutter und Kind sind wohl auf." erklärte er.

Ein erleichtertes Seufzen ging durch die Menschentraube. Nagi konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

"Nun geht. Beide brauchen jetzt Ruhe." erklärte der hinter Nagi auftauchende Basho.

Tatara erhuschte einen kurzen Blick auf Senju, die zur Tür sah. Er bzw. sie lächelte der jungen Mutter erleichtert entgegen.

"Was war das denn? Warum hat sie mich angelächelt?" fragte sich die nun allein im Zimmer seiende Mutter.

Sie blickte ihren Sohn an.

"Du bist das Einzigste, das mir von Shido-sama geblieben ist. Du bist sein letztes Geschenk an mich. Du wirst ihn rächen!" flüsterte sie ihn leise zu.

Senju nannte ihren Sohn Motomichi.

Nach einem Jahr verlies sie das Schiff von Tatara. Sie wurde auf Kyushu abgesetzt. Dort ging sie in den Palast, in dem sie mit Shido vor dessen letzte Reise lebten, zurück.