So, falls jemand nicht auf die Kapitelüberschrift geachtet hat:

Dies ist nicht wirklich ein nachfolgendes Kapitel, sondern ein ALTERNATIVES ENDE!

Ich denke nicht, dass eine nachfolgende Geschichte auf diesem Ende beruhen wird, weil es mich eigentlich viel zu sehr an die Ursprünge von Blickwinkel erinnert, aber da ich mich gerade ein wenig destruktiv fühlte und von meinem Diplom frustriert war, hatte ich das dringende Bedürfnis Leid unter meinen Charakteren zu verbreiten. Und nachdem ich schon so viel Zeit darauf verwendet hatte, dachte ich ich stell es denen zur Verfügung die es vielleicht trotzdem interessiert :)


Warnung: Character death!, Gewalt


Erstmal selber Anfang, dann folgt das hier:

Ein weiteres Mal wirft sich, der um einiges größere Elf, mit voller Kraft gegen mich und die fatale Kollision von Schädel und Stein findet erneut statt, während mir gleichzeitig alle Luft aus der Lunge gepresst wird. Diesmal senkt sich wirklich für kurze Zeit tiefe Schwärze über mein Bewusstsein. Es dauert jedoch nur Sekunden und noch während ich verzweifelt versuche, durch das laute Rauschen in meinen Ohren irgendetwas wahrzunehmen, merke ich wie meine Beine langsam nachgeben und ich beginne an der Wand hinab zu gleiten.

Was ich danach noch an Gegenwehr zustande bringe gleicht zu meiner Schande mehr einem hilflosen Zappeln als irgendeiner Art von koordiniertem Widerstand. Es hilft auch nicht gegen die unsanften Hände, die mich mit rücksichtloser Gründlichkeit durchsuchen. Das anhaltende Dröhnen in meinem Kopf verhindert jegliche Art von organisierten Gedanken oder Bewegungen. So ist mir zwar auf eine distanzierte Weise klar, dass es nicht zu meinem Vorteil ist was gerade geschieht, aber ich schaffe es nicht etwas dagegen zu unternehmen. Weder dagegen, dass Lenwe mich als nächstes ruppig von meinen Kleidern befreit, noch dagegen, dass er mich danach in meine eigene Zelle schleift.

Das Geräusch, mit die Zellentür hinter mir zuschlägt, hallt mir noch lange wie ein riesiger Gong in den Ohren. Mit einem leisen Stöhnen versuche ich mich zusammen zu rollen und der langsam aufsteigenden Übelkeit Herr zu werden. Ein aussichtsloses Unterfangen, das ich schon bald aufgeben muss. Einzig der stechende Kopfschmerz, der mein folgendes Würgen begleitet, verhindert, dass ich dabei ohnmächtig werde und an meinem eigenen Erbrochenen ersticke. Oder vielleicht hätte Lenwe in diesem Fall auch eingegriffen. Ich kann mich später nicht erinnern, ob er dabei anwesend war, denn sobald mein Magen endlich leer ist gebe ich schließlich der Dunkelheit nach. Mit der grausamen Gewissheit verloren zu haben, versinke ich in Bewusstlosigkeit.

Mein abruptes Erwachen wird begleitet von einem Schwall kalten Wassers. Vielleicht eine kleine Rache Lenwes, vielleicht aber auch einfach nur zweckmäßig. Ich bin mir nicht sicher. Die unbewegte Fassade des Elfen vor mir lässt keine Schlüsse auf seine Stimmung zu. Mein Kopf schmerzt immer noch höllisch und ich friere erbärmlich, aber das ist wohl nicht zu ändern. Nachdem ich mir hustend das Wasser aus den Augen gewischt habe verlege ich mich daher aufs Warten. Was immer seine Pläne sind, früher oder später werde ich es sowieso erfahren. Ob ich will oder nicht.

Die bereits wieder geladene Armbrust in Lenwes Händen ist allerdings ein sehr schlechtes Zeichen. Ein eisiges Gefühl der Vorahnung legt sich über mich, als ich seinem Blick folge. Dort am Boden liegt noch immer Ethin. Der kleine Wurfpfeil mit dem Schlafgift steckt noch in seinem Arm. Nur mit äußerster Beherrschung schaffe ich es bei diesem Anblick meine Angst zu verbergen. Obwohl ich genau weiß dass es bereits zu spät ist. Ich muss das unheimliche Lächeln auf seinen Lippen gar nicht sehen, um zu wissen was Lenwe beabsichtigt. Eigentlich sollte er lächerlich aussehen, so ausgehungert, zerkratzt und in meine Kleider gehüllt, die ihm um einiges zu klein sind, aber im Moment ist mir absolut nicht nach Lachen zumute.

„Was würdest du dafür tun?" fragt er mich und zielt sorgfältig. „Wie viel wäre dir sein schneller Tod wert?"

Ich weigere mich meine Augen zu schließen, auch wenn ich in diesem Moment nichts lieber tun würde. Ich habe mit dem Feuer gespielt und mich verbrannt. Jetzt muss ich die Folgen tragen.

„Was verlangt Ihr?" will ich tonlos wissen, auch wenn ich bereits ahne, dass es egal ist, was ich von jetzt an sage. Das Ende wird immer das gleiche bleiben. Sein klirrendes Lachen bestätigt mich fast sofort.

„Auf einmal so respektvoll?" höhnt Lenwe kalt. Er lächelt noch immer dieses schreckliche leblose Lächeln. Dann holt er auf einmal eine Liste hervor. Meine Augen weiten sich in plötzlichem verräterischen Wiedererkennen. Ich habe sie selbst geschrieben. Aus dem Gedächtnis.

„Was für ein Rezept soll das sein?"

„Es ist ein Trank."

Diesmal ist es an mir unheimlich zu lächeln, auch wenn ich wahrscheinlich bald dafür bezahlen werde. Es wäre trotz allem ein gutes und passendes Ende gewesen für ihn.

„Mit Blut!" zischt er mir entgegen und nun scheint doch eine Emotion durch seine glatte Fassade. Pure, weißglühende Wut. Fühlt er sich beleidigt durch den beabsichtigten Zweck seines Todes? Er muss schließlich gesehen haben dass bereits alles vorbereitet ist.

„Frisches Blut", pflichte ich ihm grinsend, in einem ungesunden Anfall von Lebensmüdigkeit bei. Für einen Augenblick erwarte ich als nächstes den Bolzen der Armbrust in meinem Körper zu spüren, aber dann hat Lenwe sich wieder unter Kontrolle.

„Wir werden ja sehen, wie lange du noch darüber grinsen kannst", versetzt er eisig und drückt ab. Mit einem leisen, aber dumpf schmatzenden Geräusch senkt sich der Bolzen tief in Ethins Bauch. Emphatisch beiße ich die Zähne zusammen und merke erst nach einer Sekunde, dass ich meine Hand auf die gleiche Stelle an meinem eigenen Körper presse, als könnte ich dadurch noch etwas ausrichten. Vorerst steht Ethin noch unter dem Einfluss des Schlafgiftes und scheint nichts davon zu merken was ihm gerade angetan wurde, aber schon bald wird er aufwachen und dann schreckliche Schmerzen haben. Und ich werde ihm beim sterben zusehen müssen. Diesmal kann ich das Schaudern nicht unterdrücken, welches mich bei dieser Vorstellung durchläuft. Bei jedem anderen wäre es mir egal gewesen, aber Ethin…

Nun hat Lenwe also erreicht, was er schon seit fast zwei Jahrhunderten wollte. Ich hasse ihn so sehr in diesem Augenblick, dass ich ihm mit der bloßen Hand das Herz herausreißen will. Das Gefühl ist so überwältigend, es ist beinahe zu viel für meinen Körper, als würde meine schmale Form nicht reichen um es zu bändigen. Wir starren uns an und ich kann sehen, wie sehr Lenwe es genießt, wie er es geradezu in sich aufsaugt. Es scheint ihn auf absurde Weise zu stärken. Fast wie Blut bei einem Vampir.

Dann wendet er sich ab und beugt sich über Ethins reglosen Körper. Mit rücksichtslosen, rupfenden Bewegungen entfernt er sowohl den Wurfpfeil als auch den Bolzen. Natürlich. Keine Waffen in der Nähe von Gefangenen. In einer spöttischen Geste des Grußes tippt er sich schließlich an die Stirn und steigt zufrieden wieder die Treppe hinauf.

Ich kann nur warten und mir vorstellen, wie Lenwe im Haus herumstreift, Schubladen durchsucht und in meinen persönlichen Besitztümern herumwühlt. Die schwache Hoffnung, er könnte sich in einer der vielen Fallen verfangen gebe ich schon bald auf. Er hat alle Zeit der Welt um sie eine nach der anderen geduldig zu umgehen.

Zwischen besorgt prüfenden Blicken zu dem immer noch stillen Ethin, stelle ich mir vor wie Lenwe schließlich zu dem Schrank mit der Peitsche und den anderen Spielzeugen kommt. Der Gedanke, er könnte sie an mir benutzen wollen, erfüllt mich mit spontaner Abscheu. Aber für wie lange? Was wird er wohl tun wenn er schließlich meine große Schwäche entdeckt. Die Dunkelheit und Leere, die an meiner Seele nagen und stetig nach Nahrung verlangen. Früher oder später werde ich sogar seine Nähe erflehen, denn nur die intime Berührung kann meine Dunkelheit zufrieden stellen. Wenn er nur lange genug wartet kann er praktisch alles von mir verlangen und ich werde es mit Eifer tun, das weiß ich aus bitterer Erfahrung. Wie lange werde ich es schaffen meine Bedürfnisse zu verbergen? Wie lange kann ich ihn wohl täuschen?

Ich kann nur hoffen Lenwe ein überzeugendes Schauspiel zu liefern. Solange ich nicht genau weiß, was er überhaupt vorhat, wird das allerdings schwierig. Zum ersten Mal seit ich in der Zelle erwacht bin, fühle ich wirkliche Furcht vor der Zukunft in mir aufsteigen. Die Möglichkeit, dass er mich vielleicht überhaupt nicht berühren wollen wird, erscheint mir auf einmal fast genau so schrecklich wie ihr Gegenteil.

Ein erstes leises Stöhnen bricht nach einer Weile durch mein dunkles Brüten über die Zukunft. Ich habe ihm zwar bereits viele Male ebenso große Schmerzen zugefügt, aber gerade in diesem Moment würde ich Ethin liebend gerne ersparen, was ihn nun erwartet. Dieser ungewöhnliche Anfall von Mitleid wäre amüsant, wenn ich mich nicht gleichzeitig so sehr über meine eigene Machtlosigkeit ärgern würde.

„Ahh es tut mir leid, Herr", murmelt Ethin gerade, obwohl er nur halb bei Bewusstsein ist. Es ist ein Satz, den er in seinem Leben schon unzählige Male gesagt haben muss. Ich beobachte wie die Hand seines gesunden Armes zuckt. Schon jetzt breitet sich ein großer dunkelroter Fleck feucht über seine knappe Tunika aus, wo Lenwe zuvor den Bolzen entfernt hat. Ich erschauere, sowohl wegen der Kälte, als auch aufgrund unheilvoller Erwartung. Wie viel würde ich nicht geben um die nächsten Stunden nicht erleben zu müssen.

„Lieg still, Ethin", befehle ich ihm und hoffe, er versteht mich. Nach einem weiteren kläglichen Ächzen macht er zumindest keine Anstalten mehr sich bewegen zu wollen. Doch sein beinahe hechelnder Atem bekommt einen zunehmend winselnden Beiklang. Ich warte noch eine Weile um sicherzugehen, dass Ethin wach genug ist und mich verstehen wird, denn ich muss ihm die ganze Tragweite unserer Situation klar machen.

„Wir haben verloren, Ethin", falle ich mit der Tür ins Haus. Und es war unserer eigener Fehler, aber das sage ich nicht laut. Mein Sklave hebt den Kopf um sich nach mir umzusehen, lässt ihn aber gleich darauf mit einem schmerzlichen Laut wieder zu Boden sinken.

„Es tut mir leid, Herr", keucht er schwach und ich unterdrücke den Drang meine Augen zu rollen.

„Es gibt nicht mehr viel, was ich für dich tun kann", erkläre ich so nüchtern wie möglich. Ich zwinge mich die Worte auszusprechen, auch wenn ich sie nicht wahrhaben will. Und selbst für dieses wenige, das mir noch zu tun bleibt, werde ich einen hohen Preis zu zahlen haben, aber auch das spreche ich nicht aus. „Es ist deine Entscheidung", sage ich, bereits wissend was er wählen wird.

In den nächsten, schrecklich langen Minuten schweige ich, während Ethin mit qualvoller Langsamkeit auf die Gitterstäbe zu kriecht, die uns trennen. Wie immer zu stur um in dieser Situation zu schreien hat er sich schnell die Lippen zerbissen vor Anstrengung, aber was macht jetzt noch eine Wunde mehr oder weniger?

Trotzdem bin ich vorsichtig als ich ihm schließlich helfe sich aufzusetzen. Meine Sanftheit bringt mir ein blutiges Lächeln voller Ironie ein, das ich nur mit einem hilflosen Schulterzucken erwidern kann. Wir kennen uns gut genug, dass wir nicht darüber reden müssen.

Meine schlanken Arme passen erstaunlich gut durch die Gitterstäbe. Ein kalter Kontrast zu dem warmen Rücken, der sich mir entgegen lehnt. Immer noch sanft schlinge ich langsam einen Arm um Ethins Nacken. Der andere legt sich um seinen Kopf, bis meine Finger sich in sein blondes, schweißverklebtes Haar graben. Er ist erstaunlich entspannt, trotz der Schmerzen die in seinem Körper toben müssen.

„Du bist sicher?"

Ich muss fragen. Sonst werde ich es nicht über mich bringen. Denn danach werde ich ganz allein sein.

„Ich bin sicher."

Ein ungesundes Gurgeln liegt in seiner Stimme, aber gleichzeitig klingt er erleichtert. Wie sehr muss er Lenwe hassen.

„Danke, Evoe", flüstert er als ich trotzdem zögere. „Es tut mir leid."

Leid, dass er mich alleine lässt? Leid, dass er sich hat überwältigen lassen? Leid, dass wir nicht zu mehr fähig waren als diesem verdrehten, jäh abgebrochenen Leben? Ich frage nicht nach.

„Mir auch", flüstere ich stattdessen in sein Haar und lege dann all meine verbliebene Kraft in die folgende Bewegung, als ich mit einem heftigen Ruck seinen Kopf verdrehe bis sein Rückrat bricht.

Danach wische ich mir hastig meine Tränen aus den Augen und bete, dass Lenwe nicht gerade jetzt herunter kommen wird. Für einige Zeit sitze ich nur still da und versuche krampfhaft der plötzlich in mir aufwallenden Panik Herr zu werden. Es ist wieder wie zu jenen lange vergangenen Tagen des jähen Endes meiner Kindheit. Nachdem die Drow meinen Clan abgeschlachtet hatten war ich in derselben Situation. Hilflos einem unberechenbaren Schicksal ausgeliefert. Aber diesmal bin ich nicht unerfahren, halte ich mir streng vor und hoffe dabei schwach, dass mein Herz bald wieder mit einer normalen Geschwindigkeit schlagen wird. Es dauert eine ganze Weile bis es so weit ist.

Mit grimmiger Entschlossenheit beginne ich schließlich Ethin die blutige Tunika auszuziehen. Es scheint, mein Pragmatismus muss mir jetzt über das Schlimmste hinweg helfen, denn ich kann mir gerade den Luxus von verletzten Gefühlen nicht im Geringsten leisten. Nachdem ich endlich das Kleidungsstück von dem widerspenstig schlaffen Körper gezerrt habe, beginne ich damit mich abzuwischen. Blut ist mir eindeutig lieber als Erbrochenes. Zumindest solange es nicht mein eigenes ist.

Dann ziehe ich mich an eine Wand zurück und warte frierend auf Lenwes Rückkehr. Ich versuche anfangs noch mich nicht zu schämen für mein Versagen, aber je länger ich hier hocke und vor mich hin grüble, desto stärker wird das Gefühl. Wie ein dummer Anfänger habe ich mich überrumpeln lassen. Nach einer Weile ist die Wut auf mich selber fast so groß wie die auf Lenwe. Irgendwann schlafe ich trotzdem ein und dieser Zustand muss sogar ein paar Stunden angehalten haben, denn diesmal erwache ich von allein. Falls der blonde Elf in der Zwischenzeit hier war, habe ich ihn nicht bemerkt. Meine Kopfschmerzen sind erträglicher geworden und gleichen mittlerweile mehr einem sachten Pochen als dem heftigen Stechen von zuvor. Nur die Kälte lässt mich nach wie vor zittern ohne meine Kleider.

Offenbar hat Lenwe es nicht eilig. Ich kann zwar nicht genau sagen wie lange ich bereits hier warte, aber nach meinem zunehmenden Durst und dem vollständig starren Zustand von Ethins Leiche zu urteilen, müssen es bereits etwas über vierzehn Stunden sein. Selbst ohne mein Mitwirken wäre mein Sklave inzwischen schon lange tot gewesen. Vielleicht soll mich der Anblick zermürben, aber nachdem ich meine Gedanken mit Gewalt von möglichen Zukunftsszenarien abgewendet habe beginne ich tatsächlich mich zu langweilen.

Immerhin muss ich mir, jetzt wo Ethin tot ist, nur noch um mein eigenes Wohl Sorgen machen. An diesem angenehm nüchternen und kaltherzigen Grundsatz gibt es nichts zu rütteln und in gewisser Weise tröstet mich der Gedanke in seinem egoistischen Optimismus, auch wenn mich die Einsamkeit bereits jetzt belastet.

Oo

Irgendwann, ich habe mittlerweile kein sicheres Zeitgefühl mehr, höre ich wie jemand die Treppe hinunter kommt. Lenwe gibt sich keine Mühe leise zu sein. Wieso auch? Der unangenehme Geruch nach Erbrochenem und Exkrementen, an den ich mich mittlerweile zwangsläufig gewöhnt habe, macht ihm entweder nichts aus oder er verbirgt es gut.

Die Mischung aus Abwehr und Erleichterung die ich fühle ist wahrscheinlich typisch, aber glücklicher macht mich dieses Wissen auch nicht. Das zermürbende Warten ist zwar nun vorbei, aber ich weiß, dass ich hassen werde was mir bevorsteht.

Alles in mir rebelliert als ich sehe wie der groß gewachsene Elf mit einem gelassenen Gesichtsausdruck und zwei dampfenden Bechern vor dem Gitter zum stehen kommt. Tee? In meinem eigenen Becher? Soll das etwa ein gemütliches Beisammensein werden? Am liebsten würde ich ihm sagen er soll sich zu den neun Höllen scheren.

Aber durstig bin ich auch und der frische Geruch von Kräutern, der verlockend aus den Bechern aufsteigt macht mir dies nur noch mehr bewusst. Stumm warte ich ab, was Lenwe nun tun wird. Es scheint er hat die Zeit gut genutzt. Während ich hier zum Nichtstun verdammt war, hat er sich passende Gewänder besorgt und seine Gesundheit wieder hergestellt. Die zahlreichen kleinen Wunden und Spuren des Hungers sind verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Dieser Anblick macht mir den Klumpen an meinem Hinterkopf nur noch mehr bewusst, wo getrocknetes Blut meine Haare zu einer festen Masse zusammengeklebt hat.

Lenwes äußerliche Gelassenheit macht mich sofort misstrauisch, denn ich kann nicht genau sagen was sich dahinter verbirgt. Ich hoffe nur, er wird nicht unverhofft explodieren. Zunächst platziert er jedoch nur den Tee nah am Gitter und tritt dann zurück. Den Blick die ganze Zeit vorsichtig auf ihn gerichtet nehme ich den hölzernen Becher an mich, trinke jedoch nichts. In meinem Arbeitsraum stehen unzählige Drogen, alle fein säuberlich beschriftet, zu denen er in den letzten Stunden freien Zugang hatte. Dennoch bin ich dankbar für die Wärme, die von der warmen Flüssigkeit langsam in meine kalten Finger übergeht.

„Du fragst dich, was ich jetzt mit dir vorhabe."

Es ist eine Feststellung des Offensichtlichen, die ich nicht mit einer Erwiderung würdige.

„Gestern hätte ich noch ohne zu zögern gesagt ich will dir einen langsamen und qualvollen Tod bereiten", erklärt Lenwe nun unnötigerweise. Ich starre finster vor mich hin. Als ob mich das überrascht! An sein heftiges Temperament erinnere ich mich noch sehr gut. „Aber inzwischen hatte ich mehr Zeit zum nachdenken."

Auf sein folgendes Schweigen reagiere ich nur mit einer spöttisch hochgezogenen Augenbraue. Wenn er warten will bis ich nachfrage, kann er hier noch lange stehen. Nachdem er so viel Zeit hatte um sich durch meine persönlichen Dinge zu wühlen müsste ihm eigentlich klar sein, dass er kein Kind mehr vor sich hat, das er so einfach einschüchtern kann.

„Du hast mich überrascht", gibt Lenwe nach einer Weile plötzlich unerwartet zu. „Wärest du nicht so unerfahren und nachgiebig gegenüber Ethinayrens Wünschen gewesen, hättest du in dieser Angelegenheit durchaus die Oberhand behalten können. Es hat schon lange niemand mehr geschafft mich so zu überlisten."

Leider treffen seine Aussagen genau den Nerv der Dinge. Es sind genau diese Tatsachen, die mich während meines Wartens hier beinahe verrückt gemacht haben. So sehr ich es verleugnen will, es war meine eigene Dummheit, die mich in diese Situation gebracht hat. Natürlich wusste ich bereits vorher, dass es ein Risiko war Ethin seinen Willen zu lassen. Ich hatte nur nicht mit meiner eigenen Schwäche gerechnet, damit dass ich ihn so sehr brauchen würde, dass ich sogar auf Lenwes Forderungen eingehe. Unwillig ihm laut zuzustimmen schweige ich stur weiter.

„Du bist noch nicht sehr lange auf dich selbst gestellt, nicht wahr, Evoe?"

Die arrogante, beinahe schon süffisante Frage lässt mich wütend die Finger um den Becher krampfen. Ist es so offensichtlich? Natürlich war es meistens Elarn, der sich stets sicher war, was als nächstes zu tun wäre, aber eigentlich hatte ich bisher eine höhere Meinung von mir selbst. Dass es nach all dieser Zeit doch so leicht ist, meine Selbstachtung ins Wanken zu bringen, versetzt mir einen kleinen Schock. Erst im Nachhinein wird mir klar, wie viel meiner Selbstsicherheit auf Elarns Bestätigung beruht haben muss. Und jetzt wo er weg ist, meiner Gegenwart scheinbar überdrüssig geworden, hat er mir auch diese Basis genommen.

In meinem Schreck über diese plötzliche Erkenntnis meiner Verletzlichkeit versuche ich so schnell wie möglich das Thema zu wechseln.

„Ihr wollt mich also nicht mehr töten?" frage ich Lenwe mit vorgespielter Ruhe und so viel scheinbarem Desinteresse wie ich aufbringen kann. Er lächelt herablassend und ich habe das beunruhigende Gefühl, dass er weiß was mir gerade durch den Kopf geht.

„Nun ja…", sein anhaltendes Lächeln bekommt etwas widerlich gönnerhaftes, „das hängt hauptsächlich von dir ab, Evoe. Aus Respekt vor deiner Leistung bin ich diesmal bereit, dir die Möglichkeit einer Entscheidung zu geben. Einerseits würde ich es natürlich genießen zu sehen, wie du hier unten in deinem eigenen Gefängnis langsam dahinsiechst, aber andererseits hast du auch etliche nützliche Fähigkeiten bewiesen und es würde mich schmerzen solches Potential zu verschwenden."

Nach dieser kleiner Ansprache zieht er etwas aus seiner Tasche, bei dessen Anblick mir schier der Atem stockt vor Abscheu. Ein Halsband! Ich kann deutlich spüren, wie sich meine Nackenhaare aufstellen als ich in gedankenloser, instinktiver Abwehr abrupt den Blick abwende.

Zu meiner großen Scham zucke ich wirklich zusammen, als Lenwe das schmale silberne Halsband mit einer knappen Bewegung des Handgelenks, durch die Gitter hindurch in meine Zelle wirft. Es landet klirrend neben meinen Füßen und mich überkommt der irrationale Drang zurückzuweichen. Natürlich weiß ich, dass ein bloßer Gegenstand mir nichts anhaben kann, aber die Erinnerungen, die ich damit verbinde, lassen mich selbst heute noch schaudern.

„Es liegt ganz bei dir, Evoe." Schmeichelnde Worte voller Spott, die unbarmherzig durch den Schleier meiner Abscheu dringen. „Entweder du entscheidest dich dafür in dieser Zelle zu bleiben bis du stirbst oder du legst es an und gibst dein Leben in meine Hände."

Ich weiß bereits, was du tun wirst, scheinen seine Augen dabei zu sagen. Du bist ein Überlebender. Der Wille weiter zu leben, und seien die Bedingungen auch noch so schlecht, wird immer über deinen Stolz triumphieren!

„Natürlich steht dir im letzteren Fall als erstes die Konsequenz für deine Selbstlosigkeit bevor", eröffnet Lenwe mir mit erwartungsvollem Sadismus und tippt dabei mit einem Fuß vielsagend Ethins Leiche an, deren Todesursache aufgrund des bizarr verdrehten Halses bereits auf hundert Fuß Entfernung zu erkennen ist. Es ist zwar nichts anderes als ich erwartet, hatte, das lässt mich aber diese Aussicht nicht einfacher akzeptieren.

„Ihr seid wirklich ungemein großzügig!" zische ich hasserfüllt, frage mich dabei aber bereits jetzt, wie lange ich wohl brauchen werde, um meinen Stolz zu überwinden und mich in das Unvermeidliche zu fügen. Spätestens wenn die Leere mich dazu zwingt werde ich es tun. Wie ein Fisch zapple ich an seiner Angel. Gefangen, auch wenn ich es noch nicht wahrhaben will. So erbärmlich! Eigentlich hätte ich es verdient zu sterben. Vielleicht war es ja das, was Elarn veranlasst hat zu gehen. Vielleicht hat er endlich genug gehabt von meiner Abhängigkeit. Warum sollte ich überhaupt noch dagegen ankämpfen, wenn er, der mich so gut kennt, es aufgegeben hat? Und trotzdem will ich überleben. Egal ob ich es wert bin oder nicht.

In einem plötzlichen Anfall von unreflektiertem Selbsthass, beobachte ich mit kranker Faszination, wie sich meine Finger auf einmal doch entschieden um den schmalen Silberreif schließen. Wieso sollte ich Lenwe die Genugtuung geben noch tagelang hier unten zu leiden, wenn ich selber genau weiß, dass ich letztendlich doch nachgeben werde? Natürlich könnte es auch sein dass er nur mit mir spielt und mich trotzdem töten wird, aber diesen Gedanken verdränge ich genauso wie meine Gefühle des Abscheus als ich mit einer schnellen Bewegung das Zeichen meiner Niederlage um meinen eigenen Hals lege.

Lenwe scheint tatsächlich einen Augenblick lang überrascht von dieser raschen Entscheidung. Aber er fängt sich schnell wieder.

„Dir ist schon klar, dass dein Leben damit an meines gebunden ist, du also jetzt sterben wirst sobald ich es tue?"

„Nein, wirklich? Und ich dachte es sei ein Verlobungsgeschenk."

Als ob ich etwas anderes erwartet hätte. Meine pampige Antwort erwidert er mit einem scharfen Blick und grollt dann gefährlich: „Ich denke, du brauchst dringend eine Lektion in passenden Umgangsformen."

Damit wirft er den Schlüssel zu mir hinein und wendet sich ab, um die Treppe hinauf zu steigen. Ich bin wütend, weil damit auch meine kleine, allerletzte Chance auf ein Entkommen verflogen ist, aber überraschen tut es mich nicht. Hier unten in der magielosen Zone sind unsere Leben nämlich noch keineswegs verbunden. Dies wird erst eintreten wenn ich mich nach oben begebe. Solange er aber im Grenzbereich auf mich wartet, werde ich weder eine Gelegenheit bekommen ihn anzugreifen noch eine zum schnellen Selbstmord. Zähneknirschend öffne ich schließlich die Gittertür und schwanke, nach einem letzten Blick zu Ethins Leiche die Treppe hinauf. Ich hoffe mein Eingreifen war es wert das nun folgende zu ertragen!

Auf den heftigen Schwindel, der mich nach der Hälfte der Treppe überkommt, bin ich nicht vorbereitet. Hätte Lenwe nicht mit einem geknurrten Fluch und einem schnellen Sprung über drei Stufen, meinen Arm zu fassen bekommen, wäre ich wahrscheinlich prompt wieder hinunter gefallen. So zerrt er mich unsanft die letzten Stufen hinauf, bevor er mich dann einen Moment zu Boden sinken lässt.

Die Kopfschmerzen und die Übelkeit sind wieder da und zwar um einiges heftiger als zuvor. Gleichzeitig habe ich das schreckliche Gefühl als würde jemand eine eiserne Faust um mein Herz schließen. Das muss diese verdammte Bindung sein, denke ich, während mein Magen erfolglos versucht, sich seines nicht mehr vorhandenen Inhalts zu entledigen! Lange bevor ich damit fertig bin mich erbärmlich zu seinen Füßen zu winden, zu würgen und zu spucken, packt Lenwe mich bereits wieder am Arm, um mich mit sich zu zerren. Er schleift mich mehr hinter sich her, als dass ich selber gehe, denn ich kann zurzeit kaum gerade stehen.

Ich bekomme vage mit, dass wir uns in dem Raum mit dem Balken befinden, an dem ich vor einer gefühlten Ewigkeit Ethin zu seiner Bestrafung festgebunden hatte. Dann bin ich jedoch vollauf damit beschäftigt einfach nur auf den Beinen zu bleiben, denn Lenwe lässt mich plötzlich los. Das tut er allerdings nur, um einen Schritt zurück zu treten und mir sofort mit voller Wucht seine geballte Faust ins Gesicht zu schlagen.

Noch als ich merke, wie meine Nase mit einem ekelhaften Knirschen bricht, überrascht mich dieses Vorgehen. Einen so direkten Angriff hatte ich gar nicht erwartet. Das Lenwe mich auspeitschen würde oder anderweitige Folter, sicher… aber mich ohne jede Raffinesse einfach nur zu verprügeln, stand eigentlich nicht in meinem Katalog von Möglichkeiten. In meinem gegenwärtigen Zustand kann ich nicht einmal den Versuch machen ihm auszuweichen.

Wieder packt er meine Arme bevor ich gänzlich zu Boden fallen kann und hält mich in Position, damit er mir gleich darauf hart ein Knie in den Magen rammen kann. Mein folgendes Stöhnen bezeugt die Effektivität dieses Vorgehens. Ich kann bereits Blut schmecken, das mir aus der gebrochenen Nase den Rachen hinunter rinnt. Weil ich gerade unkontrolliert nach Luft ringe bringt es mich zum husten. Der Schmerz, der daraufhin durch meinen Kopf zuckt, lässt mich schon jetzt inbrünstig nach einer Ohnmacht wünschen. Er ist fast schlimmer als das dumpfe Reißen in meiner Magengegend.

Zunächst muss ich allerdings weitere Hiebe und irgendwann auch Tritte ertragen, als ich schließlich hilflos versuche mich am Boden zusammen zu rollen. Körperlich habe ich Lenwe nichts entgegen zu setzen, selbst wenn ich noch die Freiheit hätte ihn anzugreifen, würde ich es niemals auf einen solchen Kampf ankommen lassen. Er ist um einiges größer und stärker als ich und kostet diese Stärke gerade voll aus. Wie eine Puppe packt er mich und schleudert mich durch den Raum. Ich sehe die Wand auf mich zurasen, bin aber mittlerweile so benommen, dass ich nicht mehr reagieren kann und mit ungebremster Wucht aufpralle. Flüssiges Feuer schießt durch meine Nase als der Knochen sich erneut schabend bewegt und gleich darauf breitet sich dunkle Feuchtigkeit auf meinem Gesicht aus. Ich habe keine Zeit darüber nachzudenken woher dieses Blut kommt, denn Lenwe reißt mich schon wieder herum und lässt mich dann zu Boden fallen.

Der nächste Knochen der bricht ist wahrscheinlich eine Rippe. Ich kann es später nie alles genau rekonstruieren, aber ich weiß noch, dass dies der Moment war in dem ich anfange zu schreien.

Lenwe sagt nichts, während er mich so brutal zusammenschlägt. Wahrscheinlich hätte ich ohnehin nichts verstanden, denn neben den stetig anwachsenden Schmerzen, die in meinem Körper toben, nehme ich kaum noch etwas wahr. Er geht nicht einmal besonders methodisch vor. Vielleicht will er einfach nur seine Wut abreagieren indem er so auf mich einprügelt. Als er schließlich von mir ablässt bin ich dankbar für eine Weile einfach nur flach nach Luft schnappend am Boden liegen zu können, wie ein gestrandeter Fisch. Jede Bewegung sendet reißende, stechende oder dumpfe Schmerzen durch alle Teile meines geschundenen Körpers und deshalb entscheide ich mich weise, erst einmal so still wie möglich hier liegen zu bleiben.

Hätte ich noch irgendeine Hoffnung auf Flucht, ich hätte vielleicht blindlings versucht weg zu kriechen, aber so wie die Dinge stehen bleibt mir nicht einmal dies. Das einzige woran ich mich festhalten kann ist mein Hass auf Lenwe. Selbst das Atmen schmerzt und nach einer Weile beginne ich mich zu fragen, ob er vorhat mich einfach hier liegen zu lassen oder ob dies etwa nur der Anfang gewesen sein sollte. Die Aussicht ließe mich schaudern, wenn nicht jede Bewegung so verflucht weh täte.

Schließlich höre ich wie der blonde Elf wieder den Raum betritt. Zu erschöpft durch Hunger, Durst und Schmerzen um auch nur zu zucken warte ich reglos ab, was er nun vorhaben mag. Das Rascheln seiner Kleider verrät mir, dass er sich neben mir niedergebeugt hat, auch wenn meine Augen vorerst noch geschlossen sind. Wie sehr wünsche ich mir ihn irgendwie angreifen zu können! Ein Messer in seinen Bauch zu stoßen, wieder und wieder!

„Wieder zurück wo du hingehörst", murmelt Lenwe dunkel. Diese Äußerung überrascht mich gar nicht, auch wenn ich ihm keineswegs zustimme. Seine Finger gleiten suchend über meinen Brustkorb, bis sie die richtige Stelle gefunden haben. Ich kann lediglich mit plötzlich doch weit aufgerissenen Augen heiser nach Luft schnappen als er sie gleich darauf mit grausamer Präzision auf die gebrochene Rippe presst. Mein Atem beginnt angestrengt zu rasseln und ich kann sehen, wie sehr er es genießt mir Schmerzen zuzufügen. Sein faszinierter Blick weckt eine tiefe Furcht in mir.

„Diesmal gibt es keine Grenzen Evoe", flüstert er zufrieden. Ein Versprechen, das mir wie Eissplitter im Magen liegt in seiner Schrecklichkeit. Selbst damals, als er nur im Geheimen Macht über mich hatte, habe ich ihn gefürchtet. Wie konnte ich nur annehmen darüber hinweg zu sein? Mein stockendes Keuchen verrät mich und gibt meine Angst preis. Wirke ich so zerbrechlich wie ich mich gerade fühle? Nein, rufe ich mich augenblicklich wieder zur Ordnung. Ich darf nicht so einfach aufgeben. Meine Gedanken gehören immer noch mir allein.

Meine überbeanspruchten Muskeln protestieren nachdrücklich als Lenwe beginnt mich hoch zu ziehen, bis mein Rücken gegen seine Brust lehnt. Nach einem kurzen unfreiwilligen und sehr unangenehmen Zucken, beherrsche ich mich. Er soll nicht wissen wie sehr ich seine Berührung hasse, wie sehr ich gerade davonkriechen will. Es ist noch nicht vorbei. Mit unbeirrbarer Sicherheit gleiten wieder Lenwes Hände über meinen Körper. Er findet jedes Mal die Punkte die am empfindlichsten sind, mich zucken lassen in neuer Pein, bis ich nur noch leise winseln kann in seiner grausamen Umarmung. Und die ganze Zeit über kann ich spüren wie seine Erregung langsam wächst.

Ich kann eine Menge ertragen wenn ich will, aber sehr viel schneller als ich gedacht habe, treibt Lenwe mich an meine Grenzen. Verbissen grabe ich die Zähne in meine Unterlippe als er mich vorbeugt und meine Glieder arrangiert bis ich wackelig auf allen Vieren vor ihm knie. Dieser kleine Schmerz wenigstens kommt von mir selbst. Das einzige worüber ich im Moment die Kontrolle habe.

Mein erstaunlich heftiger Widerwillen überrascht mich ein wenig, selbst noch als ich gegen den Instinkt ankämpfe trotz allem den Versuch zu machen einfach aufzuspringen und zu flüchten. Nachdem ich in letzter Zeit sogar viel zu oft dafür bezahlt habe in ähnlichen Situationen zu sein macht das kleine Detail des freien Willens einen unerwartet großen Unterschied für mich. Dennoch habe ich nicht vor ihm weitere Befriedigung zu verschaffen, indem ich gegen das Unvermeidliche ankämpfe.

Die Schmerzenslaute, die mir entkommen, als er mich brutal nimmt, kann ich aber beim besten Willen nicht mehr zurückhalten. Wieso sollte ich auch? Wahrscheinlich genießt er sie. Und das ist alles was noch zählt, nicht wahr? Ich muss ihn irgendwie zufrieden stellen, sonst werde ich nur noch mehr leiden. Ich kann mir das gerade schwer vorstellen, bin aber ziemlich sicher, dass es den Tatsachen entspricht. Ich hasse meine Zukunft!