Kapitel 3

The Hardest Story I Ever Told

Ihre Knie zitterten, ihr ganzer Körper bebte und mehrere dutzend Augenpaare verfolgten sie, während Zoey sich nach einem freien Platz umsah. Ein eigenartiges Gefühl hatte sich in ihrem Bauch eingenistet, sie hatte sich verkrampft. Schüchtern bewegte sie sich durch den Gang, eingeengt zwischen zwei Tischen voller Schülern, welche ihr beim Vorbeigehen neugierig hinterher sahen. Ein Räuspern liess Zoey vom Boden aufblicken, der Junge von vorhin winkte ihr zu und sah sie auffordernd an. Er rutschte ein Stück nach links und deutete mit einer zögerlichen Bewegung seines Armes auf den nun freien Platz neben ihm. Dankbar liess sie sich neben ihm nieder und lächelte ihn freundlich an.

"Du hast es überlebt", sagte er schmunzelnd.

Zoey schämte sich. Ihr war es peinlich, dass er ihre Tränen gesehen hat. Sie hatte schon immer Probleme damit, anderen Leuten ihre Gefühle zu zeigen, oder zu sagen; was sie dachte. Sie war kein Mensch der vielen Worte; wenn sie einmal von sich aus über sich selbst sprach, geschah es immer nur in kurzen und knappen Sätzen. Ausser bei Sirius, aber mit ihm war ohnehin die ganze Welt anders und zum Aushalten. "Wenn ich ehrlich bin, war es gar nicht mal so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe", stellte Zoey nüchtern fest.

Der braunhaarige Junge namens Lupin nickte belustigend. "Ich heisse übrigens Remus."

Er biss hungrig in sein Schinkensandwich. "In welche Klasse kommst du eigentlich?", fragte er, nachdem er geschluckt hatte.

"In die 6.", antwortete Zoey vorsichtig, senkte ihren Kopf und tat so, als würde sie sich ganz plötzlich für ihre Finger interessieren. Sie hatte Angst vor der Frage, wo sie früher war; wieso sie nicht schon früher nach Hogwarts gekommen war und weshalb sie mitten im Schuljahr auftauchte.

"Dann sehen wir uns ja öfters", bemerkte er. Von sich selbst überrascht, sowas gesagt zu haben; errötete er.

Ein Räuspern eines Jungens mit einer schwarzsilbernen Brille rechts neben Zoey liess sie aufschrecken.

Dieser bemerkte die krampfartige Bewegung des Mädchens, liess sich aber nicht beirren und fragte munter: "Willst du uns einander etwa nicht bekannt machen, Moony?"

"Oh, tut mir Leid." Erneut änderte sich die Gesichtsfarbe von Remus.

"James, Peter, Sirius; das ist Zoey."

"Ich weiss wer sie ist." Eine eiskalte Stimme, hart wie Stein klang sie.

Remus' Lächeln erstarb. Zoey hob erschrocken ihren Kopf, dieser Junge war ihr zuvor noch nicht aufgefallen.

"Ein Wunder, dass du dich traust, hier aufzutauchen; nach all dem Mist den du verbockt hast", zischte Sirius.

Ihre Augen füllten sich mit Tränen. "Gar nichts habe ich verbockt und das weisst du selber. Du bist nur sauer auf mich, weil ich dich allein' gelassen habe. Weil ich den anderen Weg gewählt habe, den einfacheren Weg. Du hasst mich, weil ich zu meinen Eltern stand und ihnen den Rücken deckte." Sie schluchzte leise, jedoch spürte sie hunderte Augen in ihrem Rücken, die sie anstarrten.

Sirius sagte nichts, stumm blickte er in seinen leeren Teller. Der Appetit war ihm vergangen.

Der gutaussehende Junge namens James räusperte sich, dann fragte er vorsichtig: "Könnte mir jetzt bitte jemand erklären, was hier los ist? Wieso ihr euch schon kennt? Und wieso Padfoot jetzt schmollt?"

"Das ist Zoelle McMourne, dreizehn Jahre lang nannte ich sie meine beste und einzige Freundin, meine Seelenverwandte, bis sie mich dann aufs Blut verraten hat. Ich war ihr nicht wichtig, denn sie wusste, wie ich Leute der schwarzen Magie verabscheute. Eines Morgens dann, es waren die Sommerferien nach dem dritten Schuljahr, kam sie glücklich lachend auf mich zu, stellte sich vor mich hin und zeigte mir ihren linken Unterarm."

Remus und die anderen Beiden sahen ziemlich geschockt aus. Sie hätten nicht gedacht, dass Dumbledore jemanden wie Zoey auf die Schule lassen würde. Dann schüttelte James seinen Kopf.

"Cool, freut mich dich kennenzulernen, Zoe. Wenn du willst, zeige ich dir später das Schloss", sagte er heiter und kümmerte sich dann wieder um seinen vollbeladenen Teller.

"Ich würde mich anschliessen", grinste nun auch Remus und Peter quiekte aufgeregt.

Sirius verdrehte die Augen, schaute dann direkt in Zoeys Gesicht. Den Ausdruck in Sirius Augen kannte Zoey, sie wusste, dass er ihr eines Tages verzeihen würde.