Disclaimer: Die Charaktere gehören JKRowling

Disclaimer: Die Charaktere gehören JKRowling.

Dies ist eine Übersetzung von der wunderbaren Story „Oh my soul" von Logospilgrim.

Endlich war es soweit. Er würde sterben. Er wusste nicht, bei wem er sich bedankte, dennoch sagte er „Danke…danke", sein Atem kristallisierte vor Kälte.

Er blickte hinauf in den Nachthimmel und hätte gelächelt, wäre er dazu in der Lage gewesen; seine Muskeln waren nicht länger unter seiner Kontrolle. Es war gar nicht so schlimm zu sterben. Es tat noch nicht einmal weh. Natürlich hatten Schnee und Eis seinen Körper weitestgehend gelähmt, sodass das Dunkle Mal beinahe stille schwieg. Es pochte ein wenig, aber das war nun unbedeutend. Bloß ein vergänglicher Schrei.

Ob Dumbledore wissen würde, dass das Ende gekommen war? Es schien ihm immer so, als wüsste er alles... Würde er es irgendwie spüren?

Würde er trauern?

"Verzeih mir, Albus, ich konnte nicht..."

Tränen, eiskalt an seiner Haut, gefroren noch bevor sie seine Schläfen erreichten. Es war besser so. Tod war die einzige Erlösung für ihn.

Er war so müde. Es wurde von mal zu mal schwieriger, bei Bewusstsein zu bleiben. Schlafen...

Und keine Träume mehr.

Das Zittern hörte auf. Ja, er hatte es fast geschafft…

--

Stop.

Irgendetwas war anders, aus heiterem Himmel.

Er versuchte zu sprechen.

Er vernahm ein Geräusch, Worte die er nicht wieder erkannte, so sanft gesprochen, und eine behutsame Hand auf seiner Stirn.

Ein orangefarbener Schimmer zerstörte die Perfektion absoluter Dunkelheit. Und ein warmes, warmes,… prickelndes Gefühl, überall an seinem Körper, ein Hauch von Schmerz. Es wurde langsam aus seinem Schlummer erweckt und durchlöcherte seine Glieder mit ansteigender Intensität. Die Hitze von außen nährte das innerlich wachsende Feuer. Seine Zähne begannen zu klappern und sein Körper sich zu schütteln.

"Wo..." seine geschmeidige samtene Stimme war fort, wurde ersetzt durch ein raues Kratzen. Was war passiert? Karkaroff... Er hatte Karkaroff gesucht, und...

Das Dunkle Mal brannte schmerzhaft auf seinem Arm. Abrupt riss er seine Augen auf und sofort schmerzte sein Rücken. Er versuchte zu schreien, doch alles was seine Kehle zustande bringen konnte war ein Keuchen.

Die Stimmen wurden hektischer, und er fühlte mehrere Hände an seinem Körper, die ihn zu bändigen versuchten. Dunkle Gestalten überall um ihn herum. Seine Augen konnten sie nicht ausmachen.

"Macht das es... auf -aufhört..." sagte er.

"Du bist krank, wir helfen dir, bleib bitte ruhig," Sagte eine der dunklen Gestalten, diesmal auf Deutsch. "Du brauchst keine Angst zu haben."

Bald packte Severus die Schwäche und dämpfte seine verzweifelten Zuckungen. Er lag still, doch zitterte vor Schmerz und weinte. Der Tod würde zu ihm kommen, aber verwehrte ihm die Annehmlichkeit eines Eisgrabes, er bemerkte, dass er an eine Liege geschnürt worden war.

"Mein Name ist Pater Nikolski. Du hast einige Verletzungen erlitten. Erinnerst du dich? Wir fanden dich vor einer Woche in den Gärten auf."

Severus blinzelte, beobachtete wie der Mann vor seinen Augen verschwamm und wieder auftauchte wie eine Luftspiegelung. Er glaubte, einen silbernen Bart vernommen zu haben, und ein glänzendes Objekt auf seiner schwarzen Robe…

"Brennt…es….das…das Mal…" Sein Gesicht verzog sich, "Hilft mir…"

Doch niemand konnte ihm helfen. Er wusste das nur zu genau. Dennoch bettelte er, nach Erleichterung, nach Gnade, wahnsinnig vor dem stechenden, unerträglichen Schmerz.

Severus hörte den Mann kaum sprechen, "Das werde ich, mein Kind. Wir werden dich von dieser Sünde befreien."

Er vernahm das Rascheln der Roben und herannahende Schritte, drängendes Geflüster. Hände griffen seine Schultern, seine Handgelenke, seine Knöchel. Dann erklang die Stimme des Geistlichen wieder in dieser fremden Sprache, und Wasser wurde über Severus' Arm vergossen.

Er zog den Atem ein. Ein gewaltiger Krampf erschütterte seinen Körper und das Brennen seines Armes erkühlte, verschwand gänzlich, als ob es nichts weiter als ein Funke war, der vom Wind weggeweht wurde.

--

"Du bist wach?"

Severus rührte sich erneut und seine Augenlider flatterten unruhig.

Er sah sich um. Ein Feuer loderte im Kamin. Das Fenster war von Frost überzogen. Seltsame goldene Bilder an den weiß gekalkten Wänden schienen auf ihn herabzublicken, ihn unerklärlicherweise etwas zu trösten.

Ein großer, schwarz gekleideter Mann lächelte ihm zu. Er sah irgendwie vertraut aus. „Wie fühlst du dich, Severus?"

"Ich... Woher kennen Sie meinen Namen?"

"Ich erhielt eine Nachricht. Sie war an mich adressiert und sprach von dir."

Severus' Augen weiteten sich. "Eine Eule... Wurde sie von einer Eule gebracht? Ich muss sie lesen-"

Er versuchte aufzustehen, doch er konnte nicht. Es war als ob jeder Funke Kraft seinen Körper verlassen hatte.

"Du musst dich hinlegen und dir keine Sorgen machen. Ich habe eine Antwort für dich verschickt," sagte der Mann. "Zu deinem Schulleiter Dumbledore. Er weiß, dass für dich gesorgt wird, ich habe ihn über alles wichtige informiert."

"Wo bin ich?"

"Im Kloster St John Chrysostom. Ich bin Pater Nikolski."

Eine nachdenkliche Falte zeichnete sich auf Severus' Stirn. "Ich habe den Namen schon einmal gehört."

"Du hattest ein sehr hohes Fieber, als ich mich zum ersten Mal vorgestellt hatte," sagte Pater Nikolski.

"Wie lange… wie lange bin ich schon hier?"

"Fast einen Monat."

Severus wurde bleich. Seine Mission war ihm mittlerweile sicher misslungen. Und was wenn Voldemort - Hatte der dunkle Lord versucht, ihn zu sich zu rufen? Ein weiteres Mal versuchte Severus, sich aufzurichten, aber der geweihte Mann legte eine Hand auf seine Schulter.

"Du bist sicher," sagte Pater Nikolski. "Verausgabe dich nicht grundlos."

"Sie verstehen nicht, ich muss..."

"Essen. Das ist das erste, was du tun musst, und vielleicht, nachdem du dich ein wenig ausgeruht hast, können wir ein paar deiner Fragen beantworten."