Und hier kommt Chap 5. Ich hoffe, es passt wieder ins Ambiente. Ich habe mich wirklich tierisch gefreut, so viele tolle Reviews zu bekommen thx das baut auf ;) So genug geredet, Reviewstunde ist immer am Ende des Textes :D Have Fun ;)


Ich Schrie. Ich schrie aus vollen Lungen. Ich schrie aus Schmerz, Leid, Angst und Wut. Ich schrie, so laut, gebrochen und erbärmlich, dass meine Schreie nicht haltmachten, vor irgendwelchen Wänden. Sie durchdrangen das Holz, den Stein, die Luft. Sie waren wie ein Elektroschock, wie eine Lawine, wie eine Sturmflut. Meine Schreie durchzuckten die Leere und die Stille, die sich ausgebreitet hatte. Meine Schreie versuchten die Seele meiner Mutter in ihrem Körper zu halten. Die Leere Hülle, in die die Seele gehörte. Die Tränen, die auf ihr Gesicht tropften, waren heiß. Heiß wegen der Wut, die mich gepackt hatte, wegen meiner Unfähigkeit. Ich fühlte mich alleine. Ich war allein. Gefangen in einer Wirklichkeit, die ich nicht kontrollieren konnte. Außer meinen Schreien unterbrach nur noch das höhnisch amüsierte Lachen des Mörders meiner Mutter die Stille. Mehliarkh der Nekromant lachte mich aus. Nichts konnte ihn so amüsieren, wie meine kindliche Weigerung das alles hinzunehmen. Meine Wut und mein Schmerz multiplizierten sich und stellten sich über die Angst. Die Tränen strömten mir unaufhaltsam aus den Augen, dennoch blitzten meine Augen so hasserfüllt, dass man nicht glaubte ein fröhliches junges Mädchen könnte sich jemals in diesem Körper befinden.

Dermots Flügelschlag riss mich aus jenen Erinnerungen, als er neben mir auf einer Mauer landete, gegen die ich gelehnt das Haus des wohl reichsten Mannes der ganzen Stadt beobachtete. „Sinbad sucht inzwischen nach uns...", sagte Dermott und stupfte mich mit seinem Schnabel an. „Lass ihn suchen... Wenn der Älteste alles berichtet hat, dann werden sie ebenfalls bald hier auftauchen... Wir verstecken uns ja nicht... Wir ermitteln nur auf eigene Faust und durch unsere Erinnerung sind wir schon ein Stück weiter..." Wieder schweigen, während er seine Federn ordnete. „Ich weiß nicht, ob wir das tun sollten..." „Was? Diesen Menschen helfen?" „Ja...", sagte er zögernd. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich ruhig und gelassen machen können..." Ich sah ihn nun beinahe empört an. „Du meinst also, wir sollten es lassen?" „Nein, Maeve, das habe ich nicht gemeint... Ich meine nur, dass wir wegen unserer Vergangenheit Vorurteile haben könnten." „Natürlich haben wir die!", ich sah ihn in meinem Unverständnis wütend an. „Dieser Pakt hat schon einem Menschen, den wir lieben das Leben gekostet und dabei hatte sie wirklich nichts damit zu tun!"

Vater war nicht da. Er hatte Dermott mit in die Stadt genommen, ich allerdings sollte mit Mutter daheim Bleiben. Ich liebte die Zeit, in der ich meine Mutter für mich alleine hatte. Ich hatte ihr schon fleißig die Haare frisiert und saß nun auf ihrem Schoß mit einem Buch in meinen Händen und ließ mir bestimmte Bereiche der Heilmagie erklären, denn Mutter hatte die Gabe der Magie und sie unterrichtete mich darin, denn sie glaubte fest daran, dass ich ebenfalls begabt war. Ich liebte es auf die Pflanzen und Heilmittel zu deuten, die in diesem Buch abgebildet waren. Als die Tür aufschlug und die Kühle wie ein Peitschenhieb durch den Raum ging, sprang ich sofort von ihren Knien und sie stand auf, zog mich an sich und begann einen Schild aufzubauen, der aber sofort wieder zerstört wurde. Ich hatte damals noch nicht das Wissen, dass Mutter keine wirklich starke Magie in sich trug. Ich war lediglich verwirrt, was vor sich ging, als ich auch schon von einer Dunkelheit zur Seite gestoßen wurde. Ich schrie erschrocken auf und wollte nach meiner Mutter greifen, als sie in die Luft gehoben und ich an die Wand gedrückt wurde. Mein Blick ging Angst erfüllt zur Tür und da sah ich ihn, in graue Nebel gehüllt. Der Nekromant. Mehliarkh.

Mit einem Ruck bewegte ich mich auf die Tür zu. Ich lag bestimmt richtig. Ich konnte bei meiner Erinnerung gar nicht falsch liegen. So viel Leid, das ging nicht an einem Menschen vorbei sondern, es blieb hängen, es setzte sich fest, es kratzte und schnitt sich in die Seele und es hinterließ eine blutige Spur. Ich stand vor der Tür, hob die Hand, ballte sie zur Faust und ließ sie gegen das Holz sausen.

Ich hörte ein zischendes Lachen. Es hörte sich mehr nach tausenden von Schlangen an, die durch diesen Raum züngelten, doch es wurde nur von diesem einen Mann fabriziert und löste bei mir totale Gänsehaut aus. Ich konnte mich nicht bewegen, ob das jetzt von seiner Magie herrührte, oder meiner Schockstarre, es war mir nicht bewusst, allerdings starrte ich ihn mit Angst geweiteten Augen an.

Die Tür wurde aufgerissen und der Dolch wurde mir schon unter die Nase gehalten bevor ich überhaupt mit einer rauen Stimme gefragt wurde: „Wer bist du und was willst du hier?" Ich sah den grauhaarigen, grimmig drein blickenden Mann an. Er sah nicht aus, als hätte er einen Pakt mit der Herrscherin der Unterwelt geschlossen. Ich hob eine Augenbraue, als ich erkannte, dass hinter ihm in der Eingangshalle getuschelt wurde. Dann blickte ich ihn wieder an und schob meine Kapuze zurück. „Mein Name lautet derzeit Aeryn. Ich bin hier, weil ich um den Pakt weiß..." Wieder wurde getuschelt. „Maeve, das nervt mich langsam...",knurrte Dermott in meinen Gedanken und ließ sich fauchend neben mir auf einem Ast nieder. Er blickte den Man in der Tür, der mich nur noch mit einem Auge beobachtete und offensichtlich einen Befehl erwartete, feindselig an. „Warum fliegst du nicht zu Sinbad zurück und sagst ihm, dass du beobachtet hast, wie Aeryn hier hergekommen ist? Sie suchen doch schon... Ich will ja nicht, dass irgendwer von mir denkt, dass ich dir etwas getan habe..." , antwortete ich ihm in Gedanken. Ich spürte seinen Unmut, als er sich in die Lüfte erhob und zu den anderen zurück segelte, allerdings sagte er mir mit einem warnenden Unterton: „Wehe, du machst etwas unüberlegtes und gefährliches! Warte nur, bis ich wieder ein Mensch bin, dann...", hier stockte er „...dann sehen wir weiter...", und rauschte nun davon. Ich wusste was er meinte und lächelte leicht.

In dem Haus war man anscheinend zu dem Schluss gekommen, dass ich zu viel wusste, als dass man mich einfach vor der Tür stehen lassen konnte, denn Wissen konnte gefährlich werden. Es war besser zu erfahren, was ich alles wusste und woher. Der alte Greis sah mich an und meinte dann. „Kommen Sie herein, Miss Aeryn.", ich nickte leicht dankend und betrat das geräumige Haus. Als er hinter mir die Tür schloss, kam schon ein dickleibiger Mann auf mich zu. Er löste in mir eher das Gefühl von Ekel als wirklich Mitleid aus.

Der Nekromant würgte meine Mutter ohne dass er groß Magie benutzte. Sie war nicht stark, ihre Magie war doch nur Heilmagie. Meine Augen hingen aus Schreck geweitet an der dunklen Gestalt die sich nun immer weiter in den Raum schob. Als er vor mir stand und ich in seine Augen sah, da sah ich nur Dunkelheit und dann ganz plötzlich wurden seine Augen von einem blutroten Schein durchzogen, der allerdings nichts gutes verhieß. Ich zitterte, ich konnte weder schreien, noch rennen. Ich musste stehen bleiben, ihn anstarren und mir sein höhnisches Lachen anhören, wie er so auf mich herunter starrte. Dann wurde ich angehoben und wie ein Stück Fleisch von ihm beäugt. Mein Herz schlug wie wild. Ich hörte meine Mutter sagen. „Lass sie in Ruhe, du..." und noch heute höre ich seine grausame kühle und Schmerzen erweckende Stimme antworten: „Sonst was?"

Ich blinzelte, als er sich vor mir aufgebaut hatte. Ihm hastete eine recht hübsche Frau hinterher. „Jonathan... bitte... beruhige dich...", doch er stieß ihre Hand weg. Ich hielt inne. Der Greis kam dazu gehumpelt, steckte seinen Dolch ein und meinte.„Mr. Jonathan Witherby darf ich ihnen Miss Aeryn vorstellen."Ich nickte dem Fettwanst zu. Er jedoch starrte mich weiter feindselig an. „Was will Sie hier?", sein blick huschte zu dem Grauhaarigen. Da unterbrach ich ihn, auch schon. „Sie kann für sich selbst sprechen, my Lord. Ich bin hier wegen dem Pakt, den Ihr geschlossen habt." er wurde bleich, und ich dachte mir: „Also doch." Dann versuchte er alles ab zustreiten. Ich hörte ihm gar nicht mehr wirklich zu. Mein Blick war auf das Gesicht eines Jungen gerichtet. Gerade erst achtzehn geworden, sagte mein Verstand. Er stand ruhig in der Tür, verstand die ganze Aufregung nicht und musterte mich. Wie ich ihn so da stehen sah, wusste ich, warum sein Vater den Pakt gebrochen hatte, und ich wusste, was für ein Kampf es werden würde ihn zu überzeugen. „Hört... Ich weiß genau, was Ihr versprochen habt. Ich habe schon in meiner Kindheit unter einem ähnlichen Fluch gelitten, aber auch nur, weil ich beobachtet habe, wie so ein Pakt geschlossen wurde..." Ich sah immer noch seinen Sohn an. „Und ich kann verstehen, warum Ihr diesen Pakt nicht einhalten wollen... Allerdings müsst Ihr es anders angehen...", mein Ton wurde ruhiger. Ich hatte einen Plan, allerdings würde ich Bryn dazu benötigen, also musste ich warten, bis die anderen hier waren, das hieß ich musste auf Zeit spielen. Er regte sich auf, dass ich überhaupt keine Ahnung hätte und das er überhaupt nichts angehen musste, ich jedoch blieb stur stehen. „Ihr könnt nicht eine Stadt zur Verantwortung ziehen, die nichts mit eurem Wunsch, nein eurer Gier nach Macht zu tun hat.", sagte ich in einem wahrlich kühlen Ton, der auch ihn zum schweigen brachte.

Wie auf Kommando pochte es in diesem Moment an die Pforte. Der Greis, Cuinn hieß er, was ich später erfahren sollte, ging zur Tür und in gleicher Prozedur wie bei mir hielt er Sinbad den Dolch unter die Nase. Ich brauchte nur Dermott zu hören und sagte auch schon. „Sie gehören zu mir.", Cuinn sah unsicher zu seinem Herren. Der fing an zu stänkern. „Vergiss es, schmeiß sie alle wieder raus! Raus, ich will keinen von ihnen in meinem Haus haben!" Da erhob zum ersten Mal der Junge die Stimme. „Lass sie herein Cuinn. Ich will endlich wissen, was hier vor sich geht, und warum ich das Haus nicht mehr verlassen darf!" Cuinn sah unsicher zwischen den beiden her, da sagte ich einfach. „Es wäre besser, wenn du auf jenen mit mehr Verstand hören würdest Cuinn." Kurze Zeit später stand die Crew im Zimmer und blickte sich um. Sinbad wollte mir schon einen Vortrag halten warum ich einfach abgehauen war, zu dem er von Bryn nur noch angestachelt wurde. Ich jedoch schenkte beiden nicht die große Beachtung. Dermott thronte auf dem Leuchter an der Decke, Doubar und Firouz sahen sich um und Ronga bildete still das Nachlicht. Mein Blick lag auf dem Jungen, so wie seiner auf mir lag. „Sag, wie alt bist du?", fragte ich ihn.

Er blinzelte etwas verwirrt. „Achtzehn bin ich, was soll diese komische Frage?"

Ich ignorierte seine Gegenfrage. „Seit wann bist du achtzehn?"

Seit genau einem Monat." Ich nickte. Sinbad vergaß seinen Vortrag und Firouz mischte sich ein. „Das ist genau die Zeitspanne seit der die Menschen hier in der Stadt unter diesem Fluch leiden..."

Das kann doch gar nicht sein!", sagte die Frau des Mannes.

Ich blickte den Vater des Jungen kühl an. „Vielleicht wollt Ihr etwas Licht in das Dunkel bringen, Mr. Witherby?"

Endlich gab er es zu. Er erzählte alles, von dem Treffen mit dem Diener der Dunkelheit. Von dem Pakt, sogar den Wortlaut teilte er uns mit und dass er nicht gedacht hätte, dass er seinen Sohn so liebgewinnen konnte, dass er ihn nicht hergeben wollte. Damals hatte er nur den Ruhm und das Geld im Kopf gehabt. Mehr war ihm nicht wert gewesen. Er brach in Tränen aus. Ich starrte ihn während der ganzen Zeit nur kühl an. Dieser Mann hatte in Kauf genommen, dass andere für sein Verschulden litten, das war meiner Meinung nach nichts ehrenwertes, nichts, dass man verzeihen konnte. Während die anderen ihn bis zu einem gewissen Grad vielleicht vergaben und verstehen konnten, ich konnte das nicht. Meine Augen wurden dunkel und meine Stimme gefährlich leise, als ich ihn anblitzte und fragte: „Wer war dieser Diener der Unterwelt, mit dem ihr den Pakt geschlossen habt?"

Der Mann antwortete blinzelnd. „Es war eine in schwarz gekleidete Frau. Sie war nicht von hier, sie wirkte eher so, als wäre sie auf Durchreise..."

Mein inneres Auge, auch wenn es eigentlich den Nekromanten abbilden wollte, erzeugte ein Bild von einer mir nur zu bekannten Person und Sinbad sprach aus, an wen ich dachte. „Rumina." Allerdings warf das neue Fragen auf. Wie konnte Rumina schon vor achtzehn Jahren mit der Königin der Unterwellt Hell einen Pakt gehabt haben, der sie dazu brachte für sie zu arbeiten?

Warum tut ihr das?", stöhnte meine Mutter, während der Nekromant mich beschnupperte. „Warum?", fragte er eisig und hauchte mir seien übelriechenden Atem in das Gesicht, so dass ich fast würgen musste. „Ich tue alles nur aus einem Grund, mein eigener Vorteil!... und aus Spaß!", wieder kicherte er und ich musste fast wieder würgen. „Und, weil mich deine Gören im Wald bei etwas beobachtet haben, dass sie besser niemals jemandem erzählen..." Meine Mutter starrte ihn an und blickte dann zu mir. „Wenn du ihr ein Haar krümmst, dann...!" Er drehte ihr seinen Kopf mit einem Schwenk zu, das ihn leicht wie eine Echse wirken ließ. „Ich habe gar nicht vor ihr ein Haar zu krümmen. Sie ist so klein, so unschuldig... sie würde eine gute Schülerin abgeben..." Meine Augen weiteten sich angsterfüllt. Er wollte mich mitnehmen? Meine Mutter stöhnte dort, wo sie in der Luft hing und schaffte es mit einem „NIEMALS!", sich aus den Ketten zu befreien. Mein Herz pochte und fing an schneller zu schlagen.

Aeryn?", ich wurde aus meinen Erinnerungen gerissen und sah den Jungen verwirrt an. „Ja, bitte?" Er lächelte. „Entschuldigt, wenn ich Euch aus Euren Gedanken reiße, allerdings beschäftigt mich doch sehr, wie Ihr gedenkt diesen Fluch zu brechen..., Ihr hattet da vorhin eine mögliche Lösung angedeutet..." Ich nickte. Ich hatte eine Idee, wie man den Fluch brechen konnte. Alle waren bei seiner Frage totenstill geworden und starrten mich an. „Es ist eigentlich ganz einfach. Ihr müsst sterben."


Review Time :D

Tetisheri: Hey, thanks so much for your wonderfull reviews, I was so thrilled to read them! I went into my mailbox to check if I got any messages from my professor when my exam was going to take place and instead I got tons of great reviews *_* (And I was definately astonished they were in english, but who cares :* )

I was so thrilled to hear you read my story though it was german! And to be honest it still makes me cry, because that is so sweet! x3

It is so great you share my ideas and really if I saw a chance to become a writer and earn my money with it I would try, sadly it is not the case, but still, I'll write for you, if you'd like me to ;) Maybe sometime, I'll translate it into english, but at the moment I seriously lack the time, so sorry! To your comment with the arrangement, don't bother! I recently saw, there's reason to update chap 3 because the Links obviously don't work. So something is wrong with the code, although, I seriously checked it thousands of times! And you know "Shit happens"^^

All : Thx für die wundervollen reviews, ihr spornt mich echt an weiter zu schreiben ;) Ich hoffe dass ich in diesem Sinne die Spannung halte und euch motiviere weiter zu lesen ;) Inzwischen hab ich auch eine Ahnung wohin es gehen wird :D Ich habe eigentlich gerade so viel zu sagen, allerdings weiß ich nicht wo ich anfangen soll. Ehm ja, Chap 3 werde ich demnächst, nach meiner Klausur morgen noch editieren, damit ihr auch alle schön den Link zu Lisa Torbans Lied habt, wenn es euch interessiert. Sry, ich hab wirklich gerade erst gesehen, dass er nicht funktioniert, obwohl ich ihn eigentlich überprüft hatte :( tut mir leid. In diesem Sinne möchte ich euch wieder eines der Lieder ans Herz legen, die mich zu diesem Verlauf des Kapitels inspiriert haben. NARA von E.S. Posthumus (leider funktioniert das mit dem Link so ganz und gar nicht, ich werde deshalb lediglich den Namen angeben^^ youtube sollte es finden :D) Fortsetzung folgt in jedem Fall (einen Satz habe ich schon^^) :D gerne auch wenn ich wieder Reviews zu beantworten habe, wenn es fragen gibt auch einfach Review schreiben ;)