Geister

Kavanagh stand an einem der Anleger von Atlantis. Er blickte über das Meer, das die Stadt umgab. Es lag ruhig da, spiegelglatt, kein Kräuseln der Wellen. Er dachte an seine Großmutter, wie sie gemeinsam an der Küste standen. „Warum ist der Himmel blau?", wollte er damals wissen. „Weil sich in ihm die Meere der Welt widerspiegeln.", antwortete sie.

Ein schrilles Kreischen riss ihn aus diesem Gedanken. Panikartig drehte er sich um. Schatten. Fliegende Schatten. Wraith! Sie sind in der Stadt! Und er hatte kein Funkgerät dabei. Er wollte davonlaufen, aber ein weiterer Schatten schnitt ihm den Weg ab. „Halt, reiß dich zusammen!", rief er sich selbst zu. Das sind keine Wraith, das sind nur Illusionen, so erinnerte er sich. Aber diese Illusionen waren schrecklich. Wieder wich er vor ihnen zurück. Er spürte sie doch! Wie sollen das Illusionen sein? Illusionen spürt man doch nicht, oder? Er wurde von ihnen an den Rand des Anlegers gedrängt. Und da stand jemand. Ein Wraith, bereit seine Hand nach ihm auszuschrecken. Er hatte noch nie solch eine Angst verspürt. Und...

„Kavanagh!" Er schreckte von seinem Computer hoch. „Ich bin gerade dabei, Ihnen und Ihren Kollegen lebenswichtige, ja vielmehr überlebenswichtige Informationen mitzuteilen. Das Mindeste, was ich von Ihnen dabei erwarte, ist, dass Sie zumindest so tun, als würden Sie zuhören." „Ähm, Rodney, Sie haben gerade über die Reparatur von Kaffeemaschinen gesprochen." „Und, Radek? Kaffee ist lebenswichtig." Kavanagh atmete tief aus. Nur ein Alptraum. Ein schrecklicher Alptraum. Weil er beim Meeting eingeschlafen war. Das darf nicht noch einmal passieren. „Ich melde mich freiwillig. Ich repariere die Kaffeemaschine." Mit diesen Worten verließ er das Konferenzzimmer. McKay, Zelenka und die anderen Wissenschaftler guckten ihm noch lange irritiert nach.